Aktuelle Arbeiten und Vorkommnisse auf dem Neuhof

20.01. - 26-01-2020

Das schöne und warme Wetter haben wir genutzt, um die vielen Dornen und Büsche in der Weide unter dem Schlatthof zurückzuschneiden. Es geht da zuerst um 2 Neophyten: Vor allem die armenische Brombeere wuchert enorm. Bei schonender Beweidung, wie sie bei extensiver Bewirtschaftung gefordert ist, kann sie von den Kühen nicht zurückgedrängt werden. Zudem macht sich das  Berufskraut breit. Wir müssen uns also überlegen, ob die Bewirtschaftungsform "extensive Weide" noch sinnvoll ist. Als estes werden wir im Sommer zusätzlich einen oder zwei Tage aufwenden, um unerwünschte Pflanzen bereits im jugendlichen Stadium zu bekämpfen oder zurückzudrängen. Danach werden wir im Winter nicht mal mehr die Hälfte der jetzigen Arbeit haben.

 

Die Bewilligung vom Amt für Umwelt und Energie (AUE) haben wir erhalten und konnten somit die Gülle ausbringen.

 

Letzte Woche brachte "20 Minuten" einen Beitrag über Hundekot in den Feldern der Reinacher Ebene, worin wir, das Pächterehepaar, zitiert werden. Der Text, wonach Hundekot unangenehm, sogar gefährlich sein kann und wir überhaupt keine Freude daran haben, ist korrekt. Ebenso Christians Feststellung, dass die Leute aber in den letzten 20 Jahren vernünftiger geworden sind. Was uns etwas gestört hat, ist dass jemand da Fotos verwendet hat, die von uns stammen. Aber letzten Endes ist das heutzutage wohl unvermeidbar, wenn man sich auf dem Internet präsentiert.

 

Diese Woche wird es wieder schön, aber weniger warm. Wir werden draussen entlang Hecken und Wegen noch etwas Ordnung machen.

13.1. - 19.1.2020

Unsere Güllegrube ist zu klein, um die Gülle eines ganzen Winters darin sammeln zu können. Aber im Winter sollte keine Gülle auf die Felder gebracht werden. Wenn der Boden gefroren ist, besteht die Gefahr, dass die Gülle abgeschwemmt wird, oder dass zu viel Ammoniak in die Luft steigt, wenn die Gülle nicht in den Boden versickern kann. Aber die Winter sind wärmer als früher und diese Woche soll es wieder über 10° warm werden. Hinzu kommt noch, dass unser Land topfeben ist und deshalb nichts oberflächlich abfliessen kann. Es beginnen sogar bereits Vegetationsaktivitäten und die Nährstoffe können von den Pflanzen aufgenommen werden. Somit sollte es diese Woche unserer Meinung nach möglich sein in unserer Güllegrube etwas Platz zu schaffen. Allerdings benötigen wir dazu die Bewilligung des Amtes für Umweltschutz und Energie und werden also als erstes diese einholen müssen. Bis dahin muss die Gülle mehrmals aufgerührt werden, weil sich viel Stroh darin befindet. Dieses bildet eine Schwimmschicht, welche wiederum verhindert, dass die Gülle - weil die Güllegrube schon bald voll ist - vom Stall her in die Grube abfliessen kann. Das Aufrühren ist aber nicht einfach, weil es im Betondeckel der Güllengrube zu wenig Rührlöcher hat. So bleibt das feste Material in den Ecken stecken und staut sich da.

 

Seit November hat sich wieder viel Abfall angehäuft, vor allem Folien der Siloballen, aber auch kaputte Spielsachen vom Spielplatz (diese müssen oft ersetzt werden) und noch viel mehr. Daher ist es für uns natürlich praktisch, dass in Aesch in der Nähe der Landi ein neues Entsorgungscenter entstanden ist. Das ist für uns sehr nah und einfach zu erreichen. Früher mussten wir mit dem Traktor nach Laufen fahren.

 

Bei schönem Wetter wollen wir die Weide unter dem Schlatthof entbuschen. Es ist eine extensive Weide, d.h., um die Artenvielfalt zu erhalten, darf sie nicht intensiv beweidet werden. Das hat dann eben zur Folge,  dass Stauden und dorniges Gestrüpp immer wieder stark nachwachsen. Diese müssen dann immer wieder mit Motorsäge oder Motorsense zurückgedrängt werden, damit nicht die ganze Weide zuwächst.

 

 

6.1. - 12.1.2020

Wir starten in ein neues Jahrzehnt und sind dankbar, dies mit einem gehörigen Rucksack an Erfahrungen tun zu dürfen. Wieviel schwieriger es doch war, 1994 auf dem Neuhof zu starten! Oder 1987 auf dem Mapprach in Zeglingen BL!  Beide Male mussten wir bei Null anfangen. Das erste Mal waren wir ein angestelltes Betriebsleiterehepaar, beim 2. Mal starteten wir als Pächterehepaar. Beide Male waren wir zu Beginn nur zu zweit und mussten uns ein neues Umfeld erschaffen. Ursprünglich kamen wir aus der Ostschweiz. Wir mussten uns beide Male an einem neuen Ort zurechtfinden, Werkzeuge, Geräte und Maschinen anschaffen (beim zweiten Mal auf eigene Rechnung), Bezugsorte für Betriebs - und Unterhaltsmittel finden, Absatzorte erschliessen, ein Betriebskonzept und eine Betriebsphilosophie erstellen, neue Bezugspersonen und Mitarbeiter finden. Es galt und gilt sich ständig zu hinterfragen, sich dem Standort anzupassen und dazu zu lernen, nicht nur, was die klimatischen und topographischen Fragen betrifft, sondern auch was Gemeinde und Politik angeht. Vom abgelegenen Bergbauernhof im Oberbaselbiet, wo sich das zu bewirtschaftende Land von 600 bis 1000 Meter über Meer erstreckte, waren wir umgezogen auf einen Flachlandbetrieb in der Agglomeration mit Tramhaltestelle direkt vor dem Bauernhof. Natürlich war dann die Bewirtschaftung auf dem Flachlandbetrieb viel einfacher, weniger gefährlich und weniger kräftezehrend. Dafür ist die Lage des Betriebes im Flachland weniger idyllisch. Und obwohl beide Bauernbetriebe im gleichen Kanton liegen, bemerkten wir doch starke Mentalitätsunterschiede zwischen der Bevölkerung und den Bauernfamilien im Ober- und dem Unterbaselbiet. Hinzu kamen noch die zahlreichen Mitarbeiter aus anderen Gegenden der Schweiz, aber auch aus dem ehemaligen Jugoslawien, der Türkei und jetzt Moldawien, ganz zu schweigen, von den vielen Expats, die unseren Hof besuchen oder sogar das Holder-Rümli mieten. Jeder Menschenschlag hat seine Vor- und Nachteile und weil wir verschiedene Mentalitäten kennen, hat uns das auch toleranter gemacht.

 

Seit wir - Susanna und Christian - gemeinsam gestartet sind, also seit 1987, hat sich nicht nur das Klima verändert, sondern auch die Landwirtschaftspolitik und es galt sich ständig anzupassen. Vieles fällt uns heute viel leichter. Der Betrieb ist so eingerichtet, dass wir rationell und speditiv arbeiten können. Wir wissen, an wen wir uns bei Fragen wenden können, haben ein grosses Beziehungsnetz, viele Helfer und Freunde und natürlich auch einen grossen Erfahrungsschatz. Und mit dem Alter wird man auch ruhiger. Bei einem Missgeschick fürchtet man nicht immer gleich den Weltuntergang.

 

Immer haben wir uns Ziele gesetzt und tun das heute noch. Nachdem wir den Betrieb aufgebaut haben und nun einige Jahre von der investierten Zeit und dem investierten Geld profitieren konnten, kommt nun eine ganz neue Phase auf uns zu. Das Ende der Berufstätigkeit naht. In 3 Jahren, Ende 2022, wird die Pacht zu Ende sein. Wir haben uns mit der Verpächterin darauf geeinigt, dass wir den Pachtvertrag dann nicht mehr erneuern möchten. Da unsere beiden Jungs einen anderen Weg eingeschlagen haben und es also auch keinen Hofnachfolger aus unserer Familie geben wird, freuen wir uns darauf etwas früher in Pension zu gehen. Bereits zeigen sich andere Abläufe in unserem Alltag. Es geht nicht mehr um Aufbau, Weiterentwicklung und Ideen für die (betriebliche) Zukunft, sondern es geht um den allmählichen Rückzug vom Geschäft und das ist etwas total anderes. Das hat bereits jetzt Konsequenzen: Investitionen werden fragwürdig, einige Betriebsabläufe müssen bereits jetzt angepasst werden. Das ist spannend und wir freuen uns darauf, diese einzelnen Schritte mitzuerleben und zu gestalten und anschliessend wieder einmal einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, für den wir auch schon Weichen gestellt haben.

 

 

23.12.2019 - 5.1.2020

Noch ein paar Tage und auch das Jahr 2019 ist Geschichte. Wie immer in den letzten Jahren teilen wir uns die Arbeits - und Freitage über die Festtage auf. So können beide Familien ein paar Tage Weihnachtsferien geniessen. Die eine Familie hat über Weihnachten frei, die andere über Silvester. Diejenigen, die arbeiten, sind dann ziemlich ausgelastet. Es bleibt am Ende also nur eine halbe Festlichkeit, weil die Versorgung der Tiere jederzeit gewährleistet werden muss. 

 

Den neuen Eselinnen gefällt es prächtig bei uns. Sie sind mit den anderen zusammen und streiten sich nicht. Ihre Lautäusserungen unterscheiden sich klar von denjenigen der anderen und man weiss von weit her, ob es die alten oder die neuen Esel sind, die sich bemerkbar machen.

 

Christian will noch probieren bei 2 - 3 Kühen die Klauen zu kontrollieren. Aber es ist schwierig eine Kuh alleine aus dem Stall und in den Klauenstand zu bringen. Manchmal verweigert sich ein Tier und sperrt sich mit allen Vieren. Es braucht Geduld. Mal sehen, was sich machen lässt.

 

Im Büro gibt es noch viel "Jahresende - Kram" zu erledigen: AHV - Abrechnungen, Lohnmeldungen, Versicherungen, Auflisten der Maschinenstunden und der Arbeitsstunden und des Inventars, Aufrechnen des Treibstoffverbrauches, und, und, und...

 

 

 

Liebe Leser, liebe Neuhoffamily, liebe Neuhoffreunde

 

 

Das war der letzte Blog dieses Jahres und wir bedanken uns bei all den Menschen, mit denen wir dieses Jahr unterwegs sein durften und freuen uns auf neue Begegnungen, Erlebnisse und Geschichten im nächsten Jahr. Wir wünschen euch erholsame Festtage und alles Gute zum neuen Jahr,

 

eure Familie Schürch

 

16. - 22. Dezember 2019

Vor ein paar Wochen haben wir beim Eselstall das Vordach etwas verlängert. Ausserdem haben wir die Lauffläche vor dem Eselstall, die dauernd verschmutzt war, ausgehoben und Verbundsteine gelegt. Das war schon längst fällig, aber der eigentliche Anlass dazu war: Die Ankunft von Tila und Aida, 2 weiteren Eseldamen, die eine neue Unterkunft brauchten. Am letzten Samstag sind sie eingezogen:

Wir freuen uns sehr über diese Erweiterung unserer Eselfamilie und sind gespannt wie die zwei Neuen sich einleben werden. Zum Start leben die beiden Eselgruppen noch durch eine halbhohe Abschrankung im Stall und im Aussenbereich voneinander getrennt. So können sie sich sehen, beschnuppern und einander über die Abschrankung hinweg auch mit dem Kopf berühren - aber sie können nicht aufeinander los. Das wäre an sich normal, weil jeder und jede seinen / ihren Status und sein / ihr Revier verteidigen will. Wir hoffen, dass dieser Rangkampf geringer ausfällt, nachdem die 5 Esel sich schon eine Zeit lang, durch eine Abschrankung voneinander getrennt, aneinander gewöhnen konnten.

 

Bevor wir uns während der Feiertage bei der Tierbetreuung abwechseln, damit jede Familie einmal etwas Ferien hat, wollen wir diese Woche noch bei allen Kühen die Klauen kontrollieren und in Ordnung bringen. Dazu benötigen wir 2 volle Arbeitstage. Auch Mitarbeitergespräche und die Kommunikation von wichtigen Entscheiden und Absichten das neue Jahr betreffend gehören zum zu Ende gehenden Jahr.

9. - 15. Dezember 2019

Zurzeit haben wir 14 Kälber im Alter zwischen 3 Tagen und 3 Monaten im Stall. Für unsere Verhältnisse sind das viele. Deshalb haben wir momentan nebst dem Melken viele Kälber zu tränken. Futter fressen die Kälbchen ja noch nicht viel, aber jedes Kalb erhält am Morgen und am Abend je 3 Liter Milch, die ihm je nach Alter in einem Kessel mit oder ohne Nuggi (Saugschlauch) angeboten werden. Das sind 84 Liter Milch, die pro Tag vertränkt werden müssen. Von den 14 Kälbchen sind 4 männlich, also Stierkälbchen. Sie verlassen den Betrieb im Alter von ca. 4 Wochen. Die anderen werden im Alter von 4 Monaten ins Berggebiet gefahren und dort aufgezogen, um dann als hoch trächtige Rinder zurück zu kehren. Wir werden also in ca. 2 Jahren ziemlich viele junge Kühe zurück erwarten. 

 

Das erste Brennholz wurde auf unserem Betrieb bereits verbraucht. Deshalb muss neues gesägt und gespalten werden.

 

Für diese Woche war auch vorgesehen, allen Kühen die Klauen zu pflegen, bzw. zu schneiden. Aber das müssen wir verschieben, denn es stehen für Christian noch Sitzungen in diversen Gremien an. Alles soll noch vor Jahresende beschlossen, bzw. erledigt werden. Am Dienstag gibt es eine Sitzung am Ebenrain in Sissach, wo die ÖLN Kommission des Kantons über die kantonalen Beiträge und die dazugehörigen landwirtschaftlichen Produktionsprogramme diskutiert und entscheidet. Am Mittwoch wird mit dem Migros Genossenschafts Bund über pestizidfreie Getreideproduktion für die Migros gesprochen und am Donnerstag ist dann die letzte Vorstandssitzung der IP-Suisse in Zollikofen.

 

2. - 8. Dezuember

Diese Woche verlassen 3 ältere Kühe den Neuhof Richtung Schlachthof. Sie wurden nicht mehr trächtig und geben nur noch wenig Milch. Es sind aber schon mehrere unserer Rinder trächtig aus dem Berggebiet zurückgekommen. So entsteht keine Lücke. Es sind im Gegenteil zur Zeit eher zu viele Kühe und Rinder auf dem Betrieb. Es ist eine Herausforderung, immer die passende Anzahl Kühe in unserem Stall zu haben: 

 

Viele Tiere brauchen mehr Platz und mehr Futter und sie geben auch mehr Arbeit. Bei zu wenigen Tieren ist logischerweise der Ertrag auch kleiner. Es hat aber auch andere Nachteile: Im Winter ist es dann schwieriger die Stalltemperatur über dem Gefrierpunkt zu halten und die Wasserleitungen im Melkstand und im Waschraum können einfrieren. Und Ende Winter ist dann vielleicht zu viel altes Futter vorhanden und die vorhandenen Maschinen werden so nicht optimal ausgelastet.

 

In den nächsten 4 Wochen werden noch 4 Rinder zurückkommen, sowie 1 oder 2 Kühe unseren Hof verlassen. Danach sollte aber für ein paar Monate Ruhe einkehren.

 

Im Schopf haben wir ein Lager aus Bauholz und Brettern. Das ist sehr praktisch, denn bei Bedarf können wir darauf zurückgreifen, sei es für Reparaturen oder um etwas Neues herzustellen. Weil es uns immer reut wieder verwendbares Holz wegzuwerfen, ist das Lager mittlerweile definitiv zu gross geworden. So wird diese Woche aufgeräumt, aussortiert und etwa die Hälfte des Materials zu Brennholz geschnitten. Die 25 - 30 cm langen Stücke werden auf einen Anhänger geladen und bei Gelegenheit zu Scheiten gespalten.

 

Das Mähwerk und ein Betriebsauto müssen diese Woche vorgeführt werden. Deshalb gibt es da noch einiges in Stand zu stellen.

 

Es wird diese Woche erstmals in diesem Jahr nachts gefrieren und wir müssen Fahrzeuge und Gebäude darauf vorbereiten.

25.11. - 1.12.2019

Wer erinnert sich noch an Mocca, das Limousinkälbchen, das im Juni 2018 geboren wurde? Im Werbefilmchen für Denner vom Sommer 2018 kann man es noch als Kälbchen sehen. Jetzt ist Mocca 1 1/2 jährig, beinahe ausgewachsen, ruhig, eher eine gemütliche Dame und vor allem sehr zutraulich. Gehören tut sie ja nicht uns, sondern sie hat eine Besitzerin, die sie täglich ausführt und schult für den Einsatz bei einer Tiertherapie. Mocca hat also quasi Kost und Logis bei uns. Das schöne Leben hat sie jetzt aber nicht davor bewahrt mit einer Infektionskrankheit an den Klauen angesteckt zu werden. Mortellaro heisst das und kommt in unserer Herde immer wieder vor. Bemerkt haben wir es, weil Mocca ganz leicht zu hinken begann, denn natürlich ist das schmerzhaft für das Tier. 

So kam Mocca also zum ersten Mal in ihrem Leben in den Klauenstand, zwar nicht freiwillig, aber ohne allzu grossen Widerstand. Einmal in diesem Stand gesichert und fixiert, wurde ihr beschädigtes Hinterbein mit einem Band umschlungen und dann mittels einer Kurbel in Arbeitshöhe festgeklemmt. Nur so ist es überhaupt möglich am geschädigten Fuss zu arbeiten, weil das Tier sonst zappelt und sich oder uns verletzt und gar keine Behandlung möglich ist. 

 

 

Das ist wahrlich kein schöner Anblick und höchste Zeit etwas zu unternehmen! Alles wird mit Wasser sauber gewaschen, die Infektionsränder gereinigt, tote Hautteilchen abgeschabt, alles desinfiziert und mit Watte eingebunden. Den Abschluss bildet ein wasserdichtes Klebeband, das zuletzt noch um den ganzen Fuss gebunden wird. Es verhindert, dass Schmutz an die behandelte Stelle gelangen kann 

 

Nach einer Woche ist die Heilung soweit fortgeschritten, dass es keinen neuen Verband mehr braucht. In einer Woche muss Mocca also zur Kontrolle antraben. Manchmal ist dann doch noch ein Verbandwechsel nötig und es braucht eine weitere Woche, bis die Stelle verheilt ist. Wir werden sehen.

 

 

 

 

Langsam wird es Zeit sich um einen Weihnachtsbaum für unseren Hofplatz zu kümmern und um das Montieren des Sternes auf dem Stalldach. Sodann ist der Peugeot  Anfang Dezember vorzuführen und muss vorher noch kontrolliert und vorbereitet werden. Und es braucht noch ein paar Anpassungen beim Eselstall, denn unsere 3 Esel bekommen Mitte Dezember 2 "Gschpänli"!

18. - 24. November 2019

Letzten Sommer fand auf unserem Hof eine Kontrolle aller Elektroinstallationen statt. Das passiert, wie vorgeschrieben, alle 10 Jahre. Dabei werden alle Schalter, Steckdosen, Tableaus, Stromverteilkästen und Unterverteiler kontrolliert. Ebenso die fest installierten Leitungen. Die letzte Kontrolle wurde nicht allzu pingelig durchgeführt, dafür wurde in diesem Sommer umso gründlicher vorgegangen. Der Kontrolleur war während 3 Tagen auf dem Hof! Er hatte sich Notizen gemacht und vieles fotografisch festgehalten. Danach erhielten wir, bzw. die Stadt Basel als Verpächterin, die Aufforderung, alles bis Ende November in Stand zu stellen. Am Montag dieser Woche kam also der Elektriker. Christian hat mit ihm zusammen alle beschriebenen und fotografisch dokumentierten Mängel gesucht. Das dauerte den ganzen Morgen. Danach kam der Elektriker zum Schluss, dass die eingeplante Woche nicht reicht, um alle Mängel zu beheben. Es wird eher 2 Wochen dauern. Zugegebenermassen hat sich auch Christian in den letzten 10 Jahren gelegentlich als Hofelektriker betätigt und dieses oder jenes mehr oder weniger fachmännisch installiert. Aber die diesbezüglichen Mängel bewegen sich im einstelligen Prozentbereich der gesamten Mängelliste. Der Hof ist einfach gross und Vieles ist sehr alt.

 

3 unserer Kuhkälber sind nun 4 Monate alt und werden diese Woche für ca. 2 Jahre nach Seewen, ins Berg- und Aufzuchtgebiet fahren. Gleichzeitig können wir 2 Rinder, die nun 2 Jahre dort ihre "Jugend" verbracht haben, zurücknehmen. Sie sind trächtig und werden in Kürze kalbern und damit zu Kühen werden und Milch produzieren.

 

Innerhalb unseres Stalles kommt es auch zu Gruppenwechseln. Die Kälbchen werden umgruppiert, weil ja jetzt 3 Kälber den Hof verlassen. Die beiden Rinder, die aus dem Berggebiet zurückkehren, werden zu den Milchkühen stossen und von den Milchkühen werden 3 Tiere, die schon seit 7 Monaten trächtig sind, zu den Galtkühen hinüber wechseln. Dort werden sie nicht mehr gemolken und können sich während gut 2 Monaten in Ruhe auf die Geburt vorbereiten.

11.11.2019 - 17.11.2019

Was passiert mit dem von uns produzierten Brotgetreide? Es gelangt in die Verkaufskanäle der IP - Suisse. Diese produziert ca. 25 - 30 % der gesamten Brotgetreidemenge der Schweiz. Beim Weizen sind das etwa 120 000 Tonnen pro Jahr. Dem Vorstand der IP - Suisse stellen sich also jedes Jahr folgende Fragen:

 

 

  • Wieviel Brotgetreide können wir anbauen lassen?
  • Wie viele potentielle oder gesicherte Abnehmer sind vorhanden?
  • Welche Weizensorten wünschen die Abnehmer?
  • Welche Weizensorten können die Bauern überhaupt anbauen?
  • Wer handelt den Weizen?
  • Wer kauft den Weizen?
  • Was kosten Lagerung, Transport und allenfalls Überlagerung des Weizens?
  • Wie gelangt der Weizen am günstigsten zu den Mühlen?
  • Wie gewährleisten wir die Zertifizierung?
  • Wie erfolgt die Vorfinanzierung der Bauern?
  • Wie machen wir Werbung zusammen mit unsere Partnern im Detailhandel?

Um die Interessen aller Produzenten in der Schweiz - also nicht nur der IP - Suisse - zu vertreten, gibt es den Getreideproduzentenverband. Zudem haben sich die Produzenten, Sammelstellen, Mühlen, Bäckereien und der Detailhandel zu einem Branchenverband - Swiss Granum - zusammengeschlossen, der die Interessen der Branche gegenüber anderen Branchen und der Politik vertritt und auch Qualitätsstandards für die ganze Branche festlegt. Dabei laufen die Interessen innerhalb des Branchenverbandes nicht immer in die gleiche Richtung und man muss sich immer wieder zusammenraufen, was viel Zeit und Energie braucht. Anzumerken ist noch, dass es viele engagierte Bauern gibt, die neben der Arbeit auf ihrem Hof viel Verbandsarbeit leisten. Z.B. ist bei IP - Suisse für jeden Kanton ein Vertreter im Vorstand. Vorgeschrieben ist, dass dieser zuhause einen Betrieb führt.

 

Diese Woche findet die Delegiertenversammlung des Getreideproduzentenverbandes statt und kurz darauf diejenige von Swiss Granum, wo Christian die Stimme der IP - Suisse vertreten darf.

 

Natürlich laufen die Arbeiten auf dem Hof weiter, wo es jetzt im November zum Glück ruhiger geworden ist. Neben der Arbeit mit den Tieren müssen Maschinen gewaschen werden, für einen Traktor, das Mähwerk und ein Auto sind Aufgebote zum Vorführen ins Haus geflattert und in einem Futtersilo ist eine Restmenge Futter alt geworden und verdorben. Diesen Rest müssen wir herausnehmen und auf den Misthaufen werfen.

 

 

4.11. - 10.11.2019

Ein wichtiger Bestandteil des IP - Suisse Labelprogrammes ist die Vernetzung der Ökoflächen auf dem Betrieb. Eine extensive Wiese oder eine Brache muss so platziert sein, dass keine isolierte Insel entsteht. Wildtiere sollen über ein ganzes Gebiet verstreut Lebensgrundlagen vorfinden. Sinnvoll ist eine Distanz von einer Ökofläche zur nächsten von nicht mehr als 300 Metern. Bei IP-Suisse wird kontrolliert, wie hoch der Anteil an Ökoflächen am Gesamtbetrieb ist und wie gut gut diese vernetzt sind. Je besser die Vernetzung, desto mehr Punkte gibt es im IP-Suisse Label - Programm.  Zugleich gibt es vom Kanton Beiträge (sprich: mehr Direktzahlungen), wenn dieser die Vernetzung der Ökoflächen auf dem Betrieb als richtig und sinnvoll erachtet.

 

Ganz natürlich ergibt sich aus dem oben Erklärten, dass wir mit dem ortsansässigen Vogelschutzverein zusammenarbeiten. Er hilft tatkräftig mit. So hat der Verein mit Zaunmaterial, das wir zur Verfügung stellen, an neuralgischen Punkten wichtige Ökoflächen eingezäunt. Das passierte vor einem Monat und nochmals letztes Wochenende. Wir beobachten, dass die meisten Hundebesitzer ihre Hunde vorbildlich im Griff haben, aber leider reichen ganz wenige schlecht beaufsichtigte Hunde aus, um die Wildtiere enorm zu stören. Dabei werden nicht nur die Vögel, sondern auch Rehe und Hase erschreckt, die dann auf der Flucht viel Energie verschwenden müssen, die sie im Frühling zur Jungenaufzucht benötigen oder im Winter, um sich warm zu halten. In den eingezäunten Flächen soll den Wildtieren also mehr Ruhe gewährleistet werden.

28.10. - 3.11.2019

Letzte Woche mussten wir die ganze Scheune räumen und anschliessend haben die Gillerugger darin ihr grosses, beheizbares Zelt für Ihre Metzgete aufgestellt. Das hat uns bei der Arbeit sehr stark behindert, denn wir konnten mit den Maschinen nicht mehr in die Scheune fahren. Trotzdem haben wir vor dem voraussehbaren Wetterumschwung noch die Güllegrube geleert, ein Maissilo aufgefüllt und die letzten Grassiloballen gemacht. Kaum waren wir fertig, begann es am Sonntagabend zu regnen und für die nächsten 2 Wochen ist weiterer Regen angesagt. Wir verspüren also eine grosse Erleichterung und Genugtuung darüber, dass wir die Arbeiten draussen trotz aller Schwierigkeiten noch vor dem Regen abschliessen konnten.

 

In dieser Woche werden die Maschinen gewaschen und eingewintert. Es stehen Reparaturen im Melkstand an: Ein Melkzeugabnahmezylinder ist nicht mehr dicht und muss ausgewechselt werden, in der Luftdruckleitung leckt ein Wasserabscheider und in der Kaltwasserleitung öffnet sich ein Ventil nicht mehr. Also an die Arbeit!

21. - 27. Oktober 2019

Das Saat- und Erntefest hat uns dieses Jahr viel Freude bereitet. Wir hatten genügend Zeit für die Vorbereitung. Es gab fleissige Helfer und Christian hatte noch nie so wenig zu erledigen wie dieses Mal. Allen, die sich für diesen Anlass eingesetzt haben, herzlichsten Dank! Wir hatten nie das Gefühl, die Zeit würde nicht reichen, um alles rechtzeitig erledigt zu haben, hatten wir doch darauf vertraut, dass der Anlass draussen und nicht in der Scheune stattfinden kann. So musste die Scheune weder geräumt noch gefegt werden. Und tatsächlich hatten wir absolutes Wetterglück! Nach dem verregneten Samstag war das Wetter am Sonntag freundlich und wir haben es sehr genossen, am Nachmittag bei Speis und Trank in der Sonne zu sitzen und mit vielen Leuten reden zu können. Tatsächlich waren dieses Jahr ausserordentlich viele Besucher gekommen, worauf wir zwar gehofft, womit wir aber nicht wirklich gerechnet hatten. Aber es hat uns gezeigt, dass durchaus ein Bedürfnis vorhanden ist, sich mit dem auseinanderzusetzen, was vor der eigenen Haustüre passiert. Man braucht nicht weit zu reisen, um etwas zu erleben. Das hat auch Christian bei seiner Ansprache hervorgehoben, als er von seiner Velotour erzählte (mit normalem Bike - ohne E!), von den Landschaften in der näheren Umgebung, die er dabei geniessen konnte und wie er anlässlich dieser Tour die Mühle in Maisprach besuchte, wo unser Getreide fürs Birseckbrot gemahlen wird. Dabei durfte auch die abschliessende Einkehr bei Grellinger nicht fehlen, wo das Birseckbrot gebacken wird. Wozu auch weite Flugreisen unternehmen, wenn sich in unserer Umgebung an einem einzigen Tag so viel erleben lässt! Das war das Fazit seiner Rede. Trotz der vielen Besucher, gab es für alle genug zu essen, ohne dass viele Reste blieben. Es war auch gerade genug Platz für alle und auch das Feld zum Säen entsprach in seiner Grösse genau der Anzahl Personen, die beim Aussäen geholfen haben. Somit sind wir rundum zufrieden mit dem Verlauf des gestrigen Sonntags.

 

Diese Woche geht es gleich weiter mit dem Festen: "Unsere" Fasnächtler, die "Gillerugger" führen am Freitag, 25. und Samstag, 26. Oktober wieder ihre Metzgete durch. Am Samstag hat es noch freie Plätze. Anmelden kann man sich unter http://www.gillerugger.ch Weil die Metzgete in unserer Scheune stattfindet, haben wir noch 2 Tage Arbeit vor uns. Es gilt Maschinen und anderes Material.aus der Scheune zu räumen und woanders unterzubringen.

 

Sämaschine und Kreiselegge brauchen wir nicht mehr und können diese waschen und einwintern. Das Güllesilo ist voll. Deshalb muss die Gülle aufgerührt und ausgebracht werden.

 

Schliesslich hat Christian am Mittwoch und Donnerstag noch Vorstandsarbeit für die IP-Suisse zu erledigen. Es geht um Werbung und um die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Tierschutz.

 

 

14. - 20. Oktober 2019

Wie vorausgesagt gab es nun wirklich viel Arbeit übers Wochenende.

 

 

 

 Am Samstag und Sonntag wurde alles Gras gemäht. Danach wurden das angewelkte Gras in Siloballenfolie gewickelt und diese heimgeholt und abgeladen.

 

 

 

 

Dazwischen wurde am Montag und Dienstag noch der Weizen gesät.

Es war mit über 25 ° unglaublich warm - wohl das letzte Mal  in diesem Jahr. Weil für den Dienstagmittag bereits Regen vorausgesagt war, galt unsere 1. Priorität den oben genannten Arbeiten. Auch Arbeitspausen und das Essen wurden teilweise ausgelassen. Es hat sich gelohnt! Am Dienstag um 10 Uhr morgens war aller Weizen gesät (mit Ausnahme des Feldes, das wir am Saat- und Erntefest zusammen mit den Festbesuchern von Hand ansäen werden). Kurz darauf begann es zu regnen. Der Regen unterstützt die Keimung der Saat optimal und der Saatzeitpunkt war gut gewählt, denn spätere Saaten sind in der trockenen Ebene zwischen Reinach und Aesch risikoreicher, weil dann die Ernte weiter in den Sommer hinein verschoben wird und die Sommertrockenheit dem Weizen mehr zusetzt.

 

Unsere Freude ist auch gross, weil jetzt alle Feldarbeiten abgeschlossen sind und wir bis Ende Februar nicht mehr so stark vom Wetter abhängig sind, wie das bei den Feldarbeiten der Fall ist. Auf dem Hof beginnt jetzt also ein ruhigererJahresabschnitt. Der starke Druck, notwendige Arbeiten dann erledigen zu müssen, wenn das Wetter günstig ist, fällt grösstenteils weg. Trotz voller Agenda und einer langen Liste mit zu erledigenden Arbeiten, kann alles jetzt ruhiger angegangen werden und es bleibt auch Zeit für unvorhergesehene Pausen. Nun können wir uns auf das Saat- und Erntefest an diesem Sonntag freuen. Das hält uns jetzt noch etwas auf Trab, denn bis am Sonntagmorgen 10:00 Uhr muss alles bereit sein, aber mit den Jahren haben wir uns eine gewisse Routine in den Festvorbereitungen angeeignet.

7. - 13. Oktober 2019

Zum Glück ist der Roggen gesät. Die Erde war schon ziemlich feucht und klebte. Die Packerwalze an der Kreiselegge hat aber gute Erdabstreifer. Dadurch wurde die Erde nicht aufgerollt und blieb also nicht an der Maschine kleben. Die Körner wurden deshalb sauber in die Erde gelegt und vom Nachlaufrechen gut zugedeckt.

 

Gerne hätten wir diese Woche mit der Weizensaat begonnen, aber das Wetter am Wochenende war nass und es sind immer wieder Niederschläge vorausgesagt. Wir müssen abwarten.

 

In der nächsten Schönwetterperiode wird viel Arbeit anfallen, denn neben dem Weizensäen muss das Gras ein letztes Mal gemäht und in Siloballen gepackt werden.

 

Dieses Jahr ist es öfter vorgekommen, dass Kühe auf der Weide gekalbt haben. Einerseits ist das gut, weil die Kuh viel Platz hat, sie kann sich von der Herde zurückziehen und die Geburt kann ganz natürlich stattfinden. Andererseits kann es auch ein Nachteil sein, wenn niemand von uns da ist und es zu Komplikationen kommt. Der Geburtszeitpunkt lässt sich eben nicht immer so ganz genau voraussagen. Aber zum Glück haben wir eine aufmerksame Nachbarschaft! Meistens klingelt bei uns das Telefon, wenn eine Kuh alleine auf der Weide kalbt. Beispielsweise ist das auch gerade letzten Sonntag geschehen. Morgens um 8 Uhr haben uns gleich 3 verschiedene Personen aus der Nachbarschaft angerufen und uns mehr oder weniger besorgt mitgeteilt, dass da eine Geburt auf der Weide vor ihrem Haus stattfindet. Glücklicherweise ist alles gut gegangen. Kuh und Kalb sind wohlauf und den Anrufern sei hiermit herzlich gedankt für ihre Aufmerksamkeit.

 

Die Güllegrube ist total voll und muss teilentleert werden und neben Hofarbeiten und ersten Vorbereitungen fürs Saat- und Erntefest, warten auf Christian noch eine Führung und eine Vorstandssitzung der IP - Suisse in Zollikofen.

30.9. - 6.10.2019

Am 20. Oktober findet bei uns wieder das Saat- und Erntefest statt. Gleichzeitig sind ja grad noch die National- und Ständeratswahlen. In all den Jahren, in denen wir unser Fest gefeiert haben, war es immer unser Hauptanliegen, aufzuzeigen, woher unser Brot kommt, was es alles braucht, bis es auf den Tisch kommt und wer alles daran beteiligt ist. Es ist wichtig, dass der Konsument sich damit auseinandersetzt und Einfluss darauf nimmt, wie das geschieht. Wir möchten zeigen, dass der Weizen, den wir gemeinsam säen, der bei uns wächst und der in der Region verarbeitet wird, auch ganz konkret wieder an unserem Fest in Form des Birseckbrotes auf den Tisch kommt. Seit Jahren versuchen wir anhand dieser Webseite aufzuzeigen, was wir unter Nachhaltigkeit verstehen. Wenn wir uns nun die Wahllisten anschauen, die gerade ins Haus geflattert sind, sind wir schon sehr erstaunt: Einerseits freut es uns ja, dass Nachhaltigkeit bei diesen Wahlen ein grosses Thema ist, andererseits können wir nicht glauben, dass fast jeder Kandidat der Grünste von allen sein will und das seit je. Da fangen die Warnglocken schon an zu läuten......Umso mehr freuen wir uns natürlich auf unser Saat- und Erntefest und laden alle ein doch dabei zu sein und mit uns zu feiern.

Gestern war ein schöner, sonniger und angenehmer Sonntag. Es waren viele Besucher auf dem Hof: Familien mit kleinen Kindern, die die Tiere besuchen, auf dem Trampolin springen, im Sandkasten spielen oder mit Trettraktor, Dreirad, Trotti etc. auf dem Hofgelände herumfahren. Ca. alle 3 Wochen sammeln wir kaputtes Spielzeug ein und entsorgen es. Das war gestern Morgen der Fall. Das Resultat sieht man im Bild links. Es gibt uns schon etwas zu denken...gerade auf unserem Betrieb, wo wir doch nicht so viel Abfall produzieren möchten. Leider fehlt uns die Zeit, bzw. der Grossvater, der geduldig die kaputten Gefährte zu reparieren versucht. Immerhin sind es  Hofbesucher, die selber für Nachschub sorgen. Wenn deren Kinder grösser werden und die Sachen nicht mehr brauchen, können die Fahrzeuge bei uns noch lange einem guten Zweck dienen. Viele Besucher fragen zuerst, bevor sie etwas bringen. Andere stellen einfach irgend etwas ab und wieder andere entsorgen einfach ihren Müll bei uns.

Wir sind fertig mit Pflügen. Nur eine Weide ist noch nicht so weit, weil darauf noch die Kühe grasen. Wenn es das Wetter zulässt, wollen wir diese Woche den Roggen säen. Auch dieses Jahr versuchen wir diesen - wie in den letzten beiden Jahren - pestizidfrei anzubauen.

 

Vor Kurzem haben zwei Rinder gekalbt. Zwei weitere, die erst seit drei Tagen zurück auf unserem Hof sind, werden wohl nächste Woche kalben und im vorderen Kälberstall ist dann kein Platz mehr für weitere Kälber, so dass wir wieder das Kälberabteil im hinteren Teil des Kuhstalles in Betrieb nehmen müssen.

23. - 29. September

Diesen Montag war Christian an der ETH Zürich. Diese führt im Auftrag von Migros und IP - Suisse eine Studie durch. Es geht darum, dass IP-Suisse - Bauern in Zukunft nicht nur auf Fungizide und Insektizide verzichten, sondern auch auf Herbizide. Somit wäre IP - Suisse - Getreide vollkommen pestizidfrei. Auf Grund der Debatten um den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft, bzw. der Kritik daran, müsste die Nachfrage nach solchen Produkten ja enorm sein. Andererseits stellt sich natürlich auch die Frage, wie weit die Bauern bereit sind, auf mechanische Methoden zur Unkrautbekämpfung umzusteigen. Und es geht letztlich darum, aufzuzeigen, dass die Bauern ihre Verantwortung wahrnehmen und es an den Konsumenten liegt, diese herbizidfreien Produkte letztlich auch zu kaufen, auch wenn sie zweifellos etwas teurer sind. Die ETH braucht nun die entsprechenden Daten von den Bauern. Bis im Frühjahr sollte sie dann die Resultate der Studie vorweisen können. Für Christian als Landwirt war es spannend mit dem ETH - Professor zu diskutieren. Jeder kann dabei vom Wissen des anderen profitieren und ist aber auch auf dieses Wissen angewiesen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass man wirklich vom Gleichen spricht und die richtigen Schlüsse zieht.

 

Gestern Dienstag hatte Christian dann eine Sitzung mit der kantonalen Ökokomission. Thema waren die Kantonsbeiträge für die Landwirtschaft bezüglich Ökologie. Weil sich mehr Bauern dafür interessieren an einem Ökoprogramm teilzunehmen, müssen die Beiträge für die einzelnen Bauern gekürzt werden, damit alle teilnehmen können, die das möchten.

 

Heute Mittwoch besuchen die Lernenden des 2. Lehrjahres (Landwirtschaft) der kantonalen Landwirtschaftsschule unseren Betrieb. Es geht darum, ihnen das Thema Biodiversität näher zu bringen und ihnen die konkreten Massnahmen auf unserem Hof zu zeigen. Auf unseren Feldern werden sie die BFF (Biodiversitätsförderflächen) sehen und sich damit auseinandersetzen.

 

Auf dem Hof herrscht wieder Normalbetrieb, nachdem Ion und Aliona aus ihren 2 1/2 Wochen dauernden Ferien zurückgekehrt sind. Der grosse Traktor hatte bereits einen Plattfuss, 2 Rinder müssen aus dem Aufzuchtvertrag zurückgeholt werden, weil sie kurz vor der Geburt stehen, Bei den Hühnern muss ausgemistet werden, ein Weidezaun muss abmontiert werden und noch weitere Kleinigkeiten stehen auf dem Programm.

 

16. - 22. September

Die Brache ist gesät. Die meisten Samen für diese Brache sind Lichtkeimer. Deswegen werden sie mit der Sämaschine nur auf die Erde gelegt und nachher mit der Walze auf die Erde gedrückt. Nun braucht es noch Wasser, das im Moment leider wieder einmal fehlt. Wir hoffen also, dass die teueren Samen bis zum nächsten Regen weder gefressen werden, noch absterben.

 

Letzten Freitag und Samstag haben wir die frisch angesäten Wiesen gemäht und Siloballen gemacht. Das Mähen wurde notwendig, weil in der Wiese viel Unkraut vorhanden war, das zu versamen drohte. Wir nennen einen solchen Grasschnitt einen "Säuberungsschnitt". Ausserdem wäre das Gras wegen dem fehlenden Wasser auch nicht mehr gewachsen.

 

Die Silos sind vorbereitet und am Montag dieser Woche kann der Mais siliert werden. Ein Teil davon wird mit dem Gebläse in die Hochsilos geblasen und ein Teil mit dem Hängedrehkran in der Scheune in die alten Betonsilos gefüllt. Mit den grossen Maschinen des Lohnunternehmers, seinen Silierwagen, seinem Häcksler und seinem Gebläse ist das relativ schnell gemacht, kostet aber auch eine Stange Geld. Am Schluss  muss alles aufgeräumt werden und die Silos müssen luftdicht verschlossen werden. Das gibt dann nochmals fast gleich viel Arbeit.

 

Der Misthaufen hinter dem Stall wird nach dem Maissilieren auf das abgeerntete Feld verteilt. Danach wird der Boden gepflügt und auf das Weizen Säen vorbereitet.

 

Auf den Feldern hinter dem Sportplatz und bei den Hornussern ist Roggen vorgesehen. Vorderhand ist da aber wieder viel Unkraut aufgelaufen und muss jetzt noch mit dem Grubber bearbeitet werden.

 

Die Rotationsbrache beim Flugfeld muss nach 3 Jahren entfernt werden. Wenn genug Zeit vorhanden ist, geschieht das noch diese Woche. Die Pflanzen werden mit gemulcht mit einem Mulchgerät, das wir vom Schlatthof ausleihen. Danach wird dann geepflügt und das Feld ebenfalls fürs Weizen Säen vorbereitet.

 

Bei den Hühnern ist das Futtersio leer. Bis neues Futter geliefert wird, dürfte es eine Lücke von einem halben Tag geben. Wir haben zu spät bestellt.

 

Das Kraftfuttersilo der Kühe ist auch leer. Zum Glück ist aber das neue Futter schon da und muss nur noch vom Wagen ins Silo verfrachtet werden. Das machen wir, sobald der Mais siliert ist.

 

9. - 15. September 2019

Die Schwalben sind immer noch da. Früh am Morgen, während es draussen schon ziemlich kalt ist, suchen sie sich eine Sitzgelegenheit über den Kühen im Stall, wo es dann noch deutlich wärmer ist als draussen. Ein Schwalbenpärchen hat sogar noch Junge in einem Nest, das sich im Kuhstall unter der Decke befindet. Auch da finden sie noch ein relativ angenehmes Mikroklima vor. Ob die Schwalben mit ihrem Flug nach Süden warten, bis die Nachügler flügge sind und genügend Flugpraxis haben? Das würde sicher noch 2 Wochen dauern. Jeden Morgen schauen wir gespannt zur Stalldecke.

 

Montag, 2. September hat Christian fünf Galtkühe von einer abgelegenen Weide Nähe Erlenhof geholt. Weil bei diesen Kühen die Geburt bevorstand, wurden sie nicht gemolken und man lässt sie auch mal auf einer weiter entfernten Weide grasen. Dort hatten sie jetzt aber alles Gras abgefressen. Nun waren sie auf der Esel - und Ponyweide, um auch dort alles restliche Gras sauber wegzufressen, ist doch die Weide für unsere 4 Equiden alleine zu gross. Aber leider gab es da eine böse Überraschung. Trotz regelmässiger Kontrolle konnte eine Kuh heimlich ihr Kalb gebären, dass offenbar nicht überlebensfähig war. Am Donnerstag kam jemand ganz aufgeregt zu Christian und berichtete, dass ein totes Kalb auf der Weide liege. Christian dachte an Waladin, die in den nächsten Tagen sowieso gebären würde. Aber es war Violette, die ihr Kalb 5 - 6 Wochen vor ihrem Geburtstermin verloren hatte. Ihr Euter hatte sich nicht, wie sonst vor dem Kalbern üblich, vergrössert und sie hatte auch keine Unruhe gezeigt. Deshalb war Christian bei den täglichen Kontrollen nichts aufgefallen. Das tote Kälbchen lag abseits in einer Ecke der Weide, den Kopf unter dem Körper. Es war völlig aufgedunsen und total übersät mit winzigen Maden. Kein schöner Anblick! Nun galt es, das tote Tier zur Kadaversammelstelle der Gemeinde zu bringen. Dieser gekühlte Raum befindet sich beim Werkhof, ausserhalb der Umzäunung. So können dort auch am Wochenende tote Tiere in einem bereitstehenden Kübel deponiert werden. Tote Igel, Katzen und sogar drei tote Füchse waren dort zu sehen. Es roch höchst unangenehm, was kein längeres Verweilen zuliess. Einmal pro Woche werden die Kübel mit den toten Tieren darin abgeholt und in die Kadaververbrennung nach Lyss gebracht. Dort wird mit dem Verbrennen der Kadaver eine Fernwärmeheizung betrieben und was nach dem Verbrennen übrig bleibt, wird zur Zementhersterstellung verwendet.

 

Stirbt ein grösseres Tier, wie zum Beispiel eine Kuh, wird sie direkt von Lyss abgeholt. Nebst dem Verlust der Kuh, müssen wir noch die Hälfte der Kosten für Transport und Verbrennung tragen. Das sind dann ca. Fr. 300.-. Die andere Hälfte der Kosten trägt die kantonale Viesseuchenkasse, für die wir jährlich so viel Beitrag bezahlen, dass damit 2 Kühe entsorgt werden können.

 

Eine erfreulichere Nachricht ist, dass der Mais beinahe reif ist und wir ihn nächste Woche ernten wollen. Und bei gutem Wetter werden wir auch die vorgesehene Brache ansäen.

2. - 8. September 2019

Im Moment ist es etwas ruhiger. Es dauert noch ca. 10 Tage bis wir wieder Gras silieren können. Natürlich geschieht das dann auf anderen Parzellen. So rasch wächst das Gras nun auch wieder nicht! Gleichzeitig wollen wir dann mit den Herbstsaaten beginnen. Um den 15. September wird es Rotationsbrache sein, ca. am 1. Oktober dann der Roggen und etwa ab 10. Oktober der Weizen.

 

Uns beschäftigt momentan die Forderung nach der Namensgebung bei den Kühen. Es ist nämlich so, dass sich die Milchbranche zusammengerauft hat und nun nachhaltige Schweizer Milch bewirbt. Die Landwirte hoffen natürlich auf bessere Milchpreise.....aber es müssen einerseits Anforderungen erfüllt werden, die die Produktion verteuern, andererseits gibt es aber auch eine Forderung, die uns verblüfft: Alle Kühe müssen Namen haben. Das ist für uns kein Problem, haben doch alle unsere Kühe einen Namen. Wir gehen nach dem Alphabet. Jedes Jahr haben alle Kälbchen einen Vornamen, der mit dem gleichen Anfangsbuchstaben beginnt. Seit wir auf dem Neuhof eingezogen sind, haben wir das ganze Alphabet schon einmal durchgemacht. In diesem Jahr sind wir wieder beim C. Wahrscheinlich will man mit der Forderung nach Namen dem Wunsch des Konsumenten nachkommen, dass eine Kuh nicht nur eine Nummer ist, sondern ein Lebewesen, zu dem der Landwirt einen persönlichen Bezug hat. Nun ist die Kuh aber genau das Nutztier, das am längsten auf dem Betrieb bleibt. Der Bauer spricht es mindestens 2 x pro Tag persönlich an und kommte beim Melken mit ihm in Körperkontakt. Der persönliche Bezug ist gegeben. Problematisch wird es da, wo der Landwirt gar keinen Bezug mehr zum einzelnen Tier haben kann. Stellen Sie sich eine Namensgebung bei den Legehennen, der Pouletmast oder der Schweinemast vor! Bei den 1000 Legehennen auf unserem Betrieb ist das gar nicht möglich. Und da nützt es auch nichts, wenn jedes Tier auf dem Papier einen Namen hat. Die Problematik liegt also woanders: Um ein gleichbleibendes Einkommen zu erzielen ist der Landwirt gezwungen, immer mehr Tiere zu halten. Wenn die Preise weiter sinken, müssen wir beispielsweise in 10 Jahren statt 50 Kühen deren 500 haben, um das gleiche Einkommen zu erzielen. Bei 50 Tieren ist ein persönlicher Bezug noch möglich, bei 500 wäre das eine Überforderung. Da nützt es auch nichts, wenn alle einen Namen haben. Da wird mit mehr Personal oder dem Melkroboter gearbeitet. Hoffen wir, dass es nicht so weit kommt. Und: Wer beispielsweise in die Pouletmast einsteigen will, steht der Forderung der Grossverteiler gegenüber, einen Stall für mindestens 18`000 Hühner zu bauen. Wenn nicht, werden sie ihm die Poulets nicht abkaufen.

 

Von Seiten des Konsumenten sind viele Forderungen vorhanden, sei es bei der Tierhaltung oder der Nachhaltligkeit etc. Bio und IP-Suisse erfüllen viele dieser Kundenwünsche. Warum also nimmt dann der Absatz für die Produkte dieser beiden Label nicht rasant zu? Man sollte doch meinen, das bei der momentanen Klimadebatte der Kunde den Einsatz der Landwirte für Natur und Umweltschutz besser honerieren. Aber sobald es um den alltäglichen Einkauf geht, vergisst der Konsument offenbar seine hohen Ansprüche an die Tierhaltung und kauft das, was billiger ist.

 

Problematisch ist auch, dass der Konsument oft meint, dass mit den "Subventionen" an die Landwirte ja alles abgegolten sei und die Preise von Fleisch, Eiern etc. deshalb auch tief sein müssen. Dem ist aber nicht so. Es geht bei den Subventionen (der korrekte Begriff ist eigentlich "Direktzahlungen") nicht um Sozialbeiträge an die Landwirtschaft, sondern um eine Abgeltung für viele Umwelt- und Tier- und Naturschutzmassnahmen, die der Landwirt von Gesetzes wegen einhalten muss und die enorm kostspielig sind. Kaum ein Landwirt in der Schweiz könnte ohne diese Direktzahlungen überleben und gleichzeitig alle gesetzlichen Auflagen einhalten. Deswegen also fliesst so viel Geld vom Staat in die Landwirtschaft.

26.8. - 1.9.2019

Hinter uns liegt ein wunderbares Spätsommerwochenende mit sehr hohen Temperaturen (bis 30°). Wir haben das Wetter genutzt, um nochmals Gras zu silieren. Es war dank den bestens aufgeteilten Niederschlägen üppig gewachsen. Am Wochenende haben wir also alles, d.h. ca. 10 ha Wiese, gemäht, liessen das Gras am Sonntag in der Sonne anwelken und wickelten es am Montag in Siloballen. Dabei hatte das Gras einen Gehalt an Trockensubstanz von 40 - 50 %, was für die Lagerung und Fütterung ideal ist. Wir erwarteten einen Ertrag von ca. 75 Siloballen und so viele waren es dann auch. Christians Schätzung war also perfekt!

 

Eine Siloballe hat ein Gewicht von 500 - 700 kg, je nach Feuchtigkeitsgehalt des darin enthaltenen Grases. Pro Tag benötigen wir für unsere Herde 1 Siloballe. Zurzeit fehlen uns noch 55 Siloballen, damit wir bis nächsten Mai genügen Grassilage verfüttern können. Neben der Grassilage fressen unsere Kühe pro Tag 350 kg Malz, das mit silierten Zuckerrübenschnitzeln vermischt ist, 800 kg Maissilage, etwas Stroh, 50 kg vitaminisiertes Kraftfutter und 5kg Calciumphosphor und Natriumbicarbonat. Das sind total 2 Tonnen Futter pro Tag.

 

Wir mussten bei 4 Kühen Entzündungsstellen im Klauenbereich reinigen, desinfizieren und einbinden. Das geht nur im Klauenstand, wo man den betroffenen Fuss fixieren kann. andernfalls würde die Kuh viel zu stark herumzappeln und man könnte gar nichts machen. Aber es ist sehr aufwändig, weil die Tiere nicht freiwillig kommen wollen und deshalb gezerrt und gestossen werden müssen. Man wird dabei ziemlich schmutzig und auch nach dem Abspritzen mit dem Schlauch sieht man nach getaner Arbeit übel aus und riecht entsprechend.

 

Am Wochenende war das eidg. Schwingfest in Zug. Wir haben es am Bildschirm teilweise mitverfolgt und die Kraft, explosive Beweglichkeit und die Technik dieser Atlethen bewundert. Mehrmals sah man aber auch die Zuschauer, wie sie sich mit riesigen Küchenmessern Wurst oder Käse auf Küchenbrettern zurechtschnitten. So etwas wäre an einem Fussballmannschaft undenkbar. Aber an einem Schwingfest mit 400`000 Besuchern scheint das kein Problem zu sein und es braucht auch keine oder kaum Polizeipräsenz. Ganz kurz tauchte dann schon die Frage auf, wie es wohl gewesen wäre, wenn...das nächste Schwingfest 2022 eben doch bei uns stattfinden würde. Aber eben, nur ganz kurz. Je länger desto mehr sind wir überzeugt, damals richtig entschieden zu haben und dem Begehren zusammen mit unseren Berufskollegen eine Absage erteilt haben. In der landwirtschaftlichen Presse äussert sich der in Zug hauptsächlich betroffene Landwirt auch nicht nur positiv. 400`000 Menschen in der Ebene zwischen Reinach und Aesch! - Für uns, die wir die Natur lieben und pflegen, eine grauenvolle Vorstellung.

 

 

19. - 25.8.2019

Zur Klimadebatte und Pestiziden in der Landwirtschaft: Wie schon erwähnt, verwenden IP - Suisse - Landwirte keine Insektizide (also z.B. kein Gift, das auch Bienen und andere Nützlinge töten könnte), keine Fungizide (z.B. Chlorothalonin) und auch keine Wachstumsförderer. Auch Glyphosat (ein Hebizid) ist im Getreideanbau bei unserem Label nicht mehr erlaubt. Neuerdings verzichtet IP - Suisse partiell auch auf weitere Herbizide, wodurch die Getreidequalität schon nahe an Bio heranreicht.

 

Mindestens 50 % aller Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz sind im Labelbereich tätig ( wenn man nur die IP - Suisse - und Biobetriebe zählt) und tun damit sehr viel für die Umwelt. Leider werden aber noch nicht so viele Labelprodukte gekauft, wie produziert werden. So hat IP - Suisse momentan 30`000 Tonnen Weizen an Lager. Es liegt also am Konsumenten, wie klimafreundlich z. B. im Getreidebereich in der Schweiz produziert wird. Die Bauern sind jedenfalls bereit.

 

Ein Hobby von Christian ist das Radfahren. So war er am Sonntag wieder mit Kollegen unterwegs. Von Reinach ging es zum Chrischona Fernsehturm und weiter über Rheinfelden, Magden, Maisprach, Buus, die Farnsburg und über die Sissacher Fluh, Liestal und den Gempen zurück nach Reinach. Was soll man da noch ins Flugzeug steigen, wenn doch bereits die Landschaft in unserer Umgebung so viel Schönes zu bieten hat! Und mit dem Rad lässt sich das alles natürlch viel eindrücklicher erleben als mit dem Auto. Dabei fällt mir ein: Seit 1999 waren von unserer Familie nur 2 Personen 1 x mit dem Flugzeug unterwegs und wir haben das Fliegen auch nicht vermisst. Beruf, Hobbys und Familie erfüllen uns offenbar genug. Einer unserer Söhne plant nun eine USA - Reise. Das sei ihm auch gegönnt. Stur möchten wir denn auch nicht sein :-) Wer mehr über unsere Hobbys wissen möchte, findet Informationen darüber hier:  Neuhoffamily

12. - 18.8.2019

Die Flächen um die Gebäude herum und insbesondere der Rundweg müssen diese Woche mit dem Hochgrasmäher und der Motorsense gemäht werden. Wegen der vielen Niederschläge sind in letzter Zeit Gras und Unkraut stark gewachsen. Am meisten stören uns Amaranth, weisser Gänsefuss, Hühnerdarm und Berufskraut. In deiner Ecke des Hofes gibt es sogar ein paar Stöcke Ambrosia. Wenn diese blüht, ist sie sehr stark allergen und muss deshalb entfernt werden. Jedes Jahr reissen wir die Stöcke aus bevor sie zu blühen beginnen. Trotzdem hat es im neuen Jahr dann wieder neue Pflanzen. Diesen Montag werden wir also wieder alle Stöcke ausreissen.

 

Das Holder - Rümli ist gut besucht. Wir hatten dieses Jahr schon viele Vermietungen und natürlich darf dabei auch der Grill nicht fehlen. Langsam geht nun unser Brennholz zu Neige und wir müssen deshalb kurz auf ein Winterprogramm umstellen: Es gilt Holzscheite in Harassen bereit zu stellen.

 

Nachdem im Holder-Rümli der Boden neu mit einer 2 - Komponenten - Farbe gestrichen wurde, sind nun die Wände dran.  Die Dispersionsfarbe in den verschiedenen Farbtönen haben wir bereits. Am nächsten Samstag sind bereits wieder Gäste angesagt. Bis dahin muss alles fertig sein.

5. - 11. August 2019

Am 28. Juli sah es so aus, als wäre der Mais vertrocknet und tot. Dann, im allerletzten Augenblick, kam der grosse Regen mit 50 mm Niederschlag! Eine absolute Seltenheit in Reinach und für uns ein kleines Wunder. Ein Tag nach dem Regen war das Maisfeld wieder grün! Der Mais hat zwar Einiges an Längenwachstum eingebüsst und unten an den Stängeln sind einige Blätter abgestorben, aber sonst ist alles grün. Auch das Wachstum der Maiskolben, für uns der wichtigste Teil der Pflanze, hat wieder eingesetzt.

 

Dieses Jahr hatten wir erstaunlich viele Schwalben auf dem Neuhof. Die 2. Brut der Schwalben ist bereits ausgeflogen. Es handelt sich um Rauchschwalben, die ausschliesslich auf Bauernhöfen brüten. Mit dem Verschwinden der Bauernhöfe dürften also wohl auch die Rauchschwalben aussterben. Gestern haben wir einen Jungvogel, der aus dem Nest gefallen war, auf einen erhöhten Balken gesetzt. Erstaunlich wie leicht so ein Vögelchen ist. Der ausgewachsene Vogel wiegt nur knapp 20 Gramm und trotzdem stecken so viel Kraft und Beweglichkeit in ihm.

 

Sehr beeindruckend sind auch die Mauersegler, die wir auf unserem Hof beobachten können. Vor allem am Abend sieht man sie über unseren Getreidefeldern, wie sie in grossen Gruppen und mit viel Lärm Insekten jagen. Wir wissen nicht, wo sie brüten.

 

Weniger Freude haben wir an den Spatzen. Wahrscheinlich leisten auch diese irgendeinen positiven Beitrag zum Ökosystem Bauernhof. Aber leider sind es sehr viele und sie halten sich gerne im Stall beim Futter auf und verkoten alles. Das Gleiche gilt für die Liegeflächen der Kühe.

 

Diese Woche haben wir es ruhiger. Das Wetter arbeitet für uns. Gras und Mais können wachsen. Wir sind froh um den Regen. Es gilt kleinere Reparaturen zu erledigen und aufzuräumen, draussen und im Büro. Insbesondere gilt das für den ganzen 1. Stock im Gebäude, wo sich das Holder - Rümli befindet. Im Holder - Rümli wollen wir nach dem Boden nun auch die Wände neu streichen. Viele Besucher, insbesondere die vielen Kinder, bringen halt auch viel Schmutz mit. Und die neuen Saaten müssen geplant werden.

29. Juli - 4. August

Nach den ausgiebigen Niederschlägen von letztem Wochenende haben wir endlich kühlere Temperaturen und sehen bezüglich der Wasserversorgung unserer Kulturen gelassener in die Zukunft.

 

Zusätzlich zur Ernte galt es übrigens vor 10 Tagen wieder neue Hühner einzustallen. Ein Stall wurde während 3 Tagen vollständig geputzt, desinfiziert und wieder eingerichtet. Danach trafen 500 Junghennen ein. Sie waren zu diesem Zeitpunkt 19 Wochen alt und am 28. Juli, also im Alter von ca. 20 Wochen, haben bereits 60 von ihnen ihr erstes, noch sehr kleines Ei gelegt. Nachdem sich die Junghennen jetzt im Stall auskennen und vorallem wissen, wo sie ihre Eier legen können, werden sie Mitte dieser Woche zum ersten Mal auf die Weide gelassen, wo sie sich foran täglich aufhalten dürfen.

 

Letzte Woche konnte das Gras für nächstes Jahr gesät und angewalzt werden. Wir dürfen dieses Mal zuversichtlich sein, dass diese Saat gedeihen wird.

 

Auf die gemähten Wiesen lassen wir durch den Lohnunternehmer wieder Gülle ausbringen. Bei der momentanen Bodenfeuchtigkeit und den kühleren Temperaturen erzielen wir eine bessere Wirkung. Es geht viel weniger Ammoniak in die Luft verloren.

 

Diesen Montag wird bei uns wieder eine Kontrolle durchgeführt, ob auf unserem Betrieb auch alle Auflagen erfüllt sind, die vom Staat verlangt werden, damit wir Direktzahlungen erhalten. Weil die Ankündigung eines Kontrollbesuches immer kurzfristig erfolgt, war Christian am Wochenende deshalb damit beschäftigt, zu überprüfen, ob auch alle Aufzeichnungen korrekt geführt sind. Dazu gehören z.B. Betriebsplan, Parzellenverzeichnis, Fruchtfolgeplan, Nährstoffbilanz, Kontrollblatt Düngemitteleinsatz, das Flächenerhebungsblatt, Bodenproben, Feldspritzentest, Anteil Ökoflächen, Auslaufjournal, Aufzeichnungen zum Medikamenteneinsatz, Tierarzneimittelinventar und, und, und....

22. - 28. Juli

Hurra, geschafft! Die Getreideernte ist beendet. Dieses Jahr ist es spät geworden. Einerseits weil das Getreide 2 Wochen später reif war als üblich, andererseits, weil es mit dem alten Mähdrescher 2 Tage länger gedauert hat als es mit einem neuen der Fall gewesen wäre. Der Roggen lag kreuz und quer. Kaum ein Halm stand aufrecht. Deshalb war das Dreschen sehr anstrengend und benötigte volle Konzentration, damit der Mähbalken auch alle Halme vom Boden aufnahm. Die Halme kamen auch völlig unregelmässig in die Maschine und blockierten oft die Zufuhr zur Dreschtrommel. Sofortiges Stoppen, Absteigen und Herausreissen der Halmbüschel war jedes Mal die Folge. Weil beim liegenden Getreide die Ähren nah am Boden sind, musste sehr tief gemäht werden. Dabei war es schwierig die richtige Fahrgeschwindigkeit zu finden. Zu langsames Fahren hätte die Erntezeit noch mehr verlängert. Bei zu schnellem Fahren geriet aber das Messer, womit das Getreide abgeschnitten wird, bei Bodenunebenheiten in die Erde, riss die Halme gleich mit den Wurzeln aus, schob Erdhaufen vor sich her und blockierte. Da galt es wiederum sofort zu stoppen und den Mähbalken anzuheben, abzusteigen und das Messer zu reinigen. Höchste Konzentration war also gefragt und ein Fehler des Fahrers bewirkte sofort Mehrarbeit und Verzögerung. Was aber viel ärgelicher ist, da es von Drittpersonen verursacht wird, sind die Holzprügel, die von Hunden ins Feld geschleppt wurden und von da unbemerkt in den Mähdrescher geraten. Das passierte gleich mehrmals. 2 Mal musste Christian sogar mit dem Mähdrescher zurück zum Hof fahren und dort die Holzstücke aus dem Inneren der Maschine herausoperieren. Zusätzlich musste er das Feld noch mehrmals aus anderen Gründen verlassen und zurück zum Hof fahren: Ein Lager der Antriebswelle ging kaputt, sowie Gleitrollen des Haspels und die Scheiben der Rutschkupplung der Zuführschnecke und zu guter Letzt brach auch noch ein Halmteiler ab.  Das waren dann jeweils Reparaturen von 1 1/2 bis 2 1/2 Stunden.

 

Nach vollbrachter Ernte bleiben schon einige Zweifel, ob wir nächstes Jahr das Dreschen nicht doch lieber von einem Lohnunternehmer mit modernem Mähdrescher machen lassen. Allerdings ist das eine Kostenfrage.

 

Diese Woche wird auch alles Gras gemäht und zu Silage verarbeitet, ein paar wenige Heuballen gibt es auch noch. Das Mähen ist jetzt dringend, denn bei der Hitzewelle vertrocknet uns sonst das Gras auf dem Feld.

 

Bei den abgeernteten Äckern wird der Bodden mit dem Grubber aufgerissen. So können Unkraut und verloren gegangene Körmer keimen und absterben oder später entfernt werden.

 

Auf einem Teil der Felder wollen wir vor dem nächsten Regen (???) Gras ansäen.

 

Zwischenbericht 18. Juli

Die Getreideernte ist in vollem Gange. Letztes Wochenende hat Christian 60 Tonnen Weizen gedroschen. Gestern und heute müht er sich mit dem Roggen. Wegen starkem Regen wurde der Roggen schon vor einiger Zeit zu Boden gedrückt und ist deshalb sehr schwierig zu dreschen. Christian kann nur in eine Richtung dreschen und 2 x Mal musste er bereits wegen kleineren Reparaturen zurück zum Hof fahren. Wie jedes Jahr hoffen wir, dass der alte Mähdrescher auch diese Ernte einigermassen heil übersteht.

8. - 14. Juli 2019

Immer noch ist die Arbeit in der Landwirtschaft körperlich anstrengend. Aber im Vergleich zu früher hat sich doch Vieles stark geändert. Einerseits verbringen wir sehr viel mehr Zeit mit Administration, andererseits kann mühsame Handarbeit heute oft durch Maschinen ersetzt werden. Eine Riesenerleichterung in diesem Zusammenhang ist der Hoflader. Er ist bei uns häufiger im Einsatz als der Traktor. Dank ihm können heute die meisten Gewichte angehoben und transportiert werden, sei es mit seiner Zange, seiner Gabel oder seiner Schaufel. Mit ihm können wir heute 50 kg schwere Düngersäcke auf - und abladen. Bei 200 Säcken wird der Körper da stark entlastet. Oder man denke nur an die 50 Tonnen Stroh- und Heuballen, die jährlich vom Feld geholt, in die Scheune gebracht und von dort zu den Tieren verfrachtet werden müssen. Oder dann die Grassilage: Sie wird bei uns in Ballen gewickelt. Eine Balle ist 600 bis 800 kg schwer. Jährlich benötigen wir davon 400 bis 500 Stück. Eine Erleichterung ist auch der Mistschieber, der im Stall den Flüssigmist über die ganze Länge des Stalles bis zum Güllekanal schiebt, von wo dann alles in die Güllegrube gelangt.

 

Glücklicherweise bleibt so auch noch die Zeit und die Kraft für regelmässigen Sport, um für den Körper einen Ausgleich zu den einseitigen körperlichen Tätigkeiten auf dem Hof zu gewährleisten. Christian besucht den Sportclub Biel - Benken, wo er Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer trainiert und sich mit Mannschaftssportarten wie z.B. Volleyball fit hält - nicht zu vergessen die Kameradschaft, die dabei gepflegt wird und die zum psychischen Wohlbefinden beiträgt. Gerne ist er auch mit dem Bike unterwegs. Letzte Woche ist er beispielsweise mit dem Fahrrad an die Vorstandssitzung der IP - Suisse in Zollikofen BE (Sitz der IP - Suisse) gefahren. Wir Frauen besuchen das Fitnessstudio. Das aber eher aus dem Grund, dass wir das Gefühl haben, zu wenig Bewegung zu haben im Haushalt, im Garten oder bei der Administration.

 

Am Dienstag dieser Woche werden die Hühner ausgestallt. Bevor die neuen Hühner kommen, haben wir noch ein paar Tage Arbeit damit, den Stall zu reinigen und zu desinfizieren.

 

Diese Woche wird die Getreideernte starten, der Mähdrescher ist jetzt bereit.

 

 

1. - 7. Juli 2019

Wir bereiten uns auf die Getreideernte vor. Letztes Jahr war am 1. Juli schon viel Weizen geerntet. Dieses Jahr wird es ca. 2 Wochen später sein. Dabei dürfte das Roggendreschen zur Herausforderung werden, denn ein Starkregen hat das Roggenfeld platt gedrückt und die Halme liegen kreuz und quer. Vorerst muss aber der Mähdrescher aus dem Winterquartier geholt und fit für die Ernte gemacht werden. Zuerst wird die Batterie geladen, dann geht es ans Kontrollieren: Ölstände, Dieseltank, alle Antriebsriemen, Schmierstellen, Lager, Elevatoren, Gebläse, Körnerschnecken, Mähmesser, Haspel, Einzug, Tambour, Siebe, Schüttler, Strohhäcksler und das Rohr, womit die Körner aus dem Tank des Mähdreschers in den Hänger geleert werden. Zudem müssen die Kupplungen, das Getriebe, die Geschwindigkeitseinstellung, die Durchlaufmengen, die Luftzufuhr und die Grösse der Seitenschlitze (entsprechend der zu erntenden Kultur) eingestellt werden. Der Hauptantriebsriemen ist sehr rissig und sollte gewechselt werden. Vielleicht hält er aber noch eine Saison. Wir warten also noch mit einer Reparatur. Es ist nämlich sehr kompliziert diesen Riemen zu wechseln. Andererseits ist es auch nicht motivierender diese Reparatur zu machen, wenn man mitten in den Erntearbeiten ist, alles schon schmutzig und voller Staub ist und man eigentlich gar keine Zeit dafür hat.....Mal sehen! Der Mähdrescher ist halt schon 40 Jahre alt und es gibt noch Vieles, was kaputt gehen könnte. Beispielsweise haben die Pneus der grossen Räder so tiefe Risse, dass man beinahe den Schlauch sieht. Ausserdem sind viele Verschleissteile so stark abgenutzt, dass wir keinen Tag wissen, wann die nächste Panne kommt. Das ist aber schon seit 10 Jahren so und wir fahren für kleinere Reparaturen jeweils vom Feld nach Hause zur Werkstatt, wo wir schweissen, was nötig ist, um anschliessend die Ernte fortzusetzen. Wenn es dann aber einen grossen Schaden gibt, liegen die Reparaturkosten nicht mehr dran, weil eben bald schon das nächste Teil kaputt gehen könnte. Und dann wars das halt...So hat es die Maschine selber in der Hand, wie lange sie noch leben möchte.

Bauernhofblog vom 24. - 30 Juni 2019

Und schon ist der längste Tag des Jahres wieder vorbei. Bereits in 2 - 3 Wochen wird das Getreide gedrescht. Wegen des nasskalten Wetters im Frühsommer wird es dieses Jahr etwas später.

 

Diesen Juni hatten wir sehr viele Gruppen auf dem Hof, die eine Führung bei Christian gebucht hatten. Viele Kinder kommen dadurch in Kontakt mit unseren Hoftieren. Oft bleiben sie nach der ein- bis eineinhalbstündigen Führung noch zum Spielen und zu einem Znüni oder Mittagessen auf unserem Hof. (Unsere Gruppenangebote findet man unter Gruppen oder auch unter Kindergeburtstage.) Viele Kindergärten und Schulklassen aus der Umgebung nutzen diese Möglichkeit einer Führung. Letzte Woche gab es Führungen für 4 Schulklassen vom Aumattschulhaus in Reinach. Letzten Sonntag war dann ein Kindergeburtstag der französischsprachigen Schule in Basel an der Reihe. In der Tat wird oft bei einem Kindergeburtstag zusätzlich zur Miete des Holder - Rümlis noch eine Führung dazugebucht.  Aber auch eine Schulklasse aus Läufelfingen und eine von Breitenbach nutzten das Angebot anlässlich ihrer Schulreise. Diese Woche erwarten wir Kinder der Sprachheilschule in Aesch und in den Sommerferien kommen noch 2 Gruppen via Ferienpass zu uns.

 

Laut Wetterbericht wird diese Woche eine Hitzewelle auf uns zukommen mit Temperaturen von fast 40°. Wir überlegen uns deshalb, bestimmte Arbeiten auf den Abend zu verlegen, wie: Das Holz im Paradiesli zersägen, aufräumen oder Disteln aus Ökoflächen entfernen.

 

Während dieser Woche nimmt Christian noch 2 x an Sitzungen teil, 1 x in Zürich und 1 x in Bern. Es muss an dieser Stelle aber auch einmal erwähnt werden, dass ohne unseren zuverlässigen Mitarbeiter Ion Maidan an solche Abwesenheiten vom Hof gar nicht zu denken wäre!

Bauernhof Blog Montag, 17.6. - Sonntag, 23.6.2019

Montag bis Mittwoch ist warmes Sommerwetter, also ideal zum Heuen und Silieren. Unsere Kühe werden normalerweise mit Grassilage gefüttert. Dazu kann das Gras oft schon am 2. Tag eingebracht, bzw. in die bekannten Folien gewickelt werden, worin es dann eine Milchsäuregärung macht und nach wenigen Wochen verfüttert werden kann. Weil die Silage nicht lange in der Sonne liegt und oft weder gewendet noch gezettet werden muss, gibt es wenig Blattverluste und die Qualität, bzw. der Nährstoffgehalt der Silage ist dadurch höher als derjenige von Heu. Christian hat bereits am Sonntagabend mit Mähen begonnen. Am Dienstag kann also bereits die Silage eingebracht werden. Sie stammt von Kunstwiesen, die wir dieses Jahr bereits das 2. Mal schneiden. Das Gras ist jung und hat einen hohen Protein - und Energiegehalt.

 

Geheut werden bei uns nur die Ökoflächen. Für diese haben wir Verträge. Deswegen müssen wir Nutzungs -, Düngungs - und Pflegeauflagen beachten. Deshalb werden sie auch jetzt erst das 1. Mal geschnitten. Die Flächen sind eher klein und machen viel Arbeit. Zudem ist die Qualität des Futters schlecht, weil das Gras dort schon alt ist. Der Gehalt an Protein und Energie ist kleiner als beim jüngeren Kunstwiesengras. Wir lassen das Gras länger trockenen und machen Heuballen daraus. Heu wird nicht in Folien gepackt, weil es ja durch das Trocknen bereits konserviert ist. Es wird am Mitwoch eingebracht. Am Donnerstag soll es ja schon wieder regnen.

 

Auf unserem Betrieb brauchen wir nur sehr wenig Heu. Es wird an die Tiere verfüttert, denen dieses magere Futter besser bekommt, also die Ziegen, die Esel, allenfalls Ponys und die Kühe, die momentan nicht gemolken werden, weil sie hochträchtig sind (sogenannte Galtkühe).

 

Der Sonntag war kein guter Tag. Wir mussten eingreifen, weil 10 Kinder unter riesigem Geschrei auf dem Trampolin herumhüpften. Als die Mütter endlich ausfindig gemacht werden konnten, stellte sich heraus, dass diese weder Deutsch noch Englisch noch Französisch verstanden - genau so wenig wie die Kinder. Kurz darauf  hatte Christian dann Ärger mit einem Hundehalter. Dieser hielt sich zusammen mit seinem Hund im hohen Gras auf. Nach der Sache mit dem Trampolin war Christian schon leicht "angesäuert"  und als er dann den Herrn im hohen Gras sah, reagierte er stark verägert und wohl etwas agressiv, weshalb der andere auch agressiv wurde, die Aussprache nichts zur Abkühlung beitrug und beide erhitzten Gemütes auseinandergingen. Damit nicht genug: Noch 2 Mal musste Christian Hunde und Halter aus dem hohen Gras verscheuchen. Aber obwohl er dieses Mal versuchte anständig zu bleiben, wurde ihm kein Verständnis für sein Anliegen entgegengebracht.

10. - 16. Juni

Immer wieder ist das Wetter ein Thema. Hatten wir letztes Jahr von Anfang Juni bis in den November keine nennenswerten Niederschläge mehr, so dürfen wir dieses Jahr beim Gras einen schönen 2. Schnitt  erwarten. Dadurch sind 50 % des Futters gesichert. Die Prognosen sehen für die nächsten 2 Wochen Niederschläge voraus, was bedeutet, dass auch das Getreide vor der Ernte nicht mehr austrocknen wird. Allerdings sind damit noch nicht alle Risiken beseitigt. Das Getreide kann immer noch von Krankheiten befallen werden oder Feuchtigkeitsschäden erleiden - aber zumindest haben wir eine Sorge weniger.

 

Diese Woche sind Kleinreparaturen fällig: Der Fanghaken des Unterlenkers beim Traktor ist defekt, das Kabel der Tauchpumpe im Melkstand hat Wackelkontakt und der Boden des fahrbaren Grills, den unsere Holder - Rümli - Gäste verwenden, ist durchgerostet und durchgebrannt. Wie alle paar Wochen müssen der Laufhof der Kühe muss von Kot befreit und die Mistbänder im Hühnerstall geleert werden.

 

Vor einigen Wochen haben wir ein anonymes Schreiben erhalten, worin Vorschläge zur Verbesserung des Spielplatzangebotes gemacht, wenn nicht sogar gefordert wurden. Ende Mai dann kam ein anonymes Schreiben von selbst ernannten  "Tierschützern aus Reinach BL und Umgebung", worin wir wegen unserer Hühnerhaltung angegriffen wurden, ohne dass wir Gelegenheit haben, offensichtlichen Fehlinformationen, die diesen "Tierschützern" vorliegen, entgegenzutreten. Das trifft uns natürlich sehr. Wir lassen die Bevölkerung an unserem offenen Betrieb teilhaben, haben nichts zu verbergen und sind bereit, uns auch mit kritischen Fragen auseinander zu setzen. Unsere Offenheit auszunutzen, um anschliessend einen anonymen Brief zu schreiben, finden wir äusserst hinterhältig und es braucht Energie, den eingeschlagenen Weg, nämlich einen offenen Bauernhof zu führen, weiterzugehen.

 

Unsere Kritiker vergessen gerne, dass wir kein Zoo sind, wo Tiere gegen Entgeld ausgestellt werden und auch kein Freizeitpark, der durch Eintrittsgelder einen Verdienst erwirtschaftet. Wir leben von Nutztieren, denen wir oftmals mehr zu bieten versuchen, als vom Tierschutzgesetz vorgesehen, von denen wir aber auch leben müssen. Der Spielplatz ist keine Einnahmequelle. Wir sind froh, wenn er sich selber trägt. Also: Wer etwas auf unserem Betrieb beobachtet, das er nicht versteht oder das sich nicht mit seinen Vorstellungen verträgt, wie es auf einem Bauernhof zu sein hat, darf sich gerne direkt an uns wenden. Vielleicht können wir ja dann das Problem gemeinsam angehen. Wer anonym bleibt, disqualifiziert sich selber. Im Gegensatz zu der im letzten Blog erwähnten Zusammenarbeit mit den Vogelschützern, haben wir nämlich bei anonymen Briefschreibern keine Win - win Situation, sondern es bleiben auf beiden Seiten nur Verlierer - der Schreiber verliert seine Würde und wir einen Teil unserer Motivation uns offen zu zeigen.

3. - 9. Juni 2019

Wir haben von der Vogelwarte Sempach eine positive Rückmeldung zu Ihrem Besuch auf unserem Betrieb letzte Woche bekommen. Das bestärkt uns natürlich in unserem Engagement für Biodiversität. Christian konnte den Mitarbeitern der Vogelwarte aufzeigen, was alles darauf Einfluss hat wie ein Landwirtschaftsbetrieb funktioniert und wie kaum ein Betrieb mit einem anderen vergleichbar ist, und dass Lage, Grösse, Fläche, Qualität des Bodens, Hanglage, Niederschläge, Infrastruktur, Geographie und Klima einen sehr grossen f Einfluss darauf haben, was und wie ein Bauernhof funktioniert und produziert. Natürlich ist auch der Einfluss des Betriebsleiters - also des Bauern - sehr gross. Es spielt eine Rolle, ob er alt oder jung ist, gut oder weniger gut ausgebildet, ob er ein Maximum produzieren will oder doch lieber nach biologischen Standards produzieren will oder nach den Richtlinien der IP - Suisse wie auf unserem Betrieb. So kann man zwar unterscheiden z.B. nach Ackerbaubetrieben, Milchvieh- oder Mastbetrieben, aber im Detail unterscheidet sich dann doch wieder jeder Betrieb stark von jedem anderen.

 

Nebst dieser Einführung über die verschiedenen Produktionsweisen, waren die Leute von der Vogelwarte natürlich interessiert an unseren Bemühungen um Biodiversität. Auf einem Rundgang konnte Christian ihnen viele Bunt - und Rotationsbrachen zeigen, Säume, Hecken, extensive Wiesen und dann vorallem deren Wirkung: Auf den Brachen ist die Pflanzenvielfalt viel grösser als auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen. Es wird nicht bearbeitet, gedüngt oder gespritzt und dadurch nimmt auch die Anzahl Insekten zu und es entsteht Lebensraum für viele Vogelarten. So konnten unsere Besucher an diesem Tag seltene Vogelarten auf unseren Flächen sehen: Schwarzkehlchen, Neuntöter, Goldammer und Feldlerche und sogar eine Dorngrasmücke. Nicht auf unserem Rundgang, aber auch schon auf unserem Betrieb gesichtet wurden Wachteln, sogar ein Wachtelkönig,  ein Wendehals, ein Orpheusspötter und die Grauammer. Zu guter Letzt hörten wir dann beim Mittagessen unter den Linden ein junges Waldkäuzchen um Nahrung betteln.

 

Es macht Freude, wenn Menschen, die aus verschiedenen Lagern kommen, wie in diesem Fall Naturschützer und Landwirte, einander immer besser verstehen und gemeinsam Sinnvolles bewirken können. In unserem Fall eine Win - win Situation.

 

Diese Woche ist es heiss und gewitterhaft. Am Montag haben wir damit begonnen die im Paradiesli gefällten Bäume wegzuräumen. Und wir haben Montag und Dienstag rund um die Landi ein zweites Mal Gras siliert.

 

Am Mittwoch hat Christian eine Sitzung beim Vorstand des Getreideproduzentenverbandes.

 

Und Ende Woche, an Pfingsten geniesst dann Jon mit seiner Familie ein verlängertes freies Wochenende.

27. Mai - 2. Juni 2019

Gestern Sonntag fand auf dem Neuhof bei bestem Wetter und in bewährt guter Qualität das Spargelessen der Gillerugger statt. Anschliessend haben wir einen Verdauungsspaziergang über die Felder und zum neuen Sportplatz gemacht, der ja auf Land gebaut wurde, das wir früher bewirtschaftet haben. Dort herrschte reger Betrieb. Die neue Anlage mit dem Clubhaus ist gut gelungen und wird offenbar gerne genutzt. ABER: Wir fanden alles zuparkiert vor - auf unserem Land und auf den Feldwegen (wo es ein Fahrverbot gibt). Eine eindeutige Verschlechterung unserer Situation! Der heutige Anruf bei der Gemeinde brachte keine Lösung. Neu ist ja jetzt der Parkplatz des Fiechtenschulhauses vorgesehen für die Fussballer und Zuschauer und beim Spotplatz werden keine Parkplätze gebaut. Das ist anders als ursprünglich geplant. Wären die neuen Parkplätze beim Sportplatz gebaut worden, hätten auch unsere Gäste dort parkieren können. Jetzt finden diese zumindest an den Wochenenden keine Parkplätze mehr und die Feldwege sind für Landmaschinen nicht mehr passierbar. Unsere Lösung? Unsere Gäste müssen in Zukunft auch auf dem Parkplatz des Fiechtenschulhauses parkieren und wir erstellen einen Zaun. So kann niemand mehr auf unserem Land parkieren. Und wer auf den Feldwegen parkiert, wird angezeigt. Schade, dass solche Massnahmen nötig wurden.

 

Auf unserem Waldweidli, dem "Paradiesli", weiden momentan 4 Galtkühe. Sie brauchen ca. 10 Tage, um das Gras unter den Bäumen und in der offenen Fläche zu fressen. Im Winter sind dort 4 Tannen und 2 Birken gestorben. Die Gründe sind unklar. Bei einer Birke war es sicher das Alter. Die Tannen waren geschwächt und der Borkenkäfer hatte leichtes Spiel. Die Bäume standen bei anhaltendem Regen jeweils im Wasser, weil es sich an dieser Stelle staut. Das hat ihnen wahrscheinlich nicht gut getan. So werden Christian und Ion diese Woche damit beginnen die Bäume zu fällen und zu Brennholz zu verarbeiten.

 

Heute Montag besuchte die Vogelwarte Sempach unseren Betrieb, wegen der vielen Buntbrachen, Krautsäumen etc., die den neuen Mitarbeitern der Vogelwarte gezeigt werden sollten.

 

Für den Dienstag ist eine Führung für eine Schulklasse eingeplant.

 

Am Mittwoch gibt es Gespräche zwischen der Spitze der IP-Suisse mit Herrn Zumbrunnen. Da wird auch Christian dabei sein. Herr Zumbrunnen ist Geschäftsleiter und Präsident der Generaldirektion der Migros, mit der IP-Suisse, unsere Bauernorganisation, noch intensiver zusammenarbeiten möchte.

 

Am Donnerstag ist ja bereits Auffahrt und so wird auch diese Woche schnell um sein.

20. - 26. Mai

In dieser Woche wird die Melkmaschine revidiert. Das bedeutet einen Tag Arbeit für 3 Personen. Ausserdem reinigen wir im Stall die Tränken und misten die Liegeboxen der Kühe aus. Das passiert bewusst in dieser Woche. Wir haben nämlich gemerkt, dass sich die Fliegen jetzt langsam bemerkbar machen. Deshalb wollen wir alle Fliegenbrutplätze entfernen und damit den Fliegen den Start ins Sommerhalbjahr erschweren.

 

Mit wehem Herzen beobachten wir, wie alles von Biodiversität, Ressourcenschutz, Klimawandel und Insektensterben spricht und wieder einmal ganz zuvorderst die Landwirtschaft dafür verantwortlich gemacht wird. Tatsächlich wird viel Landwirtschaftsland intensiv bewirtschaftet. Es werden Chemikalien und Kunstdünger eingesetzt. Darunter leiden die Tier- und Pflanzenvielfalt. Und es werden Chemikalien und Nitrat  im Grundwasser gefunden. Andererseits gibt es bereits viele Landwirte, die sich für Biodiversität, Resourcenschutz, fürs Klima und fürs Tierwohl einsetzen - vorallem im Labelbereich. Und nun kommt der Konsument ins Spiel: Wir wissen, dass nicht mehr als 10 - 15 % der Bevölkerung bereit ist, Bioprodukte zu kaufen. Bei IP - Suisse, einem Label, das nicht so teuer ist wie Bio, aber fast so gut, sind es 30 - 40 % aller Konsumenten. Es bleiben also 40 - 50 % aller Kunden, die einfach nur möglichst billig einkaufen wollen. Der Beitrag des Konsumenten an die Artenvielfalt und den Ressourcenschutz wäre aber, mehr für landwirtschaftliche Produkte zu bezahlen, damit der Bauer sich die entsprchenden Massnahmen zum Schutz der Umwelt auch leisten kann. Wie heisst es so schön? Jedes Land hat die Landwirtschaft, die es verdient! Zu den eingesetzten Chemikalien bleibt noch zu sagen:  Alles, was angewendet wird, wurde von mehreren Behörden mehrfach geprüft und freigegeben und anschliessend von den Landwirten in gutem Glauben benutzt, denn durch diese Chemikalien wurden der Arbeitseinsatz erleichtert und die Erträge verbessert. Aber leider blieb der Gewinn, den dieser Fortschritt gebracht hat, nie beim Bauern. Real sanken die Preise für Milch und Getreide. Der Gewinner bei der intensiven Landwirtschaft war und ist der Konsument, der immer weniger für Nahrungsmittel bezahlen muss.

 

Wer die Vielfalt und Blütenbracht unserer Ökoflächen (Brachen, Hecken und Magerwiesen) bestaunen möchte, kann das in den nächsten 2 Wochen tun, denn jetzt beginnt die Blüte von Margerite, Kornblume, Mohn und weiteren Pflanzen. Und jeder Konsument von Bio- oder IP-Suisse-Produkten darf sich rühmen, seinen Teil dazu beigetragen zu haben.

6. - 19. Mai

Es ist dieses Jahr länger kalt geblieben. In früheren Jahren war der Weizen um diese Zeit bereits am Ährenschieben. Dieses Jahr geht es wohl eine Woche länger. Die Ernte wird dadurch wahrscheinlich auch um eine Woche nach hinten verschoben.

 

Trotz den tiefen Temperaturen(ca. 10 - 12°) haben wir am Montag, 13. Mai das Gras beim Sonnenhof gemäht. Es heisst laut Wetterbericht, dass es in den nächsten Tagen nicht regnen wird. Eine starke Bise werde blasen. So wird das Gras wohl trotzdem trocknen. Ausserdem ist es schon bald alt, verholzt und verliert Nährstoffe. Es ist also höchste Zeit fürs Mähen. auch müssen wir die Gülle auf die gemähten Wiesen ausbringen, denn die Güllegrube ist schon wieder voll.

 

Weit ab vom Neuhof haben wir ein "Waldwiesli" gepachtet. Da bringen wir am Dienstag die Galtkühe hin, also die Kühe, die nicht gemolken werden, weil sie hoch trächtig sind. Sie werden geschätzte 10 Tage brauchen, um dort alles abzuweiden.

 

Am Dienstagnachmittag wird auch noch unsere Feldspritze überprüft, damit sie einwandfrei funktioniert und die Herbizide gleichmässig verteilt werden. Andere Pestizide verwenden wir ja schon seit über 20 Jahren nicht mehr. Und wir wollen noch rund um den Hof das Gras mähen. Das geschieht mit einem Hochgrasmäher, der etwa wie ein Rasenmäher funktioniert. Zum Teil kommt aber auch eine Motorsense zum Einsatz, auch Fadenmäher genannt. Damit wird beispielsweise entlang dem Zaun der Ponyweide gemäht.

 

In der Woche vom 13. Mai darf Christian beinahe täglich Führungen mit Kindergärten und Schulklassen machen.

 

Der Kälberstall muss noch ausgemistet werden und die Liegeboxen der Kühe müssen gereinigt werden.. Letzteres passiert ein Mal im Jahr im Frühling. Dabei wird alles alte Stroh und der eingetrocknete Mist aus den Boxen entfernt und neu eingestreut. Wahrscheinlich wird das aber erst nächste Woche erledigt.

 

 

23. April - 5. Mai 2019

Über Ostern waren wir eine Woche lang weg. Unsere Mitarbeiterfamilie hat während dieser Zeit alle Tiere bestens versorgt und zum Hof geschaut. Kaum waren wir zurück auf dem Hof, fuhren sie auch schon nach Moldawien in die Ferien.Und gleichzeitig ging es auch schon los mit den Feldarbeiten:

 

  • Ostermontag hat Christian Gras gemäht - rund um die Landi, und einen Teil der Weide bei der der Tramstation, entlang den Häusern.
  • Am Dienstag dann mussten 2000 Eier an Miba Milchprodukte in Aesch geliefert werden, davon 1200 gestempelt und abgepackt in 6er - Schachteln. Danach wurde das Gras gezettet (ausgebreitet), damit es besser trocknen kann. Am gleichen Tag mäht Christian ein weiteres Feld  (6 ha), da, wo anschliessend Mais gesät werden soll. Anschliessend schwadet er das am Montag gemähte und angewelkte Gras und sofort anschliessend macht der Lohnunternehmer Siloballen daraus. Nach dem Melken und den Stallarbeiten, die ja täglich anfallen, holt Christian die Siloballen nach Hause und stapelt sie mit dem Hoflader auf der Hinterseite des Holder - Rümlis.
  • Am Mittwoch mäht er das am Dienstag gemähte Gras. Am Nachmittag heisst es wieder Schwaden machen. Aber, oh je! Mitten in der Arbeit beginnt es zu regnen und somit können keine Siloballen gemacht werden. Das Gras wird rasch zu nass. Es ist uns seit Jahren nicht mehr passiert, dass es uns erntebereites Futter verregnet. Das ist gar nicht gut!
  • Am Donnerstag muss Christian die ganzen Schwaden wieder aufzetten und somit das nasse Futter zum Trocknen ausbreiten. Also doppelte Arbeit! Noch schlimmer ist aber der Qualitätsverlust beim Futter. Weil das Gras nochmals gezettet werden muss, fallen viele Blätter ab und sind verloren und mit dem Aufsaugen und wieder Abgeben von Wasser sind viele Nährstoffe ausgeschwemmt worden. Zum Glück war es am Donnerstag aber schön und warm, so dass das Futter eingebracht werden konnte. Dieses Mal gab es 40 Siloballen, die wieder nach der Stallarbeit nach Hause gebracht werden mussten.
  • Am Freitag, nach dem Ausliefern von weiteren 2000 Eiern, begann Christian sofort mit dem Ausbringen unseres Mistes, der bekanntlich hinter dem Stall bei den Hochsilos lagert. Gleichzeitig brachte ein grosser Legehennenbetrieb aus der Region ca. 50m3 Hühnermist und verstreute diesen auch sofort auf dem abgeernteten Feld, wo wir später Mais ansäen wollten. Das dürfte man in der Nachbarschaft gerochen haben! Dieser Legehennenbetrieb hat selber zu wenig Fläche für den Mist seiner 8000 Legehennen und wir haben zu wenig Tiere um all unsere Flächen mit genügend Nährstoffen versorgen zu können. Somit ist dann beiden gedient: Wir müssen viel weniger Kunstdünger zukaufen und unser Kollege hat seinen Boden nicht überdüngt. Damit er seine 8000 Legehennen halten darf, muss er dem Kanton gegenüber sogar Düngerabnahmeverträge (z.B. mit uns) vorweisen, weil die maximale Anzahl Tiere pro Fläche gesetzlich geregelt ist. Nur dank dieser Abnahmeverträge ist es ihm also erlaubt, so viele Tiere zu halten.
  • Am Wochenende wurde zwischen der üblichen Stallarbeit das spätere Maisfeld gepflügt.
  • Am Montag wurde geeggt und dann sähte der Lohnunternehmer mit einer speziellen Sämaschine den Mais.
  • Am Dienstag (die Mitarbeiterfamilie war immer noch in den Ferien) ging es dann weiter mit Pflug waschen, einölen und wegstellen bis er im September wieder gebraucht wird. Danach wurde der Düngerstreuer am kleinen Traktor montiert und der Roggen erhielt die letzte Stickstoffgabe, die nicht mehr das Ziel hat, den Ertrag zu steigern, sondern die Kornqualität zu verbessern.
  • Am Mittwoch, 1. Mai, war Feiertag, da versorgte Christian nur die Tiere, was aber auch noch 6 Stunden dauert.
  • Am Donnerstag galt es die trockenstehenden Kühe (also die hochträchtigen, die nicht gemolken werden) auf die Ponyweide zu bringen und die Weide und den Zugang dazu zuvor vorzubereiten. Ausserdem musste endlich der Mistzetter gewaschen und versorgt werden.
  • Am Freitag kontrollierte Christian die Felder beim Sonnenhof und ging sich danach neue Stiefel und Schuhe kaufen. Es reichte auch noch für ein wohlverdientes Glacé.
  • Am Samstag musste die Silofräse gewechselt werden, bevor dann heftiger Schneefall einsetzte. Eines der 3 Hochsilos, das mit Mais gefüllt war, war gerade leer geworden. Zum Wechseln der Entnahmefräse und des Gebläses zu einem anderen Silo muss Christian 10 - 12 Mal auf ein Silo rauf- und wieder runterklettern. Zum Glück war da ein junger, kräftiger Mann, der ihm spontan geholfen hat.
  • Am Sonntag galt es dann die Silofräse in Betrieb zu nehmen und zu kontrollieren, ob sie auch funktioniert. Der Rest des Tages war dann dem Entwurf dieses Blogs gewidmet und ein bisschen Sonntagsruhe darf ja auch sein.

In der Woche vom 6. Mai bleibt es wohl Winter. Es ist zwar kalt, dafür gibt es aber weniger Arbeit bis dann unsere Mitarbeiterfamilie wieder zurückkehrt.

 

15. - 22. April

Am Wochenende wurde es vorübergehend wieder kalt und es hat sogar geschneit, ein Wetterwechsel wie es im April üblich ist. Die Kühe gehen trotz Kälte und Schnee gerne auf die Weide. Ihnen macht die Kälte nichts aus. Es stört sie überhaupt nicht, wenn es 10° unter Null hat. Sobald es aber mehr als 20° warm wird, beginnen sie zu leiden. Sie haben also lieber kalt als warm. Hühner sind da eher anspruchsvoller. Sie lieben weder tiefe Temperaturen, noch Hitze. Bei Schnee, Regen, Hitze und Kälte bleiben sie lieber im Stall. Genau wie unsere Kühe haben sie die Wahl, ob sie auf die Weide wollen oder lieber drin bleiben. Jeden Morgen wird die Hühnerklappe geöffnet und vielleicht sollten wir mal eine Studie machen lassen, welche Hühner auf die Weide gehen und wie oft: 1x täglich, mehrmals oder gar nicht. Das wäre interessant.

 

Wiesen und Weiden müssen jetzt kontrolliert werden. Vor allem einzelne Blacken entfernen wir systematisch von unseren Feldern. Dieser Aufwand hält sich in Grenzen (2 - 3 Tage), weil wir jahrelang immer konsequent waren und sie sich somit nicht stark vermehren konnten. Wird man da nachlässig, entsteht ein riesiges Samenreservoir im Boden und damit ein so grosser Unkrautdruck, dass man mit normalem Aufwand nirgends mehr hin kommt. Es spielt dann keine Rolle mehr, nach welchen Richtlinien ein Hof bewirtschaftet wird, sei es Bio, IP-Suisse oder konventionell, ob man die Blacken aussticht oder chemisch bekämpft. Die Wiesen werden jedes Jahr von Blacken überwuchert werden.

8. - 14. April 2019

Die Wasserknappheit wird zum Problem. Im März hatten wir praktisch keinen Regen (dafür einmal Schnee). Im April waren es bis jetzt 28 Liter pro m2. Immerhin. Aber das hat gerade für die  Oberfläche gereicht. Die Erde ist ab 15 cm Tiefe trocken. Zum Hof gehört eine Quelle, die am Abhang des Fuchswaldes gefasst wird. Während der letzten 25 Jahre hat sie uns zuverlässig genug Wasser geliefert, um Pony, Schweinchen, Esel und den Weiher zu versorgen. Zum ersten Mal ist sie jetzt völlig versiegt.

 

Am 1. April (kein Aprilscherz!) ist das erste Schwalbenpaar zurück gekehrt. Vorerst bleibt es bei diesem einen Paar. Wir haben auch hier festgestellt, dass es jedes Jahr weniger werden. Letztes Jahr hatten wir ziemlich viel Nachwuchs und ein Schwalbenpaar hat sogar 3 x Junge aufgezogen.

 

Am Montag kam der Futtermischwagen aus der Reparatur. Danach haben wir noch die kaputten Messer der Mischwelle ausgewechselt, ihn wieder eingestellt und in Betrieb genommen. Die nächsten paar Jahre darf er jetzt keinen Ärger machen!

 

Christian hat die Getreidefelder kontrolliert und festgestellt, dass auf einem Viertel der Felder ziemlich viel Unkraut wächst.Ein Feld wurde überhaupt noch nicht behandelt und auf 2 weiteren machen sich Frühjahrskeimer wie die Klette und die Distel breit. Momentan regnet es ein wenig und es wird kälter. Deshalb muss bis nächste Woche gewartet werden mit dem Herbizid.

 

Im Weiteren sind wir daran, das Aussenlicht beim Holder - Rümli zu verbessern.

1. - 7. April 2019

Am Montag diese Woche hat sich wieder einmal gezeigt, wie abhängig wir von der Technik sind: Beim Entladen des Futtermischwagens ging plötzlich gar nichts mehr und Christian konnte das Futter für die Kühe nicht abladen. Das Futter käme mit einem Ausbringband aus dem Wagen auf den Futtertisch (damit ist der Boden im Tenn gemeint, von dem die Kühe fressen). Im Wagen selber wird das Band durch Förderschnecken bedient. Wenn also alles gut läuft, ist das ausserordentlich praktisch. In diesem Fall mussten aber 2 Tonnen Futter von Hand mit der Gabel oder sogar mit blossen Händen aus dem Wagen geklaubt und verteilt werden. Das ging nur entweder über eine kleine Öffnung, wo das Band durchläuft oder dann über die 2 Meter hohen Wände des Wagens. So etwas ist zwar anstrengend, aber machbar - sofern man es nur 1 x machen muss. Die Kühe hatten am Ende ihr Futter. Aber das Problem war nur für kurze Zeit gelöst, denn heute Morgen, d.h. am Dienstag, wollten die Tiere ja wieder Futter. Also musste Christian zuerst herausfinden was genau kaputt war: Aha, ein Getriebeteil. Also Rücksprache mit der Firma, die uns den Wagen verkauft hat. Es stellte sich heraus, dass der Wagen nicht vor Ort repariert werden kann, und dass das Ersatzteil in Italien bestellt werden muss. Das kann dauern! Wie sollen wir nur die Kühe füttern? Das Futter muss ja nicht nur im Tenn verteilt, sondern auch gemischt werden. Das ist wichtig. Glücklicherweise hat die Firma angeboten, unseren kaputten Futtermischwagen abzuholen und dabei gleich einen Ersatzwagen zu bringen. Das konnte am gleichen Tag noch erledigt werden und die Erleichterung war gross, als am späten Abend dann der Ersatzwagen an unserem Traktor angepasst war, bereit für dem Einsatz am Dienstagmorgen. So durften sich die Kühe auf das ihnen zustehende Futter freuen und wir uns auf die Rechnung :-)

 

Wir erwarten einen Wetterumschwung. Vor dem Regen muss dringend noch das Getreide gedüngt werden. So können wir den Dünger noch auf den trockenen Boden ausbringen und das von uns inständig gewünschte  Regenwasser wird dann den Dünger auflösen, so dass ihn die Pflanze aufnehmen kann.

 

 

25. - 31. März 2019

Der Zaun um den Hühnerhof ist endlich fertig geworden. Als Letztes wurde in der hinteren Hälfte noch ein Eingangstor gebaut. Dazu wurde ein altes Gartentor mit Stahlrohren und einem Drahtgeflecht auf 1,8 Meter erhöht und es wurden Scharniere angeschweisst. Das Tor wurde angebracht und darunter noch 2 Reihen Gartenplatten verlegt. Fertig!! Die Freude am neuen ein - und ausbruchsicheren Hühnerhof ist gross. Ob die Hühner abends überhaupt noch eingesperrt werden müssen?

 

Im hinteren Teil des Hühnerhofes wurde Gras angesät und gewalzt. Jetzt müssen wir noch warten, bis das Gras fausthoch ist. Dann dürfen die Hühner auch dort hinein.

 

Die Weide für die Kühe wurde vorbereitet. Für den Elektrozaun wurden ca. 150 Kunststoffpfähle und 1 km Kunststoffband mit Drahtlitzen benötigt, sowie diverse Installationen beim Ein- und Ausgang der Weide. Am Mittwochmorgen dann durften die Kühe auf die Weide. Kaum hatte die erste Kuh entdeckt, dass der Stall offen und damit der Weg zur Weide frei war, ging das Gerenne los: Raus aus dem Stall und rein ins frische Gras! Bevor aber gefressen wurde, gab es ein freudiges Herumgespringe und die Grösse des Geheges wurde erkundet. Aber schon nach kurzer Zeit trat Ruhe ein und alle Köpfe waren gesenkt. Das junge, saftige Gras wurde hastig abgezerrt und gefressen. Nach einer halben Stunde lagen die meisten Kühe schon auf der Wiese, liessen sich von der Sonne das Fell wärmen und waren gemütlich am Wiederkäuen.

 

Christian hat mit einem etwas mulmigen Gefühl zum dritten Mal Gras gesät und eingewalzt, da wo die Grassaat letztes Jahr nicht keimte und vertrocknete. Ungut ist das Gefühl deshalb, weil es bereits wieder trocken ist und vorderhand kein Regen fallen wird. Falls das Gras wieder nicht wachsten kann, ist das dann schon sehr ärgerlich und teuer. Auch die anderen Kulturen werden in Kürze Trockenheitsschäden verzeichnen. Zum Glück ist es noch recht kühl...

18.  - 24. März 2019

Die Fasnacht ist vorbei und bei uns ist in der Scheune Ruhe eingekehrt. Im Winter ist es da immer etwas eng, weil die Gillerugger zum Wagenbauen eben mehr Platz brauchen. Letzten Freitag haben die Gilleruger nun ihre monatelange Samstagsarbeit in nur 2 Stunden völlig vernichtet. Sie haben alles abgebrochen, verstaut und entsorgt und wir haben wieder mehr Platz, weil die "Fasnächtler"  im Sommer nur einen Standplatz benötigen. Das ist auch besser so, weil wir dann besser zirkulieren können und auch mehr Platz brauchen, um Material zu lagern. Wahrscheinlich wird die nächste Aktivität auf unserem Hof dann das Spargelessen im Mai sein, das die Gillerugger organisieren.

 

Am Montag und Dienstag ist das Wetter noch winterlich und Ion und Christian sind in der Werkstatt. Unter Anderem wird da ein Tor für den Hintereingang des Hühnerhofes gebaut. Sobald es etwas abtrocknet wird im Hühnerhof der Rest des Drahtgeflechtes angebracht.

 

Auf dem Feld brauchen Weizen und Roggen jetzt dringend Stickstoff. Sie haben dieses Jahr bis jetzt noch keinen Dünger erhalten. Und Christian wird das Gras nochmals säen, das letztes Jahr wegen Wassermangels nicht gekeimt ist.

 

Ein Stierkalb hat den Hof verlassen und die vier Monate alten Kuhkälbchen fahren Ende dieser oder Anfang nächster Woche in die "Bergferien". Das heisst, sie werden auf einem Bergbetrieb aufgezogen, bis sie nach 2 Jahren wieder als Kühe zurück kommen.

11. - 17. März 2019

Am Montag reiste Christian zu einer Besprechung bei der IP - Suisse nach Zollikofen. Zuhause hat Ion unterdessen versucht die Siloballenzange zu reparieren. Sie war letztes Jahr auseinandergebrochen, da die Ballen sehr schwer waren. Ausserdem gab es Arbeit bei den Hühnern: Der Mist wurde von den Mistbändern entfernt, was 1 x pro Woche gemacht werden muss und eine gute halbe Stunde dauert. Danach wurde noch alle Einstreu ersetzt, weil sie bei dem nassen Wetter ganz schmutzig geworden war. Das gibt etwas länger zu tun und muss ca. alle 2 Monate gemacht werden.

 

Am Dienstag kam der Tierarzt zur monatlichen Kontrolle. Es geht dabei um die Fruchtbarkeit der Herde, weil wir ja von den Kühen pro Jahr ein Kalb erwarten, denn ohne Kalb keine Milch. Also erwarten wir, dass die Kuh bald nach der Geburt wieder im Zyklus ist. Das Ziel ist, dass die Kühe ca. 100 Tage nach der Geburt wieder trächtig werden. Der Tierarzt macht also die gynäkologischen Kontrollen und trifft Massnahmen, wo Schwierigkeiten auftreten. Natürlich spielt auch die richtige Fütterung eine wichtige Rolle, weshalb wir unser Futter (Gras- und Maissilage vom Hof) auch anylysieren lassen, um allenfalls fehlende Nährstoffe oder Futterkomponenten noch zu ergänzen.

 

Tagsüber wurde am Dienstag das schöne Wetter genutzt, um am Hühnerzaun weiterzuarbeiten. Bald ist er fertig. Ausserdem wurden die Obstbäume geschnitten: Quitten, Äpfel, Mirabellen und die wilden Pfirsiche. Am Abend dann, war noch die allmonatliche Milchkontrolle, wo Menge und Gehalt der Milch festgestellt werden. Das kommt auf den Abstammungsausweis der Kuh und beeinfluss letztlich den Wert der Kuh.

 

Heute Mittwoch ist Christian im Büro. Bei Sonnenschein wird damit begonnen, ein Drahtgeflecht am Hühnerzaun zu montieren. Bei Regen wird ein Eingangstor für den hinteren Hühnerauslauf gebaut.

 

Am Donnerstag ist dann nochmals eine Besprechung bei der IP - Suisse in Zollikofen.

 

Freitag düngen wir, falls möglich, die übrigen Getreideflächen.

 

Am Wochenende wird Christian alleine arbeiten. Für Samstag hat jemand das Holder - Rümli gemietet.

4. - 10. März

Viel Administratives wird von der Bäuerin, also von mir, erledigt, z.B. die Buchhaltung, der Aufbau und die Betreuung der Webseiten,  die Werbung, die Vermietung des Holder - Rümli, die Versicherungen etc. Christian ist zur Abwechslung nicht ungern im Büro, wo er sich dann mit den landwirtschaftsspezifischen Sachen befassen muss (Fruchtfolge, Düngerplan, Vorgaben für Direktzahlungen etc) Aber weil es draussen immer so viel zu tun gibt, was ihm 100 x wichtiger erscheint, stapeln sich halt alle seine Pendenzen auf seinem Bürotisch. Wenn er sich dann endlich mal Zeit fürs Büro gönnt, dauert es in der Regel ca. 2 Stunden, bis die Schreibtischplatte so weit frei geräumt ist, dass mit der Arbeit begonnen werden kann. Oft ist dann aber draussen schon wieder etwas Dringendes zu erledigen und das Spiel beginnt von vorne. Das war bei unserem Vor - vor - Gänger in den 50ger Jahren noch anders. Der hielt sich meistens in seinem Büro auf, mit Blick auf den Hofplatz und befehligte seine 20 Mitarbeiter von dort aus. Heute sind wir auf dem stark mechanisierten Betrieb 2 Ehepaare, die zusammen 300 % arbeiten. Die Fläche ist grösser geworden, ebenso der Viehbestand. Statt der 1000 Schweine unseres Vorgängers halten wir 1000 Hühner und die Gebäude des Sonnenhofs sind noch dazu gekommen, ebenso der Spielplatz und das Holder - Rümli. Aber zurück zum Büro: Auch die Landwirte haben immer mehr Papierkram, wegen der Aufzeichnungspflicht. Die Aufgabe von Christian wäre es jetzt die Nährstoffbilanz zu berechnen. Aufgrund der Anzahl Tiere auf dem Hof und der angebauten Kulturen lässt sich berechnen, wieviel Kunstdünger es auf dem Betrieb nebst Mist und Gülle noch braucht. Es gibt dafür strenge Vorschriften, weil verhindert werden soll, dass die Böden überdüngt werden und die Umwelt mit Phosphat oder Nitrat belastet wird. Zudem müssen die jährlich ändernden Kulturen und Mutationen (Verlust von Kulturland wegen Sportplatz, Strassenbau etc.) genauestens ans Amt für Landwirtschaft Bl übermittelt werden. Auf dem Internet finden sich Luftbilder des ganzen Hofes mit allen Parzellen und deren Grundbuchnummern. Es ist jedes Jahr wieder eine mühevolle Arbeit, weil man übers Jahr wieder vergessen hat, wie es geht. Aber die Direktzahlungen des Bundes und des Kantons basieren auf diesen Angaben und sie werden sehr pingelig überprüft. Zusätzlich muss der Feldkalender für den ökologischen Leistungsnachweis nachgetragen werden und für das Label IP Suisse muss Christian die auf dem Betrieb vorhandenen Biodiversitätspunkte berechnen und weiterleiten.....mittlerweile ist Christian aber schon wieder draussen. Wahrscheinlich wartet er mit den Büroarbeiten bis es regnet.

25. Februar - 3. März 2019

Die Wagenbauer sind im Schlussspurt mit Ihren Fasnachtswagen. Wie jedes Jahr bleibt viel weniger Zeit als gedacht, resp. der Glaube, man habe ja noch viel Zeit, schwindet rasch und so muss am Freitag Platz gemacht werden, damit die Bärenfelswaggis am Samstag ihr Einweihungsfest feiern können. Am Sonntag nehmen sie dann am Umzug in Aesch teil. Die Gillerugger haben ihre Einweihung eine Woche später auf unserem Hof und sind anschliessend in Basel an den "drey scheenschte Dääg"

 

Das Wetter ist schön und trocken und wir arbeiten weiter am Hühnerhofzaun. Um die Pfosten zu setzen muss man zu zweit sein, denn sie sind schwer, da schon mit einem Betonsockel versehen, und sie sollen ja auch genau senkrecht und am richtigen Ort stehen. Zwischen den Pfosten werden 50 cm hohe Betonplatten eingegraben, damit dann auch ja kein Fuchs oder andere Tiere unter dem zu befestigenden Drahtgeflecht hindurchschlüpfen können.

 

Jetzt kommt aber doch noch etwas Hektik auf, weil das schöne Wetter am Freitag zu Ende gehen soll und wir vorher noch Weizen säen möchten beim neuen Sportplatz, da wo die Erdhügel jetzt abgetragen sind. Ausserdem wollen wir noch Gülle auf die neu angesäte Wiese ausbringen. Da ist der Boden jetzt schön trocken und gut befahrbar. Auch der zuletzt gesäte Weizen, der noch ziemlich klein ist, muss vor dem Regen noch unbedingt Dünger haben.

 

Diese Woche macht Christian auch 2 Führungen mit Kindern. Da geht es vor allem um die Tiere auf dem Bauernhof und wenn die Zeit reicht, dürfen die Kinder auch noch auf einen grossen Traktor sitzen.

18. - 24. Februar 2019

Bei diesen Temperaturen stellt sich die Frage, ob der Weizen schon gedüngt werden soll. Die Kulturen brauchen Nahrung, sobald sie zu wachsen beginnen, weil im Winter vor allem der Stickstoff ausgewaschen wurde. Wenn es dann warm  wird und Weizen und Roggen zu wachsen beginnen, werden sie schnell gelb und lahm, weil ihnen das Wichtigste zum Wachstum fehlt: Stickstoff, Phosphor und Kalium. Nachts ist es aber immer noch frostig und deshalb hatten wir bis jetzt trotz hoher Tagestemperaturen noch kein grosses Wachstum. Wir warten also noch mit Düngen, denn es besteht ein Risiko, wenn der Dünger jetzt nicht von den Pflanzen aufgenommen wird: Stickstoff wird leicht ausgewaschen. Wenn es also viel regnet, verschwindet er mit dem Wasser in tiefere Bodenschichten und ist für die Pflanzen verloren. Im schlimmsten Fall gelangt er bei Regen als Nitrat ins Grundwasser. Deshalb wird erst gedüngt, wenn Wachstum vorhanden ist, weil dann die Pflanzenwurzeln den Dünger auch aufnehmen können. Neben der ökologischen Seite, gibt es auch einen wirtschaftlichen Aspekt für uns: Nicht nur ist der Dünger bei Regen verloren, wir dürfen auch nur eine bestimmte Menge davon pro Jahr einsetzen, laufen also Gefahr, den Pflanzen während der Wachstumszeit nicht mehr genug davon anbieten zu können und so würde die Ernte kleiner ausfallen.

 

Schnipp, eines unserer beiden kleinen Schweinchen (Minipigs) hat zu lange gewachsene Klauen. Der Tierarzt muss sie diese Woche kürzen. Da Schnipp aber das "Fingernägel schneiden" gar nicht liebt, muss sie dazu betäubt werden. Auch das wird Protestgeschrei bei Schnipp auslösen. Mal sehen....

 

Am Mittwoch werden wieder einmal junge Kühe von Experten beurteilt. Vorgängig müssen sie also noch sauber geputzt werden.

 

Und schliesslich wird weiter am Zaun des Hühnerhofes gearbeitet.

 

Übrigens: Wer hat das gewusst? Es ist erstaunlich wofür man eine Busse kassieren kann: Ion hat letzte Woche in der Ebene zwischen Reinach und Aesch in der Buntbrache gearbeitet (s.u.) und hat zu diesem Zweck unseren uralten verbeulten Daihatsu Pickup am Feldrand abgestellt. Da kam die Polizei über den Feldweg gefahren und besah sich den Pickup. Als landwirtschaftliches Fahrzeug, darf der da auch stehen, trotz Fahrverbot. Trotzdem händigte die Polizei Ion eine Polizeibusse über Fr. 60.- aus: Weil die Schlüssel steckten! Wir waren perplex.

11. - 17. Februar 2019

In diesem Winter war es nie kälter als - 5°C in der Nacht und tagsüber relativ warm. Letzte Woche ist bei den Eseln das Wasser eingefroren, aber zum Glück ist dieses Mal keine Leitung geplatzt. Ungern erinnern wir uns an vorletztes Jahr, als am 17. April ein Spätfrost riesigen Schaden anrichtete. Während der nächsten 2 Monate kann also wettermässig noch einiges passieren! Gemäss Wetterbericht ist während der nächsten 2 Wochen nicht mit starkem Frost zu rechnen und wir dürfen uns über Sonnenschein freuen. Deshalb werden wir auch draussen arbeiten:

  • Die Hecken rund um den Hof schneiden
  • In den Bunt- und Rotationsbrachen wachsen manchmal auch Büsche und Bäume. Diese sind unerwünscht und müssen zurückgeschnitten werden.
  • Wo nötig, den Waldrand zurückschneiden auf die ursprüngliche Waldgrenze
  • Apfel- und Quittenbäume schneiden
  • Am 2. Teil des Hühnerzaunes weiterarbeiten

 

Das wäre mal das Ziel, aber es ist Arbeit für einen ganzen Monat! Und es wird wohl noch viel Anderes dazwischen kommen und das Wetter wird auch nicht immer passen....Bei dieser Zielsetzung wird es auf dem Neuhof wohl viel zu schnell Frühling werden!

 

Nächsten Dienstag kommt die Tierärztin zur monatlichen Kontrolle der Kuhherde (es geht in der Hauptsache um die Fruchtbarkeit, also Trächtigkeitsuntersuche etc.). Anschliessend erwarten wir den Futtermittelberater, weil die Maissilage mit dem kolbenlosen Mais vom letzten Jahr aufbgebraucht ist und die Ergänzungsfütterung mit Kraftfutter (Getreide) wieder angepasst werden muss. Am Donnerstag gibt es Besuch von pro Natura BL und zusätzlich vom ehemaligen Projektleiter von Hopp Hase. Sie wollen das Projekt, das erfolgreich auf unseren Feldern durchgeführt wurde (Vermehrung der Feldhasen), ihren Kollegen aus dem Kanton Thurgau vorstellen.

 

4. - 10. Februar 2019

Die Malarbeiten im alten Schweinestall sind fertig und wir machen uns diese Woche ans Aufräumen, Entsorgen und Recyclen von Materialien. Vieles haben wir einfach aufgestapelt, um Platz fürs Malen zu schaffen. Das können wir jetzt wieder einräumen und Unbrauchbares definitiv entsorgen.

 

Auf unserem Betrieb haben wir einen alten Ladewagen, auf dem wir Plastikabfälle und andere brennbare Materialien sammeln. Dazu gehören vor allem die Plastikfolien, die um die Siloballen gewickelt waren. Damit fahren wir ca. 3 Mal im Jahr nach Laufen, wo ein regionales Entsorgungszentrum (REZ) steht . Dort wird das Fahrgespann gewogen, geleert und wieder gewogen. Dabei wird auch kontrolliert, ob da nicht Fremdmaterialien, wie z.B. alte Pneus mitentsorgt werden. Denn das geht gar nicht (Umweltschutz) und wird teuer, wenn man dabei ertappt wird! Wir entsorgen so pro Mal jeweils ca. 1 Tonne Material. Das kostet Fr. 240.-.

 

Ebenfalls wollen wir einen grossen Berg Alteisen entsorgen. Dazu fahren wir mit Traktor und Anhänger zur Firma Thommen in Kaiseraugst. Diese Firma ist riesig. Dort werden haufenweise Autos geschreddert und auch Bahnwagen zerlegt und es werden täglich mehrere hundert Tonnen Material zur Wiederverwendung versandt. Leider ist mit unseren ca. 2 Tonnen Alteisen nicht viel Geld zu machen. Der Marktpreis schwankt natürlich, aber wir erwarten nicht mehr als Fr. 100.- Mit Kupfer oder Chromstahl würden wir mehr Geld verdienen...

 

Natürlich kommt auch zu uns wöchentlich die Müllabfuhr, um Kehrrichtsäcke einzusammeln. Daneben sammeln wir aber auch Pet, Papier, Karton, Batterien und Sperrgut. Das gibt rasch viel Material und muss regelmässig entsorgt werden. Und im Frühling wird es wohl einen grossen Container mit Altholz geben.

 

Und was steht sonst noch an?

  • Sobald das Wetter besser wir, werden wir die Hecken rund ums Haus schneiden.
  • Zudem hat Christian noch 1 Kommissionssitzung im Kanton BL und in Bern noch eine Arbeitsgruppensitzung der IP - Suisse.

 

 

28.Januar - 3. Februar 2019

Es ist Januar und die Holzheizungen auf dem Neuhof laufen auf Hochtouren. Aber die Holzvorräte gehen zur Neige. Wir haben den Liferanten gewechselt und fragen uns jetzt, wo das Holz bleibt. Zuvor hatten wir immer Holzvorräte für 2 - 3 Jahre, weil freisches Holz kaum brennt und deshalb erst 1 - 2 Jahre getrocknet werden muss. Jetzt wird es aber langsam eng und mit Sorge beobachten wir, wie rasch die Holzvorräte schwinden. Ein Teil der neuen Lieferung muss jetzt schon getrocknet sein, damit wir unsere Küchen mit den Kombiherden heizen können.

 

Im alten Schweinestall neben dem Holder-Rümli erledigen wir die letzten Malerarbeiten. Seit 25 Jahren - also seit wir die Pacht übernommen haben - waren keine Schweine mehr in diesem Stall untergebracht. Laut Pachtvertrag dürfen wir auf dem Hof auch keine Schweine halten (mit Ausnahme der beiden Hobbyschweinchen). Die Geruchsemissionen in Quartiernähe und der Nitratgehalt im Boden waren damals einfach zu hoch. Vor ca. 15 Jahren haben wir deshalb in diesem Stall die Betonbuchten und Güllekanäle herausgerissen. Vor 10 Jahren haben wir dann den Boden herausgespitzt und einen neuen Betonboden eingebaut. So konnten wir den Raum wieder nutzen, als Abstellfläche. Platz hat man ja bekanntlich nie genug. Und jetzt haben wir, wie schon geschildert, Decke und Wände von von den vielen Schichten Weislkalk und Schweineschmalz befreit, die da innerhalb der letzten 50 Jahren aufgetragen, bzw. abgelagert wurden  und allen Rost von den vielen Eisenträgern befreit, um alles neu zu streichen.

 

Beim Hühnerhof betonieren wir einen Teil des Eingangsbereiches, da wo die Hühner auf die Weide gelangen. Den Beton holen wir selber mit Traktor und Wagen im 1,5 km entfernten Betonwerk in Aesch. Mit dem übrigen Beton reparieren wir eine alte Schwelle im ehemaligen Schweinestall und füllen mit dem letzten Rest ein selber gebautes Frontgewicht für den Traktor.

 

Die kalten Temperaturen haben der Batterie des Hofladers zugesetzt und er springt nicht mehr an. Wir stellen ihn deshalb nachts in den Stall, wo es wärmer ist und haben auch Erfolg mit dieser Massnahme. Der Motor springt am Morgen wieder an. Trotzdem wollen wir die Batterie jetzt ersetzen.

 

21. - 26. Januar 2019

Zusammen mit Vorstandsmitgliedern der IP-Suisse waren wir an der grünen Woche Berlin. Es war eine Reise anlässlich des 30jährigen Bestehens der IP-Suisse. An der Grünen Woche präsentieren sich fast alle Länder Europas und auch einige Länder, die nicht zur EU gehören, so auch die Schweiz.

 

Wir waren Gäste der grossen Eröffnungsfeier, wo sich der Bürgermeister von Berlin wohlwollend zur Landwirtschaft äusserte, aber auch darauf hinwies, wie stolz er sei, dass jedes Jahr 40`000 zusätzliche Menschen nach Berlin zögen und dass Berlin die Stadt für Startups sein wolle. Der Präsident des Bauernverbandes forderte ein Budget, und dass die Landwirtschaft beim 5G - Netz nicht vergessen werde. (Roboter und Drohnen durften denn in der Ausstellung auch nicht fehlen, als Symbohl für die Zukunft der Landwirtschaft). Der finnische und die deutsche Landwirtschaftsministerin sprachen sehr differenziert über die Probleme in der Landwirtschaft. Weitere Politiker sprachen und es war von deutscher Seite immer wieder vom Brexit die Rede und wie wichtig ein Zusammenstehen in Europa heutzutage sei......

 

An der Ausstellung gibt es unendlich viele kulinarische Produkte, die ausgestellt, beworben und auch verkauft werden. Natürlich gehört dazu die bekannte Fressmeile, wo man Kulinarisches aus allen Ländern kosten kann. Jedes Land wird zusätzlich durch Bauern, grössere und kleinere Direktvermarkter, Genossenschaften oder auch Müller oder Bäcker vertreten. Die Schweiz präsentiert sich mit Käse und Schokolade im Hochpreissegment. Als Aktivität konnte man dieses Jahr Käselaibe rollen und es gab Infomaterial zu Ferien auf Schweizer Bauernhöfen. Und im dazu gehörenden Restaurant gab es Zürigeschnetzeltes, Risotto, etc. Sehr beeindruckt haben uns die Bereiche der einzelnen Bundesländer Deutschlands, die uns die ungeheure landschaftliche und kulinarische Vielfalt dieses grossen Nachbarlandes näherbrachten. Von Ost bis West und von Bayern bis Uckermark war alles vertreten. Gastland war dieses Jahr Finnland.

 

Es gab Ausstellungsbereiche, die sich mit Nachhaltigkeit befassen und wir hatten auch Gelegenheit mit einem deutschen Getreidebauern ins Gespräch zu kommen, der uns die finanziellen Folgen aufzeigte, die es für seinen Betrieb hat, wenn er sich um Nachhaltigkeit bemüht und wie schwierig der Umgang mit den wenig flexiblen Behörden ist.

 

Wir hatten interessante Gespräche mit finnischen und anderen Ausstellern. Und sowohl an der Eröffnungsfeier, als auch an der Ausstellung wird sehr viel über den grossen Spagat zwischen den Anforderungen an die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft und dem, was der Produzent und der Staat dazu beitragen möchten, gesprochen. An gutem Willen fehlt es nicht, aber um Lösungswege wird noch gerungen. Unser Wirtschaftssystem, das einseitig auf Wachstum beruht, ist nicht gut für die Landwirtschaft und es erzieht auch den Konsumenten so, dass er immer mehr zu immer tieferen Preisen verlangt. Es ist äusserst schwierig hier zu einem von der ganzen Bevölkerung getragenen Umdenken zu kommen. Denn wenn wir etwas für die Natur tun wollen, müssen wir Werte in unser Denken mit einbeziehen und dürfen nicht immer nur an den Preis denken.

 

Wir haben auch die jährliche Demonstration vor dem Brandenburger Tor miterlebt, wo unzufriedene Bauern mit hunderten von Traktoren und zusammen mit weiteren 20`000 Demonstranten ihren Unmut kundtaten. Man wünscht sich eine naturnahere, umweltschonendere und tierfreundlichere Landwirtschaft als die jetzige und gleichzeitig zeigen die Bauern auf, wie schwierig es ist von der Landwirtschaft leben zu können. Die Furcht vor Grosskonzernen und vor Tierfabriken kam zur Sprache und die Bedenken, dass zu viele Chemikalien verwendet werden und in die Nahrungsmittel gelangen.

 

Auch eine Stadtrundfahrt durfte in dieser riesigen Metropole (und im angrenzenden Potsdam) nicht fehlen, wo die enorm grossen Investitionen, die die Deutschen hier in den letzten 20 - 30 Jahren getätigt haben unübersehbar sind.

 

Wir haben also viel gesehen an der grünen Woche in Berlin und es war eine sehr bereichernde und interessante Erfahrung für uns, insbesondere natürlich auch, weil Landwirte halt relativ selten von der heimischen Scholle wegkommen. Wir reisen selten und sind in dieser Beziehung sehr CO2 schonend. Auch das darf an dieser Stelle mal gesagt werden. Gereist sind wir übrigens mit dem Car.

 

 

 

 

14. - 20. Januar

Die lang ersehnten Niederschläge sind eingetroffen. Wir sind froh darüber. Es darf getrost noch ein paar Tage weiterrregnen! Nach den erledigten Stallarbeiten verkriecht sich Christian in sein Büro. Draussen sind während der ganzen Woche Unterhaltsarbeiten zu erledigen. Den alten Schweinestall haben wir total gereinigt, alles loses Material ist von der Decke gekratzt und gebürstet worden. Die vielen Eisenträger wurden mit einer Stahlbürste entrostet und nun ist auch alles neu gestrichen: die Eisenträger in Schwarz, die Decke in Weiss. Zusammen waren das ca. 250 m2. Diese Woche  kommen nun die Wände dran. Zum Glück also keine Stahlstützen mehr. Aber leider sind die Wände sehr alt und daher brüchig und löchrig. Während der letzten 50 Jahre wurde da nur eine Schicht Weisskalk nach der anderen aufgetragen. Vieles davon hat sich gelöst und ist abgebröckelt, der Rest muss nun entfernt werden. Das ist sehr unangenehm, weil dabei viel Staub entsteht. Es ist auch aufwändig die vielen Löcher zu füllen und deshalb haben wir entschieden, einfach alles zu überstreichen.

 

Im Büro hat Christian das Inventar zu machen, das Jahresgespräch mit dem Eigentümer vorzubereiten und die AHV - Abrechnung, bzw. die Lohnmeldungen an die Ausgleichskasse sind fällig. Weil die Lohnmeldungen nur einmal im Jahr zu machen sind, dauert es jeweils lange, bis Christian wieder herausgefunden hat wie es geht. Was gehört jetzt schon wieder zum Bruttolohn, was zum Nettolohn, wo kann was abgezogen werden und wie lauten denn nun schon wieder Benutzername und Passwort........... Ach, jetzt haben die mir einen Code geschickt? .........und wo finde ich jetzt wieder alles auf der Benutzeroberfläche...Es ist zum Haare raufen!

6. - 11. Januar

Und wieder starten wir ein neues Bauernjahr und heissen Sie oder dich herzlich willkommen auf unserer Webseite! Wir hoffen, dass wir für unsere treuen Leser auch dieses Jahr viele Informationen zur Landwirtschaft und speziell zu unserem Betrieb bieten können. Aber in diesem 1. Blog des Jahres möchten wir das alte Jahr zusammenfassen, so wie es uns in Erinnerung geblieben ist:

 

2 spezielle Ereignisse bleiben uns in Erinnerung:

  1. Die Tierschau im April 2018  mit tausenden von Besuchern
  2. Das kleine Reklame - Filmchen mit Christian für Denner, das auf Youtube läuft.

Das Bauernjahr 2018 wurde wesentlich durch das Wetter - gemeint ist die Trockenheit und das heisse Wetter im Sommer - geprägt. Es gab dadurch weniger Erträge. Das hatte auch grosse Auswirkungen auf die Viehhaltung. Einerseits mussten wir viel teures Rauhfutter zukaufen, andererseits mussten wir den Viehbestand verringern. Auch jetzt noch müssen wir uns von uns lieb gewordenen Tieren trennen.

 

Wir sind im 25. Pachtjahr auf dem Neuhof. Einerseits sind wir natürlich auch entsprechend älter geworden, andererseits ist das Gleiche aber auch mit vielen Einrichtungen und Maschinen passiert. Viele davon sind seit Anfang an mit uns auf dem Neuhof. Wir haben immer versucht, Sorge zu tragen und geflickt und nicht gleich entsorgt und neu gekauft. Viele Maschinen sind sehr alt, waren dafür aber sicher wirtschaftlich. Natürlich ist aber der Aufwand für Reparaturen gestiegen und wird auch im neuen Jahr nochmals ansteigen.

 

Wir sind dankbar, dass es im letzten Jahr keine Ausfälle wegen Krankheiten oder Unfällen gegeben hat. Christian hat ja sogar am Tag seiner Meniskusoperation einfach weiter gearbeitet. Wir hoffen natürlich, dass im neuen Jahr alle gesund bleiben!

 

17. Dezember - 5. Januar

Christian muss für einige Tage alle Arbeiten alleine erledigen. Hier das Protokoll eines Morgens, an dem er alleine auf dem Betrieb arbeitet:

 

Nach dem Melken sperrt er alle Kühe im Fressfanggitter ein. Danach fährt er mit dem Traktor und angehängtem Futtermischwagen durchs Tenn und verteilt damit das Futter für die Kühe. Die Kühe beginnen mit Fressen. 2 junge Kühe haben ein Klauenproblem  und Christian kann sie nicht mit dem Halfter zum Klauenstand führen, weil er sie alleine nicht halten und führen kann, denn sie sind noch zu wild dazu. Also stellt er ein Gatter vom Stall zum Klauenstand, entlässt jeweils eine der Kühe aus dem Fressfanggitter und treibt sie durch diesen Treibgang zum Klauenstand. Es ist zeitaufwändig, aber es gelingt und  er kann bei der einen Kuh eine Zwischenklauenentzündung und bei der anderen eine Mortellaro - Infektion am hinteren Kronenrand der Klaue behandeln. Das bedeutet säubern, totes Gewebe entfernen, desinfizieren und die Klaue einbinden. Auch eine 3. Kuh hat Klauenprobleme. Aber Christian kann sie nicht in den Klauenstand führen, weil sie sich zu sehr sträubt. Also bindet er sie am Klauenstand an und geht die Schweinchen füttern. So hat die Kuh Zeit, sich zu beruhigen. Danach hat Christian zwar auch langsam Hunger, denn Frühstück hat er noch keines gehabt (es ist 9 Uhr und er ist seit 5 Uhr auf den Beinen), aber er will zuerst die Kuh behandeln, damit sich nachher auch alle anderen Kühe frei bewegen oder sich hinlegen können. Vorher müssen aber noch die Ziegen gefüttert werden. Dabei fährt ein Auto auf den Hof. Es ist der Kantonstierarzt. Es hat eine Anzeige gegen unseren Betrieb gegeben und er muss dem nachgehen. Da wir einen offenen Betrieb führen, ist uns dieses Szenario vertraut. Das letzte Mal hatten wir vor ca. 3 Monaten den Tierschutz beider Basel auf dem Betrieb, weil jemand schlechte Haltung bei den Tieren festgestellt haben wollte und Anzeige erstattete. Es gab aber nichts zu beanstanden. Das Frühstück muss also warten, ebenso die eingesperrten Kühe. Christian zeigt dem Kantonstierarzt gleich den ganzen Betrieb, mit allen Tieren (Kühe, Kälber, Hühner, Pony, Esel, Schweinchen, Ziegen). Alles ist bestens. Mittlerweile ist Christians Hunger gross - aber sein Wohlbefinden interessiert leider niemanden.Er muss noch die Kuh, die sich inzwischen beruhigen konnte, in den Klauenstand führen, sie behandeln und die Kühe aus dem Fressfanggitter befreien. Jetzt ist es halb elf, höchste Zeit fürs Frühstück.

 

Noch eine Bemerkung zum Besuch des Kantonstierarztes: Die meisten Menschen, die unseren Betrieb besuchen, finden es einfach toll, dass sie diese Möglichkeit haben. Einige fragen sogar genauer nach, wenn sie etwas nicht verstehen oder melden uns, wenn sie sehen, dass eine Kuh kalbt oder sich  ein Kälbchen eingeklemmt hat oder Lausbuben einen Zaun kaputt gemacht haben. Und dann gibt es halt auch immer wieder diejenigen, die sich lieber gleich an offizielle Stellen wenden, wenn sie meinen ein Problem zu sehen. Das ist auch eine Variante, die zwar in unserem Fall immer wieder unnötig Leute bemüht und unsere Zeit in Anspruch nimmt, aber wir haben gelernt damit zu leben. Natürlich würden wir uns gerne zuvor selber die Sorgen dieser Menschen anhören und uns erklären, aber manche scheuen offenbar davor zurück, sich gleich persönlich beim Bauern zu melden.

 

Und noch eine Bemerkung zum Unterschiedlichen Umgang mit Krankheiten bei Nutztieren und Heimtieren:

Wir müssen von unseren Nutztieren leben können. Das heisst im Wesentlichen, dass bei einer Krankheit eines Nutztieres rasch einmal die Heilungskosten zu hoch werden und ein Tier mangels Wirtschaftlichkeit viel schneller geschlachtet oder eingeschläfert wird als ein Hobbytier. Deshalb muss bei einem Nutztier sehr früh entschieden werden, ob sich eine Behandlung noch lohnt. Meistens ist es dann trotzdem so, dass wir uns länger um ein Tier bemühen als wirtschaftlich sinnvoll wäre.

 

Nun wünschen wir aber all unseren Lesern eine friedliche Weihnachtszeit und Zeit und Ruhe, um Altes loslassen zu können und dem neuen Jahr mit Freude und Zuversicht entgegen zu treten.

 

Herzliche Grüsse, Ihre Familie Schürch

10. - 16. Dezember 2018

Bei der Milchqualität sind die Zellzahlen sehr wichtig, wie vorige Woche angedeutet. Diese Zellen werden ausgeschieden, wenn das Eutergewebe der Kuh zu stark belastet ist. Das kann mehrere Gründe haben: Eine Infektion durch Bakterien, eine mechanische Überlastung durch das Melken, bzw. die Melkmaschine, allgemeine gesundheitliche Probleme der Kuh, eine Verletzung an der Zitze oder sogar Hefepilze, die sich im Euter ausbreiten. Alles führt zu einer Entzündung, wobei dann eben als Folge vermehrt Zellen in die Milch gelangen.

 

Unsere Aufgabe ist es in erster Linie dafür zu sorgen, dass es gar nicht so weit kommt. Es braucht dazu eine korrekte, bedarfsgerechte Fütterung, einen sauberen Stall, wo regellmässig gemistet wird, genügend Platz und Ruhefläche, Auslauf, frische Luft und richtige Temperatur, damit sich die Kuh wohl fühlt und gesund und robust bleibt. Natürlich muss jedes Tier täglich beobachtet werden, wie es sich bewegt, ob es frisst, ob es plötzlich weniger Milch gibt oder hustet, den Kopf oder die Ohren hängen lässt oder ob es schwitzt. Ebenso müssen natürlich Wasser, Futter und das Stallklima überwacht werden. Die Melkmaschine muss richtig eingestellt sein, damit das Euter zügig geleert wird ohne die Zitzen unnötig zu belasten. Und vor dem Melken wird bei jeder Kuh die Milch geprüft, ob sie farblich verändert ist oder flockig und ob das Euter oder die Zitzen verändert sind, verletzt oder entzündet. Ist das der Fall, müssen wir die Kuh separat melken und die Milch kommt nicht in den Tank.

 

Zum Glück ist ja meistens alles normal. Wenn nicht, versuchen wir die Ursache herauszufinden, ob es sich umn eine  Infektion handelt oder eine mechanische Belastung oder ein Ödem.  Bei schwachen Euterentzündungen, bzw. Infektionen hilft eine Salbe oder eine Änderung der Melktechnik. Bei einer starken Infektion des Euters, wird es gefährlich für die Kuh und es braucht ein Antibiotikum, das durch die Zitze ins Euter injiziert wird. Während der 2-3tägigen Behandlung und einer Wartefrist kann die Milch nicht verkauft werden. Das Antibiotikum würde ja auch sofort nachgewiesen.

 

So ist die ganze Milchproduktion höchst anspruchsvoll und wir sind froh, wenn dann über Tage oder Wochen oder sogar Monate alles gut läuft.

 

Zur Zeit hat grad Rosi, unsere älteste Kuh, einige Probleme. Sie hat schon 7 Kälber geboren und vor ein paar Monaten die Milchmenge von 100`000 kg Lebensleistung überschritten.. Beim Melken wird nun das Euter nicht ganz leer und es hat leichte Verhärtungen und manchmal ist die Milch etwas flockig. Seit längerem versuchen wir es mit Salbe, aber nicht wirklich mit Erfolg. Wir werden jetzt eine Milchprobe nehmen und sie analysieren lassen. Dann werden wir wissen, welche Erreger schuld sind: Staphylokokken, Streptokokken oder Colibakterien. Je nach dem können wir dann mit dem richtigen Medikament eingreifen und hoffen, dass es Rosi schnell besser geht.

3. - 9. Dezember 2018

Wir verkaufen täglich 1000 Liter Milch. Es ist aufwändig diese immer in einwandfreier Qualität anzubieten. Wenn eine Kuh erkrankt, müssen oft Medikamente eingesetzt werden, die in die Milch gelangen können. Dazu gehören beispielsweise auch die Antibiotika. Natürlich darf solcherart belastete Milch nicht in den Verkehr gelangen. Deshalb wird immer, wenn bei uns die Milch abgeholt wird (also alle 2 Tage), beim Absaugen der Milch aus dem Milchtank automatisch eine Probe genommen und ausgewertet. Bevor der Lastwagen die Milch ablädt ist das Resultat da. Ist nur die kleinste Spur eines Antibiotikums nachgewiesen, wird die ganze Ladung weggeschüttet und der Verursacher haftbar gemacht.

 

Aber die Milch wird nicht nur auf Antibiotika geprüft. Es gibt 2 x pro Monat eine Milchanalyse, wo der Fett- und Eiweissgehalt der Milch gemessen wird. Es wird auch die Milchtemperatur und der Zellgehalt der Milch gemessen (damit lässt sich auf die Eutergesundheit der Herde rückschliessen) und die Keimbelastung. Anhand letzterer lässt sich nachprüfen, wie sauber beim Melken gearbeitet wurde und wie sauber die Melkanlage ist. Das sind dann Kriterien, nach denen die Milch bezahlt wird. Ab einem gewissen Limit bei Zell- und Keimgehalt gibt es Abzüge beim Milchpreis, die im Wiederholungsfall erhöht werden bis hin zur Liefersperre.

 

Wir hatten schon Probleme mit der Temperatur , weil die Kühlanlage nicht richtig funktionierte. Ebenso gab es schon Probleme mit der Keimbelastung, weil die Waschanlage fehlerhaft war. Die meisten Probleme hatten wir mit dem Zellgehalt der Milch. Aber zum Glück sind noch nie Antibiotika in den Milchtank geraten. Kühe, die Antibiotika bekommen, werden mit einem separaen Apparat gemolken und die Milch wird weggeschüttet.

 

Diese Woche werden wir bei allen Kühen die Klauen kontrollieren und schneiden. Das Wetter wird regnerisch sein, aber warm und wir werden uns in diversen Gebäuden ans Aufräumen machen.

26. November - 2. Dezember 2018

Es ist ruhiger geworden auf unserem Betrieb. Trotzdem bleibt die Arbeit mit den Tieren intensiv. 7 - 8 Arbeitsstunden für die Tiere pro Tag sind die Regel. Dabei gibt es am Morgen für 2 Personen je 2 Stunden Arbeit und am Abend nochmals so viel. Am Wochenende ist jeweils einer alleine, so dass dieses mit dem Versorgen der Tiere ausgefüllt ist.

 

Nebst den Stallarbeiten ist für diese Woche folgendes geplant:

 

  • Weihnachtsstern auf dem Scheunendach montieren
  • Christbaum holen, auf dem Hofplatz aufstellen und schmücken
  • Beim Traktor den Pneu beim Landmaschinenmechaniker reparieren lassen.
  • Christian muss 2 x zum Arzt wegen seines Knies
  • Die Tierärztin kommt vorbei zur Kontrolle der Herdenfruchtbarkeit
  • Vertreter des Eigentümers und der Gebäudeversicherung kommen vorbei zur Begutachtung eines Wasserschadens in einem Badezimmer
  • Gartenplatten werden geliefert. Wir vergraben sie senkrecht unter dem Hühnerzaun
  • Wir erwarten die Lieferung von Propylenglycoll als Futterzusatz. Wegen der schlechten Qualität des Silomaises (keine Kolben) müssen wir die Nährstoffe im Futter dieses Jahr mit verschiedenen Mitteln ausgleichen
  • Büroarbeiten von Christian
  • Gründliches Aufräumen der Werkstatt
  • Sicher diverses Unvorhergesehenes, wie z.B. die Geburt eines Kalbes

 

 

12. - 25 November

In der vegetationsarmen Zeit bleibt mehr Raum für Tätigkeiten ausserhalb des Betriebes. Letzten Montag hatte Christian eine ganztägige Sitzung. Am Dienstag musste er kurz ins Spital und sich ambulant den Meniskus operieren lassen. Heutzutage ist das ja dank Arthroskopie keine grosse Sache mehr. Um 7 Uhr morgens musste er antreten zur OP. Es gab 2 kleine Löchlein ins Knie, eines, um mit einer kleinen Fräse die beschädigten Teile des Meniskus zu entfernen und eines, um das Ganze mit einer Kamera zu beobachten. Da durfte auch Christian mitgucken. Nach 5 Stunden war die Wirkung der Anästhesie vorbei und das Knie wieder voll belastbar. Christian konnte nach Hause und sich seinen Schmerzen widmen. Am nächsten Morgen war es schon viel besser und er konnte ins Bündnerland zu einer 2 - tägigen Klausursitzung fahren. Stöcke brauchte er keine. Am Donnerstagabend kam er nach Hause und musste sofort in den Stall und verspätet mit dem Melken beginnen, weil Jon auf dem Heimweg vom Feldschlösschen mit dem grossen Traktor in Pratteln eine Reifenpanne hatte. Er war Malz holen gegangen, das wir dem Viehfutter zumischen wollen.

 

Das Knie von Christian schmerzt nicht, ist aber noch stark geschwollen. Deshalb arbeitet er momentan nur 100 %  :-).

 

Seit dem 7. November findet sich ein kleines Werbefilmchen von Denner auf Youtube mit Christian als Hauptdarsteller. (Denner verkauft ja neu IP-Suisse- Produkte mit dem Käferlabel.) Wir haben letzten Sommer an dieser Stelle über die Dreharbeiten auf unserem Betrieb geschrieben. Sie waren eine interessante Erfahrung, auch weil dabei 2 Kulturen (Landwirtschaft und Werbeagentur) aufeinander trafen. Aber es hat sich gelohnt. Wir finden, dass das Resultat überzeugt. Einen Link zu diesem Film findet ihr unter "Ökologie auf dem Neuhof"

5. - 11. November

Am 1. November - Wochenende haben wir erstmals den Pelletofen eingeschaltet. Auf dem Hof sind die Gebäude gegen 100 Jahre alt. Entsprechend ist der Wohnkomfort nicht auf der höchsten Stufe. Das trifft sowohl für die sanitären Anlagen zu, als auch für das Elektrische, die Isolation der Wohnungen, die Kücheneinrichtungen, Badezimmer und eben auch die Heizungen. So gibt es im Haupthaus einen Kombiherd. Einerseits hat er elektrische Kochplatten, andererseits aber auch eine grosse Kochplatte unter der mit Holzscheiten eingefeuert wird. Damit werden einerseits die Küche, andererseits auch eine Sitzbank (Kunst) im angrenzenden Esszimmer eingeheizt. Das war früher die einzige Heizmöglichkeit nebst je einem "Kanonenöfeli" in der Stube und einem der 3 Schlafzimmer im oberen Stock. Aber der Heizraum in diesen Öfchen war nur klein. Es passte nur wenig Holz rein und die Heizleistung war gering. Ständig musste Holz nachgelegt werden. Deswegen wurde vor allem das Öfeli im Schlafzimmer gar nie eingeheizt. Vor wenigen Jahren haben wir einen Pelletofen in die Stube gestellt. So gibt es im Haus wenigstens einen Raum, wo nicht mehrmals pro Tag Holz nachgelegt werden muss. Die Schlafzimmer bleiben weiterhin kalt.

 

In einer weiteren Wohnung befindet sich ebenfalls ein Kombiherd. Diesmal aber ohne Sitzheizung. Sowie 2 Sibir Ölöfen. Diese funktionieren recht gut, sind etwas anfällig für Reparaturen - das heisst, das sie manchmal halt einfach ausfallen - und oft bleibt etwas Ölgeruch in den Räumen.

 

Dann gibt es noch einen Schwedenofen für 3 separate Räume, sowie einen weiteren Pelletofen für eine 2 - Zimmerwohnung. Da ist die Wohnung zwar warm, zur Toilette und zur Dusche geht es aber nach draussen.

 

Da braucht es irgendwann ein Gesamtkonzept - nicht nur für die Heizung, sondern alle Wohnräume. Es ist ja alles sanierungsbedürftig. Eine Gesamtsanierung ist aber derart teuer, dass Abbruch und Neubau valable Alternativen wären. Seit Jahren steht diese Thematik im Raum. Es geht dann vor allem ums Geld, aber auch um den Charakter und die Ausstrahlung, die die Gebäude auf den Hof ausüben und die zu erhalten bei einem Neubau schwierig wäre.

 

Die ganze letzte Woche über hat eine Person Holz gefräst. Das heisst, sie hat 1 Meter lange Holzstücke zu 25 cm langen Holzklötzen verkleinert. Danach wurden diese Klötze mit der Spaltmaschine gespalten und in 120 Harassen abgefüllt. Für die beiden Kombiherde und den Schwedenofen sollte dieses Holz bis Ende Jahr reichen.  Und nicht zu vergessen: Es gibt auch noch ein Cheminée im Holder - Rümli!

 

Heizöl zu bestellen oder Holzpellets zu holen gibt weniger Arbeit, ist aber teurer.

29. Oktober - 4. November 2018

Eis auf der Autoscheibe am Morgen, Wind, sogar Schnee, Niederschläge in genügender Menge.....Endlich hat sich das Wetter geändert! Nach diesem heissen und trockenen Sommer scheint es über Nacht fast Winter geworden zu sein. Wir sind schon ein bisschen erschrocken über den gewaltigen Wetterumschwung. Unverzüglich haben wir beim Auto die Winterpneus montiert. In den letzten Jahren war das jeweils erst zwischen Weihnachten und Neujahr der Fall. Jetzt müssen dann wohl auch die grossen Topfpflanzen nach drinnen gebracht werden. Vielleicht ist die Kälte aber auch nur ein Intermezzo und wie so oft bleibt der Winter noch aus bis Ende Jahr. So warten wir mal ab.

 

Die Maschinen sind gewaschen und eingewintert, d.h. blanke Stellen wurden mit Rostschutzöl versehen. Im Verlauf des Winters werden die Maschinen dann nach und nach hervorgeholt, kontrolliert und repariert. Es werden Ersatzteile bestellt und Verschleissteile ersetzt etc. Im November muss der kleine Traktor vorgeführt werden, damit wir mit ihm weiterhin auf die Strasse dürfen. Dazu bringen wir ihn zum Landmaschinenmechaniker nach Angenstein. Dieser weiss genau, was wie eingestellt oder ersetzt werden muss und er hat auch die nötigen Ersatzteile wie Rückstrahler etc. vor Ort.

 

Die jungen Hühner entwickeln sich erfreulich und 50 - 60 % von ihnen legen schon ganz eifrig. Die Eier sind aber noch klein.

 

Am 31. Oktober war Milchkontrolle. Dazu kommt ein externer Kontrolleur an einem Tag pro Monat vorbei. Er notiert bei jeder Kuh am Morgen und am Abend während dem Melken, wieviel Milch sie gibt und er füllt von jeder Kuh eine Milchprobe in ein Fläschchen, das er anschliessend ins Labor schickt. Dort wird der Gehalt ermittelt: Fett, Eiweiss, Nichtproteinstickstoff und Zellgehalt. Die Resultate geben uns Anhaltspunkte darüber, ob die Fütterung effizient ist, d.h. ob die richtigen Futterkomponenten in der richtigen Menge und Zusammensetzung gefüttert werden, denn das Futter hat den grössten Einfluss auf Menge und Gehalt der Milch - neben der Laktationsdauer (d.h. wie lange es her ist, seit die Kuh gekalbt hat). Zudem gibt der Zellgehalt der Milch einen Anhaltspunkt zur Eutergesundheit. Die Untersuchung der Milch auf Keimgehalt und allfällige Antibiotikarückstände erfolgt immer, wenn der Lastwagen der MIBA unsere Milch abholt, also alle 2 Tage.

21. - 28. Oktober

Immer wieder wünschen Schüler, Maturanden und Studenten Auskunft von uns über landwirtschaftliche Themen. Sie kommen vorbei mit Fragebögen, nehmen unsere Antworten mit dem Natel auf oder mailen uns die Fragen und hoffen auf Antwort. Christian hilft jeweils, so gut er kann. Hier ein Beispiel eines solchen Interviews:

Auf dem Hof beginnen wir mit den Winterarbeiten. Als Erstes bedeutet das, die Ackermaschinen zu waschen und einzuwintern.

15. - 21. Oktober

Es ist Zeit fürs Pflügen. Wegen der Trockenheit wird dabei eine Menge Staub aufgewirbelt. Wider Erwarten geht das Pflügen aber relativ gut. Es ist möglich eine saubere und befriedigende Arbeit zu machen. Der Widerstand der Erde ist nicht überaus gross, so dass man relativ schnell vorwärts kommt. Für das Pflügen von 4 ha Land benötigt Christian 8 Stunden, für das anschliessende Eggen und Säen des Getreides (was in einem Arbeitsgang geschieht) ca. 3 Stunden. Bei sehr trockenem Boden hätte es auch anders laufen können: Dann läuft der Pflug nur über den Boden hinweg und lässt sich kaum in die Erde einziehen oder er kommt mitten im Feld aus der Erde heraus und kann kaum mehr hineingebracht werden.

 

Mitte Woche wird die Arbeit auf dem Feld fertig sein - jedenfalls beinahe. Weil es weiterhin so warm ist und der Weizen keimt, bzw. das Weizenfeld bereits grün ist, ist es auch im Herbst noch möglich das Unkraut mittels Herbiziden zu bekämpfen. Die Wirkung gegen z.B. Ackerfuchsschwanz, ein konkurrenzstarkes Gras, ist im Herbst viel besser als im Frühjahr. Auf unserem Betrieb wird nur auf 20 ha von 75 ha Fläche ein Herbizid angewendet. Fungizide und Insektizide verwenden wir ja schon lange nicht mehr.

 

Diese Woche kommen die neuen Hühner, nachdem der Stall eine Woche lang leer war. Wir sind etwas knapp mit den Eiern. Wir hätten wohl ein kleines Lager aufbauen sollten, um diese Woche besser überbrücken zu können. Aber irgendwie haben wir es ja immer geschafft, allen Kundenwünschen gerecht zu werden.

 

Unser grosser Traktor der Marke Fendt verliert bei einem Pneu dauernd Luft. Ging es bis anhin 2 - 3 Wochen bis der Pneu platt war, sind es nun nur noch 2 Tage. Bis jetzt konnten wir das Loch nicht finden. Die neueren Pneus haben keinen Schlauch mehr. Aber wir werden wohl wieder einen Schlauch hinein machen lassen. So kann die Luft nicht mehr raus. Damit warten wir aber bis fertig gesät ist und pumpen den Pneu halt täglich wieder neu auf.

8. - 14. Oktober 2018

Der in Aussicht gestellte Regen ist ausgeblieben. Es ist immer noch sonnig und trocken und das Gras wächst nicht. Wir versuchen positiv zu bleiben und sagen uns, dass einem immer diejenigen Probleme am grössten erscheinen, die man gerade hat. Es gibt ja auch Schönes zu berichten:

 

Christian nutzte den Sonntagmorgen für eine kleine Biketour - selbstverständlich ohne Batteriehilfe. (Dafür fühlt er sich noch zu jung.) Unsere Region bietet landschaftlich unglaublich viel und es gibt immer wieder Neues und Unbekanntes zu entdecken. Mit dem Bike ist man nicht an Autostrassen gebunden und man kommt weit. Da Christian am Sonntag Stalldienst hatte, beschränkte sich seine Tour auf 2,5 Stunden am Vormittag. Ziel war das "Welschgätterli". Am Mittag war er zurück. Da musste er die Kühe von der Weide holen und im Stall füttern, zu den Hühnern schauen, sie auf die Weide lassen und die Milch - und Eiervorräte im Verkaufsraum auffüllen.

 

Am Wochenende wechseln sich Ion und Christian ab, so dass immer einer das Wochenende über frei hat. Derjenige, der alleine ist, hat dann immer viel zu tun. Die wahre Herausforderung besteht aber darin, den Betrieb so einzurichten, dass ihn notfalls einer alleine während 3 - 4 Wochen führen könnte (Krankheit, Unfall, Ferien). Ion arbeitet nun schon 4 Jahre bei uns und war noch nie krank. Bei Christian wissen wir gar nicht mehr, wann er das letzte Mal so krank war, dass er nicht arbeiten konnte....

 

Am Dienstag kommt die ältere Hühnergruppe in den Schlachthof. Dann wird der Stall gereinigt und desinfiziert. Eine Woche später kommen dann die neuen Hühner und es gibt wieder für 3 - 4 Wochen kleine Eier, bis die Junghennen alt genug sind, um normal grosse Eier zu legen.

 

1.10.2018 - 7.10.2018

Seit dem gemeinsamen Säen ist eine Woche vergangen. Heute, am 1. Oktober schimmert das Feld bereits grün. Das Saatgut hat gut gekeimt. Die Keime haben die Erdoberfläche durchbrochen und sind bereits 2 - 3 cm lang!

 

Beim Futtermischwagen ist ein Lager des Futterausbringbandes kaputt gegangen - eine Abnützungserscheinung. Letzte Woche hat Christian ein neues Lager beim Mischwagenhändler bestellt. Heute ist es angekommen. Christian und Ion haben also das defekte Lager demontiert. Es braucht dazu Spezialwerkzeuge und es ist nicht einfach, denn die Lager sitzen sehr satt auf der Welle. Nach mehreren Versuchen ist es endlich gelungen.........aber leider passte dann das neue Lager nicht. Es wurde ein falsches zugesandt. Deshalb fährt Christian am Nachmittag nach Birsfelden. Dort gibt es einen Laden, der fast alle möglichen und unmöglichen Lager vertreibt. Weil der Futtermischwagen eine Maschine ist, die täglich im Einsatz ist, sollte sie bis zum Abend auch wieder funktionieren. Es bleibt also kaum Zeit für eine Mittagspause und so wird auch dieser Blog nur kurz.

17. - 30. September

Das Saat- und Erntefest vom 23. September 2018 ist bereits Geschichte.  Es war ein schönes und stimmiges Fest. Zum Säen kamen mehr Leute als erwartet. Das hat uns sehr gefreut. Manche "Säer" kamen denn auch erst nach dem Erntedankgottesdienst, was für uns völlig in Ordnung ist. Glücklicherweise hatten wir am Festtag  tatkräftige Unterstützung insbesondere durch Freiwillige unserer Neuhoffamily und natürlich auch durch die freiwilligen Mitarbeiter der katholischen und reformierten Kirche. Christian war überrascht, wie schnell Ihm dieses Jahr alles von der Hand ging. Den fleissigen Helfern sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt. 

 

Der September ist schon fast zu Ende. Wir arbeiten weiter an der Erneuerung des Hühnerzaunes. Daneben müssen wir genau aufs Wetter schauen, damit wir Ende September / Anfang Oktober den Roggen säen können. Kurz darauf ist dann der Weizen an der Reihe. Wenn es regnet bleibt die nasse Ackererde an den Traktorrädern kleben. Zudem sinkt der Traktor in die weiche Erde ein. Deswegen kann der Acker bei langen Regenperioden nicht befahren werden und es ist keine Aussaat möglich. Je mehr sich aber die Aussaat verspätet, desto schlechter ist der Start ins neue Getreidejahr. Laut Langzeitprognose unserer Wetter App ist aber in den nächsten 2 Wochen kein Regen in Aussicht. So können wir die Aussaat in Ruhe planen und ohne Hektik durchführen. Beim Roggen wollen wir ohne Herbizide, ohne Fungizide und ohne Insektizide arbeiten. Bereits während der letzten 25 Jahre haben wir beim Getreide auf Fungizide und Insektizide verzichtet. Das ist Voraussetzung, um das Getreide als IP - Suisse - Getreide vermarkten zu können. Wir erhalten dafür einen Mehrpreis. Wenn wir nun auch keine Herbizide mehr verwenden, ist der Unterschied zu Bio nicht mehr gross. Allerdings setzen wir im Unterschied zu Biobetrieben neben Mist und Gülle noch Kunstdünger ein. Die Experten sind sich uneins, ob es in unserer Ebene Sinn macht nach biologischen Kriterien zu arbeiten. Wir müssten den Viehbestand erhöhen, um genügend Dünger zu haben. Und es hiess auch schon, dass die Gülle bei ungünstiger Witterung bei unseren Kiesböden schneller ins Grundwasser gelangen könnte, als der Kunstdünger. Es gibt also auch in der Nahrungsmittelproduktion wie überall im Leben nicht einfach nur Schwarz oder Weiss.

 

Letzte Woche haben 3 Kühe gekalbt. Alle Kälbchen stammen aber von Maststieren ab und können nicht als Zuchttiere verwendet werden. Sie werden also zu gegebener Zeit an Mastbetriebe weiterverkauft werden. Bis jetzt sind in diesem Jahr noch zu wenig weibliche Zuchttiere zur Welt gekommen, um den Fortbestand unserer Herde zu gewährleisten. Gespannt warten wir also auf die Geburten in den nächsten 3 Monaten.

 

Plötzlich ist es kalt am Morgen. Am 26. September hatte es sogar Frost auf den Autoscheiben. Nachdem der grösste Teil der Schwalben bereits vor 3 Wochen weggezogen ist, sind am Montag nach dem Saat- und Erntefest auch die letzten Nachzügler abgereist. Das hat uns erstaunt. Normalerweise ziehen die Schwalben alle gemeinsam Ende August los.

 

 

10.9. - 16.9.2018

Südumfahrungspodium in Reinach vom 6. September:

 

Seit 25 Jahren bewirtschaften wir den Neuhof und damit den grössten Teil der Ebene zwischen Reinach und Aesch. In all diesen Jahren haben wir uns sehr bemüht um Ökologie, Biodiversität, Klimaschutz, Ressourceneffizienz, Tierschutz, Tierwohl und, und, und....Auf dem Neuhof haben wir damit sehr viel erreicht und die Reinacher Ebene ist zum Hotspot für den Naturschutz geworden. Gleichzeitig ist aber rings um uns herum und bis weit in unser Land hinein alles zugebaut worden. Mehr Strassen, mehr Lärm, mehr Stau, mehr Dichtestress (ja, wir vom Land kennen das), mehr ISB etc. Zudem fliegen pro Tag in Europa 35`000 Flugzeuge umher.... Da fragen wir uns manchmal schon, warum wir uns überhaupt bemühen.

 

Nun sollen also in der Birsebene weitere 10`000 Menschen hinzu kommen. Muss das zwingend so sein? Eigentlich bezweifeln alle Leute, mit denen wir sprechen, dass sich Probleme mit noch mehr Wachstum lösen lassen, weil es eine Katze ist, die sich in den Schwanz beisst. Also wäre es doch an der Zeit Alternativen aufzuzeigen.  Als Stimmbürger möchten wir solche Alternativen auch gerne vorgelegt bekommen. Was würde es beispielsweise kosten, wenn diese 10`000 Menschen nicht kommen? Machen wir eine einfache Milchmädchenrechnung: Bei 100`000 Steuerzahlern im Kanton BL, die im Durchschnitt Fr. 500.- mehr pro Jahr Steuern bezahlen, hätte der Kanton BL 50 Mio Franken Mehreinnahmen pro Jahr. Weil man aber auch den Umfahrungstunnel von Reinach nicht bauen müsste, würde man noch Fr. 100 Mio einsparen. Da müsste der Steuerzahler ja noch Geld zurück bekommen :-) ! Damit wollen wir nur aufzeigen, dass wir nicht bereit sind, einen Bevölkerungszuwachs als gottgegeben hinzunehmen. Da müssen Alternativen her.

 

In dieser Woche ist auf unserem Hof Pflügen angesagt. Ein Feld muss vorbereitet werden für die Aussaat am Saat - und Erntefest. Dieses findet am Sonntag, 23. September statt und auch dafür gibt es noch einiges vorzubereiten.

 

Wir haben festgestellt, dass ca. 2 ha Gras definitiv nicht mehr nachwachsen und jetzt ist die letzte Möglichkeit vor dem Winter noch einmal Gras auszusäen. So haben wir in dieser Woche keine Zeit am Zaun des Hühnerhofes weiter zu arbeiten.

3.9. 9.9.2018

Von den meisten unbemerkt, haben Christian und Susanna Schürch eine Woche Ferien gemacht. Wenn auch nachher Vieles nachgeholt werden muss, weil heutzutage innerhalb einer Woche unglaublich viel passiert, so tut es doch sehr gut, zwischendurch etwas abzuschalten, Distanz zu gewinnen, auszuruhen und etwas Anderes zu erleben. Auch wenn nachher die Arbeit nicht weniger geworden ist, arbeitet es sich doch viel leichter und unbeschwerter und man kommt viel besser vorwärts. Mal schauen, wie lange das anhält...

 

Das Wetter ist schön und so mähen wir alles stehende Gras. Wir mähen alte Wiesen, die wegen der Trockenheit verunkrautet sind, wir mähen junge Wiesen, auf denen viele unerwünschte Pflanzen stehen und wir mähen auch noch den Rest der Grünflächen. Einerseits wird so also das Unkraut bekämpft und Platz für erwünschte Gräser- und Kleearten geschaffen. Andererseits bleibt jetzt theoretisch noch genug Zeit, damit in den nächsten 5 - 6 Wochen nochmals eine schöne Menge Gras wachsen kann. Wir hoffen, dass so Ende Oktober und Ende Vegetationszeit noch der Rest des benötigten Futters eingebracht werden kann.

 

Die Güllegrube ist schon wieder voll. So werden wir diese Woche nach dem Grasschnitt noch die Gülle ausbringen.

 

In 3 - 4 Wochen beginnen bei uns die Getreidesaaten. Deshalb starten wir diese Woche mit dem Pflügen. Zuerst kommt das seit Anfang August leerstehende ehemalige Maisfeld dran.

27.8. - 2.9.2018

Hofbesucher sprechen uns in letzter Zeit gehäuft auf die beiden Initiativen an, die am 23. September zur Abstimmung kommen:

 

Die Fair Food Initiative verlangt umweltfreundlichere Produktion, mehr Tierwohl und bessere soziale Standards. Damit rennt sie allerdings bei den IP-Suisse - Bauern offene Türen ein. Auf IP - Suisse - Betrieben, wie dem unsrigen, wird schon seit vielen Jahren nach diesen Grundsätzen produziert. Wir tun das auf freiwilliger Basis und es gibt immer mehr Konsumenten, die unsere Produkte, bzw. daraus hergestellt Lebensmittel, kaufen, bei Denner, Migros, Manor und diversen Bäckereien, wie z.B. Grellinger. Das Ganze nun staatlich zu regeln, würde bedeuten, dass alles aufwändiger würde. Wir bekämen ein starres System. Es würde teurer und es würde schwieriger für die Bauern, bzw. die Organisation IP - Suisse, sich den Bedürfnissen des Marktes anzupassen. Wenn dann auch die Importe so produziert sein müssten, würde das die IP - Produzenten schwächen, weil sich im Ausland immer jemand finden lässt, der billiger produzieren kann. Die IP - Suisse - Bauern lehnen deshalb diese Initiative ab, im Gegensatz zum Bauernverband (unserem Dachverband), der die Stimmfreigabe beschlossen hat.

 

Die Initiative für Ernährungssouveränität von Uniterre, einer kleinen westschweizer Bauerngewerkschaft, möchte kleinere Bauernbetriebe, bessere Löhne in der Landwirtschaft und den Import beschränken, bzw. auf bestimmten Produkten Zölle erheben oder deren Einfuhr sogar verbieten. Dahinter steckt die Sehnsucht nach einer vielfältigen, kleinbäuerlichen, einheimischen Landwirtschaft, also eigentlich die Sehnsucht nach früheren Zeiten. Durchgesetzt werden soll das mittels starker staatlicher Eingriffe zum Schutz der hiesigen Landwirtschaft, wie sie in einer offenen Welt kaum mehr machbar sind. Mit Protektionismus schaffen wir zudem  ein teures und starres staatliches System. Umweltschutz, Tierwohl und soziale Standards (s.o.) sind uns wichtig und sollen eben genau die Swissness ausmachen. Warum ein Kleinbetrieb das eher leisten soll, ist uns schleierhaft. Auch diese Initiative lehnen die IP - Suisse - Bauern deshalb ab.

 

Diese Woche arbeiten wir am Hühnerhofzaun und sind im Innenbereich des Hofes mit diversen Arbeiten beschäftigt. Und: Wir hoffen, dass das Gras wächst. Es ist immer noch nicht klar, ob nachgesät werden muss.

13. - 19. August 2018

Diesen Montag (13. August) regnet es wieder. Diesmal ist es ein sehr schmales Regenband, das genau über unseren Hof hinweg zieht. Etwa 15 - 20 mm Regen fallen vom Himmel. Dieses Wasser ist tausende von Franken wert! Ein grösserer Teil der Gras - Neuansaat sollte jetzt über den Berg sein, das heisst, die jungen Graspflanzen haben nun genügend Feuchtigkeit, damit sie richtig wachsen können und wir das dringend benötigte Winterfutter erhalten. Im Moment haben wir nämlich erst die Hälfte der Grassilagemenge, die wir bis zum ersten Schnitt im nächsten Jahr, Mitte bis Ende April 2019, benötigen.

 

Das Hühnerfutter geht schon wieder zur Neige und wir müssen diese Woche neues bestellen. Ein Huhn braucht etwa 100 g Futter pro Tag, grösstenteils Mais- und andere Getreidekörner. Im Silo haben 8000 kg Hühnerfutter Platz. Für unsere 1000 Legehennen reicht das somit 60 - 70 Tage.

 

Auch die Kühe brauchen neues Kraftfutter. Auch hier ist das vor allem Getreide. Eine Kuh braucht pro Tag 100 g Kraftfutter, um 1 Liter Milch zu produzieren. Wenn also z.B. Rosi pro Tag 40 Kg Milch gibt, braucht sie nebst Grassilage, Maissilage, Zuckerrübenschnitzeln und Malz zusätzlich 4 kg Kraftfutter, bzw. Getreidemischung. Wenn wir also mit unseren Kühen 1000 Liter Milch pro Tag produzieren, brauchen wir pro Tag 100 kg Kraftfutter oder pro Jahr 36 Tonnen.

6. - 12. August

Der Mais ist weg und der Schaden abgeschätzt. Wir schätzen, dass die Versicherung ca. die Hälfte des entstandenen Schadens abdecken wird. Folgeschäden hatten wir ja nicht versichert. Eine definitive Abrechnung haben wir aber noch nicht.

 

Gestern Mittwoch, den 8. August, zog endlich ein Gewitter über uns hinweg. 15mm Regen, etwas Hagel und eine höchst angenehme Abkühlung: Eine Erlösung für die Tiere, die die Hitze schlecht ertragen, für die Bäume und Pflanzen, die sich nun erholen können und natürlich auch für uns. Wir hatten schon fast nicht mehr daran geglaubt. Es gab viele Prognosen, die immer wieder von Gewittern sprachen. Aber leider kamen diese nie bis zu uns. Wir hatten schon langsam Angst, wie es wohl weiter gehen würde. Nach dem Regen vom Mittwoch sind wir nun voller Hoffnung, dass die Trockenheitsphase vorbei ist. Jetzt wird sich zeigen, was alles wirklich abgestorben ist. Vor allem beim frisch angesäten Gras besteht immer noch Hoffnung, dass es keimt und in den nächsten Tagen sehen wir, ob etwas Gras wächst oder nur Unkraut, ob wir neu säen müssen oder ob andere Massnahmen nötig sind wie z.B. das Unkraut mähen, damit das Gesäte Platz hat zum Wachsen,

 

Wir arbeiten am neuen Hühnerzaun. Die Junghennen, die sich mittlerweile an den neuen Stall gewöhnt haben und auch schon zu 80 % Eier legen, dürfen nun erstmals raus auf zwei dürre Weiden. 75 % der Eier haben noch nicht die Normgrösse erreicht. Also müssen die Eier sorgfältig sortiert und gewogen werden. Ab 53 Gramm Gewicht ist ein Ei ein Normei. Die Kleineier können wir nur im Direktverkauf auf unserem Hof verkaufen. Auch wenn diese Eier 40 statt 60 Rappen kosten, sind nicht alle unsere Kunden erfreut, möchten sie doch lieber grosse oder noch lieber sehr grosse Eier zum Preis von normal grossen Eiern.

 

Es ist bereits wieder Zeit Saatgut für das neue Jahr zu bestellen. Das gilt vor allem für Getreide. Als nächstes gilt es also sich Gedanken zu  machen, was wo gesät werden soll (Fruchtfolge) und wie viel Saatgut von welcher Sorte bestellt werden soll.

30. Juli - 5. August 2018

Am Dienstag kommt ein Experte der Hagelversicherung. Wir hatten zwar zum Glück keinen Hagelschaden (und auch die letzten paar Jahre nicht), aber man kann neuerdings die Kulturen gegen Trockenheitsschäden versichern. Vorletztes Jahr machten wir das zum ersten Mal. Der abgeschätzte Schaden war dann aber zu klein, der Selbstbehalt zu gross und der nachfolgende Prämienanstieg zu hoch, so dass wir dann auf eine Auszahlung verzichtet haben. Letztes Jahr machten wir keine Trockenheitsversicherung. Dieses Jahr haben wir es wieder probiert. Nun wollen wir schauen, wie es in diesem Jahr aussieht. Der Mais ist versichert. Noch ist er nicht tot.  Letzten Freitag mussten wir entscheiden, ob wir den Mais vorzeitig häckseln wollen, weil der Schadenexperte ein paar Tage vor der Ernte aufgeboten werden muss, damit er rechtzeitig am noch stehenden Mais abschätzen kann, wie hoch unser Verlust infolge Trockenheit ist. Seither war 2 x Regen angesagt. Allerdings sind die versprochenen Niederschläge letztes Wochenende ausgeblieben und jetzt kann es bei dieser Hitze von 30° und mehr sehr schnell gehen. Am Sonntag waren die untersten Blätter schon abgestorben. Noch 3 - 4Tage bei diesen Temperaturen und ohne Regen und der Mais ist ganz kaputt. Am Mittwoch, dem 1. August, soll es regnen??? Wenn nicht, wird der Mais der Mais am Donnerstag so gehäckselt, wie er ist: Keine Kolben ( das wertvollste an der Pflanze), nur etwa die Hälfte der Masse, aber immerhin noch teilweise grün. Da ja auch kein Gras mehr wächst und das neu angesäte nicht keimt, sind wir froh um das Futter, auch wenn es nicht viel wert ist.

 

Wir sind dabei den Zaun im Hühnerhof zu erneuern. Das Kunststoffnetz war löcherig geworden. Entlang der Ausfahrt der J 18 stand ein Zaun, der mittlerweile abgebrochen wurde. Davon wurden uns die 60 - 70 Zaunpfosten aus Metall geschenkt. Die lassen sich jetzt für unsere Zwecke sehr gut verwenden.

 

Bei den Kühen und den Hühnern sind jetzt Abkühlung und frische Luft in den Ställen wichtig. Deshalb laufen die Ventilatoren Tag und Nacht auf der 2. - höchsten Stufe.

 

23. - 29. Juli

Die Einwohnergemeinde der Stadt Basel ist Eigentümerin des Neuhofs. In ihrem Auftrag kommt diese Woche ein Betriebsberater auf den Neuhof. Er hat den Auftrag für die Höfe der Stadt ein Entwicklungskonzept zu erstellen. Es ist sinnvoll, so etwas alle 10 Jahre zu machen. Es handelt sich um eine Standortbestimmung, die aufzeigt, wie der Betrieb läuft und man erhält dadurch Entscheidungsgrundlagen, damit in die richtige Richtung investiert werden kann. Für die Stadt ist das wichtig, weil sie den Betrieb nicht selber führt, sondern verpachtet und somit einen Pachtzins erhält, aber nicht wirklich weiss, wie der Betrieb wirtschaftlich dasteht. Zudem arbeitet jeder Pächter / Betriebsleiter anders. Jeder Landwirtschaftsbetrieb ist aufgerichtet auf die Vorlieben und Fähigkeiten des Betriebsleiters. Bei einer solchen Untersuchung möchte man aber - unabhängig vom Betriebsleiter - wissen, welche Produktionsgrundlagen ein Betrieb hat und welche Substanz vorhanden ist. Zweifellos hat der Pächter während der letzten 10 Jahre viel dazu beigetragen, wie der Betrieb heute aussieht und je nach dem hat er die Produktionsgrundlagen verändert. Es werden ja laufend kleinere oder grössere Anpassungen vorgenommen. Folgende Daten werden jetzt erhoben:

  • Betriebsfläche
  • Lieferrechte
  • Labels
  • Tierhaltung mit Stallsystem und Vermarktungsart der Produkte
  • Paralandwirtschaft, Öffentlichkeitsarbeit
  • Weitere Betriebszweige
  • Infrastruktur: Zustand der Gebäude, Wirtschaftlichkeit, Tierschutz
  • Dauer des Pachtvertrages, allenfalls anstehender Bewirtschafterwechsel
  • Stärken und Schwächen der Ist - Situation
  • Situation in der Region, Lage des Betriebes
  • Entwicklungstendenzen in der Agrarpolitik, Marktverhältnisse
  • etc.

 

Das Thema dieser Woche ist also vorgegeben und wir warten gespannt auf die Resultate der Erhebung.

 

Derweil kämpfen wir mit der Tockenheit. Gras wächst keines mehr. Der Mais beginnt abzusterben. Den Bäumen, die dieses Jahr unglaublich viele Früchte tragen, können wir noch Wasser geben. Bei den grossen Flächen, wie beim Mais und dem Gras, wäre der Aufwand viel zu gross und das Wasser wäre viel zu teuer. So müssen wir halt auf den nächsten Regen warten.

9. - 22. Juli 2018

Wie geplant konnte der Roggen am Montag und Dienstag letzter Woche gedroschen werden. Für einmal hatten wir Glück mit dem Wetter. Mengenmässige Spitzenerträge sind bei uns ja nicht möglich, wegen der Wasserknappheit, aber die Qualität der Körner ist dieses Jahr gottseidank gut. Insbesondere freut es uns, dass wir neben dem üblichen Verzicht auf Insektizide und Fungizide dieses Jahr auch auf Herbizide verzichten konnten, was nicht jedes Jahr möglich ist. Das macht den Roggen noch etwas wertvoller.

 

Am Donnerstag kam dann alles Stroh weg. Wir haben es ab Feld verkauft, weil wir bereits genug Stroh in der Scheune haben. Danach haben wir das Stoppelfeld mit dem Grubber aufgerissen und am letzten Freitag Gras eingesät. Dieses wird 3 Jahre lang bleiben und als Kuhfutter dienen, ausschliesslich in Form von Siloballen. Nun hoffen wir, dass es ab und an regnen kann, damit das Gras keimen und wachsen kann.

 

Das eigene Getreide selber mit dem eigenen Mähdrescher zu dreschen, ist wohl die schönste Arbeit beim Getreideanbau. Zwar ist der "M 1300" schon 40 Jahre alt und oft wird die Arbeit unterbrochen, weil irgend etwas kaputt geht. Zudem hat die Maschine weder Kabine noch Klimaanlage. Der Maschinenführer (also Christian) ist also voll dem Staub ausgesetzt, was oft kaum zum Aushalten ist, vor allem wenn der Wind von der falschen Seite kommt und Christian in den Dreschstaub einhüllt, so dass er kaum atmen und sehen kann. (Verständlicherweise besteht die Ernährung an Dreschtagen tagsüber ausschliesslich aus Flüssigkeit und Glacé.)  Dabei schneidet der Mähdrescher die Ähren und führt sie in sein Inneres, wo die Körner von Stroh und Spelzen getrennt werden. Die Körner gelangen dann über die Siebe, den Überwurf und den Elevator in den Tank des Mähdreschers. Ab und zu wird der Inhalt des Tankes dann in einen der Getreidewagen oder Container, die am Feldrand bereit stehen, umgefüllt. Dieser Vorgang ist der letzte nach einem ganzen Jahr, das begonnen hat mit dem Pflügen, Eggen und Säen, gefolgt vom Bangen, ob es auch genug Schnee hat, damit der Frost dem jungen Getreide im Winter nicht schadet und ob es im Frühjahr auch genug regnet. Dann im Frühling das mehrfache Düngen, evtl. Ausbringen von Herbiziden. Dann das Hoffen auf genug Sonne und nicht zu viel oder zu wenig Regen. Beim Abreifen darf es nicht Hageln und starke Gewitter sind auch schädlich, ebenso Trockenheit, wenn die Körner noch wachsen sollten. So erfüllt es den Dreschenden trotz aller Strapazen  mit grosser Freude und Genugtuung, wenn er sehen kann, wie sich der Tank mit den prallen, sauberen Körnern seines eigenen Getreides füllt und das Ährenfeld immer kleiner wird und der Getreidewagen immer voller. Es ist wunderbar, wenn man am Abend oder in der Nacht den vollen Wagen in die Scheune bringen kann, in Sicherheit, nach einem ganzen Jahr mit viel Arbeit, Hoffen und Bangen. Ob es viel oder wenig gibt, ist in diesem Moment weniger wichtig. Da ist einfach die Gewissheit, das Bestmögliche getan zu haben und  das Staunen und die Dankbarkeit, dass trotz aller Risiken und Gefahren alle Jahre wieder Ernten möglich sind. In diesen Momenten macht sich die Ehrfurcht und die Demut vor der Schöpfung bemerkbar. Diese Erfahrung ist heutzutage leider nur noch ganz wenigen Menschen möglich und wäre doch jedem Menschen zu gönnen.

 

Und wie das so ist im wechselhaften Alltag eines Bauernhofes: Auf das erhabene Gefühl der Getreideernte folgt das nüchterne Kalkül, ohne das ein Bauernbetrieb nicht überleben kann: Am Dienstag dieser Woche hat uns eine Gruppe Hühner verlassen, die leider nicht mehr genug Eier legen, um für uns rentabel zu sein. Bevor die neuen Hühner am Freitag kommen, muss der Stall ausgemistet, gereinigt und desinfiziert werden. Das bedeutet harte Knochenarbeit, begleitet vom Gestank und Staub des Hühnermistes. Da ist dann kaum mehr die Zeit und der Ort, um sich tiefer Gedanken zur Schöpfung etc. zu machen.

2. -8. Juli 2018

Da im April / Mai  kein Regen fiel, haben die Kulturen grosse Trockenheitsschäden erlitten. Deswegen wurde das Getreide früh reif und wir haben die Weizenernte bereits eingebracht.. Der grösste Teil wurde im Juni gedroschen. Fertig geworden sind wir am 4. Juli. Das ist erst einmal vorgekommen, nämlich im trockensten der letzten 25 Jahre, 2003. Die Erträge sind sehr klein, aber erfreulicherweise von sehr guter Qualität. Somit kann die ganze Ernte als Brotgetreide verwendet werden und wir werden einen sehr guten Preis pro 100 kg erhalten.

 

Inzwischen hat es endlich geregnet und zwar in ausreichenden Mengen. Wir waren schon in Sorge, dass uns der Mais abstirbt. Diese Gefahr ist vorläufig gebannt.

 

Den Roggen werden wir voraussichtlich am 9. / 10. Juli dreschen. Bis dahin kann es wieder abtrocknen und wir erwarten schönes Sommerwetter. Eine erste grosse Mulde wurde bereits von der Transportfirma gebracht und im Sonnenhof am Feldrand abgestellt.

 

Beim 40-jährigen Mähdrescher ist immer wieder mit Überraschungen zu rechnen. Am Samstag 29. Juni ging eine Ölleitung kaputt. Am Wochenende war dann für die Reparatur niemand aufzutreiben. Christian konnte wohl noch dreschen, aber nur in einer Geschwindigkeit fahren. Am Montag war eine Reparatur möglich, aber beim Abfahren brach der Schalthebel ab. Mit einem Rohrstück als Provisorium konnte dann weitergefahren werden. Gleichzeitig war am Montag während des ganzen Tages auch ein Filmteam einer Werbefirma vor Ort, das Christian interviewte und ihn beim Dreschen filmte. Es hat den Auftrag bei verschiedenen Landwirten einen Videoclip für die IP-Suisse Produkte von Denner zu drehen. Auch das konnte erledigt werden und während der Schlechtwetterphase diese Woche, fand Christian dann Zeit, den Schalthebel wieder anzuschweissen. Danach gab es aber noch eine Panne: Ein grosses Holzstück, das sicher von einem Hund im Getreidefeld liegen gelassen wurde, geriet in die Maschine, verbog eine Einzugsleiste und blockierte das Dreschsystem. Christian musste für die Reparatur (er war kaum 5 Minuten auf dem Feld gewesen) wieder nach Hause fahren, wo er eine halbe Stunde brauchte, um die Maschine wieder einsatzfähig zu machen. Allerdings kam es wegen dieser Sache zu einem Kollateralschaden: Um nach Hause fahren zu können, musste Christian zwischen 2 parkierten Autos (wahrscheinlich von Hundespaziergängern) hindurchzirkeln, um vom Feld auf die Strasse zu gelangen. Zu seiner Erleichterung gab es an den Autos keinen Kratzer, aber leider übersah er dabei einen Hydranten und fuhr diesen um. Zum Glück war die zuführende Wasserleitung abgestellt. Einer zufällig vorbeifahrenden Polizeipatrouille meldete er den Schaden sogleich, da er auf der Gemeinde niemanden erreichte. Kostbare Zeit ging verloren, weil jetzt alle Personalien bis ins letzte Detail angegeben werden mussten. "Ja, wollt ihr mich jetzt auch noch verhaften!" entfuhr es Christian. Man liess ihn aber laufen. Wahrscheinlich war er vom Dreschstaub viel zu schmutzig. Da wollte ihn niemand im Auto haben. Aber eine Rechnung wird wohl noch eintreffen!

19. Juni - 1. Juli 2018

Der längste Tag ist gerade vorbei. Die Hühner sitzen kaum vor 22 Uhr auf Ihre Stangen, denn es ist schwierig sie vor dem Dunkelwerden in den Stall zu treiben, weil sie schwer von Begriff sind und den Stall nicht finden wollen. Also lassen wir sie selbstständig mit dem Eindunkeln ihren Schlafplatz aufsuchen. So müssen halt auch wir abends bis 22 Uhr warten bis wir endlich den Stall schliessen können.

 

Beim Eingang zum Innenhof steht im Garten des grossen Wohnhauses eine Silberlinde. Ihre Blüten duften wunderbar und der Duft zieht durchs ganze Hofareal. Die Silberlinde blüht später als die Sommerlinden, die mitten im Innenhof stehen. Diese sind bereits verblüht und unter den Bäumen liegt ein richtiger Blütenteppich. Die Sommerlinden duften nicht so stark. Dafür lässt sich mit ihren Blühten ein feiner Tee aufbrühen, während der Tee aus den Blüten der Sommerlinde nach nichts schmeckt und nach dem Duft, den der Baum verströmt, eine herbe Enttäuschung ist.

 

Alle Kühe haben wir in der Woche vom 18. Juni aus dem Stall geführt und gezerrt und im Klauenstand die "Zehennägel" geschnitten. Dabei wurden die Klauen per Schlauch gesäubert und das stark gewachsene Horn mit dem Winkelschleifer abgeschliffen. Hautverletzungen im Zwischenklauenbereich haben bei 6 von 42 Kühen dazu geführt, dass wir  säubern, desinfizieren und einen Verband anlegen mussten. Im Normalfall ist das nach 1 Woche abgeheilt, manchmal braucht es einen Verbandswechsel und eine weitere Woche bis zur Heilung. Geschwüre in der Klauensohle, zwischen Knochen und Horn können über 1 Monat Zeit beanspruchen bis zur Heilung. Da muss dann mehrmals der Verband gewechselt werden.

 

Das Getreide reift jetzt sehr schnell und schon vor dem längsten Tag wurde Gerste gedroschen. Wir haben keine Gerste. Bei uns wird wohl vor dem 1. Juli der Weizen reif sein. Da sind dann nächste Woche noch Vorbereitungen zu treffen. Mähdrescher und Getreidewagen müssen bereit gemacht werden und das Strohlager für das neue Stroh.

11. - 18.Juni

Glücklicherweise haben wir schon vor mehr als einer Woche das Gras siliert! Das gab bei schönem Wetter beste Qualität. Viele Berufskollegen haben es letztes Wochenende probiert, aber leider ist das Wetter seit längerer Zeit völlig unberechenbar. Es ist sehr warm und wüchsig bei hoher Luftfeuchtigkeit. Die Lage ist völlig instabil. Es ist kein Westwindwetter, auch keine Biese. Nach Morgennebel und anschliessendem Sonnenschein kommen relativ schnell Gewitterwolken auf und ohne Windbewegung giesst es plötzlich wie aus Kübeln. Viele, die letzte Woche Gras gemäht haben, konnten es nicht einbringen. Die Wettervorhersagen sind völlig unbrauchbar und es ist wohl besser einige Tage auf eine stabilere Wetterlage zu warten. Ab dem 15. Juni dürfen wir unsere Ökowiesen mähen. Wir hoffen, dass sich die Wetterlage bis dahin beruhigt.

 

Wir sind immer noch mit dem Säubern der Ökoflächen beschäftigt. Dann muss schon bald der Mähdrescher bereitgestellt werden. Und vielleicht können wir diese Woche damit beginnen, den Hühnerzaun zu erneuern.

 

Die Kirschen sind reif. Wir haben nur einen Baum. Er hängen sehr viele Kirschen dran und die Früchte sind gesund. Der Baum wird nicht gespritzt und kaum gepflegt. Meistens trägt er kaum Früchte oder kranke. Aber nach dem Frost vom letzten Jahr besteht wohl Nachholbedarf. Auch die Nussbäume sind rappelvoll. Ebenso die Pfirsiche, Quitten, Feigen und Apfelbäumchen. Zum Teil muss der Behang reduziert werden, sonst werden den Bäumen die Äste abgerissen. Auch diese Arbeit steht diese Woche auf dem Programm.

 

 

5. - 10. Juni

In der ersten Aprilwoche hat sich Christian beim Badminton das Knie verletzt. Das ganze Prozedere wurde durchgespielt: Notfall um 10 Uhr nachts - röntgen - nach Hause mit Stöcken und Kniestütze. Das Knie war geschwollen und schmerzte, eine genaue Diagnose gab es aber noch nicht. Leider ist es nicht möglich mit Stöcken und Kniestütze zu arbeiten, so dass diese Hilfsmittel kaum einen halben Tag in Betrieb waren. Unfälle ereignen sich ja bekanntlich immer in den dümmsten Momenten, so auch dieses Mal. Es passierte eine Woche vor der Tierausstellung. Am Tag nach der Tierausstellung fuhr unsere Mitarbeiterfamilie für 2 1/2 Wochen nach Moldawien in die Ferien. Gearbeitet werden musste trotzdem, die Tiere wollten versorgt sein etc. 2 Wochen nach dem Unfall kam es zur Nachkontrolle. Christian hinkte noch leicht, eine Möglichkeit das Knie zu schonen gab es aber nicht. Maidans weilten noch in den Ferien. Nochmals 2 Wochen später konnte endlich ein MRI gemacht werden. Die anschliessende Diagnose lautete: Meniskusriss. Man entschied, nicht zu operieren, sondern mit Physiotherapie die Kniemuskulatur zu stärken. Heute ist der letzte Physiotherapietermin. Alles funktioniert wieder bestens (eine andere Möglichkeit zog Christian gar nie in Betracht), mit dem Risiko, dass der Meniskus erneut beschädigt wird und dann wohl operiert werden muss.

 

Jetzt liegen wir mit allen Arbeiten wieder im Zeitrahmen. Letztes Wochenende gab es 54 schöne Ballen Grassilage. Am Mittwoch kommen die Galtkühe vom Paradiesli (der Waldweide) zurück. Die Brachen müssen fertig gesäubert werden und im Stall müssen die Liegeboxen der Kühe sauber ausgemistet werden, damit es möglichst wenig Fliegenbruten gibt.

28. Mai - 3. Juni 2018

Die Förderung der Vielfalt der Pflanzen, der verschiedenen Tierarten und deren unterschiedlichen Lebensräume, also der Biodiversität, ist heute sehr wichtig. Bis vor 30 Jahren war die Landwirtschaft noch von den Erfordernissen des Krieges geprägt, möglichst hohe Erträge zu erzielen unter Zuhilfenahme von Pflanzenschutzmitteln und Düngermengen, die heute als problematisch eingestuft werden. In vielen Bereichen wurde deren Problematik erkannt, beispielsweise in Bezug auf Rückstände im Trinkwasser, Bienensterben, Rückgang der Artenvielfalt, Resistenzbildungen gegenüber Pestiziden etc.

 

Seit die Direktzahlungsverordnung 1992 in Kraft ist fördert und fordert der Staat eine rücksichtsvollere Landwirtschaft im Bereich des Pflanzenbaus und der Tierhaltung. Wer Direktzahlungen beanspruchen will, muss diesen Anforderungen genügen. Mit zusätzlichen Umweltleistungen versuchen zudem private Labels den geschaffenen Mehrwert direkt beim Konsumenten einzufordern. Bei uns als IP-Suisse zertifizierten Betrieb stehen beispielsweise zusätzliche Aspekte im Bereich Biodiversität, Klimaschutz, Resouceneffizienz und soziale Aspekte im Vordergrund. Dabei wird etwas anders vorgegangen als im Biolandbau:

 

Im Pflanzenbau sieht man das konkret daran, dass wir mehrere Hektaren Brache angelegt haben. Dort gibt es keinen Ertrag und kein Produkt zu verkaufen, sondern die Flächen ruhen 3 Jahre lang, werden nicht bearbeitet, nicht gedüngt und nicht mit Chemikalien behandelt. Sie sind damit Teil unserer sogenannten ökologischen Ausglgeichsflächen. Danach wird wieder gepflügt und Weizen oder Roggen, Mais etc. angesät. Auch diese folgenden Kulturen werden weder mit Insektiziden, noch mit Fungiziden oder Wachstumsregulatoren behandelt. Davon haben wir im Getreidebau während der letzten 25 Jahre nichts mehr eingesetzt.

 

Die Brachen werden von der Bevölkerung durchaus wahrgenommen, denn sie blühen besonders im ersten Jahr wunderbar. Momentan sieht man vor allem die Mohn - und Kornblumen entlang der Tramlinie von Reinach nach Aesch auf der linken Seite. Tägliche sieht man Menschen, die mit dem Fotoapparat am Feldrand stehen oder  - leider - im Feld.

 

Diese Woche sind Ion und Christian in diesen Brachen unterwegs. Zu Fuss und mit der Sense ausgerüstet, entfernen sie die schlimmsten Unkräuter: Die Ackerdistel und den Sauerampfer. Diese vermehren sich nämlich invasiv. Sie produzieren tausende von Samen, die über Jahrzehnte im Boden keimfähig bleiben. Deshalb schneiden sie diese Pflanzen ab, bevor sie blühen können. Ein Teil davon wächst wieder nach, so dass diese Pflanzen noch ein 2. Mal geschnitten werden müssen. Am Montag gingen die beiden dieser Arbeit bei unglaublich schwülem und heissem Wetter nach. Und leider kann man dazu nicht kurze Hosen tragen, weil dann die Beine arg zerkratzt werden. Sofern es trocken bleibt, sind sie nun die ganze Woche mit dieser Arbeit beschäftigt. Bei Regen ist der Stall auszumisten und auf dem Hofgelände das Gras zu mähen. Zudem braucht der Mais noch etwas Nährstoffe. Am Wochenende ist zudem die Gewerbeausstellung in Reinach. Da wird unsere Wiese als Parkplatz benutzt.

21. - 27. Mai 2018

Das Abwasserrohr der Küche ist entstopft und repariert. Der Aufwand war zum Glück nicht so gross. Ein etwas kleineres Rohr konnte in das defekte Ablaufrohr geschoben werden. Wäre das nicht möglich gewesen, hätten wir 30 cm unter der Erde eine 1 Meter dicke Mauer durchbrechen müssen. Glück gehabt!

 

Diese Woche ist der Hühnerstall dran. Es braucht einen besseren Schutz vor Überschwemmungen. Vor dem Stall sind zwar Wassersammelrinnen, die in den Sickerschacht führen. Aber bei Platzregen, wie wir sie in letzter Zeit gehäuft erleben, kann der Schacht nicht mehr alles Wasser schlucken und es läuft in den Hühnerstall. Deshalb wollen wir diese Woche die Versickerung erneuern und verbessern.

 

Gegen Ende Woche, wird das Wetter beständiger und wir können Gras mähen für Siloballen. Einerseits wird das dort der Fall sein, wo der Sportplatz gebaut wird, andererseits dort, wo wir bald Parkplätze für die Reinacher Gewerbeausstellung zur Verfügung stellen müssen.

 

Fährt man von Reinach nach Aesch, so fällt der Blick auf der linken Seite auf ein blühendes Feld mit Mohn- und Kornblumen. Es ist unsere Rotationsbrache, die so wunderbar blüht. Sie ist Teil des Biodiversitätsprogrammes, das typisch ist für IP - Suisse. Gezielt soll damit die Artenvielfalt gefördert werden. Allerdings gibt es in diesen Ökofeldern auch Unerwünschtes, vor allem Blacken und Disteln. diese werden wir diese Woche abschneiden oder ausreissen. Das wird uns einige Tage beschäftigen.

 

14. - 20. Mai 2018

Irgendwie ist diese Woche der Wurm drin oder es sind mittlerweile einfach zu viele Termine oder das Gedächtnis lässt mit dem Älterwerden nach. Glücklicherweise gibt es ja die elektronische Agenda auf den Handy. Da ist dann immer alles drauf und sofort abrufbar. Man müsste sie nur auch noch konsequent nutzen!

 

Als am Montag die Tierärztin anrief, um sich für die monatliche Kontrolle des Kuhbestandes anzumelden, musste Christian absagen, weil er nach Murten an eine Sitzung musste. Am Dienstag sei aber kein Problem, meint er spontan. Am Dienstag ruft die Tierärztin wieder an und fragt, ob sie gleich kommen soll oder erst um 11 Uhr. Für ihn gehe beides, sagt Christian und vereinbart einen Termin für 10:30 Uhr. Um 9:30 sieht er vom Tram her eine Kindergartenklasse Richtung Neuhof marschieren und fragt sich, wo die denn hinwollen bei diesem Wetter...Da beginnt er schlimmes zu ahnen und sucht nervös in seiner Agenda. Tatsächlich steht da drin: Führung mit Kindergarten 10:15 - 11:15 Uhr.....So viel zur ungenügenden Nutzung der heutigen technischen Möglichkeiten.

 

Der Kindergarten hat dann während der Führung eine Pause gemacht, die Kinder haben auf dem Hof gespielt und die Tierärztin hat sich noch ein bisschen mehr als sonst beeilt. Dann kam der 2. Teil der Führung. Es ging zu den Minipigs. Die Kinder dürfen da etwas Brot oder Obst hinhalten. Sie werden dabei jedes Mal ermahnt, nicht etwa aus Angst die Hand mit dem Futter zurückzuziehen. Das führt nämlich dazu, dass das Schweinchen aus Angst vor dem drohenden Futterverlust nach dem Futter schnappt, was schmerzhaft sein kann für die Finger. Dieses Mal hat Christian die Kinder wie üblich ermahnt, worauf das Schweinchen ihn gebissen hat. Es blutete stark, eine Mutter gab ihm ein Taschentuch und Christian sagt tapfer zu den Kindern: "Das tut nicht so weh!"

 

Danach gab es heftige Niederschläge und der überschwemmte Hühnerstall musste ausgemistet werden.

 

Ein Küchenablauf ist verstopft und wir graben vor dem Haus, haben die verstopfte Leitung aber noch nicht gefunden.

 

Was gibt es wohl noch Spannendes diese Woche? Es ist ja erst Mittwochmorgen....

7. - 13. Mai 2018

Stimmt das Wetter, so ist das höchst selbstverständlich und wir nehmen es kaum wahr. Wetterextreme beschäftigen uns aber dauernd und sehr stark. So auch jetzt. Ist es normal, dass zu dieser Jahreszeit so wenig Regen fällt? Wann war das letzte Mal so? Warum verspricht die Prognose so oft Regen und es bleibt bei uns trocken? Wie stark ist der Schaden schon bei Weizen, Roggen, Mais und den Wiesen? Nun: Das Schlimmste kann noch verhindert werden, obwohl sich die Niederschlagsversprechen von 3 verschiedenen Prognosediensten laufend abschwächen und sich auch fortlaufend weiter in die Zukunft verschieben.

 

Der Mais ist wider Erwarten zu 3/4 gekeimt. Der Rest der Samen liegt im Trockenen und dort passiert gar nichts. Gras wächst keines mehr. Der Güllestickstoff von letzter Woche konnte nicht in den Boden versickern, sondern ist wohl grössten Teils in die Luft verpufft. Die Getreidehalme sind sehr kurz. Die Ähren könnten jederzeit zum Vorschein kommen, bleiben aber stecken und die Blätter werden glasig und beginnen sich zu rollen.

 

Diese Woche ist kurz. Die Auffahrt beschert unseren Mitarbeitern einen Ruhetag. Wir werden nur das Nötigste tun, d.h. alle Tiere versorgen. Das ist ein Zeitaufwand von 7 Stunden. Pfingsten läuft es dann umgekehrt.

 

Am Dienstag wird der Melkmaschinenservice gemacht. Das ist ein ganzer Tag Arbeit für 2 Personen.

 

Für die trockenstehenden Kühe gilt es eine Weide vorzubereiten.

 

Ein Küchenablauf ist verstopft. Die Kanalreinigungsfirma kann nichts machen. Wahrscheinlich haben sich Rohre verschoben. Wir müssen also einen Graben ausheben und die Ursache selber suchen und beheben.