Aktuelle Arbeiten und Vorkommnisse auf dem Neuhof

5.12. - 12.12.2022

 

Letzte Woche gab es Besuch: Davids Schafe weiden in unserem Hühnerhof. Vielleicht ist das ein vorsichtiges Eingewöhnen ans neue Zuhause. Vorher "pflegten" sie aber die Rebberge in Aesch. Dort gibt es auch noch viel mehr Schafe. Sie fressen das Gras zwischen den Reben. Dadurch muss es nicht gemäht werden, was im steilen Gelände auch sehr aufwendig wäre. Der Abstecher auf unseren Hof ist eine Zwischenlösung. Danach ziehen die Schafe weiter. Vorläufig hat es genug Gras im Hühnerhof, umso mehr als die Hühner wegen der Vogelgrippe ja nicht mehr rausdürfen.

 

 

Wir sind immer noch am Aufräumen und Einwintern und Revidieren der Maschinen. Im Stall sieht es schon ziemlich kahl aus, seit die Liegeboxen abmontiert sind. Die Kühe wurden in den letzten 20 Jahren immer grösser, bzw. länger und so gibt es vom Tierschutz auch neue Vorschriften. Die Liegeboxen müssen länger werden. Dieser Umbau ist dann aber Sache unserer Nachfolger. Wir müssen diese Woche die Liegeboxen noch ausräumen und das Stroh entfernen. Alles wird danach sauber gefegt.

 

Das letzte Hochsilo, das mit Mais gefüllt war, ist nun auch leer. Die letzten 7 bis 8 m3 hat noch ein Nachbar geholt, denn wir haben ja seit ein paar Tagen keine Kühe mehr. Auch dieses Silo muss noch gereinigt und die Silofräse abmontiert werden. 

 

Mocca, die Severin gehört und als Therapierind dient, musste nun als letztes Rind den Hof verlassen. Am letzten Dienstag haben wir sie zum Schlosshof in Pfeffingen gebracht, wo sie nach langem Suchen ein Plätzchen gefunden hat.

28.11. - 4.12.2022

 

 

Die Mulde für Bauschutt ist bereits voll, ebenso die Mulde für Alteisen. Einige Gebäude sind schon aufgeräumt und gereinigt: Das grosse Haupthaus, der Riegelbau und die Gebäude (Garagen und Werkstatt) hinten, wo der Mähdrescher steht. Gerade in letzteren gab es sehr viel Material, vor allem oben auf den Garagen. Dort hatte sich vieles angesammelt, das jetzt nicht mehr zu gebrauchen ist.

 

Nächste und übernächste Woche müssen noch die grosse Scheune und der Kuhstall aufgeräumt werden. Danach können wir ziemlich zuversichtlich auf die Übergabe an die neuen Pächter, bzw. die Rückgabe an den Verpächter blicken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt wurde bei den Traktoren Same und Deutz Ölwechsel und übriger Service erledigt. Als nächstes und letztes sind der Mähdrescher und das Mähwerk dran.

Wie gewohnt kam uns bei den verschiedenen Arbeiten Unvorhergesehenes dazwischen. Dieses Mal hinderte uns die Vogelgrippe daran zügig an unseren verschiedenen Projekten weiter zu arbeiten. Diese hochansteckende und tödliche Krankheit ist vor ein paar Tagen wieder einmal in der Schweiz aufgetreten. Es sind Zugvögel, die die Krankheit zu uns bringen und damit Hühner gefährden, die sich draussen aufhalten. Deshalb dürfen Wildvögel nicht in Kontakt mit den Hühnern kommen und auch nicht zu den Tränken und Futterstellen der Hühner gelangen. Damit unsere Hühner doch noch nach draussen können, stellten wir beim einen Stall ein Zelt auf und beim anderen montierten wir ein Vogelschutznetz. Auf diese Weise können wir einerseits  die Hühner an die frische Luft lassen und andererseits den Auflagen der Behörden nachkommen.

21. - 27. November 2022

Am letzten Mittwoch kam der Milchtank weg. Zuvor musste das Kühlaggregat abgetrennt und das Kühlmittel abgesaugt werden. Vermutlich war noch R 22 drin, was heute verboten ist, weil giftig. 

Auch an anderen Orten auf dem Hof muss viel Material weg:

Fürs entsorgen von altem Holz benutzen wir einen Ladewagen, wo das Material beim Abladen nach hinten weggeschoben werden kann.

 

Für brennbare Materialien wie Siloballenfolien, Isolationsmaterial und Plastikteile wie Rohre, Platten, Kübel etc. benutzen wir noch einen 2. Ladewagen.

 

Beide Wagen haben wir schon mehrmals beim Entsorgungscenter Birs in Aesch geleert. Die Tonne kostet Fr. 200.- bis 250.- je nach Material. Für nächste Woche haben wir eine grössere Mulde für Alteisen bestellt, sowie eine weitere für Bauschutt. Das sind dann Betonteile und Ähnliches. Für Alteisen gibt es sogar noch etwas Geld. Weil aber dafür eine Mulde gestellt werden muss, wird das grad die Kosten dafür decken. Immerhin stört uns das Wetter dabei nicht. Es ist ja nass und kühler geworden.

Es werden bereits jetzt Arbeiten für die bevorstehenden Umbauten getätigt, beispielsweise Schadstoffmessungen oder Statikabklärungen. Dabei werden Löcher in Decke und Eisenträger gemacht. 

 

 

 

Dummerweise passierte das auch ohne unser Wissen im Holder - Rümli, das wir 2 Tage später für einen Kindergeburtstag vermietet hatten. Da war etwas schief gelaufen in der Kommunikation. Wer schon einmal Umbauten miterlebt hat, weiss um den feinen weissen Staub, der in jede Ritze dringt. Unsere Begeisterung hielt sich also in Grenzen. Das Telefon lief heiss und das verantwortliche Architekturbüro liess sofort den Schutt wegräumen und schickte eine Putzfirma vorbei um den Schaden zu beheben. Wie gross war aber unser Erstaunen, als sich herausstellte, dass der Mieter des Holder - Rümli gleichzeitig der Inhaber des Putzinstitutes war! Es gibt manchmal schon unglaubliche Zufälle!

14. - 20. November 2022

Der grosse Traktor und die Sämaschine sind gewaschen und geölt. Die Kreiselegge wurde ebenfalls gewaschen und geölt und sie hat noch 9 neue Zinken erhalten, weil die alten abgenutzt waren.

 

Wegen der milden Temperaturen ist noch viel Gras gewachsen. Aber wir denken, dass jetzt kein trockenes Futter mehr eingebracht werden kann, ein Grassilieren also nicht mehr sinnvoll ist. Deshalb werden nun auch die Futtererntemaschinen gewaschen.

 

Diese Woche hätten die letzten Kühe den Hof verlassen sollten. Aber ein Kuh, die Xili, leidet noch an einer Euterentzündung und hat deswegen Fieber bekommen. Deshalb  muss sie mit Antibiotika behandelt werden. Es geht ihr wieder gut, aber sie kann erst den Hof verlassen, wenn die Wartefrist fürs Antibiotikum abgelaufen ist, weil sie danach geschlachtet wird. Somit bleibt sie noch eine Woche länger auf dem Hof.

 

Diese Woche werden noch weitere Maschinen gewaschen und gepflegt. Ebenso werden weitere Gebäude aufgeräumt, es wird entsorgt und geputzt. Das Riegelgebäude (Nr. 138) und das Haupthaus (Nr. 136) sind schon fast fertig. Danach kommen noch die Garagen etc., da wo der Mähdrescher steht. Anschliessend geht es weiter mit der grossen Scheune, wo wir jeweils unsere Feste gefeiert haben und zuletzt kommt der Kuhstall an die Reihe. Langsam haben wir das Gefühl, dass die Zeit knapp wird. Vielleicht hilft da das Erstellen eines Arbeitsplanes.

7. - 13. November 2022

 

 

 

 

 

Ein kurzer Abstecher nach Zermatt Anfang dieser Woche hat die Hektik der letzten Tage etwas unterbrochen. Das hat gut getan. Aber es ist dadurch auch Arbeit liegen geblieben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Trotzdem: Jetzt ist alles gesät und der Mist ist ausgebracht. Im Kuhstall wurde schon einiges abmontiert und es hat nur noch 8 Kühe drin, die nicht mehr gemolken werden. Diese Woche haben wir einen Käufer für den Milchtank gefunden. Wir müssen den Tank nun ausbauen und transportfähig machen. Dazu gehört auch die Trennung vom Kühlaggregat. Das muss der Fachmann machen und es ist wegen dem Kühlmittel, das speziell entsorgt werden muss, sehr teuer.

 

 

Der grosse IP - Suisse Käfer hat seinen angestammten Platz an der Frontseite des Kuhstalles verlassen. Er durfte noch einmal prominent beim grossen Kaderanlass der Migros im alten Schweinestall (den wir nie als solchen genutzt haben) auftreten und muss sich nun eine neue Heimat suchen, weil ja neu die Knospe auf dem Hof einziehen wird.

 

 

 

 

 

 

 

A propos Kaderanlass: Hier noch ein Bild vom - für diesen Anlass komplett - verkabelten Schweinestall.

 

 

 

Jetzt müssen wir uns auf die Aufräumarbeiten auf dem Hof konzentrieren. Das gibt sehr viel zu tun. Und immer kommt noch mehr zum Vorschein, das aufgeräumt und entsorgt werden will oder manchmal wollen es unsere Nachfolger auch behalten. Und dann kommt noch das Putzen....

31.10. - 6.11.2022

In der letzten Woche war viel los, eigentlich fast zu viel. Aber das meiste hat am Ende geklappt! Folgendes haben wir erledigt:

  • Der Migros - Anlass mit den letztlich 140 Kaderleuten hat gut geklappt und wir konnten beobachten, dass diese Leute die Bodenhaftung noch nicht verloren haben und auf dem Hof rasch und gut zupacken konnten.
  • Die Metzgete der Gillerugger war wieder ein voller Erfolg bei ausverkauftem Haus, bzw. Zelt in der Scheune.
  • Die 6 Schulklassen der ISB, die auf Englisch die Biodiversität des Hofes erklärt haben wollten, erhielten ihre Informationen.
  • Zusätzlich gab es noch eine Kindergartenführung und eine Führung für einen Kindergeburtstag.
  • Die Besprechung mit den Planern der Stadt Basel für die Immobilien des Neuhofes, sowie mehrere Besprechungen mit unseren Hofnachfolgern verliefen reibungslos.
  • Der Weizen ist beim Sportplatz gesät worden und auch da, wo das Hornusserfeld war.
  • Wir haben nochmals 10 ha Gras gemäht, das am letzten Oktobertag zu Ballen gewickelt wurde.

Hier erwähnen wir aber auch das, was nicht so gut geklappt hat:

  • Die erste Führung für die ISB ging völlig in die Hosen. Christian hatte noch erhebliche Mühe mit der Sprache und während der ganzen Führung, auch beim Gang aufs Feld, gab es einen starken Wind, der den gleichzeitig starken Regen quer übers Feld trieb. Das vermieste allen die Laune.
  • Am Samstagmorgen um 5 Uhr 30 rief die Polizei an und meldete Kühe im Fiechtenquartier. Wir befürchteten schon ein Chaos, aber die Kühe waren zum Glück nicht auf der Strasse, sondern lagen friedlich wiederkauend im Garten eines Wohnblockes , der an unser Feld grenzt, unter den Bäumen. Allerdings waren es nur 5 Kühe, 8 fehlten noch. Mit einer starken Taschenlampe konnten diese dann aber weit entfernt auf unserer Weide ausgemacht werden. Dank der Mithilfe unseres Mitarbeiters, der ja eigentlich frei hatte und dem Hausbewohner, der die Polizei alarmiert hatte, waren die Tiere dann schnell zurück im Stall. Ein Tor war geöffnet oder von den Kühen aufgedrückt worden. Bei dieser Gelegenheit bedanken wir uns auch nochmals bei unserem Nachbarn für seine Hilfe.

In dieser Woche ist noch die Weide hinter dem Stall zu pflügen und Weizen zu säen. Wenn es zeitlich möglich ist, wollen wir zuvor auch noch Mist aus dem Stall und vor allem den Eselmist auf die Weide ausbringen, damit er dann gleich untergepflügt werden kann.

24. - 30. Oktober

Plötzlich scheint es nicht mehr ganz so sicher zu sein, dass wir das Mähwerk nicht mehr benötigen. Die Temperaturen bleiben hoch. Mit maximal 23° Mitte dieser Woche sind das unüblich hohe Temperaturen. Deshalb ist das Pflanzenwachstum nun doch noch nicht abgeschlossen und wir können fast zusehen wie das Gras wächst.

 

Für den Migros Event vom Donnerstag, dem ja tags darauf grad noch die Metzgete der Gillerugger folgt, gibt es noch viel vorzubereiten. Wie Christian kurzfristig erfahren hat, darf er zu Beginn dieser Kadertagung zudem noch die IP - Suisse und unseren Hof vorstellen. Da galt es noch rasch einiges an Material für den Beamer zusammenzustellen. Wir freuen uns über diese Ehre. Aber zusätzlich hat sich für den gleichen Tag noch die Eigentümervertretung des Hofes angemeldet zusammen mit den Planern. Letztere benötigen einen Augenschein vor Ort, um danach die infrastrukturmässige Planung für die Zukunft des Hofes in Angriff zu nehmen und sie werden Fragen haben. Es wird eine Herausforderung werden, alles unter einen Hut zu bringen.

 

Unsere Nachfolger haben sich nicht dafür erwärmen können, das Hornussen weiterhin auf dem Feld hinter dem Wohnhaus zuzulassen und so konnten oder mussten wir das Hornusserfeld, welches den Acker in 2 Hälften unterteilt, letzte Woche umpflügen. So wird alles einfacher zu bewirtschaften sein.

17. - 23. Oktober 2022

Fast alles Gras ist gemäht und es sind 38 Siloballen daraus entstanden. Jetzt bleibt nur noch eine Wiese zu mähen: Die beim Flugplatz für Modellflugzeuge. Wir haben momentan ausserordentlich hohe Temperaturen für diese Jahreszeit. Heute Sonntag war es sommerlich warm. Auch nächste Woche werden wir immer noch über 20° haben und so dürfen wir auf sehr schönes Futter hoffen in ca. 25 Siloballen. Das wäre dann der letzte Einsatz von Kreiselmäher und - schwader.

 

 

 

 

 

Ein letztes Mal ernten wir auch die Quitten. Sie sind dieses Jahr unglaublich schön (fleckenlos) und gross geworden und so macht diese Arbeit Freude. 

 

Die Quitten geben wir unseren Kunden im Verkaufsraum gratis ab. 100 kg sind schon weg. Es bleiben momentan nur noch 25 kg zu verschenken. Auch diese werden in den nächsten Tagen ihre Abnehmer finden.

 

 

 

 

 

Bekanntlich wird ja die Hühnerhaltung von unseren Nachfolgern nahtlos weitergeführt. Es werden aber wegen der Umstellung auf Bio grössere Anpassungen vorgenommen werden, was zu Einschränkungen führen wird. Vorderhand transportieren wir aber immer noch die Eier jeden Tag auf dem abgebildeten Wagen vom Hühnerstall zum Eierraum, wo sie geputzt werden und für den Verkauf vorbereitet.

Die Jowa, das ist die Migrosbäckerei, verarbeitet pro Jahr ca. 80`000 Tonnen IP - Suisse - Mehl. Deswegen führt sie Ende Oktober auf unserem Betrieb einen Kadertag durch. Da gibt es für uns viel vorzubereiten. 120 Leute sollen am Morgen eine Schulung erhalten, danach zu Mittag essen und am Abend grillen. Das ist aber Sache der Migros. Für uns stellt neben dem Vorbereiten der Räumlichkeiten der Nachmittag die grösste Herausforderung dar: 120 Personen sollen auf unserem Betrieb praktisch arbeiten. Das ist für uns keine leichte Aufgabe. Deswegen beschäftigen wir uns damit schon seit einiger Zeit intensiv. Die Ideen sind aber schon weit fortgeschritten und es sieht so aus, dass wir auch diese Knacknuss lösen können.

3. - 9. Oktober 2022

Jetzt haben wir über Bekannte doch noch ein paar Bilder von unserem Saat - und Erntefest bekommen, die wir unseren Lesern nicht vorenthalten möchten:

 

 

 

 

Das ist Wespe. Sie wurde im September 2014 geboren und hat in 5 Laktationen total 70`000 Liter Milch produziert. Sie hat letzte Woche ihr 6. Kälbchen geboren und ist top fit. Sie verdient an dieser Stelle aber auch Erwähnung, weil sie die letzte Kuh ist, die während unserer Zeit auf dem Neuhof gekalbt hat. Die vielen Stunden der Wache, auch nachts, und das wunderbare Gefühl, wenn ein Kälbchen gesund zur Welt gekommen ist, sind damit endgültig vorbei für uns.

Und es gilt auch in der täglichen Arbeit immer mehr Abschied zu nehmen: Am 1. Oktober haben wir ein letztes Mal gemolken. Unsere Melkmaschine wurde 1997 mit dem Stallumbau neu eingebaut. Auf ihrem Zeitzähler stehen 29`800 Stunden. Wir haben ohne Unterbruch gemolken, immer am Morgen und am Abend, seit wir am 1. April 1994 neu auf den Hof gekommen sind. Das verdeutlicht wohl, wie sehr die Tiere, ihre Pflege und Fütterung und das regelmässige Melken die Planung der Betriebsabläufe dominieren und eben auch einschränken. Freizeit, Ferien, Arbeitsbeginn am Morgen, Feierabend, Nachtwache, Überstunden........alles richtet sich nach den Bedürfnissen der Tiere. So sind wir Bauernfamilien daran gewöhnt, dass nicht immer alles nach unserem Willen geht, sondern dass wir uns stetig anpassen müssen, sei es gegenüber den Bedürfnissen der Tiere oder bei Feldarbeiten gegenüber dem Wetter. Das hat Priorität vor Freizeitwünschen oder dem Wunsch, jetzt gerade etwas anderes zu machen, wenn das Wetter günstig ist für Erntearbeiten etc. Dieses Wissen um die Abhängigkeit von Dingen, die wir nicht alle beeinflussen können und von unseren Mitmenschen, führt zu einer gewissen Demut, die wir momentan in unserer Überflussgesellschaft vermissen.

 

Welche Arbeiten stehen noch an? Nun: In dieser Woche wird der Mist auf den abgeernteten Maisfeldern verteilt. Danach wird gepflügt und der Weizen für das nächste Jahr angesät. Das Wetter soll stabil werden und so kann ein Teil der Grassaaten bereits gemäht werden, um daraus Siloballen zu machen.

26. September - 2. Oktober 2022

Wegen des Jahresausflugs der IP - Suisse war am Freitag keine Zeit für die Vorbereitung des Saat - und Erntefestes. Da es aber bereits das 14. Mal war, dass wir diesen Anlass vorbereiteten, ging danach alles wie von selbst. Ausserdem hat uns die reformierte Kirche, allen voran Florence, die Pfarrerin, sehr viel abgenommen beim Organisieren und Mithelfen. 

 

So erlebten wir unser letztes und zugleich wunderschönes Saat - und Erntefest. Wir wurden anlässlich dieses letzen Males reich beschenkt von all den lieben Menschen, die sich im Lauf der Jahre auf dem Neuhof "angesiedelt" haben. Ausserdem hat uns Maya Graf, grüne Ständerätin BL, die am Ursprung des Anlasses stand, überraschend die Ehre erwiesen und eine Rede gehalten. Ebenso hat uns "Plättliburger" Jörg Burger im Namen aller Mitglieder unserer grossen "Neuhoffamily" gedankt. Florence hielt eine wunderbar stimmige Predigt, mit der sie uns ganz aus dem Herzen sprach und wir haben den ganzen Sonntag mit all den vielen, vielen Menschen, die sich mit uns in der Scheune, danach auf dem Feld und beim gemeinsamen Mittagessen unter freiem Himmel versammelt haben auch als herzliches Dankeschön an unser Wirken auf dem Neuhof empfunden, ein Dank, den wir gerne zurückgeben. Für uns war es ein absolut gelungener und wunderbarer  Tag.

 

 

 

 

Die gute Bianca hat ihr bereits abgebrochenes, aber schon gut verheiltes Horn erneut verletzt. Wir wissen nicht, ob beim Streit mit einer anderen Ziege oder wie oder wo.... Leider hatte sie starke Schmerzen, hat gezittert und einen Tag lang nichts mehr gefressen. Jetzt geht es ihr wieder besser, aber sie ist scheu und geht allen aus dem Weg.

 

 

 

 

 

 

Wie vorgesehen konnten die Gras - Siloballen gewickelt werden. Es sind 30 Stück. Das reicht für 30 Tage.

19. - 25. September

Jetzt ist die Jahreszeit, ab der Buntbrachen oder auch Rotationsbrachen aufgehoben werden dürfen. Genauer: Ab dem 15. September ist das möglich. Die Brachen werden von Bund und Kantonen mit Beiträgen gefördert. Eine Buntbrache wird 6 Jahre lang am gleichen Standort belassen. Falls sie dann von der Zusammensetzung her immer noch sehr wertvoll ist für die Kleinlebewesen, darf sie noch 3 weitere Jahre stehen gelassen werden.

 

Unsere Buntbrache beim Keltengrab in Aesch war sogar noch älter. Jetzt sind aber immer mehr Bäume drauf gewachsen, derer wir kaum Herr geworden sind. Deshalb haben wir letztes Jahr daneben eine neue Buntbrache angesät und letzte Woche die alte zuerst mit einem Mulchgerät abgeschlegelt und danach gepflügt. Unterdessen haben wir darauf Gras gesät, was etwas spät im Jahr ist.

 

Nach der starken Trockenheit im Sommer, die bis Mitte August anhielt, ist es jetzt wieder genug feucht. Das Gras ist gewachsen und wir können es diese Woche mähen und Siloballen machen. 

 

Ein letztes Mal säubern wir die Erdlager bei der Baustelle für den Vollanschluss Aesch mit der Motorsense.

 

Nachdem die Hälfte der Milchkühe bereits verkauft war, konnten wir unterdessen 2 weitere Kühe verkaufen. Wir haben nochmals 3 Kühe, die wir gerne als Milchkühe verkaufen möchten. Danach können wir mit Melken aufhören. Die restlichen Kühe, die alle schon älter sind, werden nicht mehr gemolken und noch etwas gemästet für die Schlachtung. So können wir bis zum Jahresende, und damit der Pachtübergabe, auch noch die letzten Futtervorräte aufbrauchen.

12. - 18. September

Jahrzehntelang tut man etwas routinemässig immer wieder, ohne viel zu überlegen und plötzlich macht man es ein letztes Mal. Das wird uns jetzt bewusst und da kommt schon ein wenig Wehmut auf. Das geht Christian so beim Ernten mit dem eigenen Mähdrescher, was für uns bereits Geschichte ist, und geht weiter mit dem Säen von Getreide und Gras, wo wir dran sind. Am Samstag wurde das 2. - letzte Kälbchen geboren. In 2 Wochen wird voraussichtlich das letzte zur Welt kommen. Auf Ende Monat planen wir mit dem Melken aufzuhören. Logischerweise gibt es dann auch keinen Milchverkauf mehr. Vorderhand gibt es noch viele Anfragen für Führungen und Kindergeburtstage auf dem Hof, was ja bis Ende Jahr möglich ist. Beides wollen unsere Nachfolger weiterführen.

 

4 Kühe sind für eine Woche auf die Waldweide im "Paradiesli".gebracht worden und endlich kann auch wieder Gras gemäht werden. Der Regen war ein Segen.

Immer näher rückt das Saat - und Erntefest (25. September), worauf wir uns besonders freuen und natürlich auch ein wenig traurig sind. Vielleicht wollen unsere Nachfolger ja diese Tradition weiterführen? Der Erntedankgottesdienst mit dem darauf folgenden Gang aufs Feld zum Getreide säen und das anschliessende Beisammensein mit dem Essen des Brotes aus der letztjährigen Saat, dieses Säen und Ernten und Danken dafür, dieser ewige Kreislauf, ist etwas, das viele Menschen berührt, so auch uns.

 

Wir haben noch 4 -5 Tonnen Roggen eingelagert. Den bringen wir in den nächsten Tagen nach Maisprach zur Mühle Graf. Der Müller wird daraus Mehl machen für die Bäckerei Grellinger, von der wir dann Brot aus unserem Getreide am Saat - und Erntefest essen werden.

5. - 11. September 2022

Einmal mehr kommen diese Woche Architekten, Baufachleute usw. auf den Hof, weil ja grössere Veränderungen bevorstehen. Da werden sämtliche Zimmer aller Wohnungen angeschaut und auch die Ökonomiegebäude, die umgebaut werden sollen. Da es uns ja nicht mehr betreffen wird, werden wir auch nicht im Detail informiert. Es geht aber wohl darum, festzulegen, wie die Gebäude saniert oder umgebaut werden sollen.

Das Riegelgebäude wird Wohnraum für die Pächterfamilie und die Mitarbeiter bieten. Es müssen zusätzliche Zimmer eingebaut werden. Ausserdem ist es schlecht isoliert. In kalten Wintern ist auch schon die Wasserleitung eingefroren. Die Sibir Ölöfen sind nicht mehr zeitgemäss (diese Firma gibt es auch nicht mehr). Die elektrischen Leitungen sind alt und gefährlich. Abreissen kommt wohl nicht in Frage. Erst gerade wurden die Fassade neu gestrichen und das Dach neu gedeckt. Vor allem hat das Gebäude aber eine starke Ausstrahlung und gibt dem Innenhof seine einmalige Atmosphäre. 

 

Das grosse Wohnhaus, das den Innenhof zur Hauptstrasse hin begrenzt, wird aus der Pacht genommen. Da sollen Mietwohnungen entstehen.

 

Ein weiteres Mal sind wir daran, die Brachen zu säubern. Waren es im Frühjahr Blacken und Disteln, so ist es jetzt einmal mehr das gemeine Berufskraut, das wir entfernen müssen. Es ist ein Neophyt mit kleinen weissen Blüten, der von weitem an Kamillen erinnert. Es genügt nicht, ihn einfach nur abzuschneiden, denn er treibt immer wieder aus. Er muss ausgerissen werden. Das gibt 2 - 3 Tage Handarbeit. 

 

Es ist bereits September und 4 - 5 Galtkühe (die nicht gemolken werden), dürfen ins "Paradiesli", einer Waldweide weit ab vom Hof.

 

Für diese Woche ist auch ab und zu Regen angesagt. Bei nassem Wetter werden wir die Aufräumarbeiten fortsetzen. Dabei steht Alteisen im Vordergrund. Davon hat sich an verschiedenen Orten etliches angesammelt, von dem wir uns bis jetzt nicht trennen wollten, es jetzt aber müssen.

29. August - 4. September 2022

 

 

Dieses Bild wurde kurz vor dem Regen um den 15. August herum aufgenommen. Wie man sieht, ist das Gras bei uns komplett abgestorben und im Wald haben vor allem die Eichen verdorrte Blätter. Hoffentlich ist das nur ein Blattabstoss und der Schaden ist nicht viel grösser.

 

 

 

Letzte Woche haben wir alles Gras fertig gesät und angewalzt. Es gab dabei grosse Staubwolken, obwohl es zuvor mal geregnet hatte (siehe unseren Blog von letzter Woche!). Jetzt warten wir aber schon wieder auf den Regen und auf das Keimen der Saat.

 

 

 

 

 

 

 

Die Trauben sind bereits reif. Unsere Betriebsnachfolger haben in Therwil einen Weinbaubetrieb (Weinbau Gschwind). Ion, unser Mitarbeiter, hilft da seit dem 29. August beim Traubenlesen. so früh im Jahr konnte wohl noch nie mit der Traubenlese bei den weissen Trauben begonnen werden!

 

Einmal mehr hat uns jemand einen Hahn "geschenkt", weil er ihn bei sich zu Hause nicht mehr halten konnte. Wir nehmen Hähne jeweils ohne Garantie in Empfang, denn wir haben keine Zeit, sie in einer Herde von 500 Hennen und 2 anderen Hähnen einzugewöhnen. Dieser hatte Mühe, sich durchzusetzen und die Eingewöhnung klappte gar nicht.  Das wunderschöne Tier magerte ab und wurde struppig. Vielleicht wurde er auch von den anderen Tieren gejagt und gehackt. Das liebe Federvieh ist untereinander manchmal recht unzimperlich, auch wenn genügend Platz für alle da wäre. Nach 3 Wochen kam die ehemalige Besitzerin wieder, war entsetzt und nahm ihren geliebten Hahn wieder mit. Wir hoffen, dass wir in nächster Zeit verschont werden von weiteren Geschenken dieser Art.

 

Das Schwingfest hat letztes Wochenende endlich stattgefunden, nicht bei uns, wie ursprünglich geplant, sondern in Pratteln. Selbstverständlich musste sich Christian da umsehen und schauen, was wir allenfalls verpasst hätten. Und es war schon eindrücklich: So unglaublich viele Menschen! Und alles ruhig und friedlich! Ein Grossanlass, wo Taschenmesser erlaubt sind, aber keine Regenschirme (zumindest in der Arena). Es liegt kein Abfall rum und alles ist bestens organisiert! Die Bauten waren riesig, ebenso die Infrastruktur (alleine das mobile Stadion mit den 50`000 Sitzplätzen wiegt 3000 Tonnen). Gigantisch! Aber: Gottseidank nicht auf unserem Land!

22. - 28. August 2022

Sonntagmorgen, 7 Uhr 15: Christian ist gerade fertig mit Melken und ist dabei den Milchmünzautomaten zu reinigen, damit er ihn neu befüllen kann und will danach den Verkaufsraum putzen, als ein Herr zu ihm kommt und fragt, ob wir Hühner hätten. Wer möchte denn da am frühen Sonntagmorgen Hühner kaufen? Wir sind aber so einiges gewohnt und so antwortet Christian, er habe keine Hühner zu verkaufen. Aber nein, meint der Herr, er sei von der BLT und sie hätten eine Meldung bekommen, dass 2 Hühner auf den Tramgeleisen sei. Er hätte sie nicht einfangen können und sie seien jetzt auf der anderen Seite der Hauptstrasse unter den Nussbäumen. Es ist naheliegend, dass diese von uns sein könnten. Obwohl: Unsere waren noch im Stall eingesperrt. Aber vielleicht waren die beiden ja bereits am letzten Abend schon draussen und haben am Morgen danach einen Ausflug gemacht?

 

 

 

Immer wieder schaffen es Hühner, über den hohen Zaun zu fliegen. Sie halten sich dann aber auf dem Weg neben dem Gehege auf oder auf dem Hofgelände. Aber niemals laufen sie 200 - 300 Meter weit und fliegen dann nochmals über einen Zaun auf das Tramgeleise.

Christian bedankt sich trotzdem bei bei dem Herrn für seine Bemühungen und erledigt noch rasch die angefangene Arbeit. Nachdem sich auch noch besorgte Autofahrer und Spaziergänger gemeldet haben, fährt er mit dem Fahrrad los, gespannt, ob die Hühner noch da sind und ob er sie einfangen kann. Tatsächlich: Unter den Nussbäumen sieht er die beiden im hohen Gras herumlaufen. Aber es sind keine Hühner, sondern Hähne! Und ganz bestimmt nicht unsere! Soll er sich jetzt trotzdem verantwortlich fühlen und den beiden hinterher rennen? Das erscheint ihm alleine aussichtslos. Ausserdem ist Sonntagmorgen und ausnahmsweise wollen wir mal nicht die Probleme anderer Leute lösen. Inzwischen habe ich nämlich auch schon mehrere Telefonate wegen der 2 "Hühner" erhalten und bis zum Abend klingelt bei uns noch einige Male das Telefon. 3 Mal telefoniere ich auch mit der Securitas, die am Wochenende offenbar eine Art Gemeindepolizei ist in Reinach. Trotzdem: Unser kostbarer Sonntag! Christian fährt wieder nach Hause. Am Abend scheint auf unserem Hofplatz einiges los zu sein, Severin und Sandro sind unterwegs und auch Polizei schien involviert. Wir geniessen den Abend. Dann ist endlich Ruhe.

 

Endlich, endlich hatten wir den ersehnten Regen, auf den wir nahezu 2 Monate lang gewartet hatten! Um die 50 Liter pro Quadratmeter. Das reicht für mindestens 2 Wochen. Mit dem Regen hat unsere Grassaat bereits gekeimt und ist schon sichtbar. So können wir dann diese Woche die Bodenbearbeitung mit dem Grubber fortsetzen und den Rest der Graassaat tätigen. Und dann werden wir auch noch ein Bisschen aufpassen, dass keine Hühner abhauen....

15. - 21. August

Zinal ist nicht wirklich wieder genesen und wir entschliessen uns deshalb sie zu schlachten. Sie kann normal verwertet werden, weil sie seit ein paar Tagen ohne Antibiotika ist und die Wartefrist eingehalten wurde.

 

Ein Kalb, das schon bei Händler zum Verkauf angemeldet war, ist plötzlich und ohne Vorzeichen gestorben. Es wurde 3 1/2 Wochen alt, war fit und gesund, ist am Mittag, als Christian Futter nachgeschoben hat bei den Kühen, noch herumgerannt. 3 Stunden später lag es tot da. Todesursache unbekannt. Es kam in einen Kübel der Kadaversammelstelle der Gemeinde, wo es äusserst knapp noch Platz darin hatte und Christian brachte es zur Kadaversammelstelle der Gemeinde.

 

Als nächstes hat Alica, die vor 3 Tagen ein Kalb bekommen hat, offenbar eine Verletzung in der Scheide erlitten. Die Tierärztin stellte ein grosses Hämatom fest, was sehr schmerzhaft ist für das Tier. Die Kuh mit Schmerzmitteln und Antibiotika zu versorgen war zu riskant, weil die Heilungschancen gering sind und dann die Kuh eingeschläfert werden müsste. Deshalb wurde sofort ein Transport organisiert und wir hoffen, dass mit entsprechendem Zeugnis, die Kuh noch verwertet werden kann.

 

 

 

 

Die Junge Hecke wurde mit Wasser versorgt. Es waren ca. 3500 Liter Wasser nötig. Mit dem Schlauch musste Pflanze um Pflanze gewässert werden. Das waren 5 Stunden Arbeit, die wir auf 2 Abende aufgeteilt haben.

Beim Mais, der gegen Trockenheitsschaden versichert ist, waren die Schadensexperten da. Es wurde der vorhandene Pflanzen- und Kolbenanteil im Verhältnis zum Normalmais verglichen. Dabei wurde ein Minderertrag von 70% festgestellt. Für mehr lässt sich der Mais gar nicht versichern. Da es bei dieser Versicherung einen hohen Selbstbehalt gibt, werden wir letztlich die Hälfte des erwarteten Ertrags bekommen. Immerhin. Ein Maisfeld haben wir jetzt gehäckselt und Siloballen gemacht, den Rest werden wir gar nicht ernten können, weil der dürre Mais als Futter gar nicht mehr verwertbar ist. Wir werden ihn wahrscheinlich mulchen oder auf den Boden häckseln. Dann dient er als Düngung.

1. - 14. August

Wir konnten uns ein paar Tage Erholung über den 1. August gönnen. Deshalb fiel der letzte Blog aus. Wieder zuhause, erleben wir, wie es überall harzt. Der Betrieb wird stark von Hitze und Trockenheit geplagt. Eigentlich würde jetzt Gras gesät und die Äcker nochmals bearbeitet, um das Unkraut auszureissen, der Mais würde als letzte Kultur reif werden und die neuen Hühner würden schon fleissig Eier legen. Aber leider ist nichts exakt planbar, wenn man von der Natur abhängig ist und einmal mehr ist es das Wetter, das unsere Agenda bestimmt.

 

Immerhin: Die Hühner verhalten sich nach Fahrplan. Die meisten von ihnen legen bereits normal grosse Eier. Aber sie gehen nur am frühen Morgen und abends vor dem Eindunkeln nach draussen. Ansonsten bleiben sie lieber im Stall, weil da mehrere Ventilatoren etwas Kühlung bringen.

 

Auf den Feldern sieht es nicht gut aus. Noch selten hatten wir eine solche Hitze wie dieses Jahr und so wenig Niederschläge. Täglich erlebten wir über 30°, am 4. August waren es sogar 37°. Während des ganzen Julis hatten wir nur ca. 15 mm Niederschlag und auch für die nächsten 2 Wochen sieht es bedenklich aus: Kein Regen in Sicht und wieder Temperaturen über 30°. Das hat Konsequenzen für unsere Kulturen:

  • Oft haben wir Anfang oder Mitte Juli neues Gras angesät. Jetzt müssen wir die nächste Regenperiode abwarten, sonst ist eine Aussaat aussichtslos. 
  • Die vor 2 Jahren gepflanzte Hecke muss voraussichtlich mit Wasser versorgt werden. Wir denken, dass 5 - 10 Liter Wasser pro Pflanze nötig sind.
  • Bis Ende August ist kein Wetterwechsel in Sicht, was für uns heisst, dass es dieses Jahr kaum Futter geben wird.
  • Der Mais steht zwar noch, ist aber tot, vertrocknet und gibt kaum mehr einen wertigen Ertrag. Nächste Woche muss er weg. Normalerweise wird er Ende September oder Anfang Oktober gehäckselt.

Nächste Woche werden wir das letzte noch unbearbeitete Feld mit dem Grubber aufreissen, falls die Erde nicht zu trocken und damit zu hart ist.

 

Die Kühe haben längst kein Gras mehr und bleiben sowieso lieber im Stall, weil es draussen viel zu heiss ist. Im Stall haben wir zusätzlich zu den Ventilatoren noch eine Dusche eingerichtet, die am Nachmittag und Abend läuft. Das braucht zwar viel Wasser und füllt schnell die Güllegrube, aber es bringt den Kühen, die lieber minus 10 als plus 20° haben, eine willkommene Abkühlung. 

 

Die Kuh Zinal hat vor kurzem ein Kälbchen bekommen. Jetzt hat sie Fieber infolge einer Gebärmutterentzündung, ausserdem Geräusche auf der Lunge und etwas Mangel an Calcium und Magnesium. Deswegen braucht sie vermehrt Betreuung und Medikamente.

 

Etwas Gutes gibt es doch noch zu berichten: Weil wir Ende Jahr aufhören, haben wir nur noch den halben Viehbestand, den wir aber auch bald verkaufen werden. So brauchen wir also nicht mehr viel Futter.

25. - 31. Juli 2022

Am letzten Sonntag, den 24. Juli, haben wir in der reich mit Sonnen - und anderen Blumen geschmückten Scheune von unserem Sohn Philipp Abschied genommen. Es war für uns eine unglaublich schöne Feier, die geprägt war von Trauer und Wehmut, aber vor allem auch von der Dankbarkeit, dass es diesen Menschen gegeben hat und letztlich sogar auch von einer leisen Fröhlichkeit, die aus der Gewissheit kam, dass es ein gutes und sinnvolles, wenn auch kurzes Leben war. Das Lächeln auf den Gesichtern derer, die von ihm erzählten und das Staunen darüber, was er uns allen geschenkt hat und wie viel Schönes wir mit ihm oder dank ihm erleben durften, waren unglaublich tröstlich für uns. Vor allem auch die Statements seiner Freunde haben uns ........................ ja, richtig................gefreut! Ein Wechselbad der Gefühle! Und ganz besonders danken möchten wir Florence (Flo) Develey, unserer Pfarrerin, die diesen Abschied so wunderbar persönlich und auch persönlich berührt hinbekommen hat. Dazu diese unglaubliche Anzahl von Menschen, die mit uns zusammen Abschied genommen haben, die vielen Umarmungen und guten Gespräche! Wir werden es nie vergessen. Ebenso wenig wie die spontane Hilfe, die wir bei der Vorbereitung und während der Trauerfeier erfahren durften. Und natürlich das riesige Buffet, das dank der Gaben der über 100 oder 150 Besucher zustande kam und uns nach der Trauerfeier dieses wunderbare Beisammensein unter den Linden ermöglichte......es hätte Philipp gefallen. Dazu noch ein Nachtrag: Wir hatten eingangs ja dieses wunderbar tröstende (von Siegried Fietz) gesungene Gedicht von Dietrich Bonhoeffer: "Von guten Mächten wunderbar geborgen..." Danach kam aber in der Mitte der Gedenkfeier etwas überraschend der Song "Mr. Bombastic". Leider waren alle so emotional, dass es niemand mehr erklärte. Die Geschichte dazu: Philipps Freunde lachten als sie sich daran erinnerten, wie er tanzte (wir wussten nicht einmal, dass er das als erwachsener Mensch tat!) und besonders gerne tat er es zu diesem Lied. Und er tanzte dazu auf eine Weise, wie sonst niemand. Aber das Lied passt so zu Philipp, dass jeder, der ihn kannte, dabei die Augen schliessen darf und schmunzelnd an Philipp denken kann. Dann am Ende des Gottesdienstes lief noch "Mambo Nr. 5", ein Song, den Philipp liebte, wie seine Freunde erzählen (wir wussten es nicht) und der uns an seine Liebe zum Leben und seine Fröhlichkeit erinnert, von dem wir beides pflegen wollen. Mir als Mutter kam dabei aber eine Szene in den Sinn, als der ca. 6jährige Philipp zu genau diesem Lied in der Stube am Sarnersee mit Lorenz lachte und tanzte, bis Philipp seinem kleinen Bruder im Überschwang versehentlich die Hose auszog und sich beide vor Lachen auf dem Boden kugelten.

 

Auf einem Bauernhof geht halt auch nach so einem einschneidenden Ereignis alles weiter seinen Gang. Die Tiere und die Kulturen und damit das Leben verlangen nach unserer Aufmerksamkeit. Es galt, 2 Tage lang aufzuräumen nach dem Sturm vom Mittwoch letzter Woche. Ziegel sind heruntergekommen, bei den Kastanien und Linden wurden Äste abgerissen und im Hühnerhof ist eine ganze Akazie umgestürzt.

 

Der Baustellenhügel beim Anschluss Aesch Nord muss ein zweites Mal gemäht werden und die neu gepflanzten Hecken werden ein zweites Mal ausgemäht, d.h. zwischen den kleinen Pflänzchen muss das aufkommende Gras gemäht werden. Alle abgeernteten Getreidefelder sind ein erstes Mal bearbeitet worden (bis auf eines). Trotz der Hitze und Trockenheit muss Gülle ausgebracht werden. Zwei Führungen stehen diese Woche noch an und dann.......müssen abwechslungsweise noch Ferientage eingeplant werden. 

18. - 24. Juli 2022

Die grosse Hitze Mitte Juni hatte dem Mais arg zugesetzt. Im allerletzten Moment kamen dann der Regen und die Abkühlung. Die Pflanzen erholten sich, schossen in die Höhe und bildeten Fahnen und Kolben. Leider sind wir jetzt mitten in der nächsten Hitzeperiode. Sie dauert schon 20 Tage und wird sicher noch eine Woche andauern. Das wird nun sehr schwierig für unseren Mais.

 

Es wächst auch kein Gras mehr. Alles ist dürr. Futtervorräte haben wir zum Glück mehr als genug für unseren reduzierten Viehbestand und mit Neuansaaten, z.B. von Gras warten wir sicher bis es kühler wird, vielleicht Ende August.

Die Scheune neben dem Hühnerstall ist einsturzgefährdet und darf nicht mehr genutzt werden. Das wurde anlässlich der Begutachtung der Bausubstanz auf dem Neuhof durch die Verpächterin Immobilien Basel festgestellt. Es wird ja jetzt alles begutachtet, da die Pacht am 1. Januar in neue Hände übergeht. Die Statik wurde vor 20 Jahren von Christian geändert, damit das Gebäude überhaupt nutzbar war und tragende Balken sind jetzt morsch. Aber eigentlich ist die Situation seit 20 Jahren dieselbe. Trotzdem lautet die Anweisung jetzt: Scheune räumen und absperren! Das haben wir gemacht und weil die leeren Paletten überall viel Platz wegnahmen, nutzten wir sie praktischerweise gerade für die Absperrung.

11. - 17. Juli 2022

Das Leben steht - gerade auf einem Bauernhof - nicht still. Es geht einfach weiter und das hilft auch, mit diesem Verlust besser fertig zu werden. An dieser Stelle möchten wir uns aber doch noch für die grosse Anteilnahme bedanken und die vielen schönen Erinnerungen an Philipp, die andere Menschen mit uns teilen.  Auch das hilft uns sehr.

 

Am Samstag ist die heurige Ernte zu Ende gegangen. Christian hat zum letzten Mal nach 28 Jahren mit dem Mähdrescher unser Getreide gedroschen. Das hätten wir gerne bewusst getan, zelebriert und gefeiert, aber danach war halt momentan niemandem zumute. Wenigstens hat das dauerhaft schöne Wetter dazu beigetragen, dass kein Druck entstand und in Ruhe gearbeitet werden konnte. Auch der 46 Jahre alte Mähdrescher hat brav seinen Dienst getan und uns nicht im Stich gelassen. Durch die grosse Hitze und Trockenheit im Juni war die Weizenernte bei uns sehr früh und gering, aber andernorts noch nicht im Gang. So konnten wir die etwas über 100 Tonnen Weizen auch fortlaufend bei der Sammelstelle in Birsfelden abliefern, ohne lange Wartezeiten  oder lange Voranmeldungen. Auch der 2 - tägige Unterbruch, den die Tragödie verursacht hat, fiel nicht ins Gewicht. Zudem hat die Arbeit abgelenkt und auf andere Gedanken gebracht.

 

Wir haben in dieser Zeit auch die eine Hälfte der Hühner ausgestallt und den Stall gereinigt und vorbereitet, so dass schon am Donnerstag dieser Woche die neuen Hühner einziehen können.

 

Der Mais wird schon von Dachsen heimgesucht, die die Stengel umdrücken und die jungen Maiskolben fressen und damit grossen Schaden anrichten. Da müssen wir wohl einen Elektrozaun ums Feld herum erstellen.

 

Die Nach - Erntearbeiten beginnen, das heisst, die Stoppelfelder werden aufgerissen, damit Ausfallgetreide und Unkraut keimen und so später wieder entfernt werden können.

4. - 10. Juli

Diese Woche bringen wir einen ausserordentlichen Blog: Normalerweise sind wir ja zurückhaltend mit privaten Angelegenheiten. Aber in diesem Fall ist es uns doch wichtig, alle unsere Bekannten zu informieren, die wir noch nicht persönlich ansprechen konnten.

Gestern Sonntag war wunderbares Sommerwetter. Ideal, um mit dem Mähdrescher über unsere reifen Weizenfelder zu fahren und die Ernte einzubringen. Eigentlich für uns ein Höhepunkt des Jahres. Trotzdem standen die Maschinen still...

 

Christian, Lorenz und ich sassen zusammen in unserem Haus in Mariastein, das wir Eltern uns voller Vorfreude auf unsere nahe Frühpensionierung gebaut hatten und trauerten um unseren Sohn und Bruder, Philipp.

 

Am späten Abend des Samstag, 2. Juli, klingelte es an unserer Haustüre. Ich war alleine zuhause. Durch das Fenster konnte ich ein Polizeiauto und zwei uniformierte Polizisten erkennen und somit war für mich schlagartig klar, dass einer von meinen 3 Männern gestorben sein musste. War Christian beim Mähdreschen verunfallt? Hatte Lorenz einen Autounfall? Philipp war ja eher vorsichtig. Ich öffnete die Türe und begrüsste die Männer.......und es lief so ab, wie man es von den Krimis her kennt: "Guten Tag, ist etwas passiert?" "Ja, es hat einen Todesfall gegeben, dürfen wir reinkommen?" ......   "Wir müssen Ihnen die traurige Mitteilung machen, dass ihr Sohn heute Abend um 18:13 Uhr verstorben ist." "Lorenz?" "Nein, Philipp." Zu meiner Überraschung blieb ich ruhig. Ich kannte die Vorerkrankungen von Philipp, sein Übergewicht, seinen Diabetes, unter dem er seit der zweiten Coronaimpfung litt, seine ständigen Atemwegsinfekte, seine Migräne......Ein möglicher früher Tod war etwas, womit wir rechnen mussten - allerdings nicht so früh. So merkwürdig es klingt, aber ich fühlte in diesem Moment vor allem eine grosse Dankbarkeit für die 27 Jahre mit Philipp. Für alles, was ich dank ihm hatte lernen dürfen. Durch seine Adoption als Baby schleppte er so viel Ballast mit sich, der sich auch in heftigen Trotzreaktionen und Auseinandersetzungen mit uns gezeigt hat, aber mit dem Erwachsenwerden wurde alles gut. Er zeigte seine Liebe, Dankbarkeit und Fürsorge für uns. Nichts Ungesagtes war zwischen uns offen geblieben und wir hatten es gut miteinander.

 

Es geschah an seinem 1. Ferientag am Sarnersee, wo er zusammen mit 4 Freunden hingefahren war. Kurz nach seiner Ankunft rief er uns noch an. Ich wusste, dass er sich im Spital wegen einer ständigen Erkältung hatte durchchecken lassen, sogar ein MRI wurde gemacht und nichts gefunden. Er sprach längere Zeit mit seinem Vater und danach mit mir. Am Ende sprach ich ihn noch auf die für mich durchs Telefon hörbare Kurzatmigkeit an und er winkte ab. Er sei bloss ein wenig erkältet. "Also, viel Spass, geniesst es und pass auf, dass du nicht wieder einen Sonnenbrand kriegst!"

 

Die 5 sassen also da zusammen und beschlossen Schwimmen zu gehen. Mit Schwimmbrettern etc. schwammen sie ca. 20 Meter weit hinaus, als Philipp plötzlich sagte, er bekomme keine Luft mehr. Er kehrte um und als er stehen konnte, erbrach er sich. Seine Freunde brachten ihn an Land, wo er zusammenbrach und ohnmächtig wurde. Seine Freunde begannen mit der Reanimation und einer rannte durchs Quartier und rief um Hilfe, die auch kam. Auch die Rettungssanität traf ein und die uniformierte Polizei und schliesslich die Rega, deren Arzt dann aber seinen Tod feststellen musste. Dann schaltete sich die Staatsanwaltschaft ein, weil es sich um einen aussergewöhnlichen Todesfall handelte und die Kriminalpolizei traf ein. Die Geschehnisse wurden protokolliert und letztlich wurde unser Sohn ins rechtsmedizinische Institut in Zürich überführt, wo er sich immer noch befindet. Der Arzt vor Ort vermutete einen Herzinfarkt, aber man weiss noch nichts Genaues. Vor Ort war jedenfalls alles für ihn getan worden, was man tun konnte. 

 

Wir werden in unserer Scheune Abschied von Philipp nehmen, weil das zu Philipp und zu uns passt. Es ist der Ort, wo er schon als Kind auf dem Hof gespielt und bei der Arbeit geholfen hat, wo er aber auch an vielen Festen teilgenommen hat. Er liebte das Fahren mit den Maschinen, aber auch besonders das Zusammensein mit Freunden und er konnte das Leben einfach geniessen. Die Pfarrerin Florence Develey, die Philipp seit Kind gekannt und auch konfirmiert hat, wird durch diesen Abschied führen, am Sonntag, 24. Juli, Beginn 14 Uhr. Ein Meer von Schwarz würde nicht zu Philipp passen. Also wünschen wir uns, dass jeder so kommt, wie er Philipp auch sonst begegnet ist. Und wir wünschen uns, dass viele, die ihn gekannt haben oder über unsere Erzählungen an ihm Anteil nahmen, bei diesem Abschied mit dabei sein können. Gerne möchten wir, dass nachher alle noch etwas in unserer Scheune beisammensitzen. Wir werden - wie bei den vielen Festen, die wir auf dem Hof gefeiert haben - einen Wagen bereitstellen und wünschen uns eine Teilete. Alle dürfen also zum Abschied von Philipp etwas Essbares mitbringen (Es ist egal ob Brot, Kuchen, Salat oder Creme etc. Wir werden Geschirr, Besteck und Getränke bereit stellen) und wir stellen daraus auf dem Wagen ein Buffet zusammen, an dem sich alle nach der Abschiedsfeier gütlich tun dürfen. 

 

Es ist uns ein grosser Trost, dass Philipp uns mehrfach versichert hat, dass er glücklich und zufrieden sei mit seinem Leben. Er liebte seine Arbeit als Recyclist, und das Zusammensein mit seinen vielen Freunden und Kollegen und wir sind uns sicher, dass er jetzt an einem glücklichen Ort ist.

 

                                                   Susanna mit Christian und Lorenz Schürch

 

27. Juni - 3. Juli 2022

Vor einer Woche wurde endlich wieder ein Kälbchen geboren. Allerdings nicht das von uns schon lange erwartete, sondern bereits das nächste. Die lange erwartete Geburt hat dann 2 Tage später stattgefunden. Beide Kälbchen sind wohlauf. Das mit grosser Verspätung geborene ist im Mutterleib allerdings erwartungsgemäss während der letzten Trächtigkeitstage noch stark gewachsen und sehr gross geworden. Die Geburt war deshalb schwierig.

 

Endlich Regen! Die grosse Hitze der letzten Woche hat dazu geführt, dass der Mais kurz vor dem Absterben war, und dass Roggen und Weizen schon fast reif sind. Der Mais hat sich unterdessen zum Glück nochmals erholen können. Das Getreide können wir dreschen, sobald das Wetter wieder besser wird.

 

 

 

 

 

 

 

Bis dahin nutzen wir die Zeit, um den Stall auszumisten. Der Kot wird wohl täglich aus den Liegeboxen entfernt, aber jedes Jahr werden Anfang Sommer "die Betten gemacht", das heisst.: Feuchtes und schmutziges Stroh wird aus den Liegeboxen geholt und auf den Misthaufen geworfen. Das hilft in erster Linie die Entwicklung der Fliegenpopulation zu stoppen,

 

 

Der kleine Traktor hatte einen platten Reifen. Zum Glück ging die Luft nur ganz langsam raus. Wir waren nämlich unterwegs, um das Gerste- / Erbsengemisch in Augst abzuliefern und unterwegs mit einem platten Reifen stehenzubleiben ist ziemlich aufwändig. So aber ist die Luft über Nacht zuhause entwichen und wir können diese Woche den defekten Pneu in Ruhe zuhause abmontieren und ihn zu Pneu Egger nach Münchenstein bringen, wo innerhalb einer halben Stunde der Schlauch geflickt oder ausgewechselt wird.

20. - 26. Juni 2022

 

 

 

Die Hitzewelle wirkt sich stark auf unsere Kulturen aus. Und kein Regen weit und breit! Es wächst kein Gras mehr, auch nicht in unserer Luzernenmischung, die eigentlich relativ viel Trockenheit verträgt. Auf diesem Bild sieht man, dass auf der Wiese nur noch der Mohn blüht. Aber auch der vertrocknet langsam. Die Temperaturen liegen über eine Woche lang bei 30 - 35 Grad.

 

Wegen der Hitze und Trockenheit haben wir bereits am 15. Juni mit der Ernte begonnen. Normalerweise wäre das um den 1. Juli herum. Die Gerste - Eiweisserbsen - Mischung war aber reif und vollständig trocken. Die Hälfte davon haben wir in eine grosse Mulde, die 20 Tonnen fasst, geladen. Diese wird dann per LKW zur Sammelstelle in Augst geliefert. Die andere Hälfte führen wir in unseren eigenen Wagen per Traktor nach Augst.

 

Der Mähdrescher läuft immer noch, trotz seiner 45 Jahre. Er zeigt aber auch seine Alterserscheinungen. So waren zwei Mal die Messer verklemmt

 

Für die Kühe ist die Hitze auch im Stall nur schwer erträglich. Nebst den Grossraumlüftern, die auf Hochtouren laufen, haben wir ihnen noch eine Dusche eingerichtet.

 

Auch wir Menschen versuchen einen Gang runter zu schalten, wenn nicht gerade das Dreschen, Melken oder Führungen auf dem Hof anstehen.

13. - 19. Juni 2022

In dieser Woche sind schönes Wetter und Temperaturen von über 30° prognostiziert worden. Ab dem Mittwoch, 15. Juni dürfen die extensiven Wiesen gemäht werden. Das würde ja zum vorausgesagten Wetter passen. Andererseits ist es schon wieder viel zu trocken. Die für Sonntagabend versprochenen Niederschläge fielen in Reinach gewohnt bescheiden aus. Wir machen uns deshalb Sorgen um den Mais. Auch die Getreideernte dürfte nicht grossartig ausfallen. Die Gerste ist schon fast reif. Das ist unglaublich früh. Bis Ende Woche ist es wohl soweit. Deswegen steht das Bereitmachen des Mähdreschers diese Woche zuoberst auf der To - Do - Liste.

 

Für diese Woche haben sich ganze 5 Kindergärten für eine Führung angemeldet!

 

Nach mehreren Wochen muss wieder einmal ein Kuh in den Klauenstand, weil sie hinkt. Wir tippen auf Mortellaro oder ein Klauengeschwür. 

 

Seit 2 Wochen warten wir auf die Geburt eines Kälbchens. Wir warten noch 2 - 3 Tage. Dann soll der Tierarzt die Kuh untersuchen. Weil das Kälbchen Mitauslöser ist für die Geburt, befürchten wir, dass es nicht mehr lebt.

 

In ein paar Feldern müssen wir noch Berufskraut ausreissen, einen Neophyten.

6.06. - 12.06.2022

Waren letztes Jahr der Mai und der Juni nass, wie schon viele Jahre nicht mehr, sieht es dieses Jahr wieder etwas anders aus: Es werden zwar viele Niederschläge gemeldet und finden wohl auch statt, aber eben nicht bei uns. Es ist zwar noch nicht übermässig trocken, ab und zu war da etwas Regen, aber eigentlich warten wir auf ein bisschen mehr, damit die Natur so richtig aufatmen könnte. Für diese Woche wurde erneut viel Niederschlag gemeldet, aber bis jetzt ist noch nichts Grossartiges passiert. Es bleibt nun abzuwarten..

 

Während des Pfingstwochenendes hatten Pfadfinder auf unserem Hof ihre Zelte aufgeschlagen, auf der Kuhweide hinter dem Hühnerhof.

 

Diese Woche findet bei uns eine Medieninformation statt. Es geht um die Biodiversität im Kanton Baselland. Auch ein Regierungsrat wird anwesend sein. Am Abend wird Christian dann verspätet an eine Klausursitzung der IP - Suisse reisen. Es geht darum die Richtung, bzw. Strategie dieser Organisation neu zu justieren.

 

Ende Woche sind dann noch 2 Führungen auf dem Hof vorgesehen, sowie ein weiterer Kontakt mit den neuen Pächtern. Der Hof wird übrigens von einer Frau geführt werden, was für manche noch etwas ungewohnt sein wird. Ihr Partner ist Winzer und hat einen Betrieb in Therwil.

 

Sollte es tatsächlich zu längerem Regenwetter kommen, haben wir Zeit, um die beschädigten Schneidmesser beim Mischwagen zu ersetzen. Im Weiteren sind wir dabei das Gras und das Unkraut auf den Baustellenhügeln beim Vollanschluss Aesch zu mähen und auch auf der Weide unterhalb des Schlatthofes gibt es noch Rückstände, bzw. Unkraut, das von den Kühen nicht gefressen wurde, und das noch von Hand gemäht werden muss.

30.05. - 5.06.2022

Tja, da ist eine Woche verloren gegangen. Eine Woche ohne Blog....aber Ferien müssen eben auch mal sein!

 

In dieser einen Woche Abwesenheit sind unsere Kulturen stark gewachsen. Bei einem Feldrundgang präsentieren sie sich erfreulich: Das Getreide hat die Ähren geschoben, der Mais ist bereits 30 cm hoch und das Gras kann in dieser Woche ein 2. Mal gemäht werden. Die Bestände sind dicht. Das verheisst ein gutes Ertragspotential. Es hat kaum Unkraut, welches die Ernte behindern oder den Unkrautdruck in den Folgekulturen erhöhen würde. Es gibt auch wenige Krankheiten oder Schädlinge die unseren Nachfolgern, die ja mit dem Bio Label arbeiten werden, spezielle Probleme bereiten könnten.

 

In der Schweiz muss zu viel Proteinfutter aus dem Ausland importiert werden. Deshalb versuchen wir, dieses vermehrt selber anzubauen, z.B. Eiweisserbsen für Schweine und Kühe. Da Erbsen schwierig zu ernten sind, weil sie bei der Reife tief am Boden liegen, säen wir diese zusammen mit Gerste. Diese kann als energiereiches Futter gleichzeitig gesät und geerntet werden und auf dem Feld stützt sie die Erbsen. So wird die Erbsenernte einfacher. Ausserdem braucht die Gerste keinen Stickstoffdünger, wenn sie in Kombination mit den Erbsen kultiviert wird, weil die Erbsen den Stickstoff liefern.

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Unsere Buntbrachen blühen wieder. Aliona hat einen kurzen Spaziergang unternommen
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16. - 23.5.2022

Viel Sonnenschein, warmes Wetter und dann auch wieder Regen. Das Frühjahr verläuft bis jetzt sehr positiv. Das Getreide ist am Ährenschieben, der Mais wächst zügig  und auch das Gras kann bald ein 2. Mal gemäht werden.

 

Die im vorletzten Jahr gesetzten Hecken sind teilweise von Rehen beschädigt worden. Das betrifft aber nur einen kleinen Prozentsatz davon. Die Pflanzen werden ausserdem vom Gras konkurrenziert. Deshalb müssen sie dieses und wahrscheinlich auch noch nächstes Jahr ausgemäht werden müssen. 

 

 

 

Bei den Hühnern ist es wieder soweit: Sie haben auf der einen Seite des Hühnerhofes alles Gras gefressen, bzw. verscharrt. Da müssen wir wieder neu ansäen. Aber wir warten noch bis Anfang Juni, weil Ende Juni neue Hühner kommen, die dann vorerst 2 Wochen lang im Stall bleiben. Da hat die Neuansaat Zeit zu keimen und ein bisschen anzuwachsen, bevor sie dann von den Hühnern wieder malträtiert wird.

9. - 15. Mai 2022

Wie jedes Jahr befinden sich unsere hochtragenden Kühe, die bis zur Geburt nicht mehr gemolken werden, auf der Waldweide, nahe der Strasse, die von Reinach nach Therwil führt. 8 - 10 Tage können sie dort verweilen, bis Gras und Stauden kurzgefressen sind.

 

Ein kleiner Teil dieser Weide gehört der Gemeinde Reinach, der grössere Teil ist aber im Privatbesitz. Offensichtlich hat es sich jetzt herumgesprochen, dass wir Ende Jahr aufhören, bzw. der Betrieb von einem Nachfolgerpärchen bewirtschaftet wird. Deshalb hat pro Natura Baselland bei diesem Privatbesitzer nachgefragt, ob sie diese Parzelle in Zukunft pachten oder sogar kaufen könnte, um diese Fläche dann besonders ökologisch bewirtschaften zu lassen. Wie man ja weiss, wird der Neuhof ja auch besonders ökologisch, bzw. biodiversizitätsfördend betrieben und für uns stellt sich die Frage, ob Landwirtschaftsland überhaupt an juristische Personen weitergegeben werden darf. Der Landwirtschaft werden so Einkommensmöglichkeiten entzogen. Man wird sehen....

 

Der Mais hat bereits 2 - 3 Blättchen und das Unkraut zwischen den Stängelchen wächst und kann mit einem Herbizid bekämpft werden.

 

In den Wiesen und Ökoflächen hingegen ist Handarbeit gefragt: Ein 2. Rundgang ist fällig, um vor allem die Blacken, die beim 1. Rundgang nicht erwischt wurden, zu entfernen.

02.05. - 08.05.2022

Die Schwalben sind wieder da! Aber erst seit einer Woche. Eigentlich hatten wir sie schon vor 3 Wochen erwartet. Es sind Rauchschwalben. Die gibt es nur auf Bauernhöfen. Allein schon deshalb sollte man den Bauernhöfen und somit auch den Bauern Sorge tragen. Auf dem Feld wurden am Sonntag ein Neuntöter gesehen und am Montag 2 Schwarzkehlchen. Letzte Woche waren es Feldlerchen. Die Förderung der Biodiversität auf dem Neuhof, wie wir sie seit 2 Jahrzehnten auf dem Neuhof verfolgen, scheint erfolgreich zu sein.

 

Am Montag wurde Dünger gestreut und am Sonntagabend 2 ha Gras gemäht für Siloballen. Heute Dienstag haben wir die fertigen Siloballen schon heimgeholt. Ausserdem wollen wir im Paradiesli (der Waldweide Richtung Therwil) einen Zaun erstellen. Die Galtkühe (also diejenigen, die wir nicht melken), können dann ein paar Tage dort bleiben.

 

Der Abfallwagen ist voll. Zum Glück ist das Recycling - Center ganz in unserer Nähe, in Aesch. So können wir diese Woche rasch mal vorbei und den Wagen leeren. Dieses Jahr dürften es ein paar Wagen mehr werden, weil ja bis Ende Jahr der ganze Hof geräumt sein soll und sich über die Jahre viel Unnötiges angesammelt hat.

25.04. - 01.05.2022

Der Mais ist gesät, das Gras um den Sportplatz auch. Es regnet und das wird es wohl auch in den nächsten Tagen. Zeit also für "Schärme" - Arbeit: Wir haben kein Brennholz mehr. Die Heizsaison geht zwar bald zu Ende. Trotzdem braucht es auch im Frühling und Sommer Brennholz fürs Cheminée im Holder - Rümli und den Grill, der ebenfalls dazu gemietet werden kann. Das Holzspalten wird diese Woche also viel Zeit beanspruchen. Ausserdem ist der Mistzetter nach dem Einsatz zu reinigen, der Futtermischwagen zu schmieren und dessen kaputte Messer sind zu ersetzen. Die Gelenkwellen von Mistzetter, Mähwerk, Kreiselheuer, Schwader und Kreiselegge müssen gefettet werden. In den Liegeboxen der Kühe gilt es Stroh nachzulegen, der Milchraum muss gereinigt werden und wenn es nicht regnet, wollen wir im Garten und rund um den ganzen Hof das Gras mähen.

 

Hinter der Eselweide Richtung Aesch haben wir Mais gesät. Mitten drin und auch noch unförmig, befindet sich aber noch ein Hornusserfeld, wo Bekannte von uns den "Abschuss" trainieren. Das gibt beim Pflügen, Eggen, Säen und auch noch bei der Ernte einen erheblichen Mehraufwand. Zudem wird die Sicht der Hornusser im Juli eingeschränkt sein, wenn der Mais mal gewachsen ist. Wir werden dafür noch eine Lösung finden müssen. Es ist noch unklar, ob unsere Hofnachfolger im nächsten Jahr diese Anlage weiterführen möchten. Eine Entscheidung muss im Herbst gefällt werden, denn dann wird die Kultur für das nächste Jahr angesät.

19. - 24.4.2022

Über Ostern konnten wir uns eine Auszeit von 3 Tagen nehmen und Verwandte in der Nähe von Lure besuchen. Während wir das wunderbare Wetter und die Natur genossen (am Morgen aber immerhin bei frostigen Temperaturen um die 0° C), trug Ion die Verantwortung für den Hof. Natürlich sind Pannen auf einem Hof dieser Grösse, wo viele Tiere leben, an der Tagesordnung. So kann eine Kuh nicht mehr richtig laufen und fällt ständig um. Liegt es am Fuss? Wir denken nicht. Am Knie, der Hüfte oder ist gar ein Nerv an der Wirbelsäule eingeklemmt? Wir wissen es nicht. Falls bis am nächsten Morgen keine Besserung eintritt, wird der Tierarzt kommen müssen. Vielleicht weiss er Rat.

 

Die Wetterprognose für diese Woche sagt schönes Wetter voraus. Für nächste Woche sieht es nicht mehr so gut aus. Deshalb wollen wir ein erstes Mal Gras mähen und Siloballen daraus machen. Dann kommt der Hühnermist auf die abgemähten Flächen und sie werden gepflügt und geeggt. Danach lassen wir darauf den Mais säen. Das alles sollte in dieser verkürzten Woche nach Ostern möglich sein.

 

Ausserdem möchten wir noch um den neuen Kunstrasen des Sportplatzes bei der neu gepflanzten Hecke eine Blumenwiesenmischung ansäen. Aber es ist noch nicht klar, ob das diese Woche auch noch machbar ist, ohne dass wir grössere Überstunden in Kauf nehmen müssen, denn dazu muss zuerst geeggt werden. Dann wird der Samen von Hand ausgebracht und danach wird alles noch mit Traktor und Walze in den Boden gedrückt.

11. - 17.04.2022

In ca. 2 Wochen kann der Mais gesät werden. Bis jetzt stand da noch eine Wiese und normalerweise wird diese noch gemäht, bevor der Mais gesät wird. Leider ist dieses Jahr aber kaum Gras darauf gewachsen, weil der März sehr lange kalt und trocken war. Deshalb wird das Feld jetzt schon gepflügt.

 

 

Dabei gibt es Besuch von Störchen. Nicht alle, aber der grösste Teil von ihnen, ist beringt. Sie zeigen kaum Furcht vor dem Traktor und kommen manchmal gefährlich nahe. Nebst den Störchen sind da auch Krähen, Bachstelzen, Mäusebussarde, ein Fischreiher und ganze 10 Rotmilane. Letztere sind, wie alle Raubvögel, geschützt. In Europa ist der Rotmilan sehr selten. Allein in der Schweiz befindet sich ein Drittel der europäischen Population. Beim Pflügen lassen sich ihre Flugkünste beobachten. Sie folgen dem Pflug, weil beim Umbrechen des Bodens Mäuse, Würmer und Insekten zum Vorschein kommen. Sie streiten sich dann untereinander, aber auch mit den Störchen, Krähen und Mäusebussarden um diese Mahlzeiten.

 

 

 

 

 

Kurz vor Ostern haben wir viele Eierkunden im Direktverkauf. Natürlich wollen alle weisse, ungestempelte Eier fürs Färben. Wir haben uns sagen lassen, dass sich auch mit braunen Eiern interessante Farben erzielen lassen, und dass der Stempel mit dem Kochen verschwindet.....nachgeprüft haben wir das aber selber nie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht alle Eier werden direkt ab Hof verkauft. Alleine am Montag vor dem Osterwochenende müssen 2000 Eier in 6er Schachteln verpackt werden. Bis die alle gefüllt sind...

 

 

 

 

Danach werden die Schachteln, aber auch die zusätzlich benötigten unverpackten Eier (sie lagern auf 30er Kartons) auf unseren alten Pickup verladen und geliefert an:

  • die Bäckerei Grellinger in Reinach. 
  • das Seniorenzentrum Aumatt in Reinach
  • den Erlenhof in Reinach
  • die Miba Milchprodukte AG in Aesch

Zusammen sind das 2500 Eier.

 

 

 

 

 

Es ist noch ungewiss, ob wir die Kühe schon vor Ostern oder erst nachher zum ersten Mal auf die Weide lassen. Wir wollen zuerst den Wetterbericht konsultieren und die Weide vorbereiten. Für Letzteres braucht es schon einen Tag. Danach werden endgültig entscheiden.

 

Das Kapitel "Kuhparade" ist noch nicht ganz abgeschlossen. Es sind diverse Rechnungen ins Haus geflattert: Bewilligungsgebühren, Lebensmittelrechnungen, Abfallentsorgung.........Wir leiten das an den Kassier weiter.

 

4. - 10. April 2022

Nachdem der Kommentar zur Kuhparade das letzte Mal etwas knapp und nüchtern ausfiel, hier noch ein paar grundsätzliche Bemerkungen dazu: Jedes Mal, wenn in Züchterkreisen wieder die Idee, bzw. der Wunsch aufkommt, eine Kuhparade zu veranstalten, werden die Fühler nach dem Neuhof ausgestreckt, weil da doch der Platz und die nötige Infrastruktur vorhanden seien etc. Christian kann seinen Berufskollegen diesen Wunsch jeweils nicht abschlagen, obwohl er selber kein passionierter Züchter ist. (Seine Kühe müssen genug Milch geben und gesund und langlebig sein.) Trotzdem ist das Ganze mit viel Arbeit verbunden. Und da sind wir sehr glücklich auf einen bewährten Personenkreis an freiwilligen Helfern, zurückgreifen zu dürfen. An dieser Stelle möchten wir Ihnen herzlich danken und auch einmal zeigen, wie viele Personen am Tag des Anlasses, nicht weil sie Viehzüchter sind, sondern einfach aus Freude an der Sache, als Nachbarn, Freunde, Bekannte etc. mitwirkten: 

  • Hans und Margrit, die zuverlässig ihren "Scheiss - Job" erledigten, d.h. mit Mistgabel und Schubkarre zur Stelle eilten, wenn eine Kuh was fallen liess.
  • Kurt und Margreth, die unermüdlichen Kuchenverkäufer
  • Severine und Sandro, sowie Annina und Noemie, Roland und Laura, die den kleinen Festbesuchern Zugang zu unserem Streichelzoo gewährten und sicherstellten, dass Mensch und Tier sich dabei wohl fühlten.
  • Der Job bei der Überwachung des Trampolins wurde immer anstrengender, je später es wurde. Anfangs wachten Corinne und Christian, die dann später abgelöst wurden von 2 unserer bewährten Gillerugger (Fasnachtsclique), wobei letztere fix und fertig waren, als die letzten Kinder den Hof verliessen.
  • 3 Bärefelser (von den Bärefelswagis) betreuten den ganzen Tag Schnipp und Schnapp, unsere beiden Minipigs, die Besuch von den kleinen Festbesuchern erhielten.
  • Gleich daneben erhielten unsere Esel unter Aufsicht von Monique und ihren Helfern zahlreiche Streicheleinheiten.
  • Hansruedi hat die Viehtransporter eingewiesen und in der Küche geholfen.
  • Mathias, Stefan und Andreas haben 2 Stunden lang Kühe für ihren grossen Auftritt mit dem Hochdruckreiniger gewaschen.
  • In der Festwirtschaft waren 8 weitere Gillerugger, die, so der Chef der Festwirtschaft, hervorragende Arbeit geleistet haben.

Es sind also über 30 Personen, die immer wieder mal bereit sind uns zu unterstützen! Ohne sie wäre ein solcher Anlass gar nicht durchführbar! Wir empfinden diese grosse Hilfsbereitschaft auch ganz persönlich als Wertschätzung uns gegenüber, sind fast ein wenig gerührt darob und sagen nochmals allen ganz, ganz herzlich Dank!

 

Dankbar sind wir natürlich auch dafür, dass der Anlass nicht eine Woche später stattgefunden hat. An Stelle von schönem, warmem Frühlingswetter, hätten wir letzten Samstag Schneegestöber gehabt und Kälte und wir hätten sicher nicht diese wunderbare Stimmung und so viele Besucher gehabt. So konnten wir auch noch am Montag nach der Viehschau bei schönem Wetter Gras säen und anwalzen und dem Getreide die 2. Stickstoffdüngergabe geben, bevor dann das Wetter gedreht hat. So wie der Wetterbericht aussieht, braucht es noch längere Zeit Holz zum Heizen. Darum wollen wir uns jetzt auch noch kümmern.

28.März - 3. April 2022

Die 4. Kuhparade ist vorbei und wir sind sehr zufrieden, aber auch etwas erschöpft. Deshalb hier kurz und bündig: Das Wetter hat mitgespielt, die Vor - und Nacharbeiten verliefen reibungslos, es gab viele Besucher, die Verpflegung war gut und um 4 Uhr nachmittags kehrte bereits wieder Ruhe ein auf dem Neuhof. Wer nicht dabei war, hat was verpasst! Es bleiben viele Eindrücke vom Fest, wovon wir hier ein paar mit unseren Lesern teilen möchten:

21. - 27. März 2022

Letzten Sonntag war es für einmal sehr ruhig und friedlich auf unserem Hofplatz, obwohl sehr viele Leute da waren. Manchmal ist das Gegenteil der Fall: Grosses Geschrei, viel Unruhe, Kinder, die rücksichtslos mit ihren Kameraden, dem Spielzeug und den Tieren umgehen oder alleine im Holder - Rümli wüten und niemand zur Hand, der sich verantwortlich fühlt. Zum Glück gibt es aber mehr friedliche Tage, so wie eben letzten Sonntag, und deshalb lohnt es sich für uns, den Hof zugänglich zu lassen.

 

Diese Woche stehen die Vorbereitungen für die Tierparade vom nächsten Samstag im Fokus. Bis jetzt scheint uns der Wettergott wohl gesonnen. Das ist schon mal sehr gut. Dann muss noch ein Inserat ins Wochenblatt (im Reinacher Kalender sieht man uns übrigens auch). Ausserdem: 150 Kühe sind angemeldet und müssen einen Platz mit Stroh haben, damit sie sich auch hinlegen können. Und dann braucht es natürlich ein Arbeitsprogramm: Was steht also alles an diese Woche?

 

Montag: Die Anbindevorrichtung für die Kühe muss angebracht werden im Innenhof. Alle Stangen und Pfosten müssen hervorgeholt und montiert werden. Zum Glück sind die Löcher zum Setzen der Pfosten auf dem Hofplatz schon fix installiert, denn Ion wird vieles alleine machen müssen. Christian ist ausgebucht:

  • Um 10 Uhr werden Eigentümervertreter und ein Architekturbüro kommen. Es geht um die Umbauten nächstes Jahr für unsere Nachfolger.
  • Um 13 Uhr: Besprechung mit einem Gemeindevertreter. Es geht um Abschlussarbeiten rund um das Kunstrasenfeld beim Sportplatz Fiechten.
  • Um 14 Uhr: Führung mit einem Kindergarten
  • Um 19 Uhr: Abrechnung mit einem Mieter.

Daneben laufen natürlich noch die üblichen Routinearbeiten bei allen Tieren. Insbesondere die Kühe müssen 2 Mal gemolken werden.

 

Dienstag:

  • Christian ist den ganzen Tag in Zollikofen bei der IP - Suisse.
  • Ion wird die Anbindevorrichtung fertig montieren und versuchen, das Trampolinnetz zu reparieren. Jugendliche haben es zerrissen. 
  • Am Vormittag werden noch ein paar Kühe vom Schweizer Zuchtverband beurteilt. Dazu müssen sie sauber geputzt und angebunden werden.

Mittwoch:

  • Am Morgen hat Christian eine Führung mit einem Kindergarten. Diese Jahreszeit führt immer viele Kindergärten auf unseren Hof, denn es geht vor Ostern natürlich um das Thema "Huhn".
  • Die Scheune wird geräumt. Vieles kann man draussen abstellen. weil es ja nicht regnen wird.
  • Der frei Platz in der Scheune wird für die Festwirtschaft vorbereitet mit mehreren 380 und 220 Volt Anschlüssen, Wasser und Abwasser, Kochstelle und Spülmöglichkeit.

Donnerstag:

  • Beschriftungen müssen vorbereitet werden (WC, Spielplatz, Streichelzoo, Festwirtschaft etc.)
  • Ein Waschplatz für die Kühe, die dann am Samstag eintreffen, wird eingerichtet auf dem Laufhof hinter dem Stall, mit 3 Hochdruckreinigern.
  • Die Strohburg und der Kinderspielplatz werden aufgebaut. Sie kommen in die Scheune, neben die Festwirtschaft.

Freitag:

  • Am Morgen nochmals eine Führung mit einem Kindergarten
  • Um 9:30 Uhr müssen bei der Gemeinde Materialien geholt werden (30 Festgarnituren, Abfallkübel, Wegweiser).
  • Hinter der Scheune wird der Parkplatz eingerichtet, einerseits für PWs, andererseits für Viehtransporter.
  • Alle Tische und Bänke müssen aufgestellt werden. Dazu noch Kasse, Buffet, Kühlwagen, Kühlschränke etc.
  • Der Platz für die Kühe mit dem Strohbett wird im Innenhof vorbereitet. 
  • Es braucht mehrere Bezugsorte für Wasser für die Kühe und Futter.
  • Der Vorführkreis für die "Parade" wird mit Sägemehl gefüllt. Das sieht dann so ähnlich aus wie bei einem Schwingfest.
  • Für die Zuschauer gibt es ein kleines Podest aus Paletten und wir errichten ein kleines Podium für den Speaker und die Musik .
  • Ein Wagen mit Preisen wird vorbereitet (Gabentisch).
  • Alle Spielsachen werden vom Hofplatz entfernt und kommen zur Strohburg.
  • Bei den Ziegen braucht es einen separaten Zugang, damit die Kinder zu den Ziegen können, um sie zu streicheln und zu füttern.
  • Es braucht 25 Essensbons für die Helfer.
  • Zuletzt muss noch all das erledigt werden, was wir bei der Planung noch vergessen haben.

 

Samstag

Es kann losgehen!

 

 

 

                                               

 

14. - 20. März 2022

Endlich sind wir wieder "auf Sendung"! Jimdo, die Firma, mit deren Baukastensystem wir unsere Webseite erstellen, war mehr als einen Tag lang ausgefallen und man man konnte unsere Webseiten nicht aufrufen. Aber nun zu den Nachrichten vom Neuhof:

 

 

 

 

 

 

Am Montag wäre Christians freier Tag gewesen. Aber es war warm und kein Frost in Aussicht. Also nutzte er dieses Wetter, um auf einigen belasteten Parzellen Herbizid zu spritzen. Es ging um den Ackerfuchsschwanz, der sich während unserer Versuche mit herbizidlosem Getreide stark vermehrt hatte und langsam zum Problem wurde.

Heute Dienstag hat Christian gleich 3 Termine in Bern und in Zollikofen. Der Wetterbericht zeigt wenig Regen an. Sollte er fürs Wochenende Regen voraussagen, was in ausreichender Menge dringend notwendig ist, muss vorher ein zweites Mal Gras angesät werden. (Die erste Saat vom letzten Herbst war misslungen.). Ein Regen nach dem Säen verbessert die Starchancen. Also würden wir am Donnerstag und Freitag pflügen, eggen und säen. 

 

2 Führungen stehen noch auf dem Programm und zwischendurch müssen noch die Kühe für die Kuhparade vom 26. März geschoren werden. Ausserdem gibt es noch einiges zu planen für diesen Tag:  Wo kommen die Parkplätze für die Viehtransporter und die Autos hin? Wie werden sie abgegrenzt und beschildert? Woher kommt der Strom und wo muss er überall hin? Was muss alles aus der Scheune geräumt werden? Wo werden die Kühe gewaschen? Wo soll das Trampolin stehen? Steht das alles mal fest, so kann nächste Woche dann zügig eingerichtet werden. Ach so, es braucht ja auch noch eine Beschilderung, damit die Festbesucher das WC oder die Festwirtschaft finden etc. etc.

7. - 13. März 2022

Tja, das war nichts mit Unkrautbekämpfung letzte Woche! Tagsüber war es zwar sehr warm, was für einen Herbizideinsatz beim Weizen ideal gewesen wäre, aber nachts fielen die Temperaturen immer unter Null und in den kommenden Tagen soll es nachts sogar noch kälter werden. Da braucht es unsererseits noch etwas Geduld. Diese fehlt etwas, weil das Unkraut eben trotz der tiefen Nachttemperaturen jeden Tag ein wenig wächst. Die Wirkung des Herbizids nimmt aber ab, je grösser das Unkraut ist. Trotzdem: Die Natur lässt sich nicht drängen.

 

Unsere Kühe geniessen derweil die warme Märzsonne im Laufhof. Für uns gibt das wieder mehr zu misten, aber den Tieren ist der Aufenthalt im Freien ja zu gönnen.

Die Ansaat einer Wiese ist letzten Herbst nicht gelungen. Es wächst da vor allem Unkraut und kaum Gras und Klee. Der Grund war die Trockenheit nach der Saat. Wir überlegen, ob die 4 ha wieder gepflügt werden sollen oder ob es für die Neuansaat genügt, nur mit der Kreiselegge den Boden aufzureissen und zu lockern. Der Grassamen ist bestellt und kostet pro ha ca. Fr. 400.-. Ideal wäre eine Ansaat kurz vor dem Regen, damit die Saat nicht wieder vertrocknet. Leider ist zurzeit kein Regen in Sicht.

 

 

 

 

Für die kommende Viehschau gibt es immer wieder Kleinigkeiten, die man jetzt schon erledigen kann. Christian hat beispielsweise die Werbeplane angepasst, diese an einen grossen Wagen montiert und bei der Tramhaltestelle plaziert.

28. Februar - 6. März 2022

Diese Woche beginnt der März und es ist Zeit mit den Feldarbeiten zu beginnen. Das Getreide braucht eine Behandlung gegen Unkraut. Probleme bereitet uns eine Gräserart, der Ackerfuchsschwanz. Man muss ihn sehr früh behandeln. Bisher war das nicht möglich. Es war einfach zu kalt und zu nass. Jetzt sollte es aber gehen und es ist auch höchste Zeit! Es darf in der Nacht einfach keine Minustemperaturen geben, sonst nimmt das Getreide durch das Spritzmittel Schaden. In der 2. Wochenhälfte dürfte es klappen. Auch die erste Düngergabe für das Getreide ist in anderen Jahren schon früher erfolgt. Diese Woche möchten wir deshalb auch endlich Dünger ausbringen. Das schöne Wetter wollen wir auch nutzen, um die Bäume und Büsche, die in den Brachen wachsen, zu entfernen. Insbesondere der Hartriegel, dem es in unseren Brachen besonders gut gefällt und der alles zu überwuchern droht, müssen wir, wie in den letzten Jahren auch schon, zurück stutzen.

 

Beim Fendt, aber auch bei den anderen beiden Traktoren, ist noch der Ölwechsel vorgesehen. Ausserdem kann jetzt die Güllegrube geleert werden. Damit wollen wir einen Teil des Getreides düngen.

 

Die Kühe müssen auf die kommende Viehschau vorbereitet werden (neu heisst das ja "Kuhparade"). Für ihren Auftritt vor der Jury müssen sie lernen am Halfter zu gehen. Das ist mit ziemlich viel Aufwand verbunden, weil gerade die jungen Kühe noch gar nie ein Halfter an ihrem Kopf hatten. Sie wehren sich deshalb mit allen Vieren gegen unser Ansinnen. Hinzu kommt dann noch das Scheren der Kühe für eine besonders schöne Präsentation an der Schau. Somit ist mit dem Frühlingsanfang auch unser Winterschlaf definitiv vorbei.

 

21. - 27. Februar 2022

Im Moment gibt es keine grossen Projekte, die uns unter Druck setzen würden. Es läuft die normale Alltagsroutine mit dem täglichen Versorgen der Tiere. Dazu gehören das zweimalige Melken der Kühe pro Tag und das tägliche Einsammeln, Reinigen und Verpacken der Eier, sowie das Füttern und Misten bei den Tieren. Ab und zu fällt uns auf, dass solches Wissen über die täglichen Arbeiten des Landwirtes keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

 

Wir haben jetzt Zeit, uns dem näher rückenden Pachtende zu widmen. Das bedeutet momentan: Aufräumen und Entsorgen von altem Gerümpel. Beispielsweise haben sich über die Jahre und Jahrzehnte viele alte Balken und Bretter angesammelt. Man denkt ja immer, dass man dieses oder jenes noch gebrauchen könnte und genügend Lagerplatz war ja vorhanden. Auch andere Materialien haben so im Laufe der Jahre auf ihre weitere Verwendung gewartet: Alte Dachkännel, Wagenaussenwände, Eternitplatten (vermutlich sogar noch asbesthaltige) etc.

 

 

 

Auf diesem Bild will Ion gerade Kessel voller Gärsaft (von der Silage) entsorgen. Dieser hat sich im Schacht der Betonsilos unter der Scheune angesammelt. Alle paar Jahre haben wir diesen Saft abgepumpt. Diese Reste hier sind aber zu stark eingedickt und mussten jetzt in Kesseln von Hand aus der 2,5 Meter tiefen Grube, die sich im Keller befindet, nach oben getragen werden. Das stinkt fürchterlich!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weil unsere Nachfolger nach den Vorgaben von Bio Suisse arbeiten, dürfen sie unsere IP - Suisse - Kühe nicht übernehmen. Es geht da um Regeln und Vorschriften bei den Labelanforderungen. Für uns ist das kein Problem. Wir beginnen jetzt in der landwirtschaftlichen Presse Inserate zu schalten, um nach und nach unsere Kühe zu verkaufen, übers Jahr verteilt. Den besten Preis erzielt man mit frisch gekalbten Kühen und wir sind gespannt, wie die Marktlage ist und welche Preise sich realisieren lassen. Wir rechnen mit ca. Fr. 3000.- bis 4000.- pro Kuh. Ausserdem haben wir  noch wenig Aufzuchtvieh in Eptingen, wo wir auch bereits in Verhandlungen mit einem Interessenten sind.

14. - 20.02.2022

Vor 3 Wochen hat uns ein Mäusebussard auf Trab gehalten. Er hatte damit begonnen unsere Hühner zu töten und gleich im Hühnerhof zu fressen, weil sie für ihn zu schwer waren, um sie weg zu transportieren. Dabei gerieten natürlich alle anderen Hühner in Panik und blieben vermehrt im Stall. Eine früher erfolgreiche Abwehrmassnahme, nämlich das sofortige Spannen von flatternden Bändern quer über den Hühnerhof, hat nichts genützt. Das Morden ging weiter.  Nach 2 Wochen waren es 11 Hühner, deren Reste wir im Hühnerhof zusammenkratzen mussten. Was tun? Nun, wir haben die Hühner eingesperrt und ein totes Huhn im Hühnerhof deponiert. Danach haben wir uns auf die Lauer gelegt. Schon nach kurzer Zeit sass der Raubvogel auf dem toten Huhn und fing an zu fressen. Jetzt war der Moment zum Handeln: Wir haben aus relativ kurzer Distanz eine Schreckschusspistole abgefeuert und ihn bös erschreckt. Panikartig ist er aufgeflattert, hat dabei den Zaun gestreift und ist geflohen. Seither haben wir ihn nicht mehr gesehen. Hoffentlich bleibt das auch so!

 

Früher war mit "Hühnervogel" der Habicht gemeint. Bei uns kommt dieser zwar noch vor, aber eher selten. Hingegen gibt es eine sehr grosse Population von Mäusebussarden und vom roten Milan. Vor 15 Jahren hat da einer davon auch schon Hühner getötet und auch Krähen haben schon einige unserer Hühner umgebracht. Hoffen wir nun, dass jetzt für die nächsten 10 Jahre wieder Ruhe herrscht im Hühnerhof!

 

Diese Woche wird der Laufhof der Kühe geputzt und Kraftfutter für Kühe ins Silo verfrachtet. Der Zaun entlang dem Veloweg zwischen Reinach und Aesch wurde mutwillig kaputt gemacht und muss repariert werden. Er soll Hunde davon abhalten in die Felder zu rennen, die Frucht kaputt zu machen oder die Kleintiere aufzuscheuchen.

 

Beim Peugeot, den wir u.a. noch fürs Ausliefern der Eier benötigen, ist die Kupplung kaputt und wie sich herausstellt noch einiges mehr. Wir haben ihn vor ca. 10 Jahren als Occasion gekauft und er hat uns treue Dienste geleistet. Nun lohnt sich aber eine weitere Reparatur nicht mehr. Wir müssen also überlegen, wie wir das Problem lösen wollen.

7. - 13. Februar 2022

Als verantwortungsvolle Bauernfamilie setzen wir uns neben der Nahrungsmittelproduktion ein für Nachhaltigkeit, Biodiversität und Klimaschutz. Auch mit dem Label IP-Suisse haben wir schon früh diese Richtung eingeschlagen. Unsere Nachfolger sind auch schon eingebunden in neue Pläne für Hecken etc. und werden sich weiter für diese Anliegen einsetzen. Neben der Politik wird Klima und Umwelt auch für Behörden und Konsumenten immer mehr zum Thema. Erfreulicherweise wird beispielsweise immer mehr Velo gefahren. Aber wir müssen aufpassen, dass sich die verschiedenen Anliegen nicht in die Quere kommen. Sonst kommt es am Ende zu folgendem Resultat :

 

Der Kanton will Velorouten bauen, 5 Meter breite Schnellstrassen für Elektrovelos. Eine solche Strasse plant man quer über unsere Felder beim Sonnenhof, (parallel zur Hauptstrasse  und zusätzlich zum parallel verlaufenden und bereits  bestehendem Velo-, bzw. Spazierweg.).  Da ist Christian der Kragen geplatzt! Einmal mehr wird Landwirtschaftsland zubetoniert und keiner fragt danach, wie der Landwirt sein Land rationell bewirtschaften soll, wenn da eine Strasse quer hindurch führt. Und es gibt ein weiteres Dilemma: Wir haben das Jahr der Feldlerche und genau auf diesem Land beim Sonnenhof gibt es, nicht zuletzt dank unseren jahrelangen Bemühungen (breite Saat), noch einige von den wenigen Brutpaaren im Kanton.  Immerhin nimmt man jetzt Abstand vom Pflanzen der Bäume neben dem Veloweg. Lerchen bevorzugen nämlich offene Landschaften.

 

Es ist ja grundsätzlich eine gute Sache, dass das Velofahren gefördert werden soll. Also haben wir folgenden Lösungsvorschlag: Wir wollen das nicht verhindern, aber der Veloweg muss ganz am Rand der Felder, z.B. der Hauptstrasse entlang geführt werden und auf keinen Fall mitten durch die offene Ebene. Dafür werden wir uns zusammen mit unseren Nachfolgern mit ganzer Kraft einsetzen. Daneben sollte aber noch die Frage erlaubt sein: Wie umweltbewusst ist man eigentlich, wenn man in der Agglomeration neben seinem Tesla noch eine Elektrovelo sein Eigen nennt?

 

Aber zurück zur eigentlichen Landwirtschaft: Welche Arbeiten sind für diese Woche vorgesehen?

  • Es gibt wieder sonniges Wetter und die Quitten - und Apfelbäumchen wollen geschnitten werden.
  • Ein Rind wird kalben. Es ist noch in Aufzucht in Eptingen und wird diese Woche heimgeholt.
  • Wie schon letztes Wochenende darf Christian auch diese Woche eine Führung mit Kindern machen.
  • Ion, unser Mitarbeiter, wird einen 2 - tägigen Staplerkurs absolvieren. Er fährt zwar schon seit Jahren mit diesem Gerät (unserem Hoftrax), aber heute braucht es ja für alles ein Zertifikat. Kostenpunkt Fr. 800.-

Letzte Woche gab es einen Artikel über uns im Wochenblatt. Anlass war unser baldiger Abschied vom Neuhof. Wer ihn noch nicht gelesen hat, findet den Link hier: "Auf dem Neuhof naht das Ende einer Ära"

 

31.01. - 6.02.2022

Bei einem Feldrundgang letzte Woche konnten wir uns ein Bild davon machen, wie der momentane Stand unserer Kulturen ist: Die gemischt ausgesäte Erbsen-/ Gerstenkultur sieht gut aus bezüglich Menge und wie sie in der Fläche verteilt ist. Sie ist ca. 10 cm hoch und die bei starkem Frost gefährdeten Erbsen sind bei bester Gesundheit. Bisher war es auch nie kälter als Minus 7 Grad und die Erbsen sind auch gerade im idealen Stadium wo sie die Kälte am besten ertragen. Das Erbsen- / Gerstengemisch wird später als Viehfutter zum Einsatz kommen. Der Weizen wiederum ist je nach Sorte und Saatzeitpunkt sehr unterschiedlich in der Grösse. Der am wenigsten weit entwickelte ist beim Sonnenhof drüben und nur 2 - 3 cm hoch. Eine Woche früher haben wir den Weizen in der Reinacher Ebene gesät, neben der Rotationsbrache. Er ist schon 15 cm hoch. Ein Problem stellt dabei der Ackerfuchsschwanz dar. Leider ist ein Drittel der Weizenfläche davon befallen. Es handelt sich um ein Ungras, das den Weizen stark konkurrenziert, und das sehr früh nach Beginn des Wachstums bekämpft werden muss. Wir können das in diesem Jahr noch mit einem Herbizid machen, später beim Biolandbau steht diese Möglichkeit dann nicht mehr zur Verfügung. Auch bei unserem Roggen ist der Ackerfuchsschwanz das dominierende Unkraut. Auf dem Rest der Felder ist es sauber oder es hat nur wenige, einjährige Unkräuter. Das kann sich bei Vegetationsbeginn noch ändern.

 

Wir sind dabei eine Scheune von Efeu zu befreien. So viel Grün ist zwar toll für die Biodiversität. Dach und Wände waren zugewachsen. Aber nach 15 Jahren wurde der Bewuchs so dicht, dass es begann Ziegel zu heben und das Dach zu schwächen. So haben wir alles entfernt und wenn wir wollen, können wir es wieder von neuem wachsen lassen. Das werden dann unsere Nachfolger entscheiden.

24. - 30. Januar 2022

Nebst "Energiestadt", "Partnerstadt" etc. führt Reinach auch noch das Label "kinderfreundliches Reinach". Im Rahmen dieses Labels durfte der Neuhof letzten Freitagnachmittag für 6- bis 8jährige Kinder einen Nachmittag auf dem Bauernhof gestalten. Rasch und zahlreich trafen die Anmeldungen ein. Am Ende meldeten sich 55 Kinder. 15 wären das Maximum gewesen, um eine seriöse Führung zu machen. Zum Glück war da aber noch Severin, die ja zusammen mit ihrem Limousin Rind Mocca tiertherapeutisch arbeitet. Sie hält auch die Seidenhühner, deren Häuschen sich im Ziegengehege befindet. Dank ihr konnte die Gruppe aufgeteilt werden und Christian und Severin teilten sich in die Führung. So konnten schliesslich 34 Kinder am Bauernhofnachmittag teilnehmen. An dieser Stelle herzlichen Dank an Severin! Folgendes war im Angebot:

 

Das frisch geborene Kälbchen war eine Attraktion, weil es gar keine Scheu zeigte und sich sehr gut streicheln und liebkosen liess und auf den noch etwas wackeligen Beinchen auch allerliebst aussah. Ausserdem galt es Kühe zu füttern (Aha: Kühe haben eine lange, rauhe Zunge!) und eine Kuh zu melken. Ziegen, Hühner, Schweinchen und Esel wurden besucht, gefüttert und gestreichelt und zuletzt noch Maschinen (der Hoftrax und der grosse Traktor) bestiegen. Auch die Mütter und Väter, die die Kinder begleitet haben, zeigten sich interessiert. Der grosse Spielplatz wurde in der Pause genutzt und wir denken, die Kinder waren zufrieden. Eine erfreuliche Sache!

 

Weniger Freude hatten wir an den Eltern: Das Holder - Rümli war in der Pause genutzt worden, um darin einen Kaffee oder Sirup zu trinken. Holder - Rümli und Spielzimmer erfordern aber Mitarbeit durch die Gäste. Die Regeln werden überall und auf allen Kanälen kommuniziert. Man verlässt diese Räume nicht, ohne vorher seinen Dreck weggewischt, das Geschirr abgewaschen und die benutzten Spielsachen aufgeräumt zu haben. Das ist gelebte Nachhaltigkeit, um die wir uns auf dem ganzen Hof bemühen. Kinder dürfen nicht alleine ins Rümli. Leider hat aber dieses Mal gar nichts geklappt. Siruppfützen auf dem Boden, klebriges Geschirr im Abtropfgestell, alle Tische voller Krümel, der Schmutz des Hühnerhofes auf dem ganzen Boden verteilt und im Spielzimmer das Spielzeug auf dem Boden verstreut. Das gibt zu denken! Wir hätten es voraussehen und das Holder - Rümli vorgängig abschliessen sollen. Jetzt wird uns die Verfehlung der Eltern genau so in Erinnerung bleiben, wie die Freude an den Kindern und am gemeinsam verbrachten Nachmittag. Schade.

 

Ion hat letzte Woche die Schmutzabläufe der Dachabläufe gereinigt. Das haben wir seit 15 Jahren nicht mehr gemacht. Diese Arbeit wurde jetzt im Hinblick auf die Hofübergabe Ende Jahr gemacht. Bis dahin wird es noch unzählige solche Arbeiten geben.

17. - 23. Januar 2022

Mocca, unser moccafarbenes Limousin Rind, lebt als Gast auf unserem Hof. Sie wird als Therapierind trainiert und ist mittlerweile 3 - jährig. Sie hatte ein gesundheitliches Problem: Plötzlich konnte sie ihr rechtes Vorderbein nicht mehr belasten. Auf 3 Beinen hinkte sie herum oder bewegte sich am liebsten gar nicht mehr. Sie liess sich von Christian den Fuss untersuchen und leistete dabei kaum Widerstand. Ja, sie musste nicht einmal im Klauenstand fixiert werden! Bei der Untersuchung der Sohle fand Christian zu seiner Überraschung ein Objekt, das da überhaupt nichts zu suchen hatte und mit seinen scharfen Spitzen Moccas Schmerzen verursachte:

Da hatte eine Kuh ihren Backenzahn verloren und Mocca war draufgetreten! Autsch!! Auf der einen Seite war der Zahn stark abgenutzt, während auf der anderen Seite 3 sehr spitze Wurzeln herausragten, die sich Mocca in den Fuss getreten hatte. Nach dem Entfernen hinkte Mocca noch ein wenig, aber einen Tag später war ihr nichts mehr anzumerken. Eine weitere medizinische Versorgung brauchte es nicht.

 

Die 500 neuen Hühner sind eingetroffen. Jedes Mal ist es ein schönes Bild, sie im sauberen, frisch eingestreuten Stall zu sehen. Sie sind aussergewöhnlich ruhig und legten sofort los mit der Eierproduktion. Bereits am ersten Tag gab es 10 kleine Eier. Aber es wird 5 - 6 Wochen dauern, bis die Eier alle Normalgrösse haben und auch jedes Huhn pro Tag 1 Ei legt. Für uns bedeutet diese Zeit Mehrarbeit, weil die Eier nach Grösse sortiert werden müssen.

10. - 16. Januar 2022

Der Hühnerstall sollte bis diesen Mittwoch bereit sein. Dann treffen die neuen Junghennen ein. Es ist in diesem Winter aber nicht so einfach, weil das Wetter sehr feucht ist. Nach dem Reinigen mit dem Hochdruckreiniger trocknet es kaum mehr ab. So haben wir den Heizlüfter des Holder - Rümli zu Hilfe genommen und während einer Nacht bei geschlossenen Türen etwas geheizt. Das hat sehr gut geholfen. Jetzt ist es auch einfacher die Bänder der Entmistung und die Eierbänder wieder einzustellen.

 

Am Freitag hat das Rind tatsächlich gekalbt. Leider war es eine Totgeburt. Die Geburt war deswegen sehr schwierig und dauerte auch sehr lange. Es ist für die Kuh schwieriger ein totes Kalb zur Welt zu bringen als ein lebendes. Sobald die Füsse des Kalbes sichtbar wurden, half Christian unter Aufbietung all seiner Kräfte mit und zog mit Hilfe der Geburtshelferketten das Kalb heraus. Trotz dem enormen Kraftaufwand braucht es dazu auch genügend Sorgfalt. Es darf nur gezogen werden, wenn die Kuh auch Wehen hat. Dazwischen braucht es Pausen, denn es braucht Zeit, damit die Geburtswege sich weiten können.

 

So beginnt das Jahr gleich wie das letzte aufgehört hat: Mit einem toten Tier. Da kommt natürlich schnell die Frage auf, wie das hätte vermieden werden können und ob allenfalls Fehler gemacht wurden im Management, der Haltung, Fütterung etc. Aber auch hier führt die jahrzehntelange Erfahrung zu einer gewissen Gelassenheit. Da ist es ein Trost, wenn man sich sagen kann, dass man alles nach bestem Wissen und Gewissen gemacht hat. Es gilt einfach zu akzeptieren, dass man nicht alles kontrollieren kann und nicht alles erklärbar ist.

3. - 9. Januar 2022

Willkommen im neuen Jahr!! Die Erholung hat uns gut getan.......aber am Dienstag ging es schon wieder los. Morgens um halb 5 wurden 450 alte Hennen abgeholt. Im Dunkeln, anders geht es nicht, holen wir die Hühner von den Sitzstangen. Nachts schlafen oder dösen die Hühner auf den Stangen und leisten kaum Gegenwehr, wenn sie von den Stangen geholt werden. Immer 15 Stück kommen zusammen in eine Transportkiste. Die vollen Kisten (ca. 30 kg) werden auf den Laster geladen, wo sie der Chauffeur dann richtig verstaut. Nach 3/4 Stunden sind wir fertig, verschwitzt und vollgekackt. Die alten Legehennen werden geschlachtet und verarbeitet, teils für die menschliche Ernährung (Wurstwaren und ähnliches) oder dann für Tierfutter.

 

Den Rest der Woche brauchen wir dann, um den Stall sauber auszumisten, mit dem Hochdruckreiniger zu putzen, zu desinfizieren und wieder frisch einzustreuen. Auch die technischen Anlagen müssen gewartet werden. Mitte nächster Woche können dann die neuen Junghennen einziehen.

 

Diese Woche erwarten wir noch die Geburt eines Kälbchens.

 

Wie immer zum Jahreswechsel gibt es eine Menge Papierkram zu erledigen. Da ist z.B. das Inventar nachzuführen. Daneben sind aber eine Menge anderer Abschlussarbeiten im Büro fällig. Nicht unwichtig ist dabei natürlich auch die Planung von Freizeit und Ferien im neuen Jahr.

Ende Dezember 2021

Wie üblich werden wir uns die Arbeit über die Festtage aufteilen, so dass immer eine Familie frei hat. Wir hoffen auf ein paar ruhige Tage über die Festtage und zum Jahreswechsel.

 

Ab nächstem Jahr wird dann jeder einzelne Tag ein letztes Mal seinen gewohnten Lauf nehmen. Wehmut und Vorfreude auf die Zeit nach der Pensionierung wechseln einander jetzt schon ab. Diesen Montag waren denn auch schon Vertreter/innen von Immobilien Basel auf unserem Hof. Es geht darum, sich einen Überblick über Gebäudevolumen und - zustand zu verschaffen, denn jetzt geht es um die Planung der Zukunft für den Neuhof. Gleichzeitig wurde ein Kälbchen geboren und musste leider eine Kuh eingeschläfert werden. Sie hatte Krämpfe, deren Ursache die Tierärztin nicht zuordnen konnte. Eine Blutuntersuchung halft nicht weiter bei der Diagnose, ein verschluckter Fremdkörper (was bei Kühen gar nicht so selten ist), konnte ausgeschlossen werden. Nach 3 Tagen bekam sie leichtes Fieber und wurde mit Antibiotika versorgt. Leider wurde es nicht mehr besser. Sie frass und trank kaum mehr und ihr Allgemeinzustand besserte sich nicht. Nach 3 - maliger Konsultation durch die Tierärztin, entschlossen wir uns, das Tier zu erlösen. Eine normale Schlachtung war nicht möglich, da ja Antibiotika verabreicht worden waren und das Fleisch deshalb nicht zum Verzehr freigegeben worden wäre. So muss die Kuh nun innerhalb eines Tages nach dem Einschläfern nach Lyss zur Kadaververbrennung gebracht werden. Dahin kommen auch all die toten Kleintiere, die in den Gemeinden jeweils anfallen..........................Leider passt dieses Thema überhaupt nicht zur Weihnachtszeit. Aber es lehrt uns Bauernfamilien immer wieder eine gewisse Demut. Nicht alles ist machbar oder vorhersehbar. Die Natur hat ihren eigenen Verlauf, nach dem wir uns richten müssen. Mit Corona wird uns das als ganzer Gesellschaft nochmal vor Augen geführt.

 

Wir verabschieden uns nun für dieses Jahr und sind gespannt, was uns im neuen Jahr alles erwartet. Allen Lesern, allen Hofbesuchern, unseren Helfern und guten Geistern auf dem Hof wünschen wir frohe Festtage und alles Gute zum Jahreswechsel und bliibed gsund! Und für Interessierte hier noch ein aussergewöhnlicher Adventskalender

13. - 19. Dezember 2021

Das Weihnachtsessen der Gemeindemitarbeiter vom Freitagabend ist vorbei. Es war dabei leider nicht möglich, wie ursprünglich geplant, das ganze Hofareal zu nutzen. Das Wetter war zu windig und zu nass.  Zum Glück konnten die Gäste in die nach Osten offene Scheune flüchten. Das mussten wir natürlich schon 2 Tage im voraus entscheiden. So war am Donnerstagmorgen klar: Das Fest findet zur Hauptsache in der Scheune statt. Das war für uns mit Mehraufwand verbunden, weil dazu die Scheune geräumt und eingerichtet werden musste. Zum Glück konnte aber der Apéro trotzdem draussen stattfinden und auch die Marktstände, wo man sein Essen abholen konnte, wurden auf dem Hofplatz verteilt. Dabei bot eine Reihe von Feuerschalen einen schönen Anblick. Die beiden Finnenkerzen, die den Gästen zur Begrüssung entgegenleuchten sollten, mussten dann aber gelöscht werden wegen dem Funkenwurf. Der Wind blies zu heftig. Aber die 130 Gäste, inklusive Teilen des Gemeinderates schienen einen sehr zufriedenen Eindruck zu machen, obwohl sie gründlich durchgepustet wurden und haben sich offensichtlich wohl gefühlt.

 

Das Klauenschneiden hat auch stattgefunden. Da es terminlich knapp war, haben wir alle 40 Kühe an einem Tag behandelt. Jede war im Klauenstand, meist nicht ganz freiwillig. Es gab ein ziemliches Stossen und Ziehen und deshalb haben weder Ion noch Christian an diesem Tag gefroren. Im Klauenstand wird die Kuh mit Gurten, die unter ihrem Bauch hindurch führen, gesichert, damit sie nicht umfallen kann. Danach wird vorne rechts und hinten links je ein Bein auch mit einer Gurte und mit Hilfe einer Winde hochgehoben und fixiert. Danach werden die beiden Klauen gleichzeitig mit 2 Winkelschleifern geschnitten, d.h. das Horn der Sohle wird gesäubert, zurück geschliffen und, wo nötig, wird auch die Stellung der Klaue korrigiert. Nachdem das mit den anderen Klauen auch gemacht wurde, wird die Kuh aus der "Haft" entlassen und geht dann selbstständig und erleichtert wieder zurück in den Stall. Pro Kuh dauert die Prozedur ca. 7 Minuten. Weil diese Arbeit aber dauernd in gebückter Stellung erfolgt, meldet sich der Rücken am Abend und auch noch am Tag danach schon noch etwas bei unseren Klauenschneidern.

6. - 12. Dezember 2021

Es ist kein Jahresende wie jedes Jahr, denn jetzt geht es in unser letztes Jahr auf dem Neuhof und bereits werden diverse Arbeiten ein letztes Mal getan. Vieles ist bezüglich der Bewirtschaftung im nächsten Jahr noch unklar, ausser dass der Betrieb auf Bio umgestellt werden soll. Zwar kennen wir jetzt das neue Pächterehepaar, aber weder sind die Verträge zwischen unseren Nachfolgern und Immobilien Basel unterzeichnet, noch ist die Bewirtschaftungsweise bekannt. Es wird Umbauten und Provisorien geben. Werden wir im nächsten Herbst die Silos nochmals mit Mais füllen oder haben wir das dieses Jahr ein letztes Mal gemacht? Täglich verfüttern wir momentan Mais und Zuckerrübenschnitzel. Wird das nächstes Jahr um diese Zeit noch der Fall sein? Es hängt davon ab, ob unsere Nachfolger dann auf dem Neuhof Milchkühe, Mutterkühe oder gar keine Kühe halten werden. Ein ähnliches Problem stellt sich bei den Legehennen. Bis Ende dieses Jahres müssten wir die Legehennen bestellen, die im Juli 2022 dann die alten ersetzen müssten. Die neuen Hennen würden aber mindestens 1 Jahr lang Eier legen, also über unsere Pachtzeit hinaus. Die neuen Pächter, bzw. das Pächterehepaar, müsste uns die Tiere dann Ende nächsten Jahres abkaufen. Sollten wir also eine spezielle Rasse kaufen? Biohühner? Braune? Weisse? und wie viele Tiere? Jede Woche tauchen neue Fragen auf und für einiges braucht es jetzt schon eine Entscheidung. Es ist eine spannende Phase, die auf uns zukommt und für uns auch eine völlig neue Situation. 2 x haben wir in unserem Leben einen Betrieb komplett aufgebaut, aber noch nie mussten wir einen Betrieb auflösen, bzw. an einen neuen Bewirtschafter übergeben, der mit einem anderem Label und anderem Betriebskonzept arbeitet. Wir starten also in einen neuen Lebensabschnitt mit vielen Unbekannten. 

 

Im Zentrum der nächsten Woche wird das Klauenschneiden bei unseren Kühen stehen. Dafür brauchen wir 2 Tage. Am Freitag gibt es ein Weihnachtsessen auf unserem Hof für 130 Personen. Es ist eine externe Veranstaltung mit der wir wenig zu tun haben. In der Hauptsache stellen wir dazu den Platz zur Verfügung. Normalerweise sind so grosse Veranstaltungen durch Externe auf unserem Hof ja nicht möglich. Aber für die Gemeinde Reinach machen wir eine Ausnahmen. Bleibt zu hoffen, dass das Wetter dann trocken ist!

29.11. - 6.12.2021

Viele Aussenarbeiten sind abgeschlossen. Deswegen geht es jetzt ans Putzen von Innenräumen. Das passt auch gut zum nassen und kalten Wetter. Es gilt den Milchraum zu putzen: Böden, Wände, Ablageflächen etc. Dann kommt der Kuhstall dran: Aufenthaltsbereich der Kühe, Fressbereich, Tränkebereich, Säulen, Wände (inklusive Wand des Melkstandes). Das meiste muss mit dem Spachtel abgekratzt werden, ein kleiner Teil kann mit dem Hochdruckreiniger bearbeitet werden. Ausserdem müssen wir wegen der Kälte die Fenster und Tore schliessen. Die Kühe stören sich zwar nicht an der Kälte, umso mehr aber der Melker und die Wasserleitungen könnten einfrieren.

 

Letzte Sonntag hatten wir schon den 1. Advent. Höchste Zeit den Weihnachtsstern auf dem Dach anzubringen und den bereits auf dem Hofplatz aufgestellten Tannenbaum zu schmücken.

 

3 Kälbchen werden uns verlassen. Momentan haben wir 6 Kälbchen im Stall.

 

Jetzt kommt auch wieder die Zeit für vertiefte Büroarbeit. Neben dem alltäglichen Kram ist damit auch die strategische Planung für unser letztes Jahr auf dem Neuhof gemeint, denn die Pachtübergabe will gut geplant sein.

22. - 28.11.2021

Wir haben ca. 2 km Waldränder, die unser Land begrenzen und gepflegt werden müssen. Ja, der Wald hat die unangenehme Gewohnheit ins Kulturland hineinzuwachsen oder, wenn er von einer Strasse begrenzt wird, seine Äste in diese hinaus zu strecken und den Verkehr zu behindern. Es ist nicht erlaubt, bis an den Waldrand zu pflügen. Ein 3 Meter breiter Grasstreifen muss das übrige Kulturland vom Waldrand trennen. So müssen wir fast jährlich die Waldränder zurückschneiden. Aufkommende Büsche und Bäume können üblicherweise zurückgedrängt werden, indem das Gras 2 - 3 Mal pro Jahr bis an die Waldgrenze gemäht wird. Dieses Jahr hat das aber wegen des nassen Sommers nicht gereicht. Vor allem Brombeeren und wilde Rosen haben sich ausgebreitet. Letzte Woche war Ion deshalb viele Stunden damit beschäftigt, dieses Gestrüpp mit Motorsäge und Motorsense zu entfernen. Auch diese Woche wird er noch einige Zeit damit verbringen, das Schnittholz wegzuräumen.

 

Bei den Hühnern muss das Stroh ausgewechselt werden, der Peugeot braucht Winterpneus und wenn die Zeit reicht, möchten wir noch einen Weihnachtsbaum für den Hofplatz besorgen.

 

Ausserdem sind auch diese Woche wieder Sitzungen angesagt.

15.11. - 21.11.2021

Im Garten neben den Schweinchen ist ein ziemlicher Wildwuchs entstanden in den letzten Jahren. Seit 10 Jahren ist da ein Nussbaum gewachsen. Das war zwar hübsch, machte aber die Wohnräume düster und er wuchs auch viel zu nah am Haus. Die Wurzeln drohten den Vorplatz zu beschädigen. Daneben hatte sich auch noch ein wilder Apfelbaum breit gemacht. Ausserdem war die Hälfte des verfügbaren Platzes zugewachsen mit Efeu und Brombeerranken. Christian und Ion nutzten also die vorhandene Zeit und rückten diesem Wildwuchs zu Leibe. Das gab (inklusive Wegräumen) 2 Tage Arbeit mit Motorsäge und Motorsense. Endlich wieder Licht und Platz!

 

Diesen Winter wird es noch einiges mehr an Aufräumarbeiten geben. Allerdings wollen wir bei Dächern und Fassaden erst abklären, ob alles weg muss oder ob es sinnvoller ist, aus ökologischen Gründen einen Grünanteil zu belassen.

 

Diese Woche werden auch die "normalen" Hecken und Büsche rund um Hof und Gärten geschnitten.

 

Diese Woche wird Christian 2 Jahresversammlungen besuchen, die wieder physisch stattfinden. (IP - Suisse und Swissgranum).

 

 

8. - 14. November 2021

"Nachhaltig" ist seit einiger Zeit ein Allerweltswort. Ursprünglich stammt es aus der Forstwirtschaft und meinte, dass nicht mehr Holz gefällt werden darf, als wieder nachwachsen darf. In der Landwirtschaft verstehen wir darunter, dass wir unsere Höfe so nutzen wollen, dass wir sie mit gutem Gewissen an die nächste Generation weitergeben können. Also beispielsweise keine Übernutzung des Bodens, Pflege des Gewachsenen etc. Es beinhaltet die Biodiversität, das Klima, aber auch, dass ein Hofnachfolger eine wirtschaftliche Existenz aufbauen kann. Dabei ist das, was ökologisch sinnvoll ist, in unserem Wirtschaftssystem leider oft unrentabel, weil diese Werte nicht über die Produkte des Hofes entschädigt werden können. Hier springt der Staat mit Direktzahlungen ein. Der Landwirt ist dabei frei in dem, was er tun will oder eben auch nicht. Da, wo er sich ökologisch engagieren will, locken solche Zahlungen und helfen ihm sein Einkommen zu sichern. 

Auf diesem Feld haben wir beispielsweise immer 3 Streifen Weizen gesät und dazwischen eine Lücke gelassen. Es handelt sich um ein Förderprogramm des Kantons, um bessere Lebensbedingungen für Feldhasen und Lerchen zu schaffen. Es gibt dafür Direktzahlungen pro ha. Gleichzeitig engagieren sich aber auch private Organisationen wie Bio - Suisse oder in unserem Fall die IP-Suisse, die sich für den Landwirt um die Vermarktung der preislich etwas teureren Produkte kümmern, wenn sich dieser dazu entschliesst beispielsweise Biodiversitätsflächen anzulegen. Der Landwirt erhält dafür von der IP - Suisse einen höheren Weizenpreis (Fungizide und Insektizide sind bei uns nicht erlaubt). Zu guter Letzt hilft uns der örtliche Vogelschutzverein die ökologisch wertvollen Flächen zu schützen, indem er das Feld einzäunt, um vor allem die Hunde fernzuhalten. Es ist ein Zusammenspiel von den Bedürfnissen des individuellen Landwirtschaftsbetriebes, dem Bund, Kanton und Label- und anderen Organisationen, das neben der vielen gesetzlichen Vorschriften, auf Freiwilligkeit beruht und durch ein gegenseitiges Geben und Nehmen zu mehr Biodiversität führt. Dabei ist ein ständiger Austausch innerhalb und zwischen den einzelnen Intressengruppen immens wichtig. Christian ist Vorstandsmitglied bei der IP - Suisse und engagiert sich somit für Biodiversität. Nächste Woche ist Jahresversammlung in Langnau. Beim Kanton ist er in der Ökokommission. Dort wird nächste Woche über Landschaftsqualitätsanforderungen und die dazu gehörigen Beiträge diskutiert.  Und mit dem Vogelschutzverein diskutiert Christian über weitere wünschenswerte Verbesserungen, z.B. die Vernetzung des östlichen Teils des Betriebes.

1. - 7. November 2021

Jetzt, da das schöne und milde Herbstwetter vorbei ist, beenden wir den Weidebetrieb. Der Boden trocknet nicht mehr genügend ab und würde durch das Getrampel der Kühe kaputt gehen. Der Weidezaun wird abgebaut und über den Winter versorgt werden. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Der Vogelschutzverein Reinach hat wieder angefragt, ob er schützenswerte Flächen auf unserem Betrieb einzäunen dürfe. Wir sagen da natürlich nicht nein und stellen das Material dazu zur Verfügung. Es geht vor allem darum, Hunde und Menschen daran zu hindern in die Felder hinein zu laufen. Sie sollen auf den Wegen bleiben. Dafür gibt es einige Gründe:

  • Hasen, Rehe und andere Wildtiere erleiden Todesangst, wenn ihnen Hunde hinterher rennen und verlieren dabei gerade in der kalten Jahreszeit viel Energie.
  • Im Frühjahr sind dann die Vogelbruten gefährdet.
  • Äste und grössere Holzstücke, welche die Hunde in die Felder tragen und dort liegen lassen, beschädigen Maschinen und hindern uns dadurch später daran, Erntearbeiten rechtzeitig auszuführen.
  • Ebenso ärgerlich ist das Graben von Löchern. 

Hunde haben also grundsätzlich nichts auf den Feldern zu suchen. Mit einem Zaun entlang den Wegen wird das zum Ausdruck gebracht. Es hilft. Es sind tatsächlich dann nur noch wenige, die diese Absperrung nicht zur Kenntnis nehmen wollen und die Äcker sind so viel besser geschützt. Es ist schade, dass es diese Massnahmen überhaupt braucht. Nun: Gestern Montag haben ein paar Freiwillige Vogelschützler aus Reinach und Aesch den Zaun installiert.

 

Ion ist gestern mit dem Waschen aller Maschinen fertig geworden. Sie müssen nun noch kontrolliert und z.T. auch repariert werden und stehen dann im Frühjahr zum nächsten Einsatz bereit.

 

Fasnacht scheint es auch wieder zu geben im nächsten Jahr. Es kommen auch wieder viele Anfragen für Wagenbauplätze. Leider sind wir aber voll ausgebucht.

25. - 31. Oktober 2021

Wunderschönes Herbstwetter, wie man es sich nicht besser wünschen kann, das war der Rahmen für das diesjährige Saat- und Erntefest. Entsprechend gross und höchst erfreulich war der Aufmarsch der Besucher. Weil alles draussen stattfand, konnten auch die Coronaregeln gut eingehalten werden. Schon bald mussten zusätzliche Tische und Bänke aufgestellt werden. Zunächst waren die Temperaturen beim Apéro noch etwas kühl. Aber beim anschliessenden ökumenischen Gottesdienst waren die Temperaturen schon angenehm warm. Zur Saat des neuen Getreides wurden 150 Portionen Saatweizen in IP - Suisse - Mützen ausgegeben, mit je ca. 600 Gramm Samen. So haben wir gemeinsam ca. 25 a Weizen gesät. Nun musste die Saat noch eingearbeitet werden. Das geschah heute Montag mit Traktor und Kreiselegge. Zum Keimen brauchen die Samen die Feuchtigkeit der Erde.

 

Zurück auf dem Hof haben wir gemeinsam gegessen. Es gab Wurst und Brot. Letzteres wurde aus der Ernte des letztjährigen Säens gebacken. 

 

Viele Besucher kommen schon seit Jahren und säen mit uns zusammen den Weizen. Der Gottesdienst, das Säen und nachher das Essen des Brotes spricht viele Familien mit Kindern an, aber auch viele ältere Menschen, bei denen Erinnerungen geweckt werden oder die auf der Suche nach etwas Sinnhaftem sind.

 

Die Nachmittagssonne schien wunderbar warm und auch wir selbst konnten noch das Zusammensein mit Freunden geniessen. Danach ging es ans Aufräumen, was auch noch einen Teil des Montags beansprucht hat. 

 

Übrigens war das Birsstadtfernsehen (regioTVplus) auch dabei und ab Montagabend kann ein Teil im Birsstadt TV Reinach nachgeschaut werden oder hier auf youtube 

18. - 26. Oktober

Eine Kuh frisst bei uns 5 - 6 kg Zuckerrübenschnitzel pro Tag. Das sind 70 Tonnen Zuckerrübenschnitzel, die unsere Kühe pro Jahr benötigen - nebst dem Silomais, der Grassilage etc. Die Schnitzel sind ein nahrhaftes und preisgünstiges Futter. Dieses Abfallprodukt aus der Zuckerherstellung kann so sinnvoll verwertet werden und muss nicht anderweitig entsorgt werden.

 

Diese Woche hätte eine erste Lieferung von 25 Tonnen erfolgen sollen. Zu unserer Überraschung wurden aber gleich die ganzen 70 Tonnen geliefert. Es fuhren drei 40 - Tönner vor, die je 25 Tonnen Zuckerrübenschnitzel geladen hatten. Diese grosse Menge zu entladen und in die Silos in der Scheune zu verräumen gab sehr viel Arbeit und brachte unser ganzes Wochenprogramm durcheinander, denn:

  • Die zweite Hälfte des Weizens muss noch gesät werden
  • Der Tierarzt kommt zur monatlichen Herdenkontrolle
  • 7 Kühe müssen geputzt und zur "linearen Beschreibung" vorgeführt werden. Diese externe Beschreibung des Tieres dient neben anderen Merkmalen zur Beschreibung des Zuchtwertes eines Tieres. 
  • 2 Rinder, die sich auf dem Aufzuchtbetrieb in Seewen befinden bekommen bald ihr Kälbchen und müssen deshalb nach Hause geholt werden
  • Für das Saat- und Erntefest dieses Wochenende muss noch einiges organisiert werden. Das Fest ist spät im Jahr und es wird schwierig gewisse Dekomaterialien (Mais, Sonnen- oder andere Blumen) zu beschaffen. Etwas leichter ist es mit schön gefärbtem wilden Wein, Efeu oder Kürbissen. Gar nichts geht bei Trauben oder Quitten, deren Blüten bei uns dieses Jahr erfroren sind. Dann braucht es noch Tische, Bänke, Feuerschalen, es wird gebacken.....und das ganze Säen muss noch organisiert werden. So wird uns diese Woche nicht langweilig werden und sie wird rasch vorbeigehen.

 

 

11 - 17. Oktober 2021

In 2 Wochen findet bei uns das Saat- und Erntefest statt. Das Feld zur Saat ist bestimmt, diverse Absprachen mit der reformierten und katholischen Kirche getroffen, Tischgarnituren bei der Gemeinde bestellt etc. Auch schönes Wetter ist bestellt. Allerdings sind momentan ja  die Lieferfristen allgemein ziemlich verzögert..........

 

Wir säen jetzt den Weizen. Noch ist nicht alles Saatgut da, weil dessen Bereitstellung wegen der späten Ernte verzögert war. Aber die Hälfte können wir diese Woche säen, der Rest wird, so hoffen wir, in der nächsten Woche geliefert. Dieses Jahr säen wir 7600 kg Weizenkörner und hoffen damit 150 Tonnen Weizen ernten zu können.

 

Die letzten Siloballen werden nächste oder übernächste Woche gemacht. Das hängt vom Wetter ab. 

 

Im Stall gibt es jetzt 4 Kälbchen, davon ein Zwillingspärchen (Bei ca. 50 Geburten im Jahr haben wir ein- bis zweimal Zwillinge.). Die Neugeborenen sind wohlauf und tollen bereits in ihrem Stall herum. Für die Mutter, Ximena, ist nicht nur die Geburt von Zwillingen ein Stress, sondern auch die gesamte Tragzeit, sind doch die Kälber bei der Geburt je 35 kg schwer. Ximena ist etwas müde, aber wohlauf.

4. - 10. Oktober 2021

So um den 1. Oktober wird bei uns Gerste gesät. Das Wetter hat es tatsächlich zugelassen, dass wir zu diesem Zeitpunkt, letzten Freitagnachmittag und - abend, 6,5 ha einer Mischung aus Gerste und Proteinerbsen (für Viehfutter) säen konnten. Auch für den Roggen ist Anfang Oktober ideal. So konnten wir letzten Samstag 10 ha Roggen säen. In der Nacht auf Sonntag, den 3. Oktober kam es dann zum Wetterumschwung und jetzt haben wir ein paar Tage Regen. Das sind ideale Startbedingungen für die neue Saat und ein guter Grundstein für eine erfolgreiche Ernte im neuen Jahr. Dies gelingt nicht immer so gut und wir sind sehr zufrieden. Ende dieser Woche oder Anfang nächste Woche beginnt dann die Weizensaat. Wie schon erwähnt, ist dieses Jahr die Bodenbearbeitung besonders schwierig, weil der Boden infolge der vielen Niederschläge dieses Sommers stark zusammengepresst wurde und die nachfolgende Trockenperiode die Erde steinhart werden liess. Aber die Vorbereitung der Felder ist schon weit fortgeschritten. Alle wurden gepflügt und sind z.T. auch schon einmal geeggt worden. Es sollen ca. 25 ha Weizen gesät werden. Für die Weizensaat haben wir ein grösseres Zeitfenster. Weizen kann bei uns ab Mitte Oktober bis Ende Jahr gesät werden. 

 

Die Weidesaison geht langsam zu Ende. Es wächst nicht mehr so viel Gras nach und nach dem Regen trocknet es auch nicht mehr so schnell ab, so dass mehr Trittschäden entstehen. Unsere Kühe sind aber gerne draussen und geniessen die Herbstsonne bei Temperaturen, die für sie viel angenehmer sind als ein heisser Sommer. 

 

Dank den Niederschlägen bleibt uns etwas Zeit um aufzuräumen und zu putzen, d.h. im Laufhof und auf dem Triebweg zur Weide den Mist abzuschieben, in der Scheune Futterreste, Staub und Erde zusammenzufegen, die Liegeboxen der Kühe frisch einzustreuen etc.

 

Letzten Samstag wurde endlich ein neues Kälbchen geboren und ein zweites wird in den nächsten Tagen folgen.