Aktuelle Arbeiten und Vorkommnisse auf dem Neuhof

16. -22. Oktober

Nachdem der Weizen letzte Woche bei besten Bedingungen gesät werden konnte, steht am 16. Oktober noch der Rest von 1,5 ha zur Saat an. 20 ha sind gesät. Die Sorten Nara, Isuela und Simano wurden dazu verwendet. Bei den restlichen 1,5 ha macht Christian einen Versuch mit Bio Saatweizen. Er will sehen, ob dieser Weizen eine intensivere Düngung als beim Biolandbau üblich, erträgt. Wiwa heisst die Sorte und hat sehr gute Qualitätseigenschaften.

 

Hinter der Scheune ist schon wieder sehr viel Gras gewachsen, was bei den hohen Temperaturen nicht erstaunt. Zum Mähen ist es zu wenig, also wird nochmals eingezäunt und die Kühe können sich nochmals ein paar Tage auf der Weide tummeln. Allerdings: Das Gras ist sehr jung und hat deshalb einen hohen Proteingehalt und wenig Struktur. Das führt zu Durchfall. Deshalb wird im Stall entsprechend die Fütterung angepasst, mit mehr Energie (Mais, Zuckerrübenschnitzel) und Struktur (Stroh).

 

Die unselige Geschichte mit den braunen Hühnern hat am Dienstag ein Ende. Wegen der Vogelgrippe mussten wir sie einsperren, was gar nicht ihrem Naturell entsprach. Seit dieser Zeit hacken sie einander blutig, obwohl sie schon lange wieder auf die Weide dürfen. Dadurch ist ihre Legeleistung stark eingebrochen und ihre Eier sind dünnschalig und brüchig. Da lässt sich nicht mehr viel verdienen. Am Dienstagmorgen, wenn es noch dunkel ist, werden sie von den Stangen geholt und in Kisten verbracht. Danach werden sie vom Camion abgeholt, am Bestimmungsort mit CO2 betäubt und geschlachtet oder verbrannt.

 

All die Hühner einzufangen ist schwierig. Deshalb machen wir das im Dunkeln, wenn sie auf den "Stängeli" sitzen und schlafen. Dann können sie relativ einfach ab der Stange gepflückt werden.

9. - 15. Oktober 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch das grosse Feld hinter dem Wäldchen wird gepflügt. Es war 3 Jahre lang eine Wiese.

Die gepflügten Felder werden zur Saat vorbereitet. Das heisst: Die Quer- und die Randfurchen werden mit der Kreiselegge vereggt. Danach kann mit der Weizensaat begonnen werden.

 

Das letzte Gras wird noch gemäht und zu Siloballen verarbeitet.

 

In der Schweiz hat bereits die Verarbeitung der Zuckerrüben zu Zucker begonnen und wir erhalten diese Woche die bestellten 25 Tonnen Zuckerrübenschnitzel (ein Abfallprodukt der Zuckergewinnung). Gleichzeitig holen wir in Rheinfelden bei der Brauerei Feldschlösschen10 Tonnen Malz (ein Abfallprodukt aus der Bierbrauerei). Beides vermischen wir und füllen es in Silos ein. Für die Kühe ist das ein hochwertiges Futter und somit eine sinnvolle Verwertung von Nebenprodukten der Industrie.

 

Es ist wieder einmal soweit: Wieder wird renoviert. Nachdem beim Haupthaus letztes Jahr die Fassade gestrichen wurde, kommt jetzt das Nebengebäude dran. Aufs Dach kommen eine neue Lattung und neue Ziegel und die Fassade wird renoviert. Das Holder-Rümli bleibt zum Glück zugänglich.

Und: Mit Herbstbeginn offerieren die Gillerugger wieder ihre beliebte Metzgete. Wie üblich findet sie im geheizten Zelt in unserer Scheune statt und das Rennen auf freie Plätze hat bereits begonnen. Wie wir aus gut unterrichten Kreisen wissen, sind am Samstag, 28. Oktober noch ein paar Plätze frei für Liebhaber von Schweinefleisch, Blut-und Leberwürsten, Rösti, gekochten Apfelschnitzchen etc. etc. Falls Sie also Interesse haben, reservieren Sie sich rasch noch einen der raren Plätze. Hier der Flyer:

2. - 8. Oktober

Jetzt beginnen die Herbstsaaten: Ab Mitte September würde Gerste angesät. Nur bauen wir dieses Jahr keine an. Roggen wird um den 1. Oktober herum angesät. Da jetzt eine Regenfront im Anmarsch ist, wird es wahrscheinlich Donnerstag oder Freitag, bis wir unseren Roggen säen. Mitte Oktober ist dann der richtige Zeitpunkt für die Weizenaussaat.

 

Langsam aber sicher ist jetzt auch der letzte Zeitpunkt, um noch einmal Gras zu mähen, anzuwelken und dann in Siloballen zu pressen. Das Gras wächst jetzt nämlich kaum mehr und es macht keinen Sinn, mit dem Mähen noch länger zu warten. Es wird ja auch kälter und und die Tage kürzer und so kann das Gras kann kaum mehr antrocknen. Der Plan für diese Woche ist, vor allem dort das Gras zu mähen, wo anschliessend die Wiese umgepflügt werden soll, damit dort dann in der nächsten Woche der Weizen gesät werden kann.

 

18. - 24. September

 

 

Rekordernte bei unseren "Chatzeseicherli"! Wer hätte das gedacht, nach dem ungewöhnlich starken Frost am 19. April! Die Traubenschosse in unserem Garten waren alle erfroren und braun. Aber die Natur hat tatsächlich einen 2. Versuch gewagt und der extrem warme Sommer hat es möglich gemacht: Es hat mehr Trauben an unseren Reben als je zuvor und sie sind schon fast reif.

Aber jetzt ist es ganz schön kalt geworden. Nur noch wenige Schwalben sind hier. Wir wissen nicht, ob die angenehmeres Wetter brauchen, um nach Süden zu ziehen...

 

Diesen Montag wird die Güllegrube geleert und die Gülle auf den Wiesen verteilt. Jetzt ist die Vegetation noch aktiv, das Gras wächst noch und der Stickstoff in der Gülle kann noch gut als Dünger wirken.

 

Auf dem Hof sind wir mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

 

Ab Mitte Woche soll das Wetter wieder trockener werden. Dann wollen wir das Maisfeld pflügen und zur neuen Saat vorbereiten. Den Zaun gegen die Wildschweine, der zum Wald hin noch steht, wird entfernt.

 

Die Rotationsbrache ist sehr dicht gewachsen. Jetzt können wir den Zaun, den wir darum herum aufgestellt hatten, wieder entfernen. Er sollte die Hunde davon abhalten, die Tiere zu stören, die sich in diese Brache zurückziehen. Natürlich gilt das aber nicht als Einladung, die Hunde nun da spielen zu lassen! Es ist wie gesagt ein Rückzugsort für Wildtiere.

 

Für Christian stehen diese Woche noch Sitzungen an beim Getreideproduzentenverband und bei der Migros, im Auftrag der IPSuisse. Dann gibt es noch eine Führung anlässlich eines Kindergeburtstages und dann kommt schon das Wochenende mit dem Saat- und Erntefest. Wir hoffen auf gutes Wetter und viele Besucher!

11. - 17. September

Mit der Maisernte sind die Erntearbeiten für dieses Jahr beinahe abgeschlossen. Es bleibt noch das Gras vor dem Wintereinbruch ein letztes Mal zu mähen und in Siloballen zu konservieren, irgendwann im Oktober. Somit richtet sich unser Augenmerk immer mehr auf das nächste Jahr. Will heissen: Jetzt steht das Säen im Vordergrund. Die Rotationsbrache ist bereits angesät. Mit Brache ist eben nicht gemeint, dass nichts angesät wird, sondern eher, dass keine Ernte stattfindet. Angesät haben wir eine Mischung aus Blumen, Kräutern und Stauden. Diese bleiben wahlweise für 1, 2 oder 3 Jahre. Durch blühende Pflanzen, Strukturen und das Ruhen lassen entsteht ein ökologischer Mehrwert, den Insekten, Vögel etc. gerne nutzen und in dem sich auch langsam wachsende Pflanzen entwickeln können. Der Natur wollen wir zwischendurch Raum und Zeit lassen....

 

Als nächstes werden die abgeernteten Felder gepflügt. So können in 2 - 3 Wochen der Roggen und der Weizen angesät werden.

 

Von der kantonalen Abteilung für Jagd und Fischerei war ein Schadeninspektor da. Er schätzt den Schaden, den die Wildschweine und Dachse verursacht haben auf ca. 1500.- Franken. Vorausgesetzt, man hat Schutzmassnahmen ergriffen, wird das Geld auch ausbezahlt. In unserem Fall haben wir einen Elektrozaun mit 3-facher Drahtführung in einer Länge von 1,5 km um das Feld gezogen. Bekanntlich hat das aber weder Dachs noch Schwein aufgehalten. Allein für Zeit und Material ist die Entschädigung schon fast aufgebraucht. Somit bleibt der grösste Teil des Schadens, also der Ernteausfall, an uns hängen. Die Entschädigungen werden übrigens nicht vom Kanton finanziert, sondern von den Jagdgesellschaften.

 

Alle liegengebliebenen Maisstängel werden nun noch mit dem Mulgerät zerkleinert und die Maiskolben zerhackt. Mit dem Pflügen warten wir noch zu, in der Hoffnung, dass möglichst viele Körner und Kolben von Krähen und Dachsen geholt werden. Beim Pflügen würden die Körner und Kolben eingegraben.  Das hätte für uns den Nachteil, dass im Winter vorallem die Dachse diese Kolben als willkommene Nahrung wieder ausgraben und dabei den frisch angesäten Weizen kaputt machen würden.

4.9. - 11.9.2017

Montag: Morgens sind nach der Wochenbesprechung 2 Kühe an den Klauen zu behandeln, weil sie hinken. Bei der einen Kuh ist ein Klauengeschwür die Ursache. Es wird behandelt und die Kuh erhält einen Verband. Dazu braucht es keinen Tierarzt. Bei der zweiten Kuh muss nur eine Klaue des linken Hinterfusses gereinigt und desinfiziert werden.

 

Danach wird beim Sportplatz Gras gemäht und die Sämaschine wird vorbereitet, um eine Rotationsbrache zu säen. Am Nachmittag kommt der Lohnunternehmer und wir häckseln unseren Mais. Es braucht dazu eine Person, die mit dem Häcksler fährt, 3 Personen, die mit Traktor und Anhänger das Häckselgut zum Hof fahren und 1 Person, die bei der Abladestelle arbeitet. Einerseits wird der Mais mittels eines Gebläses in die grünen Silos hinter der Scheune hochgeblasen und so von oben eingefüllt, andererseits wird auch in der Scheune noch ein Betonsilo mit Hilfe unseres Krans mit Maishäcksel gefüllt. 5 ha Mais sind so bis 8 Uhr abends verräumt. In ca. 6 Wochen ist der Mais vergoren (wie Sauerkraut) und wird als Viehfutter verwendet.

 

Dienstag: Die Silos werden verschlossen und um die Silos herum aufgeräumt und geputzt. 10 ha Rotationsbrache werden gesät. Dazu wird das Feld geeggt. Die Sämaschine ist auf der Egge montiert und so kann gleichzeitig die Grasmischung für die Brache ausgebracht werden. Dabei kommen die feinen Sämchen nicht in den Boden, wie es beim Getreide der Fall wäre, sondern sie werden nur auf den Boden gestreut.

 

Das Gras, das am Montag gesät wurde, ist genügend angewelkt und wir in Plastikfolien gewickelt. Am Abend werden sie nach Hause geholt und aufeinander gestapelt.  In diesen Siloballen gärt das Gras jetzt noch ein paar Wochen - wie der Mais - und kann dann als Viehfutter verwendet werden.

 

Mittwoch: Die am Dienstag ausgebrachte Saat für die Rotationsbrache wird mit einer 9 Meter breiten Walze, die wir vom Schlatthof ausgeliehen haben, fest am Boden angedrückt. So haben die Sämchen Kontakt mit der Erde und können keimen. Diese Arbeit dauert ca. 3 Stunden.

 

Bei der Landi liegt ein Stück Land, das eigentlich dieses Jahr hätte überbaut werden sollen. Weil das nun doch nicht der Fall ist, nutzen wir es nochmals, d.h. des wird heute gepflügt.

 

Die Galtkühe, die einige Wochen vor dem Kalbern sind und nicht mehr gemolken werden, waren einige Tage auf der Ponyweide. Wir holen sie zurück in den Stall. Was sie auf der Weide nicht sauber abgefressen haben, wird jetzt noch mit dem Rasenmäher abgeschnitten. Um die Quittenbäume herum mäht Christian das hohe Gras mit der Sense

 

Donnerstag: Es sind noch 8,5 ha Gras zu mähen. Das wird heute mit Traktor und angehängtem Mähwerk erledigt. Weiter geht es noch mit dem Pflügen bei der Landi und nach längerem Unterbruch liegt ein halber Tag Werkstatt einrichten auch noch drin.

 

Freitag: Ein Besuch des Tierarztes steht auf dem Programm. Auf unserem Betrieb wird computergestützte Herdebetreuung gemacht, d.h. alle Kühe sind mit ihren Abkalbedaten und ihrer Krankengeschichte in einem speziellen PC-Programm registriert und 1 x im Monat kommt der Tierarzt vorbei. Er hat einen Ausdruck oder sein Laptop dabei und weiss so, welche Tiere kontrolliert oder behandelt werden müssen. Natürlich steht dabei die Fruchtbarkeit unserer Kühe im Vordergrund, sollen sie doch regelmässig Kälbchen bekommen. Nur so ist garantiert, dass es für uns Milch zu verkaufen gibt. Also macht der Tierarzt, der auf Milchvieh spezialisiert ist, Kontrollen nach der Geburt, ob das Tier gesund ist, er macht Trächtigkeitskontrollen, kontrolliert den Zyklus bei Tieren, die Probleme haben wieder brünstig zu werden und greift ein, wenn eine Kuh zu lange nicht tragend ist. Auch Stoffwechsel - oder Fütterungsproblem spielen in diesen Bereich hinein. Und der Tierarzt ist auch bei hartnäckigen Klauen- , Euter- oder Verdauungsproblemen Ansprechpartner.

 

Am Nachmittag wird das angewelkte Gras mit dem Kreiselschwader zu Schwaden gelegt und danach vom Lohnunternehmer zu Ballen gewickelt . Das gibt ca. 50 Siloballen.

 

Samstag / Sonntag: Christian hat Wochenenddienst, d.h. er ist alleine für alle Tiere verantwortlich. Er melkt die Kühe, füttert die Hühner, holt die Eier und putzt sie, füttert Pferde, Esel, Ziegen und die Minipigs. Eine Zusatzaufgabe ist dann noch das Heimholen der Siloballen vom Feld.

28.8.2017 - 3.9.2017

Schon wieder Wildschweine! Der Ärger ist gross! Nachdem wir in der ersten Augustwoche das Maisfeld eingezäunt und dabei eine Horde (das richtige Wort ist "Rotte) Wildschweine aufgescheucht hatten, sind wir beinahe täglich auf Kontrolle gewesen, haben geschaut, ob der Zaun noch intakt ist und ob neue Schäden am Maisfeld entstanden sind. Wir freuten uns sehr, denn wir konnten nichts entdecken - bis letzten Sonntag, als Christian sich nachmittags die Zeit nahm und bei einem Spaziergang das Maisfeld kontrollierte. Dabei lief er der Waldseite entlang, denn dort gibt es nasse Stellen, wo sich die Sauen gerne suhlen. Oh Schreck! Frisch aufgewühlte tiefe Löcher im Boden vor dem Maisfeld! Der Zaun war intakt, aber im Maisfeld gab es hunderte umgedrückte Stängel. Christian rief sofort den zuständigen Jäger an. Dieser versprach am nächsten Tag mit Hunden zu kommen und das Maisfeld zu durchsuchen. Christian besah sich den Schaden, lief weiter ins Maisfeld hinein und merkte plötzlich, dass es übel roch. Kurz darauf sah er in ca. 20 Metern Entfernung zwischen kreuz und quer herum liegenden Maisstängeln ein Mutterschwein mit 3 Halbwüchsigen, also ein Teil des Rudels, das die Verwüstungen angerichtet hatte. Christian schrie : " Haut ab ihr Sau - Schweine!", worauf sie grunzten und davon rannten. 10 Minuten später,Christian war schon auf dem Nachhauseweg, meldete sich der Jäger: Ein Mann habe angerufen. Es war der Besitzer des Bienenhauses, das auf dem Weg zum Schlatthof liegt. Er berichtete, eine Rotte von 12 Schweinen sei an ihm vorbei gerast, quer durch die Schafweide, die neben dem Bienenhaus liegt. Den Schafzaun hätten sie gleich mitgerissen. Das müssen wohl "unsere" Schweine gewesen sein, denn das Maisfeld liegt nicht weit entfernt.

 

Fazit: Noch mehr Mais kaputt, die Wildschweine ein weiteres Mal erfolgreich vertrieben und zusätzliche Sonntagsarbeit: Weil der Schafhalter nicht zu finden war, musste Christian den Zaun reparieren. Der Schaden am Mais wird von der kantonalen Jagdaufsicht abgeschätzt und teilweise vergütet, wenn man selbst alle möglichen Massnahmen ergriffen hat (sprich: Feld einzäunen und die Wildschweine gehörig anbrüllen :-) ). Das geschieht aber erst nach der Ernte, wenn man sieht, was alles liegen geblieben ist.

21.-27. August

Schon wieder über 30 Grad! So weit wir uns erinnern können, war es nur 2003 so lange so heiss., bzw. es war damals noch schlimmer. Tatsächlich haben wir schon wieder die Hälfte aller Grasflächen gemäht und 50 Siloballen daraus gemacht. Damit der Vorrat an Grassilage auch bis im April 2018 reicht, brauchen wir noch ca. 100 Siloballen. Eine Parzelle wurde nach der Weizenernte frisch angesät und nun haben wir dort das Gras zum ersten Mal geschnitten. Es war ein sogenannter "Säuberungsschnitt", d.h. das Gras wurde gemäht, weil darin viel Unkraut wuchs, das schon Samen bilden wollte. Durch das frühe Mähen wurde noch wenig Futter gewonnen, aber jetzt wächst das Gras schneller nach als das Unkraut und unterdrückt dadurch das Wachstum des Unkrautes. Auf dieser Parzelle, bzw. dieser Wiese wird vom 12. - 15. April 2018 die kantonale Tierausstellung stattfinden. Diese Ausstellung wird also um unseren Hof herum stattfinden. Dabei wird auch unsere grosse Scheune genutzt werden und der Innenhof.

 

Am nächsten Samstag, 25. August, veranstaltet die reformierte Kirche den Mischelibrunch mit Regiomarkt von 10 - 12 Uhr. Auch wir werden dort einen Stand haben, unseren Hof vorstellen und Eier verkaufen. Vielleicht sehen wir uns ja da!

14. - 20. August

Wir haben zurzeit sehr grosse Freude am Wetter. Es ist sehr warm und immer wieder fällt Regen. Das sind ideale Wachstumsbedingungen für das Gras und auch für den Mais, der noch etwas Feuchtigkeit braucht, damit die Maiskörner den Maiskolben noch ganz füllen und abreifen können. In 2 - 3 Wochen ist es dann soweit: Der Mais kann geerntet werden. Die Körner sind dann hart genug und haben genug Stärke gebildet, dass die Energiemenge und die Verdaulichkeit der Pflanze für unsere Kühe optimal ist. Auch ist der Stängel dann trocken genug,  so dass es beim Silieren kaum Saftverlust gibt. Bleibt zu hoffen, dass uns Sau und Dachs in Ruhe lassen.

 

Je nach Wetter können wir das Gras in einer Woche wieder schneiden und silieren. Das ist dann der 5. Schnitt dieses Jahr. Voraussichtlich werden wir Ende Oktober noch einen 6. Schnitt machen können. Zur Erinnerung: Letztes Jahr war es im Juni so trocken, dass gar nichts mehr gewachsen ist und wir 2016 nur 2 Schnitte hatten. Deswegen hatten wir zu wenig Futter und mussten für den Winter grosse Mengen zukaufen, obwohl wir wegen der Trockenheit auch einige Tiere früher als geplant schlachteten.

 

Unsere Galtkühe ( das sind die Kühe, die wir nicht mehr melken, weil sie in den nächsten 2 Monaten ein Kälbchen bekommen) bringen wir nun auf Weiden, die weiter weg sind vom Hof. Zuerst waren unsere Galtkühe auf der anderen Seite der Hauptstrasse beim Sonnenhof, danach auf einer Weide unterhalb des Schlatthofs und jetzt sind sie im "Paradiesli", einer kleinen idyllischen Waldweide an der Therwilerstrasse. Das sind alles hofferne Weiden, wo die Tiere ein paar Tage lang bleiben können, weil sie ja nicht am Morgen und am Abend fürs Melken zurück in den Stall kommen müssen. Wir transportieren sie im Viehanhänger zu den Weiden. Das Aufladen Der Tiere braucht viel Erfahrung, Ruhe und Geduld, aber auch entschlossenes Handeln im richtigen Moment. Das ist keine Arbeit für Anfänger.

 

 

 

Unsere Kühe auf der Weide unterhalb des Schlatthofs. Es ist das einzige Stück Land auf unserem Flachlandbetrieb, das nicht eben ist.

7. - 13. August

Dachse und Wildschweine wüten in unserem Mais
Dachse und Wildschweine wüten in unserem Mais

Diese Woche kommt  Ausserplanmässiges dazu: Mit Schrecken mussten wir feststellen, dass nicht nur Dachse im Mais wüten, sondern seit letzter Woche auch Wildschweine! Der Mais hat jetzt grosse Kolben. Die Dachse kommen in der Abenddämmerung oder in der Nacht, drücken einzelne Stängel in der Reihe um und fressen die Maiskolben. Nach ein paar Nächten und dem Besuch von ein paar Dachsen sind schnell hunderte Maiskolben weg. Und nun auch noch die Wildschweine: Die kommen im Familienverbund. So wie es aussieht, besteht die Rotte aus ca. 10 Wildschweinen. Sie drücken nicht einfach einzelne Stängel um, sondern machen gleich ganze Flächen platt. Alles liegt kreuz und quer. Es hat sich bewährt, um betroffene Maisfelder niedrige Elektrozäune anzulegen. Das hält die Wildschweine ab - die Dachse weniger. Aber Achtung: Zuvor müssen die Tiere aus dem Feld vertrieben werden! Denn es gibt nichts Dümmeres als die Wildscheine im Maisfeld einzusperren...

 

Letzte Woche konnten wir endliche einmal Ferien machen und ausspannen. Aber diese Woche stecken wir, wie man anhand des zerstörten Maisfeldes sieht, wieder mitten drin in der Arbeit. Der Plan war eigentlich, unsere Werkstatt aufzuräumen. Wir haben einen Sponsor gefunden für unsere Werkstatt und können diese nun neu einrichten. Dazu muss zuerst alles geräumt werden. Damit wurde letzte Woche begonnen und es wird uns auch diese Woche noch beschäftigen....Was da alles zum Vorschein kommt! Was man doch alles zur Seite legt, weil man denkt, man braucht es noch, aber weil man im Moment gerade nicht weiss, wohin damit, verschwindet es mit der Zeit einfach in den Untiefen der Werkstatt! Jetzt ist also die Gelegenheit, sich von Unnötigem zu trennen.

 

10 Jahre lang lief das Projekt "Hopp Hase" auf unserem Land. Dabei wurde geprüft, wie man die Feldhasenpopulation wieder erhöhen könnte. Es freut uns, dass die Studie brauchbare und umsetzbare Lösungen präsentieren kann und wir dazu beitragen konnten. Dazu finden Sie unten auf unserer Webseite zum Downloaden die letzte "Hasenpost" der Projektgruppe.

24. - 30. Juli

Die Ernte ist fertig und es ist schlechtes Wetter. Wir freuen uns aber über den Regen, weil wir im trockenen Reinach in der heissen Jahreszeit immer Wasser gebrauchen können. Vor allem das Gras und der Mais, unser zukünftiges Futter für die Kühe, sind jetzt sehr dankbar für das kühlere Wetter und die Niederschläge. Auch haben wir vor 10 Tagen auf dem abgeernteten Weizenfeld hinter der Scheune neues Gras angesät. Ohne Wasser könnte dieses nicht keimen oder die Keimlinge würden absterben. Das ist uns ja letzten Herbst passiert. Am schlimmsten war es im Jahr 2003, als wir alles Gras 3 x ansäen mussten. Aktuell wird das Angesäte aber bereits grün. Weizen, der beim Dreschen liegen geblieben ist, keimt nun wieder. Auf den Wiesen ist bereits Klee sichtbar und alles scheint gut zu verlaufen.

 

Jetzt ist auch Zeit für die Fruchtfolgeplanung. Christian muss sich Gedanken machen, was er im September und Oktober wo ansäen will. Es gibt dabei viele Vorgaben und Regeln, die beachtet werden wollen:

  • keine Monokulturen
  • die richtige Reihenfolge in der Fruchtfolge, damit die Bodenfruchtbarkeit erhalten bleibt und sich Schädlinge nicht zu stark vermehren können
  • trockenheitsresistente Kulturen
  • finanziell interessante Kulturen
  • Bei manchen Kulturen muss vorgängig geklärt werden, ob sich ein Abnehmer findet.
  • Welche Vorschriften macht uns der Staat? Beispielweise ist der prozentuale Anteil der Getreidefläche pro Betrieb begrenzt. Man muss auch mindestens 3 oder 4 verschiedene Kulturen pro Betrieb anbauen und es ist  vorgeschrieben wie gross der minimale Anteil an Ökofläche sein muss. Wenn man vor Ende September erntet, muss der Acker vor dem Winter wieder begrünt sein. etc. etc.
  • Gibt es neue interessante Kulturen? Ein Beispiel dazu ist die Mischung aus Gerste und Proteinerbsen für Viehfutter, die wir seit einigen Jahren anbauen.

Es kann aber die ganze Planung wieder über den Haufen geworfen werden, wenn wir z.B. Fläche verlieren. Das passiert beim Sportplatz Fiechten oder bei der Tramunterführung in Aesch dieses Jahr. Oder nächstes Jahr, wenn eine neue Stromleitung vom Froloo nach Aesch gezogen wird. Ebenfalls im nächsten Jahr findet die kantonale Tierausstellung auf unserem Land und bei unseren Hofgebäuden statt. Dazu müssen rund um unseren Hof 10 ha Gras angesät werden. So braucht es am Schluss dann doch auch noch etwas Flexibilität um einigermassen zufriedenstellend ans Ziel zu gelangen.

 

Ist einmal klar, was wo angesät wird, stellt sich als nächstes die Frage, welche Sorten man wählen soll. Die Sorten unterscheiden sich nach Ertragsmenge, Qualität, Widerstandsfähigkeit gegen unterschiedliche Schädlinge, Trockenheitsverträglichkeit, Reifezeitpunkt, Preis etc. Es gilt diejenigen Sorten zu finden, die am besten zu unserem Betrieb passen.

 

Zum Glück regnet es also und Christian kann sich in Ruhe mit diesen Fragen beschäftigen.

17.-23. Juli

Jetzt, wo die Felder abgeerntet sind, kann darauf der Mist ausgebracht werden. Der Mist stammt in der Hauptsache von unseren Kälbern, Hühnern, Ponys, Eseln und Ziegen. Er wird auf dem Mistplatz so lange gelagert, bis auf den Feldern Platz ist, um ihn auszubringen. Das geschieht im Herbst nach der Ernte, bevor wieder gepflügt wird oder im Frühjahr, bevor wir das Feld pflügen, wo wir anschliessend Mais ansäen. Um den Mist auszubringen reicht 1 Tag im Frühjahr und 1 Tag nach der Ernte. Das Entmistungssystem bei den Kühen ist so ausgerichtet, dass fast alles, was sie hinterlassen, nicht in Form von Mist anfällt, sondern in flüssiger Form, der Gülle. Da auch das Reinigungswasser vom Stall und das Oberflächenwasser in den Güllesilo geleitet werden, ist diese mit Wasser verdünnt. So fallen etwa 1500 - 2000 m3 Gülle pro Jahr an. Diese wird auf den Wiesen ausgebracht und zwar immer dann,  wenn wir die Wiesen gemäht und das Gras siliert haben. Das nimmt mehrere Tage im Jahr in Anspruch.

 

10. - 16. Juli 2017

Die Getreideernte ist unter Dach. Alle Felder sind abgeerntet, das Stroh in Ballen gepresst und in die Scheune gebracht oder verkauft. Noch stehen  zwei mit Getreide gefüllte Wagen in der Scheune, einer ist voll mit Roggenkörnern, der andere mit Weizenkörnern. Der Roggen wir noch nach Maisprach zur Mühle Graf geführt. Dort sind letzte Woche bereits 10 Tonnen Weizen von uns eingetroffen. Damit wird die Bäckerei Grellinger wieder neues Birseckbrot backen. Getreide ist mehrere Jahre haltbar, so dass bei genügend Vorrat eine schlechte Ernte überbrückt werden kann. Den restlichen Weizen - es sind etwa 7 Tonnen -  liefern wir nach Basel in die Landi im Dreispitz. Dort sind letzte Woche schon 60 Tonnen Weizen von uns eingetroffen. Bei der Abgabe des Weizens wird dieser gewogen  und die verschiedenen Qualitätsparameter festgestellt. Wir sind sehr froh, dass dieses Jahr unser Weizen wieder für Brotmehl geeignet ist,  und dass wir ihn ernten konnten, bevor er bei feuchtem Wetter auswachsen konnte. Wie üblich sind wir in der Ebene zwischen Reinach und Aesch früher dran als die meisten Schweizer Bauernbetriebe, wegen der Trockenheit in unserem Gebiet und weil unser Betrieb nur 300 Meter über Meer liegt.

 

Der uralte Mähdrescher ist erstaunlicherweise wieder fast ohne Probleme durch die ganze Ernte gekommen und Christian fragt sich unterdessen nicht mehr, wie lange der Mähdrescher noch durchhält. Die Frage, die sich ihm stellt ist eher: Wer hält es wohl länger aus, er oder der Mähdrescher? Christian ist noch etwas älter als der Drescher. Weil der Mähdrescher keine Kabine hat, ist man da oben der Hitze und dem Staub ausgesetzt - tagelang. Es ist vor allem der Staub, auf den Christian gerne verzichten würde.

 

Nach der Ernte ist vor der Ernte. Deshalb werden diese Woche die abgeernteten Felder bereits wieder angesät.

3. - 9. Juli

In dieser Woche ist Dreschen angesagt. Die Gerste, die wir gemischt mit Erbsen für Viehfutter angesät haben, ist schon weg.

 

Es ist dieses Jahr schwierig, den richtigen Zeitpunkt fürs Dreschen zu erwischen, weil das Getreide sehr ungleich ausreift. Ein Teil der Körner ist schon hart und erntereif und auf dem gleichen Feld gibt es aber auch noch weiche, grüne Körner. Wann sollen wir dreschen? Wenn es noch 2 - 3 Mal regnet, wird die Qualität der reifen Körner ganz schlecht. Andererseits: Wenn wir jetzt dreschen ist der Feuchtigkeitsgehalt des Getreides insgesamt zu hoch und es fallen Trocknungskosten an, was den eh schon kleinen Ertrag noch mehr schmälert. Es bleibt nichts anderes übrig, als die Felder ständig zu kontrollieren, immer wieder den Wetterbericht zu konsultieren und mit dem Mähdrescher probeweise in die Felder zu fahren und die Feuchtigkeit einer Getreideprobe mit einem speziellen Messgerät zu prüfen.

20. Juni - 1. Juli

Jetzt geht es plötzlich sehr schnell: Ein paar Hitzetage wie soeben erlebt (36° C) und das Getreide ist reif. Die Gerste wird im Herbst zuerst gesät und ist im Sommer auch zuerst reif. Wenn die Körner steinhart sind und man sie kaum mehr zerbeissen kann, ist es Zeit fürs Dreschen. Dann enthalten die Körner nur noch 14 - 16 % Feuchtigkeit  und können deshalb ohne künstliches Nachtrocknen problemlos gelagert werden.

 

In der Woche vom 20. Juni haben wir die Zeit genutzt, um uns für die Ernte vorzubereiten. Unser uralter Mähdrescher wurde geschmiert, getankt, eingestellt und ausprobiert. Es scheint alles zu funktionieren. Aber dann im Feld, weiss man nie, wann er plötzlich aussteigt. Es sind so viele mechanische Teile, Lager, Ketten, Riemen....Nicht alle Teile sind zugänglich, weswegen z.B. bei den Elevatoren Dauerschmierlager vorhanden sind, die nicht gewartet werden müssen. Aber beim hohen Alter (40 Jahre) unseres Mähdreschers weiss man eben nie.....Wir werden sehen.

 

Heute Sonntag, 25. Juni ist es jetzt so weit. Die Wetteraussichten für nächste Woche sind uns zu unsicher. Deshalb drischt Christian heute die reife Gerste

 

Wegen der Hitze und der Trockenheit haben wir in Der Woche vom 20. Juni alles noch vorhandene Gras gemäht. Der Ertrag war mässig (70 Siloballen).

12. - 19.Juni

In der Woche vom 5. Juni wurden 3 Kälber geboren. alles ist gut verlaufen. Gekalbt haben Oma (unsere 2. - älteste Kuh) und 2 Rinder. Rinder sind junge Kühe, die zum ersten Mal ein Kalb bekommen. Mit der Geburt werden sie zu Kühen. Sie sind dann ca. 2 Jahre alt.

 

Die 500 Junghennen legen bereits knapp 300 Eier pro Tag. Davon liegen ca. 10 Eier nicht wie es sich gehört im Nest, sondern irgendwo im Stall.

 

Immer Anfang Juni zeigt sich die Vegetation von ihrer schönsten Seite. Jetzt blühen die Ökoflächen in voller Pracht: Rotationsbrachen, Buntbrachen, extensive Wiesen und Weiden und Säume auf Ackerland. Das sind alles Ökomassnahmen, für die die Bauernfamilien von Bund, Kantonen und Gemeinden entschädigt werden. Sie dienen dazu, die Ökologie und Biodiversität in unserem Land aufzuwerten. Für die Landwirte bedeuten diese Flächen viel Aufwand, aber keinen direkten Ertrag. Darum werden sie dafür durch den Staat entschädigt und man spricht nicht mehr von Subventionen, sondern von Direktzahlungen an die Bauern.

 

Nicht nur die erwünschten Blumen und Kräuter wachsen auf den ungedüngten und ungespritzten Feldern. Leider gibt es in diesen Brachen auch unerwünschte Pflanzen, die sich sehr stark vermehren. Jetzt ist deshalb auch die Zeit, wo wir die Ökoflächen kontrollieren und vor allem Blacken und Disteln entfernen. Das ist diese Woche ein Hauptteil unserer Arbeit. Auch werden wir bei allen Kühen die Klauen kontrollieren und schneiden.

22. Mai - 4. Juni 2017

Die 500 neuen weissen Hühner beginnen Eier zu legen. Im neuen Stall fühlen sie sich wohl. Nachdem das Futterband über die Zeitschaltuhr angeschlossen worden ist, läuft beinahe alles so, wie es sollte. Leider lassen sich die Ventilatoren immer noch nicht regulieren und laufen auf voller Leistung. Der Elektriker sucht nach der Ursache des Problems. Und eine Nachtklappe funktioniert noch nicht per Strom. Die Hühner sind jetzt 20 Wochen alt und hatten 2 Wochen Zeit sich bei uns einzuleben. Seit einer Woche dürfen sie nach draussen, sind aber noch ziemlich nervös und ängstlich. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu den braunen Hühnern, die viel zutraulicher sind und sich gerne draussen aufhalten.

 

Am 27. Mai wurde das erste weisse Ei gelegt. Am 1. Juni waren es bereits 60 Stück. Bis Mitte Juni sollten bereits alle Hühner mit Legen begonnen haben und ab Anfang Juli dürften die Eier auch ihre normale Grösse erreicht  haben. Wir verkaufen die kleinen Eier unserer jungen Hühner zu einem reduzierten Preis für Fr. 0.40 / Ei und sind dabei auf den Goodwill unserer Laufkundschaft angewiesen, die die Eier direkt auf unserem Hof kauft. Wir haben sonst keinen Absatzkanal für Kleineier. Aufgrund eines Backrezeptes wissen wir, dass 4-5 normal grosse Eier ohne Schale 220 g wiegen. Wer mit dem Dreisatz zurechtkommt und das Rechnen nicht scheut, kann also auch mit kleinen Eiern backen, sofern er dazu ganze Eier braucht und nicht Eigelb und Eiklar trennen muss. Im übrigen gibt es ja auch noch Rühreier, Spiegeleier, harte Eier und verlorene Eier...

 

Nach den heissen Tagen hat der viele Regen den Kulturen geholfen, sich gut zu entwickeln, worüber wir natürlich sehr froh und dankbar sind.

 

 

8. - 21. Mai

Seit Donnerstag, 11. Mai ist Familie Maidan wieder da. Grosse Erleichterung für uns! Sie waren in den Ferien in Moldawien für 2 1/2 Wochen. Das ist für uns eine lange Zeit, um alle anstehenden Arbeiten alleine zu bewältigen. Ausserdem fielen viele Sitzungen genau in diese Zeit.

 

Beinahe 1 Monat ist es her, seit Knospen, Triebe, Blüten und Blätter der verschiedensten Pflanzen erfroren sind. Hier noch ein paar Bilder dazu:

Nun sind wieder neue Triebe und frische Blättchen zu sehen: Beispielsweise beim wilden Wein, bei der ebenfalls betroffenen Platane im Hühnerhof und auch beim Feigenbaum. Ob das mit einem Monat Verspätung noch Früchte geben kann? Die Nussbäume hat es am schlimmsten erwischt. Da sind noch gar keine neuen Triebe zu sehen. Nachdem wir im letzten Jahr als Milch - und Ackerbauern das schlechteste Jahr seit Jahrzehnten hatten, hat es dieses Jahr die Wein- und Obstbauern mit aller Härte getroffen, z.T. wurde die ganze zukünftige Ernte vernichtet, trotz dem Einsatz von Frostkerzen. Wie wir dem BiBo entnehmen, fehlt dem Obst- und Weinbaubetrieb von Christiane und Matthias Kleiber in Biel-Benken ein ganzes Jahreseinkommen. Zum Glück hat Matthias eine fixe Teilzeitstelle gefunden, damit er finanziell einigermassen über die Runden kommt.

 

Am Dienstag sind die neuen weissen Legehennen eingetroffen. Sie sind 18 Wochen alt. Somit geht es wohl noch 2 - 3 Wochen bis es mit dem Eierlegen losgeht.

 

Es waren noch einige Arbeiten zu erledigen, ehe die neuen Hühner einziehen konnten. Diesen Montag haben wir noch einen Zementüberzug eingebaut, da der Boden im Stall teilweise uneben und löcherig war. Auch jetzt ist natürlich noch nicht alles fertig. Weil es wärmer wird, muss die Aussentür durch ein Gitter ersetzt werden, damit genügend frische Luft in den Stall kommt. Die Ventilatoren können noch nicht richtig reguliert werden und laufen nur auf höchster Stufe. Das schätzen unsere Hühner natürlich nicht. deshalb muss der Elektriker nochmals kommen. Immerhin dürfen wir uns auf die zu erwartende Arbeitserleichterung freuen, wenn die neu eingebauten Eier- und Mistbänder laufen.

1. -7. Mai

Gestern Freitag, 6.Mai und auch heute Morgen hörte Christian den Kuckuck rufen. Wir konnten es kaum glauben, denn seit Jahren ist er in unserem Gebiet verstummt. Sofort kam Nostalgie auf, gehörte doch in unserer Kindheit der Kuckuck wie selbstverständlich zum Frühling. Hoffentlich bleibt er auch hier. Ebenso war vor 2 Tagen der Ruf einer Wachtel zu hören. Diese brüten schon lange nicht mehr hier, ab und zu sind sie aber im Frühjahr auf der Durchreise.

 

Es hat nun genug geregnet und die Kulturen dürfen wachsen. Bei uns ist ja die Vegetation trotz des frühen Frühlings eher weniger fortgeschritten als üblich, weil bei uns wegen der starken Trockenheit im März und April nichts mehr wachsen konnte. In dieser Woche sind anfangs bei der Gerste und am Ende auch beim Roggen die Ähren aus den Halmen gekommen. Der frisch gesäte Mais keimt und wird nächste Woche auflaufen, d.h. der Keimling wird die Erde durchbrechen.

24. - 30. April

Nicht nur Frost, sondern auch noch Schnee haben in dieser Woche der Natur zugesetzt. Es war nochmals alles weiss. Zwar sind die Eisheiligen erst im Mai, aber nach den warmen Temperaturen früher in diesem Monat, waren Frost und Schnee nun doch etwas zu viel des Guten. Aber auch hiervon sind unsere Kulturen verschont geblieben. Einzig die Eiweisserbsen, die wir als Viehfutter benötigen, könnten einen Schaden davon getragen haben. Es ist schwierig abzuschätzen. Im Garten sieht die Bilanz anders aus: Bei der grössten Weide hat es durch die Last des Schnees 2 grosse Äste abgerissen. Der wilde Wein und die Hausreben sind  teilweise erfroren. Auch die Glyzine und den Feigenbaum hat es getroffen. Und die Nussbäume auf unserem Hof und auf dem Land draussen lassen schwarze Blütenblätter hängen. Sie blühen bevor die Blätter kommen. Die Natur wird sich erholen, aber Früchte werden wir kaum ernten können.

 

Immerhin gab es endlich etwas Regen und für die ganze nächste Woche ist Regenwetter angesagt. Das passt uns ausgezeichnet, denn unsere Kulturen brauchen das Wasser und wir haben genügend Innenarbeiten zu erledigen:

 

Die Hühner sind weg, der Stall ausgemistet und mit dem Hochdruckreiniger gereinigt und jetzt wird neu eingerichtet: Die Voliere muss gebaut werden mit den Kotbändern, Futterbändern, Nippeltränken, Sitzstangen und Rosten. Ausserdem braucht es noch Legenester, die an die Wand montiert und mit Eierbändern ausgestattet werden, sowie eine nächtliche Legenestsperre. Bis am 16. Mai muss alles fertig sein. Dann kommen die neuen Hühner.

 

17. - 23. April

Am Gründonnerstag haben wir die weissen Hühner ausgestallt. Sie haben ca. 15 Monate lang brav ihr (fast) tägliches Ei gelegt und lassen nun in ihrer Legeleistung naturgemäss so stark nach, dass sie für uns leider nicht mehr rentabel sind. Wir haben die Hühner nachts, eins nach dem anderen, in die Hand genommen und in Transportkäfige gesperrt.  Wenn die Hühner nachts auf der Stange sitzen rennen sie nicht davon, wenn man sie in die Hand nehmen will, sondern lassen brav alles mit sich geschehen.  Wir haben die Hühner zur weiteren Verwertung dem Zolli gebracht.

 

Nach dem grossen Aufräumen der Kuhparade letzte Woche, kam diese Woche das grosse Ausmisten, Abbrechen und Reinigen der einen Hälfte unseres Hühnerstalles. In der anderen Hälfte wohnen die braunen Hühner bereits in einer moderneren Anlage. Nun wird also auch die 2. Hälfte des Hühnerstalles neu eingerichtet mit Legeband, Futterband, Mistband etc. So dass auch bei der doppelten Anzahl Hühner nicht mehr Arbeit anfallen sollte als vorher. Im Moment - während des Umbaus und dem neu Einrichten - stimmt das leider gar nicht.

 

Nach der grossen Trockenheit kamen Frost und Schnee. Zwar wurden unsere Kulturen dadurch weiter in ihrer Entwicklung gehemmt, aber zu konkreten Schäden ist es auf unserem Betrieb nicht gekommen. Fraglich ist für uns noch der Zustand der Erbsen (für Viehfutter), die teilweise bereits mit dem Blühen begonnen hatten. Besonders gefährdet durch Frost sind Kirschen, Reben, Mais und Zuckerrüben, was wir alles nicht haben. Die Trockenheit ist für uns aber noch nicht ganz vorbei und wir hoffen auf weitere Regenfälle, die ja zum Glück für nächste Woche angekündigt worden sind.

10. - 16. April

Bei schönstem Wetter ging am letzten Samstag die Kuhparade über die Bühne. Es waren reihum zufriedene Gesichter und ein grosser Besucheraufmarsch um die Mittagszeit zu sehen, wo vor allem das Rahmenprogramm interessierte. Hier ein paar Impressionen:

Danach kam das grosse Aufräumen, wo wir tatkräftig unterstützt wurden durch unsere Bauernkollegen. Unser grosser Dank gilt aber auch den zahlreichen freiwilligen Helfern aus unserem Umfeld, ohne die es nicht möglich wäre ein Fest dieser Grössenordnung auf unserem Hof durchzuführen.

 

Die Karwoche war dann geprägt durch unsere Sorge wegen des Wetters. Die seit Anfang März anhaltende Trockenheit setzt den Kulturen arg zu. Wir mussten in dieser Woche das Gras frühzeitig mähen, um zumindest noch einen Ertrag zu haben, bevor es ganz vertrocknet.  Es bleibt die Angst um das Getreide. Nachdem das Jahr 2016 das ertragsmässig schlechteste war, seit wir 1994 die Pacht übernommen haben, sieht es dieses Jahr fast so aus, als ob es im gleichen Stil weiter gehen würde.....Nun, wir wollen das Beste hoffen. Vorerst wünschen wir allen ein frohes Osterfest!

3. - 9. April

In dieser Woche sind wir mit dem Aufbau für die Viehschau / Kuhparade vom Samstag, 8. April beschäftigt.

So sieht es am Dienstag, 4. April aus: die Anbindevorrichtung für 90 Kühe auf dem Hofplatz ist erstellt.

Am Mittwoch bauen wir je ein Gehege für die die Minipigs und die Lamas und trennen ein Stück vom Ziegengehege ab für die Esel. Danach wird die Scheune geräumt für die Festwirtschaft und den Spielplatz mit Strohburg und Trampolin. Am Freitag kommt das Sägemehl für den Vorführring und das Stroh für die Kühe wird bereitet. Neben dem Tram gibt es Parkplätze. Dort wird das Gras noch geschnitten und Siloballen gemacht. Dann wird die Wiese in Parkfelder eingeteilt. Danach braucht es noch diverse Schilder für Parkplätze, Festwirtschaft, WC etc.

 

Der Wetterbericht ist sehr gut. Wir Samstag wird Sonnenschein bei 19° C vorausgesagt. Obwohl es unterdessen sehr trocken geworden ist und Regen für uns dringend nötig wäre, freuen wir uns natürlich auf einen sonnigen Anlass.

27. März - 2. April 2017

Wir reinigen und streichen gerade alle Stallwände im inneren des Stalles. Früher wurden die Wände jährlich mit Kalk "geweisselt". Nachdem wir aus Zeitmangel jahrelang nichts gemacht haben, konnten wir jetzt endlich die Wände mit Dispersion streichen.

Wir haben Gras ausgesät: Einerseits einen 10 Meter breiten Streifen unter dem Wald im Bereich des Scheibenstandes des ehemaligen Reinacher Schützenhauses, andererseits im Hühnerhof. Dort wurde eine Neuansaat nötig, weil die Hühner entweder alles Gras gefressen, verscharrt oder verkotet hatten. Leider ist es aber sehr trocken und es ist auch kein Regen in Sicht. Die Saat kann nicht keimen.

20. - 26. März

Es verirren sich nur selten Wildschweine in die Reinacher Ebene, obwohl es in unserer Gegend sehr viele davon gibt. Die Tramlinie und die überbauten Gebiete bilden da eine Barriere.

Diese Woche gibt es aber eine Ausnahme: Gleich hinter dem Hühnerhof sind 2 x diese Woche die Schwarzkittel aufmarschiert und haben das Weizenfeld umgepflügt. Als die Jäger schliesslich in der 3. Nach auf der Lauer lagen, hat sich aber kein Schwein blicken lassen.

 

Den Weizen hat Christian inzwischen neu angesät.

 

Die Vorbereitungen für die Kuhparade vom 8. April sind bereits intensiv am Laufen. Es geht um das Organisieren von Helfern, Sponsoren und Materialien und das Auflisten der angemeldeten Kühe in einem Katalog. Auch Bewilligungen müssen eingeholt werden. Alleine die Bewilligung der Gemeinde für so ein kleines Fest, das tagsüber stattfindet und öffentlich ist, kostet Fr. 200.-!

13. - 19. März

Die Vegetation erwacht nun vollends. Das Gras ist schon 5 cm gewachsen. Das Getreide tut sich noch etwas schwer. Es sieht sehr unterschiedlich aus. Dort wo im Herbst Stickstoffreserven vorhanden waren, z.B. nach Sojabohnen, ist jetzt der Weizen schon schön grün. Andernorts, z.B. nach Mais, ist er sehr hell und ausgedünnt. Deshalb wurden die mageren Parzellen bereits vor 1 1/2 Wochen angedüngt.

 

Ein Stück Weizen, das erst sehr spät gesät wurde, Anfang November, sieht sehr schlecht aus. Weil viele Pflanzen im Kleinblattstadium überwinterten, haben sie der Kälte im Januar nicht standgehalten. So muss nun noch einmal gesät werden. Am besten sofort. Bis aber nur schon Saatgut organisiert ist, ist schon wieder Mittwoch. Zum Glück bleibt das Wetter bis Ende Woche  gut.

 

Dann muss erstes Unkraut im Weizen mit einem Herbizid bekämpft werden. Die 2. Stickstoffdüngung ist Ende Woche fällig.

 

Es finden erste Arbeiten für die Viehschau vom 8. April statt (beachten Sie die grosse Plane bei der Tramstation) und Reinigungsarbeiten im Stall.

6. - 12. März

Nachdem man uns wiederholt klargemacht hat, dass ein eidgenössisches Schwingfest 2022 im Baselbiet einzig und allein in der Aescher Ebene stattfinden kann, geht es nun doch anders. Wie am 24. Februar bekanntgegeben wurde, wird das Schwingfest in Pratteln stattfinden können.  In der "Schweiz am Sonntag" vom letzten Wochenende findet sich im Landblog von Markus Ramseier unter dem Titel "Hoselupf bei der Hülftenschanze" ein Kommentar dazu. Hier ein Ausschnitt daraus:

Wir sind froh und erleichtert. Einerseits fühlen wir uns bestärkt in unserem Glauben an den Rechtsstaat, der sich weder der Macht des Geldes noch der Macht der Politik beugte, andererseits freut es uns für die Schwinger, dass sie im Baselbiet nun doch noch ein Plätzchen für ihren traditionsreichen Anlass gefunden haben. Die Erkenntnis, dass sich das Fest den örtlichen Gegebenheiten anpassen muss und nicht umgekehrt, scheint sich nun endlich durchgesetzt zu haben. Ebenso hat man bei den Vorabklärungen dazu gelernt: Bereits  als man das Joggeli ins Auge fasste, wurde als Erstes abgeklärt, ob dieses denn auch zur Verfügung stünde und diese Taktik hat nun in Pratteln zum Erfolg geführt.

 

Für uns war es eine erlebnisreiche Zeit und wir haben viel erfahren über das Funktionieren von Politik und insbesondere einzelner Politiker. Wir haben gelernt, dass es sich lohnt, die eigene Überzeugung standhaft zu vertreten. Das Land im Aeschfeld hat durch diese Angelegenheit in unseren Augen stark an Wert gewonnen. Damit meinen wir nicht den Preis in Franken (da ist uns ja einiges durch die Lappen gegangen), sondern es geht um die Anerkennung unserer Werte, die wir im Aeschfeld seit über 20 Jahren umzusetzen versuchen: Die Erhaltung von Natur und Landschaft in Kombination mit moderner ökologischer Landwirtschaft. Wir fühlen uns in unserer Meinung bestärkt, dass beim Aeschfeld an erster Stelle diese Werte im Vordergrund stehen sollen und nicht irgendwelcher "Gschäftlimacherei". Dass diese Wertedefinition bei uns Bauernfamilien liegt, ist eine grosse Verantwortung, die wir immer wieder nach bestem Wissen und Gewissen wahrnehmen wollen.

27. Februar - 5. März 2017

Am 26. Februar war Fasnacht in Aesch. Häufigstes Thema: Das Schwingfest. Seit letztem Freitag wissen wir ja jetzt, dass es in Pratteln stattfinden soll. Diese neueste Trendwende wurde an der Fasnacht bereits verewigt - in etwas so: "Während alli Journis über Aesch düen plappere, wo um Himmels Wille isch denn au das Prattele?"

 

Für einen Teil der Buntbrache stand die Vertragsverlängerung an. Damit die Buntbrachen am gleichen Standort bleiben können, wurde  vom Kanton (bzw. den Experten) zur Bedingung gemacht, dass die grösseren Büsche entfernt werden, damit wieder mehr Licht bis auf den Boden kommt. Das haben wir dann auch letzte Woche gemacht: Die grössten Büsche wurden abgesägt und auf Haufen geschichtet, damit sie in dieser Woche gehäckselt werden können.

 

Beim Bau der Unterführung unter dem Tram hindurch in Aesch gibt es eine Verzögerung. Wegen einer Einsprache durch eine unterlegene Firma bei der Baueingabe wird das Ganze um ein Jahr verzögert. Somit bleiben all die weit ins Land hinaus aufgehäuften Erdschichten voraussichtlich bis 2020 bestehen und das Land kann dort nicht bewirtschaftet werden.

 

Zum Schluss noch eine traurige Nachricht: Unsere liebe und sanfte Hofhündin Naana ist in der Nacht auf den 26. Februar gestorben. Sie ist 12 Jahre alt geworden.

13. - 26. Februar

Wie auf allen Bauernhöfen in der Agglomeration von Basel sind auch bei uns Wagencliquen einquartiert. Die Einstellplätze sind sehr gesucht und im Winter werden wir oft angefragt, ob noch ein Plätzchen frei ist. Ca. 1 - 2 Mal pro Woche müssen wir dann eine Absage erteilen. Vielleicht wäre das Einstellen von Fasnachtswagen ja rentabler als die Landwirtschaft zurzeit.

 

Letztes Jahr haben wir vom 20-jährigen Jubiläum der Bärefelswaggis berichtet. Heut geht es um die 2. Clique in unserer Scheune, die "Gillerugger": Dazu gehören viele erfahrene Handwerker aus der Umgebung, die die unglaublichsten Wagen bauen. Schon mehr als 1 x haben sie an der Basler Fasnacht den 1. Preis für den schönsten Wagen gewonnen. Dieses Jahr werden sie vom Schweizer Fernsehen SRF begleitet für eine Sendung - nicht nur während des Umzugs, sondern auch schon während der Bauzeit. So hängt in der Scheune über ihrem Bauplatz eine Kamera, die alle 30 Minuten ein Foto macht. Zusammengefügt ergibt das dann einen Zeitrafferfilm über den Wagenbau.

 

Dank des schönen, warmen und trockenen Wetters konnten wir den Mist aus den Kälberställen und vom Misthaufen auf die Felder bringen.

 

Der Vorrat an Holzscheiten ging zu Neige. Wir brauchten die Scheite für das Cheminée im Holder - Rümli, aber auch für die Holzherde in 2 Küchen (es sind kombinierte Elektro- / Holzherde). Ohne diese Kombiherde wäre es im Winter empfindlich kalt in unseren Küchen. Zudem wird noch ein grosser Raum alleine mit einem Schwedenofen geheizt. In den Schlafzimmern auf unserem Betrieb gibt es keine Heizung. In unserem Haus gibt es in Büro- und Stube je ein Ölofen, bei Maidans steht in der Stube ein Holzpelletofen. Um das Badezimmer zu heizen, lässt man einfach die Türe zur Stube offen.

 

Ion hat diese Woche Holzspalten gesägt und dann die Klötze mit der Spaltmaschine zu Scheiten gespalten und damit 120 Harassen gefüllt.

 

Für die Woche vom 20. Februar sind Anpassungen des Zauns beim neuen Hühnersilo vorgesehen. Es braucht da auch noch ein Tor oder eine Türe. Und Christian wird 2 Tage weg sein für eine Klausursitzung der IP-Suisse.

6. - 12. Februar

Montag bis Mittwoch muss Christian ohne Ion auskommen. Ion besucht einen Weiterbildungskurs. Es geht um Besamung beim Rind. Christian besamt schon seit vielen Jahren unsere Kühe selbst. Nun hofft er, dass Ion ihn dabei ab und zu ablösen kann. Hinzu kommt dann noch der Deutschkurs, den Ion wieder aufnehmen wird, sobald sich genug Leute dafür angemeldet haben. Diesen besucht er ausserhalb der Arbeitszeit. Bis jetzt hat er da grosse Fortschritte gemacht.

 

Christian brütet inzwischen über seiner Büroarbeit. Als Nicht - Büromensch ist es für ihn nicht immer einfach mit der Computerlogik zurecht zu kommen. Konkret arbeitet er momentan bereits den 2. Tag daran, die jährlich wiederkehrende Flächendeklaration des Kantons auszufüllen. Das geht nur noch im Internet. Jede Fläche und jede Grundbuchnummer kann in GeoView aufgerufen werden. Dort muss dann die entsprechende Nutzung eingetragen werden. Das tönt einfach, wäre es wohl auch, wenn nicht Flächenmutationen und Überschneidungen zwischen den Gemeinden und immer wieder neue Vorgaben das Ganze erschweren würden. Eine Grundbuchparzelle ist eben oft nicht nur ein Weizenfeld. Sondern sie ist unterteilt in verschiedene Felder. Und diese können auch über eine Grundbuchparzelle hinaus gehen. Dann gibt es auch noch Feldwege und quer hindurch noch Ökostreifen, die dann auch noch über die Gemeindegrenzen hinausgehen. Weil viele Flächen mit Beitragszahlungen des Bundes und des Kantons verbunden sind, müssen die Angaben genauestens stimmen und werden kontrolliert. Für unsere Buntbrachen haben wir z.B. jeweils 6-jährige Verträge mit dem Kanton, die genau umschreiben, was wir auf diesen Flächen tun dürfen und was nicht und was wir tun müssen, um die entsprechenden Beiträge zu erhalten. (Ausgenommen wäre natürlich eine Grossveranstaltung, wie das eidgenössische Schwingfest. Dort würden dann ganz andere Regeln gelten  ;-) ).

 

 

30. Januar - 5. Februar

Mehr als 2,5 Monate dauerte die Diskussion, jetzt haben wir uns geeinigt: Schnipp und Schnapp heissen unsere beiden Minipigs! Das Taufessen fand in kleinem Rahmen statt, Geschenke mit dem Vermerk "Schnipp - Schnapp" können bei uns im Stall während der Melkzeit abgegeben werden.

 

Folgende Namensvorschläge sind übrigens aus dem Rennen gefallen: Mips und Mops, Hilda und Berta, Borschti und Schnitzel.

 

Wesentlich ernsthafter ist es gestern zugegangen: Wir hatten eine sogenannte "blaue Kontrolle", die durch Kontrolleure im Auftrag des Kantons periodisch durchgeführt wird. Dabei meldet sich der Kontrolleur kurzfristig an. Überprüft wurden die Einhaltung der Tierschutzvorschriften (Platz, Futter, Licht etc.bei allen Tierarten), die Einhaltung der Vorschriften in der Produktion (Milchkühlung, Lagerung, Hygiene etc. und das Entsprechende auch bei den Hühnern). Der Einsatz von Antibiotika und die Pflege der Tiere wird kontrolliert, auch ob jede Kuh eine Ohrmarke trägt und ob jedes Medikament eine Etikette mit den Anweisungen des Tierarztes trägt etc. etc.. Nebst der Kontrolle der Tiere wurden auch die Unmengen an Aufzeichnungen überprüft, die wir machen müssen. Ein Teil der Checklisten, die der Kontrolleur abhaken musste, ist unten abgebildet.

23. - 29. Januar

Eva ist da! Sie ist gestern Abend zur Welt gekommen und über 4 kg schwer. Sie ist das 2. Kind unseres Mitarbeiterehepaars Ion und Aliona. Wir sind glücklich, dass das lange Warten ein Ende hat (der Termin war am 18. Januar), und dass alles gut und rasch über die Bühne gegangen ist. Mutter und Kind sind wohlauf und noch im Bethesdaspital.

 

Auf dem Bauernhof laufen die Arbeiten derweil weiter. In der Hauptsache sind es Routinearbeiten, die das Versorgen der Tiere betreffen und Kontrollgänge, weil es immer noch sehr kalt ist und auch bleibt. Beispielsweise kommt es immer wieder vor, dass Besucher die Türe zum Holder-Rümli oder zum WC offen lassen. Entdecken wir das nicht rechtzeitig, kann es zu unliebsamen Überraschungen kommen. Gefrorene Wasserleitungen sind kein Spass, weil sie beim Auftauen kaputt gehen können.

 

Bequemerweise finden diese Woche viele Sitzungen und Besprechungen statt, wo Christian dann als Vertreter der IP-Suisse in der Wärme sitzen darf. Beispielsweise trifft sich die IP-Suisse diese Woche mit der Vogelwarte in Sempach. Dort geht es um ein Kernthema der IP-Suisse, die Biodiversität (s. Interview darüber unten auf dieser Webseite), die von der Vogelwarte Sempach wissenschaftlich begleitet wird. Das erfolgt im Auftrag der Migros, die sicher sein will, dass die IP- Suisse im Bereich der Biodiversität auch hält, was sie verspricht. Die von der Migros verkauften Terra-Suisse Produkte, werden ja nach den Regeln der IP-Suisse produziert.

 

Im Weiteren findet am Ebenrain (landwirtschaftliches Zentrum BL) eine Sitzung des Lanwirtschaftsrates des Bauernverbandes BL statt. Im Landwirtschaftsrat sind die verschiedenen landwirtschaftlichen Organisationen des Kantons vertreten. Alles hat seine eigene Organisation: Viehzucht, Obst, Gemüse, Berglandwirtschaft, Ausbildung, Landfrauen, Biobauern, IP-Suisse, Landtechnik etc. Hinzu kommen noch Vertreter des Landrates. Im Landwirtschaftsrat werden Vorschläge des Vorstandes des Bauernverbandes besprochen. Das sind z.B. politische Stellungnahmen oder Parolen (Bsp. USR 3) oder Anlässe wie der Auftritt an der MUBA oder die Kantonale Tierausstellung. Oder es geht um die Ausbildung angehender Landwirte oder um Forderungen an den Kanton bezüglich der Wildscheinschäden etc. Auch das Budget wird besprochen und wenn möglich gut geheissen. Die grössten Finanzposten sind die landwirtschaftliche Versicherungen der Agrisano (Krankenkasse, Taggeldversicherung, Pensionskasse, Versicherungen für Mitarbeiter etc), die vom Bauernverband geführt wird. Es geht aber auch um Personalkosten, Kosten für Anlässe usw. Wer also meint, der Bauer sitze im Winter nur auf dem Ofenbänkli, irrt sich. Immer mehr Verwaltungsaufwand wird auf immer weniger Bauern verteilt und auch auf den Höfen ist der administrative Aufwand gross.

16. - 22. Januar 2017

Wie es sich gehört, ist es jetzt im Januar so richtig kalt. Die Kulturen werden dadurch im Normalfall nicht geschädigt, vor allem dann nicht, wenn der Boden mit Schnee bedeckt ist. Die Schneedecke isoliert und unter dem Schnee ist es nicht so kalt. Auch das bisschen Schnee, das jetzt liegt, nützt da bereits.

 

Nicht alle Kulturen sind gleich kälteverträglich. Der Weizen wird meist im Herbst gesät (Winterweizen) und übersteht im Jugendalter die Kälte recht gut. Es hängt aber von der Sorte ab. So gibt es weniger frostharte Sorten, die im Frühjahr ausgesät werden (Sommerweizen). Durch die milden Winter der letzten Jahre, wurde die Bereitschaft grösser, sich risikoreich zu verhalten und weniger auf die Frostverträglichkeit der Sorten zu achten. Dies betrifft den Weizen, aber auch die Proteinerbsen. Die anderen Winterkulturen ertragen - 15° C problemlos. Andere Kulturen wie Mais, Soja, Kartoffeln, Zuckerrüben, können nur im Frühjahr angesät werden.

 

Diese Woche verkriechen wir uns in Stall, Scheune, Werkstatt und Büro, wo es zumindest ein bisschen wärmer ist als draussen und erledigen dort diverse Arbeiten.

9. - 15.Januar 2017

Um uns die Arbeit mit den Hühnern zu erleichtern, haben wir letzten Sommer ein Baugesuch gestellt, um einen Futtersilo aufzustellen. Die Bewilligung lag im November vor und am Donnerstag dieser Woche wurde das Silo geliefert und aufgestellt. Das Futter wird nun per Förderschnecke direkt aufs Futterband der Hühner transportiert. Sensoren stoppen den Futtertransport, wenn genug Futter auf dem Futterband vorhanden ist und melden auch, wenn es wieder neues Futter im Stall braucht. Für uns ist das eine grosse Arbeitserleichterung, weil wir das Futterband nicht mehr von Hand mit Kesseln befüllen müssen. Auch ist die Lagermenge grösser, was zu günstigeren Einkaufspreisen führt.

Das Spielzimmer beim Holder-Rümli ist nicht isoliert, oben sogar offen und lässt sich deshalb gar nicht heizen. Wir haben jetzt OSB - Platten gekauft und wollen nun besser isolieren, damit der Raum sich bei Raumvermietungen auch heizen lässt. )Übrigens: Falls Sie im Besitz von Sikku - Traktörchen oder Anhängern, bzw. Maschinen im Verhältnis 1:32 sind und diese nicht mehr benötigen: Wir freuen uns über eine Spende für unser Spielzimmer.)

 

Es gibt nun doch ein Update zum Schwingfest 2022 im Aeschfeld. Wie wir gestern erfahren haben, setzt die Gemeindepräsidentin von Aesch, Frau Hollinger, alle Hebel in Bewegung um doch noch ein Schwingfest auf Aescher Boden möglich zu machen: Ihr Parteikollege Rolf Blatter hat eine Interpellation zu Handen des Regierungsrates verfasst . Den Link dazu findet man unter https://www.baselland.ch/politik-und-behorden/landrat-parlament/personelles/landratsmitglieder/blatter-rolf Wir finden, dass der Text genug aussagt über die Leute, die ihn verfasst haben und somit für sich selber spricht. Wir haben dem nichts hinzuzufügen. Unser Standpunkt ist ja hinreichend bekannt.

Weihnachtsfeiertage bis 8. Januar 2017

Funkstille....Ja, wir haben uns endlich ein paar Tage Ferien gegönnt. Absolutes Abschalten war angesagt, viel schlafen, lesen, spazieren und an einem Tag ein fröhliches Verwandtentreffen. Nun sind wir entspannt zurück, mit den besten Willkommensgrüssen im neuen Jahr an alle die diesen Blog lesen.

 

Wieder mit der Arbeit zu beginnen war nicht so einfach, macht es doch einen Unterschied, ob man um Viertel nach 10 oder Viertel nach 5 aufsteht. Den Kühen, Kälbern, Ziegen, Ponys und Hühnern geht es gut. Die immer noch namenlosen Minipigs (wir konnten uns auf keinen Namen einigen) sind enorm gewachsen in nur einer Woche. Einzig ein Esel hatte medizinische Probleme. Er war dehydriert und musste vom Tierarzt mit einer Infusion behandelt werden. Das könne einem Esel im Winter passieren, hiess es. Vielleicht hat er zu wenig getrunken, weil das Wasser bei den Ponys, Eseln und Minipigs eingefroren war. Es läuft inzwischen wieder, aber die Sache mit den Wasserleitungen ist im Winter auf unserem Hof generell ein wenig unser Sorgenkind. Jetzt soll es ja noch richtig kalt werden. Damit das Wasser in den Leitungen nicht einfriert, müssen wir - da wo es möglich ist -  das Wasser entweder abstellen und die Leitungen entleeren oder das Wasser laufen lassen, so lange die Temperaturen ganztags unter Null sind. Das betrifft bei uns den Hühnerstall, das Wasser bei Pony- und Eselstall und die Wasserschläuche hinter dem Kuhstall. Aber auch im Kuhstall, dem Melkstand und im Milchzimmer kann das Wasser jetzt einfrieren. Das Aussen - WC hat eine Heizung, die gut funktioniert........wenn die Tür nicht offen gelassen wird. Ebenso müssen wir aufpassen, dass die Türen in den Verkaufsraum und ins Holder- Rümli nicht von unseren Gästen offen gelassen werden. Auch in unserer Küche im Riegelgebäude müssen wir nachts das Wasser laufen lassen, wenn draussen ein paar Tage sehr kalt ist. Wo das Wasser in den Leitungen einfriert, gibt es nach dem Auftauen kaputte Röhren, ungewollte Überschwemmungen und viel zu flicken.

 

Daneben sind wir mit Reparatur Arbeiten beschäftigt an der Silofräse und bei den Traktoren. Im Garten wird die Hecke geschnitten und wir erwarten diesen Monat 5 Geburten bei den Kühen.

19. - 25. Dezember

Unser schönstes Weihnachtsgeschenk haben wir bereits heute, am 21. Dezember, erhalten: Regierungspräsident Thomas Weber teilt uns in einem offiziellen Schreiben mit, dass der Regierungsrat die ablehnende Haltung der Landwirte und Grundeigentümer bezüglich eines Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes am Standort Aesch zur Kenntnis nimmt, und dass es "keinerlei Rechtsmittel gibt, einen Anlass gegen den Willen der Bewirtschafter durchzusetzen". Deswegen würden "die kantonalen Stellen folglich auch keinerlei Aktivitäten betreffend ESAF - Standort Aesch an die Hand nehmen". Wir sind sehr erleichtert, hat uns die ganze Geschichte doch auch psychisch seit letztem Frühjahr stark belastet.

 

Es geht auf das Jahresende zu und damit wird es auch Zeit wieder einmal Danke zu sagen, allen Menschen, die sich unserem Hof verbunden fühlen, für uns da sind und uns unterstützen. Speziell erwähnen möchten wir unsere Mitarbeiterfamilie Ion und Aliona . (Sie erwarten auf Mitte Januar ihr 2. Kind.) Matthias, der mit seinen Maschinen viele Arbeiten für uns ausführt, vom Siloballen rollen, bis zum Gülle führen. Roland und Isabelle, die unsere Ziegen betreuen, Monique und Nathalie, die sich intensiv um die Esel kümmern, Susi und Co., die sich der wilden Hofkatzen annehmen, Christian, der als "Hofbegg" immer wieder Bretzeli bäckt aus Rahm und Eiern vom Neuhof und natürlich mit IP-Suisse-Mehl (man kann die Bretzeli jetzt übrigens wieder im Holder-Rümli kaufen!) und der als unser "Milchwäger" fungiert, Moni, Laura (die Ponybesitzerinnen) und Guy, auf deren Unterstützung wir immer wieder zählen dürfen und die gute Laune auf dem Hof verbreiten. Ebenso danken wir den Menschen, die uns informiert haben, wenn auf der Weide eine Kuh kalbte oder Lausbuben den Weidezaun kaputt gemacht haben....Sie alle  tragen dazu bei, dass der Hof so ist, wie er ist und wie wir ihn uns auch wünschen. So können wir motiviert und voller Tatendrang ins neue Jahr starten.

 

 

12. - 18.Dezember

Obwohl Christian am Wochenende alleine arbeiten musste (was jedes 2. Wochenende der Fall ist), klappte es recht gut mit dem Ablad der 75 Tonnen Zuckerrübenschnitzel und den 30 Tonnen Malz. Ein Lastwagen leerte die Schnitzel vor das Silo, daneben kippten wir den Malz. Mit dem Scheunenkran wurde beides gemischt und in die 2 leeren Silos gefüllt. 10 Tonnen waren noch in einem Silo. Die nächste Lieferung wird im Oktober 17 erfolgen. So reichen die 115 Tonnen für 300 Tage. Das ergibt 380 kg pro Tag.

 

Nächste Woche müssen wir unbedingt noch allen Kühen die Klauen pflegen. Die in die Länge gewachsenen Zehennägel werden  gekürzt und in die richtige Form gebracht.

 

Bis zum Frühjahr stehen dann noch viele Arbeiten an, die vor allem im Winter gemacht werden:

  • Hecken und Bäume, Wald- und Buschränder schneiden.
  • Maschinen in Stand stellen, den Service machen
  • Ställe reinigen und weisseln
  • Vorbereiten für den Umbau des 2. Hühnerstalles

etc.

 

Zum Glück kommt jetzt aber zuerst Weihnacht und Neujahr. Da gibt es zuerst einmal etwas Pause.

5. - 11. Dezember

Was es so alles gibt! Am Montagabend roch es stark nach Rauch und etwas Brennendem. In der Scheune, auf dem Hofplatz, im Stall und auch in unserem Schlafzimmer. Wir haben überall nach der Ursache gesucht. Vielleicht hatte ja jemand in der Nachbarschaft ein Feuer gemacht und gefeiert? So gingen wir halt schlafen. Um 23 Uhr schliesslich sah eine Nachbarin ein Feuer beim Stall. Sofort versuchte sie uns zu wecken, aber wir hörten die Haustürklingel nicht. Endlich bekam sie unseren Sohn wach, weil sie Steinchen an sein Schlafzimmerfenster warf. Sofort waren wir alle auf den Beinen und draussen. Der Miststock brannte! Unser Mist hat einen hohen Strohanteil. Jemand hatte heisse Asche auf den Mist geworfen. Lange Zeit "mottete" es nur im Misthaufen, bis schliesslich das Stroh, das oben auf lag, Feuer fing. Unser Mist hat einen sehr hohen Strohanteil. Jedenfalls war das eine helle Aufregung: In Stiefeln, im Pyjama, kein Licht, der nahe Wasserschlauch noch eingefroren...Christian behielt die Nerven und liess sich nicht vom Rest der Familie überzeugen, die Feuerwehr zu rufen. Endlich lief das Wasser, Autoscheinwerfer spendeten Licht und das Feuer wurde gelöscht. Allerdings glimmte es immer noch im Misthaufen und es war schwierig festzustellen, was jetzt Rauch war und was Dampf, der vom noch heissen Misthaufen stammte. Halb verfroren gingen wir dann halt zu Bett. Christian machte aber um 1 und um 3 Uhr nochmals einen Kontrollgang. Zum Glück war da alles ok. Jedenfalls: Im Notfall haben wir immer noch Telefone. Falls uns also wieder einmal jemand nachts erreichen möchte: Es geht am einfachsten über 061 712 08 52.

 

 

 

 

 

Endlich hat sich auch etwas Zeit gefunden einen Weihnachtsbaum zu besorgen und auf dem Hofplatz aufzustellen. Der Stern auf dem Scheunendach leuchtet ja schon.

Am Freitag holen wir noch Malz bei Feldschlösschen in Rheinfelden. Am Samstag werden die Zuckerrübenschnitzel aus der Zuckerfabrik Aarberg geliefert. Beides sind Abfallprodukte, das eine aus der Zuckerherstellung, das andere von der Bierherstellung. Bei uns wird beides gemischt und einsiliert und dient als wertvoller Futterbestandteil für die Kühe.

28. November - 4. Dezember

A) Vogelgrippe

Es grassiert die Vogelgrippe. Nun wurde auch schon ein toter Vogel am Rhein in Birsfelden positiv getestet. Wegen der Ansteckungsgefahr sollten die Hühner drin bleiben. Leider haben wir damit keine guten Erfahrungen gemacht. Die braunen Hühner haben sich aus unerfindlichen Gründen in einer Ecke des Hühnerstalles zusammengerottet. Es entstand ein grosser Haufen aus Hühnern und dabei sind die untersten erstickt. 25 Hühner wurden zu Tode gedrückt! Ein Phänomen, das ein Bauernkollege mit grosser Hühnerhaltung auch schon erlebt hat. Der aufgebotene Kantonstierarzt hat die Probleme erkannt und bewilligt, dass die braunen Hühner in den kleinen Hühnerhof können. Es darf draussen einfach weder Wasser noch Futter geben. Wir sind sicher, dass es jetzt wieder besser wird.

 

B) Schwingergrippe

Auch da hoffen wir, dass das bald ausgestanden ist. Der Aufwand ist zur Zeit sehr gross. Telefonate, Besuche von Journalisten, Mails und natürlich immer wieder intensive Gespräche zuhause. Das braucht Energie, weil es uns ja auch nicht kalt lässt, was da in den Medien geschrieben wird. Ab und zu müssen wir auch das Thema Schwingfest auf unserer Webseite wieder updaten. > Hier geht`s weiter

21. - 27. November

Das für den Menschen ungefährliche Vogelgrippe - Virus H5N8 ist an mehreren Orten der Schweiz aufgetreten und hat zu toten Wasservögeln geführt. Da auch die Hühner von diesem für sie tödlichen Virus befallen werden können, gilt für sie nun in der ganzen Schweiz Stallhaltungspflicht. Die Hühner dürfen also nicht mehr auf die Weide, sondern müssen voraussichtlich bis Januar im Stall bleiben. Unseren Hühnern gefällt das gar nicht, vor allem den braunen. Diese sind extrem gerne draussen, auch bei schlechtem Wetter oder grosser Hitze. Während der vergangenen kühlen Herbsttage blieben nur ganz wenige braune Hühner im Stall. Wir hoffen jetzt, dass die braunen Hühner dank ihres ruhigeren Temperamentes nicht aggressiver werden, wenn sie so lange auf ungewohnt engem Raum zusammen leben müssen und hoffentlich verschlechtert sich auch die Legeleistung nicht.

 

Bei den weissen Hühnern ist das etwas anders. Wir wissen nicht weshalb, aber sie sind eher Stallhocker. Bei Regen oder Hitze bleiben sie lieber drinnen. Sie sind auch ängstlicher als die braunen Hühner. Bei jeder Kleinigkeit flüchten sie und rennen in den Stall.

 

Die beiden jungen Minipigs sind gut angekommen. Sie erkunden ihr neues und viel grösseres Gehege.

14. - 20. November

Uuups! Am Wochenende mussten unsere Hühner etwas schmal durch. Unser Futter ist ausgegangen. Da hat die Kommunikation zwischen uns nicht gestimmt. Rasch wurden am Montag in Augst bei der Kliba ein paar Säcke mit Hühnerfutter geholt und Kraftfutter für die Hühner bestellt. Auch das Kraftfuttersilo für die Kühe muss wieder gefüllt werden. Das Futter lagert auf einem Wagen und muss mittels einer Förderschnecke in den Silo befördert werden.

 

Endlich konnten die Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen werden und Christians lang gehegter Traum geht in Erfüllung: Er durfte heute Donnerstag endlich 2 junge Minipigs im Zoo abholen. Vorgängig  musste zuerst ein Stall gebaut werden als Schutz gegen Kälte, Wind, Regen und Sonne. Einen Platz zum Füttern brauchte es auch noch. Und auch Wasser muss noch irgendwie zu den kleinen Schweinchen gelangen...und die Türen müssen aus- und einbruchsicher sein.

 

Die beiden Minipigs wurden am 14. August geboren. Sie beziehen nun das Gehege neben den Eseln. Passende Namen müssen wir uns noch überlegen.

 

7. - 13. November

Das eidgenössische Schwingfest war in den letzten Tagen immer wieder Thema in den Medien. Auch nach der Präsentation der Machbarkeitsstudie ist klar, dass da unser Land verplant wird. Wir sind es leid, immer wieder die gleichen Statements abzugeben und haben deshalb auf unserer Webseite einen neuen Reiter angelegt unter Schwingfest Aesch. Mehr haben wir dazu nicht zu sagen.

 

Das schöne Wetter geht zu Ende. In der 2. Wochenhälfte soll es immer wieder regnen. Weil es den ganzen Herbst (ab Juli) über trocken war, haben wir viel zu wenig Futter und deshalb waren die Kühe bis Monatsbeginn auf der Weide hinter der Scheune und haben dort immer noch Futter gefunden. Wegen der Fruchtfolge kommt aber nun Weizen auf dieses Feld. Es ist aller höchste Zeit diesen zu säen und so haben wir am Montag den Zaun entfernt, Gülle aufs Feld gebracht und dann mit Pflügen begonnen. Es ging nicht so schnell wie geplant, deshalb musste auch auf Schlaf verzichtet werden. Morgens um 3 Uhr war Christian fertig mit Pflügen. Dafür konnte dann am Morgen gleich mit den Säen des Weizens begonnen werden - eine grosse Erleichterung, denn jetzt sind alle Feldarbeiten für dieses Jahr unter Dach und Fach und das Wetter kann machen, was es will.

 

2 Kühe mussten zum Metzger, eine musste eingeschläfert werden und 2 Kälber wurden geboren. So ist der Lauf des Lebens.

31. Oktober - 6.November

Der Neuhof ist schon alt und die Gebäude sind nicht mehr im besten Zustand. Der Eigentümer, die Stadt Basel, ist aber daran, laufend Verbesserungen vorzunehmen. So wurden und werden Dächer neu gedeckt, der Platz um die Linden wurde asphaltiert, die Materialkosten für das Holder-Rümli wurden teilweise übernommen, ebenso wurde das Material für den Rundweg bezahlt und aktuell wird die Holzfassade beim Haupthaus neu gestrichen. Das ist ziemlich aufwändig, weil mehrere alte Anstriche zuerst abgekratzt werden müssen.

 

Am Sonntag haben wir nochmals alles Gras gemäht, um Siloballen zu machen (Futter für die Kühe). Leider ist den ganzen Herbst nichts gewachsen und auch jetzt gibt es nicht viel. Es fehlen uns dieses Jahr 100 - 150 Siloballen. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als Futter zu kaufen oder den Tierbestand zu reduzieren. Wir werden wohl etwas von beidem machen.

24.  - 30. Oktober

Am Freitag und Samstag ist wieder Metzgete auf dem Neuhof. Kaum zu glauben: Schon zum 13. Mal stehen die Gillerugger hinter den Kochtöpfen! Wie jedes Jahr sind die Plätze auch dieses Mal praktisch ausverkauft. Damit alles klappt, räumen wir die Scheune am Mittwoch. Unsere Geräte und Maschinen müssen ganz schön zusammenrücken, damit genügend Platz frei wird für das geheizte Festzelt. Und das in der richtigen Reihenfolge, damit die Maschinen, die am Wochenende möglicherweise gebraucht werden, zugänglich bleiben und wir damit bei der Scheune hinten raus können. Am Donnerstag wird dann das Festzelt von den Gilleruggern aufgebaut und eingerichtet. Am Sonntag wird alles wieder abgebrochen und aufgeräumt, so dass am Montag bei uns alles wieder seinen gewohnten Gang gehen kann.

 

Im Weiteren sind wir daran die Silofräse zu reparieren und diverse andere Reparaturen und Innenarbeiten anzugehen. Zudem bauen wir einen kleinen Unterschlupf für die jungen Minipigs, die auf Anfang November zu uns kommen werden. Man wird sie dann bei unserem Rundgang besuchen können, gleich zu Beginn des Rundweges, neben den Eseln.

17. - 23. Oktober

Diesen Sommer ist nach dem Stallumbau unsere Herde mit braunen Hühnern von 250 auf 500 Stück gewachsen. Im kommenden Frühjahr werden wir auch den Stall für die weissen Hühner umbauen und danach auch diese Herde auf 500 Stück vergrössern. Nun brauchen wir auch ein grösseres Futtersilo. Ein Huhn braucht ca. 100 g Futter pro Tag, 1000 brauchen also 100 kg Futter im Tag. Die grössere Futtermenge können wir nicht mehr wie bisher im Stall selber unterbringen. Deswegen möchten wir ein Silo ausserhalb des Stalles hinstellen. Wir dachten an ein demontierbares Kunsstoffsilo mit Platz für ca. 8,5 Tonnen Futter. Dazu braucht es eine Bodenplatte von 3 x 3 Metern. Dafür und für das Silo brauchte es eine Baubewilligung. Wir erstellten ein Baugespann und das Gesuch dafür ging in 5 - facher Ausführung sowohl nach Reinach, als auch an den Kanton (weil wir ausserhalb der Bauzone bauen) und wurde von vielen Stellen überprüft. Nach 3 Monaten kam die Baubewilligung - aber es gibt Auflagen:

  • Die 3 x 3 Meter grosse Bodenplatte muss bei der Gebäudeversicherung angemeldet werden. Ob das für das Futtersilo auch der Fall ist, wissen wir nicht. Der Futtersilo ist Fahrhabe, da demontierbar und in Besitz des Pächters - also von uns.
  • Es braucht eine Bestätigung für die fachgerechte Projektierung (Beurteilung des Baugrundes, statische Berechnungen, Schalungs - und Armierungspläne, Materiallisten, periodische Baukontrolle, Dichtheitsprüfung und Schlusskontrolle) mit der Unterschrift des Projektverfassers und des Projektingeneurs.
  • Es muss noch ein Formular "Baukontrolle und Dichtheitsprüfung für Hofdüngeranlagen" ausgefüllt werden.

Das alles ist für uns etwas rätselhaft. Ist es möglich, dass niemand gemerkt hat, dass es sich um ein Getreidesilo handelt und nicht um ein Nassfuttersilo? Fotos waren dem Gesuch jedenfalls beigelegt. Da kommt noch Einiges an Telefonaten, Schreibarbeiten und Kosten auf uns zu!

 

10. - 16. Oktober

Erinnern wir uns an das Foto vom 30. Mai in diesem Blog: Das grosse Mohnfeld entlang der Tramlinie nach Aesch. Alles rot, soweit das Auge reicht! Nun, 4 1/2 Monate später, am 10. Oktober, sieht es anders aus: Es ist nicht kahl, im Gegenteil: Aus der Nähe betrachtet lässt sich eine Vielfalt von Pflanzen entdecken:

 

Einzelne Mohnblüten, Margeriten, Königskerzen, Kornblumen, Malven, Nelken, Flockenblumen und viele mehr. Daneben auch Unerwünschtes, wie Blacken (Stumpflblättriger Ampfer), deren riesige Samenständer wir diese Woche noch ausreissen werden.

 

Diese Woche wollen wir den Weizen in den immer noch trockenen Boden säen. Ausserdem müssen wir ein Silo vorbereiten für Zuckerrübenschnitzel und Malz, die Anfang nächste Woche angeliefert werden.

 

Auf einer Wiese neben der Landi weiden für ein paar Tage unsere Galtkühe (das sind die Kühe, die wir nicht mehr melken). Sie haben da etwas Abwechslung und können beobachten, was bei der Landi alles so läuft.

3. - 9. Oktober

Vielen Dank all den Besuchern unseres Saat - und Erntefestes am Sonntag, 2. Oktober! Es war gar nicht selbstverständlich, dass überhaupt jemand kam. Bis zum Sonntag hatten wir wochenlang schönes Wetter, einen sommerlich warmen September und man konnte das Draussen sein so richtig geniessen. Genau auf unseren Festtag hin wurde es kalt und nass. Und doch haben sich 60 - 80 Personen so sehr auf den Gottesdienst und das Säen gefreut, dass sie das schlechte Wetter nicht abhalten konnte. Der Gottesdienst in der Scheune war sehr stimmig mit einer Begleitung durch E - Piano, Horn und Alphorn. Das anschliessende Säen gelang problemlos, weil der Boden nicht so nass und klebrig war wie anfangs befürchtet.

 

Schon unser letztes Hoffest, der Tag der offenen Tür am 1. Mai, war zünftig ins Wasser gefallen, bzw. verregnet. Dieses Jahr scheint es nicht so zu klappen mit dem Wetter. Deshalb machen wir dieses Jahr auch keines mehr....Halt!  Am 28. und 29. Oktober ist  noch die Metzgete. Aber die führen ja nicht wir durch, sondern unsere Gillerugger. Vielleicht haben ja die mehr Wetterglück!

 

Zwar war es am Sonntag regnerisch, aber Niederschlag gab es nur sehr wenig und es ist immer noch aussergewöhnlich trocken. Am Dienstag haben wir ein Gemisch aus Gerste und Erbsen gesät. Das dient später als Viehfutter. Und hier sehen wir Lorenz heute Donnerstag am Roggensäen (vorne die Egge, hinten dran die Sämaschine angehängt, so geht das in einem Arbeitsgang). Es stiebt immer noch, wie man sieht.

26.9. -2.10.2016

Wir haben zwar immer noch sommerliche Temperaturen, auch diese Woche noch bis zu 25°C. Trotzdem müssen wir bereits wieder ans Heizen denken. Alles Brennholz ist aufgebraucht. Auch für den Grill, den unsere Gäste benutzen können, wenn sie das Holder - Rümli mieten, ist nichts mehr übrig. Deshalb ist Ion in dieser Woche 3 Tage lang damit beschäftigt Holz zu fräsen und in Scheiben zu spalten. Wir haben etwa 100 Harassen. Diese werden gefüllt, ins alte Tenn gestellt und dann sollten sie bis Ende Jahr reichen.

 

Am Freitag und Samstag sind wir dann am Vorbereiten für das Saat- und Erntefest. Wie es aussieht müssen wir uns für das Fest auf etwas kühlere Temperaturen gefasst machen und es kann einzelne Regenschauer geben. So stellt sich für uns wie fast jedes Jahr wieder die Frage: Tische und Bänke in der Scheune oder unter den Linden aufstellen?

19. - 25. September 2016

Am Mittwoch dieser Woche sind Ion und Aliona mit Ilie aus den wohlverdienten Ferien in Moldawien zurückgekehrt. Jetzt sollte es für Christian etwas ruhiger werden. Der Betrieb ist zwar darauf ausgerichtet, dass eine Person ihn eine Zeit lang alle Aussenarbeiten alleine machen kann (am Wochenende, bei Ferien oder Krankheit), aber das sind dann immer harte Zeiten, weil eben doch die Arbeit für 2 anfällt. Und es sind auch schon wieder viele Sitzungen angesagt mit oder für IP - Suisse: Am Mittwoch war es der Getreideproduzentenverband, am Freitag ist es die Landwirtschaftskammer des Schweizerischen Bauernverbandes, am Montag eine Sitzung mit der Migros in Zürich. Dazu  kam diese Woche noch das Abschiedsessen mit der Organisation Hopp Hase auf unserem Betrieb. Langweilig wird es sicher nie..

12. -18. September 2016

Während wir uns schon wieder Regen wünschen, haben sich unsere jungen Hühner gut eingelebt und beginnen fleissig zu legen.

 

 

 

 

Die weissen Hühner flattern beim kleinsten Geräusch auf und rennen davon. Aber die braunen Hühner sind zutraulich und interessiert und man kann viele auch auf den Arm nehmen. So können die Kindergärtner der ISB, die diese Woche auf Besuch kommen, zu den braunen Hühnern in den Hühnerhof und diese mit Weizenkörnern füttern. Es ist ein grosses Gewusel und man muss aufpassen, dass man nicht versehentlich auf ein Huhn steht. Für die Kinder sind die Hühner sehr spannend und wir könnten 1 Stunde dort bleiben! Aber es sind bei einer Führung ja auch noch die Esel, Ziegen, Kälbchen und Kühe zu besichtigen.

 

 

 

 

 

 

Die Vorbereitungen für die Saat sind nun im Gange, abgeerntete Getreidefelder werden gegrubbert und das ehemalige Maisfeld wird gepflügt.

 

Weil wir wegen der Trockenheit zu wenig Mais geerntet haben, wird diese Woche noch 1 ha zugekauft und ins noch leere Silo gefüllt.

5. - 11. September 2016

In der aktuellen Ausgabe der Schweizer Familie erscheint ein Interview mit Christian zum Thema Biodiversität, deren Förderung der IPSuisse ein grosses Anliegen ist. Im Gegensatz zu "Bio", das in den Augen vieler Konsumenten einfach mit dem Begriff  "gut und wünschenswert" gleichgesetzt wird, ist es wesentlich schwieriger dem Konsumenten die integrierte Produktion (IP) zu erklären, weil sie eben einen nach gut schweizerischer Tradition austarierten Mittelweg zwischen Bio und konventioneller Landwirtschaft darstellt. 38 % aller Schweizer Bauern arbeiten nach den Richtlinien der IP Suisse. Es gibt dabei viele Vorgaben, die der Landwirt einhalten muss und die auch auf dem Betrieb von aussenstehenden Personen kontrolliert werden. Es dürfen Pestizide in eingeschränktem Mass eingesetzt werden, um mehr Ertrag erzielen zu können und die Lebensmittel auch für Leute mit schmalerem Budget bezahlbar zu machen, andererseits müssen aber auch viele verschiedene ökologische Massnahmen ergriffen werden, die mit dem Begriff "Biodiversität" zusammengefasst werden. Diesem Begriff geht nun die Schweizer Familie zusammen mit Christian auf den Grund, mit dem Ziel ihn "Otto Normalverbraucher" etwas verständlicher zu machen. Den Artikel gibt es unten auf dieser Webseite zum Downloaden. Damit Sie nicht so weit nach unten scrollen müssen, machen sie das am besten von der Startseite aus.

 

Der Mais ist siliert und hat wie erwartet wegen der Trockenheit und der hohen Temperaturen wenig Ertrag abgeworfen.

 

Auf unserem Betrieb geht es nun mit etwas mehr Hoffnung in den Herbst, nachdem wir am Sonntag endlich Regen hatten (23 mm, das sind 23 Liter auf den Quadratmeter). Wir säen jetzt die Rotationsbrache. Das ist eine Ökofläche, die in die Fruchtfolge integriert ist (Rotation). Die Feuchtigkeit sollte reichen, damit die Saat keimen kann.

 

Unsere bereits angesäten Wiesen hatten auch viel zu trocken und sind verunkrautet, weil das Unkraut die Trockenheit besser erträgt als die von uns (und den Kühen) erwünschten Wiesenkräuter. Es ist vor allem der Amarant, der bei Trockenheit fröhlich spriesst. Deshalb müssen wir die Wiesen jetzt mähen. Das ist ein sogenannter Säuberungsschnitt. Danach haben die erwünschten Gräser mehr Chancen, Platz zum Wachsen zu haben. Allerdings wird es jetzt zeitlich knapp. Bis Ende Oktober sollte nochmals genügend Gras gewachsen sein, damit wir silieren können. Wegen der Trockenheit fehlt uns ja viel Futter.

 

Gestern hat Christian immer noch 5 Schwalben im Stall gesehen. Wir sind gespannt, wann die Reise endlich losgeht.