Aktuelle Arbeiten und Vorkommnisse auf dem Neuhof

17. - 23. Januar 2022

Mocca, unser moccafarbenes Limousin Rind, lebt als Gast auf unserem Hof. Sie wird als Therapierind trainiert und ist mittlerweile 3 - jährig. Sie hatte ein gesundheitliches Problem: Plötzlich konnte sie ihr rechtes Vorderbein nicht mehr belasten. Auf 3 Beinen hinkte sie herum oder bewegte sich am liebsten gar nicht mehr. Sie liess sich von Christian den Fuss untersuchen und leistete dabei kaum Widerstand. Ja, sie musste nicht einmal im Klauenstand fixiert werden! Bei der Untersuchung der Sohle fand Christian zu seiner Überraschung ein Objekt, das da überhaupt nichts zu suchen hatte und mit seinen scharfen Spitzen Moccas Schmerzen verursachte:

Da hatte eine Kuh ihren Backenzahn verloren und Mocca war draufgetreten! Autsch!! Auf der einen Seite war der Zahn stark abgenutzt, während auf der anderen Seite 3 sehr spitze Wurzeln herausragten, die sich Mocca in den Fuss getreten hatte. Nach dem Entfernen hinkte Mocca noch ein wenig, aber einen Tag später war ihr nichts mehr anzumerken. Eine weitere medizinische Versorgung brauchte es nicht.

 

Die 500 neuen Hühner sind eingetroffen. Jedes Mal ist es ein schönes Bild, sie im sauberen, frisch eingestreuten Stall zu sehen. Sie sind aussergewöhnlich ruhig und legten sofort los mit der Eierproduktion. Bereits am ersten Tag gab es 10 kleine Eier. Aber es wird 5 - 6 Wochen dauern, bis die Eier alle Normalgrösse haben und auch jedes Huhn pro Tag 1 Ei legt. Für uns bedeutet diese Zeit Mehrarbeit, weil die Eier nach Grösse sortiert werden müssen.

10. - 16. Januar 2022

Der Hühnerstall sollte bis diesen Mittwoch bereit sein. Dann treffen die neuen Junghennen ein. Es ist in diesem Winter aber nicht so einfach, weil das Wetter sehr feucht ist. Nach dem Reinigen mit dem Hochdruckreiniger trocknet es kaum mehr ab. So haben wir den Heizlüfter des Holder - Rümli zu Hilfe genommen und während einer Nacht bei geschlossenen Türen etwas geheizt. Das hat sehr gut geholfen. Jetzt ist es auch einfacher die Bänder der Entmistung und die Eierbänder wieder einzustellen.

 

Am Freitag hat das Rind tatsächlich gekalbt. Leider war es eine Totgeburt. Die Geburt war deswegen sehr schwierig und dauerte auch sehr lange. Es ist für die Kuh schwieriger ein totes Kalb zur Welt zu bringen als ein lebendes. Sobald die Füsse des Kalbes sichtbar wurden, half Christian unter Aufbietung all seiner Kräfte mit und zog mit Hilfe der Geburtshelferketten das Kalb heraus. Trotz dem enormen Kraftaufwand braucht es dazu auch genügend Sorgfalt. Es darf nur gezogen werden, wenn die Kuh auch Wehen hat. Dazwischen braucht es Pausen, denn es braucht Zeit, damit die Geburtswege sich weiten können.

 

So beginnt das Jahr gleich wie das letzte aufgehört hat: Mit einem toten Tier. Da kommt natürlich schnell die Frage auf, wie das hätte vermieden werden können und ob allenfalls Fehler gemacht wurden im Management, der Haltung, Fütterung etc. Aber auch hier führt die jahrzehntelange Erfahrung zu einer gewissen Gelassenheit. Da ist es ein Trost, wenn man sich sagen kann, dass man alles nach bestem Wissen und Gewissen gemacht hat. Es gilt einfach zu akzeptieren, dass man nicht alles kontrollieren kann und nicht alles erklärbar ist.

3. - 9. Januar 2022

Willkommen im neuen Jahr!! Die Erholung hat uns gut getan.......aber am Dienstag ging es schon wieder los. Morgens um halb 5 wurden 450 alte Hennen abgeholt. Im Dunkeln, anders geht es nicht, holen wir die Hühner von den Sitzstangen. Nachts schlafen oder dösen die Hühner auf den Stangen und leisten kaum Gegenwehr, wenn sie von den Stangen geholt werden. Immer 15 Stück kommen zusammen in eine Transportkiste. Die vollen Kisten (ca. 30 kg) werden auf den Laster geladen, wo sie der Chauffeur dann richtig verstaut. Nach 3/4 Stunden sind wir fertig, verschwitzt und vollgekackt. Die alten Legehennen werden geschlachtet und verarbeitet, teils für die menschliche Ernährung (Wurstwaren und ähnliches) oder dann für Tierfutter.

 

Den Rest der Woche brauchen wir dann, um den Stall sauber auszumisten, mit dem Hochdruckreiniger zu putzen, zu desinfizieren und wieder frisch einzustreuen. Auch die technischen Anlagen müssen gewartet werden. Mitte nächster Woche können dann die neuen Junghennen einziehen.

 

Diese Woche erwarten wir noch die Geburt eines Kälbchens.

 

Wie immer zum Jahreswechsel gibt es eine Menge Papierkram zu erledigen. Da ist z.B. das Inventar nachzuführen. Daneben sind aber eine Menge anderer Abschlussarbeiten im Büro fällig. Nicht unwichtig ist dabei natürlich auch die Planung von Freizeit und Ferien im neuen Jahr.

Ende Dezember 2021

Wie üblich werden wir uns die Arbeit über die Festtage aufteilen, so dass immer eine Familie frei hat. Wir hoffen auf ein paar ruhige Tage über die Festtage und zum Jahreswechsel.

 

Ab nächstem Jahr wird dann jeder einzelne Tag ein letztes Mal seinen gewohnten Lauf nehmen. Wehmut und Vorfreude auf die Zeit nach der Pensionierung wechseln einander jetzt schon ab. Diesen Montag waren denn auch schon Vertreter/innen von Immobilien Basel auf unserem Hof. Es geht darum, sich einen Überblick über Gebäudevolumen und - zustand zu verschaffen, denn jetzt geht es um die Planung der Zukunft für den Neuhof. Gleichzeitig wurde ein Kälbchen geboren und musste leider eine Kuh eingeschläfert werden. Sie hatte Krämpfe, deren Ursache die Tierärztin nicht zuordnen konnte. Eine Blutuntersuchung halft nicht weiter bei der Diagnose, ein verschluckter Fremdkörper (was bei Kühen gar nicht so selten ist), konnte ausgeschlossen werden. Nach 3 Tagen bekam sie leichtes Fieber und wurde mit Antibiotika versorgt. Leider wurde es nicht mehr besser. Sie frass und trank kaum mehr und ihr Allgemeinzustand besserte sich nicht. Nach 3 - maliger Konsultation durch die Tierärztin, entschlossen wir uns, das Tier zu erlösen. Eine normale Schlachtung war nicht möglich, da ja Antibiotika verabreicht worden waren und das Fleisch deshalb nicht zum Verzehr freigegeben worden wäre. So muss die Kuh nun innerhalb eines Tages nach dem Einschläfern nach Lyss zur Kadaververbrennung gebracht werden. Dahin kommen auch all die toten Kleintiere, die in den Gemeinden jeweils anfallen..........................Leider passt dieses Thema überhaupt nicht zur Weihnachtszeit. Aber es lehrt uns Bauernfamilien immer wieder eine gewisse Demut. Nicht alles ist machbar oder vorhersehbar. Die Natur hat ihren eigenen Verlauf, nach dem wir uns richten müssen. Mit Corona wird uns das als ganzer Gesellschaft nochmal vor Augen geführt.

 

Wir verabschieden uns nun für dieses Jahr und sind gespannt, was uns im neuen Jahr alles erwartet. Allen Lesern, allen Hofbesuchern, unseren Helfern und guten Geistern auf dem Hof wünschen wir frohe Festtage und alles Gute zum Jahreswechsel und bliibed gsund! Und für Interessierte hier noch ein aussergewöhnlicher Adventskalender

13. - 19. Dezember 2021

Das Weihnachtsessen der Gemeindemitarbeiter vom Freitagabend ist vorbei. Es war dabei leider nicht möglich, wie ursprünglich geplant, das ganze Hofareal zu nutzen. Das Wetter war zu windig und zu nass.  Zum Glück konnten die Gäste in die nach Osten offene Scheune flüchten. Das mussten wir natürlich schon 2 Tage im voraus entscheiden. So war am Donnerstagmorgen klar: Das Fest findet zur Hauptsache in der Scheune statt. Das war für uns mit Mehraufwand verbunden, weil dazu die Scheune geräumt und eingerichtet werden musste. Zum Glück konnte aber der Apéro trotzdem draussen stattfinden und auch die Marktstände, wo man sein Essen abholen konnte, wurden auf dem Hofplatz verteilt. Dabei bot eine Reihe von Feuerschalen einen schönen Anblick. Die beiden Finnenkerzen, die den Gästen zur Begrüssung entgegenleuchten sollten, mussten dann aber gelöscht werden wegen dem Funkenwurf. Der Wind blies zu heftig. Aber die 130 Gäste, inklusive Teilen des Gemeinderates schienen einen sehr zufriedenen Eindruck zu machen, obwohl sie gründlich durchgepustet wurden und haben sich offensichtlich wohl gefühlt.

 

Das Klauenschneiden hat auch stattgefunden. Da es terminlich knapp war, haben wir alle 40 Kühe an einem Tag behandelt. Jede war im Klauenstand, meist nicht ganz freiwillig. Es gab ein ziemliches Stossen und Ziehen und deshalb haben weder Ion noch Christian an diesem Tag gefroren. Im Klauenstand wird die Kuh mit Gurten, die unter ihrem Bauch hindurch führen, gesichert, damit sie nicht umfallen kann. Danach wird vorne rechts und hinten links je ein Bein auch mit einer Gurte und mit Hilfe einer Winde hochgehoben und fixiert. Danach werden die beiden Klauen gleichzeitig mit 2 Winkelschleifern geschnitten, d.h. das Horn der Sohle wird gesäubert, zurück geschliffen und, wo nötig, wird auch die Stellung der Klaue korrigiert. Nachdem das mit den anderen Klauen auch gemacht wurde, wird die Kuh aus der "Haft" entlassen und geht dann selbstständig und erleichtert wieder zurück in den Stall. Pro Kuh dauert die Prozedur ca. 7 Minuten. Weil diese Arbeit aber dauernd in gebückter Stellung erfolgt, meldet sich der Rücken am Abend und auch noch am Tag danach schon noch etwas bei unseren Klauenschneidern.

6. - 12. Dezember 2021

Es ist kein Jahresende wie jedes Jahr, denn jetzt geht es in unser letztes Jahr auf dem Neuhof und bereits werden diverse Arbeiten ein letztes Mal getan. Vieles ist bezüglich der Bewirtschaftung im nächsten Jahr noch unklar, ausser dass der Betrieb auf Bio umgestellt werden soll. Zwar kennen wir jetzt das neue Pächterehepaar, aber weder sind die Verträge zwischen unseren Nachfolgern und Immobilien Basel unterzeichnet, noch ist die Bewirtschaftungsweise bekannt. Es wird Umbauten und Provisorien geben. Werden wir im nächsten Herbst die Silos nochmals mit Mais füllen oder haben wir das dieses Jahr ein letztes Mal gemacht? Täglich verfüttern wir momentan Mais und Zuckerrübenschnitzel. Wird das nächstes Jahr um diese Zeit noch der Fall sein? Es hängt davon ab, ob unsere Nachfolger dann auf dem Neuhof Milchkühe, Mutterkühe oder gar keine Kühe halten werden. Ein ähnliches Problem stellt sich bei den Legehennen. Bis Ende dieses Jahres müssten wir die Legehennen bestellen, die im Juli 2022 dann die alten ersetzen müssten. Die neuen Hennen würden aber mindestens 1 Jahr lang Eier legen, also über unsere Pachtzeit hinaus. Die neuen Pächter, bzw. das Pächterehepaar, müsste uns die Tiere dann Ende nächsten Jahres abkaufen. Sollten wir also eine spezielle Rasse kaufen? Biohühner? Braune? Weisse? und wie viele Tiere? Jede Woche tauchen neue Fragen auf und für einiges braucht es jetzt schon eine Entscheidung. Es ist eine spannende Phase, die auf uns zukommt und für uns auch eine völlig neue Situation. 2 x haben wir in unserem Leben einen Betrieb komplett aufgebaut, aber noch nie mussten wir einen Betrieb auflösen, bzw. an einen neuen Bewirtschafter übergeben, der mit einem anderem Label und anderem Betriebskonzept arbeitet. Wir starten also in einen neuen Lebensabschnitt mit vielen Unbekannten. 

 

Im Zentrum der nächsten Woche wird das Klauenschneiden bei unseren Kühen stehen. Dafür brauchen wir 2 Tage. Am Freitag gibt es ein Weihnachtsessen auf unserem Hof für 130 Personen. Es ist eine externe Veranstaltung mit der wir wenig zu tun haben. In der Hauptsache stellen wir dazu den Platz zur Verfügung. Normalerweise sind so grosse Veranstaltungen durch Externe auf unserem Hof ja nicht möglich. Aber für die Gemeinde Reinach machen wir eine Ausnahmen. Bleibt zu hoffen, dass das Wetter dann trocken ist!

29.11. - 6.12.2021

Viele Aussenarbeiten sind abgeschlossen. Deswegen geht es jetzt ans Putzen von Innenräumen. Das passt auch gut zum nassen und kalten Wetter. Es gilt den Milchraum zu putzen: Böden, Wände, Ablageflächen etc. Dann kommt der Kuhstall dran: Aufenthaltsbereich der Kühe, Fressbereich, Tränkebereich, Säulen, Wände (inklusive Wand des Melkstandes). Das meiste muss mit dem Spachtel abgekratzt werden, ein kleiner Teil kann mit dem Hochdruckreiniger bearbeitet werden. Ausserdem müssen wir wegen der Kälte die Fenster und Tore schliessen. Die Kühe stören sich zwar nicht an der Kälte, umso mehr aber der Melker und die Wasserleitungen könnten einfrieren.

 

Letzte Sonntag hatten wir schon den 1. Advent. Höchste Zeit den Weihnachtsstern auf dem Dach anzubringen und den bereits auf dem Hofplatz aufgestellten Tannenbaum zu schmücken.

 

3 Kälbchen werden uns verlassen. Momentan haben wir 6 Kälbchen im Stall.

 

Jetzt kommt auch wieder die Zeit für vertiefte Büroarbeit. Neben dem alltäglichen Kram ist damit auch die strategische Planung für unser letztes Jahr auf dem Neuhof gemeint, denn die Pachtübergabe will gut geplant sein.

22. - 28.11.2021

Wir haben ca. 2 km Waldränder, die unser Land begrenzen und gepflegt werden müssen. Ja, der Wald hat die unangenehme Gewohnheit ins Kulturland hineinzuwachsen oder, wenn er von einer Strasse begrenzt wird, seine Äste in diese hinaus zu strecken und den Verkehr zu behindern. Es ist nicht erlaubt, bis an den Waldrand zu pflügen. Ein 3 Meter breiter Grasstreifen muss das übrige Kulturland vom Waldrand trennen. So müssen wir fast jährlich die Waldränder zurückschneiden. Aufkommende Büsche und Bäume können üblicherweise zurückgedrängt werden, indem das Gras 2 - 3 Mal pro Jahr bis an die Waldgrenze gemäht wird. Dieses Jahr hat das aber wegen des nassen Sommers nicht gereicht. Vor allem Brombeeren und wilde Rosen haben sich ausgebreitet. Letzte Woche war Ion deshalb viele Stunden damit beschäftigt, dieses Gestrüpp mit Motorsäge und Motorsense zu entfernen. Auch diese Woche wird er noch einige Zeit damit verbringen, das Schnittholz wegzuräumen.

 

Bei den Hühnern muss das Stroh ausgewechselt werden, der Peugeot braucht Winterpneus und wenn die Zeit reicht, möchten wir noch einen Weihnachtsbaum für den Hofplatz besorgen.

 

Ausserdem sind auch diese Woche wieder Sitzungen angesagt.

15.11. - 21.11.2021

Im Garten neben den Schweinchen ist ein ziemlicher Wildwuchs entstanden in den letzten Jahren. Seit 10 Jahren ist da ein Nussbaum gewachsen. Das war zwar hübsch, machte aber die Wohnräume düster und er wuchs auch viel zu nah am Haus. Die Wurzeln drohten den Vorplatz zu beschädigen. Daneben hatte sich auch noch ein wilder Apfelbaum breit gemacht. Ausserdem war die Hälfte des verfügbaren Platzes zugewachsen mit Efeu und Brombeerranken. Christian und Ion nutzten also die vorhandene Zeit und rückten diesem Wildwuchs zu Leibe. Das gab (inklusive Wegräumen) 2 Tage Arbeit mit Motorsäge und Motorsense. Endlich wieder Licht und Platz!

 

Diesen Winter wird es noch einiges mehr an Aufräumarbeiten geben. Allerdings wollen wir bei Dächern und Fassaden erst abklären, ob alles weg muss oder ob es sinnvoller ist, aus ökologischen Gründen einen Grünanteil zu belassen.

 

Diese Woche werden auch die "normalen" Hecken und Büsche rund um Hof und Gärten geschnitten.

 

Diese Woche wird Christian 2 Jahresversammlungen besuchen, die wieder physisch stattfinden. (IP - Suisse und Swissgranum).

 

 

8. - 14. November 2021

"Nachhaltig" ist seit einiger Zeit ein Allerweltswort. Ursprünglich stammt es aus der Forstwirtschaft und meinte, dass nicht mehr Holz gefällt werden darf, als wieder nachwachsen darf. In der Landwirtschaft verstehen wir darunter, dass wir unsere Höfe so nutzen wollen, dass wir sie mit gutem Gewissen an die nächste Generation weitergeben können. Also beispielsweise keine Übernutzung des Bodens, Pflege des Gewachsenen etc. Es beinhaltet die Biodiversität, das Klima, aber auch, dass ein Hofnachfolger eine wirtschaftliche Existenz aufbauen kann. Dabei ist das, was ökologisch sinnvoll ist, in unserem Wirtschaftssystem leider oft unrentabel, weil diese Werte nicht über die Produkte des Hofes entschädigt werden können. Hier springt der Staat mit Direktzahlungen ein. Der Landwirt ist dabei frei in dem, was er tun will oder eben auch nicht. Da, wo er sich ökologisch engagieren will, locken solche Zahlungen und helfen ihm sein Einkommen zu sichern. 

Auf diesem Feld haben wir beispielsweise immer 3 Streifen Weizen gesät und dazwischen eine Lücke gelassen. Es handelt sich um ein Förderprogramm des Kantons, um bessere Lebensbedingungen für Feldhasen und Lerchen zu schaffen. Es gibt dafür Direktzahlungen pro ha. Gleichzeitig engagieren sich aber auch private Organisationen wie Bio - Suisse oder in unserem Fall die IP-Suisse, die sich für den Landwirt um die Vermarktung der preislich etwas teureren Produkte kümmern, wenn sich dieser dazu entschliesst beispielsweise Biodiversitätsflächen anzulegen. Der Landwirt erhält dafür von der IP - Suisse einen höheren Weizenpreis (Fungizide und Insektizide sind bei uns nicht erlaubt). Zu guter Letzt hilft uns der örtliche Vogelschutzverein die ökologisch wertvollen Flächen zu schützen, indem er das Feld einzäunt, um vor allem die Hunde fernzuhalten. Es ist ein Zusammenspiel von den Bedürfnissen des individuellen Landwirtschaftsbetriebes, dem Bund, Kanton und Label- und anderen Organisationen, das neben der vielen gesetzlichen Vorschriften, auf Freiwilligkeit beruht und durch ein gegenseitiges Geben und Nehmen zu mehr Biodiversität führt. Dabei ist ein ständiger Austausch innerhalb und zwischen den einzelnen Intressengruppen immens wichtig. Christian ist Vorstandsmitglied bei der IP - Suisse und engagiert sich somit für Biodiversität. Nächste Woche ist Jahresversammlung in Langnau. Beim Kanton ist er in der Ökokommission. Dort wird nächste Woche über Landschaftsqualitätsanforderungen und die dazu gehörigen Beiträge diskutiert.  Und mit dem Vogelschutzverein diskutiert Christian über weitere wünschenswerte Verbesserungen, z.B. die Vernetzung des östlichen Teils des Betriebes.

1. - 7. November 2021

Jetzt, da das schöne und milde Herbstwetter vorbei ist, beenden wir den Weidebetrieb. Der Boden trocknet nicht mehr genügend ab und würde durch das Getrampel der Kühe kaputt gehen. Der Weidezaun wird abgebaut und über den Winter versorgt werden. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Der Vogelschutzverein Reinach hat wieder angefragt, ob er schützenswerte Flächen auf unserem Betrieb einzäunen dürfe. Wir sagen da natürlich nicht nein und stellen das Material dazu zur Verfügung. Es geht vor allem darum, Hunde und Menschen daran zu hindern in die Felder hinein zu laufen. Sie sollen auf den Wegen bleiben. Dafür gibt es einige Gründe:

  • Hasen, Rehe und andere Wildtiere erleiden Todesangst, wenn ihnen Hunde hinterher rennen und verlieren dabei gerade in der kalten Jahreszeit viel Energie.
  • Im Frühjahr sind dann die Vogelbruten gefährdet.
  • Äste und grössere Holzstücke, welche die Hunde in die Felder tragen und dort liegen lassen, beschädigen Maschinen und hindern uns dadurch später daran, Erntearbeiten rechtzeitig auszuführen.
  • Ebenso ärgerlich ist das Graben von Löchern. 

Hunde haben also grundsätzlich nichts auf den Feldern zu suchen. Mit einem Zaun entlang den Wegen wird das zum Ausdruck gebracht. Es hilft. Es sind tatsächlich dann nur noch wenige, die diese Absperrung nicht zur Kenntnis nehmen wollen und die Äcker sind so viel besser geschützt. Es ist schade, dass es diese Massnahmen überhaupt braucht. Nun: Gestern Montag haben ein paar Freiwillige Vogelschützler aus Reinach und Aesch den Zaun installiert.

 

Ion ist gestern mit dem Waschen aller Maschinen fertig geworden. Sie müssen nun noch kontrolliert und z.T. auch repariert werden und stehen dann im Frühjahr zum nächsten Einsatz bereit.

 

Fasnacht scheint es auch wieder zu geben im nächsten Jahr. Es kommen auch wieder viele Anfragen für Wagenbauplätze. Leider sind wir aber voll ausgebucht.

25. - 31. Oktober 2021

Wunderschönes Herbstwetter, wie man es sich nicht besser wünschen kann, das war der Rahmen für das diesjährige Saat- und Erntefest. Entsprechend gross und höchst erfreulich war der Aufmarsch der Besucher. Weil alles draussen stattfand, konnten auch die Coronaregeln gut eingehalten werden. Schon bald mussten zusätzliche Tische und Bänke aufgestellt werden. Zunächst waren die Temperaturen beim Apéro noch etwas kühl. Aber beim anschliessenden ökumenischen Gottesdienst waren die Temperaturen schon angenehm warm. Zur Saat des neuen Getreides wurden 150 Portionen Saatweizen in IP - Suisse - Mützen ausgegeben, mit je ca. 600 Gramm Samen. So haben wir gemeinsam ca. 25 a Weizen gesät. Nun musste die Saat noch eingearbeitet werden. Das geschah heute Montag mit Traktor und Kreiselegge. Zum Keimen brauchen die Samen die Feuchtigkeit der Erde.

 

Zurück auf dem Hof haben wir gemeinsam gegessen. Es gab Wurst und Brot. Letzteres wurde aus der Ernte des letztjährigen Säens gebacken. 

 

Viele Besucher kommen schon seit Jahren und säen mit uns zusammen den Weizen. Der Gottesdienst, das Säen und nachher das Essen des Brotes spricht viele Familien mit Kindern an, aber auch viele ältere Menschen, bei denen Erinnerungen geweckt werden oder die auf der Suche nach etwas Sinnhaftem sind.

 

Die Nachmittagssonne schien wunderbar warm und auch wir selbst konnten noch das Zusammensein mit Freunden geniessen. Danach ging es ans Aufräumen, was auch noch einen Teil des Montags beansprucht hat. 

 

Übrigens war das Birsstadtfernsehen (regioTVplus) auch dabei und ab Montagabend kann ein Teil im Birsstadt TV Reinach nachgeschaut werden oder hier auf youtube 

18. - 26. Oktober

Eine Kuh frisst bei uns 5 - 6 kg Zuckerrübenschnitzel pro Tag. Das sind 70 Tonnen Zuckerrübenschnitzel, die unsere Kühe pro Jahr benötigen - nebst dem Silomais, der Grassilage etc. Die Schnitzel sind ein nahrhaftes und preisgünstiges Futter. Dieses Abfallprodukt aus der Zuckerherstellung kann so sinnvoll verwertet werden und muss nicht anderweitig entsorgt werden.

 

Diese Woche hätte eine erste Lieferung von 25 Tonnen erfolgen sollen. Zu unserer Überraschung wurden aber gleich die ganzen 70 Tonnen geliefert. Es fuhren drei 40 - Tönner vor, die je 25 Tonnen Zuckerrübenschnitzel geladen hatten. Diese grosse Menge zu entladen und in die Silos in der Scheune zu verräumen gab sehr viel Arbeit und brachte unser ganzes Wochenprogramm durcheinander, denn:

  • Die zweite Hälfte des Weizens muss noch gesät werden
  • Der Tierarzt kommt zur monatlichen Herdenkontrolle
  • 7 Kühe müssen geputzt und zur "linearen Beschreibung" vorgeführt werden. Diese externe Beschreibung des Tieres dient neben anderen Merkmalen zur Beschreibung des Zuchtwertes eines Tieres. 
  • 2 Rinder, die sich auf dem Aufzuchtbetrieb in Seewen befinden bekommen bald ihr Kälbchen und müssen deshalb nach Hause geholt werden
  • Für das Saat- und Erntefest dieses Wochenende muss noch einiges organisiert werden. Das Fest ist spät im Jahr und es wird schwierig gewisse Dekomaterialien (Mais, Sonnen- oder andere Blumen) zu beschaffen. Etwas leichter ist es mit schön gefärbtem wilden Wein, Efeu oder Kürbissen. Gar nichts geht bei Trauben oder Quitten, deren Blüten bei uns dieses Jahr erfroren sind. Dann braucht es noch Tische, Bänke, Feuerschalen, es wird gebacken.....und das ganze Säen muss noch organisiert werden. So wird uns diese Woche nicht langweilig werden und sie wird rasch vorbeigehen.

 

 

11 - 17. Oktober 2021

In 2 Wochen findet bei uns das Saat- und Erntefest statt. Das Feld zur Saat ist bestimmt, diverse Absprachen mit der reformierten und katholischen Kirche getroffen, Tischgarnituren bei der Gemeinde bestellt etc. Auch schönes Wetter ist bestellt. Allerdings sind momentan ja  die Lieferfristen allgemein ziemlich verzögert..........

 

Wir säen jetzt den Weizen. Noch ist nicht alles Saatgut da, weil dessen Bereitstellung wegen der späten Ernte verzögert war. Aber die Hälfte können wir diese Woche säen, der Rest wird, so hoffen wir, in der nächsten Woche geliefert. Dieses Jahr säen wir 7600 kg Weizenkörner und hoffen damit 150 Tonnen Weizen ernten zu können.

 

Die letzten Siloballen werden nächste oder übernächste Woche gemacht. Das hängt vom Wetter ab. 

 

Im Stall gibt es jetzt 4 Kälbchen, davon ein Zwillingspärchen (Bei ca. 50 Geburten im Jahr haben wir ein- bis zweimal Zwillinge.). Die Neugeborenen sind wohlauf und tollen bereits in ihrem Stall herum. Für die Mutter, Ximena, ist nicht nur die Geburt von Zwillingen ein Stress, sondern auch die gesamte Tragzeit, sind doch die Kälber bei der Geburt je 35 kg schwer. Ximena ist etwas müde, aber wohlauf.

4. - 10. Oktober 2021

So um den 1. Oktober wird bei uns Gerste gesät. Das Wetter hat es tatsächlich zugelassen, dass wir zu diesem Zeitpunkt, letzten Freitagnachmittag und - abend, 6,5 ha einer Mischung aus Gerste und Proteinerbsen (für Viehfutter) säen konnten. Auch für den Roggen ist Anfang Oktober ideal. So konnten wir letzten Samstag 10 ha Roggen säen. In der Nacht auf Sonntag, den 3. Oktober kam es dann zum Wetterumschwung und jetzt haben wir ein paar Tage Regen. Das sind ideale Startbedingungen für die neue Saat und ein guter Grundstein für eine erfolgreiche Ernte im neuen Jahr. Dies gelingt nicht immer so gut und wir sind sehr zufrieden. Ende dieser Woche oder Anfang nächste Woche beginnt dann die Weizensaat. Wie schon erwähnt, ist dieses Jahr die Bodenbearbeitung besonders schwierig, weil der Boden infolge der vielen Niederschläge dieses Sommers stark zusammengepresst wurde und die nachfolgende Trockenperiode die Erde steinhart werden liess. Aber die Vorbereitung der Felder ist schon weit fortgeschritten. Alle wurden gepflügt und sind z.T. auch schon einmal geeggt worden. Es sollen ca. 25 ha Weizen gesät werden. Für die Weizensaat haben wir ein grösseres Zeitfenster. Weizen kann bei uns ab Mitte Oktober bis Ende Jahr gesät werden. 

 

Die Weidesaison geht langsam zu Ende. Es wächst nicht mehr so viel Gras nach und nach dem Regen trocknet es auch nicht mehr so schnell ab, so dass mehr Trittschäden entstehen. Unsere Kühe sind aber gerne draussen und geniessen die Herbstsonne bei Temperaturen, die für sie viel angenehmer sind als ein heisser Sommer. 

 

Dank den Niederschlägen bleibt uns etwas Zeit um aufzuräumen und zu putzen, d.h. im Laufhof und auf dem Triebweg zur Weide den Mist abzuschieben, in der Scheune Futterreste, Staub und Erde zusammenzufegen, die Liegeboxen der Kühe frisch einzustreuen etc.

 

Letzten Samstag wurde endlich ein neues Kälbchen geboren und ein zweites wird in den nächsten Tagen folgen.

27.9.21 - 3.10.21

Wir säen unser Getreide Ende September bis Ende Oktober. (Bei schlechten Wetterbedingungen kann es aber auch mal passieren, dass der Weizen erst im Dezember gesät wird.) Wir sind also täglich daran, unsere Felder für die Saat vorzubereiten., sofern es das Wetter erlaubt. Damit meinen wir das Pflügen oder alternativ dazu das Grubbern, denn gepflügt wird nur noch dort, wo es absolut notwendig ist, also dort, wo viele Ernterückstände vorhanden sind. Beispiele dafür sind z.B. eine Wiese, wo es noch viele Grasbüschel gibt oder ein Maisfeld, wo wir noch viele Storzen haben. Da müssen solche Rückstände tief im Boden vergraben werden. Das Pflügen ist zeitaufwändiger als das Grubbern, weil der Pflug viel mehr Kraft braucht  als der Grubber. Ausserdem wird durch die tiefe Bodenbearbeitung (20 - 30 cm tief) mehr CO2 freigesetzt als mit dem Grubber. Die meisten Felder werden darum nach der Ernte nur oberflächlich mit dem Grubber bearbeitet. Dieser gräbt seine vielen Zinken nur 5 - 10 cm tief in die Erde, reisst das vorhandene Unkraut aus oder schneidet es ab und hinterlässt krümelige Erde, die es braucht für die neue Saat. 

 

Die Hügel bei der Baustelle sind abgegrast und unsere Galtkühe wieder zuhause. Für die nächsten Tage erwarten wir wieder ein paar Geburten. Der Kälberstall war zum Leidwesen der Besucher etwa 3 Wochen leer.

 

Christian wird in dieser Woche seine Aktivitäten auf dem Hof dreimal für Führungen mit Kindergruppen und zweimal für Sitzungen am Landwirschaftlichen Zentrum Ebenrain (LZE) in Sissach unterbrechen.

20. - 26. September 2021

Heute Dienstagmorgen war die Tierärztin da, wegen einiger gynäkologischer Untersuchungen. Zusätzlich musste eine Kuh noch wegen einem Abszess am Oberschenkel des Hinterbeines behandelt werden. Die Geschwulst war so gross wie ein Fussball, aber zum Glück abgekapselt und deshalb nicht gefährlich für das Tier. Für die betroffene Kuh dürfte es am Ende eine Erleichterung sein, aber die Öffnung des Abszesses und das Ablaufen der 2 Liter Flüssigkeit wurde zu einer unappetitlichen, eitrigen und stinkenden Affäre. Die dabei entstandene Höhle muss nun täglich 2 Mal mit dem Wasserschlauch gespült werden.

 

Bei der Baustelle des Vollanschlusses Aesch haben wir schon zweimal das Gras gemäht, das auf den Humusdepots wächst. Jetzt ist es wieder nachgewachsen und wir erstellen dort einen Zaun. Morgen werden gleich 5 Kühe "trockengestellt", d.h. sie werden nicht mehr gemolken, bis sie kalben. Wir nennen die Kühe, die sich in dieser Phase befinden "Galtkühe". Sie dürfen ab morgen Mittwoch auf diesen Humusdepots grasen.

 

Morgen Mittwoch werden wir auch unseren Mais silieren. Dann werden wir auch erkennen, wie gross der Schaden ist, den die Dachse im Maisfeld angerichtet haben. Und es trifft sich gut, dass das 2. Hochsilo, das mit Maissilage gefüllt war, soeben leer geworden ist und es so Platz gibt für die neue Maisernte. Wir mussten noch die Silofräse, mit der der Mais entnommen wird, vom 2. zum 3. Hochsilo hinüber wechseln. Diesen letztjährigen Mais braucht es noch, bis der neue Mais im Silo fertig vergoren ist. Es ist eine Milchsäuregärung, so wie beim Sauerkraut. Dadurch wird der Mais haltbar. Das gleiche passiert übrigens auch in den Ballen, die mit Plastikfolie umwickelt sind. Sie enthalten angewelktes Gras, das darin zu Grassilage vergärt. Somit besteht der grösste Teil des Futters, das unsere Kühe jahrein jahraus fressen aus Gras - und Maissilage.

13. - 19. September 2021

 

 

 

Das Fussbalfest ist vorbei. Es war trocken und deshalb entstand kaum Schaden auf dem Land, das für Parkplätze genutzt wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

Allerdings haben die 4 Wochen ohne Regen den Boden stark ausgetrocknet. Er ist so hart, dass es Schwierigkeiten beim Pflügen gibt. Der Pflug kommt kaum in den Boden und springt immer wieder oben hinaus. Ist er also in der Erde, so ist es sehr schwierig ihn in der richtigen Höhe zu führen. Entweder zieht es ihn zu tief rein und dann dreht der Traktor an Ort durch oder der Pflug springt oben raus und die Erde wird nicht richtig gedreht. Die Höheneinstellung des Pfluges muss also ununterbrochen reguliert werden, ebenso muss ständig die Geschwindigkeit angepasst werden. Hinzu kommt noch die häufige Richtungsänderung am Steuerrad. Dabei ist der Blick zu 95 % nach hinten gerichtet, um rechtzeitig auf das Verhalten des Pfluges reagieren zu können. Nach ein paar Stunden ergibt das einen völlig verkrampften Gummihals.....Bei normalen Verhältnissen regulieren sich all diese Einstellungen selbst und das Pflügen wird zur angenehmen Arbeit mit Klimaanlage, Radio etc. Auch die Flächenleistung ist dann mindestens doppelt so hoch. Dieses Jahr hat sich wohl die Erde mit dem vielen Regen verdichtet und ist dann durch die Trockenheit richtig zusammengepappt. Wie wir früher schon erwähnt haben ist die Trockenheit ein Reinacher Phänomen. In den Nachbargemeinden regnet es oft mehr.

 

Der Mais ist bald erntereif und um den 20. September herum werden wir ihn häckseln und in die Silos füllen. Dazu müssen diese noch vorbereitet werden. Das bedeutet: Reinigen, Sickerschächte zudecken (damit der Mais da nicht reinfällt), Einstiegsluken verschliessen, Wände mit Folien abdecken und Befüllrohre einrichten.

 

Es sind wieder vermehrt Führungen auf dem Programm. Letzte Woche waren es 2 Führungen mit Kindern und 1 Führung nur mit Erwachsenen. Mit Erwachsenen über die Herausforderungen der Landwirtschaft zu diskutieren ist spannend. Aber auch die Begegnung von Kindern mit Tieren ist immer dankbar, weil sich die Kinder in der Regel immer sehr freuen über Hühner, Kälbchen etc.

6. - 12. September 2021

Manchmal ist bei uns viel Ausdauer gefragt: Am Freitagabend ist der Druckschlauch bei unserem Hochdruckreiniger im Stall geplatzt. Wir brauchen das Gerät täglich morgens und abends um den Melkstand etc. zu reinigen. Natürlich wurde Christian nass, aber das eigentliche Problem war natürlich, wie so oft, der Zeitpunkt: Es war der Abend vor dem Wochenende. Wir würden bis nächste Woche auf einen neuen Schlauch warten müssen. Also holte Christian den sehr schweren Hochdruckreiniger vom Waschplatz hinten bei den Hochsilos. Dieser hat ein Warmwasserprogramm und wird normalerweise zum Waschen der Maschinen verwendet. Leider passte aber dessen Kabel nicht. Also hat Christian dieses gewechselt. Danach fiel aber immer wieder die Sicherung raus. Also: Zurück auf Feld 1: Zum Glück stand irgendwo noch der Vorgänger des Warmwassermodells. Da funktionierte zwar das Warmwasser nicht mehr, dafür aber der Rest. Folglich hat Christian auch hier alles eingerichtet und ausprobiert und siehe da: Es funktionierte.......Aber leider nur für 10 Sekunden. Danach platzte auch bei diesem Modell der Druckschlauch.........Also Ende der Übung. Der neue Schlauch ist bestellt und bis dieser eintrifft wird halt alles mit einem normalen Wasserschlauch gewaschen.

 

Am Wochenende vom 5. September hat der Reinacher Fussballclub sein 100 - jähriges Bestehen gefeiert. Trotz Corona waren 1000 Besucher zugelassen. 250 Autos durften bei uns auf der Weide gleich hinter der Scheune parkieren. Zuvor mussten wir also noch das Feld mähen und Siloballen machen. Danach haben wir die Weide hinten geöffnet für die Zu - und Wegfahrt und in der Mitte eine Abtrennung erstellt, damit die Autos geordnet parkiert werden. Bei diesem trockenen Wetter dürfte die Weide nicht allzu stark beschädigt worden sein.

23. - 29. August 2021

Uuups, es ist bereits Samstag, der 28. August. Wir sind im Verzug mit dem Blog! Schuld sind ein paar freie Tage, die wir uns ab letzten Sonntag genommen haben.

 

Im Moment beschäftigen uns die Rotationsbrachen, die sich im 2. Jahr befinden. Sie haben sich in diesem Sommer ständig verändert. Hier sind Bilder, die vom gleichen Feld stammen. Sie wurden im Mai, Juni, Juli und August aufgenommen.

Das gleiche Feld blüht im Mai wunderschöne rot und blau, wechselte im Juni zu vorwiegend Weiss und ging dann im Juli zu einem starken Gelb über. Im August aber blühte es dann unerwartet und stark wieder weiss. Der Grund dazu ist ein unerfreulicher: Es handelt sich um einen Neophyten: das gemeine Berufskraut. Dieses hat sich in den letzten Jahren enorm ausgebreitet, nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in Privatgärten, den Strassen und Bahngeleisen entlang und in Wiesen und Weiden. Die Landwirtschaft, aber auch der Kanton, die Gemeinde und Private sind in der Pflicht, diesen Neophyten zu bekämpfen. Deshalb können wir unsere Brachen nicht wie geplant noch ein Jahr stehen lassen, sondern müssen sie umpflügen. Die Samen des Berufskrautes bleiben bis zu 5 Jahre keimfähig. In unserer Fruchtfolge ist das nicht so dramatisch, weil Getreide, Mais oder Gras den Boden rasch und dicht bedecken und das Berufskraut deshalb nicht wächst. In unserer Fruchtfolge ist es also möglich, das Kraut während der nächsten 5 Jahre durch andere, sich abwechselnde Kulturen zu unterdrücken. Aber: Unser ganzer Anbauplan kommt dadurch durcheinander. Weil die Brachen früher umgepflügt werden, muss eine Nachfolgekultur gesucht werden, die in der Anbaufolge zu den anderen Feldern passt. Raps würde sich eignen. Dieser ist sehr gesucht und die Preise dafür sind gestiegen. Aber er ist sehr intensiv in der Pflege. Leider hat man da noch nicht so grosse Zuchterfolge wie beim Getreide erzielen können und ein Anbau dieser Pflanze geht kaum ohne Insektizide, Fungizide und hohe Düngergaben. Weil wir aber schon seit vielen Jahren auf dem ganzen Betrieb keine Insektizide oder Fungizide mehr eingesetzt haben, möchten wir jetzt nicht wieder damit beginnen. Deshalb werden wir wieder einmal Proteinerbsen (Viehfutter) in die Fruchtfolge einbauen.

16. - 22. August

Für die Baustelle des Vollanschlusses Aesch befinden sich die Humus- und Kiesdepots auf unserem Land. Drei Mal pro Jahr müssen wir diese mulchen, damit keine zu starke Unkrautverbreitung stattfindet. Ebenso werden damit Neophyten bekämpft. Soeben haben wir diese Arbeit wieder erledigt:

Mitte 2022 soll der Vollanschluss Aesch - Nord fertiggestellt sein. Dabei werden natürlich auch die Depots aufgehoben, so dass diese Arbeit dann nicht mehr anfällt. Darüber sind wir nicht unglücklich, denn unser Aufwand wird zwar bezahlt, ist aber doch ziemlich gross.

 

Die Stoppelfelder des abgeernteten Getreides sind jetzt alle ein erstes Mal bearbeitet. Somit sind wir nach dem verregneten Sommer und nach der stark verspäteten Ernte mit unserer Feldarbeit  nur noch 14 Tage in Verzug mit den Vorbereitungen für die Herbstaussaat. Dafür musste dieses Jahr allerdings ein gewaltiger Effort geleistet werden. 

 

Diese Woche ist es wieder an der Zeit rund um den Hof das Areal in Ordnung zu bringen. Zum gefühlten 10. Mal werden das Hofareal, der Hühnerhof und die Wegränder der Hofzufahrt und der Spazierwege gemäht. In "normalen" Jahren entfällt diese Arbeit oft im Juli und August, weil es bei uns dann so trocken ist, das nichts mehr wächst. Dieses Jahr ist also wirklich aussergewöhnlich.

9. - 15. August

 

 

 

 

Endlich ist auf den abgeernteten Getreidefeldern Bodenbearbeitung möglich. Vorher wird auf eines der Felder noch Mist ausgebracht.

 

 

 

 

 

Nachdem wir letzte Woche wegen des Regens die Arbeiten unterbrechen mussten, können wir diese Woche mit der Grassaat weiterfahren. 

Ausserdem muss Gras gemäht werden: Die Grasparzelle bei der Landi kann bereits ein drittes Mal geschnitten werden. Anders sieht die Lage bei einigen Öko Grasstreifen aus. Diese dürfen bei unserem Talbetrieb erst ab dem 15. Juni gemäht werden. Wir sind bis heute nicht dazu gekommen und wollen das endlich nachholen. Die wenigen kostbaren Sonnentage mussten für anderes genutzt werden, denn das Ökoheu ist für unsere Milchkühe nicht besonders wertvoll, da es nicht so viele Nährstoffe enthält. 

 

Im Weiteren müssen die Hecken, die wir im letzten Herbst gepflanzt haben, ein zweites Mal von Hand ausgemäht werden, damit die Pflanzen nicht vom Gras erdrückt werden. Ebenfalls von Hand, bzw. mit der Motorsense, müssen wir die Humus- und Kiesdepots bei der Baustelle für den Vollanschluss Aesch mähen. Da, wo es flach ist, können wir das beim Schlatthof ausgeliehene Mulchgerät an den Traktor anhängen und damit die Pflanzen mulchen.

 

Manchem Spaziergänger sind vielleicht schon die umgedrückten Maisstängel aufgefallen. Hier waren Dachse am Werk. Nach vielen trockenen Jahren haben wir dank des vielen Regens endlich einmal schönen hohen Mais mit grossen Maiskolben (auf unserem trockenen Land ist es ja auch keine Selbstverständlichkeit, dass der Mais überhaupt Kolben macht). Das dürfte auch diesen nachtaktiven Tieren aufgefallen sein. Sie drücken die Stängel um und fressen die Kolben. Wir werden also diese Woche den Grasstreifen zwischen dem Mais und dem Waldrand mähen, damit der Jäger freie Sicht hat, wenn der Dachs sich fürs Abendessen ins Maisfeld schleichen will. Das ist schade, aber Elektrozäune nützen da nicht so viel wie bei den Wildschweinen.

2. - 8. August 2021

Der verregnete Sommer ist bei uns ein Dauerthema. Ist ein trockener Tag angesagt, kommt Hektik auf. Letzten Dienstag getrauten wir uns, während einer Regenpause die Hälfte des Grases beim Sonnenhof zu mähen. Wir wagten es nicht, gleich alles zu mähen, da das Risiko, dass es uns alles verregnet, zu gross war. Es war aber gleichzeitig die letzte Möglichkeit zu mähen, bevor das Gras zu alt und an Qualität verlieren würde. Wir hatten Glück: Schon am gleichen Abend war das Gras gut angewelkt und wir konnten Siloballen wickeln lassen, die nach einer Gärzeit von optimal 3 Wochen eine gute Silage enthalten dürften. Zusätzlich haben wir an diesem Tag das Feld hinter dem Wald, wo das Roggenstroh bereits abgeräumt war, gegrubbert, d.h. den Boden gelockert und damit das aufkommende Unkraut ausgerissen. In der Nacht und am Morgen danach regnete es bereits wieder und beim Heimholen und Abladen der Ballen gab es etwas Morast, wobei wir mit unseren Kiesböden ausgesprochenes Glück haben. Andere Landwirte würden viel tiefer im Morast versinken. Am Donnerstag gab es die nächste Regenlücke: Es war möglich die 2. Hälfte des Grases zu mähen (10 ha) und auch hier gute Qualität nach Hause zu bringen. Zusätzlich mussten die 14 ha Stroh, die seit der Ernte vor einer Woche verregnet wurde, gezettet werden, damit sie besser trocknen konnten. Zum Glück kam nebst der Sonne noch etwas Wind auf, so dass das Stroh zu Ballen gepresst und heim geführt werden konnte. Das war ein langer Arbeitstag. Für den Laien: Stroh (also die Getreidehalme) wird für die Einstreu verwendet und in der Regel nicht als Viehfutter. Es erträgt ein Verregnet werden daher besser als Heu. Nur muss es beim Einbringen natürlich ganz trocken sein, damit es nicht schimmelt.

 

Nach der Ernte ist vor der Ernte. Die Pläne, wo was wieder angesät werden soll, sind natürlich schon längst gemacht. Auf dem Feld, das am Dienstag gegrubbert wurde, haben wir am Freitag begonnen Gras anzusäen. Dieses soll hier für die nächsten 3 Jahre wachsen. Aber leider ging es auch hier nicht ohne Unterbruch. 1/3 war gesät und das Anwalzen mit dem 2. Traktor und der Cambridgewalze gerade angefangen, als sich schon wieder eine kleine, aber heftige, Gewitterzelle über uns entlud und wir mit allem Arbeitsgerät unter Dach flüchten mussten. Dabei gab es sogar noch eine kleine Überschwemmung in der Scheune. Die Arbeit auf dem Feld ruht nun. Wenn die Wetterprognosen stimmen, können wir eine weitere Woche lang nichts machen. Wir können uns nicht erinnern, dass es schon ein Jahr gab, seit wir auf dem Neuhof sind, wo es erst im August möglich war, neues Gras anzusäen. Üblicherweise leiden wir hier ja eher unter grosser Trockenheit und müssen das Gras deshalb sogar mehrmals ansäen. Dieses Jahr kämpfen wir mit dem Gegenteil. Frühestens am 10. August werden wir das erste Feld mit Gras angesät haben.

 

Aber nicht alles ist negativ! Bei diesen vielen Niederschlägen haben wir wunderbare Grasernten und auch der Mais entwickelt sich sehr gut. Normalerweise müssen wir hier bei beidem grosse Einbussen in Kauf nehmen, eben wegen unserem trockenen Klima, und weil das Wasser rasch in unseren Kiesböden versickert.

26. Juli - 1. August 2021

Nach 14 Tagen Regen oder in vielen Teilen der Schweiz sogar grossen Unwettern und Starkregen, hatten wir letzte Woche gerade mal 4 Tage Zeit, um die ganze Ernte einzubringen. Das war mit grosser Hektik verbunden. Ab dem Dienstag war der Mähdrescher im Dauereinsatz. Unsere Mitarbeiterfamilie war in Moldawien, wo eifrig Hochzeiten nachgeholt wurden, während unsere Familie und Bekannte Christian unterstützten. Trotzdem musste dieser seine Erntearbeiten jeweils unterbrechen, um die Kühe zu melken. Glücklicherweise funktionierte aber immerhin der Mähdrescher in seinem 44. Altersjahr einwandfrei, sogar ohne Seitenverschalung. Denn diese wurde abgerissen, weil Christian an einem Absperrgitter bei der Sportplatzbaustelle mit dem Mähdrescher hängen blieb. Die Verschalung werden Ion und Christian später wieder reparieren und montieren.

 

Die Ernte war dieses Jahr eine grosse Herausforderung. Es war schwierig, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Beim Start war das Getreide noch nicht richtig trocken. Sollte man nun dreschen oder 1 - 2 Tage zuwarten, um die hohen Trocknungskosten zu sparen? Wie lange würde das Wetter sonnig und trocken bleiben? Die Wetterprognosen sind diesen Sommer sehr unsicher. Würde das gute Wetter also wirklich bis Samstagabend trocken bleiben, wie mehrmals in den Wetterprognosen angekündigt? Wie schnell würde das Dreschen vorangehen? Würde zuerst wie gewohnt der Roggen reif sein und danach der Weizen? Da half nur Ausprobieren und hier wie da mal kurz mit dem Mähdrescher reinfahren. Und siehe da: Der Weizen war weiter als der Roggen und leider hatte schon der Keimvorgang bei den neuen Weizenkörnern eingesetzt. Also schlechte Qualität und nur noch als Futterweizen verwendbar und somit auch eine finanzielle Einbusse. 

 

Es gab auch logistische Probleme, weil nach der langen Regenperiode alle Landwirte gleichzeitig mit der Ernte loslegen wollten. Für den Roggen brauchten wir beispielsweise 4 Mulden. Diese fassen ca. 20 Tonnen Getreide und werden per Camion gebracht und an den Feldrand gestellt, von wo sie dann später abgeholt und nach Solothurn gebracht werden. Aber eine Mulde konnte erst einen Tag später als gewünscht geliefert werden. Es kam aber nicht in Frage, mit dem Dreschen einen Tag länger zuzuwarten. Unterdessen hatte auch der Wetterbericht geändert: Die Gewitter würden einen Tag früher einsetzen. So wurden zwei eigene Wagen mit Roggen gefüllt. Die restlichen 10 ha Weizen wurden dann Freitag noch gedrescht, von 10 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Einen Unterbruch gab es nur fürs Melken. Wie üblich war es enorm heiss und staubig auf dem alten Mähdrescher. Nach dem Dreschen galt es dann noch am Freitagabend die Wagen voller Weizen heim zu holen und ebenso den Mähdrescher und andere Maschinen unters Dach zu stellen. Und tatsächlich: Am Samstagmorgen um 5 Uhr setzte schon der Regen ein. Weil auch der Lohnunternehmer wegen der vielen Anfragen überfordert war, blieben bei uns 14 ha Stroh am Boden liegen und wurden nun nass. So wie es aussieht, könnte es noch 10 Tage dauern, bis wir es pressen können. Aber wir sind glücklich, dass das Getreide geerntet ist. Inzwischen versuchen wir diese Woche etappenweise etwas Gras zu silieren. 

 

Mit den beiden Wagen voller Roggen und dem Traktor wollte Christian nicht nach Solothurn fahren (2 1/2 h Fahrzeit). So wurde halt diesen Montag der Roggen aus den beiden Wagen in die mittlerweile eingetroffene 4. Mulde umgeschaufelt. 

19. - 25. Juli

Letzte Woche haben wir tatsächlich Personen über den Hof gehen sehen, die Wollmützen trugen! Nun hat es wohl unglaublich lange und viel geregnet, aber richtig kalt war es nicht. Aber: Ab jetzt werden uns 5 Tage schönes Sommerwetter prognostiziert! Da muss unser Mähdrescher laufen was das Zeug hält! Zuerst müssen mal der Boden und die Körner abtrocknen, was einige Geduld brauchte. Am Sonntag war es noch nicht so weit. Zu hoher Feuchtigkeitsgehalt. Jetzt am Montagmittag ging es aber los. Die Trockenheit ist immer noch nicht optimal, aber das Getreide muss gedroschen werden. Ab Samstag soll es gewittrig werden.

 

 

Da, wo das Getreide am Boden liegt, ist die Gefahr am grössten, dass der Keimvorgang der Körner einsetzt, wenn es wieder regnet. Das Getreide "wächst aus" wie wir sagen und es kann dann nicht mehr als Brotgetreide verwendet werden. Es wird dann zu Futtergetreide und wir haben einen Wertverlust von 20 - 30 %. Zum Glück haben wir bis jetzt nur wenig Lagerfrucht.

Die neuen Hühner fühlen sich sehr wohl und nach 1 Woche Angewöhnungszeit durften sie auch schon auf die Weide. Nach 10 Tagen liegt die Legeleistung bereits bei 50 %. Von den 500 Hühnern gibt es also schon 250 Eier. Es dauert etwa 4 Wochen, bis alle Hühner legen und die Eier auch Normgrösse haben. Unsere Eierkunden fragen uns, warum im Kühlschrank plötzlich kleinere Eier sind (die aber auch nur 40 Rappen das Stück kosten) und möchten gerne grössere. Sind die Eier gegen Ende der Legeperiode aber manchmal extragross, evtl. sogar mit 2 Dottern darin, beschwert sich niemand. Wir sortieren die Eier nur am Anfang der Legeperiode, d.h. wir bieten die Kleineier, die noch keiner Norm entsprechen, während 2 - 3 Wochen exklusiv im Direktverkauf zum günstigeren Preis an. Während der übrigen lohnt sich das Sortieren nicht, weil wir dafür zu wenig Hühner haben. So sind dann oft auch die extragrossen Eier zuerst verkauft, weil man sich bei uns ja die Eier selber aussuchen darf.

 

Unterdessen sind 3 Kälbchen im Stall zu bewundern. alle 3 sind lebhaft und gesund.

12. - 18. Juli

Das Gras im Hühnerhof ist stark nachgewachsen. Wir mähen es nicht, sondern lassen die Galtkühe und die Therapiekuh Mokka drin weiden. Diese Kühe müssen nicht gemolken werden. Deshalb müssen wir sie auch nicht regelmässig in den Stall zurückholen. Nach 2 - 3 Tagen ist alles abgefressen und als nächstes geht es dann in die Eselweide, die gleich nebenan ist. Damit die Tiere auch genug Wasser haben, stellen wir das volle Tränkefass in die Weide. Die Hühner stören sich ebenso wenig an den Kühen, wie umgekehrt. Hier ein Film zur gemeinsamen Weidenutzung:

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Video Hühner und Kühe.mp4
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Die heftigen Gewitter der letzten Tage haben uns nur gestreift und bisher keinen Schaden angerichtet. Dank den ungewohnt grossen Regenmengen ist alles sehr stark gewachsen - was in den letzten Jahren ja gar nicht der Fall war.  Wir kämpfen allerdings mit der Schwierigkeit, dass die Wettervorhersagen oft nicht zutreffen. Beim Grass silieren mussten wir uns beeilen.  Letzten Samstag ist es uns gelungen ein 2 ha grosses Stück zu mähen, anwelken zu lassen und die Silage am Sonntagnachmittag in Folie zu wickeln. Kurz vor dem nächsten Regenguss lagen alle Ballen fertig auf dem Feld und in der nächsten Regenpause konnte Christian sie dann heimholen. Es dürfte aber schwer werden die Getreideernte einzubringen, wenn es so weiterregnet. Es besteht die Gefahr, dass die Getreidekörner nicht richtig abtrocknen können und es zu Qualitätseinbussen bei der Ernte kommt.

5. - 11. Juli 2021

Unsere Brachen verändern ihr Aussehen. Einerseits von einem Jahr zum anderen, andererseits aber auch - und das erleben wir jetzt zum 1. Mal in diesem Ausmass - innerhalb eines Jahres. Vor 3 Wochen dominierten noch der rote Mohn, die blauen Kornblumen und die weissen Margeriten. Jetzt aber ist alles gelb wegen der Färber - Hundskamille und dem Johanniskraut.

 

Endlich wurde in der Nacht auf Sonntag wieder ein Kälbchen geboren. Nach mehr als einem Monat können unsere Besucher also wieder unseren Nachwuchs im Kuhstall besichtigen und bei Glück auch streicheln.

 

Der Hühnerstall ist fertig ausgemistet und auch schon mit dem Hochdruckreiniger gereinigt und am Ende noch desinfiziert worden. Das ist jedes Mal wieder viel Arbeit und anstrengend. Jetzt muss die Anlage noch gewartet werden. Das bedeutet, wenn nötig reparieren, schmieren und neu einstellen von Eiertransportbändern, Mistbändern, Tränken und Fütterungskette. Bis Mittwoch, wenn dann die neuen, 20 Wochen alten Junghennen einziehen, wird alles auch noch frisch eingestreut sein.

Seit einer Woche sind im Ziegengehege unsere

jungen Seidenhühner unterwegs....

Ziegen und Seidenhühner scheinen sich aneinander gewöhnt zu haben, wobei die Ziegen eindeutig die stärkeren sind....wenn sie die Hühner nicht gerade ignorieren.


28. Juni - 4. Juli

Dieses Jahr wird es noch mindestens 2 Wochen dauern bis zur Getreideernte. Bis dahin ist auch unbeständiges Wetter angesagt. In früheren Jahren begann die Ernte in der letzten Juniwoche. Einmal war sie sogar schon am 1. Juli fertig. Das war aber auch ein trockenes Jahr.

 

Wie immer im Juni und Dezember haben wir bei allen Kühen die Klauenpflege durchgeführt. Dieses Mal gab es keine Klauengeschwüre zu behandeln. Bei 2 Kühen mussten wir bei einer hinteren Klaue etwas gegen Mortellaro unternehmen. Das ist sehr wenig im Vergleich zu anderen Jahren. Dieses Mal mussten wir also in der Hauptsache nur bei allen 42 Tieren die nachgewachsene Klauensubstanz zurecht - und zurückschneiden.

 

In dieser Woche werden uns die Hühner stark beschäftigen. Am Dienstagmorgen um 4 Uhr fährt die eine Herde (500 Stück) ab zum Schlachthof. Wir müssen sie also in der Nacht von den Stangen "pflücken" und in Kisten verpacken. Danach wird der ganze Stall ausgemistet, mit dem Hochdruckreiniger ausgespritzt, desinfiziert, allfällige Defekte werden repariert und es wird neu eingestreut. Nächste Woche werden dann 500 neue Junghennen einziehen.

 

Das Kraftfuttersilo für die Kühe ist leer und wird am Donnerstag aufgefüllt, damit unsere Kühe nahtlos genug Futter bekommen. In einem der Hochsilos ist die Maissilage zur Neige gegangen. Bis Mittwoch haben wir Zeit, die Silofräse zu wechseln. Das ist ein ziemlicher Aufwand und vor allem eine nicht ungefährliche Kletterei. 

21. - 27. Juni

Schon wieder Sommersonnwende! Die Zeit läuft für uns wirklich schnell. Bei heissem Wetter haben wir letzte Woche das Gras zum zweiten Mal gemäht und Siloballen gemacht. Wegen der Hitze ist das Gras dafür fast zu trocken geworden. Für Silage sollte es ja nur angewelkt sein. Der Regen am Sonntag war nötig und für diese Woche ist ja für jeden Tag Regen vorausgesagt. Das ist erfreulich.

 

Wir spüren, dass sich die Coronalage verbessert hat. Es kommen wieder Buchungen für das Holder - Rümli in normalem Umfang und Christian hat seine üblichen Juniführungen. Der Juni ist bei Kindergärten und Schulklassen beliebt. Aber auch Kindergeburtstage mit Führungen sind gefragt. Letzte Woche hatten wir 5 Führungen.

 

Ab Montag dieser Woche haben wir eine neue Attraktion auf dem Neuhof: Seidenhühner. Für sie wurde in der letzten Woche bei grösster Hitze im Ziegengehege ein Stall gebaut. Den Ziegen haben sie nicht so gefallen, diese Aktivitäten in ihrem Zuhause. Aber so oder so müssen sich jetzt Seidenhühner und Ziegen aneinander gewöhnen. Die Hühner gehören Severine und sie betreut sie auch. Interessant bei Seidenhühnern ist, dass sie nicht gerne auf der angebotenen Sitzstange nächtigen, sondern lieber auf dem Flachen bleiben. Dort kann sie Severine auch mittels Kamera beobachten und wir sind gespannt, ob das solarbetriebene Hühnertörchen dann auch wunschgemäss funktioniert.

 

Diese Woche sollte endlich wieder einmal ein Kälbchen zur Welt kommen. Der Kälberstall war jetzt 3 Wochen leer. Das ist noch nicht oft vorgekommen und die Besucher fragen auch ständig, was denn los sei. Aber nichts ist los. Das kann einfach passieren.

14. - 20. Juni

Eine Kuh hatte eine Fussverletzung. Oft merken wir das erst, wenn das Tier hinkt, weil der Schmutz an der Klaue eine oberflächliche Verletzung verdeckt. Wir haben die Kuh im Klauenstand fixiert und die Wunde geöffnet, damit der Eiter abfliessen konnte und alles gereinigt und desinfiziert und einen sauberen Verband angelegt, damit die Wunde nicht wieder verunreinigt wird. Leider wurde es nicht besser und schon bald musste der Tierarzt her. Der fand dann ein tiefer liegendes Problem: Die Verletzung ging bis auf den Knochen. Dieser hätte freigelegt werden müssen und es wären 2 - 3 Nachbehandlungen nötig gewesen, ohne eine Garantie, dass es wirklich gut kommt. Also entschieden wir, die Kuh zu schlachten, was heute der Fall war. Das war möglich, was nicht selbstverständlich ist. Oft kann ein Tier, wenn es krank ist und insbesondere, wenn es ein Antibiotikum erhalten hat, nicht geschlachtet werden. Es wird dann eingeschläfert und kommt in die Verbrennung. Das kommt bei uns alle 2 - 3 Jahre einmal vor.

 

Letztes Wochenende wurden die beiden Agrarinitiativen hoch abgelehnt. Wir sind sehr erleichtert und dankbar, dass eine Mehrheit der Bevölkerung unsere Schweizer Landwirtschaft unterstützt hat. Selten hat uns eine Abstimmung im Vorfeld so stark beschäftigt und auch emotional getroffen. Wie gross das Unverständnis und auch die Ahnungslosigkeit einiger vehementer Befürworter war! Wie gereizt die Stimmung! Wie oft wurde es unmöglich zu diskutieren!  Dabei wär es in der heutigen Zeit doch so wichtig aufeinander zu hören und gemeinsam Probleme anzupacken, nicht nur mit Ideologie und erhobenem Zeigefinger, sondern ganz pragmatisch, Schritt für Schritt, um den Klimawandel aufzuhalten und die Biodiversität zu fördern! Wir hoffen sehr, dass das in Zukunft wieder möglich sein wird.

 

Immer noch blühen unsere Brachen und wir empfehlen Ihnen zur Entspannung einen Spaziergang um unsere Felder.

7. - 13. Juni 2021

Wieder einmal sind viele Spaziergänger eifrig am Fotografieren unserer Brachen. Ende Mai / Anfang Juni ist da die Blütenpracht am höchsten. Es gibt verschiedene Brachen: 1 -, 2 - und 3 - jährige, aber auch mehrjährige. Da, wo die Brache im letzten Herbst angesät wurde, blühen in diesem Jahr vor allem der Mohn und die Kornblumen. Auch vorhanden sind aber: Waldnelke, Wegwarte, Johanniskraut, Schafgarbe, Kornrade, Flockenblume, Margerite und viele weitere. Im 2. Jahr macht sich dann vor allem die Margerite breit, die ja auch Wucherblume heisst. Es dominieren dann nicht mehr bloss Rot und Blau, sondern die Farben werden vielfältiger. Je mehr Jahre vergehen, desto geringer wird dann die Blütenpracht. Dafür nimmt die Struktur zu, das heisst: Es wachsen grössere Stauden und schliesslich gar Büsche und diese bieten wiederum ideale Rückzugsmöglichkeiten für Tiere. Mit Fotofallen haben wir Steinmarder, Hasen, Rehe, Dachs und Fuchs gesehen. Rehe haben sogar Junge in den Brachen. Gelegentlich gibt es auch den Besuch von Wildschweinen. Die vielen Blumen bieten auch Nahrung für Insekten. Diese ermöglichen vielen Vogelarten sich hier zu ernähren. Bei unserem Spaziergang gestern haben wir unter vielen anderen Vögeln auch eine Nachtigall gehört.

 

Wir durften in letzter Zeit einige Leser hinzugewinnen. Deshalb hier noch der Link zu unserer Produktionsart.

 

Ein Hinweis noch, der uns am Herzen liegt: Immer wieder laufen Spaziergänger in unsere Brachen hinein, um eine besonders schöne Blume zu fotografieren. Bitte lassen Sie das bleiben! Die Natur dankt es Ihnen!

31. Mai - 6. Juni 2021

Glücklicherweise bleibt das Wetter über das Wochenende hinaus schön. Also durften Christian und ich uns ein schönes faules Wochenende gönnen. Oft erübrigt sich für den Landwirt ein solches Wochenende, weil er auf die Saison, den Stand der Kulturen und vor allem auf das Wetter Rücksicht nehmen muss. Während der Erntezeit sind faule Wochenenden sowieso tabu. Jetzt bleibt es bis Mittwoch schön, so dass wir normal am Montag starten können. Am Montag wird der Rest des Grases gemäht und am Dienstag wird der Lohnunternehmer daraus Siloballen machen. Am Mittwoch soll der Mais, der sich im 2 - 3 - Blatt - Stadium befindet, gegen das Unkraut behandelt werden. Im Weizen, den wir nicht mit Herbizid behandelt haben, hat es enorm viele Kletten. Christian will versuchen, diese mit dem Striegel noch unter Kontrolle zu bringen. Am Donnerstag wird es wohl wieder regnen.

 

Am Montag holt der Viehhändler 2 Kälber. Danach sind keine Kälber mehr da. Das ist selten bei uns. Aber es dauert noch 2 Wochen bis zur nächsten Geburt. Schade, denn all die Kinder, die für Führungen zu uns auf den Hof kommen,  lieben es sehr, unter Christians Aufsicht zu den Kälbern hinein zu gehen, diese zu beobachten und zu streicheln.

 

Am Montagnachmittag kommt die Tierärztin zur monatlichen Herdekontrolle.

24. - 30. Mai

Es lässt sich auf einem Bauernhof nicht vermeiden, dass das Wetter regelmässig Thema ist. Dieses Mal ist es der Jet Stream, der zu weit nach Süden ausgebrochen ist, wie wir erfahren. Er verursacht dieses dauerhaft kühle und feuchte Westwindwetter. Wir spüren die Folgen natürlich gut. Das Gras kann nicht siliert werden, weil das Wetter zu kalt ist und vor allem regnet es ständig wieder. Noch unangenehmer ist für uns natürlich, dass auf die Prognosen kein Verlass ist, was in der Natur dieser Wetterlage zu liegen scheint. Das versichern uns immerhin die Metereologen. Wenn also heute für übermorgen Regen vorausgesagt wird, kann man nicht sicher sein, ob er dann wirklich eintrifft. So sind wir diese Woche halt in kürzester Zeit einsatzbereit, falls es dann doch für mindestens 1,5 Tagen eine Regenlücke gibt.

 

Den Mais konnten wir säen. Er ist schon im 2 - Blatt - Stadium, aber mehr gelb als grün, weil er halt eine sehr wärmeliebende Pflanze ist und nun dauernd friert. Der Roggen hingegen hat erstaunlicherweise sein Wachstum wenig eingeschränkt und hat bereits vor 3 Wochen seine Ähren entfaltet. Nicht so der Weizen: Normalerweise ist er etwa 10 Tage später als der Roggen. Jetzt sind da aber schon 3 Wochen Zeitunterschied bezüglich dem Ährenschieben. So ist jedes Jahr wieder anders. Das ist eben die Natur und das ist darum auch so spannend.

 

Bei den Hühnern und Ziegen wächst das Gras im Frühjahr immer zu stark. Wir müssen es jetzt mähen, damit keine Wildnis entsteht. 

 

Der Weizen braucht noch eine letzte Stickstoffgabe. Das ist für die Backqualität des Korns wichtig.

 

Der Kälberstall kann wieder ausgemistet werden.

 

Damit die bereits deponierten, frischen Siloballen nicht von Mäusen zerfressen werden, braucht es noch etwas Mäusegift. Weil die Landi nicht weit ist, ist deshalb eine kurze Einkaufstour angesagt, weil Christian auch noch Zitzentauchmittel und neue Arbeitsschuhe braucht.

 

Und noch etwas Erfreuliches: Auf unserem Land sind immer wieder Vogelbeobachter unterwegs. Sie konnten uns dieses Jahr neue Vogelarten ausser den "üblichen Verdächtigen", die wir hier aufgeführt haben, vermelden: 

  • Pirol
  • Grauammer
  • Dorngrasmücke
  • Orpheusspötter
  • Teichrohrsänger
  • Nachtigall

Das freut uns natürlich sehr!

17. - 23. Mai

Das Gipfeltreffen von letztem Sonntag ist Geschichte. Für diejenigen, die es noch nicht gesehen haben: Hier das Filmchen dazu: https://www.youtube.com/watch?v=AYWs3pi4w4Y

10. - 16. Mai 2021

Das kommt ja viel schneller als gedacht: Christian freut sich jedenfalls auf den nächsten Sonntag. Da darf er im neuen Theater Dornach am 8. Gipfeltreffen teilnehmen. Das wird eine Talkrunde sein mit Ernst Bor und Fabia Maieroni, übertragen auf Regio TV plus. 

 

Bis dahin gibt es aber noch Arbeit auf dem Hof: Wir nutzten das warme Wochenende und haben das meiste Gras gemäht, angewelkt und Siloballen gemacht. Am Sonntag wurde ein weiteres Kälbchen geboren. Es ist schon das 15. dieses Jahr. Am Montag war gerade noch Zeit zum aufräumen und schon kam der Regen. Die Pflanzen sind froh darum. Jetzt stehen noch Führungen mit Schulklassen an und Videokonferenzen und wir entsorgen je 7 Kubikmeter Altholz und Alteisen (davon dürfte es nächstes Jahr noch einiges mehr geben, wenn es ans definitive Aufräumen geht) und für Donnerstag winken schon die Auffahrt und ein langes Wochenende.

 

An dieser Stelle möchten wir aber noch Hans Luder würdigen, den wir persönlich gekannt haben. Letzte Woche hat die IP - Suisse mit ihm ihren Gründervater verloren, einen Menschen und Landwirt, der enorm viel für die moderne Ausrichtung der Schweizer Landwirtschaft, bzw. nachhaltige Anbaumethoden geleistet hat:

3. - 9. Mai 2021

Loslassen können ist eine Kunst und wir üben uns gerade darin zu akzeptieren, dass das Leben stete Veränderung ist. Das Ende unserer Karriere auf dem Neuhof macht sich immer stärker bemerkbar. Ende letzten Jahres hat Immobilien Basel die Neuverpachtung unseres Hofes ausgeschrieben. Unter vielem anderen war Teil des Anforderungsprofiles die biologische Bewirtschaftung, was uns natürlich schmerzt, aber Teil der Strategie der Stadt Basel für die Ausrichtung ihrer Höfe ist. Was uns hingegen wieder freut, ist, dass unsere Öffentlichkeitsarbeit weitergeführt und die Direktvermarktung ausgebaut werden soll. Das alles ist eine sehr grosse Herausforderung für unsere Nachfolger. Aus den vielen Bewerbern wurde ein kleiner Anteil ausgewählt, die nun unseren Hof besichtigen durften. Es ist jetzt an ihnen ein Konzept auszuarbeiten, wie Sie den Betrieb weiterführen wollen: Welche Betriebszweige? Wie viele Arbeitskräfte? Welches Konzept für Öffentlichkeitsarbeit und Direktvermarktung? Budget- und Erfolgsrechnung, Kostenschätzung für allfällige Um- und Neubauten, Wohnsituation, allfällige Übernahme der Kleintiere etc. Das ist eine sehr schwierige Aufgabe und wir wünschen den Bewerbern viel Glück dabei. Im Verlaufe dieses Sommers sollen die Projekte dann bewertet und unser Nachfolger ausgewählt werden. Eine so frühzeitige Entscheidung vor unserem Pachtende hilft uns natürlich sehr in unserer weiteren Planung. Ebenso sind wir sehr froh um die gute Zusammenarbeit mit Immobilien Basel.

 

Diese Woche werden die Schlaglöcher beim Feldweg auf dem Sonnenhof mit Kies aufgefüllt. Ausserdem ist in den nächsten Tagen das Gras im richtigen Stadium, um es zu mähen und Siloballen daraus zu machen.

 

Mehrere Kühe haben gekalbt und nach einer langen Phase mit stets gesunden Kälbern (1 Jahr!) gab es letzte Woche wieder einmal Durchfall. Dieser wurde durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Auf jeden Fall war es ansteckend und alle Kälbchen waren betroffen. Also bekamen sie anstelle von Milch eine Elektrolytlösung. Nach etwa einem Tag Kopf hängen lassen, war schon alles vorbei und unsere Kleinen machen wieder Luftsprünge.

26. April - 2. Mai 2021

Das beschäftigt uns: In einer Zeit, wo die Gehässigkeit in unserer Gesellschaft zunimmt und jeder dem anderen die Schuld für was auch immer in die Schuhe schiebt, stehen nun die 2 Agrarinitiativen an, die uns sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrungsmittel versprechen. Die Bauern sollen es also richten, nachdem die Konsumenten leider immer noch viel zu wenig bereit sind von sich aus auf Lebensmittel umzusteigen, die umweltschonend und nachhaltig produziert werden. Wir meinen damit Bio und IP - Suisse. Sicher wünschen sich jeder und jede unbelastetes Trinkwasser und pestizidfreie Lebensmittel. Nur müssen wir aufpassen, wohin uns die extremen Forderungen dieser beiden Initiativen führen. Es ist nämlich sehr gut möglich, dass der Schuss nach hinten losgeht, weil sich viele Bauernfamilien sagen werden, dass sie unter diesen neuen Bedingungen nicht mehr wirtschaften können, trotz Direktzahlungen. Der Einkommensrückgang würde auch Bio- und IP - Suisse - Bauern betreffen. Zudem müssen dann beispielweise Schweine - und Pouletmästereien auf Direktzahlungen verzichten, weil sie auf grosse Mengen von zugekauftem Futter angewiesen sind. Ebenso Obst- und Weinbaubetriebe, weil mit einem Verzicht auf Pflanzenschutzmittel die Produktionsrisiken zu gross würden. Wer aber auf Direktzahlungen verzichtet, muss auch keinen ökologischen Leistungsnachweis mehr erbringen und produziert dann aus marktwirtschaftlichen Überlegungen "auf Teufel komm raus". Das würde zu erheblichen Umweltbelastungen führen.

 

Hinzu kommt noch ein globales Problem: Europa ist der grösste Brotgetreideproduzent der Welt (ohne Mais). Beispielsweise liegt der durchschnittliche Weizenertrag von Deutschland um das 2,5 - fache über dem der USA. Die Gründe sind: 1. Europa verfügt über die fruchtbarsten Böden weltweit und 2. Die Landwirte, vor allem auch in der Schweiz, sind sehr gut ausgebildet und wissen, wie sie Fruchtfolge anwenden, Pflanzenschutzmittel einsetzen müssen etc. (Wir kennen in der Schweiz beispielsweise keine Bodenerosion oder Misswirtschaft wie in anderen Ländern.) Wenn nun die Länder Europas auf Pflanzenschutzmittel verzichten, sind erheblich kleinere Ernteerträge die Folge, ja es kann z.B. bei Kartoffeln zu Totalausfällen kommen, was der heutige, verwöhnte Konsument überhaupt nicht kennt! Wir haben es hier mit riesigen Zahlen zu tun: Würde die EU auf Pflanzenschutz verzichten, so würde sie heute statt 50 Mio t Weizen zu exportieren, deren 90 Mio t importieren. Das würde aber für 1,4 Mrd. Menschen Hunger bedeuten, vor allem bei Dritt - und Schwellenländern. Wir beziehen uns bei diesem Zahlen auf einen Artikel von Prof. Joseph - Alexander Verreet von der Uni Kiel.

 

Ab einem bestimmten Punkt muss also - angesichts gangbarer Alternativen - unser Anspruchsdenken enden, weil wir als reiches Land nicht einfach wegen unserer Importe anderen Ländern Ackerland wegnehmen dürfen. Darum liebe Konsumenten: Es gibt bessere Möglichkeiten, die Trinkwasserqualität zu fördern und den Futtermittelhandel zu drosseln: Kauft vermehrt Bio oder noch besser IP - Suisse - Produkte (das ist nur Schweiz drin!), hört auf mit Foodwaste und esst weniger Fleisch!

19. - 25. April

Kein Jahr ist klimatisch gleich wie das andere. Seit 25 Jahren hatten wir im April nicht mehr so viele Frostnächte wie in diesem Jahr. Diese Kälte hat nicht nur den Blüten geschadet. Sie hat auch die Vegetation in Verzug gebracht. Zurzeit wachsen Gras und Getreide nur langsam. Die Kühe durften deshalb erst letzte Woche, am 15. April, erstmals auf die Weide. Vor ca. 20 Jahren hatten wir unser frühestes Jahr. Da fand der erste Weidegang bereits am 17. März statt. Ein ganzer Monat Unterschied! Die Kühe hats gefreut, dass sie nach dieser langen Zeit im Stall endlich nicht nur auf den Laufhof, sondern jetzt erstmals wieder auf die Weide durften! Severine hat sie dabei wieder gefilmt.

 

Ein Eierproduzent aus dem Oberbaselbiet hat uns seinen Hühnermist gebracht und ihn gleich auf dem Feld verteilt. Es waren 40 Tonnen, also 5 Tonnen pro Hektar, bzw. 500 g pro Quadratmeter. Wir haben den Mist sofort in den Acker eingearbeitet, damit der Stickstoff im Boden gebunden wird und sich nicht in die Luft verflüchtig. Wir werden mit der Kreiselegge noch ein feines Saatbeet herstellen und noch diese Woche Mais säen.

12. - 18. April 2021

Sowohl die letzte, als auch die vorletzte Woche waren geprägt vom auf und Ab der Temperaturen. Auch diese Woche erwarten wir Frost und heute Montagmorgen schneit es sogar wieder.

 

Die Kühe waren noch immer nicht draussen auf der Weide und müssen vorderhand noch mit dem Laufhof Vorlieb nehmen. Bei den frostigen Temperaturen machte Weidegang noch wenig Sinn. Es gibt ja auch noch nicht genug Gras.

 

Da wir Ende 2022 mit der Pacht aufhören, besamen wir unsere Kühe jetzt vermehrt mit Maststieren. Wir brauchen für 2023 ja kein Jungvieh mehr. Es hat im Moment 4 Limousin - Kälber im Stall. Es sind Stierkälber. Sie sind noch keine 4 Wochen alt, wachsen aber sehr rasch. Alle zusammen trinken 60 kg Milch pro Tag. Nächste Woche werden sie verkauft.

 

Christian wurde angefragt am kommenden "Gipfeltreffen" vom 16. Mai teilzunehmen. Das ist eine Gesprächsrunde am Sonntagmorgen mit 3 - 4 Personen, sowie Ärnscht Born und Fabia Maieroni als Gastgeber. So ähnlich wie die Radiosendung "Persönlich", die auf SRF 1 auch jeweils am Sonntagmorgen ausgestrahlt wird. Eigentlich heisst es "Gipfeltreffen", weil es dazu normalerweise Kaffee und Gipfeli gibt. Leider kann die Veranstaltung am 16. Mai nur virtuell stattfinden. Sie wird aber übertragen. Wir denken über Regio TV plus. Christian wird nun auch dabei sein und freut sich darauf. Informationen dazu finden Sie auf unserer Eventseite.

5. - 11. April

Letzten Freitag, am Karfreitag, war es noch 25° warm, in der Nacht auf heute Dienstag gab es Frost und es hat geschneit. Wir glauben nicht, dass es früher schon so oft diese Schwankungen gab, wie wir es jetzt erleben. Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen und Pfirsiche blühen schon und wir müssen mit Frostschäden rechnen.

 

 

Wie schon seit Jahrzehnten haben wir auch diesen Karfreitag fürs Eierfärben reserviert. Wie sieht denn ein perfektes Osterei aus? Nun, es muss sicher ein IP - Suisse - Ei sein, von unseren Hühnern, die täglich auf die Weide können. Es sollte auch schön spitz sein, dann hält es länger beim "Tütschen". Traditionsgemäss sammelt Christian Kräutlein und fixiert  Sie mittels eines Stückes von einem Damenstrumpf und Schnur auf dem Ei. Danach kochen wir die Eier in Zwiebelschalen, packen sie anschliessend aus und reiben sie mit etwas Öl ein. E voilà:

 

 

Bei Christian zuhause galten Karfreitagseier als etwas Besonderes. Seine Grossmutter, geboren 1900, pflegte jedes Jahr ein Karfreitagsei auf den Stubenschrank zu legen. Dabei erklärte sie, dass deshalb kein Blitz ins Bauernhaus einschlagen werde - das tat er auch nie. Eigenartigerweise war das alte Ei, wenn es im nächsten Jahr durch das neue ersetzt wurde, immer noch intakt und unverdorben. Ob jemand auch versuchte das Ei zu essen, ist aber nicht überliefert. Daneben gibt es noch andere Zauberkräfte, die Karfreitagseiern nachgesagt werden und heute noch gibt es Leute, die uns um Eier bitten, die an Karfreitag gelegt wurden.

 

Obwohl es diese Woche nochmals schneit, schreiten die Arbeiten auf dem Feld voran. Wir werden die Weide vorbereiten. Ausserdem ist der Weizen nochmals gestriegelt worden. Ein grosser Teil der noch vorhandenen unerwünschten Pflanzen, die Klebern, konnte so entfernt werden. Weiteres hängt stark vom Wetter ab.

29. März - 4. April 2021

Im ca. 800 Meter entfernten Wald liegt die Fassung unserer Quelle. In den 90ger Jahren sprudelte das Wasser hier noch munter. Jetzt aber: 3 Rohre führen ins Reservoir, nur 1 Rohr führt noch Wasser, ca. 3 Liter pro Minute. Immerhin: Nach 26 Jahren auf dem Neuhof haben wir vor kurzem herausgefunden, dass dieses Rohr von einer 2. Quellfassung stammt, die 100 Meter weiter oben liegt! Natürlich wurde dort der Schacht nie gereinigt und war deshalb so versandet, dass mehr als die Hälfte des Quellwassers beim Überlauf verlorenging. Also haben sich Christian und Ion an die Arbeit gemacht und etwa 100 kg Schlamm und Sand aus dem Schacht entfernt. Jetzt geht wenigstens kein Wasser mehr verloren. Für den Sommer sehen wir allerdings schwarz, respektive trocken....Zum Glück sind wir an der städtischen Wasserversorgung angeschlossen, woher wir ca. 3500m3 Wasser pro Jahr beziehen und die Quelle ist eher ein "nice to have". 

 

Letzten Freitag konnte Christian bei schönem Wetter und kurz vor dem Regen das Getreide ein zweites Mal düngen. Glück gehabt.....Mehr Probleme gab es mit der Trockenheitsversicherung. Der Schaden am letztjährigen Getreide wurde uns vergütet, aber nicht das ebenfalls vertrocknete Gras. Die Versicherung nimmt keinen Augenschein vor Ort, sondern verlässt sich auf die Wetterstationen der Umgebung. Laut diesen hätte unser Gras noch saftig grün sein sollen. Ach du schöne digitale Welt! Der benachbarte Schlatthof hatte mit seinen Lehmböden kaum Probleme mit Trockenheit auf seinem Grasland. Bei uns aber ist das Gras wegen der Kiesböden leider verdorrt. Offenbar hatten wir das Kleingedruckte nicht gelesen, bzw. die Mitteilung durch die Versicherung kam so spät, dass wir die Grünlandprämie für dieses Jahr bereits bezahlt haben. Christian konnte seinem Ärger gegenüber dem Versicherungsvertreter (es ist die Hagelversicherung) wohl Luft machen, finanziell gelohnt hat es sich aber nicht.

22. - 28. März

Wie jeden Frühling gibt es auch dieses Jahr ein Auf und Ab mit den Temperaturen. War es im Februar derart warm, dass schon gedüngt, gestriegelt und Pestizide eingesetzt werden konnten, ist es Mitte März wieder kalt und so nass, dass die fällige 2. Düngergabe für das Getreide warten muss. Viele Blumen und Sträucher beginnen zu blühen und die Knospen der Obstbäume sind schon ganz prall. Deshalb werden Nachtfröste bereits jetzt gefährlich und das kann sich noch lange hinziehen, bis gegen Ende April.

 

Die Menschen, auch wir, sind langsam coronamüde und - überdrüssig. Umso mehr hat sich Christian gefreut, dass er letzte Woche wieder erste Führungen auf dem Hof machen durfte, natürlich unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften. Einmal war es ein Kindergarten aus Basel, ein anderes Mal ein Kindergeburtstag einer Familie von Reinach. Es war eine grosse Freude, den Kindern die Tiere zu zeigen und dabei zu sehen, dass es auch für sie ein grosses Ereignis ist.

Gerade die Kinder aus der Stadt wissen sehr wenig. Da sind dann die Ohrmarken bei den Kälbchen "Preisschilder" oder dort, wo bei der Kuh die Milch rauskommt ist "der Pimmel, das Schneggli oder die Brüste" und niemand hat eine Ahnung, was der Unterschied zwischen Stroh und Heu ist. Einzelne Kinder haben derart Angst, dass sie weder in die Nähe der Kälbchen, Ziegen, Hühner, Schweinchen noch der Esel gebracht werden können und bei den Gehegen dann draussen bleiben. Aber alles in allem sind die Kinder ein sehr dankbares Publikum und wenn sie am Schluss wissen, das Heu zum Fressen ist und das Stroh, um darauf zu schlafen, ist der Bauer auch schon zufrieden. Haben Sie es gewusst? Im Fall: Heu ist getrocknetes Gras, Stroh getrocknete Getreidestängel.  Viele Erwachsene wissen das auch nicht.

 

Nach den vielen Niederschlägen führt unsere hofeigene Quelle noch immer kein Wasser und wir müssen der Sache diese Woche nachgehen. Nach Feldarbeiten sieht es jedenfalls noch nicht aus.

15. - 21. März

In letzter Zeit fällt uns auf, wie der Druck auf unser Land steigt. Im Vergleich dazu kamen uns anlässlich unseres 34. Hochzeitstages letzten Sonntag Erinnerungen an unsere vorherige Arbeitsstätte: Von 1987 bis 1994 bewirtschafteten wir das Hofgut Mapprach in Zeglingen. Es war viel anstrengender als in Reinach, da der Betrieb mit seinen 50 ha in der Bergzone liegt, in steilem Gelände zwischen 600 und 800 Metern über Meer. Aber er ist wunderschön gelegen am Wiesenberg, mit Aussicht auf die Hügelregionen des Oberbaselbietes, bis weit über die Rochetürme (darum kommt man leider nicht mehr herum) hinaus, dominiert von einer intakten und vergleichsweise unberührten Natur. Reh, Fuchs und Hase sind stets präsent und in guter Nachbarschaft und auch seltenere Tiere, wie Habicht, Kolkrabe und Hermelin gehörten dazu. Stark war auch der Auftritt der Wildschweine, an denen wir nicht so grosse Freude hatten. 

 

Nun: In Reinach gibt es fast alles davon auch noch - bis auf die Kolkraben. Aber: Im Vergleich zum idyllisch gelegenen Mapprach, leben wir auf dem Neuhof mit dem massenhaften Auftreten der Spezies Mensch und ihren Folgen. Damit meinen wir nicht einfach unseren öffentlichen Spielplatz. Während man auf dem Mapprach vielleicht einmal pro Woche einem Wanderer begegnete, so sieht es in Reinach anders aus. Auf dem Mapprach durften wir uns als Herr über all die Ländereien fühlen.  Auf den Feldern des Neuhofs scheint hingegen alles allen zu gehören. Pro Tag sind gegen 200 Hunde auf den Feldwegen unterwegs. Daneben gibt es zahlreiche Jogger, Spaziergänger, Reiter und Biker - auch nachts. Hinzu kommen die Fahrzeuge für den Unterhalt der Stromleitungen und der Gasleitung, die Abfallentsorgung und vieles mehr. Und die Agglo braucht immer mehr Platz: Bei der Turnhalle Fiechten entstand das neue Clubhaus des Fussballvereins und ein Kunstrasen. Ein weiterer Kunstrasen ist gerade im Entstehen. Ausserdem gab es den Anschluss an die H18 unter Tram und Strasse hindurch quer durch unser Feld. Für den Vollanschluss Aesch wurde unser Land für den Baustellenplatz benötigt und es kam zu unzähligen Fahrten auf unseren Feldwegen. Neue Stromleitungen wurden auf 1,5 km von Therwil nach Aesch quer durch unser Land gezogen. Als Nächstes sollen bei der Gasleitung, die hinter unserem Hühnerhof hindurchführt, zusätzliche Sicherheitsmassnahmen erfolgen. Die Gasleitung selbst wurde vor ca. 10 Jahren gebaut. Oftmals wird auch auf unserem Land ungefragt herumgewerkelt, z.B. Baustellenzäune darauf erstellt, Material deponiert etc. Es ist für uns schmerzhaft zu sehen, wie der Bezug zum Ursprünglichen und unser aller Lebensgrundlage oftmals verloren gegangen ist und das Land, das wir jahrzehntelang bebaut und gepflegt haben und dessen Fruchtbarkeit wir erhalten haben, plötzlich ganz anderen Ansprüchen genügen muss.

8. - 14. März 2021

Manchmal ist es schwierig, der eigentlichen Aufgabe nachzugehen, für die man als Landwirt ausgebildet wurde. Man hat den Beruf ja gewählt, weil einem die vielfältigen Arbeiten draussen auf dem Hof gefallen. Aber das Administrative nimmt auch in diesem Beruf immer mehr Raum ein, zumindest, wenn man Betriebsleiter ist. Dienstagmorgen von letzter Woche war so ein Tag. Von halb acht bis halb neun Uhr gab es eine Videobesprechung. Dabei ging es um die bauliche Erweiterung der ehemaligen Molkereischule in Zollikofen. Diese gehört der IP - Suisse und ist ihr Domizil. Im Anschluss daran folgte gleich eine weitere Videokonferenz zu einem anderen Thema. Endlich war auch diese vorbei und Christian war in Eile, um endlich mit den Aussenarbeiten zu beginnen, als ein freundlicher Herr vor der Türe stand und erklärte, dass er eine ordentliche Tierschutzkontrolle durchführen müsse. Diese Kontrollen finden heutzutage zu 90 % unangekündigt statt. Der Kontrolleur kommt auf gut Glück. Ist der Betriebsleiter zuhause, muss die Kontrolle durchgeführt werden. Also galt es alle Tierkategorien systematisch durchzuchecken. Dazu gehörten z.B.:

  • Aussehen der Tiere
  • Sauberkeit in den Ställen, Einstreu
  • Aufstallungsart
  • Platzangebot
  • Licht
  • Wasser
  • Umgebung, Freilauf
  • etc

Bei den Hühnern heisst das z.B.

  • Wie viele Hühner sind da?
  • Wie viel Fressplatz hat es pro Huhn in cm?
  • Wie viele Hühner teilen sich eine Tränke?
  • Wie viele Legenester gibt es?
  • Wie viel Fläche ist eingestreut?
  • Wie viel Sitzstange gibt es pro Huhn in cm?
  • Wie gross ist die Fläche des Wintergartens?
  • Wie viel Weidefläche gibt es pro Tier?
  • Ist die Öffnung für den Auslauf ins Freie gross genug?
  • Lichtverhältnisse?
  • Die Ammoniakbelastung der Luft wird gemessen

Soweit zu den Hühnern. Bei uns war alles in Ordnung. Aber dann galt es die gleichen sorgfältigen Abklärungen bei den Kühen und Kälbern vorzunehmen und bei den Hobbytieren: Den Ziegen, Eseln und Minipigs. Das ergab am Ende 7 A4 - Blätter mit der Auflistung aller für den Tieschutz relevanten Punkte. Nach der dreistündigen Kontrolle dürfen wir mit dem Resultat zufrieden sein: Unseren Tieren geht es gut. Für uns gibt es einige administrative Details nachzuholen: Eine Kuh hatte ihre Ohrmarke verloren, die Ziegen sind nicht bei der Tierverkehrsdatenbank angemeldet und der Tierarzt muss seine jährliche Kontrolle noch nachholen. Das war es zum Glück. Bei Nachlässigkeiten bezüglich Tierschutz kennt der Staat nämlich wenig Gnade. Es kann zu empfindlichen Kürzungen der Direktzahlungen kommen, wenn es den Tieren auf einem Hof nicht gut geht.

 

Nachdem wir lange auf die Lieferung des Spritzmittels warten mussten, bleibt es diese Woche leider kühl und es ist fraglich, ob das Getreide gegen Unkraut behandelt werden kann.

 

 

01. -07.03.2021

Die Hecke ist endlich fertig zurückgeschnitten. Es war gar nicht einfach den roten Hartriegel zurückzudrängen, weil er sofort Wurzelaustriebe auf alle Seiten macht, wenn man ihn bodeneben absägt und damit noch dichter wächst als vorher. Also werden wir jetzt noch 3 - 4 Mal mulchen müssen, um ein weiteres Wachstum des Hartriegels zu unterbinden und dann nächstes Jahr neue erwünschte Pflanzen setzten, wie diverse Wildrosenarten, Weissdorn, Schwarzdorn und ähnliches. Damit möchten wir seltene Vogelarten fördern, wie den Neuntöter, der schon seit einigen Jahren hier wieder brütet.

 

Weizen und Roggen sind angedüngt mit Stickstoff und Schwefel. Den Weizen haben wir bereits ein erstes Mal gestriegelt, um in mit dieser mechanischen Methode vom Unkraut zu befreien. Es liess sich aber nicht alles entfernen. Deshalb braucht es eine zweite Durchfahrt. Im Roggen haben wir viel Ackerfuchssschwanz. Diesem "Ungras" ist mit dem Striegel nicht beizukommen. Deswegen werden wir da ein Herbizid einsetzen. Wir müssen aber noch etwas warten. Es darf nämlich nachts nicht gefrieren, wenn man das Herbizid eingesetzt hat, sonst nimmt der Roggen Schaden.

 

Stall, Milchzimmer, Verkaufsraum und Laufhof warten auf eine gründliche Reinigung. Das wollen wir diese Woche in Angriff nehmen.

 

Kalb verkaufen, Zahnarzt und Videokonferenz stehen auch noch an.

 

22. - 28.2021

Da lag doch letzte Woche früh am Morgen, als wir in den Stall kamen, im Futter der Kühe ein toter Fuchs! Keine Ahnung, wie der dort hin gekommen ist. Wir haben ihn sofort weggelegt und später den Jagdverwalter kontaktiert. Nach seinen Anweisungen haben wir den Fuchs in die Kadaversammelstelle in Reinach gebracht. In den letzten Jahren grassierte die Fuchsräude in der Region. Diese Krankheit hat den grössten Teil der Füchse in unserer Gegend hinweggerafft. Dabei verloren die Füchse ihr Fell, magerten ab und starben. Auch da hatten wir Füchse, die sich auf unserem Hof verkrochen und verendeten. So gab es in den letzten Jahren kaum mehr Füchse. Aber der Bestand begann sich wieder zu erholen. Der aktuelle Fund zeigte keinerlei Anzeichen von Fuchsräude. Der Jagdverwalter meint, Ursache könnte die Staupe gewesen sein. Diese grassiert momentan unter den Füchsen und hat da schon viele Opfer gekostet. Hundehaltern ist geraten, ihre Hunde dagegen impfen zu lassen, was ja im Normalfall auch gemacht wird.

 

Nach minus 11 Grad vor einer Woche, haben wir jetzt deren 17 im Plus und sofort sieht man, wie die Vegetation zu wachsen anfängt. Vermutlich beginnen wir diese Woche mit Feldarbeiten, wie dem Striegeln, Spritzen und Dünger streuen. Bevor die Vögel aus dem Süden eintreffen, wollen wir auch noch die Hecke weiter verjüngen, wie wir es vor einem Jahr begonnen haben.

15. - 21.02.2021

Es kann ja doch noch kalt werden! Im Winter 2019/2020 hatten wir kaum nennenswerten Frost. Jetzt aber, nachdem letzte Woche noch Winterjasmin und Japankirsche blühten, hat uns kalte Polarluft erreicht. Gerade die starke Bise, die zu den gemessenen Minus 11° C noch hinzukam, war auch für unsere Männer, die es ja gewohnt sind draussen zu arbeiten, unangenehm.

 

Es war ja im voraus klar, dass es kalt würde. Trotzdem wurden wir überrascht von den Auswirkungen. Eigentlich sollten wir das ja von früher kennen. Aber wir haben jeweils genug zu tun mit den vielen Wasserleitungen und den ungeheizten Ställen auf dem Betrieb, die es zu schützen gilt. So haben wir es "vergessen". Eine Wasserleitung, die an der Hauswand entlang läuft, fror ein und platzte. Dasselbe passierte mit einer Abwasserleitung, die ungeschützt vom 1. Stock zur Erde in den schützenden Boden führt. Die Schäden sind zum Teil schon repariert, bei der Wasserleitung müssen wir warten bis es wärmer wird.

 

Bei den Ziegen, Minipigs und Eseln werden morgens und abends die Kessel mit dem eingefrorenen Wasser gegen Kessel mit frischem Wasser getauscht. Die Kessel mit dem gefrorenen Eisklotz darin werden an der Wärme aufgetaut und das nächste Mal wieder verwendet. Im Kuhstall, wo viele Wasserleitungen verlaufen, haben wir alles abgedichtet und so weit verschlossen, dass die Innentemperatur nicht unter Null Grad sinkt. Geheizt wird dabei durch die Eigenwärme der Kühe. Es gilt aufzupassen wegen der Kondenswasserbildung.

 

Was uns stört und auch ärgerlich ist, sind die Besucher und Kunden, welche die WC - Türe offen lassen oder die Türe des Verkaufsraumes. Wenn dort das Wasser einfriert, gibt es nachher einiges zu reparieren. So müssen wir mehrmals täglich kontrollieren, ob diese Türen geschlossen sind. Zum Glück haben wir diese Sorge aber nur an wenigen Tagen des Jahres und nächste Woche soll es ja schon in dieser Woche wieder über 10° C warm werden.

 

In dieser Woche wollen wir endlich die Ökoflächen von aufkommenden Bäumen befreien und eine Hecke weiter verjüngen. Bei der Milchtankreinigung müssen die Rollen der Quetschschlauchpumpe ersetzt werden und die Dichtung des Tankauslaufhahns.

8. - 14. Februar 2021

 

 

 

 

2016 war der Nussbaum im Ziegengehege abgestorben. 

 

 

 

 

Deshalb haben wir ihn im Januar 2016 gefällt.......will heissen: Eigentlich geköpft.........

 

 

 

 

 

...............und aus dem verbliebenen Stamm einen Kletterbaum für die Ziegen hergestellt.

Die Ziegen wurden regelmässig auf den Podesten gefüttert. Sie sprangen auch auf den Plattformen herum oder sonnten sich und genossen gleichzeitig die Rundsicht von ganz oben. Nun, 5 Jahre später, ist auch der übrig gebliebene Stamm ganz verfault und drohte umzustürzen. Deshalb haben wir ihn letzte Woche gefällt und einen Ersatz gebaut. Der neue "Ziegenturm" erinnert noch ein wenig an den schönen alten Stamm, machte den Ziegen am 1. Tag aber Angst. Aus Misstrauen gegenüber diesem neuen Ding in ihrem Gehege liessen sie sich einen Tag lang nicht mehr blicken. 

Jetzt haben sie sich aber daran gewöhnt und beginnen darauf herum zu klettern.

 

Die zu kleine Güllengrube war nach den vielen Niederschlägen wieder voll. Auch beim Nachbarn, der uns oft Gülle abnimmt,  war kein Platz mehr. Bei den ungewöhnlich hohen Temperaturen der letzten Tage war es dann aber möglich etwas Gülle auf der Weide hinter dem Stall auszubringen.

 

Unser Hof, der ja der Einwohnergemeinde Basel gehört, wurde jetzt in der Landwirtschaftspresse zur Neuverpachtung ab Januar 2023 ausgeschrieben. (Dann werden wir in Frühpension gehen.) Auf dem Hof sind vermehrt Personen anzutreffen, denen wir ansehen, dass sie nicht den Spielplatz besuchen, sondern sich ein Bild vom Hof machen möchten, weil sie möglicherweise die Absicht haben sich als Pächterfamilie zu bewerben. Einigen ist die landwirtschaftliche Herkunft deutlich anzusehen, im Kontrast zu unserer üblichen "Kundschaft". Das ist schön und für uns ist es eine spannende Zeit. 

1. - 7. Februar

 

 

 

 

Wir füttern die Kühe mit dem Futtermischwagen. Alles Futter wird da hineingeworfen, täglich ca. 2 Tonnen. Im Mischwagen wird es zerkleinert und gemischt, so dass die Kühe nicht ihr Lieblingsfutter heraussuchen können, sondern von allem gleich viel fressen.

 

 

 

 

 

 

Für die Zerkleinerung des Futters braucht es an der Mischwalze Messer. Diese nützen sich ab. Manchmal gelangen auch Steine mit dem Futter in den Mischwagen. Dann gehen die Messer kaputt. Im Verlauf des Jahres verringert sich so die Misch- und Schneidleistung und 1 x pro Jahr, im Winter, wenn wir Zeit haben, werden diese Messer ersetzt. Das ist jetzt der Fall. Dabei muss man sehr gut aufpassen. Auf den Mischwellen hat man einen schlechten Stand und die Messer, die da überall angebracht sind, sind sehr scharf. Man rutscht auch leicht ab beim Lösen der alten Schrauben, weil die Schrauben abgewetzt sind und der Schlüssel gerne von der Schraube abspringt. Auch das ist sehr gefährlich, weil in der Nähe andere Messer sind. Man muss sich also genug Zeit nehmen und es braucht eine hohe Konzentration

25. - 31. Januar 2021

Geschafft! Wir sind aus Isolation und Quarantäne entlassen. Für unseren Mitarbeiter Ion war es eine sehr anstrengende Zeit, weil er alles alleine erledigen musste, was normalerweise zu zweit gemacht wird und für Christian war es anstrengend, weil er aus der Ferne zusehen musste ohne unterstützen zu können. Immerhin hatte er aber während seiner Isolation 5 Videokonferenzen ( Landwirtschaftsrat BL und IP - Suisse). Ein grosses Dankeschön geht an unser Umfeld, das viel Verständnis zeigte, gab es doch etliche Planänderungen und Verschiebungen. Aber jetzt gilt es mit neuem Elan wieder nach vorne zu schauen.

 

Letzten Freitag sind 500 neue Hühner angekommen. Der Stall war bereit, obwohl Ion den grössten Teil der Arbeiten alleine machen musste. Das bedeutet: Alles ausmisten, alle beweglichen Teile abbauen, alle Einzelteile und den Stall mit dem Hochdruckreiniger sauber waschen, danach alles wieder einbauen, desinfizieren und am Ende frisch einstreuen. Ausserdem mussten noch Reparaturen am Eierband, dem Mistband und am Tränkesystem vorzunehmen. Zum Glück war es während der letzten 10 Tage nicht zu kalt, sonst wäre das Wasser im leeren Hühnerstall eingefroren. Wenn die Hühner da sind, wird der Stall durch diese genügend geheizt, so dass es nicht zu kalt werden kann.

 

Jetzt dauert es wie üblich ca. 1 Monat, bis die Hühner richtig legen. Bis dahin gibt es wieder kleine Eier zu günstigen Preisen zu kaufen. 

 

Es sind zwei Rinder zurückgekommen, die bald kalben.

 

Der Güllekanal war verstopft und es brauchte in der Güllegrube einiges an Rührarbeit mit dem Güllerührer, der mit dem Traktor betrieben wird.

 

2 Kälber sind jetzt schwer genug und werden den Betrieb verlassen.

18. - 24. Januar 2021

Oh, Mist! Wir hatten unsere Kontakte auf fast Null eingeschränkt und jetzt das: Wir, Christian und Susanna, sind Corona positiv und als Folge dessen in Isolation. Die Krankheit zeigt sich bei uns in Form von Husten und Schnupfen. Bei Christian war die Sache rasch vorbei, bei mir geht es etwas länger, ist aber besser geworden. Weil ich so lange erkältet war, hatte ich mich schliesslich doch für einen Test entschieden und war total erstaunt über das Resultat. Christian liess sich auch sofort testen und einen halben Tag später war auch sein positives Resultat da.  Für unseren Hof haben Isolation, bzw. im Fall von Ion Quarantäne, Konsequenzen. Auf Nachfrage beim Kanton hiess es, dass wir unsere Tiere fremdbetreuen lassen müssen. Das ist eigentlich unmöglich, einerseits weil sich auf die Schnelle gar keine Aushilfe finden lässt und zweitens, weil Christian seine Instruktionen vor Ort geben müsste, aber wegen der Isolation geht das nur per Telefon und es wäre da sehr viel zu erklären. Als Christian mit seiner Nachfrage 2 - 3 Verantwortungsstufen höher kam, fand diese Person dann heraus, dass unser Wohnsitz im Kanton Solothurn ist. Damit war Baselland aus dem Schneider und wir konnten mit unserer Anfrage von vorne beginnen, dieses Mal beim Kanton Solothurn. Rasch kam es da zum Kontakt mit der Kantonsärztin persönlich. Sie kam mit Christian überein, dass er per Mail ein detailliertes Gesuch stellen müsse für eine Ausnahmebewilligung, da keine Fremdperson die Tiere auf unserem Hof versorgen könne. Zu diesem Zeitpunkt kannten wir Ions Testresultat noch nicht. Natürlich hatten wir ihn sofort zum Testen geschickt, als Christians Resultat da war. Es hiess, falls unser Mitarbeiter negativ wäre, könnte man ihm eine erleichterte Quarantäne bewilligen, aus der heraus er die Tiere versorgen dürfe mit all den nötigen Vorsichtsmassnahmen. Seine Frau dürfe die Eier für den Direktverkauf bereitstellen, da sie ja nicht in Quarantäne sei. Gottseidank war Ions Testresultat schliesslich negativ, aber halt! So einfach ging das dann doch nicht! Er hat ja Wohnsitz auf dem Hof, d.h. Baselland ist für Ion zuständig. Beim ersten Telefonat mit dem Stellvertreter des Kantonsarztes BL stellte dieser sich auf den Standpunkt, das Solothurn nicht korrekt handle. Er wollte als Erstes den ganzen Hof absperren. Es war Wochenende und wir wussten nicht, wie wir das bewerkstelligen sollten. Wir durften ja nicht aus der Isolation (bzw. im Fall von Ion der Quarantäne) raus. Und wie würde der Direktverkauf mit den vielen Kunden funktionieren, bzw. wer bewegt die Leute dazu, umzukehren, bevor sie auf unseren Hof fahren, etc.? Wir fragten uns bereits, ob wir die Feuerwehr aufbieten sollen. Nachdem wir in einem letzten Telefonat abends um 9 Uhr mit dem Kantonsarzt BL nochmals alle Schwierigkeiten erörtert hatten zeigt sich dieser aber pragmatisch und wir konnten uns zum Glück mit ihm auf das von Solothurn vorgeschlagene Vorgehen einigen. Bis dahin ist alles ein bisschen komplizierter. Wir mussten den Besuch des Tierarztes absagen (Fruchtbarkeitskontrollen), konnten ein verkauftes Kalb nicht ausliefern, Christian kann an der Sitzung der Baukommission der IP - Suisse nur per Videokonferenz teilnehmen und wir mussten zur Eierauslieferung eine Fremdpersonen einstellen. Ion ist alleine für alle Tiere verantwortlich und für die 500 Hühner, die am Freitag eintreffen werden, müssen wir noch jemanden suchen, der hilft, sie auszuladen und in den Stall zu bringen. Aber im Vergleich dazu, dass es Covid 19 glimpflich mit uns meint und wir nicht in den Spital müssen, sind das Peanuts und am 24. Januar ist der Spuk hoffentlich zu Ende und wir aus der Isolation entlassen und sogar für ein Weilchen immun.

1. - 16. Januar 2021

Willkommen im neuen Jahrzehnt! Der Alltag hat uns wieder. Nach ein paar Ferientagen über den Neujahrswechsel sind wir schnell wieder im Trott. Im Kuhstall mussten wir erstmals diesen Winter die Tore schliessen, da die Temperatur unter 5° C sank. Diese gemessene Temperatur liegt in dieser Jahreszeit zwar noch in der Norm, aber zusammen mit der kräftigen Bise fühlte sich das schon fast wie Sibirien an. Bei den Ziegen mussten wir das Wasser morgens und abends erneuern, weil es in den Kesseln rasch einfriert. Das gleiche Problem haben wir bei den Schweinchen und den Eseln. Es nützt auch nichts warmes Wasser hinzustellen. Es friert genauso schnell ein.

 

Im neuen Jahr sind bei uns schon 5 Kälbchen zur Welt gekommen. Eines von einer Kuh und 4 von erstgebärenden Rindern, die Christian zwischen Weihnacht und Neujahr aus der Aufzucht in Eptingen zurückgeholt hat.

 

Am 12. Januar wurde eine unserer beiden Hühnergruppen abgeholt und in einen Schlachthof gebracht. Dazu sind wir um halb 5 Uhr aufgestanden und haben im Dunkeln  die ca. 450 Hühner von den Sitzstangen gepflückt  und in extra Kisten verpackt. Das ergab am Ende 30 Kisten mit je 15 Hühnern. 2 Hähne durften bleiben, die anderen gingen mit auf die Reise. Jetzt werden die Einrichtungen im Hühnerstall abmontiert und mit dem Hochdruckreiniger gewaschen. Der Stall wird sauber ausgemistet und dann ebenfalls mit hohem Wasserdruck gereinigt. Wir haben Glück, denn momentan ist es etwas wärmer, so dass das Wasser im leeren Hühnerstall nicht einfriert (üblicherweise wird der Stall durch die Hühner aufgewärmt), und dass deshalb auch das Waschen mit dem Hochdruckreiniger möglich ist.

Zum Jahresende 2020

Wir sind in der Weihnachtswoche angelangt. Die Einschränkungen infolge von Covid 19 sind wieder stärker geworden. Wir dürfen an Sonn- und Feiertagen keinen Direktverkauf anbieten (ausser die Waren würden draussen verkauft mit einem Verkaufsfenster, bzw. in unserem Fall wohl eher einer einbetonierten Kasse. Diesen Aufwand möchten wir aber nicht betreiben). Das Holder - Rümli bleibt wie die Restaurants bis mindestens am 22. Januar gänzlich geschlossen. Für uns ist das zum Glück verkraftbar und wir sind dankbar, dass uns die Landwirtschaft ein sicheres Einkommen bietet.  Wir danken auch den vielen Menschen, die uns 2020 unterstützt haben und Anteil an unserem Hof genommen haben und zitieren für sie und alle unsere Leser die Worte, die jeweils am Ende des  Newsletters der Onlinezeitung "Republik" stehen: "Bleiben Sie umsichtig. Bleiben Sie freundlich. Bleiben Sie gesund".  

 

Zum Jahresende möchten wir unseren Bloglesern einen Text ans Herz legen. Er stammt aus der oben erwähnten Zeitung, die wir an dieser Stelle übrigens gerne weiterempfehlen! Sie ist unabhängig und leserfinanziert und sie hat den Anspruch in Zeiten von alternativen Fakten noch gut recherchierte, seriöse Artikel zu produzieren. Seit die Anzahl Coronaerkrankter wieder angestiegen ist, gibt sie übrigens wieder, wie schon im Frühling, einen allabendlichen kostenlosen Newsletter heraus, den jede/r abonnieren kann.

 

Unseren wöchentlichen Blog werden wir nach dem Dreikönigstag weiterführen. Wir wünschen unseren Lesern ruhige und besinnliche Feiertage und hier also der versprochene Text: 

Kindness – das Wort lässt sich nicht präzise auf Deutsch übersetzen. Kindness ist irgendwo zwischen Freundlichkeit und Güte angesiedelt, mit einer Prise innerer Grosszügigkeit und Menschenliebe. Und ohne die Erwartung einer Gegenleistung oder von Dankbarkeit.

 

Item. Manchmal geht sie vergessen im Alltag, vor lauter eigenen Sorgen. Journalistin Anna Miller hat eine kleine Ode geschrieben an die kindness:

 

«Ich habe vor ein paar Monaten damit begonnen, Menschen ihren Kaffee zu zahlen oder ihr Bier oder was auch immer sie gerade trinken, weil das bisher immer Schönstes in mein Leben brachte, einen Moment puren Glücks, und deshalb mache ich das jetzt öfter. Die Leute sitzen dann an ihren Tischen und denken sich nichts weiter, und ich sage dem Kellner ein bisschen verstohlen, dass ich die Rechnung dieses Herrn oder dieser Dame übernehme, und dann zeigen wir kurz zum Tisch rüber, damit er weiss, wen ich meine, der Kellner nickt und lächelt, und wir haben einen Pakt geschlossen, das alleine macht schon unglaublich viel Spass.

 

Ich freue mich dann immer, und alle freuen sich irgendwann mit, und, falls es Sie beruhigt, die Forschung freut sich sogar mit mir, denn der random act of kindness, einfach mal nett sein und nichts weiter, macht nachweislich das Leben besser und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Beschenkte dann auch nett ist und wir alle vielleicht doch noch die Welt retten. Das geht so weit, dass einer der besten Epidemiologen – er berät dieser Tage den neuen US-Präsidenten – während der Pandemie eine Website aufgeschaltet hat, genau dazu. Jeden Tag reichen da Menschen ihre Geschichten ein, und er liest sie dann in seinem Podcast vor. Eine pandemic of kindness nennt er das, und es sei etwas vom Besten, was man tun könne, sagt er.

Irgendwann fliegt die Sache übrigens immer auf, der Beschenkte realisiert spätestens beim Bestellen der Rechnung, dass er nichts zahlen muss, ich bin dann schon gegangen, manchmal auch nicht, und dann sehe ich, wie die Person oft ganz irritiert ist und nicht versteht, was das soll, sie versteht nicht und fragt dann, wirklich, ich? Und ich sage dann ja; ja, Sie, und dann fragt sie: Warum bloss?, und ich: Einfach so.

 

Einfach so, einfach so, das ist nichts, was wir uns gewohnt sind, warum auch einfach so? Es hat doch alles seinen Preis im Leben, alles fordert seinen Tribut. Nichts gibt es gratis, jede Freundlichkeit in einer Hotellobby doch nur noch, weil das Hotel sonst ein schlechtes Rating kriegt, jedes Werbegeschenk, damit man Kunde bleibt, bei uns Frauen sind Drinks an einer Bar, die wir nicht selbst bezahlen, meistens irgendwie sexuell gemeint; und sowieso, lieber schlägt man aus, sich helfen zu lassen, als irgendjemandem was zu schulden, lieber allein als dann auf ewig schlecht begleitet; lieber die Weinkiste selbst in den sechsten Stock tragen als die Nachbarn spontan rausklingeln; lieber selber googeln als nach dem Weg fragen, ja keine Abhängigkeiten schaffen, erst recht nicht gegenüber Fremden.

 

Also spendiere ich jetzt Kaffeeportionen und manchmal ein Bier, jedenfalls, solange noch irgendetwas aufhat in diesem Land. Ich suche mir einfach jemanden aus und bezahle die Rechnung, zugegebenermassen auch, um genau mit dieser Erwartung zu brechen, mit dieser Frage nach dem Haken, der Frage nach dem Warum, der Frage nach der Grenzüberschreitung, nach dem Einverleiben des anderen, weil man sich einen Kredit erarbeitet hat, einen Vorsprung, und die andere nun ewig in der Schuld steht – und dann passiert, zum Wunder aller, eben mal: nichts.

 

Du musst gar nichts, verstehst du, ich stelle keinen Anspruch an dich, an deine Dankbarkeit, an deinen Augenkontakt, ich stelle keinen Anspruch darauf, deinen Körper zu ertasten oder dich lieben zu müssen; ich muss kein Gespräch mit dir führen und brauche nichts über dich zu wissen, ich weiss bloss, dass wir beide hier sitzen, zur gleichen Zeit in der Geschichte im gleichen Raum, ganz physisch, wir atmen gerade die gleiche abgestandene, vielleicht mit Viren verpestete Luft ein; und vielleicht sterbe ich früher als du und vielleicht du früher als ich, wer weiss das schon, ich finde, das macht uns doch zu Komplizen, frohen Kaffee allerseits, stossen wir aufs Leben an, die Rechnung geht auf mich.»

 

Kindness ist auf Deutsch vielleicht nicht so leicht zu übersetzen. Leben lässt sie sich aber eigentlich sehr einfach. Es muss auch nicht immer ein Kaffee sein, manchmal reicht ein gutes Wort.

 

 

14. - 20. 12. 2020

Der Feldweg entlang dem Wäldeli muss erneuert werden. Es hat langsam zu viele Pfützen.

 

Ausserdem werden unsere Felder an verschiedenen Stellen durch die Zivilisation beeinträchtigt.:

 

Das Einziehen der Stromleitung von Therwil nach Aesch dauert wohl noch bis im Frühling. Dafür wurde sogar ein Installationsplatz auf unserem Feld eingerichtet.

 

Der neue Kunstrasen für die Reinacher Fussballer ist schon im Bau und frisst auch Ackerfläche von uns. Für einen Ausserirdischen muss das schon total unverständlich sein: Die Ackerflächen Europas sind die ertragreichsten der Welt und ernähren auch viele Menschen ausserhalb Europas und wir überbauen dieses kostbare Land mit Strassen, Freizeitanlagen etc. Im Hinblick auf die Ernährung der stetig wachsenden Weltbevölkerung ist das schon seltsam. Eigentlich ein Irrsinn. Nun: Der Weiterbau des Kunstrasens wurde momentan wegen einer Einsprache gestoppt. Aber der Vollanschluss der Autobahn Aesch Nord wird noch bis 2020 ca. 1 ha Land benötigen für einen Instatallationsplatz, sowie Kies - und Humusdepots. Danach wird es wieder frei für den Betrieb. Aber für die Tramunterführung wurde ebenfalls ein ha Landwirtschaftsland geopfert. Das ist aber nichts im Vergleich zu den Flächen, die in Aesch in den letzten Jahren mit Industrie überbaut wurden.

 

Die Coronasituation verschlimmert sich wieder und wir warten auf die nächsten Anweisungen des Bundesrates. Wir Bauern sind nicht stark betroffen und profitieren sogar beim Direktverkauf. Einzig mit der Vermietung des Holder - Rümlis wird wohl bald wieder Schluss sein und vielleicht werden wir auch den Spielplatz wieder schliessen müssen. Mal schauen.

7.12. - 13.12.2020

 

 

 

Seit herabfallende Glut bei uns an Heiligabend einen Schwelbrand im Teppich verursacht hat, haben wir keinen Weihnachtsbaum mehr im Haus. An seiner Stelle steht nun seit bald 10 Jahren ein grosser Weihnachtsbaum im Innenhof. So können sich viel mehr Menschen daran erfreuen, das Haus riskiert nicht, abzubrennen und wir durften in den letzten Jahren an Heiligabend die Neuhoffreunde bei uns empfangen und gemeinsam am Feuer vor dem Baum feiern. Den Baum haben wir jetzt wieder aufgestellt. Aber das gemeinsame Feiern auf unserem Hof entfällt dieses Jahr wohl wegen der nicht enden wollenden Pandemiegeschichte. Schade!

Samstagnacht kam unerwartet ein Kälbchen zur Welt. Christian hatte Wochenenddienst und fand das Kälbchen am Sonntagmorgen früh in einer Liegebox bei den Kühen. Er brachte es hinüber zur Kälberbox, wo sich bereits ein 10 Tage altes Kälbchen befand. Er wandte sich kurz ab, kam aber nach 2 bis 3 Minuten zurück.........................und das Neugeborene war nicht mehr da! Das konnte doch nicht sein! Die Tür zur Box war zu! Christian musste sich wohl oder übel auf die Suche machen und fand das Kälbchen schliesslich in der dunklen Nacht hinter der Scheune. Tiere der Rindergattung sind Fluchttiere. Sie können kurz nach der Geburt schon stehen und fliehen. Das Kleine muss sich sehr erschreckt haben, vielleicht ab dem neuen "Gschpänli". Es ist wohl in Panik ins Absperrgitter gerannt, hat sich da hindurchgezwängt und hat anschliessend das Weite gesucht. Wir hatten Glück, denn Kälbchen können in kürzester Zeit sehr weit kommen. Christian musste sich dem erschreckten Tier sehr behutsam nähern, konnte es schliesslich halten und trug es dann in den Stall zurück. Kurz darauf bekam es die erste Milch, konnte sich beruhigen und schlief dann neben seinem neuen Kameraden ein.

 

Wie jedes Jahr im Dezember wollen wir diese Woche 2 Tage reservieren, um bei allen Kühen die Klauen zu kontrollieren und zu schneiden. 

 

Es sind noch 3 Rinder in Seewen zu holen, wo sie aufgezogen wurden. Sie werden kurz nach ihrem Eintreffen ein Kälbchen bekommen.