Aktuelle Arbeiten und Vorkommnisse auf dem Neuhof

19. - 25. Februar 2018

Der Winter kommt nun doch noch. Zum Glück wird man dank Wettervorhersage nicht komplett überrascht  von einem Kälteeinbruch. Wenn auch Dauer und Temperaturbereich nicht grad immer zutreffen, so wissen wir doch, wann es nötig ist Massnahmen zu treffen. Allerdings lieben wir diese Kälteeinbrüche nicht besonders, weil sie doch einen deutlichen Mehraufwand für uns bedeuten.

 

Am wichtigsten ist, dass das Wasser nirgends einfriert. Eingefrorene Leitungen ist etwas, das wir im Winter fürchten. Aussenhähnen werden natürlich abgestellt. Aber es bleiben trotzdem viele Risikobereiche: Weil die Ställe nicht geheizt werden, muss insbesondere der Kuhstall so abgedichtet werden dass die Temperatur dank der Körperwärme der Tiere nicht unter Null Grad sinkt. Der Luftaustausch ist dann leider eingeschränkt, so dass die Luft im Stall ziemlich feucht wird. Das ist für die Tiere ungesund. Deshalb wird nur so viel wie nötig abgedichtet, mit dem Risiko, dass mal etwas einfriert. Einfach ist es nicht, da einen Mittelweg zu finden. Wird es unter Null Grad im Stall, können Wasserleitungen einfrieren, möglicherweise auf der ganzen Länge des Bereiches, wo Minustemperaturen herrschen. Beim Auftauen platzen dann diese Leitungen evtl. sogar auf der ganzen Länge. Gefrorene Wasserleitungen bringen aber noch den gravierenden Nachteil des Wassermangels: Unsere Kühe trinken zusammen ca. 2000 Liter Wasser pro Tag und Melkgeschirr, Melkanlage und Melkstand müssen 2 x pro Tag mit Wasser gereinigt werden. Dann gibt es noch die Wasseranschlüsse im Verkaufsraum, in der Aussentoilette und im Holder - Rümli. Alles Räume, die öffentlich zugänglich sind. Es ist unglaublich, wie viele Leute aus diesen Räumen davon laufen, ohne die Türe zu schliessen! Wir müssen diese sensiblen Bereiche deshalb regelmässig kontrollieren. Ende Februar ist der Winter eben noch lange nicht vorbei und die nächsten Tage werden uns schon ein bisschen herausfordern.

12. - 18. Februar

Die Tierausstellung (12. - 15. April) rückt näher und gibt viel Arbeit. Zum Glück haben wir ein grosses OK und die Arbeiten sind klar verteilt. Trotzdem bleibt natürlich vor Ort manches zu tun: Im alten Schweinestall, der momentan als Lagerraum dient, soll im Anschluss an das Holder - Rümli eine Kaffeestube mit über 100 Sitzplätzen entstehen. Wände und Decken wurden in den Jahrzehnten vor unserer Ankunft auf dem Neuhof unzählige Male geweisselt. Diese Beläge blättern ab und sind dick dick voll Staub. Zudem sind die Eisenträger, die die Decke stützen aussen voller Rost. Es braucht 3 -4 Tage Arbeit und 4 komplett abgenutzte Drahtbürsten, um Wände und Eisenträger von diesen Belägen zu befreien. Das ist anstrengende Handarbeit. Mitte dieser Woche sind wir mit dieser Arbeit fertig. Danach brauchen wir noch ca. 2 Tage, um alles zu malen. Anschliessend geht es dann an die nächsten Vorbereitungsarbeiten: Der Hühnerstall muss besucherfreundlich eingerichtet werden. Hinzu kommen viele administrative Fragen bezüglich der gezeigten Tiere:

 

  • Welche Bewilligungen braucht es, um die Tiere ausstellen zu dürfen?
  • Müssen den zugeführten Tieren vorgängig Blutproben genommen werden (ansteckende Krankheiten)? Und wer macht das?
  • Muss ein Tierarzt überprüfen, ob die Gehege tierschutzkonform sind? Wer?
  • Wie viel Tränken und wie viel Stroh braucht es?
  • Wie gross müssen die Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere sein?
  • Braucht es für alle Tiere ein Dach?
  • Wer ist Platztierarzt und was darf nur der Amtstierarzt machen?

 

Wir haben einen Sponsoringverantwortlichen im OK. Aber bei der Gemeinde muss Christian wohl persönlich vorsprechen.

 

5.2.18 - 11.2.18

Diese Woche ist wieder einmal Klauenpflege angesagt. Kühe einfangen, aus dem Stall führen, in den Klauenpflegestand bringen...., das ist ein enorm anstrengender Job und man kann dabei ganz schön ins Schwitzen kommen. Jedes Tier ist anders. Einige wehren sich mit allen Mitteln, weil sie Angst haben. Da gilt es gut zuzureden und oft muss man 700 kg ziehen und schieben und am Ende hilft vielleicht noch ein kräftiger Fluch. Die betroffenen Kühe werden aus der Herde heraus geführt und im Stand fixiert, damit die Klaue exakt bearbeitet werden kann. Wenn ein Geschwür behandelt werden muss, kann das auch schmerzhaft für das Tier sein. In diesem Jahr gibt es diesbezüglich noch kaum Probleme. Aber der Bewegungsapparat und die Füsse der Kühe sind empfindlich. Im Sommer können beispielsweise auf der Weide Steine eingetreten werden und daraus kann sich eine Entzündung entwickeln. Wir sehen dann, dass die Kuh hinkt. Dann wird die Kuh im Klauenpflegestand fixiert, der verletzte Fuss wird hochgehoben und ebenfalls fixiert. Die betroffene Stelle wird gereinigt und der Stein aus dem Horn herausgeschnitten. Danach wird die Wunde desinfiziert und ein Verband angelegt. Ein Klauenschuh kann helfen, eine Klaue zu entlasten. Es gibt auch Entzündungen wegen falscher Belastung oder falscher Fussstellung oder es können auch Klauengeschwüre oder Entzündungen am Klauenrand entstehen. Dabei sind spezielle Bakterien Mitverursacher. Es gibt auch abgesprengte Klauenränder oder auch Verstauchungen. Jedenfalls braucht es regelmässige Klauenkontrollen, Verbandswechsel etc. Ein Tier, das Schmerzen leidet, muss sofort behandelt werden. Selbstverständlich aus Mitgefühl mit dem Tier, aber andererseits ist das ganz klar auch ein wirtschaftlicher Faktor, denn ein Tier, das sich nicht wohl fühlt, gibt auch weniger Milch.

 

Wenn ein Bauernbetrieb wegen vernachlässigter Tiere in die Presse kommt, ist das oft ein gefundenes Fressen für Tierschützer und Ursache für eine öffentliche Hexenjagd auf diesen Betrieb. Wenn man aber einen näheren Einblick in solche Betriebe hat, weil man Berufskollege ist oder möglicherweise den betroffenen Landwirt dahinter kennt, weiss man, dass oft herzzerreissende Leidensgeschichten in der Bauernfamilie selbst vorhanden sind mit einer Kumulation von Problemen. Da gibt es Scheidungen, finanzielle Probleme, Unfälle, chronische Krankheiten, jahrelange Probleme mit irgendwelchen Behörden, Mangel an Arbeitskräften, Burnout und daraus entstehend schlicht eine komplette Überforderung. In der Regel ist es ein Rattenschwanz von Problemen, die ohne Unterstützung von aussen gar nicht mehr zu lösen sind. Für Menschen mit Insiderwissen steht deshalb nicht die Verurteilung im Vordergrund, sondern eine Analyse des ganzen Betriebes inklusive der familiären Probleme und die Frage: Wo und wie können wir helfen?

29.1. - 4.2.2018

Diese Woche wollen wir in den Brachen arbeiten. Von den ca. 70 ha unseres Betriebes sind 4 ha mit Buntbrache und 15 ha mit Rotationsbrachen bepflanzt. Buntbrachen bleiben 6 - 12 Jahre am gleichen Standort, Rotationsbrachen wechseln im 1 -, 2- oder 3-Jahresrhytmus. Durch das lange Verbleiben am gleichen Standort kann sich in der Buntbrache die grössere Artenvielfalt entwickeln als in einer Rotationsbrache. Andererseits können sich darin aber auch mehr Pflanzen ansiedeln, die unerwünscht sind.

Etwa 2 - 3 Mal entfernen wir deshalb im Frühjahr und im Sommer Blacken und Disteln. Zusätzlich schneiden wir diese Woche Büsche und Bäume, die sich in der Buntbrache von alleine angesiedelt haben. Sie sollen den übrigen Pflanzen nicht zu viel Platz wegnehmen. Ausserdem greifen wir auch dort ein, wo die Karden überhand nehmen. Sie werden mit dem Mulchgerät gekürzt, damit wieder Neues entstehen kann. Ökologie heisst also nicht einfach nichts machen und alles der Natur überlassen, sondern die einzelnen Flächen müssen gepflegt , überwacht und gesteuert werden, damit sie sich so entwickeln, dass der Nutzen für Flora und Fauna und die Vielfalt der Lebensräume (Biodiversität) am grössten ist.

 

 

 

Das neue Geheg für die Zwergziegen ist fertig. Es ist grösser geworden und umfasst neu auch Weissdorn und Holunderbusch. Weil die Ziegen die Büsche nach wenigen Tagen schon kahlgefressen hatten, mussten wir sie zusätzlich mit einem Gitter schützen

22. - 28. Januar

Die Vorarbeiten für die kantonale Tierschau vom 12. - 15. April sind am Laufen. Seit letztem Jahr hat das OK schon mehrmals bei uns getagt. Wie üblich bei solchen Grossanlässen geht es um Festwirtschaft, Bewilligungen, Bauten (Wege, Zelte Tiergehege), Wasser, Strom, Aussteller, Helfer, Parkplätze, Sponsoren, Werbung und, und und....Es ist spannend, aber auch aufwändig. Organisiert wird der Anlass vom Bauernverband beider Basel. Infos gibt es auch unter abufsland.ch Damit möglichst wenig Land in Anspruch genommen werden muss, werden unsere Hofgebäude in die Tierausstellung mit einbezogen. In der Scheune gibt es eine grosse Festwirtschaft und unsere Kühe, Kälbchen und Hühner werden innerhalb ihrer Ställe Teil der Ausstellung. Daneben werden auch andere Tiergattungen aus der Landwirtschaft zu sehen sein, wie Pferde, Schweine, Ziegen, Schafe, Bienen...Diese Tiere werden von den jeweiligen Verbänden in separaten Gehen, bzw. Zelten auf der grossen Wiese hinter unserer Scheune zu sehen sein. Natürlich gibt es da auch jede Menge Infos und Spezialangebote durch die Zuchtverbände.

 

Das Wetter ist unangenehm und nass und wir schauen, dass wir möglichst im Trockenen arbeiten können. Folgende Arbeiten sind diese Woche neben den normalen Routinearbeiten zu erledigen:

 

  • Kälber ausmisten
  • Hühnerstall reinigen
  • Eine Abtrennung bauen, damit wir die Hühnerweide halbieren können
  • Den Raum hinter dem Holder-Rümli reinigen und herrichten für die Tierschau

 

 

15. - 21. Januar 2018

In Aesch haben die Bauarbeiten für den Durchstich unter dem Tram hindurch und für die neue Strasse entlang der Gehörlosenschule und der Landi begonnen. Durch den Bau dieser Strasse verliert der Neuhof ziemlich viel Land. Vorübergehend wird zusätzlich noch mehr unseres Landes beansprucht, um darauf Erde und Baumaterialien zu deponieren. Die ganze Bauzeit hat sich nun wegen Einsprachen um 1 Jahr verlängert und wird voraussichtlich bis Ende 2021 dauern. Irgendwie haben wir Mühe mit dieser doppelten Moral: Einerseits gibt es in der Landwirtschaft berechtigterweise grosse Auflagen bezüglich Naturschutz, Biodiversität etc. Andererseits geht das alles vergessen, sobald auf ehemaligem Landwirtschaftsland Häuser und Strassen gebaut werden. Hier gäbe es unserer Meinung nach durch den Gesetzgeber Lücken zu schliessen (Beispielsweise begrünte Dächer und Fassaden auf Häusern die auf ehemaligem Agrarland neu errichtet werden etc.).

 

 

 

Auf dem Hof ersetzen wir diese Woche den älteren Teil des Ziegengeheges. Der alte Zaun wird herausgerissen und ausgegraben. Für die neuen Pfosten müssen Löcher gegraben werden. Dann werden die Pfosten einbetoniert und das Drahtgeflecht daran befestigt. Der Boden beim Eingang wird angeglichen und wir werden noch eine neue Tür machen müssen. Das sollte dann wieder für eine Weile genügen.

8. - 14. Januar 2018

Willkommen im neuen Jahr! Es hat uns alle mit Sturm und Überschwemmungen begrüsst. Auf dem Neuhof waren glücklicherweise die paar Ziegel, die der Sturm vom alten Maschinenschopf herunterreissen konnte, schnell ersetzt. Anders ist es auf Sonnenhof: Bei der grossen Scheune waren einige Ziegel am Dachrand eingemauert. Diese sind jetzt abgebrochen und schwer zugänglich. Es braucht allenfalls einen Skylift um die Ziegel wieder neu einmauern zu können. Das ist wohl ein Fall für die Gebäudeversicherung.

 

 

Der Neuhof verfügt zum Glück über arrondiertes Land, d.h. alles Land ist zusammenhängend und liegt in der Nähe des Neuhofs. Es gibt aber eine Ausnahme: Das ist das "Paradiesli" an der Strasse nach Therwil. Das ist eine Weide inmitten von Bäumen und Sträuchern. Dort hat der Sturm die alten Birken zerzaust und teilweise enthauptet.

 

Immer wieder haben wir erlebt, dass dort die Bäume nach starken Niederschlägen im Wasser stehen. Das ist auch dieses Mal der Fall.

 

Trotz der vielen Niederschläge in letzter Zeit führt unsere Quelle immer noch sehr wenig Wasser. Glücklicherweise reicht es aber noch, um unsere Ponys und Esel mit genügend Trinkwasser zu versorgen.

 

Am 24. Dezember und am 5. und 6. Januar wurden Kälbchen geboren.

 

Trotz der Nässe hielten sich die Hühner gerne draussen auf. Das Gras im Hühnerhof wird bald weggefressen sein und vor allem im Bereich des Stalleinganges ist ein richtiger Morast entstanden. So haben die Hühner mit ihren Füssen viel Schmutz in den Hühnerstall getragen. Deshalb musste das Stroh ersetzt werden. Jetzt haben es die Hühner wieder trocken und sauber in ihrem Stall.

25. Dezember 17 - 7. Januar 2018

Ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende und wir sind froh über die Festtage etwas zur Ruhe zu kommen. Wir wünschen somit auch allen Lesern eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit, und dass es im neuen Jahr für uns alle immer mehr Gelegenheiten gibt, einen Gang herunterzuschalten und sich auf die wirklich wichtigen Werte im Leben zu besinnen. In diesem Sinne: Frohe Festtage und ein glückliches und erfülltes neues Jahr - Ihre Familie Schürch

11. - 24. Dezember 2017

In der Woche vom 11. Dezember holten wir in Rheinfelden 30 t Malz. Und es wurden 75 Tonnen Zuckerrübenschnitzel geliefert. Alles wurde in die Scheune gekippt und dort mit dem Kran in die Silos geschaufelt, wo es vergärt und so konserviert wird.

 

Malz enthält viel Protein und wenig Energie, bei den Zuckerrübenschnitzeln ist es umgekehrt. Beides sind Abfallprodukte aus der Nahrungsmittelproduktion. Beide sind für unsere Kühe ein hochwertiges Zusatzfutter. In den kommenden 360 Tagen benötigen wir aus der Mischung dieser beiden Produkte 270 kg pro Tag, d.h. 7kg Malz / Schnitzel pro Kuh und Tag. Das sind 10 - 15 % vom Futter, das unsere Kühe fressen, der Rest besteht aus Grassilage, Maissilage und etwas Stroh. Alles von unserem Betrieb. Für Kühe mit hohen Milchleistungen gibt es dann noch 3 - 4 kg Kraftfutter pro Tier und Tag. Dieses besteht vorwiegend aus Getreide. All unsere Kühe fressen also ca. 800 - 900 Tonnen Futter pro Jahr.

In der Woche vom 11. Dezember nahm Christian noch an der Vorstandssitzung der IP-Suisse teil. Es wurde beschlossen, darauf hin zu arbeiten, dass IPSuisse bis 2020 das nachhaltigste Label der Schweiz ist (im Lebensmittelbereich).

 

Dann war Christian noch an einer Tagung mit Denner, der den IPSuisse - Käfer sehr stark bewirbt. Bei Migros, die selber viele IPSuisse - Produkte verkauft, haben diese leider einen anderen Namen: Terrasuisse.

 

In der Woche vom 18 Dezember steht eine Besprechung mit dem Organisationskomitee der kantonalen Tierschau an (Sie findet vom 12. - 15. April auf dem Neuhof statt). Es gibt noch eine weitere Besprechung mit MIBA und Landi zum gleichen Anlass. Dann findet noch ein Jassturnier von Christians Sportclub bei uns statt und am 24. wollen wir dann mit unseren Neuhoffreunden Heiligabend feiern.

 

Seit dem 11. Dezember haben 2 Kühe gekalbt, bei den Hühnern wurde wie immer allwöchentlich gemistet. Es wurde Holz für die Öfen gescheitet, täglich 800 - 900 Eier geputzt, verpackt und verteilt......und so geht es "ruhig und gemütlich"  wie immer dem Ende des Jahres entgegen.

4. - 10 Dezember 2017

In den letzten 20 Jahren wurden auf unseren Feldern keine Wildschweine geschossen. Letzte Woche fand dann erstmals eine Sau ihren Tod bei uns. Diese Woche erwischte der Jäger nochmals 3 Stück, zwar nicht gerade auf unserem Land, aber doch immerhin auf Reinacher Gebiet. Wir fragen uns: Gibt es plötzlich mehr Wildschweine, nehmen sie eine andere Route oder sind sie einfach nicht mehr in den gleichen Gebieten aktiv? Oder wurden sie andernorts zu oft von den Jägern vertrieben?

 

Schnee, Regen, Frost, Wind, Nebel und Feuchtigkeit....das Wetter ist zurzeit unangenehm. Glücklicherweise können sich unsere Tiere in den Stall zurückziehen, wenn sie wollen. Sie können wählen, ob sie sich lieber drinnen oder draussen aufhalten möchten.  Das Wetter hat ihnen bis jetzt glücklicherweise nichts ausgemacht. Alle unsere Tiere sind dank Fell oder Federn und dem Körperfett gut gegen die Kälte geschützt. Vor allem Zugluft und feucht - kaltes Wetter können aber trotzdem zu Erkältungen, Grippe und Lungenentzündungen führen. Je nach Tierart gibt es aber auch Vorlieben: Unsere 5 Ziegen mögen es gar nicht, nass zu werden und bleiben lieber in ihrem Häuschen. Kühe können problemlos im Schneegestöber oder im Regen stehen. Sie fühlen sich wohler bei Temperaturen unter Minus 10° als bei Temperaturen über 20°. Die Hitze macht ihnen also viel mehr zu schaffen. Hühner hingegen mögen keinen Schnee, weil er ihnen zu hell ist. Sie halten sich ja auch gerne im Schatten auf. Die einzigen, die wirklich Probleme mit dem kalten Wetter haben, sind wir Menschen. Früher waren die Kuhställe viel wärmer. Heute, wo man den Tieren zu Liebe Freilaufställe baut, ist es in den Ställen viel kälter und es braucht warme Stiefel, damit man beim Melken keine eiskalten Füsse bekommt. Und es gilt aufzupassen, dass nirgends das Wasser in den Leitungen einfriert.

 

Diese Woche wird das Brennholz aufgearbeitet. Defekte Lampen im Verkaufsraum, im Kuh- und im Eselstall müssen ersetzt werden. Und wir beginnen mit den ersten Vorarbeiten für die kantonale Tierausstellung, die nächsten April bei uns stattfindet. Gespräche mit einer Lamabesitzerin und dem Ponyhof Reinach sind angesagt. Und: Das Holder-Rümli wird an der Tierausstellung als Kaffeestube dienen, ist aber natürlich für den Grossanlass zu klein. Deswegen müssen wir den ehemaligen Schweinestall, der an das Rümli grenzt, hinzu nehmen. Das bedeutet, dass wir die Decken und Wände von abblätterndem Verputz befreien müssen. Aber zuerst einmal räumen wir den Teil des ehemaligen Schweinestalles, der direkt ans Holderstübli grenzt. Es gibt also auch bei diesem Wetter genug für uns zu tun.

27. November - 3. Dezember

Du Fuchsräude hat den Fuchsbestand in den letzten Jahren dezimiert. Jetzt haben wir wieder mehr Füchse, aber die Räude ist immer noch vorhanden. So war am letzten Freitagabend ein kranker Fuchs auf dem Hof. Auch am Samstag wurde er gesichtet: Eine Clique, die bei uns ihren Fasnachtswagen baut, fand ihn im Stroh neben ihrem Wagen. Er verkroch sich sofort hinter Brettern, holte aber die Gipfeli, die mitleidige Cliquenmitglieder ihm hinlegten. Er war verletzt, vielleicht angefahren. Schnell war unser Jäger auf dem Hof, aber da war der Fuchs schon wieder verschwunden.

 

 

 

In der darauf folgenden Nacht, um 3 Uhr hat der gleiche Jäger aber 25 Wildschweine auf unserem Weizenfeld überrascht. Eines hat er geschossen, die restlichen haben das Weite gesucht.

 

 

 

 

Im Hühnerstall läuft es derweil gut - kein Fuchs! Die neuen Hühner legen schon sehr viele Eier. Leider ist der Aufwand fürs Sortieren der Eier noch gross, denn noch haben nicht alle Eier Normalgrösse. Immerhin geht es 3 - 4 Wochen, bis alle Junghennen Eier legen und danach dauert es noch 1 -2 Wochen, bis die Eier genug gross sind, damit wir sie zum Normalpreis verkaufen können. Wir sind aber guten Mutes, dass wir bis zur Guetzlibackzeit nur noch normal grosse Eier im Angebot haben werden.

20. - 26.11.2017

Noch herrscht auf unseren Feldern nicht überall Winterruhe. Die Wildschweine sorgen wieder für Ärger.

Letzte Woche haben sie das ehemalige Maisfeld unter dem Wald heimgesucht. Der Mais ist zwar längst weg. Wir hatten das Feld gepflügt und Weizen angesät. Und nun, nachdem der Weizen bereits einen schön grünen Teppich gebildet hat, sind die Säue eingefallen und haben die Weizensaat zerstört. Weshalb? Nun, wie wir berichteten, haben die Wildscheine im August in unserem Maisfeld grosse Verwüstungen angerichtet. Hunderte von Stängeln, die von den Wildschweinen umgedrückt wurden, konnten vom Maishäcksler nicht aufgenommen werden und blieben liegen. Wir haben das Feld dann extra lange offen liegen lassen, damit Dachse, Krähen und auch Wildschweine die Reste abräumen konnten. Vor dem Pflügen haben wir zusätzlich alles kurz geschreddert. Leider hat das nicht gereicht. Die Wildschweine sind trotzdem eingefallen, haben die nahrhaften Maisreste ausgegraben und dabei die Weizensaat zerstört. Der Weizen ist kaputt und die Löcher überall im Feld machen das Befahren schwierig. Machen lässt sich nichts dagegen.

 

Wir vermuten, dass letzten Montag in Reinach die Jäger unterwegs waren. Da die Wildschweine aber nicht stationär sind, hat wohl höchstens ein Reh dran glauben müssen.

 

Was in dieser Woche sonst noch aktuell ist:

 

Die Delegiertenversammlung der Swissgranum (darin sind Landwirte, Müller, Bäcker, Handel und Tierfutterhersteller vertreten) tagt am Dienstag. Das zentrale Thema sind die sinkenden Preise (Zollabbau etc.). Dieses Thema wird auch an der Delegiertenversammlung des schweizerischen Bauernverbandes vom Donnerstag bestimmend sein. Als Vertreter der IPSuisse wird Christian an beiden Versammlungen dabei sein.

 

Auf dem Hof wird die Silofräse gereinigt, kontrolliert, eingestellt, geschmiert und dann in einer tiefen Ecke der Scheune verstaut, wo sie niemand stört, bis sie dann im Mai wieder zum Einsatz kommt. Ebenso Kreiselheuer und Kreiselschwader. Nachdem diesen Herbst der grosse Traktor, das Mähwerk und ein Kipper einen Plattfuss hatten, war gestern auch noch der Deutz - Traktor betroffen (Er ist sehr alt und seine einzige Aufgabe ist es, den Futtermischwagen zu ziehen.) Das alles bedeutet Kosten und Arbeitsaufwand.

 

Anfang der Woche war da noch ein junger, kranker Fuchs, der sich auf dem Hof unter einem Bretterstapel versteckte. Die hochansteckende, tödliche Fuchsräude, die schon mehrere Jahre in der Gegend grassiert (auch unsere verstorbene Hofhündin musste mehrmals dagegen behandelt werden), hatte auch dieses Tier nicht verschont. Der Jagdaufseher war schnell da und erlöste das arme Tier.

13. - 19. November

Politik und insbesondere Landwirtschaftspolitik ist für uns ein Thema, das unseren Alltag immer begleitet, denn oft geht es um Entscheide, die uns direkt betreffen. Das sind beispielsweise AP 17 - 21, Zollanpassungen, Freihandelsabkommen etc. Natürlich müssen wir uns bereits im Vorfeld Gedanken machen, wenn sich Richtungsänderungen abzeichnen, Initiativen ergriffen werden und Abstimmungen anstehen. Es gilt also einerseits politisch, andererseits speziell landwirtschaftspolitisch am Ball zu bleiben. Wir müssen uns informieren und uns eine persönliche Meinung bilden. Es gilt sich frühzeitig Gedanken zu machen, welche Auswirkungen politische Entscheidungen für die Landwirtschaft im Allgemeinen und für uns persönlich haben. Und das lässt sich natürlich nicht isoliert von der Schweiz als Ganzes betrachten, denn alles ist miteinander vernetzt. Politik reicht tief in den Alltag einer Bauernfamilie hinein. Ein Thema möchten wir hier herausgreifen: Es ist die schwierige Frage, ob sich die Schweizer Landwirtschaft gegenüber dem Ausland abschotten oder sich öffnen soll. Ein Beispiel dazu: Überlegen wir uns, was geschieht, wenn der Importzoll von Weizen gesenkt wird. Momentan wird auf importierten Weizen ein Zoll von Fr. 23.- erhoben pro 100 kg. Etwa um diesen Betrag ist der Schweizer Weizen teurer als Importweizen. Wird nun bei einer schrittweisen Öffnung der Zoll um "nur" Fr. 5.- gesenkt, sinkt auch der Inlandpreis um Fr. 5.-. Unser Verdienst auf dem Neuhof, den wir aus unseren 20 ha Weizen erwirtschaften, wird dann um Fr. 5000.- kleiner. Wie sollen wir diesen Verdienstausfall ersetzen? Die Löhne in der Schweizer Landwirtschaft sind bereits niedrig und die Produktionskosten hoch. Hart betroffen sind dann auch ganze Organisationen, wie beispielsweise die IPSuisse, in der 38 % aller Schweizer Landwirte organisiert sind. IPSuisse hatte letztes Jahr einen Engpass beim Weizen, weil sie nicht genug dieses Labelweizens an Lager hatte. Also beabsichtigt sie, dieses Jahr 20`000 Tonnen Weizen einzulagern. Sinkt nun der Importzoll um Fr. 5.-, verliert die Organisation auf einen Schlag 1 Mio Franken! Anhand dieser 2 Beispiele sehen wir, wie schwierig es ist, eine Öffnung zu befürworten, wenn die Ausfälle, die dadurch für die Bauern entstehen, nicht aufgefangen werden können. Die letzte Konsequenz wäre dann, dass in der Schweiz keine Nahrungsmittel mehr produziert werden. Werden aber alle Nahrungsmittel importiert, hat der Schweizer Konsument kaum mehr Möglichkeiten Einfluss darauf zu nehmen, wie Nahrungsmittel produziert werden. Und wünscht der Bürger zudem noch eine ökologische Landschaftspflege wie bis anhin, so muss der Staat trotzdem weiterhin Ausgaben in diesem Bereich tätigen. Andererseits: Möchte man die Schweizer Landwirtschaft erhalten und gleichzeitig die Importzölle senken und die billigeren Nahrungsmittelpreise an die Konsumenten weitergeben (wahrscheinlich mit der Konsequenz, dass noch mehr Nahrungsmittel weggeworfen werden), so bleibt nur die Lösung, den Bauern noch mehr Auflagen zu machen bezüglich dem Einsatz von Pestiziden oder der Landschaftspflege etc. und sie dafür zu entschädigen, denn je weniger der Konsument für Schweizer Lebensmittel im Laden bezahlen will, desto höher müssten die Direktzahlungen ("Subventionen") sein, die an die Bauern ausbezahlt werden.

 

Übrigens sprechen wir von Direktzahlungen, weil mit diesem Geld Leistungen abgegolten werden, die von den Bauern verlangt werden (Schaffung ökologischer Ausgleichsflächen, Massnahmen im Tierschutz etc.). Es ist also nicht so, dass der Bauer nur die hohle Hand machen muss, um vom Staat Subventionen zu kassieren!

 

 

 

6.11. - 12.11.2017

Die Feldarbeiten sind definitiv abgeschlossen. die Kulturen gehen in die Winterruhe und brauchen keine Betreuung mehr bis es im Februar oder März wieder wärmer wird. Leider ist das für uns, die wir in der Landwirtschaft arbeiten, nicht so. Immerhin sind wir in dieser Zeit nur wenig vom Wetter abhängig. Gepflügt, geeggt, gesät, gespritzt, gedüngt und geerntet werden muss eben dann, wenn der richtige Zeitpunkt ist und wenn es vom Wetter her geht und nicht dann, wenn wir gerade Lust hätten. Wir können Pläne machen, wie wir wollen, während der Vegetationszeit bestimmt das Wetter unsere Agenda und alles muss sich danach richten. Das braucht Flexibilität, Schlagkraft, gute Organisation und Nerven. Das haben wir jetzt einmal mehr hinter uns und für 3 - 4 Monate etwas Ruhe. Es bleiben die Tiere, die uns neben den täglich 6 - 8 Stunden Fütterung, Pflege und Produktgewinnung (Milch und Eier) aus dem Trott bringen können mit Geburt, Krankheit, Unfall, Ausfall der Technik und dies zu jeder Tages - und Nachtstunde. Aber grundsätzlich können wir jetzt viel besser planen. Jetzt ist die Zeit für den Unterhalt an Maschinen und Geräten und für Reparaturen an Gebäuden und Einrichtungen. Es ist die Zeit der Jahresabschlüsse in den Vereinen und Organisationen der Landwirtschaft. Wir haben Zeit für ein paar Tage Ferien, für Weiterbildung oder auch Zeit, um uns vertieft damit auseinanderzusetzen, wie es mit der Landwirtschaft allgemein weitergeht oder wie es speziell mit unserem Betrieb weitergehen soll. Es bleibt etwas mehr Musse, um nicht nur der Steuerbehörde gegenüber, sondern auch uns gegenüber Rechenschaft abzulegen über das, was wir das ganze über Jahr tun.

30.10. - 5.11.2017

Der Weizen ist nicht nur gekeimt, er ist sogar schon sichtbar! 3 Tage lang haben wir Weizen gesät. Es lässt sich nicht alles an einem Tag säen. Der Weizen vom ersten Tag ist schon ca. 8 cm hoch. Der Weizen des 2. Tages ist halb so hoch. Noch einen Tag später haben wir das letzte Stück gesät. Da sind erst die Keimblätter teilweise sichtbar.

 

Jetzt besteht noch die Möglichkeit, Herbizide einzusetzen. Ab dem 1. November sind keine Behandlungen mehr erlaubt. Am Donnerstag werden wir deshalb noch etwas gegen den stark vorkommenden Ackerfuchsschwanz unternehmen. Dann ist das Wetter warm und trocken und im Herbst wirkt das Herbizid gegen dieses Unkraut einfach besser.

 

Am Mittwoch haben wir die Scheune geräumt für die Metzgete. die uns am Freitag und am Samstag wieder ein volles Haus, bzw. eine volle Scheune beschert hat. Am Sonntag Mittag war alles wieder aufgeräumt.

 

Vielleicht gibt es nächste Woche noch ein paar freundliche Tage, damit wir die Kühe auf die Weide lassen können. Ansonsten sind die Aktivitäten draussen ziemlich beendet und wir beginnen mit dem Reinigen und Einwintern der Maschinen.

23. - 29. Oktober

Die letzten beiden Wochen waren sehr arbeitsintensiv, weil unsere Mitarbeiterfamilie (Ion und Aliona mit ihren Kindern) in ihrer Heimat Moldawien in den Ferien war. Während sie ihren wohlverdienten Urlaub genossen, gab es auf dem Neuhof viel zu tun:

  • Weizen säen
  • Gras silieren
  • 25 Tonnen Zuckerrübenschnitzel und 10 Tonnen Malz einsilieren
  • Nachdem die braunen Hühner eingefangen und abgeholt waren, wurde der Stall ausgemistet, mit dem Hochdruckreiniger gereinigt, desinfiziert, wieder eingerichtet und frisch eingestreut. Am Freitag trafen dann die neuen Hühner ein.

Verständlicherweise war Christian mehr als nur erschöpft als Maidans am Freitagabend um 9 Uhr gottseidank wohlbehalten wieder auf dem Neuhof eintrafen. Zum Glück hatte er in der ersten Woche Hilfe von unserem Sohne Lorenz und in der zweiten von unserem "Ziegenhirten" Roland. Am Wochenende hatte er unseren Teilzeitmitarbeiter Mischa zur Unterstützung. Es ist schön, dass man im Laufe der Jahre auf ein Netzwerk von Menschen zurückgreifen kann, die für einen da sind, wenn das momentane Arbeitspensum einfach zu gross zu werden droht.

 

550 Hühner sind letzten Freitag eingetroffen. Sie sind 19 Wochen alt.  Auf dem Bild sieht man, wie sie ihr neues Zuhause erkunden. Wir lassen ihnen nun 10 Tage Zeit, sich an den neuen Stall zu gewöhnen. Danach dürfen sie dann immer tagsüber auf die Weide.

 

Erstmals haben wir eine gemischte Gruppe mit weissen und braunen Hühnern. Wir sind gespannt, wie das funktioniert.

 

Im letzten Blog  haben wir uns¨über die mittlerweile dünnschaligen Eier ihrer Vorgänger beschwert. Aber wir möchten dem doch noch hinzufügen, dass wir diese Hühner während 14 Monaten behalten haben, üblich sind 12 Monate.

16. -22. Oktober

Nachdem der Weizen letzte Woche bei besten Bedingungen gesät werden konnte, steht am 16. Oktober noch der Rest von 1,5 ha zur Saat an. 20 ha sind gesät. Die Sorten Nara, Isuela und Simano wurden dazu verwendet. Bei den restlichen 1,5 ha macht Christian einen Versuch mit Bio Saatweizen. Er will sehen, ob dieser Weizen eine intensivere Düngung als beim Biolandbau üblich, erträgt. Wiwa heisst die Sorte und hat sehr gute Qualitätseigenschaften.

 

Hinter der Scheune ist schon wieder sehr viel Gras gewachsen, was bei den hohen Temperaturen nicht erstaunt. Zum Mähen ist es zu wenig, also wird nochmals eingezäunt und die Kühe können sich nochmals ein paar Tage auf der Weide tummeln. Allerdings: Das Gras ist sehr jung und hat deshalb einen hohen Proteingehalt und wenig Struktur. Das führt zu Durchfall. Deshalb wird im Stall entsprechend die Fütterung angepasst, mit mehr Energie (Mais, Zuckerrübenschnitzel) und Struktur (Stroh).

 

Die unselige Geschichte mit den braunen Hühnern hat am Dienstag ein Ende. Wegen der Vogelgrippe mussten wir sie einsperren, was gar nicht ihrem Naturell entsprach. Seit dieser Zeit hacken sie einander blutig, obwohl sie schon lange wieder auf die Weide dürfen. Dadurch ist ihre Legeleistung stark eingebrochen und ihre Eier sind dünnschalig und brüchig. Da lässt sich nicht mehr viel verdienen. Am Dienstagmorgen, wenn es noch dunkel ist, werden sie von den Stangen geholt und in Kisten verbracht. Danach werden sie vom Camion abgeholt, am Bestimmungsort mit CO2 betäubt und geschlachtet oder verbrannt.

 

All die Hühner einzufangen ist schwierig. Deshalb machen wir das im Dunkeln, wenn sie auf den "Stängeli" sitzen und schlafen. Dann können sie relativ einfach ab der Stange gepflückt werden.

9. - 15. Oktober 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch das grosse Feld hinter dem Wäldchen wird gepflügt. Es war 3 Jahre lang eine Wiese.

Die gepflügten Felder werden zur Saat vorbereitet. Das heisst: Die Quer- und die Randfurchen werden mit der Kreiselegge vereggt. Danach kann mit der Weizensaat begonnen werden.

 

Das letzte Gras wird noch gemäht und zu Siloballen verarbeitet.

 

In der Schweiz hat bereits die Verarbeitung der Zuckerrüben zu Zucker begonnen und wir erhalten diese Woche die bestellten 25 Tonnen Zuckerrübenschnitzel (ein Abfallprodukt der Zuckergewinnung). Gleichzeitig holen wir in Rheinfelden bei der Brauerei Feldschlösschen10 Tonnen Malz (ein Abfallprodukt aus der Bierbrauerei). Beides vermischen wir und füllen es in Silos ein. Für die Kühe ist das ein hochwertiges Futter und somit eine sinnvolle Verwertung von Nebenprodukten der Industrie.

 

Es ist wieder einmal soweit: Wieder wird renoviert. Nachdem beim Haupthaus letztes Jahr die Fassade gestrichen wurde, kommt jetzt das Nebengebäude dran. Aufs Dach kommen eine neue Lattung und neue Ziegel und die Fassade wird renoviert. Das Holder-Rümli bleibt zum Glück zugänglich.

Und: Mit Herbstbeginn offerieren die Gillerugger wieder ihre beliebte Metzgete. Wie üblich findet sie im geheizten Zelt in unserer Scheune statt und das Rennen auf freie Plätze hat bereits begonnen. Wie wir aus gut unterrichten Kreisen wissen, sind am Samstag, 28. Oktober noch ein paar Plätze frei für Liebhaber von Schweinefleisch, Blut-und Leberwürsten, Rösti, gekochten Apfelschnitzchen etc. etc. Falls Sie also Interesse haben, reservieren Sie sich rasch noch einen der raren Plätze. Hier der Flyer:

2. - 8. Oktober

Jetzt beginnen die Herbstsaaten: Ab Mitte September würde Gerste angesät. Nur bauen wir dieses Jahr keine an. Roggen wird um den 1. Oktober herum angesät. Da jetzt eine Regenfront im Anmarsch ist, wird es wahrscheinlich Donnerstag oder Freitag, bis wir unseren Roggen säen. Mitte Oktober ist dann der richtige Zeitpunkt für die Weizenaussaat.

 

Langsam aber sicher ist jetzt auch der letzte Zeitpunkt, um noch einmal Gras zu mähen, anzuwelken und dann in Siloballen zu pressen. Das Gras wächst jetzt nämlich kaum mehr und es macht keinen Sinn, mit dem Mähen noch länger zu warten. Es wird ja auch kälter und und die Tage kürzer und so kann das Gras kann kaum mehr antrocknen. Der Plan für diese Woche ist, vor allem dort das Gras zu mähen, wo anschliessend die Wiese umgepflügt werden soll, damit dort dann in der nächsten Woche der Weizen gesät werden kann.

 

18. - 24. September

 

 

Rekordernte bei unseren "Chatzeseicherli"! Wer hätte das gedacht, nach dem ungewöhnlich starken Frost am 19. April! Die Traubenschosse in unserem Garten waren alle erfroren und braun. Aber die Natur hat tatsächlich einen 2. Versuch gewagt und der extrem warme Sommer hat es möglich gemacht: Es hat mehr Trauben an unseren Reben als je zuvor und sie sind schon fast reif.

Aber jetzt ist es ganz schön kalt geworden. Nur noch wenige Schwalben sind hier. Wir wissen nicht, ob die angenehmeres Wetter brauchen, um nach Süden zu ziehen...

 

Diesen Montag wird die Güllegrube geleert und die Gülle auf den Wiesen verteilt. Jetzt ist die Vegetation noch aktiv, das Gras wächst noch und der Stickstoff in der Gülle kann noch gut als Dünger wirken.

 

Auf dem Hof sind wir mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

 

Ab Mitte Woche soll das Wetter wieder trockener werden. Dann wollen wir das Maisfeld pflügen und zur neuen Saat vorbereiten. Den Zaun gegen die Wildschweine, der zum Wald hin noch steht, wird entfernt.

 

Die Rotationsbrache ist sehr dicht gewachsen. Jetzt können wir den Zaun, den wir darum herum aufgestellt hatten, wieder entfernen. Er sollte die Hunde davon abhalten, die Tiere zu stören, die sich in diese Brache zurückziehen. Natürlich gilt das aber nicht als Einladung, die Hunde nun da spielen zu lassen! Es ist wie gesagt ein Rückzugsort für Wildtiere.

 

Für Christian stehen diese Woche noch Sitzungen an beim Getreideproduzentenverband und bei der Migros, im Auftrag der IPSuisse. Dann gibt es noch eine Führung anlässlich eines Kindergeburtstages und dann kommt schon das Wochenende mit dem Saat- und Erntefest. Wir hoffen auf gutes Wetter und viele Besucher!

11. - 17. September

Mit der Maisernte sind die Erntearbeiten für dieses Jahr beinahe abgeschlossen. Es bleibt noch das Gras vor dem Wintereinbruch ein letztes Mal zu mähen und in Siloballen zu konservieren, irgendwann im Oktober. Somit richtet sich unser Augenmerk immer mehr auf das nächste Jahr. Will heissen: Jetzt steht das Säen im Vordergrund. Die Rotationsbrache ist bereits angesät. Mit Brache ist eben nicht gemeint, dass nichts angesät wird, sondern eher, dass keine Ernte stattfindet. Angesät haben wir eine Mischung aus Blumen, Kräutern und Stauden. Diese bleiben wahlweise für 1, 2 oder 3 Jahre. Durch blühende Pflanzen, Strukturen und das Ruhen lassen entsteht ein ökologischer Mehrwert, den Insekten, Vögel etc. gerne nutzen und in dem sich auch langsam wachsende Pflanzen entwickeln können. Der Natur wollen wir zwischendurch Raum und Zeit lassen....

 

Als nächstes werden die abgeernteten Felder gepflügt. So können in 2 - 3 Wochen der Roggen und der Weizen angesät werden.

 

Von der kantonalen Abteilung für Jagd und Fischerei war ein Schadeninspektor da. Er schätzt den Schaden, den die Wildschweine und Dachse verursacht haben auf ca. 1500.- Franken. Vorausgesetzt, man hat Schutzmassnahmen ergriffen, wird das Geld auch ausbezahlt. In unserem Fall haben wir einen Elektrozaun mit 3-facher Drahtführung in einer Länge von 1,5 km um das Feld gezogen. Bekanntlich hat das aber weder Dachs noch Schwein aufgehalten. Allein für Zeit und Material ist die Entschädigung schon fast aufgebraucht. Somit bleibt der grösste Teil des Schadens, also der Ernteausfall, an uns hängen. Die Entschädigungen werden übrigens nicht vom Kanton finanziert, sondern von den Jagdgesellschaften.

 

Alle liegengebliebenen Maisstängel werden nun noch mit dem Mulgerät zerkleinert und die Maiskolben zerhackt. Mit dem Pflügen warten wir noch zu, in der Hoffnung, dass möglichst viele Körner und Kolben von Krähen und Dachsen geholt werden. Beim Pflügen würden die Körner und Kolben eingegraben.  Das hätte für uns den Nachteil, dass im Winter vorallem die Dachse diese Kolben als willkommene Nahrung wieder ausgraben und dabei den frisch angesäten Weizen kaputt machen würden.

4.9. - 11.9.2017

Montag: Morgens sind nach der Wochenbesprechung 2 Kühe an den Klauen zu behandeln, weil sie hinken. Bei der einen Kuh ist ein Klauengeschwür die Ursache. Es wird behandelt und die Kuh erhält einen Verband. Dazu braucht es keinen Tierarzt. Bei der zweiten Kuh muss nur eine Klaue des linken Hinterfusses gereinigt und desinfiziert werden.

 

Danach wird beim Sportplatz Gras gemäht und die Sämaschine wird vorbereitet, um eine Rotationsbrache zu säen. Am Nachmittag kommt der Lohnunternehmer und wir häckseln unseren Mais. Es braucht dazu eine Person, die mit dem Häcksler fährt, 3 Personen, die mit Traktor und Anhänger das Häckselgut zum Hof fahren und 1 Person, die bei der Abladestelle arbeitet. Einerseits wird der Mais mittels eines Gebläses in die grünen Silos hinter der Scheune hochgeblasen und so von oben eingefüllt, andererseits wird auch in der Scheune noch ein Betonsilo mit Hilfe unseres Krans mit Maishäcksel gefüllt. 5 ha Mais sind so bis 8 Uhr abends verräumt. In ca. 6 Wochen ist der Mais vergoren (wie Sauerkraut) und wird als Viehfutter verwendet.

 

Dienstag: Die Silos werden verschlossen und um die Silos herum aufgeräumt und geputzt. 10 ha Rotationsbrache werden gesät. Dazu wird das Feld geeggt. Die Sämaschine ist auf der Egge montiert und so kann gleichzeitig die Grasmischung für die Brache ausgebracht werden. Dabei kommen die feinen Sämchen nicht in den Boden, wie es beim Getreide der Fall wäre, sondern sie werden nur auf den Boden gestreut.

 

Das Gras, das am Montag gesät wurde, ist genügend angewelkt und wir in Plastikfolien gewickelt. Am Abend werden sie nach Hause geholt und aufeinander gestapelt.  In diesen Siloballen gärt das Gras jetzt noch ein paar Wochen - wie der Mais - und kann dann als Viehfutter verwendet werden.

 

Mittwoch: Die am Dienstag ausgebrachte Saat für die Rotationsbrache wird mit einer 9 Meter breiten Walze, die wir vom Schlatthof ausgeliehen haben, fest am Boden angedrückt. So haben die Sämchen Kontakt mit der Erde und können keimen. Diese Arbeit dauert ca. 3 Stunden.

 

Bei der Landi liegt ein Stück Land, das eigentlich dieses Jahr hätte überbaut werden sollen. Weil das nun doch nicht der Fall ist, nutzen wir es nochmals, d.h. des wird heute gepflügt.

 

Die Galtkühe, die einige Wochen vor dem Kalbern sind und nicht mehr gemolken werden, waren einige Tage auf der Ponyweide. Wir holen sie zurück in den Stall. Was sie auf der Weide nicht sauber abgefressen haben, wird jetzt noch mit dem Rasenmäher abgeschnitten. Um die Quittenbäume herum mäht Christian das hohe Gras mit der Sense

 

Donnerstag: Es sind noch 8,5 ha Gras zu mähen. Das wird heute mit Traktor und angehängtem Mähwerk erledigt. Weiter geht es noch mit dem Pflügen bei der Landi und nach längerem Unterbruch liegt ein halber Tag Werkstatt einrichten auch noch drin.

 

Freitag: Ein Besuch des Tierarztes steht auf dem Programm. Auf unserem Betrieb wird computergestützte Herdebetreuung gemacht, d.h. alle Kühe sind mit ihren Abkalbedaten und ihrer Krankengeschichte in einem speziellen PC-Programm registriert und 1 x im Monat kommt der Tierarzt vorbei. Er hat einen Ausdruck oder sein Laptop dabei und weiss so, welche Tiere kontrolliert oder behandelt werden müssen. Natürlich steht dabei die Fruchtbarkeit unserer Kühe im Vordergrund, sollen sie doch regelmässig Kälbchen bekommen. Nur so ist garantiert, dass es für uns Milch zu verkaufen gibt. Also macht der Tierarzt, der auf Milchvieh spezialisiert ist, Kontrollen nach der Geburt, ob das Tier gesund ist, er macht Trächtigkeitskontrollen, kontrolliert den Zyklus bei Tieren, die Probleme haben wieder brünstig zu werden und greift ein, wenn eine Kuh zu lange nicht tragend ist. Auch Stoffwechsel - oder Fütterungsproblem spielen in diesen Bereich hinein. Und der Tierarzt ist auch bei hartnäckigen Klauen- , Euter- oder Verdauungsproblemen Ansprechpartner.

 

Am Nachmittag wird das angewelkte Gras mit dem Kreiselschwader zu Schwaden gelegt und danach vom Lohnunternehmer zu Ballen gewickelt . Das gibt ca. 50 Siloballen.

 

Samstag / Sonntag: Christian hat Wochenenddienst, d.h. er ist alleine für alle Tiere verantwortlich. Er melkt die Kühe, füttert die Hühner, holt die Eier und putzt sie, füttert Pferde, Esel, Ziegen und die Minipigs. Eine Zusatzaufgabe ist dann noch das Heimholen der Siloballen vom Feld.

28.8.2017 - 3.9.2017

Schon wieder Wildschweine! Der Ärger ist gross! Nachdem wir in der ersten Augustwoche das Maisfeld eingezäunt und dabei eine Horde (das richtige Wort ist "Rotte) Wildschweine aufgescheucht hatten, sind wir beinahe täglich auf Kontrolle gewesen, haben geschaut, ob der Zaun noch intakt ist und ob neue Schäden am Maisfeld entstanden sind. Wir freuten uns sehr, denn wir konnten nichts entdecken - bis letzten Sonntag, als Christian sich nachmittags die Zeit nahm und bei einem Spaziergang das Maisfeld kontrollierte. Dabei lief er der Waldseite entlang, denn dort gibt es nasse Stellen, wo sich die Sauen gerne suhlen. Oh Schreck! Frisch aufgewühlte tiefe Löcher im Boden vor dem Maisfeld! Der Zaun war intakt, aber im Maisfeld gab es hunderte umgedrückte Stängel. Christian rief sofort den zuständigen Jäger an. Dieser versprach am nächsten Tag mit Hunden zu kommen und das Maisfeld zu durchsuchen. Christian besah sich den Schaden, lief weiter ins Maisfeld hinein und merkte plötzlich, dass es übel roch. Kurz darauf sah er in ca. 20 Metern Entfernung zwischen kreuz und quer herum liegenden Maisstängeln ein Mutterschwein mit 3 Halbwüchsigen, also ein Teil des Rudels, das die Verwüstungen angerichtet hatte. Christian schrie : " Haut ab ihr Sau - Schweine!", worauf sie grunzten und davon rannten. 10 Minuten später,Christian war schon auf dem Nachhauseweg, meldete sich der Jäger: Ein Mann habe angerufen. Es war der Besitzer des Bienenhauses, das auf dem Weg zum Schlatthof liegt. Er berichtete, eine Rotte von 12 Schweinen sei an ihm vorbei gerast, quer durch die Schafweide, die neben dem Bienenhaus liegt. Den Schafzaun hätten sie gleich mitgerissen. Das müssen wohl "unsere" Schweine gewesen sein, denn das Maisfeld liegt nicht weit entfernt.

 

Fazit: Noch mehr Mais kaputt, die Wildschweine ein weiteres Mal erfolgreich vertrieben und zusätzliche Sonntagsarbeit: Weil der Schafhalter nicht zu finden war, musste Christian den Zaun reparieren. Der Schaden am Mais wird von der kantonalen Jagdaufsicht abgeschätzt und teilweise vergütet, wenn man selbst alle möglichen Massnahmen ergriffen hat (sprich: Feld einzäunen und die Wildschweine gehörig anbrüllen :-) ). Das geschieht aber erst nach der Ernte, wenn man sieht, was alles liegen geblieben ist.

21.-27. August

Schon wieder über 30 Grad! So weit wir uns erinnern können, war es nur 2003 so lange so heiss., bzw. es war damals noch schlimmer. Tatsächlich haben wir schon wieder die Hälfte aller Grasflächen gemäht und 50 Siloballen daraus gemacht. Damit der Vorrat an Grassilage auch bis im April 2018 reicht, brauchen wir noch ca. 100 Siloballen. Eine Parzelle wurde nach der Weizenernte frisch angesät und nun haben wir dort das Gras zum ersten Mal geschnitten. Es war ein sogenannter "Säuberungsschnitt", d.h. das Gras wurde gemäht, weil darin viel Unkraut wuchs, das schon Samen bilden wollte. Durch das frühe Mähen wurde noch wenig Futter gewonnen, aber jetzt wächst das Gras schneller nach als das Unkraut und unterdrückt dadurch das Wachstum des Unkrautes. Auf dieser Parzelle, bzw. dieser Wiese wird vom 12. - 15. April 2018 die kantonale Tierausstellung stattfinden. Diese Ausstellung wird also um unseren Hof herum stattfinden. Dabei wird auch unsere grosse Scheune genutzt werden und der Innenhof.

 

Am nächsten Samstag, 25. August, veranstaltet die reformierte Kirche den Mischelibrunch mit Regiomarkt von 10 - 12 Uhr. Auch wir werden dort einen Stand haben, unseren Hof vorstellen und Eier verkaufen. Vielleicht sehen wir uns ja da!

14. - 20. August

Wir haben zurzeit sehr grosse Freude am Wetter. Es ist sehr warm und immer wieder fällt Regen. Das sind ideale Wachstumsbedingungen für das Gras und auch für den Mais, der noch etwas Feuchtigkeit braucht, damit die Maiskörner den Maiskolben noch ganz füllen und abreifen können. In 2 - 3 Wochen ist es dann soweit: Der Mais kann geerntet werden. Die Körner sind dann hart genug und haben genug Stärke gebildet, dass die Energiemenge und die Verdaulichkeit der Pflanze für unsere Kühe optimal ist. Auch ist der Stängel dann trocken genug,  so dass es beim Silieren kaum Saftverlust gibt. Bleibt zu hoffen, dass uns Sau und Dachs in Ruhe lassen.

 

Je nach Wetter können wir das Gras in einer Woche wieder schneiden und silieren. Das ist dann der 5. Schnitt dieses Jahr. Voraussichtlich werden wir Ende Oktober noch einen 6. Schnitt machen können. Zur Erinnerung: Letztes Jahr war es im Juni so trocken, dass gar nichts mehr gewachsen ist und wir 2016 nur 2 Schnitte hatten. Deswegen hatten wir zu wenig Futter und mussten für den Winter grosse Mengen zukaufen, obwohl wir wegen der Trockenheit auch einige Tiere früher als geplant schlachteten.

 

Unsere Galtkühe ( das sind die Kühe, die wir nicht mehr melken, weil sie in den nächsten 2 Monaten ein Kälbchen bekommen) bringen wir nun auf Weiden, die weiter weg sind vom Hof. Zuerst waren unsere Galtkühe auf der anderen Seite der Hauptstrasse beim Sonnenhof, danach auf einer Weide unterhalb des Schlatthofs und jetzt sind sie im "Paradiesli", einer kleinen idyllischen Waldweide an der Therwilerstrasse. Das sind alles hofferne Weiden, wo die Tiere ein paar Tage lang bleiben können, weil sie ja nicht am Morgen und am Abend fürs Melken zurück in den Stall kommen müssen. Wir transportieren sie im Viehanhänger zu den Weiden. Das Aufladen Der Tiere braucht viel Erfahrung, Ruhe und Geduld, aber auch entschlossenes Handeln im richtigen Moment. Das ist keine Arbeit für Anfänger.

 

 

 

Unsere Kühe auf der Weide unterhalb des Schlatthofs. Es ist das einzige Stück Land auf unserem Flachlandbetrieb, das nicht eben ist.

7. - 13. August

Dachse und Wildschweine wüten in unserem Mais
Dachse und Wildschweine wüten in unserem Mais

Diese Woche kommt  Ausserplanmässiges dazu: Mit Schrecken mussten wir feststellen, dass nicht nur Dachse im Mais wüten, sondern seit letzter Woche auch Wildschweine! Der Mais hat jetzt grosse Kolben. Die Dachse kommen in der Abenddämmerung oder in der Nacht, drücken einzelne Stängel in der Reihe um und fressen die Maiskolben. Nach ein paar Nächten und dem Besuch von ein paar Dachsen sind schnell hunderte Maiskolben weg. Und nun auch noch die Wildschweine: Die kommen im Familienverbund. So wie es aussieht, besteht die Rotte aus ca. 10 Wildschweinen. Sie drücken nicht einfach einzelne Stängel um, sondern machen gleich ganze Flächen platt. Alles liegt kreuz und quer. Es hat sich bewährt, um betroffene Maisfelder niedrige Elektrozäune anzulegen. Das hält die Wildschweine ab - die Dachse weniger. Aber Achtung: Zuvor müssen die Tiere aus dem Feld vertrieben werden! Denn es gibt nichts Dümmeres als die Wildscheine im Maisfeld einzusperren...

 

Letzte Woche konnten wir endliche einmal Ferien machen und ausspannen. Aber diese Woche stecken wir, wie man anhand des zerstörten Maisfeldes sieht, wieder mitten drin in der Arbeit. Der Plan war eigentlich, unsere Werkstatt aufzuräumen. Wir haben einen Sponsor gefunden für unsere Werkstatt und können diese nun neu einrichten. Dazu muss zuerst alles geräumt werden. Damit wurde letzte Woche begonnen und es wird uns auch diese Woche noch beschäftigen....Was da alles zum Vorschein kommt! Was man doch alles zur Seite legt, weil man denkt, man braucht es noch, aber weil man im Moment gerade nicht weiss, wohin damit, verschwindet es mit der Zeit einfach in den Untiefen der Werkstatt! Jetzt ist also die Gelegenheit, sich von Unnötigem zu trennen.

 

10 Jahre lang lief das Projekt "Hopp Hase" auf unserem Land. Dabei wurde geprüft, wie man die Feldhasenpopulation wieder erhöhen könnte. Es freut uns, dass die Studie brauchbare und umsetzbare Lösungen präsentieren kann und wir dazu beitragen konnten. Dazu finden Sie unten auf unserer Webseite zum Downloaden die letzte "Hasenpost" der Projektgruppe.

24. - 30. Juli

Die Ernte ist fertig und es ist schlechtes Wetter. Wir freuen uns aber über den Regen, weil wir im trockenen Reinach in der heissen Jahreszeit immer Wasser gebrauchen können. Vor allem das Gras und der Mais, unser zukünftiges Futter für die Kühe, sind jetzt sehr dankbar für das kühlere Wetter und die Niederschläge. Auch haben wir vor 10 Tagen auf dem abgeernteten Weizenfeld hinter der Scheune neues Gras angesät. Ohne Wasser könnte dieses nicht keimen oder die Keimlinge würden absterben. Das ist uns ja letzten Herbst passiert. Am schlimmsten war es im Jahr 2003, als wir alles Gras 3 x ansäen mussten. Aktuell wird das Angesäte aber bereits grün. Weizen, der beim Dreschen liegen geblieben ist, keimt nun wieder. Auf den Wiesen ist bereits Klee sichtbar und alles scheint gut zu verlaufen.

 

Jetzt ist auch Zeit für die Fruchtfolgeplanung. Christian muss sich Gedanken machen, was er im September und Oktober wo ansäen will. Es gibt dabei viele Vorgaben und Regeln, die beachtet werden wollen:

  • keine Monokulturen
  • die richtige Reihenfolge in der Fruchtfolge, damit die Bodenfruchtbarkeit erhalten bleibt und sich Schädlinge nicht zu stark vermehren können
  • trockenheitsresistente Kulturen
  • finanziell interessante Kulturen
  • Bei manchen Kulturen muss vorgängig geklärt werden, ob sich ein Abnehmer findet.
  • Welche Vorschriften macht uns der Staat? Beispielweise ist der prozentuale Anteil der Getreidefläche pro Betrieb begrenzt. Man muss auch mindestens 3 oder 4 verschiedene Kulturen pro Betrieb anbauen und es ist  vorgeschrieben wie gross der minimale Anteil an Ökofläche sein muss. Wenn man vor Ende September erntet, muss der Acker vor dem Winter wieder begrünt sein. etc. etc.
  • Gibt es neue interessante Kulturen? Ein Beispiel dazu ist die Mischung aus Gerste und Proteinerbsen für Viehfutter, die wir seit einigen Jahren anbauen.

Es kann aber die ganze Planung wieder über den Haufen geworfen werden, wenn wir z.B. Fläche verlieren. Das passiert beim Sportplatz Fiechten oder bei der Tramunterführung in Aesch dieses Jahr. Oder nächstes Jahr, wenn eine neue Stromleitung vom Froloo nach Aesch gezogen wird. Ebenfalls im nächsten Jahr findet die kantonale Tierausstellung auf unserem Land und bei unseren Hofgebäuden statt. Dazu müssen rund um unseren Hof 10 ha Gras angesät werden. So braucht es am Schluss dann doch auch noch etwas Flexibilität um einigermassen zufriedenstellend ans Ziel zu gelangen.

 

Ist einmal klar, was wo angesät wird, stellt sich als nächstes die Frage, welche Sorten man wählen soll. Die Sorten unterscheiden sich nach Ertragsmenge, Qualität, Widerstandsfähigkeit gegen unterschiedliche Schädlinge, Trockenheitsverträglichkeit, Reifezeitpunkt, Preis etc. Es gilt diejenigen Sorten zu finden, die am besten zu unserem Betrieb passen.

 

Zum Glück regnet es also und Christian kann sich in Ruhe mit diesen Fragen beschäftigen.

17.-23. Juli

Jetzt, wo die Felder abgeerntet sind, kann darauf der Mist ausgebracht werden. Der Mist stammt in der Hauptsache von unseren Kälbern, Hühnern, Ponys, Eseln und Ziegen. Er wird auf dem Mistplatz so lange gelagert, bis auf den Feldern Platz ist, um ihn auszubringen. Das geschieht im Herbst nach der Ernte, bevor wieder gepflügt wird oder im Frühjahr, bevor wir das Feld pflügen, wo wir anschliessend Mais ansäen. Um den Mist auszubringen reicht 1 Tag im Frühjahr und 1 Tag nach der Ernte. Das Entmistungssystem bei den Kühen ist so ausgerichtet, dass fast alles, was sie hinterlassen, nicht in Form von Mist anfällt, sondern in flüssiger Form, der Gülle. Da auch das Reinigungswasser vom Stall und das Oberflächenwasser in den Güllesilo geleitet werden, ist diese mit Wasser verdünnt. So fallen etwa 1500 - 2000 m3 Gülle pro Jahr an. Diese wird auf den Wiesen ausgebracht und zwar immer dann,  wenn wir die Wiesen gemäht und das Gras siliert haben. Das nimmt mehrere Tage im Jahr in Anspruch.

 

10. - 16. Juli 2017

Die Getreideernte ist unter Dach. Alle Felder sind abgeerntet, das Stroh in Ballen gepresst und in die Scheune gebracht oder verkauft. Noch stehen  zwei mit Getreide gefüllte Wagen in der Scheune, einer ist voll mit Roggenkörnern, der andere mit Weizenkörnern. Der Roggen wir noch nach Maisprach zur Mühle Graf geführt. Dort sind letzte Woche bereits 10 Tonnen Weizen von uns eingetroffen. Damit wird die Bäckerei Grellinger wieder neues Birseckbrot backen. Getreide ist mehrere Jahre haltbar, so dass bei genügend Vorrat eine schlechte Ernte überbrückt werden kann. Den restlichen Weizen - es sind etwa 7 Tonnen -  liefern wir nach Basel in die Landi im Dreispitz. Dort sind letzte Woche schon 60 Tonnen Weizen von uns eingetroffen. Bei der Abgabe des Weizens wird dieser gewogen  und die verschiedenen Qualitätsparameter festgestellt. Wir sind sehr froh, dass dieses Jahr unser Weizen wieder für Brotmehl geeignet ist,  und dass wir ihn ernten konnten, bevor er bei feuchtem Wetter auswachsen konnte. Wie üblich sind wir in der Ebene zwischen Reinach und Aesch früher dran als die meisten Schweizer Bauernbetriebe, wegen der Trockenheit in unserem Gebiet und weil unser Betrieb nur 300 Meter über Meer liegt.

 

Der uralte Mähdrescher ist erstaunlicherweise wieder fast ohne Probleme durch die ganze Ernte gekommen und Christian fragt sich unterdessen nicht mehr, wie lange der Mähdrescher noch durchhält. Die Frage, die sich ihm stellt ist eher: Wer hält es wohl länger aus, er oder der Mähdrescher? Christian ist noch etwas älter als der Drescher. Weil der Mähdrescher keine Kabine hat, ist man da oben der Hitze und dem Staub ausgesetzt - tagelang. Es ist vor allem der Staub, auf den Christian gerne verzichten würde.

 

Nach der Ernte ist vor der Ernte. Deshalb werden diese Woche die abgeernteten Felder bereits wieder angesät.

3. - 9. Juli

In dieser Woche ist Dreschen angesagt. Die Gerste, die wir gemischt mit Erbsen für Viehfutter angesät haben, ist schon weg.

 

Es ist dieses Jahr schwierig, den richtigen Zeitpunkt fürs Dreschen zu erwischen, weil das Getreide sehr ungleich ausreift. Ein Teil der Körner ist schon hart und erntereif und auf dem gleichen Feld gibt es aber auch noch weiche, grüne Körner. Wann sollen wir dreschen? Wenn es noch 2 - 3 Mal regnet, wird die Qualität der reifen Körner ganz schlecht. Andererseits: Wenn wir jetzt dreschen ist der Feuchtigkeitsgehalt des Getreides insgesamt zu hoch und es fallen Trocknungskosten an, was den eh schon kleinen Ertrag noch mehr schmälert. Es bleibt nichts anderes übrig, als die Felder ständig zu kontrollieren, immer wieder den Wetterbericht zu konsultieren und mit dem Mähdrescher probeweise in die Felder zu fahren und die Feuchtigkeit einer Getreideprobe mit einem speziellen Messgerät zu prüfen.

20. Juni - 1. Juli

Jetzt geht es plötzlich sehr schnell: Ein paar Hitzetage wie soeben erlebt (36° C) und das Getreide ist reif. Die Gerste wird im Herbst zuerst gesät und ist im Sommer auch zuerst reif. Wenn die Körner steinhart sind und man sie kaum mehr zerbeissen kann, ist es Zeit fürs Dreschen. Dann enthalten die Körner nur noch 14 - 16 % Feuchtigkeit  und können deshalb ohne künstliches Nachtrocknen problemlos gelagert werden.

 

In der Woche vom 20. Juni haben wir die Zeit genutzt, um uns für die Ernte vorzubereiten. Unser uralter Mähdrescher wurde geschmiert, getankt, eingestellt und ausprobiert. Es scheint alles zu funktionieren. Aber dann im Feld, weiss man nie, wann er plötzlich aussteigt. Es sind so viele mechanische Teile, Lager, Ketten, Riemen....Nicht alle Teile sind zugänglich, weswegen z.B. bei den Elevatoren Dauerschmierlager vorhanden sind, die nicht gewartet werden müssen. Aber beim hohen Alter (40 Jahre) unseres Mähdreschers weiss man eben nie.....Wir werden sehen.

 

Heute Sonntag, 25. Juni ist es jetzt so weit. Die Wetteraussichten für nächste Woche sind uns zu unsicher. Deshalb drischt Christian heute die reife Gerste

 

Wegen der Hitze und der Trockenheit haben wir in Der Woche vom 20. Juni alles noch vorhandene Gras gemäht. Der Ertrag war mässig (70 Siloballen).

12. - 19.Juni

In der Woche vom 5. Juni wurden 3 Kälber geboren. alles ist gut verlaufen. Gekalbt haben Oma (unsere 2. - älteste Kuh) und 2 Rinder. Rinder sind junge Kühe, die zum ersten Mal ein Kalb bekommen. Mit der Geburt werden sie zu Kühen. Sie sind dann ca. 2 Jahre alt.

 

Die 500 Junghennen legen bereits knapp 300 Eier pro Tag. Davon liegen ca. 10 Eier nicht wie es sich gehört im Nest, sondern irgendwo im Stall.

 

Immer Anfang Juni zeigt sich die Vegetation von ihrer schönsten Seite. Jetzt blühen die Ökoflächen in voller Pracht: Rotationsbrachen, Buntbrachen, extensive Wiesen und Weiden und Säume auf Ackerland. Das sind alles Ökomassnahmen, für die die Bauernfamilien von Bund, Kantonen und Gemeinden entschädigt werden. Sie dienen dazu, die Ökologie und Biodiversität in unserem Land aufzuwerten. Für die Landwirte bedeuten diese Flächen viel Aufwand, aber keinen direkten Ertrag. Darum werden sie dafür durch den Staat entschädigt und man spricht nicht mehr von Subventionen, sondern von Direktzahlungen an die Bauern.

 

Nicht nur die erwünschten Blumen und Kräuter wachsen auf den ungedüngten und ungespritzten Feldern. Leider gibt es in diesen Brachen auch unerwünschte Pflanzen, die sich sehr stark vermehren. Jetzt ist deshalb auch die Zeit, wo wir die Ökoflächen kontrollieren und vor allem Blacken und Disteln entfernen. Das ist diese Woche ein Hauptteil unserer Arbeit. Auch werden wir bei allen Kühen die Klauen kontrollieren und schneiden.

22. Mai - 4. Juni 2017

Die 500 neuen weissen Hühner beginnen Eier zu legen. Im neuen Stall fühlen sie sich wohl. Nachdem das Futterband über die Zeitschaltuhr angeschlossen worden ist, läuft beinahe alles so, wie es sollte. Leider lassen sich die Ventilatoren immer noch nicht regulieren und laufen auf voller Leistung. Der Elektriker sucht nach der Ursache des Problems. Und eine Nachtklappe funktioniert noch nicht per Strom. Die Hühner sind jetzt 20 Wochen alt und hatten 2 Wochen Zeit sich bei uns einzuleben. Seit einer Woche dürfen sie nach draussen, sind aber noch ziemlich nervös und ängstlich. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu den braunen Hühnern, die viel zutraulicher sind und sich gerne draussen aufhalten.

 

Am 27. Mai wurde das erste weisse Ei gelegt. Am 1. Juni waren es bereits 60 Stück. Bis Mitte Juni sollten bereits alle Hühner mit Legen begonnen haben und ab Anfang Juli dürften die Eier auch ihre normale Grösse erreicht  haben. Wir verkaufen die kleinen Eier unserer jungen Hühner zu einem reduzierten Preis für Fr. 0.40 / Ei und sind dabei auf den Goodwill unserer Laufkundschaft angewiesen, die die Eier direkt auf unserem Hof kauft. Wir haben sonst keinen Absatzkanal für Kleineier. Aufgrund eines Backrezeptes wissen wir, dass 4-5 normal grosse Eier ohne Schale 220 g wiegen. Wer mit dem Dreisatz zurechtkommt und das Rechnen nicht scheut, kann also auch mit kleinen Eiern backen, sofern er dazu ganze Eier braucht und nicht Eigelb und Eiklar trennen muss. Im übrigen gibt es ja auch noch Rühreier, Spiegeleier, harte Eier und verlorene Eier...

 

Nach den heissen Tagen hat der viele Regen den Kulturen geholfen, sich gut zu entwickeln, worüber wir natürlich sehr froh und dankbar sind.

 

 

8. - 21. Mai

Seit Donnerstag, 11. Mai ist Familie Maidan wieder da. Grosse Erleichterung für uns! Sie waren in den Ferien in Moldawien für 2 1/2 Wochen. Das ist für uns eine lange Zeit, um alle anstehenden Arbeiten alleine zu bewältigen. Ausserdem fielen viele Sitzungen genau in diese Zeit.

 

Beinahe 1 Monat ist es her, seit Knospen, Triebe, Blüten und Blätter der verschiedensten Pflanzen erfroren sind. Hier noch ein paar Bilder dazu:

Nun sind wieder neue Triebe und frische Blättchen zu sehen: Beispielsweise beim wilden Wein, bei der ebenfalls betroffenen Platane im Hühnerhof und auch beim Feigenbaum. Ob das mit einem Monat Verspätung noch Früchte geben kann? Die Nussbäume hat es am schlimmsten erwischt. Da sind noch gar keine neuen Triebe zu sehen. Nachdem wir im letzten Jahr als Milch - und Ackerbauern das schlechteste Jahr seit Jahrzehnten hatten, hat es dieses Jahr die Wein- und Obstbauern mit aller Härte getroffen, z.T. wurde die ganze zukünftige Ernte vernichtet, trotz dem Einsatz von Frostkerzen. Wie wir dem BiBo entnehmen, fehlt dem Obst- und Weinbaubetrieb von Christiane und Matthias Kleiber in Biel-Benken ein ganzes Jahreseinkommen. Zum Glück hat Matthias eine fixe Teilzeitstelle gefunden, damit er finanziell einigermassen über die Runden kommt.

 

Am Dienstag sind die neuen weissen Legehennen eingetroffen. Sie sind 18 Wochen alt. Somit geht es wohl noch 2 - 3 Wochen bis es mit dem Eierlegen losgeht.

 

Es waren noch einige Arbeiten zu erledigen, ehe die neuen Hühner einziehen konnten. Diesen Montag haben wir noch einen Zementüberzug eingebaut, da der Boden im Stall teilweise uneben und löcherig war. Auch jetzt ist natürlich noch nicht alles fertig. Weil es wärmer wird, muss die Aussentür durch ein Gitter ersetzt werden, damit genügend frische Luft in den Stall kommt. Die Ventilatoren können noch nicht richtig reguliert werden und laufen nur auf höchster Stufe. Das schätzen unsere Hühner natürlich nicht. deshalb muss der Elektriker nochmals kommen. Immerhin dürfen wir uns auf die zu erwartende Arbeitserleichterung freuen, wenn die neu eingebauten Eier- und Mistbänder laufen.

1. -7. Mai

Gestern Freitag, 6.Mai und auch heute Morgen hörte Christian den Kuckuck rufen. Wir konnten es kaum glauben, denn seit Jahren ist er in unserem Gebiet verstummt. Sofort kam Nostalgie auf, gehörte doch in unserer Kindheit der Kuckuck wie selbstverständlich zum Frühling. Hoffentlich bleibt er auch hier. Ebenso war vor 2 Tagen der Ruf einer Wachtel zu hören. Diese brüten schon lange nicht mehr hier, ab und zu sind sie aber im Frühjahr auf der Durchreise.

 

Es hat nun genug geregnet und die Kulturen dürfen wachsen. Bei uns ist ja die Vegetation trotz des frühen Frühlings eher weniger fortgeschritten als üblich, weil bei uns wegen der starken Trockenheit im März und April nichts mehr wachsen konnte. In dieser Woche sind anfangs bei der Gerste und am Ende auch beim Roggen die Ähren aus den Halmen gekommen. Der frisch gesäte Mais keimt und wird nächste Woche auflaufen, d.h. der Keimling wird die Erde durchbrechen.

24. - 30. April

Nicht nur Frost, sondern auch noch Schnee haben in dieser Woche der Natur zugesetzt. Es war nochmals alles weiss. Zwar sind die Eisheiligen erst im Mai, aber nach den warmen Temperaturen früher in diesem Monat, waren Frost und Schnee nun doch etwas zu viel des Guten. Aber auch hiervon sind unsere Kulturen verschont geblieben. Einzig die Eiweisserbsen, die wir als Viehfutter benötigen, könnten einen Schaden davon getragen haben. Es ist schwierig abzuschätzen. Im Garten sieht die Bilanz anders aus: Bei der grössten Weide hat es durch die Last des Schnees 2 grosse Äste abgerissen. Der wilde Wein und die Hausreben sind  teilweise erfroren. Auch die Glyzine und den Feigenbaum hat es getroffen. Und die Nussbäume auf unserem Hof und auf dem Land draussen lassen schwarze Blütenblätter hängen. Sie blühen bevor die Blätter kommen. Die Natur wird sich erholen, aber Früchte werden wir kaum ernten können.

 

Immerhin gab es endlich etwas Regen und für die ganze nächste Woche ist Regenwetter angesagt. Das passt uns ausgezeichnet, denn unsere Kulturen brauchen das Wasser und wir haben genügend Innenarbeiten zu erledigen:

 

Die Hühner sind weg, der Stall ausgemistet und mit dem Hochdruckreiniger gereinigt und jetzt wird neu eingerichtet: Die Voliere muss gebaut werden mit den Kotbändern, Futterbändern, Nippeltränken, Sitzstangen und Rosten. Ausserdem braucht es noch Legenester, die an die Wand montiert und mit Eierbändern ausgestattet werden, sowie eine nächtliche Legenestsperre. Bis am 16. Mai muss alles fertig sein. Dann kommen die neuen Hühner.

 

17. - 23. April

Am Gründonnerstag haben wir die weissen Hühner ausgestallt. Sie haben ca. 15 Monate lang brav ihr (fast) tägliches Ei gelegt und lassen nun in ihrer Legeleistung naturgemäss so stark nach, dass sie für uns leider nicht mehr rentabel sind. Wir haben die Hühner nachts, eins nach dem anderen, in die Hand genommen und in Transportkäfige gesperrt.  Wenn die Hühner nachts auf der Stange sitzen rennen sie nicht davon, wenn man sie in die Hand nehmen will, sondern lassen brav alles mit sich geschehen.  Wir haben die Hühner zur weiteren Verwertung dem Zolli gebracht.

 

Nach dem grossen Aufräumen der Kuhparade letzte Woche, kam diese Woche das grosse Ausmisten, Abbrechen und Reinigen der einen Hälfte unseres Hühnerstalles. In der anderen Hälfte wohnen die braunen Hühner bereits in einer moderneren Anlage. Nun wird also auch die 2. Hälfte des Hühnerstalles neu eingerichtet mit Legeband, Futterband, Mistband etc. So dass auch bei der doppelten Anzahl Hühner nicht mehr Arbeit anfallen sollte als vorher. Im Moment - während des Umbaus und dem neu Einrichten - stimmt das leider gar nicht.

 

Nach der grossen Trockenheit kamen Frost und Schnee. Zwar wurden unsere Kulturen dadurch weiter in ihrer Entwicklung gehemmt, aber zu konkreten Schäden ist es auf unserem Betrieb nicht gekommen. Fraglich ist für uns noch der Zustand der Erbsen (für Viehfutter), die teilweise bereits mit dem Blühen begonnen hatten. Besonders gefährdet durch Frost sind Kirschen, Reben, Mais und Zuckerrüben, was wir alles nicht haben. Die Trockenheit ist für uns aber noch nicht ganz vorbei und wir hoffen auf weitere Regenfälle, die ja zum Glück für nächste Woche angekündigt worden sind.

10. - 16. April

Bei schönstem Wetter ging am letzten Samstag die Kuhparade über die Bühne. Es waren reihum zufriedene Gesichter und ein grosser Besucheraufmarsch um die Mittagszeit zu sehen, wo vor allem das Rahmenprogramm interessierte. Hier ein paar Impressionen:

Danach kam das grosse Aufräumen, wo wir tatkräftig unterstützt wurden durch unsere Bauernkollegen. Unser grosser Dank gilt aber auch den zahlreichen freiwilligen Helfern aus unserem Umfeld, ohne die es nicht möglich wäre ein Fest dieser Grössenordnung auf unserem Hof durchzuführen.

 

Die Karwoche war dann geprägt durch unsere Sorge wegen des Wetters. Die seit Anfang März anhaltende Trockenheit setzt den Kulturen arg zu. Wir mussten in dieser Woche das Gras frühzeitig mähen, um zumindest noch einen Ertrag zu haben, bevor es ganz vertrocknet.  Es bleibt die Angst um das Getreide. Nachdem das Jahr 2016 das ertragsmässig schlechteste war, seit wir 1994 die Pacht übernommen haben, sieht es dieses Jahr fast so aus, als ob es im gleichen Stil weiter gehen würde.....Nun, wir wollen das Beste hoffen. Vorerst wünschen wir allen ein frohes Osterfest!

3. - 9. April

In dieser Woche sind wir mit dem Aufbau für die Viehschau / Kuhparade vom Samstag, 8. April beschäftigt.

So sieht es am Dienstag, 4. April aus: die Anbindevorrichtung für 90 Kühe auf dem Hofplatz ist erstellt.

Am Mittwoch bauen wir je ein Gehege für die die Minipigs und die Lamas und trennen ein Stück vom Ziegengehege ab für die Esel. Danach wird die Scheune geräumt für die Festwirtschaft und den Spielplatz mit Strohburg und Trampolin. Am Freitag kommt das Sägemehl für den Vorführring und das Stroh für die Kühe wird bereitet. Neben dem Tram gibt es Parkplätze. Dort wird das Gras noch geschnitten und Siloballen gemacht. Dann wird die Wiese in Parkfelder eingeteilt. Danach braucht es noch diverse Schilder für Parkplätze, Festwirtschaft, WC etc.

 

Der Wetterbericht ist sehr gut. Wir Samstag wird Sonnenschein bei 19° C vorausgesagt. Obwohl es unterdessen sehr trocken geworden ist und Regen für uns dringend nötig wäre, freuen wir uns natürlich auf einen sonnigen Anlass.

27. März - 2. April 2017

Wir reinigen und streichen gerade alle Stallwände im inneren des Stalles. Früher wurden die Wände jährlich mit Kalk "geweisselt". Nachdem wir aus Zeitmangel jahrelang nichts gemacht haben, konnten wir jetzt endlich die Wände mit Dispersion streichen.

Wir haben Gras ausgesät: Einerseits einen 10 Meter breiten Streifen unter dem Wald im Bereich des Scheibenstandes des ehemaligen Reinacher Schützenhauses, andererseits im Hühnerhof. Dort wurde eine Neuansaat nötig, weil die Hühner entweder alles Gras gefressen, verscharrt oder verkotet hatten. Leider ist es aber sehr trocken und es ist auch kein Regen in Sicht. Die Saat kann nicht keimen.

20. - 26. März

Es verirren sich nur selten Wildschweine in die Reinacher Ebene, obwohl es in unserer Gegend sehr viele davon gibt. Die Tramlinie und die überbauten Gebiete bilden da eine Barriere.

Diese Woche gibt es aber eine Ausnahme: Gleich hinter dem Hühnerhof sind 2 x diese Woche die Schwarzkittel aufmarschiert und haben das Weizenfeld umgepflügt. Als die Jäger schliesslich in der 3. Nach auf der Lauer lagen, hat sich aber kein Schwein blicken lassen.

 

Den Weizen hat Christian inzwischen neu angesät.

 

Die Vorbereitungen für die Kuhparade vom 8. April sind bereits intensiv am Laufen. Es geht um das Organisieren von Helfern, Sponsoren und Materialien und das Auflisten der angemeldeten Kühe in einem Katalog. Auch Bewilligungen müssen eingeholt werden. Alleine die Bewilligung der Gemeinde für so ein kleines Fest, das tagsüber stattfindet und öffentlich ist, kostet Fr. 200.-!

13. - 19. März

Die Vegetation erwacht nun vollends. Das Gras ist schon 5 cm gewachsen. Das Getreide tut sich noch etwas schwer. Es sieht sehr unterschiedlich aus. Dort wo im Herbst Stickstoffreserven vorhanden waren, z.B. nach Sojabohnen, ist jetzt der Weizen schon schön grün. Andernorts, z.B. nach Mais, ist er sehr hell und ausgedünnt. Deshalb wurden die mageren Parzellen bereits vor 1 1/2 Wochen angedüngt.

 

Ein Stück Weizen, das erst sehr spät gesät wurde, Anfang November, sieht sehr schlecht aus. Weil viele Pflanzen im Kleinblattstadium überwinterten, haben sie der Kälte im Januar nicht standgehalten. So muss nun noch einmal gesät werden. Am besten sofort. Bis aber nur schon Saatgut organisiert ist, ist schon wieder Mittwoch. Zum Glück bleibt das Wetter bis Ende Woche  gut.

 

Dann muss erstes Unkraut im Weizen mit einem Herbizid bekämpft werden. Die 2. Stickstoffdüngung ist Ende Woche fällig.

 

Es finden erste Arbeiten für die Viehschau vom 8. April statt (beachten Sie die grosse Plane bei der Tramstation) und Reinigungsarbeiten im Stall.

6. - 12. März

Nachdem man uns wiederholt klargemacht hat, dass ein eidgenössisches Schwingfest 2022 im Baselbiet einzig und allein in der Aescher Ebene stattfinden kann, geht es nun doch anders. Wie am 24. Februar bekanntgegeben wurde, wird das Schwingfest in Pratteln stattfinden können.  In der "Schweiz am Sonntag" vom letzten Wochenende findet sich im Landblog von Markus Ramseier unter dem Titel "Hoselupf bei der Hülftenschanze" ein Kommentar dazu. Hier ein Ausschnitt daraus:

Wir sind froh und erleichtert. Einerseits fühlen wir uns bestärkt in unserem Glauben an den Rechtsstaat, der sich weder der Macht des Geldes noch der Macht der Politik beugte, andererseits freut es uns für die Schwinger, dass sie im Baselbiet nun doch noch ein Plätzchen für ihren traditionsreichen Anlass gefunden haben. Die Erkenntnis, dass sich das Fest den örtlichen Gegebenheiten anpassen muss und nicht umgekehrt, scheint sich nun endlich durchgesetzt zu haben. Ebenso hat man bei den Vorabklärungen dazu gelernt: Bereits  als man das Joggeli ins Auge fasste, wurde als Erstes abgeklärt, ob dieses denn auch zur Verfügung stünde und diese Taktik hat nun in Pratteln zum Erfolg geführt.

 

Für uns war es eine erlebnisreiche Zeit und wir haben viel erfahren über das Funktionieren von Politik und insbesondere einzelner Politiker. Wir haben gelernt, dass es sich lohnt, die eigene Überzeugung standhaft zu vertreten. Das Land im Aeschfeld hat durch diese Angelegenheit in unseren Augen stark an Wert gewonnen. Damit meinen wir nicht den Preis in Franken (da ist uns ja einiges durch die Lappen gegangen), sondern es geht um die Anerkennung unserer Werte, die wir im Aeschfeld seit über 20 Jahren umzusetzen versuchen: Die Erhaltung von Natur und Landschaft in Kombination mit moderner ökologischer Landwirtschaft. Wir fühlen uns in unserer Meinung bestärkt, dass beim Aeschfeld an erster Stelle diese Werte im Vordergrund stehen sollen und nicht irgendwelcher "Gschäftlimacherei". Dass diese Wertedefinition bei uns Bauernfamilien liegt, ist eine grosse Verantwortung, die wir immer wieder nach bestem Wissen und Gewissen wahrnehmen wollen.

27. Februar - 5. März 2017

Am 26. Februar war Fasnacht in Aesch. Häufigstes Thema: Das Schwingfest. Seit letztem Freitag wissen wir ja jetzt, dass es in Pratteln stattfinden soll. Diese neueste Trendwende wurde an der Fasnacht bereits verewigt - in etwas so: "Während alli Journis über Aesch düen plappere, wo um Himmels Wille isch denn au das Prattele?"

 

Für einen Teil der Buntbrache stand die Vertragsverlängerung an. Damit die Buntbrachen am gleichen Standort bleiben können, wurde  vom Kanton (bzw. den Experten) zur Bedingung gemacht, dass die grösseren Büsche entfernt werden, damit wieder mehr Licht bis auf den Boden kommt. Das haben wir dann auch letzte Woche gemacht: Die grössten Büsche wurden abgesägt und auf Haufen geschichtet, damit sie in dieser Woche gehäckselt werden können.

 

Beim Bau der Unterführung unter dem Tram hindurch in Aesch gibt es eine Verzögerung. Wegen einer Einsprache durch eine unterlegene Firma bei der Baueingabe wird das Ganze um ein Jahr verzögert. Somit bleiben all die weit ins Land hinaus aufgehäuften Erdschichten voraussichtlich bis 2020 bestehen und das Land kann dort nicht bewirtschaftet werden.

 

Zum Schluss noch eine traurige Nachricht: Unsere liebe und sanfte Hofhündin Naana ist in der Nacht auf den 26. Februar gestorben. Sie ist 12 Jahre alt geworden.

13. - 26. Februar

Wie auf allen Bauernhöfen in der Agglomeration von Basel sind auch bei uns Wagencliquen einquartiert. Die Einstellplätze sind sehr gesucht und im Winter werden wir oft angefragt, ob noch ein Plätzchen frei ist. Ca. 1 - 2 Mal pro Woche müssen wir dann eine Absage erteilen. Vielleicht wäre das Einstellen von Fasnachtswagen ja rentabler als die Landwirtschaft zurzeit.

 

Letztes Jahr haben wir vom 20-jährigen Jubiläum der Bärefelswaggis berichtet. Heut geht es um die 2. Clique in unserer Scheune, die "Gillerugger": Dazu gehören viele erfahrene Handwerker aus der Umgebung, die die unglaublichsten Wagen bauen. Schon mehr als 1 x haben sie an der Basler Fasnacht den 1. Preis für den schönsten Wagen gewonnen. Dieses Jahr werden sie vom Schweizer Fernsehen SRF begleitet für eine Sendung - nicht nur während des Umzugs, sondern auch schon während der Bauzeit. So hängt in der Scheune über ihrem Bauplatz eine Kamera, die alle 30 Minuten ein Foto macht. Zusammengefügt ergibt das dann einen Zeitrafferfilm über den Wagenbau.

 

Dank des schönen, warmen und trockenen Wetters konnten wir den Mist aus den Kälberställen und vom Misthaufen auf die Felder bringen.

 

Der Vorrat an Holzscheiten ging zu Neige. Wir brauchten die Scheite für das Cheminée im Holder - Rümli, aber auch für die Holzherde in 2 Küchen (es sind kombinierte Elektro- / Holzherde). Ohne diese Kombiherde wäre es im Winter empfindlich kalt in unseren Küchen. Zudem wird noch ein grosser Raum alleine mit einem Schwedenofen geheizt. In den Schlafzimmern auf unserem Betrieb gibt es keine Heizung. In unserem Haus gibt es in Büro- und Stube je ein Ölofen, bei Maidans steht in der Stube ein Holzpelletofen. Um das Badezimmer zu heizen, lässt man einfach die Türe zur Stube offen.

 

Ion hat diese Woche Holzspalten gesägt und dann die Klötze mit der Spaltmaschine zu Scheiten gespalten und damit 120 Harassen gefüllt.

 

Für die Woche vom 20. Februar sind Anpassungen des Zauns beim neuen Hühnersilo vorgesehen. Es braucht da auch noch ein Tor oder eine Türe. Und Christian wird 2 Tage weg sein für eine Klausursitzung der IP-Suisse.

6. - 12. Februar

Montag bis Mittwoch muss Christian ohne Ion auskommen. Ion besucht einen Weiterbildungskurs. Es geht um Besamung beim Rind. Christian besamt schon seit vielen Jahren unsere Kühe selbst. Nun hofft er, dass Ion ihn dabei ab und zu ablösen kann. Hinzu kommt dann noch der Deutschkurs, den Ion wieder aufnehmen wird, sobald sich genug Leute dafür angemeldet haben. Diesen besucht er ausserhalb der Arbeitszeit. Bis jetzt hat er da grosse Fortschritte gemacht.

 

Christian brütet inzwischen über seiner Büroarbeit. Als Nicht - Büromensch ist es für ihn nicht immer einfach mit der Computerlogik zurecht zu kommen. Konkret arbeitet er momentan bereits den 2. Tag daran, die jährlich wiederkehrende Flächendeklaration des Kantons auszufüllen. Das geht nur noch im Internet. Jede Fläche und jede Grundbuchnummer kann in GeoView aufgerufen werden. Dort muss dann die entsprechende Nutzung eingetragen werden. Das tönt einfach, wäre es wohl auch, wenn nicht Flächenmutationen und Überschneidungen zwischen den Gemeinden und immer wieder neue Vorgaben das Ganze erschweren würden. Eine Grundbuchparzelle ist eben oft nicht nur ein Weizenfeld. Sondern sie ist unterteilt in verschiedene Felder. Und diese können auch über eine Grundbuchparzelle hinaus gehen. Dann gibt es auch noch Feldwege und quer hindurch noch Ökostreifen, die dann auch noch über die Gemeindegrenzen hinausgehen. Weil viele Flächen mit Beitragszahlungen des Bundes und des Kantons verbunden sind, müssen die Angaben genauestens stimmen und werden kontrolliert. Für unsere Buntbrachen haben wir z.B. jeweils 6-jährige Verträge mit dem Kanton, die genau umschreiben, was wir auf diesen Flächen tun dürfen und was nicht und was wir tun müssen, um die entsprechenden Beiträge zu erhalten. (Ausgenommen wäre natürlich eine Grossveranstaltung, wie das eidgenössische Schwingfest. Dort würden dann ganz andere Regeln gelten  ;-) ).

 

 

30. Januar - 5. Februar

Mehr als 2,5 Monate dauerte die Diskussion, jetzt haben wir uns geeinigt: Schnipp und Schnapp heissen unsere beiden Minipigs! Das Taufessen fand in kleinem Rahmen statt, Geschenke mit dem Vermerk "Schnipp - Schnapp" können bei uns im Stall während der Melkzeit abgegeben werden.

 

Folgende Namensvorschläge sind übrigens aus dem Rennen gefallen: Mips und Mops, Hilda und Berta, Borschti und Schnitzel.

 

Wesentlich ernsthafter ist es gestern zugegangen: Wir hatten eine sogenannte "blaue Kontrolle", die durch Kontrolleure im Auftrag des Kantons periodisch durchgeführt wird. Dabei meldet sich der Kontrolleur kurzfristig an. Überprüft wurden die Einhaltung der Tierschutzvorschriften (Platz, Futter, Licht etc.bei allen Tierarten), die Einhaltung der Vorschriften in der Produktion (Milchkühlung, Lagerung, Hygiene etc. und das Entsprechende auch bei den Hühnern). Der Einsatz von Antibiotika und die Pflege der Tiere wird kontrolliert, auch ob jede Kuh eine Ohrmarke trägt und ob jedes Medikament eine Etikette mit den Anweisungen des Tierarztes trägt etc. etc.. Nebst der Kontrolle der Tiere wurden auch die Unmengen an Aufzeichnungen überprüft, die wir machen müssen. Ein Teil der Checklisten, die der Kontrolleur abhaken musste, ist unten abgebildet.

23. - 29. Januar

Eva ist da! Sie ist gestern Abend zur Welt gekommen und über 4 kg schwer. Sie ist das 2. Kind unseres Mitarbeiterehepaars Ion und Aliona. Wir sind glücklich, dass das lange Warten ein Ende hat (der Termin war am 18. Januar), und dass alles gut und rasch über die Bühne gegangen ist. Mutter und Kind sind wohlauf und noch im Bethesdaspital.

 

Auf dem Bauernhof laufen die Arbeiten derweil weiter. In der Hauptsache sind es Routinearbeiten, die das Versorgen der Tiere betreffen und Kontrollgänge, weil es immer noch sehr kalt ist und auch bleibt. Beispielsweise kommt es immer wieder vor, dass Besucher die Türe zum Holder-Rümli oder zum WC offen lassen. Entdecken wir das nicht rechtzeitig, kann es zu unliebsamen Überraschungen kommen. Gefrorene Wasserleitungen sind kein Spass, weil sie beim Auftauen kaputt gehen können.

 

Bequemerweise finden diese Woche viele Sitzungen und Besprechungen statt, wo Christian dann als Vertreter der IP-Suisse in der Wärme sitzen darf. Beispielsweise trifft sich die IP-Suisse diese Woche mit der Vogelwarte in Sempach. Dort geht es um ein Kernthema der IP-Suisse, die Biodiversität (s. Interview darüber unten auf dieser Webseite), die von der Vogelwarte Sempach wissenschaftlich begleitet wird. Das erfolgt im Auftrag der Migros, die sicher sein will, dass die IP- Suisse im Bereich der Biodiversität auch hält, was sie verspricht. Die von der Migros verkauften Terra-Suisse Produkte, werden ja nach den Regeln der IP-Suisse produziert.

 

Im Weiteren findet am Ebenrain (landwirtschaftliches Zentrum BL) eine Sitzung des Lanwirtschaftsrates des Bauernverbandes BL statt. Im Landwirtschaftsrat sind die verschiedenen landwirtschaftlichen Organisationen des Kantons vertreten. Alles hat seine eigene Organisation: Viehzucht, Obst, Gemüse, Berglandwirtschaft, Ausbildung, Landfrauen, Biobauern, IP-Suisse, Landtechnik etc. Hinzu kommen noch Vertreter des Landrates. Im Landwirtschaftsrat werden Vorschläge des Vorstandes des Bauernverbandes besprochen. Das sind z.B. politische Stellungnahmen oder Parolen (Bsp. USR 3) oder Anlässe wie der Auftritt an der MUBA oder die Kantonale Tierausstellung. Oder es geht um die Ausbildung angehender Landwirte oder um Forderungen an den Kanton bezüglich der Wildscheinschäden etc. Auch das Budget wird besprochen und wenn möglich gut geheissen. Die grössten Finanzposten sind die landwirtschaftliche Versicherungen der Agrisano (Krankenkasse, Taggeldversicherung, Pensionskasse, Versicherungen für Mitarbeiter etc), die vom Bauernverband geführt wird. Es geht aber auch um Personalkosten, Kosten für Anlässe usw. Wer also meint, der Bauer sitze im Winter nur auf dem Ofenbänkli, irrt sich. Immer mehr Verwaltungsaufwand wird auf immer weniger Bauern verteilt und auch auf den Höfen ist der administrative Aufwand gross.

16. - 22. Januar 2017

Wie es sich gehört, ist es jetzt im Januar so richtig kalt. Die Kulturen werden dadurch im Normalfall nicht geschädigt, vor allem dann nicht, wenn der Boden mit Schnee bedeckt ist. Die Schneedecke isoliert und unter dem Schnee ist es nicht so kalt. Auch das bisschen Schnee, das jetzt liegt, nützt da bereits.

 

Nicht alle Kulturen sind gleich kälteverträglich. Der Weizen wird meist im Herbst gesät (Winterweizen) und übersteht im Jugendalter die Kälte recht gut. Es hängt aber von der Sorte ab. So gibt es weniger frostharte Sorten, die im Frühjahr ausgesät werden (Sommerweizen). Durch die milden Winter der letzten Jahre, wurde die Bereitschaft grösser, sich risikoreich zu verhalten und weniger auf die Frostverträglichkeit der Sorten zu achten. Dies betrifft den Weizen, aber auch die Proteinerbsen. Die anderen Winterkulturen ertragen - 15° C problemlos. Andere Kulturen wie Mais, Soja, Kartoffeln, Zuckerrüben, können nur im Frühjahr angesät werden.

 

Diese Woche verkriechen wir uns in Stall, Scheune, Werkstatt und Büro, wo es zumindest ein bisschen wärmer ist als draussen und erledigen dort diverse Arbeiten.