Aktuelle Arbeiten und Vorkommnisse auf dem Neuhof

27. Juni - 3. Juli 2022

Vor einer Woche wurde endlich wieder ein Kälbchen geboren. Allerdings nicht das von uns schon lange erwartete, sondern bereits das nächste. Die lange erwartete Geburt hat dann 2 Tage später stattgefunden. Beide Kälbchen sind wohlauf. Das mit grosser Verspätung geborene ist im Mutterleib allerdings erwartungsgemäss während der letzten Trächtigkeitstage noch stark gewachsen und sehr gross geworden. Die Geburt war deshalb schwierig.

 

Endlich Regen! Die grosse Hitze der letzten Woche hat dazu geführt, dass der Mais kurz vor dem Absterben war, und dass Roggen und Weizen schon fast reif sind. Der Mais hat sich unterdessen zum Glück nochmals erholen können. Das Getreide können wir dreschen, sobald das Wetter wieder besser wird.

 

 

 

 

 

 

 

Bis dahin nutzen wir die Zeit, um den Stall auszumisten. Der Kot wird wohl täglich aus den Liegeboxen entfernt, aber jedes Jahr werden Anfang Sommer "die Betten gemacht", das heisst.: Feuchtes und schmutziges Stroh wird aus den Liegeboxen geholt und auf den Misthaufen geworfen. Das hilft in erster Linie die Entwicklung der Fliegenpopulation zu stoppen,

 

 

Der kleine Traktor hatte einen platten Reifen. Zum Glück ging die Luft nur ganz langsam raus. Wir waren nämlich unterwegs, um das Gerste- / Erbsengemisch in Augst abzuliefern und unterwegs mit einem platten Reifen stehenzubleiben ist ziemlich aufwändig. So aber ist die Luft über Nacht zuhause entwichen und wir können diese Woche den defekten Pneu in Ruhe zuhause abmontieren und ihn zu Pneu Egger nach Münchenstein bringen, wo innerhalb einer halben Stunde der Schlauch geflickt oder ausgewechselt wird.

20. - 26. Juni 2022

 

 

 

Die Hitzewelle wirkt sich stark auf unsere Kulturen aus. Und kein Regen weit und breit! Es wächst kein Gras mehr, auch nicht in unserer Luzernenmischung, die eigentlich relativ viel Trockenheit verträgt. Auf diesem Bild sieht man, dass auf der Wiese nur noch der Mohn blüht. Aber auch der vertrocknet langsam. Die Temperaturen liegen über eine Woche lang bei 30 - 35 Grad.

 

Wegen der Hitze und Trockenheit haben wir bereits am 15. Juni mit der Ernte begonnen. Normalerweise wäre das um den 1. Juli herum. Die Gerste - Eiweisserbsen - Mischung war aber reif und vollständig trocken. Die Hälfte davon haben wir in eine grosse Mulde, die 20 Tonnen fasst, geladen. Diese wird dann per LKW zur Sammelstelle in Augst geliefert. Die andere Hälfte führen wir in unseren eigenen Wagen per Traktor nach Augst.

 

Der Mähdrescher läuft immer noch, trotz seiner 45 Jahre. Er zeigt aber auch seine Alterserscheinungen. So waren zwei Mal die Messer verklemmt

 

Für die Kühe ist die Hitze auch im Stall nur schwer erträglich. Nebst den Grossraumlüftern, die auf Hochtouren laufen, haben wir ihnen noch eine Dusche eingerichtet.

 

Auch wir Menschen versuchen einen Gang runter zu schalten, wenn nicht gerade das Dreschen, Melken oder Führungen auf dem Hof anstehen.

13. - 19. Juni 2022

In dieser Woche sind schönes Wetter und Temperaturen von über 30° prognostiziert worden. Ab dem Mittwoch, 15. Juni dürfen die extensiven Wiesen gemäht werden. Das würde ja zum vorausgesagten Wetter passen. Andererseits ist es schon wieder viel zu trocken. Die für Sonntagabend versprochenen Niederschläge fielen in Reinach gewohnt bescheiden aus. Wir machen uns deshalb Sorgen um den Mais. Auch die Getreideernte dürfte nicht grossartig ausfallen. Die Gerste ist schon fast reif. Das ist unglaublich früh. Bis Ende Woche ist es wohl soweit. Deswegen steht das Bereitmachen des Mähdreschers diese Woche zuoberst auf der To - Do - Liste.

 

Für diese Woche haben sich ganze 5 Kindergärten für eine Führung angemeldet!

 

Nach mehreren Wochen muss wieder einmal ein Kuh in den Klauenstand, weil sie hinkt. Wir tippen auf Mortellaro oder ein Klauengeschwür. 

 

Seit 2 Wochen warten wir auf die Geburt eines Kälbchens. Wir warten noch 2 - 3 Tage. Dann soll der Tierarzt die Kuh untersuchen. Weil das Kälbchen Mitauslöser ist für die Geburt, befürchten wir, dass es nicht mehr lebt.

 

In ein paar Feldern müssen wir noch Berufskraut ausreissen, einen Neophyten.

6.06. - 12.06.2022

Waren letztes Jahr der Mai und der Juni nass, wie schon viele Jahre nicht mehr, sieht es dieses Jahr wieder etwas anders aus: Es werden zwar viele Niederschläge gemeldet und finden wohl auch statt, aber eben nicht bei uns. Es ist zwar noch nicht übermässig trocken, ab und zu war da etwas Regen, aber eigentlich warten wir auf ein bisschen mehr, damit die Natur so richtig aufatmen könnte. Für diese Woche wurde erneut viel Niederschlag gemeldet, aber bis jetzt ist noch nichts Grossartiges passiert. Es bleibt nun abzuwarten..

 

Während des Pfingstwochenendes hatten Pfadfinder auf unserem Hof ihre Zelte aufgeschlagen, auf der Kuhweide hinter dem Hühnerhof.

 

Diese Woche findet bei uns eine Medieninformation statt. Es geht um die Biodiversität im Kanton Baselland. Auch ein Regierungsrat wird anwesend sein. Am Abend wird Christian dann verspätet an eine Klausursitzung der IP - Suisse reisen. Es geht darum die Richtung, bzw. Strategie dieser Organisation neu zu justieren.

 

Ende Woche sind dann noch 2 Führungen auf dem Hof vorgesehen, sowie ein weiterer Kontakt mit den neuen Pächtern. Der Hof wird übrigens von einer Frau geführt werden, was für manche noch etwas ungewohnt sein wird. Ihr Partner ist Winzer und hat einen Betrieb in Therwil.

 

Sollte es tatsächlich zu längerem Regenwetter kommen, haben wir Zeit, um die beschädigten Schneidmesser beim Mischwagen zu ersetzen. Im Weiteren sind wir dabei das Gras und das Unkraut auf den Baustellenhügeln beim Vollanschluss Aesch zu mähen und auch auf der Weide unterhalb des Schlatthofes gibt es noch Rückstände, bzw. Unkraut, das von den Kühen nicht gefressen wurde, und das noch von Hand gemäht werden muss.

30.05. - 5.06.2022

Tja, da ist eine Woche verloren gegangen. Eine Woche ohne Blog....aber Ferien müssen eben auch mal sein!

 

In dieser einen Woche Abwesenheit sind unsere Kulturen stark gewachsen. Bei einem Feldrundgang präsentieren sie sich erfreulich: Das Getreide hat die Ähren geschoben, der Mais ist bereits 30 cm hoch und das Gras kann in dieser Woche ein 2. Mal gemäht werden. Die Bestände sind dicht. Das verheisst ein gutes Ertragspotential. Es hat kaum Unkraut, welches die Ernte behindern oder den Unkrautdruck in den Folgekulturen erhöhen würde. Es gibt auch wenige Krankheiten oder Schädlinge die unseren Nachfolgern, die ja mit dem Bio Label arbeiten werden, spezielle Probleme bereiten könnten.

 

In der Schweiz muss zu viel Proteinfutter aus dem Ausland importiert werden. Deshalb versuchen wir, dieses vermehrt selber anzubauen, z.B. Eiweisserbsen für Schweine und Kühe. Da Erbsen schwierig zu ernten sind, weil sie bei der Reife tief am Boden liegen, säen wir diese zusammen mit Gerste. Diese kann als energiereiches Futter gleichzeitig gesät und geerntet werden und auf dem Feld stützt sie die Erbsen. So wird die Erbsenernte einfacher. Ausserdem braucht die Gerste keinen Stickstoffdünger, wenn sie in Kombination mit den Erbsen kultiviert wird, weil die Erbsen den Stickstoff liefern.

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Unsere Buntbrachen blühen wieder. Aliona hat einen kurzen Spaziergang unternommen
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16. - 23.5.2022

Viel Sonnenschein, warmes Wetter und dann auch wieder Regen. Das Frühjahr verläuft bis jetzt sehr positiv. Das Getreide ist am Ährenschieben, der Mais wächst zügig  und auch das Gras kann bald ein 2. Mal gemäht werden.

 

Die im vorletzten Jahr gesetzten Hecken sind teilweise von Rehen beschädigt worden. Das betrifft aber nur einen kleinen Prozentsatz davon. Die Pflanzen werden ausserdem vom Gras konkurrenziert. Deshalb müssen sie dieses und wahrscheinlich auch noch nächstes Jahr ausgemäht werden müssen. 

 

 

 

Bei den Hühnern ist es wieder soweit: Sie haben auf der einen Seite des Hühnerhofes alles Gras gefressen, bzw. verscharrt. Da müssen wir wieder neu ansäen. Aber wir warten noch bis Anfang Juni, weil Ende Juni neue Hühner kommen, die dann vorerst 2 Wochen lang im Stall bleiben. Da hat die Neuansaat Zeit zu keimen und ein bisschen anzuwachsen, bevor sie dann von den Hühnern wieder malträtiert wird.

9. - 15. Mai 2022

Wie jedes Jahr befinden sich unsere hochtragenden Kühe, die bis zur Geburt nicht mehr gemolken werden, auf der Waldweide, nahe der Strasse, die von Reinach nach Therwil führt. 8 - 10 Tage können sie dort verweilen, bis Gras und Stauden kurzgefressen sind.

 

Ein kleiner Teil dieser Weide gehört der Gemeinde Reinach, der grössere Teil ist aber im Privatbesitz. Offensichtlich hat es sich jetzt herumgesprochen, dass wir Ende Jahr aufhören, bzw. der Betrieb von einem Nachfolgerpärchen bewirtschaftet wird. Deshalb hat pro Natura Baselland bei diesem Privatbesitzer nachgefragt, ob sie diese Parzelle in Zukunft pachten oder sogar kaufen könnte, um diese Fläche dann besonders ökologisch bewirtschaften zu lassen. Wie man ja weiss, wird der Neuhof ja auch besonders ökologisch, bzw. biodiversizitätsfördend betrieben und für uns stellt sich die Frage, ob Landwirtschaftsland überhaupt an juristische Personen weitergegeben werden darf. Der Landwirtschaft werden so Einkommensmöglichkeiten entzogen. Man wird sehen....

 

Der Mais hat bereits 2 - 3 Blättchen und das Unkraut zwischen den Stängelchen wächst und kann mit einem Herbizid bekämpft werden.

 

In den Wiesen und Ökoflächen hingegen ist Handarbeit gefragt: Ein 2. Rundgang ist fällig, um vor allem die Blacken, die beim 1. Rundgang nicht erwischt wurden, zu entfernen.

02.05. - 08.05.2022

Die Schwalben sind wieder da! Aber erst seit einer Woche. Eigentlich hatten wir sie schon vor 3 Wochen erwartet. Es sind Rauchschwalben. Die gibt es nur auf Bauernhöfen. Allein schon deshalb sollte man den Bauernhöfen und somit auch den Bauern Sorge tragen. Auf dem Feld wurden am Sonntag ein Neuntöter gesehen und am Montag 2 Schwarzkehlchen. Letzte Woche waren es Feldlerchen. Die Förderung der Biodiversität auf dem Neuhof, wie wir sie seit 2 Jahrzehnten auf dem Neuhof verfolgen, scheint erfolgreich zu sein.

 

Am Montag wurde Dünger gestreut und am Sonntagabend 2 ha Gras gemäht für Siloballen. Heute Dienstag haben wir die fertigen Siloballen schon heimgeholt. Ausserdem wollen wir im Paradiesli (der Waldweide Richtung Therwil) einen Zaun erstellen. Die Galtkühe (also diejenigen, die wir nicht melken), können dann ein paar Tage dort bleiben.

 

Der Abfallwagen ist voll. Zum Glück ist das Recycling - Center ganz in unserer Nähe, in Aesch. So können wir diese Woche rasch mal vorbei und den Wagen leeren. Dieses Jahr dürften es ein paar Wagen mehr werden, weil ja bis Ende Jahr der ganze Hof geräumt sein soll und sich über die Jahre viel Unnötiges angesammelt hat.

25.04. - 01.05.2022

Der Mais ist gesät, das Gras um den Sportplatz auch. Es regnet und das wird es wohl auch in den nächsten Tagen. Zeit also für "Schärme" - Arbeit: Wir haben kein Brennholz mehr. Die Heizsaison geht zwar bald zu Ende. Trotzdem braucht es auch im Frühling und Sommer Brennholz fürs Cheminée im Holder - Rümli und den Grill, der ebenfalls dazu gemietet werden kann. Das Holzspalten wird diese Woche also viel Zeit beanspruchen. Ausserdem ist der Mistzetter nach dem Einsatz zu reinigen, der Futtermischwagen zu schmieren und dessen kaputte Messer sind zu ersetzen. Die Gelenkwellen von Mistzetter, Mähwerk, Kreiselheuer, Schwader und Kreiselegge müssen gefettet werden. In den Liegeboxen der Kühe gilt es Stroh nachzulegen, der Milchraum muss gereinigt werden und wenn es nicht regnet, wollen wir im Garten und rund um den ganzen Hof das Gras mähen.

 

Hinter der Eselweide Richtung Aesch haben wir Mais gesät. Mitten drin und auch noch unförmig, befindet sich aber noch ein Hornusserfeld, wo Bekannte von uns den "Abschuss" trainieren. Das gibt beim Pflügen, Eggen, Säen und auch noch bei der Ernte einen erheblichen Mehraufwand. Zudem wird die Sicht der Hornusser im Juli eingeschränkt sein, wenn der Mais mal gewachsen ist. Wir werden dafür noch eine Lösung finden müssen. Es ist noch unklar, ob unsere Hofnachfolger im nächsten Jahr diese Anlage weiterführen möchten. Eine Entscheidung muss im Herbst gefällt werden, denn dann wird die Kultur für das nächste Jahr angesät.

19. - 24.4.2022

Über Ostern konnten wir uns eine Auszeit von 3 Tagen nehmen und Verwandte in der Nähe von Lure besuchen. Während wir das wunderbare Wetter und die Natur genossen (am Morgen aber immerhin bei frostigen Temperaturen um die 0° C), trug Ion die Verantwortung für den Hof. Natürlich sind Pannen auf einem Hof dieser Grösse, wo viele Tiere leben, an der Tagesordnung. So kann eine Kuh nicht mehr richtig laufen und fällt ständig um. Liegt es am Fuss? Wir denken nicht. Am Knie, der Hüfte oder ist gar ein Nerv an der Wirbelsäule eingeklemmt? Wir wissen es nicht. Falls bis am nächsten Morgen keine Besserung eintritt, wird der Tierarzt kommen müssen. Vielleicht weiss er Rat.

 

Die Wetterprognose für diese Woche sagt schönes Wetter voraus. Für nächste Woche sieht es nicht mehr so gut aus. Deshalb wollen wir ein erstes Mal Gras mähen und Siloballen daraus machen. Dann kommt der Hühnermist auf die abgemähten Flächen und sie werden gepflügt und geeggt. Danach lassen wir darauf den Mais säen. Das alles sollte in dieser verkürzten Woche nach Ostern möglich sein.

 

Ausserdem möchten wir noch um den neuen Kunstrasen des Sportplatzes bei der neu gepflanzten Hecke eine Blumenwiesenmischung ansäen. Aber es ist noch nicht klar, ob das diese Woche auch noch machbar ist, ohne dass wir grössere Überstunden in Kauf nehmen müssen, denn dazu muss zuerst geeggt werden. Dann wird der Samen von Hand ausgebracht und danach wird alles noch mit Traktor und Walze in den Boden gedrückt.

11. - 17.04.2022

In ca. 2 Wochen kann der Mais gesät werden. Bis jetzt stand da noch eine Wiese und normalerweise wird diese noch gemäht, bevor der Mais gesät wird. Leider ist dieses Jahr aber kaum Gras darauf gewachsen, weil der März sehr lange kalt und trocken war. Deshalb wird das Feld jetzt schon gepflügt.

 

 

Dabei gibt es Besuch von Störchen. Nicht alle, aber der grösste Teil von ihnen, ist beringt. Sie zeigen kaum Furcht vor dem Traktor und kommen manchmal gefährlich nahe. Nebst den Störchen sind da auch Krähen, Bachstelzen, Mäusebussarde, ein Fischreiher und ganze 10 Rotmilane. Letztere sind, wie alle Raubvögel, geschützt. In Europa ist der Rotmilan sehr selten. Allein in der Schweiz befindet sich ein Drittel der europäischen Population. Beim Pflügen lassen sich ihre Flugkünste beobachten. Sie folgen dem Pflug, weil beim Umbrechen des Bodens Mäuse, Würmer und Insekten zum Vorschein kommen. Sie streiten sich dann untereinander, aber auch mit den Störchen, Krähen und Mäusebussarden um diese Mahlzeiten.

 

 

 

 

 

Kurz vor Ostern haben wir viele Eierkunden im Direktverkauf. Natürlich wollen alle weisse, ungestempelte Eier fürs Färben. Wir haben uns sagen lassen, dass sich auch mit braunen Eiern interessante Farben erzielen lassen, und dass der Stempel mit dem Kochen verschwindet.....nachgeprüft haben wir das aber selber nie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht alle Eier werden direkt ab Hof verkauft. Alleine am Montag vor dem Osterwochenende müssen 2000 Eier in 6er Schachteln verpackt werden. Bis die alle gefüllt sind...

 

 

 

 

Danach werden die Schachteln, aber auch die zusätzlich benötigten unverpackten Eier (sie lagern auf 30er Kartons) auf unseren alten Pickup verladen und geliefert an:

  • die Bäckerei Grellinger in Reinach. 
  • das Seniorenzentrum Aumatt in Reinach
  • den Erlenhof in Reinach
  • die Miba Milchprodukte AG in Aesch

Zusammen sind das 2500 Eier.

 

 

 

 

 

Es ist noch ungewiss, ob wir die Kühe schon vor Ostern oder erst nachher zum ersten Mal auf die Weide lassen. Wir wollen zuerst den Wetterbericht konsultieren und die Weide vorbereiten. Für Letzteres braucht es schon einen Tag. Danach werden endgültig entscheiden.

 

Das Kapitel "Kuhparade" ist noch nicht ganz abgeschlossen. Es sind diverse Rechnungen ins Haus geflattert: Bewilligungsgebühren, Lebensmittelrechnungen, Abfallentsorgung.........Wir leiten das an den Kassier weiter.

 

4. - 10. April 2022

Nachdem der Kommentar zur Kuhparade das letzte Mal etwas knapp und nüchtern ausfiel, hier noch ein paar grundsätzliche Bemerkungen dazu: Jedes Mal, wenn in Züchterkreisen wieder die Idee, bzw. der Wunsch aufkommt, eine Kuhparade zu veranstalten, werden die Fühler nach dem Neuhof ausgestreckt, weil da doch der Platz und die nötige Infrastruktur vorhanden seien etc. Christian kann seinen Berufskollegen diesen Wunsch jeweils nicht abschlagen, obwohl er selber kein passionierter Züchter ist. (Seine Kühe müssen genug Milch geben und gesund und langlebig sein.) Trotzdem ist das Ganze mit viel Arbeit verbunden. Und da sind wir sehr glücklich auf einen bewährten Personenkreis an freiwilligen Helfern, zurückgreifen zu dürfen. An dieser Stelle möchten wir Ihnen herzlich danken und auch einmal zeigen, wie viele Personen am Tag des Anlasses, nicht weil sie Viehzüchter sind, sondern einfach aus Freude an der Sache, als Nachbarn, Freunde, Bekannte etc. mitwirkten: 

  • Hans und Margrit, die zuverlässig ihren "Scheiss - Job" erledigten, d.h. mit Mistgabel und Schubkarre zur Stelle eilten, wenn eine Kuh was fallen liess.
  • Kurt und Margreth, die unermüdlichen Kuchenverkäufer
  • Severine und Sandro, sowie Annina und Noemie, Roland und Laura, die den kleinen Festbesuchern Zugang zu unserem Streichelzoo gewährten und sicherstellten, dass Mensch und Tier sich dabei wohl fühlten.
  • Der Job bei der Überwachung des Trampolins wurde immer anstrengender, je später es wurde. Anfangs wachten Corinne und Christian, die dann später abgelöst wurden von 2 unserer bewährten Gillerugger (Fasnachtsclique), wobei letztere fix und fertig waren, als die letzten Kinder den Hof verliessen.
  • 3 Bärefelser (von den Bärefelswagis) betreuten den ganzen Tag Schnipp und Schnapp, unsere beiden Minipigs, die Besuch von den kleinen Festbesuchern erhielten.
  • Gleich daneben erhielten unsere Esel unter Aufsicht von Monique und ihren Helfern zahlreiche Streicheleinheiten.
  • Hansruedi hat die Viehtransporter eingewiesen und in der Küche geholfen.
  • Mathias, Stefan und Andreas haben 2 Stunden lang Kühe für ihren grossen Auftritt mit dem Hochdruckreiniger gewaschen.
  • In der Festwirtschaft waren 8 weitere Gillerugger, die, so der Chef der Festwirtschaft, hervorragende Arbeit geleistet haben.

Es sind also über 30 Personen, die immer wieder mal bereit sind uns zu unterstützen! Ohne sie wäre ein solcher Anlass gar nicht durchführbar! Wir empfinden diese grosse Hilfsbereitschaft auch ganz persönlich als Wertschätzung uns gegenüber, sind fast ein wenig gerührt darob und sagen nochmals allen ganz, ganz herzlich Dank!

 

Dankbar sind wir natürlich auch dafür, dass der Anlass nicht eine Woche später stattgefunden hat. An Stelle von schönem, warmem Frühlingswetter, hätten wir letzten Samstag Schneegestöber gehabt und Kälte und wir hätten sicher nicht diese wunderbare Stimmung und so viele Besucher gehabt. So konnten wir auch noch am Montag nach der Viehschau bei schönem Wetter Gras säen und anwalzen und dem Getreide die 2. Stickstoffdüngergabe geben, bevor dann das Wetter gedreht hat. So wie der Wetterbericht aussieht, braucht es noch längere Zeit Holz zum Heizen. Darum wollen wir uns jetzt auch noch kümmern.

28.März - 3. April 2022

Die 4. Kuhparade ist vorbei und wir sind sehr zufrieden, aber auch etwas erschöpft. Deshalb hier kurz und bündig: Das Wetter hat mitgespielt, die Vor - und Nacharbeiten verliefen reibungslos, es gab viele Besucher, die Verpflegung war gut und um 4 Uhr nachmittags kehrte bereits wieder Ruhe ein auf dem Neuhof. Wer nicht dabei war, hat was verpasst! Es bleiben viele Eindrücke vom Fest, wovon wir hier ein paar mit unseren Lesern teilen möchten:

21. - 27. März 2022

Letzten Sonntag war es für einmal sehr ruhig und friedlich auf unserem Hofplatz, obwohl sehr viele Leute da waren. Manchmal ist das Gegenteil der Fall: Grosses Geschrei, viel Unruhe, Kinder, die rücksichtslos mit ihren Kameraden, dem Spielzeug und den Tieren umgehen oder alleine im Holder - Rümli wüten und niemand zur Hand, der sich verantwortlich fühlt. Zum Glück gibt es aber mehr friedliche Tage, so wie eben letzten Sonntag, und deshalb lohnt es sich für uns, den Hof zugänglich zu lassen.

 

Diese Woche stehen die Vorbereitungen für die Tierparade vom nächsten Samstag im Fokus. Bis jetzt scheint uns der Wettergott wohl gesonnen. Das ist schon mal sehr gut. Dann muss noch ein Inserat ins Wochenblatt (im Reinacher Kalender sieht man uns übrigens auch). Ausserdem: 150 Kühe sind angemeldet und müssen einen Platz mit Stroh haben, damit sie sich auch hinlegen können. Und dann braucht es natürlich ein Arbeitsprogramm: Was steht also alles an diese Woche?

 

Montag: Die Anbindevorrichtung für die Kühe muss angebracht werden im Innenhof. Alle Stangen und Pfosten müssen hervorgeholt und montiert werden. Zum Glück sind die Löcher zum Setzen der Pfosten auf dem Hofplatz schon fix installiert, denn Ion wird vieles alleine machen müssen. Christian ist ausgebucht:

  • Um 10 Uhr werden Eigentümervertreter und ein Architekturbüro kommen. Es geht um die Umbauten nächstes Jahr für unsere Nachfolger.
  • Um 13 Uhr: Besprechung mit einem Gemeindevertreter. Es geht um Abschlussarbeiten rund um das Kunstrasenfeld beim Sportplatz Fiechten.
  • Um 14 Uhr: Führung mit einem Kindergarten
  • Um 19 Uhr: Abrechnung mit einem Mieter.

Daneben laufen natürlich noch die üblichen Routinearbeiten bei allen Tieren. Insbesondere die Kühe müssen 2 Mal gemolken werden.

 

Dienstag:

  • Christian ist den ganzen Tag in Zollikofen bei der IP - Suisse.
  • Ion wird die Anbindevorrichtung fertig montieren und versuchen, das Trampolinnetz zu reparieren. Jugendliche haben es zerrissen. 
  • Am Vormittag werden noch ein paar Kühe vom Schweizer Zuchtverband beurteilt. Dazu müssen sie sauber geputzt und angebunden werden.

Mittwoch:

  • Am Morgen hat Christian eine Führung mit einem Kindergarten. Diese Jahreszeit führt immer viele Kindergärten auf unseren Hof, denn es geht vor Ostern natürlich um das Thema "Huhn".
  • Die Scheune wird geräumt. Vieles kann man draussen abstellen. weil es ja nicht regnen wird.
  • Der frei Platz in der Scheune wird für die Festwirtschaft vorbereitet mit mehreren 380 und 220 Volt Anschlüssen, Wasser und Abwasser, Kochstelle und Spülmöglichkeit.

Donnerstag:

  • Beschriftungen müssen vorbereitet werden (WC, Spielplatz, Streichelzoo, Festwirtschaft etc.)
  • Ein Waschplatz für die Kühe, die dann am Samstag eintreffen, wird eingerichtet auf dem Laufhof hinter dem Stall, mit 3 Hochdruckreinigern.
  • Die Strohburg und der Kinderspielplatz werden aufgebaut. Sie kommen in die Scheune, neben die Festwirtschaft.

Freitag:

  • Am Morgen nochmals eine Führung mit einem Kindergarten
  • Um 9:30 Uhr müssen bei der Gemeinde Materialien geholt werden (30 Festgarnituren, Abfallkübel, Wegweiser).
  • Hinter der Scheune wird der Parkplatz eingerichtet, einerseits für PWs, andererseits für Viehtransporter.
  • Alle Tische und Bänke müssen aufgestellt werden. Dazu noch Kasse, Buffet, Kühlwagen, Kühlschränke etc.
  • Der Platz für die Kühe mit dem Strohbett wird im Innenhof vorbereitet. 
  • Es braucht mehrere Bezugsorte für Wasser für die Kühe und Futter.
  • Der Vorführkreis für die "Parade" wird mit Sägemehl gefüllt. Das sieht dann so ähnlich aus wie bei einem Schwingfest.
  • Für die Zuschauer gibt es ein kleines Podest aus Paletten und wir errichten ein kleines Podium für den Speaker und die Musik .
  • Ein Wagen mit Preisen wird vorbereitet (Gabentisch).
  • Alle Spielsachen werden vom Hofplatz entfernt und kommen zur Strohburg.
  • Bei den Ziegen braucht es einen separaten Zugang, damit die Kinder zu den Ziegen können, um sie zu streicheln und zu füttern.
  • Es braucht 25 Essensbons für die Helfer.
  • Zuletzt muss noch all das erledigt werden, was wir bei der Planung noch vergessen haben.

 

Samstag

Es kann losgehen!

 

 

 

                                               

 

14. - 20. März 2022

Endlich sind wir wieder "auf Sendung"! Jimdo, die Firma, mit deren Baukastensystem wir unsere Webseite erstellen, war mehr als einen Tag lang ausgefallen und man man konnte unsere Webseiten nicht aufrufen. Aber nun zu den Nachrichten vom Neuhof:

 

 

 

 

 

 

Am Montag wäre Christians freier Tag gewesen. Aber es war warm und kein Frost in Aussicht. Also nutzte er dieses Wetter, um auf einigen belasteten Parzellen Herbizid zu spritzen. Es ging um den Ackerfuchsschwanz, der sich während unserer Versuche mit herbizidlosem Getreide stark vermehrt hatte und langsam zum Problem wurde.

Heute Dienstag hat Christian gleich 3 Termine in Bern und in Zollikofen. Der Wetterbericht zeigt wenig Regen an. Sollte er fürs Wochenende Regen voraussagen, was in ausreichender Menge dringend notwendig ist, muss vorher ein zweites Mal Gras angesät werden. (Die erste Saat vom letzten Herbst war misslungen.). Ein Regen nach dem Säen verbessert die Starchancen. Also würden wir am Donnerstag und Freitag pflügen, eggen und säen. 

 

2 Führungen stehen noch auf dem Programm und zwischendurch müssen noch die Kühe für die Kuhparade vom 26. März geschoren werden. Ausserdem gibt es noch einiges zu planen für diesen Tag:  Wo kommen die Parkplätze für die Viehtransporter und die Autos hin? Wie werden sie abgegrenzt und beschildert? Woher kommt der Strom und wo muss er überall hin? Was muss alles aus der Scheune geräumt werden? Wo werden die Kühe gewaschen? Wo soll das Trampolin stehen? Steht das alles mal fest, so kann nächste Woche dann zügig eingerichtet werden. Ach so, es braucht ja auch noch eine Beschilderung, damit die Festbesucher das WC oder die Festwirtschaft finden etc. etc.

7. - 13. März 2022

Tja, das war nichts mit Unkrautbekämpfung letzte Woche! Tagsüber war es zwar sehr warm, was für einen Herbizideinsatz beim Weizen ideal gewesen wäre, aber nachts fielen die Temperaturen immer unter Null und in den kommenden Tagen soll es nachts sogar noch kälter werden. Da braucht es unsererseits noch etwas Geduld. Diese fehlt etwas, weil das Unkraut eben trotz der tiefen Nachttemperaturen jeden Tag ein wenig wächst. Die Wirkung des Herbizids nimmt aber ab, je grösser das Unkraut ist. Trotzdem: Die Natur lässt sich nicht drängen.

 

Unsere Kühe geniessen derweil die warme Märzsonne im Laufhof. Für uns gibt das wieder mehr zu misten, aber den Tieren ist der Aufenthalt im Freien ja zu gönnen.

Die Ansaat einer Wiese ist letzten Herbst nicht gelungen. Es wächst da vor allem Unkraut und kaum Gras und Klee. Der Grund war die Trockenheit nach der Saat. Wir überlegen, ob die 4 ha wieder gepflügt werden sollen oder ob es für die Neuansaat genügt, nur mit der Kreiselegge den Boden aufzureissen und zu lockern. Der Grassamen ist bestellt und kostet pro ha ca. Fr. 400.-. Ideal wäre eine Ansaat kurz vor dem Regen, damit die Saat nicht wieder vertrocknet. Leider ist zurzeit kein Regen in Sicht.

 

 

 

 

Für die kommende Viehschau gibt es immer wieder Kleinigkeiten, die man jetzt schon erledigen kann. Christian hat beispielsweise die Werbeplane angepasst, diese an einen grossen Wagen montiert und bei der Tramhaltestelle plaziert.

28. Februar - 6. März 2022

Diese Woche beginnt der März und es ist Zeit mit den Feldarbeiten zu beginnen. Das Getreide braucht eine Behandlung gegen Unkraut. Probleme bereitet uns eine Gräserart, der Ackerfuchsschwanz. Man muss ihn sehr früh behandeln. Bisher war das nicht möglich. Es war einfach zu kalt und zu nass. Jetzt sollte es aber gehen und es ist auch höchste Zeit! Es darf in der Nacht einfach keine Minustemperaturen geben, sonst nimmt das Getreide durch das Spritzmittel Schaden. In der 2. Wochenhälfte dürfte es klappen. Auch die erste Düngergabe für das Getreide ist in anderen Jahren schon früher erfolgt. Diese Woche möchten wir deshalb auch endlich Dünger ausbringen. Das schöne Wetter wollen wir auch nutzen, um die Bäume und Büsche, die in den Brachen wachsen, zu entfernen. Insbesondere der Hartriegel, dem es in unseren Brachen besonders gut gefällt und der alles zu überwuchern droht, müssen wir, wie in den letzten Jahren auch schon, zurück stutzen.

 

Beim Fendt, aber auch bei den anderen beiden Traktoren, ist noch der Ölwechsel vorgesehen. Ausserdem kann jetzt die Güllegrube geleert werden. Damit wollen wir einen Teil des Getreides düngen.

 

Die Kühe müssen auf die kommende Viehschau vorbereitet werden (neu heisst das ja "Kuhparade"). Für ihren Auftritt vor der Jury müssen sie lernen am Halfter zu gehen. Das ist mit ziemlich viel Aufwand verbunden, weil gerade die jungen Kühe noch gar nie ein Halfter an ihrem Kopf hatten. Sie wehren sich deshalb mit allen Vieren gegen unser Ansinnen. Hinzu kommt dann noch das Scheren der Kühe für eine besonders schöne Präsentation an der Schau. Somit ist mit dem Frühlingsanfang auch unser Winterschlaf definitiv vorbei.

 

21. - 27. Februar 2022

Im Moment gibt es keine grossen Projekte, die uns unter Druck setzen würden. Es läuft die normale Alltagsroutine mit dem täglichen Versorgen der Tiere. Dazu gehören das zweimalige Melken der Kühe pro Tag und das tägliche Einsammeln, Reinigen und Verpacken der Eier, sowie das Füttern und Misten bei den Tieren. Ab und zu fällt uns auf, dass solches Wissen über die täglichen Arbeiten des Landwirtes keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

 

Wir haben jetzt Zeit, uns dem näher rückenden Pachtende zu widmen. Das bedeutet momentan: Aufräumen und Entsorgen von altem Gerümpel. Beispielsweise haben sich über die Jahre und Jahrzehnte viele alte Balken und Bretter angesammelt. Man denkt ja immer, dass man dieses oder jenes noch gebrauchen könnte und genügend Lagerplatz war ja vorhanden. Auch andere Materialien haben so im Laufe der Jahre auf ihre weitere Verwendung gewartet: Alte Dachkännel, Wagenaussenwände, Eternitplatten (vermutlich sogar noch asbesthaltige) etc.

 

 

 

Auf diesem Bild will Ion gerade Kessel voller Gärsaft (von der Silage) entsorgen. Dieser hat sich im Schacht der Betonsilos unter der Scheune angesammelt. Alle paar Jahre haben wir diesen Saft abgepumpt. Diese Reste hier sind aber zu stark eingedickt und mussten jetzt in Kesseln von Hand aus der 2,5 Meter tiefen Grube, die sich im Keller befindet, nach oben getragen werden. Das stinkt fürchterlich!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weil unsere Nachfolger nach den Vorgaben von Bio Suisse arbeiten, dürfen sie unsere IP - Suisse - Kühe nicht übernehmen. Es geht da um Regeln und Vorschriften bei den Labelanforderungen. Für uns ist das kein Problem. Wir beginnen jetzt in der landwirtschaftlichen Presse Inserate zu schalten, um nach und nach unsere Kühe zu verkaufen, übers Jahr verteilt. Den besten Preis erzielt man mit frisch gekalbten Kühen und wir sind gespannt, wie die Marktlage ist und welche Preise sich realisieren lassen. Wir rechnen mit ca. Fr. 3000.- bis 4000.- pro Kuh. Ausserdem haben wir  noch wenig Aufzuchtvieh in Eptingen, wo wir auch bereits in Verhandlungen mit einem Interessenten sind.

14. - 20.02.2022

Vor 3 Wochen hat uns ein Mäusebussard auf Trab gehalten. Er hatte damit begonnen unsere Hühner zu töten und gleich im Hühnerhof zu fressen, weil sie für ihn zu schwer waren, um sie weg zu transportieren. Dabei gerieten natürlich alle anderen Hühner in Panik und blieben vermehrt im Stall. Eine früher erfolgreiche Abwehrmassnahme, nämlich das sofortige Spannen von flatternden Bändern quer über den Hühnerhof, hat nichts genützt. Das Morden ging weiter.  Nach 2 Wochen waren es 11 Hühner, deren Reste wir im Hühnerhof zusammenkratzen mussten. Was tun? Nun, wir haben die Hühner eingesperrt und ein totes Huhn im Hühnerhof deponiert. Danach haben wir uns auf die Lauer gelegt. Schon nach kurzer Zeit sass der Raubvogel auf dem toten Huhn und fing an zu fressen. Jetzt war der Moment zum Handeln: Wir haben aus relativ kurzer Distanz eine Schreckschusspistole abgefeuert und ihn bös erschreckt. Panikartig ist er aufgeflattert, hat dabei den Zaun gestreift und ist geflohen. Seither haben wir ihn nicht mehr gesehen. Hoffentlich bleibt das auch so!

 

Früher war mit "Hühnervogel" der Habicht gemeint. Bei uns kommt dieser zwar noch vor, aber eher selten. Hingegen gibt es eine sehr grosse Population von Mäusebussarden und vom roten Milan. Vor 15 Jahren hat da einer davon auch schon Hühner getötet und auch Krähen haben schon einige unserer Hühner umgebracht. Hoffen wir nun, dass jetzt für die nächsten 10 Jahre wieder Ruhe herrscht im Hühnerhof!

 

Diese Woche wird der Laufhof der Kühe geputzt und Kraftfutter für Kühe ins Silo verfrachtet. Der Zaun entlang dem Veloweg zwischen Reinach und Aesch wurde mutwillig kaputt gemacht und muss repariert werden. Er soll Hunde davon abhalten in die Felder zu rennen, die Frucht kaputt zu machen oder die Kleintiere aufzuscheuchen.

 

Beim Peugeot, den wir u.a. noch fürs Ausliefern der Eier benötigen, ist die Kupplung kaputt und wie sich herausstellt noch einiges mehr. Wir haben ihn vor ca. 10 Jahren als Occasion gekauft und er hat uns treue Dienste geleistet. Nun lohnt sich aber eine weitere Reparatur nicht mehr. Wir müssen also überlegen, wie wir das Problem lösen wollen.

7. - 13. Februar 2022

Als verantwortungsvolle Bauernfamilie setzen wir uns neben der Nahrungsmittelproduktion ein für Nachhaltigkeit, Biodiversität und Klimaschutz. Auch mit dem Label IP-Suisse haben wir schon früh diese Richtung eingeschlagen. Unsere Nachfolger sind auch schon eingebunden in neue Pläne für Hecken etc. und werden sich weiter für diese Anliegen einsetzen. Neben der Politik wird Klima und Umwelt auch für Behörden und Konsumenten immer mehr zum Thema. Erfreulicherweise wird beispielsweise immer mehr Velo gefahren. Aber wir müssen aufpassen, dass sich die verschiedenen Anliegen nicht in die Quere kommen. Sonst kommt es am Ende zu folgendem Resultat :

 

Der Kanton will Velorouten bauen, 5 Meter breite Schnellstrassen für Elektrovelos. Eine solche Strasse plant man quer über unsere Felder beim Sonnenhof, (parallel zur Hauptstrasse  und zusätzlich zum parallel verlaufenden und bereits  bestehendem Velo-, bzw. Spazierweg.).  Da ist Christian der Kragen geplatzt! Einmal mehr wird Landwirtschaftsland zubetoniert und keiner fragt danach, wie der Landwirt sein Land rationell bewirtschaften soll, wenn da eine Strasse quer hindurch führt. Und es gibt ein weiteres Dilemma: Wir haben das Jahr der Feldlerche und genau auf diesem Land beim Sonnenhof gibt es, nicht zuletzt dank unseren jahrelangen Bemühungen (breite Saat), noch einige von den wenigen Brutpaaren im Kanton.  Immerhin nimmt man jetzt Abstand vom Pflanzen der Bäume neben dem Veloweg. Lerchen bevorzugen nämlich offene Landschaften.

 

Es ist ja grundsätzlich eine gute Sache, dass das Velofahren gefördert werden soll. Also haben wir folgenden Lösungsvorschlag: Wir wollen das nicht verhindern, aber der Veloweg muss ganz am Rand der Felder, z.B. der Hauptstrasse entlang geführt werden und auf keinen Fall mitten durch die offene Ebene. Dafür werden wir uns zusammen mit unseren Nachfolgern mit ganzer Kraft einsetzen. Daneben sollte aber noch die Frage erlaubt sein: Wie umweltbewusst ist man eigentlich, wenn man in der Agglomeration neben seinem Tesla noch eine Elektrovelo sein Eigen nennt?

 

Aber zurück zur eigentlichen Landwirtschaft: Welche Arbeiten sind für diese Woche vorgesehen?

  • Es gibt wieder sonniges Wetter und die Quitten - und Apfelbäumchen wollen geschnitten werden.
  • Ein Rind wird kalben. Es ist noch in Aufzucht in Eptingen und wird diese Woche heimgeholt.
  • Wie schon letztes Wochenende darf Christian auch diese Woche eine Führung mit Kindern machen.
  • Ion, unser Mitarbeiter, wird einen 2 - tägigen Staplerkurs absolvieren. Er fährt zwar schon seit Jahren mit diesem Gerät (unserem Hoftrax), aber heute braucht es ja für alles ein Zertifikat. Kostenpunkt Fr. 800.-

Letzte Woche gab es einen Artikel über uns im Wochenblatt. Anlass war unser baldiger Abschied vom Neuhof. Wer ihn noch nicht gelesen hat, findet den Link hier: "Auf dem Neuhof naht das Ende einer Ära"

 

31.01. - 6.02.2022

Bei einem Feldrundgang letzte Woche konnten wir uns ein Bild davon machen, wie der momentane Stand unserer Kulturen ist: Die gemischt ausgesäte Erbsen-/ Gerstenkultur sieht gut aus bezüglich Menge und wie sie in der Fläche verteilt ist. Sie ist ca. 10 cm hoch und die bei starkem Frost gefährdeten Erbsen sind bei bester Gesundheit. Bisher war es auch nie kälter als Minus 7 Grad und die Erbsen sind auch gerade im idealen Stadium wo sie die Kälte am besten ertragen. Das Erbsen- / Gerstengemisch wird später als Viehfutter zum Einsatz kommen. Der Weizen wiederum ist je nach Sorte und Saatzeitpunkt sehr unterschiedlich in der Grösse. Der am wenigsten weit entwickelte ist beim Sonnenhof drüben und nur 2 - 3 cm hoch. Eine Woche früher haben wir den Weizen in der Reinacher Ebene gesät, neben der Rotationsbrache. Er ist schon 15 cm hoch. Ein Problem stellt dabei der Ackerfuchsschwanz dar. Leider ist ein Drittel der Weizenfläche davon befallen. Es handelt sich um ein Ungras, das den Weizen stark konkurrenziert, und das sehr früh nach Beginn des Wachstums bekämpft werden muss. Wir können das in diesem Jahr noch mit einem Herbizid machen, später beim Biolandbau steht diese Möglichkeit dann nicht mehr zur Verfügung. Auch bei unserem Roggen ist der Ackerfuchsschwanz das dominierende Unkraut. Auf dem Rest der Felder ist es sauber oder es hat nur wenige, einjährige Unkräuter. Das kann sich bei Vegetationsbeginn noch ändern.

 

Wir sind dabei eine Scheune von Efeu zu befreien. So viel Grün ist zwar toll für die Biodiversität. Dach und Wände waren zugewachsen. Aber nach 15 Jahren wurde der Bewuchs so dicht, dass es begann Ziegel zu heben und das Dach zu schwächen. So haben wir alles entfernt und wenn wir wollen, können wir es wieder von neuem wachsen lassen. Das werden dann unsere Nachfolger entscheiden.

24. - 30. Januar 2022

Nebst "Energiestadt", "Partnerstadt" etc. führt Reinach auch noch das Label "kinderfreundliches Reinach". Im Rahmen dieses Labels durfte der Neuhof letzten Freitagnachmittag für 6- bis 8jährige Kinder einen Nachmittag auf dem Bauernhof gestalten. Rasch und zahlreich trafen die Anmeldungen ein. Am Ende meldeten sich 55 Kinder. 15 wären das Maximum gewesen, um eine seriöse Führung zu machen. Zum Glück war da aber noch Severin, die ja zusammen mit ihrem Limousin Rind Mocca tiertherapeutisch arbeitet. Sie hält auch die Seidenhühner, deren Häuschen sich im Ziegengehege befindet. Dank ihr konnte die Gruppe aufgeteilt werden und Christian und Severin teilten sich in die Führung. So konnten schliesslich 34 Kinder am Bauernhofnachmittag teilnehmen. An dieser Stelle herzlichen Dank an Severin! Folgendes war im Angebot:

 

Das frisch geborene Kälbchen war eine Attraktion, weil es gar keine Scheu zeigte und sich sehr gut streicheln und liebkosen liess und auf den noch etwas wackeligen Beinchen auch allerliebst aussah. Ausserdem galt es Kühe zu füttern (Aha: Kühe haben eine lange, rauhe Zunge!) und eine Kuh zu melken. Ziegen, Hühner, Schweinchen und Esel wurden besucht, gefüttert und gestreichelt und zuletzt noch Maschinen (der Hoftrax und der grosse Traktor) bestiegen. Auch die Mütter und Väter, die die Kinder begleitet haben, zeigten sich interessiert. Der grosse Spielplatz wurde in der Pause genutzt und wir denken, die Kinder waren zufrieden. Eine erfreuliche Sache!

 

Weniger Freude hatten wir an den Eltern: Das Holder - Rümli war in der Pause genutzt worden, um darin einen Kaffee oder Sirup zu trinken. Holder - Rümli und Spielzimmer erfordern aber Mitarbeit durch die Gäste. Die Regeln werden überall und auf allen Kanälen kommuniziert. Man verlässt diese Räume nicht, ohne vorher seinen Dreck weggewischt, das Geschirr abgewaschen und die benutzten Spielsachen aufgeräumt zu haben. Das ist gelebte Nachhaltigkeit, um die wir uns auf dem ganzen Hof bemühen. Kinder dürfen nicht alleine ins Rümli. Leider hat aber dieses Mal gar nichts geklappt. Siruppfützen auf dem Boden, klebriges Geschirr im Abtropfgestell, alle Tische voller Krümel, der Schmutz des Hühnerhofes auf dem ganzen Boden verteilt und im Spielzimmer das Spielzeug auf dem Boden verstreut. Das gibt zu denken! Wir hätten es voraussehen und das Holder - Rümli vorgängig abschliessen sollen. Jetzt wird uns die Verfehlung der Eltern genau so in Erinnerung bleiben, wie die Freude an den Kindern und am gemeinsam verbrachten Nachmittag. Schade.

 

Ion hat letzte Woche die Schmutzabläufe der Dachabläufe gereinigt. Das haben wir seit 15 Jahren nicht mehr gemacht. Diese Arbeit wurde jetzt im Hinblick auf die Hofübergabe Ende Jahr gemacht. Bis dahin wird es noch unzählige solche Arbeiten geben.

17. - 23. Januar 2022

Mocca, unser moccafarbenes Limousin Rind, lebt als Gast auf unserem Hof. Sie wird als Therapierind trainiert und ist mittlerweile 3 - jährig. Sie hatte ein gesundheitliches Problem: Plötzlich konnte sie ihr rechtes Vorderbein nicht mehr belasten. Auf 3 Beinen hinkte sie herum oder bewegte sich am liebsten gar nicht mehr. Sie liess sich von Christian den Fuss untersuchen und leistete dabei kaum Widerstand. Ja, sie musste nicht einmal im Klauenstand fixiert werden! Bei der Untersuchung der Sohle fand Christian zu seiner Überraschung ein Objekt, das da überhaupt nichts zu suchen hatte und mit seinen scharfen Spitzen Moccas Schmerzen verursachte:

Da hatte eine Kuh ihren Backenzahn verloren und Mocca war draufgetreten! Autsch!! Auf der einen Seite war der Zahn stark abgenutzt, während auf der anderen Seite 3 sehr spitze Wurzeln herausragten, die sich Mocca in den Fuss getreten hatte. Nach dem Entfernen hinkte Mocca noch ein wenig, aber einen Tag später war ihr nichts mehr anzumerken. Eine weitere medizinische Versorgung brauchte es nicht.

 

Die 500 neuen Hühner sind eingetroffen. Jedes Mal ist es ein schönes Bild, sie im sauberen, frisch eingestreuten Stall zu sehen. Sie sind aussergewöhnlich ruhig und legten sofort los mit der Eierproduktion. Bereits am ersten Tag gab es 10 kleine Eier. Aber es wird 5 - 6 Wochen dauern, bis die Eier alle Normalgrösse haben und auch jedes Huhn pro Tag 1 Ei legt. Für uns bedeutet diese Zeit Mehrarbeit, weil die Eier nach Grösse sortiert werden müssen.

10. - 16. Januar 2022

Der Hühnerstall sollte bis diesen Mittwoch bereit sein. Dann treffen die neuen Junghennen ein. Es ist in diesem Winter aber nicht so einfach, weil das Wetter sehr feucht ist. Nach dem Reinigen mit dem Hochdruckreiniger trocknet es kaum mehr ab. So haben wir den Heizlüfter des Holder - Rümli zu Hilfe genommen und während einer Nacht bei geschlossenen Türen etwas geheizt. Das hat sehr gut geholfen. Jetzt ist es auch einfacher die Bänder der Entmistung und die Eierbänder wieder einzustellen.

 

Am Freitag hat das Rind tatsächlich gekalbt. Leider war es eine Totgeburt. Die Geburt war deswegen sehr schwierig und dauerte auch sehr lange. Es ist für die Kuh schwieriger ein totes Kalb zur Welt zu bringen als ein lebendes. Sobald die Füsse des Kalbes sichtbar wurden, half Christian unter Aufbietung all seiner Kräfte mit und zog mit Hilfe der Geburtshelferketten das Kalb heraus. Trotz dem enormen Kraftaufwand braucht es dazu auch genügend Sorgfalt. Es darf nur gezogen werden, wenn die Kuh auch Wehen hat. Dazwischen braucht es Pausen, denn es braucht Zeit, damit die Geburtswege sich weiten können.

 

So beginnt das Jahr gleich wie das letzte aufgehört hat: Mit einem toten Tier. Da kommt natürlich schnell die Frage auf, wie das hätte vermieden werden können und ob allenfalls Fehler gemacht wurden im Management, der Haltung, Fütterung etc. Aber auch hier führt die jahrzehntelange Erfahrung zu einer gewissen Gelassenheit. Da ist es ein Trost, wenn man sich sagen kann, dass man alles nach bestem Wissen und Gewissen gemacht hat. Es gilt einfach zu akzeptieren, dass man nicht alles kontrollieren kann und nicht alles erklärbar ist.

3. - 9. Januar 2022

Willkommen im neuen Jahr!! Die Erholung hat uns gut getan.......aber am Dienstag ging es schon wieder los. Morgens um halb 5 wurden 450 alte Hennen abgeholt. Im Dunkeln, anders geht es nicht, holen wir die Hühner von den Sitzstangen. Nachts schlafen oder dösen die Hühner auf den Stangen und leisten kaum Gegenwehr, wenn sie von den Stangen geholt werden. Immer 15 Stück kommen zusammen in eine Transportkiste. Die vollen Kisten (ca. 30 kg) werden auf den Laster geladen, wo sie der Chauffeur dann richtig verstaut. Nach 3/4 Stunden sind wir fertig, verschwitzt und vollgekackt. Die alten Legehennen werden geschlachtet und verarbeitet, teils für die menschliche Ernährung (Wurstwaren und ähnliches) oder dann für Tierfutter.

 

Den Rest der Woche brauchen wir dann, um den Stall sauber auszumisten, mit dem Hochdruckreiniger zu putzen, zu desinfizieren und wieder frisch einzustreuen. Auch die technischen Anlagen müssen gewartet werden. Mitte nächster Woche können dann die neuen Junghennen einziehen.

 

Diese Woche erwarten wir noch die Geburt eines Kälbchens.

 

Wie immer zum Jahreswechsel gibt es eine Menge Papierkram zu erledigen. Da ist z.B. das Inventar nachzuführen. Daneben sind aber eine Menge anderer Abschlussarbeiten im Büro fällig. Nicht unwichtig ist dabei natürlich auch die Planung von Freizeit und Ferien im neuen Jahr.

Ende Dezember 2021

Wie üblich werden wir uns die Arbeit über die Festtage aufteilen, so dass immer eine Familie frei hat. Wir hoffen auf ein paar ruhige Tage über die Festtage und zum Jahreswechsel.

 

Ab nächstem Jahr wird dann jeder einzelne Tag ein letztes Mal seinen gewohnten Lauf nehmen. Wehmut und Vorfreude auf die Zeit nach der Pensionierung wechseln einander jetzt schon ab. Diesen Montag waren denn auch schon Vertreter/innen von Immobilien Basel auf unserem Hof. Es geht darum, sich einen Überblick über Gebäudevolumen und - zustand zu verschaffen, denn jetzt geht es um die Planung der Zukunft für den Neuhof. Gleichzeitig wurde ein Kälbchen geboren und musste leider eine Kuh eingeschläfert werden. Sie hatte Krämpfe, deren Ursache die Tierärztin nicht zuordnen konnte. Eine Blutuntersuchung halft nicht weiter bei der Diagnose, ein verschluckter Fremdkörper (was bei Kühen gar nicht so selten ist), konnte ausgeschlossen werden. Nach 3 Tagen bekam sie leichtes Fieber und wurde mit Antibiotika versorgt. Leider wurde es nicht mehr besser. Sie frass und trank kaum mehr und ihr Allgemeinzustand besserte sich nicht. Nach 3 - maliger Konsultation durch die Tierärztin, entschlossen wir uns, das Tier zu erlösen. Eine normale Schlachtung war nicht möglich, da ja Antibiotika verabreicht worden waren und das Fleisch deshalb nicht zum Verzehr freigegeben worden wäre. So muss die Kuh nun innerhalb eines Tages nach dem Einschläfern nach Lyss zur Kadaververbrennung gebracht werden. Dahin kommen auch all die toten Kleintiere, die in den Gemeinden jeweils anfallen..........................Leider passt dieses Thema überhaupt nicht zur Weihnachtszeit. Aber es lehrt uns Bauernfamilien immer wieder eine gewisse Demut. Nicht alles ist machbar oder vorhersehbar. Die Natur hat ihren eigenen Verlauf, nach dem wir uns richten müssen. Mit Corona wird uns das als ganzer Gesellschaft nochmal vor Augen geführt.

 

Wir verabschieden uns nun für dieses Jahr und sind gespannt, was uns im neuen Jahr alles erwartet. Allen Lesern, allen Hofbesuchern, unseren Helfern und guten Geistern auf dem Hof wünschen wir frohe Festtage und alles Gute zum Jahreswechsel und bliibed gsund! Und für Interessierte hier noch ein aussergewöhnlicher Adventskalender

13. - 19. Dezember 2021

Das Weihnachtsessen der Gemeindemitarbeiter vom Freitagabend ist vorbei. Es war dabei leider nicht möglich, wie ursprünglich geplant, das ganze Hofareal zu nutzen. Das Wetter war zu windig und zu nass.  Zum Glück konnten die Gäste in die nach Osten offene Scheune flüchten. Das mussten wir natürlich schon 2 Tage im voraus entscheiden. So war am Donnerstagmorgen klar: Das Fest findet zur Hauptsache in der Scheune statt. Das war für uns mit Mehraufwand verbunden, weil dazu die Scheune geräumt und eingerichtet werden musste. Zum Glück konnte aber der Apéro trotzdem draussen stattfinden und auch die Marktstände, wo man sein Essen abholen konnte, wurden auf dem Hofplatz verteilt. Dabei bot eine Reihe von Feuerschalen einen schönen Anblick. Die beiden Finnenkerzen, die den Gästen zur Begrüssung entgegenleuchten sollten, mussten dann aber gelöscht werden wegen dem Funkenwurf. Der Wind blies zu heftig. Aber die 130 Gäste, inklusive Teilen des Gemeinderates schienen einen sehr zufriedenen Eindruck zu machen, obwohl sie gründlich durchgepustet wurden und haben sich offensichtlich wohl gefühlt.

 

Das Klauenschneiden hat auch stattgefunden. Da es terminlich knapp war, haben wir alle 40 Kühe an einem Tag behandelt. Jede war im Klauenstand, meist nicht ganz freiwillig. Es gab ein ziemliches Stossen und Ziehen und deshalb haben weder Ion noch Christian an diesem Tag gefroren. Im Klauenstand wird die Kuh mit Gurten, die unter ihrem Bauch hindurch führen, gesichert, damit sie nicht umfallen kann. Danach wird vorne rechts und hinten links je ein Bein auch mit einer Gurte und mit Hilfe einer Winde hochgehoben und fixiert. Danach werden die beiden Klauen gleichzeitig mit 2 Winkelschleifern geschnitten, d.h. das Horn der Sohle wird gesäubert, zurück geschliffen und, wo nötig, wird auch die Stellung der Klaue korrigiert. Nachdem das mit den anderen Klauen auch gemacht wurde, wird die Kuh aus der "Haft" entlassen und geht dann selbstständig und erleichtert wieder zurück in den Stall. Pro Kuh dauert die Prozedur ca. 7 Minuten. Weil diese Arbeit aber dauernd in gebückter Stellung erfolgt, meldet sich der Rücken am Abend und auch noch am Tag danach schon noch etwas bei unseren Klauenschneidern.

6. - 12. Dezember 2021

Es ist kein Jahresende wie jedes Jahr, denn jetzt geht es in unser letztes Jahr auf dem Neuhof und bereits werden diverse Arbeiten ein letztes Mal getan. Vieles ist bezüglich der Bewirtschaftung im nächsten Jahr noch unklar, ausser dass der Betrieb auf Bio umgestellt werden soll. Zwar kennen wir jetzt das neue Pächterehepaar, aber weder sind die Verträge zwischen unseren Nachfolgern und Immobilien Basel unterzeichnet, noch ist die Bewirtschaftungsweise bekannt. Es wird Umbauten und Provisorien geben. Werden wir im nächsten Herbst die Silos nochmals mit Mais füllen oder haben wir das dieses Jahr ein letztes Mal gemacht? Täglich verfüttern wir momentan Mais und Zuckerrübenschnitzel. Wird das nächstes Jahr um diese Zeit noch der Fall sein? Es hängt davon ab, ob unsere Nachfolger dann auf dem Neuhof Milchkühe, Mutterkühe oder gar keine Kühe halten werden. Ein ähnliches Problem stellt sich bei den Legehennen. Bis Ende dieses Jahres müssten wir die Legehennen bestellen, die im Juli 2022 dann die alten ersetzen müssten. Die neuen Hennen würden aber mindestens 1 Jahr lang Eier legen, also über unsere Pachtzeit hinaus. Die neuen Pächter, bzw. das Pächterehepaar, müsste uns die Tiere dann Ende nächsten Jahres abkaufen. Sollten wir also eine spezielle Rasse kaufen? Biohühner? Braune? Weisse? und wie viele Tiere? Jede Woche tauchen neue Fragen auf und für einiges braucht es jetzt schon eine Entscheidung. Es ist eine spannende Phase, die auf uns zukommt und für uns auch eine völlig neue Situation. 2 x haben wir in unserem Leben einen Betrieb komplett aufgebaut, aber noch nie mussten wir einen Betrieb auflösen, bzw. an einen neuen Bewirtschafter übergeben, der mit einem anderem Label und anderem Betriebskonzept arbeitet. Wir starten also in einen neuen Lebensabschnitt mit vielen Unbekannten. 

 

Im Zentrum der nächsten Woche wird das Klauenschneiden bei unseren Kühen stehen. Dafür brauchen wir 2 Tage. Am Freitag gibt es ein Weihnachtsessen auf unserem Hof für 130 Personen. Es ist eine externe Veranstaltung mit der wir wenig zu tun haben. In der Hauptsache stellen wir dazu den Platz zur Verfügung. Normalerweise sind so grosse Veranstaltungen durch Externe auf unserem Hof ja nicht möglich. Aber für die Gemeinde Reinach machen wir eine Ausnahmen. Bleibt zu hoffen, dass das Wetter dann trocken ist!

29.11. - 6.12.2021

Viele Aussenarbeiten sind abgeschlossen. Deswegen geht es jetzt ans Putzen von Innenräumen. Das passt auch gut zum nassen und kalten Wetter. Es gilt den Milchraum zu putzen: Böden, Wände, Ablageflächen etc. Dann kommt der Kuhstall dran: Aufenthaltsbereich der Kühe, Fressbereich, Tränkebereich, Säulen, Wände (inklusive Wand des Melkstandes). Das meiste muss mit dem Spachtel abgekratzt werden, ein kleiner Teil kann mit dem Hochdruckreiniger bearbeitet werden. Ausserdem müssen wir wegen der Kälte die Fenster und Tore schliessen. Die Kühe stören sich zwar nicht an der Kälte, umso mehr aber der Melker und die Wasserleitungen könnten einfrieren.

 

Letzte Sonntag hatten wir schon den 1. Advent. Höchste Zeit den Weihnachtsstern auf dem Dach anzubringen und den bereits auf dem Hofplatz aufgestellten Tannenbaum zu schmücken.

 

3 Kälbchen werden uns verlassen. Momentan haben wir 6 Kälbchen im Stall.

 

Jetzt kommt auch wieder die Zeit für vertiefte Büroarbeit. Neben dem alltäglichen Kram ist damit auch die strategische Planung für unser letztes Jahr auf dem Neuhof gemeint, denn die Pachtübergabe will gut geplant sein.

22. - 28.11.2021

Wir haben ca. 2 km Waldränder, die unser Land begrenzen und gepflegt werden müssen. Ja, der Wald hat die unangenehme Gewohnheit ins Kulturland hineinzuwachsen oder, wenn er von einer Strasse begrenzt wird, seine Äste in diese hinaus zu strecken und den Verkehr zu behindern. Es ist nicht erlaubt, bis an den Waldrand zu pflügen. Ein 3 Meter breiter Grasstreifen muss das übrige Kulturland vom Waldrand trennen. So müssen wir fast jährlich die Waldränder zurückschneiden. Aufkommende Büsche und Bäume können üblicherweise zurückgedrängt werden, indem das Gras 2 - 3 Mal pro Jahr bis an die Waldgrenze gemäht wird. Dieses Jahr hat das aber wegen des nassen Sommers nicht gereicht. Vor allem Brombeeren und wilde Rosen haben sich ausgebreitet. Letzte Woche war Ion deshalb viele Stunden damit beschäftigt, dieses Gestrüpp mit Motorsäge und Motorsense zu entfernen. Auch diese Woche wird er noch einige Zeit damit verbringen, das Schnittholz wegzuräumen.

 

Bei den Hühnern muss das Stroh ausgewechselt werden, der Peugeot braucht Winterpneus und wenn die Zeit reicht, möchten wir noch einen Weihnachtsbaum für den Hofplatz besorgen.

 

Ausserdem sind auch diese Woche wieder Sitzungen angesagt.

15.11. - 21.11.2021

Im Garten neben den Schweinchen ist ein ziemlicher Wildwuchs entstanden in den letzten Jahren. Seit 10 Jahren ist da ein Nussbaum gewachsen. Das war zwar hübsch, machte aber die Wohnräume düster und er wuchs auch viel zu nah am Haus. Die Wurzeln drohten den Vorplatz zu beschädigen. Daneben hatte sich auch noch ein wilder Apfelbaum breit gemacht. Ausserdem war die Hälfte des verfügbaren Platzes zugewachsen mit Efeu und Brombeerranken. Christian und Ion nutzten also die vorhandene Zeit und rückten diesem Wildwuchs zu Leibe. Das gab (inklusive Wegräumen) 2 Tage Arbeit mit Motorsäge und Motorsense. Endlich wieder Licht und Platz!

 

Diesen Winter wird es noch einiges mehr an Aufräumarbeiten geben. Allerdings wollen wir bei Dächern und Fassaden erst abklären, ob alles weg muss oder ob es sinnvoller ist, aus ökologischen Gründen einen Grünanteil zu belassen.

 

Diese Woche werden auch die "normalen" Hecken und Büsche rund um Hof und Gärten geschnitten.

 

Diese Woche wird Christian 2 Jahresversammlungen besuchen, die wieder physisch stattfinden. (IP - Suisse und Swissgranum).

 

 

8. - 14. November 2021

"Nachhaltig" ist seit einiger Zeit ein Allerweltswort. Ursprünglich stammt es aus der Forstwirtschaft und meinte, dass nicht mehr Holz gefällt werden darf, als wieder nachwachsen darf. In der Landwirtschaft verstehen wir darunter, dass wir unsere Höfe so nutzen wollen, dass wir sie mit gutem Gewissen an die nächste Generation weitergeben können. Also beispielsweise keine Übernutzung des Bodens, Pflege des Gewachsenen etc. Es beinhaltet die Biodiversität, das Klima, aber auch, dass ein Hofnachfolger eine wirtschaftliche Existenz aufbauen kann. Dabei ist das, was ökologisch sinnvoll ist, in unserem Wirtschaftssystem leider oft unrentabel, weil diese Werte nicht über die Produkte des Hofes entschädigt werden können. Hier springt der Staat mit Direktzahlungen ein. Der Landwirt ist dabei frei in dem, was er tun will oder eben auch nicht. Da, wo er sich ökologisch engagieren will, locken solche Zahlungen und helfen ihm sein Einkommen zu sichern. 

Auf diesem Feld haben wir beispielsweise immer 3 Streifen Weizen gesät und dazwischen eine Lücke gelassen. Es handelt sich um ein Förderprogramm des Kantons, um bessere Lebensbedingungen für Feldhasen und Lerchen zu schaffen. Es gibt dafür Direktzahlungen pro ha. Gleichzeitig engagieren sich aber auch private Organisationen wie Bio - Suisse oder in unserem Fall die IP-Suisse, die sich für den Landwirt um die Vermarktung der preislich etwas teureren Produkte kümmern, wenn sich dieser dazu entschliesst beispielsweise Biodiversitätsflächen anzulegen. Der Landwirt erhält dafür von der IP - Suisse einen höheren Weizenpreis (Fungizide und Insektizide sind bei uns nicht erlaubt). Zu guter Letzt hilft uns der örtliche Vogelschutzverein die ökologisch wertvollen Flächen zu schützen, indem er das Feld einzäunt, um vor allem die Hunde fernzuhalten. Es ist ein Zusammenspiel von den Bedürfnissen des individuellen Landwirtschaftsbetriebes, dem Bund, Kanton und Label- und anderen Organisationen, das neben der vielen gesetzlichen Vorschriften, auf Freiwilligkeit beruht und durch ein gegenseitiges Geben und Nehmen zu mehr Biodiversität führt. Dabei ist ein ständiger Austausch innerhalb und zwischen den einzelnen Intressengruppen immens wichtig. Christian ist Vorstandsmitglied bei der IP - Suisse und engagiert sich somit für Biodiversität. Nächste Woche ist Jahresversammlung in Langnau. Beim Kanton ist er in der Ökokommission. Dort wird nächste Woche über Landschaftsqualitätsanforderungen und die dazu gehörigen Beiträge diskutiert.  Und mit dem Vogelschutzverein diskutiert Christian über weitere wünschenswerte Verbesserungen, z.B. die Vernetzung des östlichen Teils des Betriebes.

1. - 7. November 2021

Jetzt, da das schöne und milde Herbstwetter vorbei ist, beenden wir den Weidebetrieb. Der Boden trocknet nicht mehr genügend ab und würde durch das Getrampel der Kühe kaputt gehen. Der Weidezaun wird abgebaut und über den Winter versorgt werden. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Der Vogelschutzverein Reinach hat wieder angefragt, ob er schützenswerte Flächen auf unserem Betrieb einzäunen dürfe. Wir sagen da natürlich nicht nein und stellen das Material dazu zur Verfügung. Es geht vor allem darum, Hunde und Menschen daran zu hindern in die Felder hinein zu laufen. Sie sollen auf den Wegen bleiben. Dafür gibt es einige Gründe:

  • Hasen, Rehe und andere Wildtiere erleiden Todesangst, wenn ihnen Hunde hinterher rennen und verlieren dabei gerade in der kalten Jahreszeit viel Energie.
  • Im Frühjahr sind dann die Vogelbruten gefährdet.
  • Äste und grössere Holzstücke, welche die Hunde in die Felder tragen und dort liegen lassen, beschädigen Maschinen und hindern uns dadurch später daran, Erntearbeiten rechtzeitig auszuführen.
  • Ebenso ärgerlich ist das Graben von Löchern. 

Hunde haben also grundsätzlich nichts auf den Feldern zu suchen. Mit einem Zaun entlang den Wegen wird das zum Ausdruck gebracht. Es hilft. Es sind tatsächlich dann nur noch wenige, die diese Absperrung nicht zur Kenntnis nehmen wollen und die Äcker sind so viel besser geschützt. Es ist schade, dass es diese Massnahmen überhaupt braucht. Nun: Gestern Montag haben ein paar Freiwillige Vogelschützler aus Reinach und Aesch den Zaun installiert.

 

Ion ist gestern mit dem Waschen aller Maschinen fertig geworden. Sie müssen nun noch kontrolliert und z.T. auch repariert werden und stehen dann im Frühjahr zum nächsten Einsatz bereit.

 

Fasnacht scheint es auch wieder zu geben im nächsten Jahr. Es kommen auch wieder viele Anfragen für Wagenbauplätze. Leider sind wir aber voll ausgebucht.

25. - 31. Oktober 2021

Wunderschönes Herbstwetter, wie man es sich nicht besser wünschen kann, das war der Rahmen für das diesjährige Saat- und Erntefest. Entsprechend gross und höchst erfreulich war der Aufmarsch der Besucher. Weil alles draussen stattfand, konnten auch die Coronaregeln gut eingehalten werden. Schon bald mussten zusätzliche Tische und Bänke aufgestellt werden. Zunächst waren die Temperaturen beim Apéro noch etwas kühl. Aber beim anschliessenden ökumenischen Gottesdienst waren die Temperaturen schon angenehm warm. Zur Saat des neuen Getreides wurden 150 Portionen Saatweizen in IP - Suisse - Mützen ausgegeben, mit je ca. 600 Gramm Samen. So haben wir gemeinsam ca. 25 a Weizen gesät. Nun musste die Saat noch eingearbeitet werden. Das geschah heute Montag mit Traktor und Kreiselegge. Zum Keimen brauchen die Samen die Feuchtigkeit der Erde.

 

Zurück auf dem Hof haben wir gemeinsam gegessen. Es gab Wurst und Brot. Letzteres wurde aus der Ernte des letztjährigen Säens gebacken. 

 

Viele Besucher kommen schon seit Jahren und säen mit uns zusammen den Weizen. Der Gottesdienst, das Säen und nachher das Essen des Brotes spricht viele Familien mit Kindern an, aber auch viele ältere Menschen, bei denen Erinnerungen geweckt werden oder die auf der Suche nach etwas Sinnhaftem sind.

 

Die Nachmittagssonne schien wunderbar warm und auch wir selbst konnten noch das Zusammensein mit Freunden geniessen. Danach ging es ans Aufräumen, was auch noch einen Teil des Montags beansprucht hat. 

 

Übrigens war das Birsstadtfernsehen (regioTVplus) auch dabei und ab Montagabend kann ein Teil im Birsstadt TV Reinach nachgeschaut werden oder hier auf youtube 

18. - 26. Oktober

Eine Kuh frisst bei uns 5 - 6 kg Zuckerrübenschnitzel pro Tag. Das sind 70 Tonnen Zuckerrübenschnitzel, die unsere Kühe pro Jahr benötigen - nebst dem Silomais, der Grassilage etc. Die Schnitzel sind ein nahrhaftes und preisgünstiges Futter. Dieses Abfallprodukt aus der Zuckerherstellung kann so sinnvoll verwertet werden und muss nicht anderweitig entsorgt werden.

 

Diese Woche hätte eine erste Lieferung von 25 Tonnen erfolgen sollen. Zu unserer Überraschung wurden aber gleich die ganzen 70 Tonnen geliefert. Es fuhren drei 40 - Tönner vor, die je 25 Tonnen Zuckerrübenschnitzel geladen hatten. Diese grosse Menge zu entladen und in die Silos in der Scheune zu verräumen gab sehr viel Arbeit und brachte unser ganzes Wochenprogramm durcheinander, denn:

  • Die zweite Hälfte des Weizens muss noch gesät werden
  • Der Tierarzt kommt zur monatlichen Herdenkontrolle
  • 7 Kühe müssen geputzt und zur "linearen Beschreibung" vorgeführt werden. Diese externe Beschreibung des Tieres dient neben anderen Merkmalen zur Beschreibung des Zuchtwertes eines Tieres. 
  • 2 Rinder, die sich auf dem Aufzuchtbetrieb in Seewen befinden bekommen bald ihr Kälbchen und müssen deshalb nach Hause geholt werden
  • Für das Saat- und Erntefest dieses Wochenende muss noch einiges organisiert werden. Das Fest ist spät im Jahr und es wird schwierig gewisse Dekomaterialien (Mais, Sonnen- oder andere Blumen) zu beschaffen. Etwas leichter ist es mit schön gefärbtem wilden Wein, Efeu oder Kürbissen. Gar nichts geht bei Trauben oder Quitten, deren Blüten bei uns dieses Jahr erfroren sind. Dann braucht es noch Tische, Bänke, Feuerschalen, es wird gebacken.....und das ganze Säen muss noch organisiert werden. So wird uns diese Woche nicht langweilig werden und sie wird rasch vorbeigehen.

 

 

11 - 17. Oktober 2021

In 2 Wochen findet bei uns das Saat- und Erntefest statt. Das Feld zur Saat ist bestimmt, diverse Absprachen mit der reformierten und katholischen Kirche getroffen, Tischgarnituren bei der Gemeinde bestellt etc. Auch schönes Wetter ist bestellt. Allerdings sind momentan ja  die Lieferfristen allgemein ziemlich verzögert..........

 

Wir säen jetzt den Weizen. Noch ist nicht alles Saatgut da, weil dessen Bereitstellung wegen der späten Ernte verzögert war. Aber die Hälfte können wir diese Woche säen, der Rest wird, so hoffen wir, in der nächsten Woche geliefert. Dieses Jahr säen wir 7600 kg Weizenkörner und hoffen damit 150 Tonnen Weizen ernten zu können.

 

Die letzten Siloballen werden nächste oder übernächste Woche gemacht. Das hängt vom Wetter ab. 

 

Im Stall gibt es jetzt 4 Kälbchen, davon ein Zwillingspärchen (Bei ca. 50 Geburten im Jahr haben wir ein- bis zweimal Zwillinge.). Die Neugeborenen sind wohlauf und tollen bereits in ihrem Stall herum. Für die Mutter, Ximena, ist nicht nur die Geburt von Zwillingen ein Stress, sondern auch die gesamte Tragzeit, sind doch die Kälber bei der Geburt je 35 kg schwer. Ximena ist etwas müde, aber wohlauf.

4. - 10. Oktober 2021

So um den 1. Oktober wird bei uns Gerste gesät. Das Wetter hat es tatsächlich zugelassen, dass wir zu diesem Zeitpunkt, letzten Freitagnachmittag und - abend, 6,5 ha einer Mischung aus Gerste und Proteinerbsen (für Viehfutter) säen konnten. Auch für den Roggen ist Anfang Oktober ideal. So konnten wir letzten Samstag 10 ha Roggen säen. In der Nacht auf Sonntag, den 3. Oktober kam es dann zum Wetterumschwung und jetzt haben wir ein paar Tage Regen. Das sind ideale Startbedingungen für die neue Saat und ein guter Grundstein für eine erfolgreiche Ernte im neuen Jahr. Dies gelingt nicht immer so gut und wir sind sehr zufrieden. Ende dieser Woche oder Anfang nächste Woche beginnt dann die Weizensaat. Wie schon erwähnt, ist dieses Jahr die Bodenbearbeitung besonders schwierig, weil der Boden infolge der vielen Niederschläge dieses Sommers stark zusammengepresst wurde und die nachfolgende Trockenperiode die Erde steinhart werden liess. Aber die Vorbereitung der Felder ist schon weit fortgeschritten. Alle wurden gepflügt und sind z.T. auch schon einmal geeggt worden. Es sollen ca. 25 ha Weizen gesät werden. Für die Weizensaat haben wir ein grösseres Zeitfenster. Weizen kann bei uns ab Mitte Oktober bis Ende Jahr gesät werden. 

 

Die Weidesaison geht langsam zu Ende. Es wächst nicht mehr so viel Gras nach und nach dem Regen trocknet es auch nicht mehr so schnell ab, so dass mehr Trittschäden entstehen. Unsere Kühe sind aber gerne draussen und geniessen die Herbstsonne bei Temperaturen, die für sie viel angenehmer sind als ein heisser Sommer. 

 

Dank den Niederschlägen bleibt uns etwas Zeit um aufzuräumen und zu putzen, d.h. im Laufhof und auf dem Triebweg zur Weide den Mist abzuschieben, in der Scheune Futterreste, Staub und Erde zusammenzufegen, die Liegeboxen der Kühe frisch einzustreuen etc.

 

Letzten Samstag wurde endlich ein neues Kälbchen geboren und ein zweites wird in den nächsten Tagen folgen.

27.9.21 - 3.10.21

Wir säen unser Getreide Ende September bis Ende Oktober. (Bei schlechten Wetterbedingungen kann es aber auch mal passieren, dass der Weizen erst im Dezember gesät wird.) Wir sind also täglich daran, unsere Felder für die Saat vorzubereiten., sofern es das Wetter erlaubt. Damit meinen wir das Pflügen oder alternativ dazu das Grubbern, denn gepflügt wird nur noch dort, wo es absolut notwendig ist, also dort, wo viele Ernterückstände vorhanden sind. Beispiele dafür sind z.B. eine Wiese, wo es noch viele Grasbüschel gibt oder ein Maisfeld, wo wir noch viele Storzen haben. Da müssen solche Rückstände tief im Boden vergraben werden. Das Pflügen ist zeitaufwändiger als das Grubbern, weil der Pflug viel mehr Kraft braucht  als der Grubber. Ausserdem wird durch die tiefe Bodenbearbeitung (20 - 30 cm tief) mehr CO2 freigesetzt als mit dem Grubber. Die meisten Felder werden darum nach der Ernte nur oberflächlich mit dem Grubber bearbeitet. Dieser gräbt seine vielen Zinken nur 5 - 10 cm tief in die Erde, reisst das vorhandene Unkraut aus oder schneidet es ab und hinterlässt krümelige Erde, die es braucht für die neue Saat. 

 

Die Hügel bei der Baustelle sind abgegrast und unsere Galtkühe wieder zuhause. Für die nächsten Tage erwarten wir wieder ein paar Geburten. Der Kälberstall war zum Leidwesen der Besucher etwa 3 Wochen leer.

 

Christian wird in dieser Woche seine Aktivitäten auf dem Hof dreimal für Führungen mit Kindergruppen und zweimal für Sitzungen am Landwirschaftlichen Zentrum Ebenrain (LZE) in Sissach unterbrechen.

20. - 26. September 2021

Heute Dienstagmorgen war die Tierärztin da, wegen einiger gynäkologischer Untersuchungen. Zusätzlich musste eine Kuh noch wegen einem Abszess am Oberschenkel des Hinterbeines behandelt werden. Die Geschwulst war so gross wie ein Fussball, aber zum Glück abgekapselt und deshalb nicht gefährlich für das Tier. Für die betroffene Kuh dürfte es am Ende eine Erleichterung sein, aber die Öffnung des Abszesses und das Ablaufen der 2 Liter Flüssigkeit wurde zu einer unappetitlichen, eitrigen und stinkenden Affäre. Die dabei entstandene Höhle muss nun täglich 2 Mal mit dem Wasserschlauch gespült werden.

 

Bei der Baustelle des Vollanschlusses Aesch haben wir schon zweimal das Gras gemäht, das auf den Humusdepots wächst. Jetzt ist es wieder nachgewachsen und wir erstellen dort einen Zaun. Morgen werden gleich 5 Kühe "trockengestellt", d.h. sie werden nicht mehr gemolken, bis sie kalben. Wir nennen die Kühe, die sich in dieser Phase befinden "Galtkühe". Sie dürfen ab morgen Mittwoch auf diesen Humusdepots grasen.

 

Morgen Mittwoch werden wir auch unseren Mais silieren. Dann werden wir auch erkennen, wie gross der Schaden ist, den die Dachse im Maisfeld angerichtet haben. Und es trifft sich gut, dass das 2. Hochsilo, das mit Maissilage gefüllt war, soeben leer geworden ist und es so Platz gibt für die neue Maisernte. Wir mussten noch die Silofräse, mit der der Mais entnommen wird, vom 2. zum 3. Hochsilo hinüber wechseln. Diesen letztjährigen Mais braucht es noch, bis der neue Mais im Silo fertig vergoren ist. Es ist eine Milchsäuregärung, so wie beim Sauerkraut. Dadurch wird der Mais haltbar. Das gleiche passiert übrigens auch in den Ballen, die mit Plastikfolie umwickelt sind. Sie enthalten angewelktes Gras, das darin zu Grassilage vergärt. Somit besteht der grösste Teil des Futters, das unsere Kühe jahrein jahraus fressen aus Gras - und Maissilage.

13. - 19. September 2021

 

 

 

Das Fussbalfest ist vorbei. Es war trocken und deshalb entstand kaum Schaden auf dem Land, das für Parkplätze genutzt wurde.

 

 

 

 

 

 

 

 

Allerdings haben die 4 Wochen ohne Regen den Boden stark ausgetrocknet. Er ist so hart, dass es Schwierigkeiten beim Pflügen gibt. Der Pflug kommt kaum in den Boden und springt immer wieder oben hinaus. Ist er also in der Erde, so ist es sehr schwierig ihn in der richtigen Höhe zu führen. Entweder zieht es ihn zu tief rein und dann dreht der Traktor an Ort durch oder der Pflug springt oben raus und die Erde wird nicht richtig gedreht. Die Höheneinstellung des Pfluges muss also ununterbrochen reguliert werden, ebenso muss ständig die Geschwindigkeit angepasst werden. Hinzu kommt noch die häufige Richtungsänderung am Steuerrad. Dabei ist der Blick zu 95 % nach hinten gerichtet, um rechtzeitig auf das Verhalten des Pfluges reagieren zu können. Nach ein paar Stunden ergibt das einen völlig verkrampften Gummihals.....Bei normalen Verhältnissen regulieren sich all diese Einstellungen selbst und das Pflügen wird zur angenehmen Arbeit mit Klimaanlage, Radio etc. Auch die Flächenleistung ist dann mindestens doppelt so hoch. Dieses Jahr hat sich wohl die Erde mit dem vielen Regen verdichtet und ist dann durch die Trockenheit richtig zusammengepappt. Wie wir früher schon erwähnt haben ist die Trockenheit ein Reinacher Phänomen. In den Nachbargemeinden regnet es oft mehr.

 

Der Mais ist bald erntereif und um den 20. September herum werden wir ihn häckseln und in die Silos füllen. Dazu müssen diese noch vorbereitet werden. Das bedeutet: Reinigen, Sickerschächte zudecken (damit der Mais da nicht reinfällt), Einstiegsluken verschliessen, Wände mit Folien abdecken und Befüllrohre einrichten.

 

Es sind wieder vermehrt Führungen auf dem Programm. Letzte Woche waren es 2 Führungen mit Kindern und 1 Führung nur mit Erwachsenen. Mit Erwachsenen über die Herausforderungen der Landwirtschaft zu diskutieren ist spannend. Aber auch die Begegnung von Kindern mit Tieren ist immer dankbar, weil sich die Kinder in der Regel immer sehr freuen über Hühner, Kälbchen etc.

6. - 12. September 2021

Manchmal ist bei uns viel Ausdauer gefragt: Am Freitagabend ist der Druckschlauch bei unserem Hochdruckreiniger im Stall geplatzt. Wir brauchen das Gerät täglich morgens und abends um den Melkstand etc. zu reinigen. Natürlich wurde Christian nass, aber das eigentliche Problem war natürlich, wie so oft, der Zeitpunkt: Es war der Abend vor dem Wochenende. Wir würden bis nächste Woche auf einen neuen Schlauch warten müssen. Also holte Christian den sehr schweren Hochdruckreiniger vom Waschplatz hinten bei den Hochsilos. Dieser hat ein Warmwasserprogramm und wird normalerweise zum Waschen der Maschinen verwendet. Leider passte aber dessen Kabel nicht. Also hat Christian dieses gewechselt. Danach fiel aber immer wieder die Sicherung raus. Also: Zurück auf Feld 1: Zum Glück stand irgendwo noch der Vorgänger des Warmwassermodells. Da funktionierte zwar das Warmwasser nicht mehr, dafür aber der Rest. Folglich hat Christian auch hier alles eingerichtet und ausprobiert und siehe da: Es funktionierte.......Aber leider nur für 10 Sekunden. Danach platzte auch bei diesem Modell der Druckschlauch.........Also Ende der Übung. Der neue Schlauch ist bestellt und bis dieser eintrifft wird halt alles mit einem normalen Wasserschlauch gewaschen.

 

Am Wochenende vom 5. September hat der Reinacher Fussballclub sein 100 - jähriges Bestehen gefeiert. Trotz Corona waren 1000 Besucher zugelassen. 250 Autos durften bei uns auf der Weide gleich hinter der Scheune parkieren. Zuvor mussten wir also noch das Feld mähen und Siloballen machen. Danach haben wir die Weide hinten geöffnet für die Zu - und Wegfahrt und in der Mitte eine Abtrennung erstellt, damit die Autos geordnet parkiert werden. Bei diesem trockenen Wetter dürfte die Weide nicht allzu stark beschädigt worden sein.

23. - 29. August 2021

Uuups, es ist bereits Samstag, der 28. August. Wir sind im Verzug mit dem Blog! Schuld sind ein paar freie Tage, die wir uns ab letzten Sonntag genommen haben.

 

Im Moment beschäftigen uns die Rotationsbrachen, die sich im 2. Jahr befinden. Sie haben sich in diesem Sommer ständig verändert. Hier sind Bilder, die vom gleichen Feld stammen. Sie wurden im Mai, Juni, Juli und August aufgenommen.

Das gleiche Feld blüht im Mai wunderschöne rot und blau, wechselte im Juni zu vorwiegend Weiss und ging dann im Juli zu einem starken Gelb über. Im August aber blühte es dann unerwartet und stark wieder weiss. Der Grund dazu ist ein unerfreulicher: Es handelt sich um einen Neophyten: das gemeine Berufskraut. Dieses hat sich in den letzten Jahren enorm ausgebreitet, nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in Privatgärten, den Strassen und Bahngeleisen entlang und in Wiesen und Weiden. Die Landwirtschaft, aber auch der Kanton, die Gemeinde und Private sind in der Pflicht, diesen Neophyten zu bekämpfen. Deshalb können wir unsere Brachen nicht wie geplant noch ein Jahr stehen lassen, sondern müssen sie umpflügen. Die Samen des Berufskrautes bleiben bis zu 5 Jahre keimfähig. In unserer Fruchtfolge ist das nicht so dramatisch, weil Getreide, Mais oder Gras den Boden rasch und dicht bedecken und das Berufskraut deshalb nicht wächst. In unserer Fruchtfolge ist es also möglich, das Kraut während der nächsten 5 Jahre durch andere, sich abwechselnde Kulturen zu unterdrücken. Aber: Unser ganzer Anbauplan kommt dadurch durcheinander. Weil die Brachen früher umgepflügt werden, muss eine Nachfolgekultur gesucht werden, die in der Anbaufolge zu den anderen Feldern passt. Raps würde sich eignen. Dieser ist sehr gesucht und die Preise dafür sind gestiegen. Aber er ist sehr intensiv in der Pflege. Leider hat man da noch nicht so grosse Zuchterfolge wie beim Getreide erzielen können und ein Anbau dieser Pflanze geht kaum ohne Insektizide, Fungizide und hohe Düngergaben. Weil wir aber schon seit vielen Jahren auf dem ganzen Betrieb keine Insektizide oder Fungizide mehr eingesetzt haben, möchten wir jetzt nicht wieder damit beginnen. Deshalb werden wir wieder einmal Proteinerbsen (Viehfutter) in die Fruchtfolge einbauen.

16. - 22. August

Für die Baustelle des Vollanschlusses Aesch befinden sich die Humus- und Kiesdepots auf unserem Land. Drei Mal pro Jahr müssen wir diese mulchen, damit keine zu starke Unkrautverbreitung stattfindet. Ebenso werden damit Neophyten bekämpft. Soeben haben wir diese Arbeit wieder erledigt:

Mitte 2022 soll der Vollanschluss Aesch - Nord fertiggestellt sein. Dabei werden natürlich auch die Depots aufgehoben, so dass diese Arbeit dann nicht mehr anfällt. Darüber sind wir nicht unglücklich, denn unser Aufwand wird zwar bezahlt, ist aber doch ziemlich gross.

 

Die Stoppelfelder des abgeernteten Getreides sind jetzt alle ein erstes Mal bearbeitet. Somit sind wir nach dem verregneten Sommer und nach der stark verspäteten Ernte mit unserer Feldarbeit  nur noch 14 Tage in Verzug mit den Vorbereitungen für die Herbstaussaat. Dafür musste dieses Jahr allerdings ein gewaltiger Effort geleistet werden. 

 

Diese Woche ist es wieder an der Zeit rund um den Hof das Areal in Ordnung zu bringen. Zum gefühlten 10. Mal werden das Hofareal, der Hühnerhof und die Wegränder der Hofzufahrt und der Spazierwege gemäht. In "normalen" Jahren entfällt diese Arbeit oft im Juli und August, weil es bei uns dann so trocken ist, das nichts mehr wächst. Dieses Jahr ist also wirklich aussergewöhnlich.

9. - 15. August

 

 

 

 

Endlich ist auf den abgeernteten Getreidefeldern Bodenbearbeitung möglich. Vorher wird auf eines der Felder noch Mist ausgebracht.

 

 

 

 

 

Nachdem wir letzte Woche wegen des Regens die Arbeiten unterbrechen mussten, können wir diese Woche mit der Grassaat weiterfahren. 

Ausserdem muss Gras gemäht werden: Die Grasparzelle bei der Landi kann bereits ein drittes Mal geschnitten werden. Anders sieht die Lage bei einigen Öko Grasstreifen aus. Diese dürfen bei unserem Talbetrieb erst ab dem 15. Juni gemäht werden. Wir sind bis heute nicht dazu gekommen und wollen das endlich nachholen. Die wenigen kostbaren Sonnentage mussten für anderes genutzt werden, denn das Ökoheu ist für unsere Milchkühe nicht besonders wertvoll, da es nicht so viele Nährstoffe enthält. 

 

Im Weiteren müssen die Hecken, die wir im letzten Herbst gepflanzt haben, ein zweites Mal von Hand ausgemäht werden, damit die Pflanzen nicht vom Gras erdrückt werden. Ebenfalls von Hand, bzw. mit der Motorsense, müssen wir die Humus- und Kiesdepots bei der Baustelle für den Vollanschluss Aesch mähen. Da, wo es flach ist, können wir das beim Schlatthof ausgeliehene Mulchgerät an den Traktor anhängen und damit die Pflanzen mulchen.

 

Manchem Spaziergänger sind vielleicht schon die umgedrückten Maisstängel aufgefallen. Hier waren Dachse am Werk. Nach vielen trockenen Jahren haben wir dank des vielen Regens endlich einmal schönen hohen Mais mit grossen Maiskolben (auf unserem trockenen Land ist es ja auch keine Selbstverständlichkeit, dass der Mais überhaupt Kolben macht). Das dürfte auch diesen nachtaktiven Tieren aufgefallen sein. Sie drücken die Stängel um und fressen die Kolben. Wir werden also diese Woche den Grasstreifen zwischen dem Mais und dem Waldrand mähen, damit der Jäger freie Sicht hat, wenn der Dachs sich fürs Abendessen ins Maisfeld schleichen will. Das ist schade, aber Elektrozäune nützen da nicht so viel wie bei den Wildschweinen.

2. - 8. August 2021

Der verregnete Sommer ist bei uns ein Dauerthema. Ist ein trockener Tag angesagt, kommt Hektik auf. Letzten Dienstag getrauten wir uns, während einer Regenpause die Hälfte des Grases beim Sonnenhof zu mähen. Wir wagten es nicht, gleich alles zu mähen, da das Risiko, dass es uns alles verregnet, zu gross war. Es war aber gleichzeitig die letzte Möglichkeit zu mähen, bevor das Gras zu alt und an Qualität verlieren würde. Wir hatten Glück: Schon am gleichen Abend war das Gras gut angewelkt und wir konnten Siloballen wickeln lassen, die nach einer Gärzeit von optimal 3 Wochen eine gute Silage enthalten dürften. Zusätzlich haben wir an diesem Tag das Feld hinter dem Wald, wo das Roggenstroh bereits abgeräumt war, gegrubbert, d.h. den Boden gelockert und damit das aufkommende Unkraut ausgerissen. In der Nacht und am Morgen danach regnete es bereits wieder und beim Heimholen und Abladen der Ballen gab es etwas Morast, wobei wir mit unseren Kiesböden ausgesprochenes Glück haben. Andere Landwirte würden viel tiefer im Morast versinken. Am Donnerstag gab es die nächste Regenlücke: Es war möglich die 2. Hälfte des Grases zu mähen (10 ha) und auch hier gute Qualität nach Hause zu bringen. Zusätzlich mussten die 14 ha Stroh, die seit der Ernte vor einer Woche verregnet wurde, gezettet werden, damit sie besser trocknen konnten. Zum Glück kam nebst der Sonne noch etwas Wind auf, so dass das Stroh zu Ballen gepresst und heim geführt werden konnte. Das war ein langer Arbeitstag. Für den Laien: Stroh (also die Getreidehalme) wird für die Einstreu verwendet und in der Regel nicht als Viehfutter. Es erträgt ein Verregnet werden daher besser als Heu. Nur muss es beim Einbringen natürlich ganz trocken sein, damit es nicht schimmelt.

 

Nach der Ernte ist vor der Ernte. Die Pläne, wo was wieder angesät werden soll, sind natürlich schon längst gemacht. Auf dem Feld, das am Dienstag gegrubbert wurde, haben wir am Freitag begonnen Gras anzusäen. Dieses soll hier für die nächsten 3 Jahre wachsen. Aber leider ging es auch hier nicht ohne Unterbruch. 1/3 war gesät und das Anwalzen mit dem 2. Traktor und der Cambridgewalze gerade angefangen, als sich schon wieder eine kleine, aber heftige, Gewitterzelle über uns entlud und wir mit allem Arbeitsgerät unter Dach flüchten mussten. Dabei gab es sogar noch eine kleine Überschwemmung in der Scheune. Die Arbeit auf dem Feld ruht nun. Wenn die Wetterprognosen stimmen, können wir eine weitere Woche lang nichts machen. Wir können uns nicht erinnern, dass es schon ein Jahr gab, seit wir auf dem Neuhof sind, wo es erst im August möglich war, neues Gras anzusäen. Üblicherweise leiden wir hier ja eher unter grosser Trockenheit und müssen das Gras deshalb sogar mehrmals ansäen. Dieses Jahr kämpfen wir mit dem Gegenteil. Frühestens am 10. August werden wir das erste Feld mit Gras angesät haben.

 

Aber nicht alles ist negativ! Bei diesen vielen Niederschlägen haben wir wunderbare Grasernten und auch der Mais entwickelt sich sehr gut. Normalerweise müssen wir hier bei beidem grosse Einbussen in Kauf nehmen, eben wegen unserem trockenen Klima, und weil das Wasser rasch in unseren Kiesböden versickert.

26. Juli - 1. August 2021

Nach 14 Tagen Regen oder in vielen Teilen der Schweiz sogar grossen Unwettern und Starkregen, hatten wir letzte Woche gerade mal 4 Tage Zeit, um die ganze Ernte einzubringen. Das war mit grosser Hektik verbunden. Ab dem Dienstag war der Mähdrescher im Dauereinsatz. Unsere Mitarbeiterfamilie war in Moldawien, wo eifrig Hochzeiten nachgeholt wurden, während unsere Familie und Bekannte Christian unterstützten. Trotzdem musste dieser seine Erntearbeiten jeweils unterbrechen, um die Kühe zu melken. Glücklicherweise funktionierte aber immerhin der Mähdrescher in seinem 44. Altersjahr einwandfrei, sogar ohne Seitenverschalung. Denn diese wurde abgerissen, weil Christian an einem Absperrgitter bei der Sportplatzbaustelle mit dem Mähdrescher hängen blieb. Die Verschalung werden Ion und Christian später wieder reparieren und montieren.

 

Die Ernte war dieses Jahr eine grosse Herausforderung. Es war schwierig, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Beim Start war das Getreide noch nicht richtig trocken. Sollte man nun dreschen oder 1 - 2 Tage zuwarten, um die hohen Trocknungskosten zu sparen? Wie lange würde das Wetter sonnig und trocken bleiben? Die Wetterprognosen sind diesen Sommer sehr unsicher. Würde das gute Wetter also wirklich bis Samstagabend trocken bleiben, wie mehrmals in den Wetterprognosen angekündigt? Wie schnell würde das Dreschen vorangehen? Würde zuerst wie gewohnt der Roggen reif sein und danach der Weizen? Da half nur Ausprobieren und hier wie da mal kurz mit dem Mähdrescher reinfahren. Und siehe da: Der Weizen war weiter als der Roggen und leider hatte schon der Keimvorgang bei den neuen Weizenkörnern eingesetzt. Also schlechte Qualität und nur noch als Futterweizen verwendbar und somit auch eine finanzielle Einbusse. 

 

Es gab auch logistische Probleme, weil nach der langen Regenperiode alle Landwirte gleichzeitig mit der Ernte loslegen wollten. Für den Roggen brauchten wir beispielsweise 4 Mulden. Diese fassen ca. 20 Tonnen Getreide und werden per Camion gebracht und an den Feldrand gestellt, von wo sie dann später abgeholt und nach Solothurn gebracht werden. Aber eine Mulde konnte erst einen Tag später als gewünscht geliefert werden. Es kam aber nicht in Frage, mit dem Dreschen einen Tag länger zuzuwarten. Unterdessen hatte auch der Wetterbericht geändert: Die Gewitter würden einen Tag früher einsetzen. So wurden zwei eigene Wagen mit Roggen gefüllt. Die restlichen 10 ha Weizen wurden dann Freitag noch gedrescht, von 10 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Einen Unterbruch gab es nur fürs Melken. Wie üblich war es enorm heiss und staubig auf dem alten Mähdrescher. Nach dem Dreschen galt es dann noch am Freitagabend die Wagen voller Weizen heim zu holen und ebenso den Mähdrescher und andere Maschinen unters Dach zu stellen. Und tatsächlich: Am Samstagmorgen um 5 Uhr setzte schon der Regen ein. Weil auch der Lohnunternehmer wegen der vielen Anfragen überfordert war, blieben bei uns 14 ha Stroh am Boden liegen und wurden nun nass. So wie es aussieht, könnte es noch 10 Tage dauern, bis wir es pressen können. Aber wir sind glücklich, dass das Getreide geerntet ist. Inzwischen versuchen wir diese Woche etappenweise etwas Gras zu silieren. 

 

Mit den beiden Wagen voller Roggen und dem Traktor wollte Christian nicht nach Solothurn fahren (2 1/2 h Fahrzeit). So wurde halt diesen Montag der Roggen aus den beiden Wagen in die mittlerweile eingetroffene 4. Mulde umgeschaufelt. 

19. - 25. Juli

Letzte Woche haben wir tatsächlich Personen über den Hof gehen sehen, die Wollmützen trugen! Nun hat es wohl unglaublich lange und viel geregnet, aber richtig kalt war es nicht. Aber: Ab jetzt werden uns 5 Tage schönes Sommerwetter prognostiziert! Da muss unser Mähdrescher laufen was das Zeug hält! Zuerst müssen mal der Boden und die Körner abtrocknen, was einige Geduld brauchte. Am Sonntag war es noch nicht so weit. Zu hoher Feuchtigkeitsgehalt. Jetzt am Montagmittag ging es aber los. Die Trockenheit ist immer noch nicht optimal, aber das Getreide muss gedroschen werden. Ab Samstag soll es gewittrig werden.

 

 

Da, wo das Getreide am Boden liegt, ist die Gefahr am grössten, dass der Keimvorgang der Körner einsetzt, wenn es wieder regnet. Das Getreide "wächst aus" wie wir sagen und es kann dann nicht mehr als Brotgetreide verwendet werden. Es wird dann zu Futtergetreide und wir haben einen Wertverlust von 20 - 30 %. Zum Glück haben wir bis jetzt nur wenig Lagerfrucht.

Die neuen Hühner fühlen sich sehr wohl und nach 1 Woche Angewöhnungszeit durften sie auch schon auf die Weide. Nach 10 Tagen liegt die Legeleistung bereits bei 50 %. Von den 500 Hühnern gibt es also schon 250 Eier. Es dauert etwa 4 Wochen, bis alle Hühner legen und die Eier auch Normgrösse haben. Unsere Eierkunden fragen uns, warum im Kühlschrank plötzlich kleinere Eier sind (die aber auch nur 40 Rappen das Stück kosten) und möchten gerne grössere. Sind die Eier gegen Ende der Legeperiode aber manchmal extragross, evtl. sogar mit 2 Dottern darin, beschwert sich niemand. Wir sortieren die Eier nur am Anfang der Legeperiode, d.h. wir bieten die Kleineier, die noch keiner Norm entsprechen, während 2 - 3 Wochen exklusiv im Direktverkauf zum günstigeren Preis an. Während der übrigen lohnt sich das Sortieren nicht, weil wir dafür zu wenig Hühner haben. So sind dann oft auch die extragrossen Eier zuerst verkauft, weil man sich bei uns ja die Eier selber aussuchen darf.

 

Unterdessen sind 3 Kälbchen im Stall zu bewundern. alle 3 sind lebhaft und gesund.

12. - 18. Juli

Das Gras im Hühnerhof ist stark nachgewachsen. Wir mähen es nicht, sondern lassen die Galtkühe und die Therapiekuh Mokka drin weiden. Diese Kühe müssen nicht gemolken werden. Deshalb müssen wir sie auch nicht regelmässig in den Stall zurückholen. Nach 2 - 3 Tagen ist alles abgefressen und als nächstes geht es dann in die Eselweide, die gleich nebenan ist. Damit die Tiere auch genug Wasser haben, stellen wir das volle Tränkefass in die Weide. Die Hühner stören sich ebenso wenig an den Kühen, wie umgekehrt. Hier ein Film zur gemeinsamen Weidenutzung:

Download
Video Hühner und Kühe.mp4
MP3 Audio Datei 15.5 MB

Die heftigen Gewitter der letzten Tage haben uns nur gestreift und bisher keinen Schaden angerichtet. Dank den ungewohnt grossen Regenmengen ist alles sehr stark gewachsen - was in den letzten Jahren ja gar nicht der Fall war.  Wir kämpfen allerdings mit der Schwierigkeit, dass die Wettervorhersagen oft nicht zutreffen. Beim Grass silieren mussten wir uns beeilen.  Letzten Samstag ist es uns gelungen ein 2 ha grosses Stück zu mähen, anwelken zu lassen und die Silage am Sonntagnachmittag in Folie zu wickeln. Kurz vor dem nächsten Regenguss lagen alle Ballen fertig auf dem Feld und in der nächsten Regenpause konnte Christian sie dann heimholen. Es dürfte aber schwer werden die Getreideernte einzubringen, wenn es so weiterregnet. Es besteht die Gefahr, dass die Getreidekörner nicht richtig abtrocknen können und es zu Qualitätseinbussen bei der Ernte kommt.

5. - 11. Juli 2021

Unsere Brachen verändern ihr Aussehen. Einerseits von einem Jahr zum anderen, andererseits aber auch - und das erleben wir jetzt zum 1. Mal in diesem Ausmass - innerhalb eines Jahres. Vor 3 Wochen dominierten noch der rote Mohn, die blauen Kornblumen und die weissen Margeriten. Jetzt aber ist alles gelb wegen der Färber - Hundskamille und dem Johanniskraut.

 

Endlich wurde in der Nacht auf Sonntag wieder ein Kälbchen geboren. Nach mehr als einem Monat können unsere Besucher also wieder unseren Nachwuchs im Kuhstall besichtigen und bei Glück auch streicheln.

 

Der Hühnerstall ist fertig ausgemistet und auch schon mit dem Hochdruckreiniger gereinigt und am Ende noch desinfiziert worden. Das ist jedes Mal wieder viel Arbeit und anstrengend. Jetzt muss die Anlage noch gewartet werden. Das bedeutet, wenn nötig reparieren, schmieren und neu einstellen von Eiertransportbändern, Mistbändern, Tränken und Fütterungskette. Bis Mittwoch, wenn dann die neuen, 20 Wochen alten Junghennen einziehen, wird alles auch noch frisch eingestreut sein.

Seit einer Woche sind im Ziegengehege unsere

jungen Seidenhühner unterwegs....

Ziegen und Seidenhühner scheinen sich aneinander gewöhnt zu haben, wobei die Ziegen eindeutig die stärkeren sind....wenn sie die Hühner nicht gerade ignorieren.