Aktuelle Arbeiten und Vorkommnisse auf dem Neuhof

21. - 28. Oktober

Immer wieder wünschen Schüler, Maturanden und Studenten Auskunft von uns über landwirtschaftliche Themen. Sie kommen vorbei mit Fragebögen, nehmen unsere Antworten mit dem Natel auf oder mailen uns die Fragen und hoffen auf Antwort. Christian hilft jeweils, so gut er kann. Hier ein Beispiel eines solchen Interviews:

Auf dem Hof beginnen wir mit den Winterarbeiten. Als Erstes bedeutet das, die Ackermaschinen zu waschen und einzuwintern.

15. - 21. Oktober

Es ist Zeit fürs Pflügen. Wegen der Trockenheit wird dabei eine Menge Staub aufgewirbelt. Wider Erwarten geht das Pflügen aber relativ gut. Es ist möglich eine saubere und befriedigende Arbeit zu machen. Der Widerstand der Erde ist nicht überaus gross, so dass man relativ schnell vorwärts kommt. Für das Pflügen von 4 ha Land benötigt Christian 8 Stunden, für das anschliessende Eggen und Säen des Getreides (was in einem Arbeitsgang geschieht) ca. 3 Stunden. Bei sehr trockenem Boden hätte es auch anders laufen können: Dann läuft der Pflug nur über den Boden hinweg und lässt sich kaum in die Erde einziehen oder er kommt mitten im Feld aus der Erde heraus und kann kaum mehr hineingebracht werden.

 

Mitte Woche wird die Arbeit auf dem Feld fertig sein - jedenfalls beinahe. Weil es weiterhin so warm ist und der Weizen keimt, bzw. das Weizenfeld bereits grün ist, ist es auch im Herbst noch möglich das Unkraut mittels Herbiziden zu bekämpfen. Die Wirkung gegen z.B. Ackerfuchsschwanz, ein konkurrenzstarkes Gras, ist im Herbst viel besser als im Frühjahr. Auf unserem Betrieb wird nur auf 20 ha von 75 ha Fläche ein Herbizid angewendet. Fungizide und Insektizide verwenden wir ja schon lange nicht mehr.

 

Diese Woche kommen die neuen Hühner, nachdem der Stall eine Woche lang leer war. Wir sind etwas knapp mit den Eiern. Wir hätten wohl ein kleines Lager aufbauen sollten, um diese Woche besser überbrücken zu können. Aber irgendwie haben wir es ja immer geschafft, allen Kundenwünschen gerecht zu werden.

 

Unser grosser Traktor der Marke Fendt verliert bei einem Pneu dauernd Luft. Ging es bis anhin 2 - 3 Wochen bis der Pneu platt war, sind es nun nur noch 2 Tage. Bis jetzt konnten wir das Loch nicht finden. Die neueren Pneus haben keinen Schlauch mehr. Aber wir werden wohl wieder einen Schlauch hinein machen lassen. So kann die Luft nicht mehr raus. Damit warten wir aber bis fertig gesät ist und pumpen den Pneu halt täglich wieder neu auf.

8. - 14. Oktober 2018

Der in Aussicht gestellte Regen ist ausgeblieben. Es ist immer noch sonnig und trocken und das Gras wächst nicht. Wir versuchen positiv zu bleiben und sagen uns, dass einem immer diejenigen Probleme am grössten erscheinen, die man gerade hat. Es gibt ja auch Schönes zu berichten:

 

Christian nutzte den Sonntagmorgen für eine kleine Biketour - selbstverständlich ohne Batteriehilfe. (Dafür fühlt er sich noch zu jung.) Unsere Region bietet landschaftlich unglaublich viel und es gibt immer wieder Neues und Unbekanntes zu entdecken. Mit dem Bike ist man nicht an Autostrassen gebunden und man kommt weit. Da Christian am Sonntag Stalldienst hatte, beschränkte sich seine Tour auf 2,5 Stunden am Vormittag. Ziel war das "Welschgätterli". Am Mittag war er zurück. Da musste er die Kühe von der Weide holen und im Stall füttern, zu den Hühnern schauen, sie auf die Weide lassen und die Milch - und Eiervorräte im Verkaufsraum auffüllen.

 

Am Wochenende wechseln sich Ion und Christian ab, so dass immer einer das Wochenende über frei hat. Derjenige, der alleine ist, hat dann immer viel zu tun. Die wahre Herausforderung besteht aber darin, den Betrieb so einzurichten, dass ihn notfalls einer alleine während 3 - 4 Wochen führen könnte (Krankheit, Unfall, Ferien). Ion arbeitet nun schon 4 Jahre bei uns und war noch nie krank. Bei Christian wissen wir gar nicht mehr, wann er das letzte Mal so krank war, dass er nicht arbeiten konnte....

 

Am Dienstag kommt die ältere Hühnergruppe in den Schlachthof. Dann wird der Stall gereinigt und desinfiziert. Eine Woche später kommen dann die neuen Hühner und es gibt wieder für 3 - 4 Wochen kleine Eier, bis die Junghennen alt genug sind, um normal grosse Eier zu legen.

 

1.10.2018 - 7.10.2018

Seit dem gemeinsamen Säen ist eine Woche vergangen. Heute, am 1. Oktober schimmert das Feld bereits grün. Das Saatgut hat gut gekeimt. Die Keime haben die Erdoberfläche durchbrochen und sind bereits 2 - 3 cm lang!

 

Beim Futtermischwagen ist ein Lager des Futterausbringbandes kaputt gegangen - eine Abnützungserscheinung. Letzte Woche hat Christian ein neues Lager beim Mischwagenhändler bestellt. Heute ist es angekommen. Christian und Ion haben also das defekte Lager demontiert. Es braucht dazu Spezialwerkzeuge und es ist nicht einfach, denn die Lager sitzen sehr satt auf der Welle. Nach mehreren Versuchen ist es endlich gelungen.........aber leider passte dann das neue Lager nicht. Es wurde ein falsches zugesandt. Deshalb fährt Christian am Nachmittag nach Birsfelden. Dort gibt es einen Laden, der fast alle möglichen und unmöglichen Lager vertreibt. Weil der Futtermischwagen eine Maschine ist, die täglich im Einsatz ist, sollte sie bis zum Abend auch wieder funktionieren. Es bleibt also kaum Zeit für eine Mittagspause und so wird auch dieser Blog nur kurz.

17. - 30. September

Das Saat- und Erntefest vom 23. September 2018 ist bereits Geschichte.  Es war ein schönes und stimmiges Fest. Zum Säen kamen mehr Leute als erwartet. Das hat uns sehr gefreut. Manche "Säer" kamen denn auch erst nach dem Erntedankgottesdienst, was für uns völlig in Ordnung ist. Glücklicherweise hatten wir am Festtag  tatkräftige Unterstützung insbesondere durch Freiwillige unserer Neuhoffamily und natürlich auch durch die freiwilligen Mitarbeiter der katholischen und reformierten Kirche. Christian war überrascht, wie schnell Ihm dieses Jahr alles von der Hand ging. Den fleissigen Helfern sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt. 

 

Der September ist schon fast zu Ende. Wir arbeiten weiter an der Erneuerung des Hühnerzaunes. Daneben müssen wir genau aufs Wetter schauen, damit wir Ende September / Anfang Oktober den Roggen säen können. Kurz darauf ist dann der Weizen an der Reihe. Wenn es regnet bleibt die nasse Ackererde an den Traktorrädern kleben. Zudem sinkt der Traktor in die weiche Erde ein. Deswegen kann der Acker bei langen Regenperioden nicht befahren werden und es ist keine Aussaat möglich. Je mehr sich aber die Aussaat verspätet, desto schlechter ist der Start ins neue Getreidejahr. Laut Langzeitprognose unserer Wetter App ist aber in den nächsten 2 Wochen kein Regen in Aussicht. So können wir die Aussaat in Ruhe planen und ohne Hektik durchführen. Beim Roggen wollen wir ohne Herbizide, ohne Fungizide und ohne Insektizide arbeiten. Bereits während der letzten 25 Jahre haben wir beim Getreide auf Fungizide und Insektizide verzichtet. Das ist Voraussetzung, um das Getreide als IP - Suisse - Getreide vermarkten zu können. Wir erhalten dafür einen Mehrpreis. Wenn wir nun auch keine Herbizide mehr verwenden, ist der Unterschied zu Bio nicht mehr gross. Allerdings setzen wir im Unterschied zu Biobetrieben neben Mist und Gülle noch Kunstdünger ein. Die Experten sind sich uneins, ob es in unserer Ebene Sinn macht nach biologischen Kriterien zu arbeiten. Wir müssten den Viehbestand erhöhen, um genügend Dünger zu haben. Und es hiess auch schon, dass die Gülle bei ungünstiger Witterung bei unseren Kiesböden schneller ins Grundwasser gelangen könnte, als der Kunstdünger. Es gibt also auch in der Nahrungsmittelproduktion wie überall im Leben nicht einfach nur Schwarz oder Weiss.

 

Letzte Woche haben 3 Kühe gekalbt. Alle Kälbchen stammen aber von Maststieren ab und können nicht als Zuchttiere verwendet werden. Sie werden also zu gegebener Zeit an Mastbetriebe weiterverkauft werden. Bis jetzt sind in diesem Jahr noch zu wenig weibliche Zuchttiere zur Welt gekommen, um den Fortbestand unserer Herde zu gewährleisten. Gespannt warten wir also auf die Geburten in den nächsten 3 Monaten.

 

Plötzlich ist es kalt am Morgen. Am 26. September hatte es sogar Frost auf den Autoscheiben. Nachdem der grösste Teil der Schwalben bereits vor 3 Wochen weggezogen ist, sind am Montag nach dem Saat- und Erntefest auch die letzten Nachzügler abgereist. Das hat uns erstaunt. Normalerweise ziehen die Schwalben alle gemeinsam Ende August los.

 

 

10.9. - 16.9.2018

Südumfahrungspodium in Reinach vom 6. September:

 

Seit 25 Jahren bewirtschaften wir den Neuhof und damit den grössten Teil der Ebene zwischen Reinach und Aesch. In all diesen Jahren haben wir uns sehr bemüht um Ökologie, Biodiversität, Klimaschutz, Ressourceneffizienz, Tierschutz, Tierwohl und, und, und....Auf dem Neuhof haben wir damit sehr viel erreicht und die Reinacher Ebene ist zum Hotspot für den Naturschutz geworden. Gleichzeitig ist aber rings um uns herum und bis weit in unser Land hinein alles zugebaut worden. Mehr Strassen, mehr Lärm, mehr Stau, mehr Dichtestress (ja, wir vom Land kennen das), mehr ISB etc. Zudem fliegen pro Tag in Europa 35`000 Flugzeuge umher.... Da fragen wir uns manchmal schon, warum wir uns überhaupt bemühen.

 

Nun sollen also in der Birsebene weitere 10`000 Menschen hinzu kommen. Muss das zwingend so sein? Eigentlich bezweifeln alle Leute, mit denen wir sprechen, dass sich Probleme mit noch mehr Wachstum lösen lassen, weil es eine Katze ist, die sich in den Schwanz beisst. Also wäre es doch an der Zeit Alternativen aufzuzeigen.  Als Stimmbürger möchten wir solche Alternativen auch gerne vorgelegt bekommen. Was würde es beispielsweise kosten, wenn diese 10`000 Menschen nicht kommen? Machen wir eine einfache Milchmädchenrechnung: Bei 100`000 Steuerzahlern im Kanton BL, die im Durchschnitt Fr. 500.- mehr pro Jahr Steuern bezahlen, hätte der Kanton BL 50 Mio Franken Mehreinnahmen pro Jahr. Weil man aber auch den Umfahrungstunnel von Reinach nicht bauen müsste, würde man noch Fr. 100 Mio einsparen. Da müsste der Steuerzahler ja noch Geld zurück bekommen :-) ! Damit wollen wir nur aufzeigen, dass wir nicht bereit sind, einen Bevölkerungszuwachs als gottgegeben hinzunehmen. Da müssen Alternativen her.

 

In dieser Woche ist auf unserem Hof Pflügen angesagt. Ein Feld muss vorbereitet werden für die Aussaat am Saat - und Erntefest. Dieses findet am Sonntag, 23. September statt und auch dafür gibt es noch einiges vorzubereiten.

 

Wir haben festgestellt, dass ca. 2 ha Gras definitiv nicht mehr nachwachsen und jetzt ist die letzte Möglichkeit vor dem Winter noch einmal Gras auszusäen. So haben wir in dieser Woche keine Zeit am Zaun des Hühnerhofes weiter zu arbeiten.

3.9. 9.9.2018

Von den meisten unbemerkt, haben Christian und Susanna Schürch eine Woche Ferien gemacht. Wenn auch nachher Vieles nachgeholt werden muss, weil heutzutage innerhalb einer Woche unglaublich viel passiert, so tut es doch sehr gut, zwischendurch etwas abzuschalten, Distanz zu gewinnen, auszuruhen und etwas Anderes zu erleben. Auch wenn nachher die Arbeit nicht weniger geworden ist, arbeitet es sich doch viel leichter und unbeschwerter und man kommt viel besser vorwärts. Mal schauen, wie lange das anhält...

 

Das Wetter ist schön und so mähen wir alles stehende Gras. Wir mähen alte Wiesen, die wegen der Trockenheit verunkrautet sind, wir mähen junge Wiesen, auf denen viele unerwünschte Pflanzen stehen und wir mähen auch noch den Rest der Grünflächen. Einerseits wird so also das Unkraut bekämpft und Platz für erwünschte Gräser- und Kleearten geschaffen. Andererseits bleibt jetzt theoretisch noch genug Zeit, damit in den nächsten 5 - 6 Wochen nochmals eine schöne Menge Gras wachsen kann. Wir hoffen, dass so Ende Oktober und Ende Vegetationszeit noch der Rest des benötigten Futters eingebracht werden kann.

 

Die Güllegrube ist schon wieder voll. So werden wir diese Woche nach dem Grasschnitt noch die Gülle ausbringen.

 

In 3 - 4 Wochen beginnen bei uns die Getreidesaaten. Deshalb starten wir diese Woche mit dem Pflügen. Zuerst kommt das seit Anfang August leerstehende ehemalige Maisfeld dran.

27.8. - 2.9.2018

Hofbesucher sprechen uns in letzter Zeit gehäuft auf die beiden Initiativen an, die am 23. September zur Abstimmung kommen:

 

Die Fair Food Initiative verlangt umweltfreundlichere Produktion, mehr Tierwohl und bessere soziale Standards. Damit rennt sie allerdings bei den IP-Suisse - Bauern offene Türen ein. Auf IP - Suisse - Betrieben, wie dem unsrigen, wird schon seit vielen Jahren nach diesen Grundsätzen produziert. Wir tun das auf freiwilliger Basis und es gibt immer mehr Konsumenten, die unsere Produkte, bzw. daraus hergestellt Lebensmittel, kaufen, bei Denner, Migros, Manor und diversen Bäckereien, wie z.B. Grellinger. Das Ganze nun staatlich zu regeln, würde bedeuten, dass alles aufwändiger würde. Wir bekämen ein starres System. Es würde teurer und es würde schwieriger für die Bauern, bzw. die Organisation IP - Suisse, sich den Bedürfnissen des Marktes anzupassen. Wenn dann auch die Importe so produziert sein müssten, würde das die IP - Produzenten schwächen, weil sich im Ausland immer jemand finden lässt, der billiger produzieren kann. Die IP - Suisse - Bauern lehnen deshalb diese Initiative ab, im Gegensatz zum Bauernverband (unserem Dachverband), der die Stimmfreigabe beschlossen hat.

 

Die Initiative für Ernährungssouveränität von Uniterre, einer kleinen westschweizer Bauerngewerkschaft, möchte kleinere Bauernbetriebe, bessere Löhne in der Landwirtschaft und den Import beschränken, bzw. auf bestimmten Produkten Zölle erheben oder deren Einfuhr sogar verbieten. Dahinter steckt die Sehnsucht nach einer vielfältigen, kleinbäuerlichen, einheimischen Landwirtschaft, also eigentlich die Sehnsucht nach früheren Zeiten. Durchgesetzt werden soll das mittels starker staatlicher Eingriffe zum Schutz der hiesigen Landwirtschaft, wie sie in einer offenen Welt kaum mehr machbar sind. Mit Protektionismus schaffen wir zudem  ein teures und starres staatliches System. Umweltschutz, Tierwohl und soziale Standards (s.o.) sind uns wichtig und sollen eben genau die Swissness ausmachen. Warum ein Kleinbetrieb das eher leisten soll, ist uns schleierhaft. Auch diese Initiative lehnen die IP - Suisse - Bauern deshalb ab.

 

Diese Woche arbeiten wir am Hühnerhofzaun und sind im Innenbereich des Hofes mit diversen Arbeiten beschäftigt. Und: Wir hoffen, dass das Gras wächst. Es ist immer noch nicht klar, ob nachgesät werden muss.

13. - 19. August 2018

Diesen Montag (13. August) regnet es wieder. Diesmal ist es ein sehr schmales Regenband, das genau über unseren Hof hinweg zieht. Etwa 15 - 20 mm Regen fallen vom Himmel. Dieses Wasser ist tausende von Franken wert! Ein grösserer Teil der Gras - Neuansaat sollte jetzt über den Berg sein, das heisst, die jungen Graspflanzen haben nun genügend Feuchtigkeit, damit sie richtig wachsen können und wir das dringend benötigte Winterfutter erhalten. Im Moment haben wir nämlich erst die Hälfte der Grassilagemenge, die wir bis zum ersten Schnitt im nächsten Jahr, Mitte bis Ende April 2019, benötigen.

 

Das Hühnerfutter geht schon wieder zur Neige und wir müssen diese Woche neues bestellen. Ein Huhn braucht etwa 100 g Futter pro Tag, grösstenteils Mais- und andere Getreidekörner. Im Silo haben 8000 kg Hühnerfutter Platz. Für unsere 1000 Legehennen reicht das somit 60 - 70 Tage.

 

Auch die Kühe brauchen neues Kraftfutter. Auch hier ist das vor allem Getreide. Eine Kuh braucht pro Tag 100 g Kraftfutter, um 1 Liter Milch zu produzieren. Wenn also z.B. Rosi pro Tag 40 Kg Milch gibt, braucht sie nebst Grassilage, Maissilage, Zuckerrübenschnitzeln und Malz zusätzlich 4 kg Kraftfutter, bzw. Getreidemischung. Wenn wir also mit unseren Kühen 1000 Liter Milch pro Tag produzieren, brauchen wir pro Tag 100 kg Kraftfutter oder pro Jahr 36 Tonnen.

6. - 12. August

Der Mais ist weg und der Schaden abgeschätzt. Wir schätzen, dass die Versicherung ca. die Hälfte des entstandenen Schadens abdecken wird. Folgeschäden hatten wir ja nicht versichert. Eine definitive Abrechnung haben wir aber noch nicht.

 

Gestern Mittwoch, den 8. August, zog endlich ein Gewitter über uns hinweg. 15mm Regen, etwas Hagel und eine höchst angenehme Abkühlung: Eine Erlösung für die Tiere, die die Hitze schlecht ertragen, für die Bäume und Pflanzen, die sich nun erholen können und natürlich auch für uns. Wir hatten schon fast nicht mehr daran geglaubt. Es gab viele Prognosen, die immer wieder von Gewittern sprachen. Aber leider kamen diese nie bis zu uns. Wir hatten schon langsam Angst, wie es wohl weiter gehen würde. Nach dem Regen vom Mittwoch sind wir nun voller Hoffnung, dass die Trockenheitsphase vorbei ist. Jetzt wird sich zeigen, was alles wirklich abgestorben ist. Vor allem beim frisch angesäten Gras besteht immer noch Hoffnung, dass es keimt und in den nächsten Tagen sehen wir, ob etwas Gras wächst oder nur Unkraut, ob wir neu säen müssen oder ob andere Massnahmen nötig sind wie z.B. das Unkraut mähen, damit das Gesäte Platz hat zum Wachsen,

 

Wir arbeiten am neuen Hühnerzaun. Die Junghennen, die sich mittlerweile an den neuen Stall gewöhnt haben und auch schon zu 80 % Eier legen, dürfen nun erstmals raus auf zwei dürre Weiden. 75 % der Eier haben noch nicht die Normgrösse erreicht. Also müssen die Eier sorgfältig sortiert und gewogen werden. Ab 53 Gramm Gewicht ist ein Ei ein Normei. Die Kleineier können wir nur im Direktverkauf auf unserem Hof verkaufen. Auch wenn diese Eier 40 statt 60 Rappen kosten, sind nicht alle unsere Kunden erfreut, möchten sie doch lieber grosse oder noch lieber sehr grosse Eier zum Preis von normal grossen Eiern.

 

Es ist bereits wieder Zeit Saatgut für das neue Jahr zu bestellen. Das gilt vor allem für Getreide. Als nächstes gilt es also sich Gedanken zu  machen, was wo gesät werden soll (Fruchtfolge) und wie viel Saatgut von welcher Sorte bestellt werden soll.

30. Juli - 5. August 2018

Am Dienstag kommt ein Experte der Hagelversicherung. Wir hatten zwar zum Glück keinen Hagelschaden (und auch die letzten paar Jahre nicht), aber man kann neuerdings die Kulturen gegen Trockenheitsschäden versichern. Vorletztes Jahr machten wir das zum ersten Mal. Der abgeschätzte Schaden war dann aber zu klein, der Selbstbehalt zu gross und der nachfolgende Prämienanstieg zu hoch, so dass wir dann auf eine Auszahlung verzichtet haben. Letztes Jahr machten wir keine Trockenheitsversicherung. Dieses Jahr haben wir es wieder probiert. Nun wollen wir schauen, wie es in diesem Jahr aussieht. Der Mais ist versichert. Noch ist er nicht tot.  Letzten Freitag mussten wir entscheiden, ob wir den Mais vorzeitig häckseln wollen, weil der Schadenexperte ein paar Tage vor der Ernte aufgeboten werden muss, damit er rechtzeitig am noch stehenden Mais abschätzen kann, wie hoch unser Verlust infolge Trockenheit ist. Seither war 2 x Regen angesagt. Allerdings sind die versprochenen Niederschläge letztes Wochenende ausgeblieben und jetzt kann es bei dieser Hitze von 30° und mehr sehr schnell gehen. Am Sonntag waren die untersten Blätter schon abgestorben. Noch 3 - 4Tage bei diesen Temperaturen und ohne Regen und der Mais ist ganz kaputt. Am Mittwoch, dem 1. August, soll es regnen??? Wenn nicht, wird der Mais der Mais am Donnerstag so gehäckselt, wie er ist: Keine Kolben ( das wertvollste an der Pflanze), nur etwa die Hälfte der Masse, aber immerhin noch teilweise grün. Da ja auch kein Gras mehr wächst und das neu angesäte nicht keimt, sind wir froh um das Futter, auch wenn es nicht viel wert ist.

 

Wir sind dabei den Zaun im Hühnerhof zu erneuern. Das Kunststoffnetz war löcherig geworden. Entlang der Ausfahrt der J 18 stand ein Zaun, der mittlerweile abgebrochen wurde. Davon wurden uns die 60 - 70 Zaunpfosten aus Metall geschenkt. Die lassen sich jetzt für unsere Zwecke sehr gut verwenden.

 

Bei den Kühen und den Hühnern sind jetzt Abkühlung und frische Luft in den Ställen wichtig. Deshalb laufen die Ventilatoren Tag und Nacht auf der 2. - höchsten Stufe.

 

23. - 29. Juli

Die Einwohnergemeinde der Stadt Basel ist Eigentümerin des Neuhofs. In ihrem Auftrag kommt diese Woche ein Betriebsberater auf den Neuhof. Er hat den Auftrag für die Höfe der Stadt ein Entwicklungskonzept zu erstellen. Es ist sinnvoll, so etwas alle 10 Jahre zu machen. Es handelt sich um eine Standortbestimmung, die aufzeigt, wie der Betrieb läuft und man erhält dadurch Entscheidungsgrundlagen, damit in die richtige Richtung investiert werden kann. Für die Stadt ist das wichtig, weil sie den Betrieb nicht selber führt, sondern verpachtet und somit einen Pachtzins erhält, aber nicht wirklich weiss, wie der Betrieb wirtschaftlich dasteht. Zudem arbeitet jeder Pächter / Betriebsleiter anders. Jeder Landwirtschaftsbetrieb ist aufgerichtet auf die Vorlieben und Fähigkeiten des Betriebsleiters. Bei einer solchen Untersuchung möchte man aber - unabhängig vom Betriebsleiter - wissen, welche Produktionsgrundlagen ein Betrieb hat und welche Substanz vorhanden ist. Zweifellos hat der Pächter während der letzten 10 Jahre viel dazu beigetragen, wie der Betrieb heute aussieht und je nach dem hat er die Produktionsgrundlagen verändert. Es werden ja laufend kleinere oder grössere Anpassungen vorgenommen. Folgende Daten werden jetzt erhoben:

  • Betriebsfläche
  • Lieferrechte
  • Labels
  • Tierhaltung mit Stallsystem und Vermarktungsart der Produkte
  • Paralandwirtschaft, Öffentlichkeitsarbeit
  • Weitere Betriebszweige
  • Infrastruktur: Zustand der Gebäude, Wirtschaftlichkeit, Tierschutz
  • Dauer des Pachtvertrages, allenfalls anstehender Bewirtschafterwechsel
  • Stärken und Schwächen der Ist - Situation
  • Situation in der Region, Lage des Betriebes
  • Entwicklungstendenzen in der Agrarpolitik, Marktverhältnisse
  • etc.

 

Das Thema dieser Woche ist also vorgegeben und wir warten gespannt auf die Resultate der Erhebung.

 

Derweil kämpfen wir mit der Tockenheit. Gras wächst keines mehr. Der Mais beginnt abzusterben. Den Bäumen, die dieses Jahr unglaublich viele Früchte tragen, können wir noch Wasser geben. Bei den grossen Flächen, wie beim Mais und dem Gras, wäre der Aufwand viel zu gross und das Wasser wäre viel zu teuer. So müssen wir halt auf den nächsten Regen warten.

9. - 22. Juli 2018

Wie geplant konnte der Roggen am Montag und Dienstag letzter Woche gedroschen werden. Für einmal hatten wir Glück mit dem Wetter. Mengenmässige Spitzenerträge sind bei uns ja nicht möglich, wegen der Wasserknappheit, aber die Qualität der Körner ist dieses Jahr gottseidank gut. Insbesondere freut es uns, dass wir neben dem üblichen Verzicht auf Insektizide und Fungizide dieses Jahr auch auf Herbizide verzichten konnten, was nicht jedes Jahr möglich ist. Das macht den Roggen noch etwas wertvoller.

 

Am Donnerstag kam dann alles Stroh weg. Wir haben es ab Feld verkauft, weil wir bereits genug Stroh in der Scheune haben. Danach haben wir das Stoppelfeld mit dem Grubber aufgerissen und am letzten Freitag Gras eingesät. Dieses wird 3 Jahre lang bleiben und als Kuhfutter dienen, ausschliesslich in Form von Siloballen. Nun hoffen wir, dass es ab und an regnen kann, damit das Gras keimen und wachsen kann.

 

Das eigene Getreide selber mit dem eigenen Mähdrescher zu dreschen, ist wohl die schönste Arbeit beim Getreideanbau. Zwar ist der "M 1300" schon 40 Jahre alt und oft wird die Arbeit unterbrochen, weil irgend etwas kaputt geht. Zudem hat die Maschine weder Kabine noch Klimaanlage. Der Maschinenführer (also Christian) ist also voll dem Staub ausgesetzt, was oft kaum zum Aushalten ist, vor allem wenn der Wind von der falschen Seite kommt und Christian in den Dreschstaub einhüllt, so dass er kaum atmen und sehen kann. (Verständlicherweise besteht die Ernährung an Dreschtagen tagsüber ausschliesslich aus Flüssigkeit und Glacé.)  Dabei schneidet der Mähdrescher die Ähren und führt sie in sein Inneres, wo die Körner von Stroh und Spelzen getrennt werden. Die Körner gelangen dann über die Siebe, den Überwurf und den Elevator in den Tank des Mähdreschers. Ab und zu wird der Inhalt des Tankes dann in einen der Getreidewagen oder Container, die am Feldrand bereit stehen, umgefüllt. Dieser Vorgang ist der letzte nach einem ganzen Jahr, das begonnen hat mit dem Pflügen, Eggen und Säen, gefolgt vom Bangen, ob es auch genug Schnee hat, damit der Frost dem jungen Getreide im Winter nicht schadet und ob es im Frühjahr auch genug regnet. Dann im Frühling das mehrfache Düngen, evtl. Ausbringen von Herbiziden. Dann das Hoffen auf genug Sonne und nicht zu viel oder zu wenig Regen. Beim Abreifen darf es nicht Hageln und starke Gewitter sind auch schädlich, ebenso Trockenheit, wenn die Körner noch wachsen sollten. So erfüllt es den Dreschenden trotz aller Strapazen  mit grosser Freude und Genugtuung, wenn er sehen kann, wie sich der Tank mit den prallen, sauberen Körnern seines eigenen Getreides füllt und das Ährenfeld immer kleiner wird und der Getreidewagen immer voller. Es ist wunderbar, wenn man am Abend oder in der Nacht den vollen Wagen in die Scheune bringen kann, in Sicherheit, nach einem ganzen Jahr mit viel Arbeit, Hoffen und Bangen. Ob es viel oder wenig gibt, ist in diesem Moment weniger wichtig. Da ist einfach die Gewissheit, das Bestmögliche getan zu haben und  das Staunen und die Dankbarkeit, dass trotz aller Risiken und Gefahren alle Jahre wieder Ernten möglich sind. In diesen Momenten macht sich die Ehrfurcht und die Demut vor der Schöpfung bemerkbar. Diese Erfahrung ist heutzutage leider nur noch ganz wenigen Menschen möglich und wäre doch jedem Menschen zu gönnen.

 

Und wie das so ist im wechselhaften Alltag eines Bauernhofes: Auf das erhabene Gefühl der Getreideernte folgt das nüchterne Kalkül, ohne das ein Bauernbetrieb nicht überleben kann: Am Dienstag dieser Woche hat uns eine Gruppe Hühner verlassen, die leider nicht mehr genug Eier legen, um für uns rentabel zu sein. Bevor die neuen Hühner am Freitag kommen, muss der Stall ausgemistet, gereinigt und desinfiziert werden. Das bedeutet harte Knochenarbeit, begleitet vom Gestank und Staub des Hühnermistes. Da ist dann kaum mehr die Zeit und der Ort, um sich tiefer Gedanken zur Schöpfung etc. zu machen.

2. -8. Juli 2018

Da im April / Mai  kein Regen fiel, haben die Kulturen grosse Trockenheitsschäden erlitten. Deswegen wurde das Getreide früh reif und wir haben die Weizenernte bereits eingebracht.. Der grösste Teil wurde im Juni gedroschen. Fertig geworden sind wir am 4. Juli. Das ist erst einmal vorgekommen, nämlich im trockensten der letzten 25 Jahre, 2003. Die Erträge sind sehr klein, aber erfreulicherweise von sehr guter Qualität. Somit kann die ganze Ernte als Brotgetreide verwendet werden und wir werden einen sehr guten Preis pro 100 kg erhalten.

 

Inzwischen hat es endlich geregnet und zwar in ausreichenden Mengen. Wir waren schon in Sorge, dass uns der Mais abstirbt. Diese Gefahr ist vorläufig gebannt.

 

Den Roggen werden wir voraussichtlich am 9. / 10. Juli dreschen. Bis dahin kann es wieder abtrocknen und wir erwarten schönes Sommerwetter. Eine erste grosse Mulde wurde bereits von der Transportfirma gebracht und im Sonnenhof am Feldrand abgestellt.

 

Beim 40-jährigen Mähdrescher ist immer wieder mit Überraschungen zu rechnen. Am Samstag 29. Juni ging eine Ölleitung kaputt. Am Wochenende war dann für die Reparatur niemand aufzutreiben. Christian konnte wohl noch dreschen, aber nur in einer Geschwindigkeit fahren. Am Montag war eine Reparatur möglich, aber beim Abfahren brach der Schalthebel ab. Mit einem Rohrstück als Provisorium konnte dann weitergefahren werden. Gleichzeitig war am Montag während des ganzen Tages auch ein Filmteam einer Werbefirma vor Ort, das Christian interviewte und ihn beim Dreschen filmte. Es hat den Auftrag bei verschiedenen Landwirten einen Videoclip für die IP-Suisse Produkte von Denner zu drehen. Auch das konnte erledigt werden und während der Schlechtwetterphase diese Woche, fand Christian dann Zeit, den Schalthebel wieder anzuschweissen. Danach gab es aber noch eine Panne: Ein grosses Holzstück, das sicher von einem Hund im Getreidefeld liegen gelassen wurde, geriet in die Maschine, verbog eine Einzugsleiste und blockierte das Dreschsystem. Christian musste für die Reparatur (er war kaum 5 Minuten auf dem Feld gewesen) wieder nach Hause fahren, wo er eine halbe Stunde brauchte, um die Maschine wieder einsatzfähig zu machen. Allerdings kam es wegen dieser Sache zu einem Kollateralschaden: Um nach Hause fahren zu können, musste Christian zwischen 2 parkierten Autos (wahrscheinlich von Hundespaziergängern) hindurchzirkeln, um vom Feld auf die Strasse zu gelangen. Zu seiner Erleichterung gab es an den Autos keinen Kratzer, aber leider übersah er dabei einen Hydranten und fuhr diesen um. Zum Glück war die zuführende Wasserleitung abgestellt. Einer zufällig vorbeifahrenden Polizeipatrouille meldete er den Schaden sogleich, da er auf der Gemeinde niemanden erreichte. Kostbare Zeit ging verloren, weil jetzt alle Personalien bis ins letzte Detail angegeben werden mussten. "Ja, wollt ihr mich jetzt auch noch verhaften!" entfuhr es Christian. Man liess ihn aber laufen. Wahrscheinlich war er vom Dreschstaub viel zu schmutzig. Da wollte ihn niemand im Auto haben. Aber eine Rechnung wird wohl noch eintreffen!

19. Juni - 1. Juli 2018

Der längste Tag ist gerade vorbei. Die Hühner sitzen kaum vor 22 Uhr auf Ihre Stangen, denn es ist schwierig sie vor dem Dunkelwerden in den Stall zu treiben, weil sie schwer von Begriff sind und den Stall nicht finden wollen. Also lassen wir sie selbstständig mit dem Eindunkeln ihren Schlafplatz aufsuchen. So müssen halt auch wir abends bis 22 Uhr warten bis wir endlich den Stall schliessen können.

 

Beim Eingang zum Innenhof steht im Garten des grossen Wohnhauses eine Silberlinde. Ihre Blüten duften wunderbar und der Duft zieht durchs ganze Hofareal. Die Silberlinde blüht später als die Sommerlinden, die mitten im Innenhof stehen. Diese sind bereits verblüht und unter den Bäumen liegt ein richtiger Blütenteppich. Die Sommerlinden duften nicht so stark. Dafür lässt sich mit ihren Blühten ein feiner Tee aufbrühen, während der Tee aus den Blüten der Sommerlinde nach nichts schmeckt und nach dem Duft, den der Baum verströmt, eine herbe Enttäuschung ist.

 

Alle Kühe haben wir in der Woche vom 18. Juni aus dem Stall geführt und gezerrt und im Klauenstand die "Zehennägel" geschnitten. Dabei wurden die Klauen per Schlauch gesäubert und das stark gewachsene Horn mit dem Winkelschleifer abgeschliffen. Hautverletzungen im Zwischenklauenbereich haben bei 6 von 42 Kühen dazu geführt, dass wir  säubern, desinfizieren und einen Verband anlegen mussten. Im Normalfall ist das nach 1 Woche abgeheilt, manchmal braucht es einen Verbandswechsel und eine weitere Woche bis zur Heilung. Geschwüre in der Klauensohle, zwischen Knochen und Horn können über 1 Monat Zeit beanspruchen bis zur Heilung. Da muss dann mehrmals der Verband gewechselt werden.

 

Das Getreide reift jetzt sehr schnell und schon vor dem längsten Tag wurde Gerste gedroschen. Wir haben keine Gerste. Bei uns wird wohl vor dem 1. Juli der Weizen reif sein. Da sind dann nächste Woche noch Vorbereitungen zu treffen. Mähdrescher und Getreidewagen müssen bereit gemacht werden und das Strohlager für das neue Stroh.

11. - 18.Juni

Glücklicherweise haben wir schon vor mehr als einer Woche das Gras siliert! Das gab bei schönem Wetter beste Qualität. Viele Berufskollegen haben es letztes Wochenende probiert, aber leider ist das Wetter seit längerer Zeit völlig unberechenbar. Es ist sehr warm und wüchsig bei hoher Luftfeuchtigkeit. Die Lage ist völlig instabil. Es ist kein Westwindwetter, auch keine Biese. Nach Morgennebel und anschliessendem Sonnenschein kommen relativ schnell Gewitterwolken auf und ohne Windbewegung giesst es plötzlich wie aus Kübeln. Viele, die letzte Woche Gras gemäht haben, konnten es nicht einbringen. Die Wettervorhersagen sind völlig unbrauchbar und es ist wohl besser einige Tage auf eine stabilere Wetterlage zu warten. Ab dem 15. Juni dürfen wir unsere Ökowiesen mähen. Wir hoffen, dass sich die Wetterlage bis dahin beruhigt.

 

Wir sind immer noch mit dem Säubern der Ökoflächen beschäftigt. Dann muss schon bald der Mähdrescher bereitgestellt werden. Und vielleicht können wir diese Woche damit beginnen, den Hühnerzaun zu erneuern.

 

Die Kirschen sind reif. Wir haben nur einen Baum. Er hängen sehr viele Kirschen dran und die Früchte sind gesund. Der Baum wird nicht gespritzt und kaum gepflegt. Meistens trägt er kaum Früchte oder kranke. Aber nach dem Frost vom letzten Jahr besteht wohl Nachholbedarf. Auch die Nussbäume sind rappelvoll. Ebenso die Pfirsiche, Quitten, Feigen und Apfelbäumchen. Zum Teil muss der Behang reduziert werden, sonst werden den Bäumen die Äste abgerissen. Auch diese Arbeit steht diese Woche auf dem Programm.

 

 

5. - 10. Juni

In der ersten Aprilwoche hat sich Christian beim Badminton das Knie verletzt. Das ganze Prozedere wurde durchgespielt: Notfall um 10 Uhr nachts - röntgen - nach Hause mit Stöcken und Kniestütze. Das Knie war geschwollen und schmerzte, eine genaue Diagnose gab es aber noch nicht. Leider ist es nicht möglich mit Stöcken und Kniestütze zu arbeiten, so dass diese Hilfsmittel kaum einen halben Tag in Betrieb waren. Unfälle ereignen sich ja bekanntlich immer in den dümmsten Momenten, so auch dieses Mal. Es passierte eine Woche vor der Tierausstellung. Am Tag nach der Tierausstellung fuhr unsere Mitarbeiterfamilie für 2 1/2 Wochen nach Moldawien in die Ferien. Gearbeitet werden musste trotzdem, die Tiere wollten versorgt sein etc. 2 Wochen nach dem Unfall kam es zur Nachkontrolle. Christian hinkte noch leicht, eine Möglichkeit das Knie zu schonen gab es aber nicht. Maidans weilten noch in den Ferien. Nochmals 2 Wochen später konnte endlich ein MRI gemacht werden. Die anschliessende Diagnose lautete: Meniskusriss. Man entschied, nicht zu operieren, sondern mit Physiotherapie die Kniemuskulatur zu stärken. Heute ist der letzte Physiotherapietermin. Alles funktioniert wieder bestens (eine andere Möglichkeit zog Christian gar nie in Betracht), mit dem Risiko, dass der Meniskus erneut beschädigt wird und dann wohl operiert werden muss.

 

Jetzt liegen wir mit allen Arbeiten wieder im Zeitrahmen. Letztes Wochenende gab es 54 schöne Ballen Grassilage. Am Mittwoch kommen die Galtkühe vom Paradiesli (der Waldweide) zurück. Die Brachen müssen fertig gesäubert werden und im Stall müssen die Liegeboxen der Kühe sauber ausgemistet werden, damit es möglichst wenig Fliegenbruten gibt.

28. Mai - 3. Juni 2018

Die Förderung der Vielfalt der Pflanzen, der verschiedenen Tierarten und deren unterschiedlichen Lebensräume, also der Biodiversität, ist heute sehr wichtig. Bis vor 30 Jahren war die Landwirtschaft noch von den Erfordernissen des Krieges geprägt, möglichst hohe Erträge zu erzielen unter Zuhilfenahme von Pflanzenschutzmitteln und Düngermengen, die heute als problematisch eingestuft werden. In vielen Bereichen wurde deren Problematik erkannt, beispielsweise in Bezug auf Rückstände im Trinkwasser, Bienensterben, Rückgang der Artenvielfalt, Resistenzbildungen gegenüber Pestiziden etc.

 

Seit die Direktzahlungsverordnung 1992 in Kraft ist fördert und fordert der Staat eine rücksichtsvollere Landwirtschaft im Bereich des Pflanzenbaus und der Tierhaltung. Wer Direktzahlungen beanspruchen will, muss diesen Anforderungen genügen. Mit zusätzlichen Umweltleistungen versuchen zudem private Labels den geschaffenen Mehrwert direkt beim Konsumenten einzufordern. Bei uns als IP-Suisse zertifizierten Betrieb stehen beispielsweise zusätzliche Aspekte im Bereich Biodiversität, Klimaschutz, Resouceneffizienz und soziale Aspekte im Vordergrund. Dabei wird etwas anders vorgegangen als im Biolandbau:

 

Im Pflanzenbau sieht man das konkret daran, dass wir mehrere Hektaren Brache angelegt haben. Dort gibt es keinen Ertrag und kein Produkt zu verkaufen, sondern die Flächen ruhen 3 Jahre lang, werden nicht bearbeitet, nicht gedüngt und nicht mit Chemikalien behandelt. Sie sind damit Teil unserer sogenannten ökologischen Ausglgeichsflächen. Danach wird wieder gepflügt und Weizen oder Roggen, Mais etc. angesät. Auch diese folgenden Kulturen werden weder mit Insektiziden, noch mit Fungiziden oder Wachstumsregulatoren behandelt. Davon haben wir im Getreidebau während der letzten 25 Jahre nichts mehr eingesetzt.

 

Die Brachen werden von der Bevölkerung durchaus wahrgenommen, denn sie blühen besonders im ersten Jahr wunderbar. Momentan sieht man vor allem die Mohn - und Kornblumen entlang der Tramlinie von Reinach nach Aesch auf der linken Seite. Tägliche sieht man Menschen, die mit dem Fotoapparat am Feldrand stehen oder  - leider - im Feld.

 

Diese Woche sind Ion und Christian in diesen Brachen unterwegs. Zu Fuss und mit der Sense ausgerüstet, entfernen sie die schlimmsten Unkräuter: Die Ackerdistel und den Sauerampfer. Diese vermehren sich nämlich invasiv. Sie produzieren tausende von Samen, die über Jahrzehnte im Boden keimfähig bleiben. Deshalb schneiden sie diese Pflanzen ab, bevor sie blühen können. Ein Teil davon wächst wieder nach, so dass diese Pflanzen noch ein 2. Mal geschnitten werden müssen. Am Montag gingen die beiden dieser Arbeit bei unglaublich schwülem und heissem Wetter nach. Und leider kann man dazu nicht kurze Hosen tragen, weil dann die Beine arg zerkratzt werden. Sofern es trocken bleibt, sind sie nun die ganze Woche mit dieser Arbeit beschäftigt. Bei Regen ist der Stall auszumisten und auf dem Hofgelände das Gras zu mähen. Zudem braucht der Mais noch etwas Nährstoffe. Am Wochenende ist zudem die Gewerbeausstellung in Reinach. Da wird unsere Wiese als Parkplatz benutzt.

21. - 27. Mai 2018

Das Abwasserrohr der Küche ist entstopft und repariert. Der Aufwand war zum Glück nicht so gross. Ein etwas kleineres Rohr konnte in das defekte Ablaufrohr geschoben werden. Wäre das nicht möglich gewesen, hätten wir 30 cm unter der Erde eine 1 Meter dicke Mauer durchbrechen müssen. Glück gehabt!

 

Diese Woche ist der Hühnerstall dran. Es braucht einen besseren Schutz vor Überschwemmungen. Vor dem Stall sind zwar Wassersammelrinnen, die in den Sickerschacht führen. Aber bei Platzregen, wie wir sie in letzter Zeit gehäuft erleben, kann der Schacht nicht mehr alles Wasser schlucken und es läuft in den Hühnerstall. Deshalb wollen wir diese Woche die Versickerung erneuern und verbessern.

 

Gegen Ende Woche, wird das Wetter beständiger und wir können Gras mähen für Siloballen. Einerseits wird das dort der Fall sein, wo der Sportplatz gebaut wird, andererseits dort, wo wir bald Parkplätze für die Reinacher Gewerbeausstellung zur Verfügung stellen müssen.

 

Fährt man von Reinach nach Aesch, so fällt der Blick auf der linken Seite auf ein blühendes Feld mit Mohn- und Kornblumen. Es ist unsere Rotationsbrache, die so wunderbar blüht. Sie ist Teil des Biodiversitätsprogrammes, das typisch ist für IP - Suisse. Gezielt soll damit die Artenvielfalt gefördert werden. Allerdings gibt es in diesen Ökofeldern auch Unerwünschtes, vor allem Blacken und Disteln. diese werden wir diese Woche abschneiden oder ausreissen. Das wird uns einige Tage beschäftigen.

 

14. - 20. Mai 2018

Irgendwie ist diese Woche der Wurm drin oder es sind mittlerweile einfach zu viele Termine oder das Gedächtnis lässt mit dem Älterwerden nach. Glücklicherweise gibt es ja die elektronische Agenda auf den Handy. Da ist dann immer alles drauf und sofort abrufbar. Man müsste sie nur auch noch konsequent nutzen!

 

Als am Montag die Tierärztin anrief, um sich für die monatliche Kontrolle des Kuhbestandes anzumelden, musste Christian absagen, weil er nach Murten an eine Sitzung musste. Am Dienstag sei aber kein Problem, meint er spontan. Am Dienstag ruft die Tierärztin wieder an und fragt, ob sie gleich kommen soll oder erst um 11 Uhr. Für ihn gehe beides, sagt Christian und vereinbart einen Termin für 10:30 Uhr. Um 9:30 sieht er vom Tram her eine Kindergartenklasse Richtung Neuhof marschieren und fragt sich, wo die denn hinwollen bei diesem Wetter...Da beginnt er schlimmes zu ahnen und sucht nervös in seiner Agenda. Tatsächlich steht da drin: Führung mit Kindergarten 10:15 - 11:15 Uhr.....So viel zur ungenügenden Nutzung der heutigen technischen Möglichkeiten.

 

Der Kindergarten hat dann während der Führung eine Pause gemacht, die Kinder haben auf dem Hof gespielt und die Tierärztin hat sich noch ein bisschen mehr als sonst beeilt. Dann kam der 2. Teil der Führung. Es ging zu den Minipigs. Die Kinder dürfen da etwas Brot oder Obst hinhalten. Sie werden dabei jedes Mal ermahnt, nicht etwa aus Angst die Hand mit dem Futter zurückzuziehen. Das führt nämlich dazu, dass das Schweinchen aus Angst vor dem drohenden Futterverlust nach dem Futter schnappt, was schmerzhaft sein kann für die Finger. Dieses Mal hat Christian die Kinder wie üblich ermahnt, worauf das Schweinchen ihn gebissen hat. Es blutete stark, eine Mutter gab ihm ein Taschentuch und Christian sagt tapfer zu den Kindern: "Das tut nicht so weh!"

 

Danach gab es heftige Niederschläge und der überschwemmte Hühnerstall musste ausgemistet werden.

 

Ein Küchenablauf ist verstopft und wir graben vor dem Haus, haben die verstopfte Leitung aber noch nicht gefunden.

 

Was gibt es wohl noch Spannendes diese Woche? Es ist ja erst Mittwochmorgen....

7. - 13. Mai 2018

Stimmt das Wetter, so ist das höchst selbstverständlich und wir nehmen es kaum wahr. Wetterextreme beschäftigen uns aber dauernd und sehr stark. So auch jetzt. Ist es normal, dass zu dieser Jahreszeit so wenig Regen fällt? Wann war das letzte Mal so? Warum verspricht die Prognose so oft Regen und es bleibt bei uns trocken? Wie stark ist der Schaden schon bei Weizen, Roggen, Mais und den Wiesen? Nun: Das Schlimmste kann noch verhindert werden, obwohl sich die Niederschlagsversprechen von 3 verschiedenen Prognosediensten laufend abschwächen und sich auch fortlaufend weiter in die Zukunft verschieben.

 

Der Mais ist wider Erwarten zu 3/4 gekeimt. Der Rest der Samen liegt im Trockenen und dort passiert gar nichts. Gras wächst keines mehr. Der Güllestickstoff von letzter Woche konnte nicht in den Boden versickern, sondern ist wohl grössten Teils in die Luft verpufft. Die Getreidehalme sind sehr kurz. Die Ähren könnten jederzeit zum Vorschein kommen, bleiben aber stecken und die Blätter werden glasig und beginnen sich zu rollen.

 

Diese Woche ist kurz. Die Auffahrt beschert unseren Mitarbeitern einen Ruhetag. Wir werden nur das Nötigste tun, d.h. alle Tiere versorgen. Das ist ein Zeitaufwand von 7 Stunden. Pfingsten läuft es dann umgekehrt.

 

Am Dienstag wird der Melkmaschinenservice gemacht. Das ist ein ganzer Tag Arbeit für 2 Personen.

 

Für die trockenstehenden Kühe gilt es eine Weide vorzubereiten.

 

Ein Küchenablauf ist verstopft. Die Kanalreinigungsfirma kann nichts machen. Wahrscheinlich haben sich Rohre verschoben. Wir müssen also einen Graben ausheben und die Ursache selber suchen und beheben.

 

 

 

30. April - 5. Mai

Der Frühling ist sehr plötzlich gekommen. Alles blüht. Die Amseln singen schon frühmorgens um die Wette. Seit dem 16. April sind - eher spät - die Schwalben wieder da und Christian kann sie beim Melken aus nächster Nähe zwitschern hören, so dass er kein Radio braucht. Bisher konnte man auch jedes Jahr ein bis zwei Mal den Kuckuck hören. Wir hoffen, dass es auch dieses Jahr wieder der Fall sein wird.

 

Die Güllegrube ist voll. Gerade mitten im Frühling ist es schwierig, ein Feld zu finden, auf dem man die Gülle ausbringen kann. Das Getreide ist schon zu gross, das Gras ebenfalls. Der Mais ist gesät und kann nicht befahren werden, da sonst die Keimlinge kaputtgehen. Also muss richtig geplant werden. Damit ist gemeint, dass Ende Winter, wenn die Vegetation beginnt, die Güllegrube geleert wird. Das haben wir getan. Trotzdem ist sie schon wieder voll. Deshalb mähten wir Gras, trocknen es an und machten Siloballen. Und nun kann Gülle auf der abgeernteten Wiese ausgebracht werden. Das Gras war zwar noch jung und es hatte noch nicht viel. Menge und Qualität stimmten also nicht optimal. Aber weil es seit einem Monat nicht mehr geregnet hatte und bei den aussergewöhnlich hohen Temperaturen nichts mehr wuchs, konnten wir sorglos alle Grasflächen mähen. Wir hofften auf Regen für Sonntagnacht, weil dann die Nährstoffe durch die aufgeweichte Erde besser aufgenommen werden können, wenn die Gülle ausgebracht wird. Leider wurde es nur ein wenig feucht. Trotzdem müssen wir heute Montag die Gülle ausbringen.

16. - 29. April

Langsam können wir wieder aufatmen. Es war eine arbeitsreiche Zeit, bedingt durch die Tierschau am Wochenende vom 14. und 15. April. Monatelange Planung und Vorbereitung, dann die 2 Festtage, wo wir abends jeweils total erschöpft ins Bett sanken und danach waren wir eine Woche lang mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Mittlerweile wurde auf dem Feld, worauf die Festzelte standen, der Hühnermist eines Berufskollegen ausgebracht, danach gepflügt und geeggt. Wir machen auf diesem Feld wieder einmal einen Anbauversuch mit Mais und hoffen, dass der Sommer dazu genug Regen bringt.

 

Der Bauernverband hatte zwar mit mehr Besuchern gerechnet, als schliesslich gekommen sind, aber wir fanden schon 12`000 Besucher eine recht hohe Zahl. Wir waren glücklich, dass so viele Menschen sich anschauen wollten, woran wir so lange gearbeitet hatten und wir genossen das unglaublich schöne Wetter. Erst im Nachhinein ist uns bewusst geworden, welch grosses Glück wir mit dem Wetter hatten. Was wäre passiert, wenn es geregnet hätte? Nicht nur das Feld wäre im Schlamm versunken, die Besucher hätten den Dreck durch unsere Scheune geschleppt, über den Hofplatz, ins Futtertenn und wegen der zahlreichen Helfer sogar bis in unsere Wohnung!

 

Hier nun einige Bilder zu den Tieren, die zu sehen waren:

Beliebt war das Säulirennen:

Grenzwertig wurde es mit der öffentlichen Geburt eines Kalbes. Der Speaker liess es sich nicht nehmen, diese über Lautsprecher anzukündigen, was uns etwas überrascht hat, wollten wir die Kuh doch in Ruhe im Krankenstall abkalben lassen. Stattdessen sah sich Ion plötzlich im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses, als er Geburtshilfe leisten wollte. Zahlreiche Interessierte wollten zusehen. Christian musste herbeieilen und den Vorgang kommentieren und auch beruhigende Erklärungen abgeben. Glücklicherweise ging alles gut und Mutter und Sohn sind wohlauf. Hier ein paar Fotos von der Geburt:

Die nachfolgenden Fotos wurden grösstenteils gemacht, als der Besucherstrom noch nicht so gross war:

Am Sonntagnachmittag dann wurde der Besucherandrang dann sehr gross und einige Besucher fragten aufgebracht, warum man ab 16 Jahren Fr. 8.- Eintritt bezahlen muss oder versuchte sich sogar mit Kind und Kinderwagen neben der Kasse vorbei aufs Festgelände zu schmuggeln. Aber womit hätte der Bauernverband denn beispielsweise die ganze Reklame, auch im Basler Tram, bezahlen sollen? Oder die ganzen Festzelte, die Versicherungen und den ganzen Arbeitsaufwand, bzw. die riesige Anzahl notwendiger Helfer, die nicht alle einfach umsonst arbeiteten? Glücklicherweise stellte das aber für die meisten Festbesucher kein Problem dar.

9. - 15. April

Am Montagmorgen, noch vor dem Melken, Füttern, Misten etc , studierte Christian am Handy den Wetterbericht. Die Freude war gross und wir sind sehr erleichtert, denn am nächsten Wochenende wird die Tierschau aller Wahrscheinlichkeit nach bei schönem Wetter stattfinden! Wir erinnern uns an die Tierschau, die vor 5 Jahren in Aesch stattfand. Das Wetter war nass und kalt und die Wiese zwischen den Zelten ein einziger Morast.

 

So gehen wir diese Woche voll motiviert an die vielen noch verbleibenden Arbeiten für die Tierschau. Zum Glück gibt es genügend Hilfe. So ist der Zivilschutz einige Tage auf dem Hof und hilft beim Erstellen der Zelte, bei der Umzäunung des Areals und beim Aufstellen der nahezu 200 Tischgarnituren etc.

 

Wir räumen die Scheune. Dort wird es 500 Sitzplätze geben. Es ist erstaunlich, wie gross die Scheune wirkt, wenn sie so leer ist.

 

Die Kaffeestube wird im Holder-Rümli und im ans Spielzimmer angrenzenden Lagerraum sein. Dort braucht es noch eine Beleuchtung und eine Raumtrennung und natürlich müssen auch dort Tische und Bänke aufgestellt werden.

 

Die Strohburg ist aufgestellt. Davor braucht es noch eine Abtrennung.

 

Bleibt noch die knifflige Frage, wie das Futter für die Kühe zubereitet werden soll. Da, wo wir das normalerweise machen, stehen jetzt Tische und Bänke.

 

Am Wochenende haben wir um die Festzelte herum das Gras gemäht und Siloballen gemacht. Glücklicherweise gibt es keine weiteren dringenden Feldarbeiten.

 

Jetzt braucht es nur noch mehr Helfer fürs Tische abräumen, den Abfall entsorgen und die WCs zu putzen. Aber Christian ist bereits dabei, diese zu organisieren.

 

Zum Abschluss noch eine Übersicht über einige Highlights, die uns am nächsten Wochenende auf dem Neuhof erwarten:

2. - 8. April 2018

Ostern: Unbeständiges Wetter hält den Besucherstrom auf dem Neuhof in Grenzen. Es ist ganz angenehm, wenn es einmal etwas ruhiger ist. Auf den Eierverkauf hat das Wetter keinen Einfluss. Wie immer war in der Woche vor Ostern Hochbetrieb und die Nachfrage nach Eiern war gross. So verkauften wir schliesslich im März doppelt so viele Eier, wie im Durchschnitt aller Monate. In früheren Jahren war dann aber der Eierverkauf am Ostersonntag abrupt zu Ende. Das ist heute nicht mehr so. Vielleicht hängt das mit den vielen Menschen zusammen, die hier leben und die vielleicht nicht alle den Osterbrauch leben, so wie wir.

 

Des bekannte Problem der Landwirtschaftsbetriebe in der Agglomeration beschäftigt uns: Die Ansprüche, die diese Agglomeration an uns Landwirte hat. Bei uns sind das die Tramunterführung bei der J 18 in Aesch. Das ist die Strasse, die an der Gehörlosenschule vorbei führen wird und wo wir viel Land verlieren und die Stromleitung vom Froloo nach Aesch, die unser Land durchqueren wird. Zum Glück ist die Idee eines eidgenössischen Schwingfestes vom Tisch. Sie hätte die Ebene zwischen Reinach und Aesch über Jahre verändert. Mit allem müssen wir uns intensiv auseinandersetzen, es akzeptieren und schauen, wie wir am besten damit zurechtkommen oder es allenfalls ablehnen und uns entsprechend engagieren. So oder so braucht das viel Zeit und Nerven, die man bestens für anderes gebrauchen könnte. Und jetzt kommt diese neueste Idee: Man glaubt, die Bruggstrasse in Reinach mit einer Südumfahrung des Dorfes entlasten zu müssen. Immer noch huldigt man dem unbegrenzten Wachstum. Wir sehen die negativen Nebenwirkungen und das beelendet uns wirklich. Man ist gar nicht mehr bereit, sich etwas anderes überhaupt vorstellen zu wollen. Es ist immer das Gleiche - in jeder Gemeinde: Man braucht mehr Geld, also muss die Gemeinde mehr wachsen, um mehr Steuern generieren zu können. Jede Beratungsfirma kommt zu diesem Schluss. Und los geht`s! Ja nicht weiter denken. Firmen werden angelockt mit Steuervergünstigungen. Damit diese rentabel wirtschaften können, holt man das Personal aus dem Ausland (Grenzgänger) und schon braucht es neue Strassen. Das kostet aber und deshalb braucht es mehr Steuerzahler (Firmen) und das heisst, die Gemeinde muss weiter wachsen. Vor kurzem hat es die Gemeinde Reinach noch begrüsst, dass wir uns gegen ein Schwingfest entschieden haben, vor allem aus ökologischer Sicht. Plötzlich ist die gleiche Ökologie aber kein Thema mehr, wenn es um die eigene Wirtschaft geht und eine neue Strasse muss her, die Pflanzen und Tieren auf unserem Hof ihren Lebensraum nimmt und wegen ihres Lärmes die Naherholungszone zwischen Reinach und Aesch zerstört. Die Probleme, die der Städter schafft, verschiebt er aufs Land. Wir beklagen die Phantasielosigkeit und auch Lieblosigkeit unserer Umwelt gegenüber und sind überzeugt, dass sich Probleme nicht mit denselben Massnahmen lösen lassen, durch die sie entstanden sind. Es bleibt uns nur die Möglichkeit uns für die Landschaft einzusetzen und für sie zu kämpfen und hoffen, dass auch viele gleich Gesinnte diesen Weg gehen.

6. März - 1. April 2018

Am 1. April ist schon Ostern, wir aber sind ganz auf die Tierschau fokussiert. In 2 1/2 Wochen ist es soweit. Aber auch die anderen Arbeiten dürfen nicht vernachlässigt werden. Bei schönem Wetter wurde anfangs dieser Woche die 2. Düngergabe für das Getreide ausgebracht. Vielleicht ist das ein paar Tage zu früh, aber innerhalb der nächsten 10 Tage wird dann nichts mehr möglich sein. Neben dem schlechten Wetter stehen ja auch noch die Osterfeiertage an, wo wir es etwas ruhiger nehmen möchten. Wenn wir anfangs dieser Woche düngen, ist auch die Belastung weg, doch baldigst Dünger ausbringen zu müssen.

 

Am Dienstag dieser Woche kam der Experte des Viehzuchtverbandes auf unseren Hof, um die zuvor angemeldeten Kühe zu beurteilen. Es waren 12 Stück. Sie wurden sauber geputzt und am Halfter vorgeführt und vom Experten punktiert. Die Resultate sind wichtige Entscheidungshilfen für die Zucht. Das Ganze dauerte einen halben Tag.

 

Dazu kam der Auftrag diese Woche grosse Werbeplanen für die Tierschau aufzustellen. Das hat unsere Planung auch etwas durcheinander gebracht. Am Dorfeingang und an den Einfahrtstrassen stellen wir diese Plakate auf. Dazu braucht es aber solide Gestelle, also ein Tag Arbeit.

 

Zum Glück bleiben uns heute noch 2 Tage bis Karfreitag, um Vorbereitungen für die Tierschau zu treffen. Es geht dabei vor allem um Tätigkeiten, die viel Platz brauchen. Nach Ostern wird auf unserem Hof dann das grosse "Gewusel" losgehen, wenn alle Bauern und weitere Beteiligte kommen, um alles einzurichten.

19. - 24. März 2018

 

 

 

 17. März 2018

 

Auch in dieser Woche gilt es auf dem Hof wieder Türe und Tore zu schliessen. Noch am letzten Donnerstag 15, März war Christian an einer Sitzung in Brunnen am Urnersee. Es tobte ein Föhnsturm und war 17 Grad warm. Riesige Wellen donnerten in die Bucht von Brunnen und überschwemmten Schifflandesteg und Parkplätze. Am Samstag dann Temperaturen unter Null Grad. Wir sind froh, dass es gleichzeitig mit den tieferen Temperaturen auch geschneit hat. So sind unsere Kulturen unter der isolierenden Schneedecke geschützt vor der Kälte.

 

Am Montag ist wieder OK - Sitzung wegen der Tierschau. Christian macht sich schon viele Gedanken, wo was hin geräumt werden soll, wenn es dann Platz für die Schau braucht. Aber im Moment ist es noch zu früh, um mit diesen Räumungsarbeiten zu beginnen. Wie üblich wird wohl im entscheidenden Moment alles zusammentreffen: Start der Feldarbeiten und der nicht planerischen Arbeiten für das Fest.

 

Nach dem Theater mit dem eidgenössischen Schwingfest nun ein weiteres Mal Probleme wegen dem kantonalen Richtplan: Wieder einmal soll Landwirtschaftsland, das zu unserem Hof gehört, einer Strasse weichen.  Automobilisten, die von Therwil kommen, sollen nicht über die Bruggstrasse und durchs Dorf fahren, sondern abgekürzt quer durch unsere Felder zur Hauptstrasse und damit zum Autobahnzubringer in Aesch gelangen. Es ist ermüdend. Das ewig gleiche Problem (hohes Verkehrsaufkommen) wird mit der ewig gleichen Lösung angegangen (Strassen bauen) und bewirkt die ewig gleichen Probleme: Zerstörung der Natur und ein noch grösseres Verkehrsaufkommen. Dabei sehen wir tagtäglich anhand der vielen Besucher auf unserem Hof, dass viele Menschen im Grunde genommen eine grosse Sehnsucht in sich tragen nach intakter Natur, Bodenhaftung, Entschleunigung, Qualität statt Quantität und authentischem Leben......Bleibt zu hoffen, dass die Zahl engagierter Menschen und cleverer Köpfe zunimmt, die eine Lösung für dieses Dilemma finden wollen und es auch tun.

12. - 18. März 2018

Der ordentliche Unterhalt der Maschinen ist noch nicht gemacht. Vor allem die Traktoren benötigen nach einer gewissen Anzahl gefahrener Stunden unsere Aufmerksamkeit. Das nehmen wir diese Woche in Angriff. Der grössere Traktor, ein Fendt mit 110 PS (oder 75 Kw, wie man das heute nennt), ist allerdings mit so viel Elektronik ausgerüstet, dass wir den ganzen Service lieber von einem ausgebildeten Landmaschinenmechaniker ausführen lassen. Das kostet zwar nahezu Fr. 2000.-, aber dafür können wir anschliessend beruhigt in die neue Saison starten. Die beiden alten Traktoren (sie sind 25, bzw. 40 Jahre alt) haben ausser Licht und Blinker kaum Elektronik. Da können wir den Service selber machen: Motorenöl, Getriebeöl und Hydrauliköl werden abgelassen und durch neues Öl ersetzt. Die dazu gehörigen Filter werden ebenfalls ersetzt. In der Dieselleitung gibt es einen Wasserabscheider, der geleert werden muss. Dann gilt es einen Dieselfilter auszuwechseln und der Luftfilter, der die Verbrennungsluft des Motors filtert, wird gründlich mit Druckluft  gereinigt. Letzterer wird nur alle paar Jahre ersetzt. Dann kontrollieren wir die Keilriemenspannung, füllen Batteriewasser nach, überprüfen die Lichtmaschine und reinigen Luft- und Wasserkühler. Danach werden noch alle Lager und Gelenkstellen gefettet und auch für diese Traktoren kann die neue Saison beginnen.

 

Auch beim Mähdrescher machen wir den Service selber. Weil er auch schon 40 Jahre alt ist, gibt es auch da wenig Elektronik. Hier ist aber alles aufwändiger, weil neben der Motorfunktion noch weitere Teile hinzu kommen, die gewartet werden müssen: Viele Keilriemenantriebe, Förderschnecken, Gebläse etc.

 

Im Weiteren machen wir auch beim Hoflader, dem Mähwerk, dem Düngerstreuer, dem Heuschwader, dem Heuzetter und dem Futtermischwagen den Unterhalt selber. Somit dürfte uns auch diese Woche nicht langweilig werden....

26. Februar - 11. März

Jetzt hat es uns tatsächlich erwischt: Die Wasserleitung, die zu den Eseln führt, ist geplatzt. Wir haben das Wasser immer ein wenig laufen lassen. Aber leider ist der Druck in dieser Leitung gering, es fliesst nur wenig Wasser. Minus 11 Grad und die starke Biese haben gereicht, um das Wasser in der Leitung gefrieren zu lassen. Als Folge hat es den Wasserhahn abgerissen und beinahe jede Muffe verrissen. Im Moment kann man gar nichts machen. Wir müssen warten, bis es wieder auftaut und vorher natürlich die Zuleitung abstellen, damit es nach dem Auftauen keine Überschwemmung gibt. Danach wird sich Christian ans Flicken machen.

 

Dort, wo in der Scheune die beiden Kälber sind, hatten wir das Wasser schon früher abgestellt. Das heisst dann aber: Am Morgen das frische Wasser in Kesseln zu den Kälbern schleppen, das über Nacht in den Kesseln gefrorene Wasser auftauen und am Abend die Kessel wechseln. Kessel schleppen ist auch bei den Ziegen und den Minipigs angesagt. Ab dem 4. März soll es wieder wärmer werden. Da müssen wir 1 Tag Reparaturarbeiten an den Wasserleitungen einplanen.

 

In der Woche vom 26. Februar gab es wieder eine OK - Sitzung betreffend der Tierausstellung vom nächsten April. Vieles wird langsam konkret. Im Tram, dem Wochenblatt, dem Radio und auf den sozialen Medien wird für die Tierschau geworben werden. Die Grösse der Zelte für die einzelnen Tierarten ist jetzt bekannt, ebenso der Platzbedarf im Aussenbereich. Die diversen Verpflegungsmöglichkeiten für die Ausstellungsbesucher sind organisiert. Die Höhe des Eintrittspreises wurde festgelegt. Die Logistik wird konkret. Es braucht einen Zaun um das ganze Gelände. Anzahl WCs, Kassenhäuschen und Marktstände ist bekannt und alles bestellt. Am 6. März trifft man sich auf dem Gelände, um genauer festlegen zu können, wo was hinkommt.

 

Daneben müssen die Arbeiten auf dem Betrieb normal weiterlaufen. Wenn es so warm wird, wie vorausgesagt, wird nächste Woche Dünger gestreut bei Weizen und Roggen. Und: Die Kälber stehen zu hoch im Stroh / Mist. Also muss der Kälberstall noch ausgemistet werden.

19. - 25. Februar 2018

Der Winter kommt nun doch noch. Zum Glück wird man dank Wettervorhersage nicht komplett überrascht  von einem Kälteeinbruch. Wenn auch Dauer und Temperaturbereich nicht grad immer zutreffen, so wissen wir doch, wann es nötig ist Massnahmen zu treffen. Allerdings lieben wir diese Kälteeinbrüche nicht besonders, weil sie doch einen deutlichen Mehraufwand für uns bedeuten.

 

Am wichtigsten ist, dass das Wasser nirgends einfriert. Eingefrorene Leitungen ist etwas, das wir im Winter fürchten. Aussenhähnen werden natürlich abgestellt. Aber es bleiben trotzdem viele Risikobereiche: Weil die Ställe nicht geheizt werden, muss insbesondere der Kuhstall so abgedichtet werden dass die Temperatur dank der Körperwärme der Tiere nicht unter Null Grad sinkt. Der Luftaustausch ist dann leider eingeschränkt, so dass die Luft im Stall ziemlich feucht wird. Das ist für die Tiere ungesund. Deshalb wird nur so viel wie nötig abgedichtet, mit dem Risiko, dass mal etwas einfriert. Einfach ist es nicht, da einen Mittelweg zu finden. Wird es unter Null Grad im Stall, können Wasserleitungen einfrieren, möglicherweise auf der ganzen Länge des Bereiches, wo Minustemperaturen herrschen. Beim Auftauen platzen dann diese Leitungen evtl. sogar auf der ganzen Länge. Gefrorene Wasserleitungen bringen aber noch den gravierenden Nachteil des Wassermangels: Unsere Kühe trinken zusammen ca. 2000 Liter Wasser pro Tag und Melkgeschirr, Melkanlage und Melkstand müssen 2 x pro Tag mit Wasser gereinigt werden. Dann gibt es noch die Wasseranschlüsse im Verkaufsraum, in der Aussentoilette und im Holder - Rümli. Alles Räume, die öffentlich zugänglich sind. Es ist unglaublich, wie viele Leute aus diesen Räumen davon laufen, ohne die Türe zu schliessen! Wir müssen diese sensiblen Bereiche deshalb regelmässig kontrollieren. Ende Februar ist der Winter eben noch lange nicht vorbei und die nächsten Tage werden uns schon ein bisschen herausfordern.

12. - 18. Februar

Die Tierausstellung (12. - 15. April) rückt näher und gibt viel Arbeit. Zum Glück haben wir ein grosses OK und die Arbeiten sind klar verteilt. Trotzdem bleibt natürlich vor Ort manches zu tun: Im alten Schweinestall, der momentan als Lagerraum dient, soll im Anschluss an das Holder - Rümli eine Kaffeestube mit über 100 Sitzplätzen entstehen. Wände und Decken wurden in den Jahrzehnten vor unserer Ankunft auf dem Neuhof unzählige Male geweisselt. Diese Beläge blättern ab und sind dick dick voll Staub. Zudem sind die Eisenträger, die die Decke stützen aussen voller Rost. Es braucht 3 -4 Tage Arbeit und 4 komplett abgenutzte Drahtbürsten, um Wände und Eisenträger von diesen Belägen zu befreien. Das ist anstrengende Handarbeit. Mitte dieser Woche sind wir mit dieser Arbeit fertig. Danach brauchen wir noch ca. 2 Tage, um alles zu malen. Anschliessend geht es dann an die nächsten Vorbereitungsarbeiten: Der Hühnerstall muss besucherfreundlich eingerichtet werden. Hinzu kommen viele administrative Fragen bezüglich der gezeigten Tiere:

 

  • Welche Bewilligungen braucht es, um die Tiere ausstellen zu dürfen?
  • Müssen den zugeführten Tieren vorgängig Blutproben genommen werden (ansteckende Krankheiten)? Und wer macht das?
  • Muss ein Tierarzt überprüfen, ob die Gehege tierschutzkonform sind? Wer?
  • Wie viel Tränken und wie viel Stroh braucht es?
  • Wie gross müssen die Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere sein?
  • Braucht es für alle Tiere ein Dach?
  • Wer ist Platztierarzt und was darf nur der Amtstierarzt machen?

 

Wir haben einen Sponsoringverantwortlichen im OK. Aber bei der Gemeinde muss Christian wohl persönlich vorsprechen.

 

5.2.18 - 11.2.18

Diese Woche ist wieder einmal Klauenpflege angesagt. Kühe einfangen, aus dem Stall führen, in den Klauenpflegestand bringen...., das ist ein enorm anstrengender Job und man kann dabei ganz schön ins Schwitzen kommen. Jedes Tier ist anders. Einige wehren sich mit allen Mitteln, weil sie Angst haben. Da gilt es gut zuzureden und oft muss man 700 kg ziehen und schieben und am Ende hilft vielleicht noch ein kräftiger Fluch. Die betroffenen Kühe werden aus der Herde heraus geführt und im Stand fixiert, damit die Klaue exakt bearbeitet werden kann. Wenn ein Geschwür behandelt werden muss, kann das auch schmerzhaft für das Tier sein. In diesem Jahr gibt es diesbezüglich noch kaum Probleme. Aber der Bewegungsapparat und die Füsse der Kühe sind empfindlich. Im Sommer können beispielsweise auf der Weide Steine eingetreten werden und daraus kann sich eine Entzündung entwickeln. Wir sehen dann, dass die Kuh hinkt. Dann wird die Kuh im Klauenpflegestand fixiert, der verletzte Fuss wird hochgehoben und ebenfalls fixiert. Die betroffene Stelle wird gereinigt und der Stein aus dem Horn herausgeschnitten. Danach wird die Wunde desinfiziert und ein Verband angelegt. Ein Klauenschuh kann helfen, eine Klaue zu entlasten. Es gibt auch Entzündungen wegen falscher Belastung oder falscher Fussstellung oder es können auch Klauengeschwüre oder Entzündungen am Klauenrand entstehen. Dabei sind spezielle Bakterien Mitverursacher. Es gibt auch abgesprengte Klauenränder oder auch Verstauchungen. Jedenfalls braucht es regelmässige Klauenkontrollen, Verbandswechsel etc. Ein Tier, das Schmerzen leidet, muss sofort behandelt werden. Selbstverständlich aus Mitgefühl mit dem Tier, aber andererseits ist das ganz klar auch ein wirtschaftlicher Faktor, denn ein Tier, das sich nicht wohl fühlt, gibt auch weniger Milch.

 

Wenn ein Bauernbetrieb wegen vernachlässigter Tiere in die Presse kommt, ist das oft ein gefundenes Fressen für Tierschützer und Ursache für eine öffentliche Hexenjagd auf diesen Betrieb. Wenn man aber einen näheren Einblick in solche Betriebe hat, weil man Berufskollege ist oder möglicherweise den betroffenen Landwirt dahinter kennt, weiss man, dass oft herzzerreissende Leidensgeschichten in der Bauernfamilie selbst vorhanden sind mit einer Kumulation von Problemen. Da gibt es Scheidungen, finanzielle Probleme, Unfälle, chronische Krankheiten, jahrelange Probleme mit irgendwelchen Behörden, Mangel an Arbeitskräften, Burnout und daraus entstehend schlicht eine komplette Überforderung. In der Regel ist es ein Rattenschwanz von Problemen, die ohne Unterstützung von aussen gar nicht mehr zu lösen sind. Für Menschen mit Insiderwissen steht deshalb nicht die Verurteilung im Vordergrund, sondern eine Analyse des ganzen Betriebes inklusive der familiären Probleme und die Frage: Wo und wie können wir helfen?

29.1. - 4.2.2018

Diese Woche wollen wir in den Brachen arbeiten. Von den ca. 70 ha unseres Betriebes sind 4 ha mit Buntbrache und 15 ha mit Rotationsbrachen bepflanzt. Buntbrachen bleiben 6 - 12 Jahre am gleichen Standort, Rotationsbrachen wechseln im 1 -, 2- oder 3-Jahresrhytmus. Durch das lange Verbleiben am gleichen Standort kann sich in der Buntbrache die grössere Artenvielfalt entwickeln als in einer Rotationsbrache. Andererseits können sich darin aber auch mehr Pflanzen ansiedeln, die unerwünscht sind.

Etwa 2 - 3 Mal entfernen wir deshalb im Frühjahr und im Sommer Blacken und Disteln. Zusätzlich schneiden wir diese Woche Büsche und Bäume, die sich in der Buntbrache von alleine angesiedelt haben. Sie sollen den übrigen Pflanzen nicht zu viel Platz wegnehmen. Ausserdem greifen wir auch dort ein, wo die Karden überhand nehmen. Sie werden mit dem Mulchgerät gekürzt, damit wieder Neues entstehen kann. Ökologie heisst also nicht einfach nichts machen und alles der Natur überlassen, sondern die einzelnen Flächen müssen gepflegt , überwacht und gesteuert werden, damit sie sich so entwickeln, dass der Nutzen für Flora und Fauna und die Vielfalt der Lebensräume (Biodiversität) am grössten ist.

 

 

 

Das neue Geheg für die Zwergziegen ist fertig. Es ist grösser geworden und umfasst neu auch Weissdorn und Holunderbusch. Weil die Ziegen die Büsche nach wenigen Tagen schon kahlgefressen hatten, mussten wir sie zusätzlich mit einem Gitter schützen

22. - 28. Januar

Die Vorarbeiten für die kantonale Tierschau vom 12. - 15. April sind am Laufen. Seit letztem Jahr hat das OK schon mehrmals bei uns getagt. Wie üblich bei solchen Grossanlässen geht es um Festwirtschaft, Bewilligungen, Bauten (Wege, Zelte Tiergehege), Wasser, Strom, Aussteller, Helfer, Parkplätze, Sponsoren, Werbung und, und und....Es ist spannend, aber auch aufwändig. Organisiert wird der Anlass vom Bauernverband beider Basel. Infos gibt es auch unter abufsland.ch Damit möglichst wenig Land in Anspruch genommen werden muss, werden unsere Hofgebäude in die Tierausstellung mit einbezogen. In der Scheune gibt es eine grosse Festwirtschaft und unsere Kühe, Kälbchen und Hühner werden innerhalb ihrer Ställe Teil der Ausstellung. Daneben werden auch andere Tiergattungen aus der Landwirtschaft zu sehen sein, wie Pferde, Schweine, Ziegen, Schafe, Bienen...Diese Tiere werden von den jeweiligen Verbänden in separaten Gehen, bzw. Zelten auf der grossen Wiese hinter unserer Scheune zu sehen sein. Natürlich gibt es da auch jede Menge Infos und Spezialangebote durch die Zuchtverbände.

 

Das Wetter ist unangenehm und nass und wir schauen, dass wir möglichst im Trockenen arbeiten können. Folgende Arbeiten sind diese Woche neben den normalen Routinearbeiten zu erledigen:

 

  • Kälber ausmisten
  • Hühnerstall reinigen
  • Eine Abtrennung bauen, damit wir die Hühnerweide halbieren können
  • Den Raum hinter dem Holder-Rümli reinigen und herrichten für die Tierschau

 

 

15. - 21. Januar 2018

In Aesch haben die Bauarbeiten für den Durchstich unter dem Tram hindurch und für die neue Strasse entlang der Gehörlosenschule und der Landi begonnen. Durch den Bau dieser Strasse verliert der Neuhof ziemlich viel Land. Vorübergehend wird zusätzlich noch mehr unseres Landes beansprucht, um darauf Erde und Baumaterialien zu deponieren. Die ganze Bauzeit hat sich nun wegen Einsprachen um 1 Jahr verlängert und wird voraussichtlich bis Ende 2021 dauern. Irgendwie haben wir Mühe mit dieser doppelten Moral: Einerseits gibt es in der Landwirtschaft berechtigterweise grosse Auflagen bezüglich Naturschutz, Biodiversität etc. Andererseits geht das alles vergessen, sobald auf ehemaligem Landwirtschaftsland Häuser und Strassen gebaut werden. Hier gäbe es unserer Meinung nach durch den Gesetzgeber Lücken zu schliessen (Beispielsweise begrünte Dächer und Fassaden auf Häusern die auf ehemaligem Agrarland neu errichtet werden etc.).

 

 

 

Auf dem Hof ersetzen wir diese Woche den älteren Teil des Ziegengeheges. Der alte Zaun wird herausgerissen und ausgegraben. Für die neuen Pfosten müssen Löcher gegraben werden. Dann werden die Pfosten einbetoniert und das Drahtgeflecht daran befestigt. Der Boden beim Eingang wird angeglichen und wir werden noch eine neue Tür machen müssen. Das sollte dann wieder für eine Weile genügen.

8. - 14. Januar 2018

Willkommen im neuen Jahr! Es hat uns alle mit Sturm und Überschwemmungen begrüsst. Auf dem Neuhof waren glücklicherweise die paar Ziegel, die der Sturm vom alten Maschinenschopf herunterreissen konnte, schnell ersetzt. Anders ist es auf Sonnenhof: Bei der grossen Scheune waren einige Ziegel am Dachrand eingemauert. Diese sind jetzt abgebrochen und schwer zugänglich. Es braucht allenfalls einen Skylift um die Ziegel wieder neu einmauern zu können. Das ist wohl ein Fall für die Gebäudeversicherung.

 

 

Der Neuhof verfügt zum Glück über arrondiertes Land, d.h. alles Land ist zusammenhängend und liegt in der Nähe des Neuhofs. Es gibt aber eine Ausnahme: Das ist das "Paradiesli" an der Strasse nach Therwil. Das ist eine Weide inmitten von Bäumen und Sträuchern. Dort hat der Sturm die alten Birken zerzaust und teilweise enthauptet.

 

Immer wieder haben wir erlebt, dass dort die Bäume nach starken Niederschlägen im Wasser stehen. Das ist auch dieses Mal der Fall.

 

Trotz der vielen Niederschläge in letzter Zeit führt unsere Quelle immer noch sehr wenig Wasser. Glücklicherweise reicht es aber noch, um unsere Ponys und Esel mit genügend Trinkwasser zu versorgen.

 

Am 24. Dezember und am 5. und 6. Januar wurden Kälbchen geboren.

 

Trotz der Nässe hielten sich die Hühner gerne draussen auf. Das Gras im Hühnerhof wird bald weggefressen sein und vor allem im Bereich des Stalleinganges ist ein richtiger Morast entstanden. So haben die Hühner mit ihren Füssen viel Schmutz in den Hühnerstall getragen. Deshalb musste das Stroh ersetzt werden. Jetzt haben es die Hühner wieder trocken und sauber in ihrem Stall.

25. Dezember 17 - 7. Januar 2018

Ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende und wir sind froh über die Festtage etwas zur Ruhe zu kommen. Wir wünschen somit auch allen Lesern eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit, und dass es im neuen Jahr für uns alle immer mehr Gelegenheiten gibt, einen Gang herunterzuschalten und sich auf die wirklich wichtigen Werte im Leben zu besinnen. In diesem Sinne: Frohe Festtage und ein glückliches und erfülltes neues Jahr - Ihre Familie Schürch

11. - 24. Dezember 2017

In der Woche vom 11. Dezember holten wir in Rheinfelden 30 t Malz. Und es wurden 75 Tonnen Zuckerrübenschnitzel geliefert. Alles wurde in die Scheune gekippt und dort mit dem Kran in die Silos geschaufelt, wo es vergärt und so konserviert wird.

 

Malz enthält viel Protein und wenig Energie, bei den Zuckerrübenschnitzeln ist es umgekehrt. Beides sind Abfallprodukte aus der Nahrungsmittelproduktion. Beide sind für unsere Kühe ein hochwertiges Zusatzfutter. In den kommenden 360 Tagen benötigen wir aus der Mischung dieser beiden Produkte 270 kg pro Tag, d.h. 7kg Malz / Schnitzel pro Kuh und Tag. Das sind 10 - 15 % vom Futter, das unsere Kühe fressen, der Rest besteht aus Grassilage, Maissilage und etwas Stroh. Alles von unserem Betrieb. Für Kühe mit hohen Milchleistungen gibt es dann noch 3 - 4 kg Kraftfutter pro Tier und Tag. Dieses besteht vorwiegend aus Getreide. All unsere Kühe fressen also ca. 800 - 900 Tonnen Futter pro Jahr.

In der Woche vom 11. Dezember nahm Christian noch an der Vorstandssitzung der IP-Suisse teil. Es wurde beschlossen, darauf hin zu arbeiten, dass IPSuisse bis 2020 das nachhaltigste Label der Schweiz ist (im Lebensmittelbereich).

 

Dann war Christian noch an einer Tagung mit Denner, der den IPSuisse - Käfer sehr stark bewirbt. Bei Migros, die selber viele IPSuisse - Produkte verkauft, haben diese leider einen anderen Namen: Terrasuisse.

 

In der Woche vom 18 Dezember steht eine Besprechung mit dem Organisationskomitee der kantonalen Tierschau an (Sie findet vom 12. - 15. April auf dem Neuhof statt). Es gibt noch eine weitere Besprechung mit MIBA und Landi zum gleichen Anlass. Dann findet noch ein Jassturnier von Christians Sportclub bei uns statt und am 24. wollen wir dann mit unseren Neuhoffreunden Heiligabend feiern.

 

Seit dem 11. Dezember haben 2 Kühe gekalbt, bei den Hühnern wurde wie immer allwöchentlich gemistet. Es wurde Holz für die Öfen gescheitet, täglich 800 - 900 Eier geputzt, verpackt und verteilt......und so geht es "ruhig und gemütlich"  wie immer dem Ende des Jahres entgegen.

4. - 10 Dezember 2017

In den letzten 20 Jahren wurden auf unseren Feldern keine Wildschweine geschossen. Letzte Woche fand dann erstmals eine Sau ihren Tod bei uns. Diese Woche erwischte der Jäger nochmals 3 Stück, zwar nicht gerade auf unserem Land, aber doch immerhin auf Reinacher Gebiet. Wir fragen uns: Gibt es plötzlich mehr Wildschweine, nehmen sie eine andere Route oder sind sie einfach nicht mehr in den gleichen Gebieten aktiv? Oder wurden sie andernorts zu oft von den Jägern vertrieben?

 

Schnee, Regen, Frost, Wind, Nebel und Feuchtigkeit....das Wetter ist zurzeit unangenehm. Glücklicherweise können sich unsere Tiere in den Stall zurückziehen, wenn sie wollen. Sie können wählen, ob sie sich lieber drinnen oder draussen aufhalten möchten.  Das Wetter hat ihnen bis jetzt glücklicherweise nichts ausgemacht. Alle unsere Tiere sind dank Fell oder Federn und dem Körperfett gut gegen die Kälte geschützt. Vor allem Zugluft und feucht - kaltes Wetter können aber trotzdem zu Erkältungen, Grippe und Lungenentzündungen führen. Je nach Tierart gibt es aber auch Vorlieben: Unsere 5 Ziegen mögen es gar nicht, nass zu werden und bleiben lieber in ihrem Häuschen. Kühe können problemlos im Schneegestöber oder im Regen stehen. Sie fühlen sich wohler bei Temperaturen unter Minus 10° als bei Temperaturen über 20°. Die Hitze macht ihnen also viel mehr zu schaffen. Hühner hingegen mögen keinen Schnee, weil er ihnen zu hell ist. Sie halten sich ja auch gerne im Schatten auf. Die einzigen, die wirklich Probleme mit dem kalten Wetter haben, sind wir Menschen. Früher waren die Kuhställe viel wärmer. Heute, wo man den Tieren zu Liebe Freilaufställe baut, ist es in den Ställen viel kälter und es braucht warme Stiefel, damit man beim Melken keine eiskalten Füsse bekommt. Und es gilt aufzupassen, dass nirgends das Wasser in den Leitungen einfriert.

 

Diese Woche wird das Brennholz aufgearbeitet. Defekte Lampen im Verkaufsraum, im Kuh- und im Eselstall müssen ersetzt werden. Und wir beginnen mit den ersten Vorarbeiten für die kantonale Tierausstellung, die nächsten April bei uns stattfindet. Gespräche mit einer Lamabesitzerin und dem Ponyhof Reinach sind angesagt. Und: Das Holder-Rümli wird an der Tierausstellung als Kaffeestube dienen, ist aber natürlich für den Grossanlass zu klein. Deswegen müssen wir den ehemaligen Schweinestall, der an das Rümli grenzt, hinzu nehmen. Das bedeutet, dass wir die Decken und Wände von abblätterndem Verputz befreien müssen. Aber zuerst einmal räumen wir den Teil des ehemaligen Schweinestalles, der direkt ans Holderstübli grenzt. Es gibt also auch bei diesem Wetter genug für uns zu tun.

27. November - 3. Dezember

Du Fuchsräude hat den Fuchsbestand in den letzten Jahren dezimiert. Jetzt haben wir wieder mehr Füchse, aber die Räude ist immer noch vorhanden. So war am letzten Freitagabend ein kranker Fuchs auf dem Hof. Auch am Samstag wurde er gesichtet: Eine Clique, die bei uns ihren Fasnachtswagen baut, fand ihn im Stroh neben ihrem Wagen. Er verkroch sich sofort hinter Brettern, holte aber die Gipfeli, die mitleidige Cliquenmitglieder ihm hinlegten. Er war verletzt, vielleicht angefahren. Schnell war unser Jäger auf dem Hof, aber da war der Fuchs schon wieder verschwunden.

 

 

 

In der darauf folgenden Nacht, um 3 Uhr hat der gleiche Jäger aber 25 Wildschweine auf unserem Weizenfeld überrascht. Eines hat er geschossen, die restlichen haben das Weite gesucht.

 

 

 

 

Im Hühnerstall läuft es derweil gut - kein Fuchs! Die neuen Hühner legen schon sehr viele Eier. Leider ist der Aufwand fürs Sortieren der Eier noch gross, denn noch haben nicht alle Eier Normalgrösse. Immerhin geht es 3 - 4 Wochen, bis alle Junghennen Eier legen und danach dauert es noch 1 -2 Wochen, bis die Eier genug gross sind, damit wir sie zum Normalpreis verkaufen können. Wir sind aber guten Mutes, dass wir bis zur Guetzlibackzeit nur noch normal grosse Eier im Angebot haben werden.

20. - 26.11.2017

Noch herrscht auf unseren Feldern nicht überall Winterruhe. Die Wildschweine sorgen wieder für Ärger.

Letzte Woche haben sie das ehemalige Maisfeld unter dem Wald heimgesucht. Der Mais ist zwar längst weg. Wir hatten das Feld gepflügt und Weizen angesät. Und nun, nachdem der Weizen bereits einen schön grünen Teppich gebildet hat, sind die Säue eingefallen und haben die Weizensaat zerstört. Weshalb? Nun, wie wir berichteten, haben die Wildscheine im August in unserem Maisfeld grosse Verwüstungen angerichtet. Hunderte von Stängeln, die von den Wildschweinen umgedrückt wurden, konnten vom Maishäcksler nicht aufgenommen werden und blieben liegen. Wir haben das Feld dann extra lange offen liegen lassen, damit Dachse, Krähen und auch Wildschweine die Reste abräumen konnten. Vor dem Pflügen haben wir zusätzlich alles kurz geschreddert. Leider hat das nicht gereicht. Die Wildschweine sind trotzdem eingefallen, haben die nahrhaften Maisreste ausgegraben und dabei die Weizensaat zerstört. Der Weizen ist kaputt und die Löcher überall im Feld machen das Befahren schwierig. Machen lässt sich nichts dagegen.

 

Wir vermuten, dass letzten Montag in Reinach die Jäger unterwegs waren. Da die Wildschweine aber nicht stationär sind, hat wohl höchstens ein Reh dran glauben müssen.

 

Was in dieser Woche sonst noch aktuell ist:

 

Die Delegiertenversammlung der Swissgranum (darin sind Landwirte, Müller, Bäcker, Handel und Tierfutterhersteller vertreten) tagt am Dienstag. Das zentrale Thema sind die sinkenden Preise (Zollabbau etc.). Dieses Thema wird auch an der Delegiertenversammlung des schweizerischen Bauernverbandes vom Donnerstag bestimmend sein. Als Vertreter der IPSuisse wird Christian an beiden Versammlungen dabei sein.

 

Auf dem Hof wird die Silofräse gereinigt, kontrolliert, eingestellt, geschmiert und dann in einer tiefen Ecke der Scheune verstaut, wo sie niemand stört, bis sie dann im Mai wieder zum Einsatz kommt. Ebenso Kreiselheuer und Kreiselschwader. Nachdem diesen Herbst der grosse Traktor, das Mähwerk und ein Kipper einen Plattfuss hatten, war gestern auch noch der Deutz - Traktor betroffen (Er ist sehr alt und seine einzige Aufgabe ist es, den Futtermischwagen zu ziehen.) Das alles bedeutet Kosten und Arbeitsaufwand.

 

Anfang der Woche war da noch ein junger, kranker Fuchs, der sich auf dem Hof unter einem Bretterstapel versteckte. Die hochansteckende, tödliche Fuchsräude, die schon mehrere Jahre in der Gegend grassiert (auch unsere verstorbene Hofhündin musste mehrmals dagegen behandelt werden), hatte auch dieses Tier nicht verschont. Der Jagdaufseher war schnell da und erlöste das arme Tier.

13. - 19. November

Politik und insbesondere Landwirtschaftspolitik ist für uns ein Thema, das unseren Alltag immer begleitet, denn oft geht es um Entscheide, die uns direkt betreffen. Das sind beispielsweise AP 17 - 21, Zollanpassungen, Freihandelsabkommen etc. Natürlich müssen wir uns bereits im Vorfeld Gedanken machen, wenn sich Richtungsänderungen abzeichnen, Initiativen ergriffen werden und Abstimmungen anstehen. Es gilt also einerseits politisch, andererseits speziell landwirtschaftspolitisch am Ball zu bleiben. Wir müssen uns informieren und uns eine persönliche Meinung bilden. Es gilt sich frühzeitig Gedanken zu machen, welche Auswirkungen politische Entscheidungen für die Landwirtschaft im Allgemeinen und für uns persönlich haben. Und das lässt sich natürlich nicht isoliert von der Schweiz als Ganzes betrachten, denn alles ist miteinander vernetzt. Politik reicht tief in den Alltag einer Bauernfamilie hinein. Ein Thema möchten wir hier herausgreifen: Es ist die schwierige Frage, ob sich die Schweizer Landwirtschaft gegenüber dem Ausland abschotten oder sich öffnen soll. Ein Beispiel dazu: Überlegen wir uns, was geschieht, wenn der Importzoll von Weizen gesenkt wird. Momentan wird auf importierten Weizen ein Zoll von Fr. 23.- erhoben pro 100 kg. Etwa um diesen Betrag ist der Schweizer Weizen teurer als Importweizen. Wird nun bei einer schrittweisen Öffnung der Zoll um "nur" Fr. 5.- gesenkt, sinkt auch der Inlandpreis um Fr. 5.-. Unser Verdienst auf dem Neuhof, den wir aus unseren 20 ha Weizen erwirtschaften, wird dann um Fr. 5000.- kleiner. Wie sollen wir diesen Verdienstausfall ersetzen? Die Löhne in der Schweizer Landwirtschaft sind bereits niedrig und die Produktionskosten hoch. Hart betroffen sind dann auch ganze Organisationen, wie beispielsweise die IPSuisse, in der 38 % aller Schweizer Landwirte organisiert sind. IPSuisse hatte letztes Jahr einen Engpass beim Weizen, weil sie nicht genug dieses Labelweizens an Lager hatte. Also beabsichtigt sie, dieses Jahr 20`000 Tonnen Weizen einzulagern. Sinkt nun der Importzoll um Fr. 5.-, verliert die Organisation auf einen Schlag 1 Mio Franken! Anhand dieser 2 Beispiele sehen wir, wie schwierig es ist, eine Öffnung zu befürworten, wenn die Ausfälle, die dadurch für die Bauern entstehen, nicht aufgefangen werden können. Die letzte Konsequenz wäre dann, dass in der Schweiz keine Nahrungsmittel mehr produziert werden. Werden aber alle Nahrungsmittel importiert, hat der Schweizer Konsument kaum mehr Möglichkeiten Einfluss darauf zu nehmen, wie Nahrungsmittel produziert werden. Und wünscht der Bürger zudem noch eine ökologische Landschaftspflege wie bis anhin, so muss der Staat trotzdem weiterhin Ausgaben in diesem Bereich tätigen. Andererseits: Möchte man die Schweizer Landwirtschaft erhalten und gleichzeitig die Importzölle senken und die billigeren Nahrungsmittelpreise an die Konsumenten weitergeben (wahrscheinlich mit der Konsequenz, dass noch mehr Nahrungsmittel weggeworfen werden), so bleibt nur die Lösung, den Bauern noch mehr Auflagen zu machen bezüglich dem Einsatz von Pestiziden oder der Landschaftspflege etc. und sie dafür zu entschädigen, denn je weniger der Konsument für Schweizer Lebensmittel im Laden bezahlen will, desto höher müssten die Direktzahlungen ("Subventionen") sein, die an die Bauern ausbezahlt werden.

 

Übrigens sprechen wir von Direktzahlungen, weil mit diesem Geld Leistungen abgegolten werden, die von den Bauern verlangt werden (Schaffung ökologischer Ausgleichsflächen, Massnahmen im Tierschutz etc.). Es ist also nicht so, dass der Bauer nur die hohle Hand machen muss, um vom Staat Subventionen zu kassieren!

 

 

 

6.11. - 12.11.2017

Die Feldarbeiten sind definitiv abgeschlossen. die Kulturen gehen in die Winterruhe und brauchen keine Betreuung mehr bis es im Februar oder März wieder wärmer wird. Leider ist das für uns, die wir in der Landwirtschaft arbeiten, nicht so. Immerhin sind wir in dieser Zeit nur wenig vom Wetter abhängig. Gepflügt, geeggt, gesät, gespritzt, gedüngt und geerntet werden muss eben dann, wenn der richtige Zeitpunkt ist und wenn es vom Wetter her geht und nicht dann, wenn wir gerade Lust hätten. Wir können Pläne machen, wie wir wollen, während der Vegetationszeit bestimmt das Wetter unsere Agenda und alles muss sich danach richten. Das braucht Flexibilität, Schlagkraft, gute Organisation und Nerven. Das haben wir jetzt einmal mehr hinter uns und für 3 - 4 Monate etwas Ruhe. Es bleiben die Tiere, die uns neben den täglich 6 - 8 Stunden Fütterung, Pflege und Produktgewinnung (Milch und Eier) aus dem Trott bringen können mit Geburt, Krankheit, Unfall, Ausfall der Technik und dies zu jeder Tages - und Nachtstunde. Aber grundsätzlich können wir jetzt viel besser planen. Jetzt ist die Zeit für den Unterhalt an Maschinen und Geräten und für Reparaturen an Gebäuden und Einrichtungen. Es ist die Zeit der Jahresabschlüsse in den Vereinen und Organisationen der Landwirtschaft. Wir haben Zeit für ein paar Tage Ferien, für Weiterbildung oder auch Zeit, um uns vertieft damit auseinanderzusetzen, wie es mit der Landwirtschaft allgemein weitergeht oder wie es speziell mit unserem Betrieb weitergehen soll. Es bleibt etwas mehr Musse, um nicht nur der Steuerbehörde gegenüber, sondern auch uns gegenüber Rechenschaft abzulegen über das, was wir das ganze über Jahr tun.

30.10. - 5.11.2017

Der Weizen ist nicht nur gekeimt, er ist sogar schon sichtbar! 3 Tage lang haben wir Weizen gesät. Es lässt sich nicht alles an einem Tag säen. Der Weizen vom ersten Tag ist schon ca. 8 cm hoch. Der Weizen des 2. Tages ist halb so hoch. Noch einen Tag später haben wir das letzte Stück gesät. Da sind erst die Keimblätter teilweise sichtbar.

 

Jetzt besteht noch die Möglichkeit, Herbizide einzusetzen. Ab dem 1. November sind keine Behandlungen mehr erlaubt. Am Donnerstag werden wir deshalb noch etwas gegen den stark vorkommenden Ackerfuchsschwanz unternehmen. Dann ist das Wetter warm und trocken und im Herbst wirkt das Herbizid gegen dieses Unkraut einfach besser.

 

Am Mittwoch haben wir die Scheune geräumt für die Metzgete. die uns am Freitag und am Samstag wieder ein volles Haus, bzw. eine volle Scheune beschert hat. Am Sonntag Mittag war alles wieder aufgeräumt.

 

Vielleicht gibt es nächste Woche noch ein paar freundliche Tage, damit wir die Kühe auf die Weide lassen können. Ansonsten sind die Aktivitäten draussen ziemlich beendet und wir beginnen mit dem Reinigen und Einwintern der Maschinen.

23. - 29. Oktober

Die letzten beiden Wochen waren sehr arbeitsintensiv, weil unsere Mitarbeiterfamilie (Ion und Aliona mit ihren Kindern) in ihrer Heimat Moldawien in den Ferien war. Während sie ihren wohlverdienten Urlaub genossen, gab es auf dem Neuhof viel zu tun:

  • Weizen säen
  • Gras silieren
  • 25 Tonnen Zuckerrübenschnitzel und 10 Tonnen Malz einsilieren
  • Nachdem die braunen Hühner eingefangen und abgeholt waren, wurde der Stall ausgemistet, mit dem Hochdruckreiniger gereinigt, desinfiziert, wieder eingerichtet und frisch eingestreut. Am Freitag trafen dann die neuen Hühner ein.

Verständlicherweise war Christian mehr als nur erschöpft als Maidans am Freitagabend um 9 Uhr gottseidank wohlbehalten wieder auf dem Neuhof eintrafen. Zum Glück hatte er in der ersten Woche Hilfe von unserem Sohne Lorenz und in der zweiten von unserem "Ziegenhirten" Roland. Am Wochenende hatte er unseren Teilzeitmitarbeiter Mischa zur Unterstützung. Es ist schön, dass man im Laufe der Jahre auf ein Netzwerk von Menschen zurückgreifen kann, die für einen da sind, wenn das momentane Arbeitspensum einfach zu gross zu werden droht.

 

550 Hühner sind letzten Freitag eingetroffen. Sie sind 19 Wochen alt.  Auf dem Bild sieht man, wie sie ihr neues Zuhause erkunden. Wir lassen ihnen nun 10 Tage Zeit, sich an den neuen Stall zu gewöhnen. Danach dürfen sie dann immer tagsüber auf die Weide.

 

Erstmals haben wir eine gemischte Gruppe mit weissen und braunen Hühnern. Wir sind gespannt, wie das funktioniert.

 

Im letzten Blog  haben wir uns¨über die mittlerweile dünnschaligen Eier ihrer Vorgänger beschwert. Aber wir möchten dem doch noch hinzufügen, dass wir diese Hühner während 14 Monaten behalten haben, üblich sind 12 Monate.

16. -22. Oktober

Nachdem der Weizen letzte Woche bei besten Bedingungen gesät werden konnte, steht am 16. Oktober noch der Rest von 1,5 ha zur Saat an. 20 ha sind gesät. Die Sorten Nara, Isuela und Simano wurden dazu verwendet. Bei den restlichen 1,5 ha macht Christian einen Versuch mit Bio Saatweizen. Er will sehen, ob dieser Weizen eine intensivere Düngung als beim Biolandbau üblich, erträgt. Wiwa heisst die Sorte und hat sehr gute Qualitätseigenschaften.

 

Hinter der Scheune ist schon wieder sehr viel Gras gewachsen, was bei den hohen Temperaturen nicht erstaunt. Zum Mähen ist es zu wenig, also wird nochmals eingezäunt und die Kühe können sich nochmals ein paar Tage auf der Weide tummeln. Allerdings: Das Gras ist sehr jung und hat deshalb einen hohen Proteingehalt und wenig Struktur. Das führt zu Durchfall. Deshalb wird im Stall entsprechend die Fütterung angepasst, mit mehr Energie (Mais, Zuckerrübenschnitzel) und Struktur (Stroh).

 

Die unselige Geschichte mit den braunen Hühnern hat am Dienstag ein Ende. Wegen der Vogelgrippe mussten wir sie einsperren, was gar nicht ihrem Naturell entsprach. Seit dieser Zeit hacken sie einander blutig, obwohl sie schon lange wieder auf die Weide dürfen. Dadurch ist ihre Legeleistung stark eingebrochen und ihre Eier sind dünnschalig und brüchig. Da lässt sich nicht mehr viel verdienen. Am Dienstagmorgen, wenn es noch dunkel ist, werden sie von den Stangen geholt und in Kisten verbracht. Danach werden sie vom Camion abgeholt, am Bestimmungsort mit CO2 betäubt und geschlachtet oder verbrannt.

 

All die Hühner einzufangen ist schwierig. Deshalb machen wir das im Dunkeln, wenn sie auf den "Stängeli" sitzen und schlafen. Dann können sie relativ einfach ab der Stange gepflückt werden.

9. - 15. Oktober 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch das grosse Feld hinter dem Wäldchen wird gepflügt. Es war 3 Jahre lang eine Wiese.

Die gepflügten Felder werden zur Saat vorbereitet. Das heisst: Die Quer- und die Randfurchen werden mit der Kreiselegge vereggt. Danach kann mit der Weizensaat begonnen werden.

 

Das letzte Gras wird noch gemäht und zu Siloballen verarbeitet.

 

In der Schweiz hat bereits die Verarbeitung der Zuckerrüben zu Zucker begonnen und wir erhalten diese Woche die bestellten 25 Tonnen Zuckerrübenschnitzel (ein Abfallprodukt der Zuckergewinnung). Gleichzeitig holen wir in Rheinfelden bei der Brauerei Feldschlösschen10 Tonnen Malz (ein Abfallprodukt aus der Bierbrauerei). Beides vermischen wir und füllen es in Silos ein. Für die Kühe ist das ein hochwertiges Futter und somit eine sinnvolle Verwertung von Nebenprodukten der Industrie.

 

Es ist wieder einmal soweit: Wieder wird renoviert. Nachdem beim Haupthaus letztes Jahr die Fassade gestrichen wurde, kommt jetzt das Nebengebäude dran. Aufs Dach kommen eine neue Lattung und neue Ziegel und die Fassade wird renoviert. Das Holder-Rümli bleibt zum Glück zugänglich.

Und: Mit Herbstbeginn offerieren die Gillerugger wieder ihre beliebte Metzgete. Wie üblich findet sie im geheizten Zelt in unserer Scheune statt und das Rennen auf freie Plätze hat bereits begonnen. Wie wir aus gut unterrichten Kreisen wissen, sind am Samstag, 28. Oktober noch ein paar Plätze frei für Liebhaber von Schweinefleisch, Blut-und Leberwürsten, Rösti, gekochten Apfelschnitzchen etc. etc. Falls Sie also Interesse haben, reservieren Sie sich rasch noch einen der raren Plätze. Hier der Flyer:

2. - 8. Oktober

Jetzt beginnen die Herbstsaaten: Ab Mitte September würde Gerste angesät. Nur bauen wir dieses Jahr keine an. Roggen wird um den 1. Oktober herum angesät. Da jetzt eine Regenfront im Anmarsch ist, wird es wahrscheinlich Donnerstag oder Freitag, bis wir unseren Roggen säen. Mitte Oktober ist dann der richtige Zeitpunkt für die Weizenaussaat.

 

Langsam aber sicher ist jetzt auch der letzte Zeitpunkt, um noch einmal Gras zu mähen, anzuwelken und dann in Siloballen zu pressen. Das Gras wächst jetzt nämlich kaum mehr und es macht keinen Sinn, mit dem Mähen noch länger zu warten. Es wird ja auch kälter und und die Tage kürzer und so kann das Gras kann kaum mehr antrocknen. Der Plan für diese Woche ist, vor allem dort das Gras zu mähen, wo anschliessend die Wiese umgepflügt werden soll, damit dort dann in der nächsten Woche der Weizen gesät werden kann.

 

18. - 24. September

 

 

Rekordernte bei unseren "Chatzeseicherli"! Wer hätte das gedacht, nach dem ungewöhnlich starken Frost am 19. April! Die Traubenschosse in unserem Garten waren alle erfroren und braun. Aber die Natur hat tatsächlich einen 2. Versuch gewagt und der extrem warme Sommer hat es möglich gemacht: Es hat mehr Trauben an unseren Reben als je zuvor und sie sind schon fast reif.

Aber jetzt ist es ganz schön kalt geworden. Nur noch wenige Schwalben sind hier. Wir wissen nicht, ob die angenehmeres Wetter brauchen, um nach Süden zu ziehen...

 

Diesen Montag wird die Güllegrube geleert und die Gülle auf den Wiesen verteilt. Jetzt ist die Vegetation noch aktiv, das Gras wächst noch und der Stickstoff in der Gülle kann noch gut als Dünger wirken.

 

Auf dem Hof sind wir mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

 

Ab Mitte Woche soll das Wetter wieder trockener werden. Dann wollen wir das Maisfeld pflügen und zur neuen Saat vorbereiten. Den Zaun gegen die Wildschweine, der zum Wald hin noch steht, wird entfernt.

 

Die Rotationsbrache ist sehr dicht gewachsen. Jetzt können wir den Zaun, den wir darum herum aufgestellt hatten, wieder entfernen. Er sollte die Hunde davon abhalten, die Tiere zu stören, die sich in diese Brache zurückziehen. Natürlich gilt das aber nicht als Einladung, die Hunde nun da spielen zu lassen! Es ist wie gesagt ein Rückzugsort für Wildtiere.

 

Für Christian stehen diese Woche noch Sitzungen an beim Getreideproduzentenverband und bei der Migros, im Auftrag der IPSuisse. Dann gibt es noch eine Führung anlässlich eines Kindergeburtstages und dann kommt schon das Wochenende mit dem Saat- und Erntefest. Wir hoffen auf gutes Wetter und viele Besucher!

11. - 17. September

Mit der Maisernte sind die Erntearbeiten für dieses Jahr beinahe abgeschlossen. Es bleibt noch das Gras vor dem Wintereinbruch ein letztes Mal zu mähen und in Siloballen zu konservieren, irgendwann im Oktober. Somit richtet sich unser Augenmerk immer mehr auf das nächste Jahr. Will heissen: Jetzt steht das Säen im Vordergrund. Die Rotationsbrache ist bereits angesät. Mit Brache ist eben nicht gemeint, dass nichts angesät wird, sondern eher, dass keine Ernte stattfindet. Angesät haben wir eine Mischung aus Blumen, Kräutern und Stauden. Diese bleiben wahlweise für 1, 2 oder 3 Jahre. Durch blühende Pflanzen, Strukturen und das Ruhen lassen entsteht ein ökologischer Mehrwert, den Insekten, Vögel etc. gerne nutzen und in dem sich auch langsam wachsende Pflanzen entwickeln können. Der Natur wollen wir zwischendurch Raum und Zeit lassen....

 

Als nächstes werden die abgeernteten Felder gepflügt. So können in 2 - 3 Wochen der Roggen und der Weizen angesät werden.

 

Von der kantonalen Abteilung für Jagd und Fischerei war ein Schadeninspektor da. Er schätzt den Schaden, den die Wildschweine und Dachse verursacht haben auf ca. 1500.- Franken. Vorausgesetzt, man hat Schutzmassnahmen ergriffen, wird das Geld auch ausbezahlt. In unserem Fall haben wir einen Elektrozaun mit 3-facher Drahtführung in einer Länge von 1,5 km um das Feld gezogen. Bekanntlich hat das aber weder Dachs noch Schwein aufgehalten. Allein für Zeit und Material ist die Entschädigung schon fast aufgebraucht. Somit bleibt der grösste Teil des Schadens, also der Ernteausfall, an uns hängen. Die Entschädigungen werden übrigens nicht vom Kanton finanziert, sondern von den Jagdgesellschaften.

 

Alle liegengebliebenen Maisstängel werden nun noch mit dem Mulgerät zerkleinert und die Maiskolben zerhackt. Mit dem Pflügen warten wir noch zu, in der Hoffnung, dass möglichst viele Körner und Kolben von Krähen und Dachsen geholt werden. Beim Pflügen würden die Körner und Kolben eingegraben.  Das hätte für uns den Nachteil, dass im Winter vorallem die Dachse diese Kolben als willkommene Nahrung wieder ausgraben und dabei den frisch angesäten Weizen kaputt machen würden.

4.9. - 11.9.2017

Montag: Morgens sind nach der Wochenbesprechung 2 Kühe an den Klauen zu behandeln, weil sie hinken. Bei der einen Kuh ist ein Klauengeschwür die Ursache. Es wird behandelt und die Kuh erhält einen Verband. Dazu braucht es keinen Tierarzt. Bei der zweiten Kuh muss nur eine Klaue des linken Hinterfusses gereinigt und desinfiziert werden.

 

Danach wird beim Sportplatz Gras gemäht und die Sämaschine wird vorbereitet, um eine Rotationsbrache zu säen. Am Nachmittag kommt der Lohnunternehmer und wir häckseln unseren Mais. Es braucht dazu eine Person, die mit dem Häcksler fährt, 3 Personen, die mit Traktor und Anhänger das Häckselgut zum Hof fahren und 1 Person, die bei der Abladestelle arbeitet. Einerseits wird der Mais mittels eines Gebläses in die grünen Silos hinter der Scheune hochgeblasen und so von oben eingefüllt, andererseits wird auch in der Scheune noch ein Betonsilo mit Hilfe unseres Krans mit Maishäcksel gefüllt. 5 ha Mais sind so bis 8 Uhr abends verräumt. In ca. 6 Wochen ist der Mais vergoren (wie Sauerkraut) und wird als Viehfutter verwendet.

 

Dienstag: Die Silos werden verschlossen und um die Silos herum aufgeräumt und geputzt. 10 ha Rotationsbrache werden gesät. Dazu wird das Feld geeggt. Die Sämaschine ist auf der Egge montiert und so kann gleichzeitig die Grasmischung für die Brache ausgebracht werden. Dabei kommen die feinen Sämchen nicht in den Boden, wie es beim Getreide der Fall wäre, sondern sie werden nur auf den Boden gestreut.

 

Das Gras, das am Montag gesät wurde, ist genügend angewelkt und wir in Plastikfolien gewickelt. Am Abend werden sie nach Hause geholt und aufeinander gestapelt.  In diesen Siloballen gärt das Gras jetzt noch ein paar Wochen - wie der Mais - und kann dann als Viehfutter verwendet werden.

 

Mittwoch: Die am Dienstag ausgebrachte Saat für die Rotationsbrache wird mit einer 9 Meter breiten Walze, die wir vom Schlatthof ausgeliehen haben, fest am Boden angedrückt. So haben die Sämchen Kontakt mit der Erde und können keimen. Diese Arbeit dauert ca. 3 Stunden.

 

Bei der Landi liegt ein Stück Land, das eigentlich dieses Jahr hätte überbaut werden sollen. Weil das nun doch nicht der Fall ist, nutzen wir es nochmals, d.h. des wird heute gepflügt.

 

Die Galtkühe, die einige Wochen vor dem Kalbern sind und nicht mehr gemolken werden, waren einige Tage auf der Ponyweide. Wir holen sie zurück in den Stall. Was sie auf der Weide nicht sauber abgefressen haben, wird jetzt noch mit dem Rasenmäher abgeschnitten. Um die Quittenbäume herum mäht Christian das hohe Gras mit der Sense

 

Donnerstag: Es sind noch 8,5 ha Gras zu mähen. Das wird heute mit Traktor und angehängtem Mähwerk erledigt. Weiter geht es noch mit dem Pflügen bei der Landi und nach längerem Unterbruch liegt ein halber Tag Werkstatt einrichten auch noch drin.

 

Freitag: Ein Besuch des Tierarztes steht auf dem Programm. Auf unserem Betrieb wird computergestützte Herdebetreuung gemacht, d.h. alle Kühe sind mit ihren Abkalbedaten und ihrer Krankengeschichte in einem speziellen PC-Programm registriert und 1 x im Monat kommt der Tierarzt vorbei. Er hat einen Ausdruck oder sein Laptop dabei und weiss so, welche Tiere kontrolliert oder behandelt werden müssen. Natürlich steht dabei die Fruchtbarkeit unserer Kühe im Vordergrund, sollen sie doch regelmässig Kälbchen bekommen. Nur so ist garantiert, dass es für uns Milch zu verkaufen gibt. Also macht der Tierarzt, der auf Milchvieh spezialisiert ist, Kontrollen nach der Geburt, ob das Tier gesund ist, er macht Trächtigkeitskontrollen, kontrolliert den Zyklus bei Tieren, die Probleme haben wieder brünstig zu werden und greift ein, wenn eine Kuh zu lange nicht tragend ist. Auch Stoffwechsel - oder Fütterungsproblem spielen in diesen Bereich hinein. Und der Tierarzt ist auch bei hartnäckigen Klauen- , Euter- oder Verdauungsproblemen Ansprechpartner.

 

Am Nachmittag wird das angewelkte Gras mit dem Kreiselschwader zu Schwaden gelegt und danach vom Lohnunternehmer zu Ballen gewickelt . Das gibt ca. 50 Siloballen.

 

Samstag / Sonntag: Christian hat Wochenenddienst, d.h. er ist alleine für alle Tiere verantwortlich. Er melkt die Kühe, füttert die Hühner, holt die Eier und putzt sie, füttert Pferde, Esel, Ziegen und die Minipigs. Eine Zusatzaufgabe ist dann noch das Heimholen der Siloballen vom Feld.

28.8.2017 - 3.9.2017

Schon wieder Wildschweine! Der Ärger ist gross! Nachdem wir in der ersten Augustwoche das Maisfeld eingezäunt und dabei eine Horde (das richtige Wort ist "Rotte) Wildschweine aufgescheucht hatten, sind wir beinahe täglich auf Kontrolle gewesen, haben geschaut, ob der Zaun noch intakt ist und ob neue Schäden am Maisfeld entstanden sind. Wir freuten uns sehr, denn wir konnten nichts entdecken - bis letzten Sonntag, als Christian sich nachmittags die Zeit nahm und bei einem Spaziergang das Maisfeld kontrollierte. Dabei lief er der Waldseite entlang, denn dort gibt es nasse Stellen, wo sich die Sauen gerne suhlen. Oh Schreck! Frisch aufgewühlte tiefe Löcher im Boden vor dem Maisfeld! Der Zaun war intakt, aber im Maisfeld gab es hunderte umgedrückte Stängel. Christian rief sofort den zuständigen Jäger an. Dieser versprach am nächsten Tag mit Hunden zu kommen und das Maisfeld zu durchsuchen. Christian besah sich den Schaden, lief weiter ins Maisfeld hinein und merkte plötzlich, dass es übel roch. Kurz darauf sah er in ca. 20 Metern Entfernung zwischen kreuz und quer herum liegenden Maisstängeln ein Mutterschwein mit 3 Halbwüchsigen, also ein Teil des Rudels, das die Verwüstungen angerichtet hatte. Christian schrie : " Haut ab ihr Sau - Schweine!", worauf sie grunzten und davon rannten. 10 Minuten später,Christian war schon auf dem Nachhauseweg, meldete sich der Jäger: Ein Mann habe angerufen. Es war der Besitzer des Bienenhauses, das auf dem Weg zum Schlatthof liegt. Er berichtete, eine Rotte von 12 Schweinen sei an ihm vorbei gerast, quer durch die Schafweide, die neben dem Bienenhaus liegt. Den Schafzaun hätten sie gleich mitgerissen. Das müssen wohl "unsere" Schweine gewesen sein, denn das Maisfeld liegt nicht weit entfernt.

 

Fazit: Noch mehr Mais kaputt, die Wildschweine ein weiteres Mal erfolgreich vertrieben und zusätzliche Sonntagsarbeit: Weil der Schafhalter nicht zu finden war, musste Christian den Zaun reparieren. Der Schaden am Mais wird von der kantonalen Jagdaufsicht abgeschätzt und teilweise vergütet, wenn man selbst alle möglichen Massnahmen ergriffen hat (sprich: Feld einzäunen und die Wildschweine gehörig anbrüllen :-) ). Das geschieht aber erst nach der Ernte, wenn man sieht, was alles liegen geblieben ist.

21.-27. August

Schon wieder über 30 Grad! So weit wir uns erinnern können, war es nur 2003 so lange so heiss., bzw. es war damals noch schlimmer. Tatsächlich haben wir schon wieder die Hälfte aller Grasflächen gemäht und 50 Siloballen daraus gemacht. Damit der Vorrat an Grassilage auch bis im April 2018 reicht, brauchen wir noch ca. 100 Siloballen. Eine Parzelle wurde nach der Weizenernte frisch angesät und nun haben wir dort das Gras zum ersten Mal geschnitten. Es war ein sogenannter "Säuberungsschnitt", d.h. das Gras wurde gemäht, weil darin viel Unkraut wuchs, das schon Samen bilden wollte. Durch das frühe Mähen wurde noch wenig Futter gewonnen, aber jetzt wächst das Gras schneller nach als das Unkraut und unterdrückt dadurch das Wachstum des Unkrautes. Auf dieser Parzelle, bzw. dieser Wiese wird vom 12. - 15. April 2018 die kantonale Tierausstellung stattfinden. Diese Ausstellung wird also um unseren Hof herum stattfinden. Dabei wird auch unsere grosse Scheune genutzt werden und der Innenhof.

 

Am nächsten Samstag, 25. August, veranstaltet die reformierte Kirche den Mischelibrunch mit Regiomarkt von 10 - 12 Uhr. Auch wir werden dort einen Stand haben, unseren Hof vorstellen und Eier verkaufen. Vielleicht sehen wir uns ja da!

14. - 20. August

Wir haben zurzeit sehr grosse Freude am Wetter. Es ist sehr warm und immer wieder fällt Regen. Das sind ideale Wachstumsbedingungen für das Gras und auch für den Mais, der noch etwas Feuchtigkeit braucht, damit die Maiskörner den Maiskolben noch ganz füllen und abreifen können. In 2 - 3 Wochen ist es dann soweit: Der Mais kann geerntet werden. Die Körner sind dann hart genug und haben genug Stärke gebildet, dass die Energiemenge und die Verdaulichkeit der Pflanze für unsere Kühe optimal ist. Auch ist der Stängel dann trocken genug,  so dass es beim Silieren kaum Saftverlust gibt. Bleibt zu hoffen, dass uns Sau und Dachs in Ruhe lassen.

 

Je nach Wetter können wir das Gras in einer Woche wieder schneiden und silieren. Das ist dann der 5. Schnitt dieses Jahr. Voraussichtlich werden wir Ende Oktober noch einen 6. Schnitt machen können. Zur Erinnerung: Letztes Jahr war es im Juni so trocken, dass gar nichts mehr gewachsen ist und wir 2016 nur 2 Schnitte hatten. Deswegen hatten wir zu wenig Futter und mussten für den Winter grosse Mengen zukaufen, obwohl wir wegen der Trockenheit auch einige Tiere früher als geplant schlachteten.

 

Unsere Galtkühe ( das sind die Kühe, die wir nicht mehr melken, weil sie in den nächsten 2 Monaten ein Kälbchen bekommen) bringen wir nun auf Weiden, die weiter weg sind vom Hof. Zuerst waren unsere Galtkühe auf der anderen Seite der Hauptstrasse beim Sonnenhof, danach auf einer Weide unterhalb des Schlatthofs und jetzt sind sie im "Paradiesli", einer kleinen idyllischen Waldweide an der Therwilerstrasse. Das sind alles hofferne Weiden, wo die Tiere ein paar Tage lang bleiben können, weil sie ja nicht am Morgen und am Abend fürs Melken zurück in den Stall kommen müssen. Wir transportieren sie im Viehanhänger zu den Weiden. Das Aufladen Der Tiere braucht viel Erfahrung, Ruhe und Geduld, aber auch entschlossenes Handeln im richtigen Moment. Das ist keine Arbeit für Anfänger.

 

 

 

Unsere Kühe auf der Weide unterhalb des Schlatthofs. Es ist das einzige Stück Land auf unserem Flachlandbetrieb, das nicht eben ist.

7. - 13. August

Dachse und Wildschweine wüten in unserem Mais
Dachse und Wildschweine wüten in unserem Mais

Diese Woche kommt  Ausserplanmässiges dazu: Mit Schrecken mussten wir feststellen, dass nicht nur Dachse im Mais wüten, sondern seit letzter Woche auch Wildschweine! Der Mais hat jetzt grosse Kolben. Die Dachse kommen in der Abenddämmerung oder in der Nacht, drücken einzelne Stängel in der Reihe um und fressen die Maiskolben. Nach ein paar Nächten und dem Besuch von ein paar Dachsen sind schnell hunderte Maiskolben weg. Und nun auch noch die Wildschweine: Die kommen im Familienverbund. So wie es aussieht, besteht die Rotte aus ca. 10 Wildschweinen. Sie drücken nicht einfach einzelne Stängel um, sondern machen gleich ganze Flächen platt. Alles liegt kreuz und quer. Es hat sich bewährt, um betroffene Maisfelder niedrige Elektrozäune anzulegen. Das hält die Wildschweine ab - die Dachse weniger. Aber Achtung: Zuvor müssen die Tiere aus dem Feld vertrieben werden! Denn es gibt nichts Dümmeres als die Wildscheine im Maisfeld einzusperren...

 

Letzte Woche konnten wir endliche einmal Ferien machen und ausspannen. Aber diese Woche stecken wir, wie man anhand des zerstörten Maisfeldes sieht, wieder mitten drin in der Arbeit. Der Plan war eigentlich, unsere Werkstatt aufzuräumen. Wir haben einen Sponsor gefunden für unsere Werkstatt und können diese nun neu einrichten. Dazu muss zuerst alles geräumt werden. Damit wurde letzte Woche begonnen und es wird uns auch diese Woche noch beschäftigen....Was da alles zum Vorschein kommt! Was man doch alles zur Seite legt, weil man denkt, man braucht es noch, aber weil man im Moment gerade nicht weiss, wohin damit, verschwindet es mit der Zeit einfach in den Untiefen der Werkstatt! Jetzt ist also die Gelegenheit, sich von Unnötigem zu trennen.

 

10 Jahre lang lief das Projekt "Hopp Hase" auf unserem Land. Dabei wurde geprüft, wie man die Feldhasenpopulation wieder erhöhen könnte. Es freut uns, dass die Studie brauchbare und umsetzbare Lösungen präsentieren kann und wir dazu beitragen konnten. Dazu finden Sie unten auf unserer Webseite zum Downloaden die letzte "Hasenpost" der Projektgruppe.

24. - 30. Juli

Die Ernte ist fertig und es ist schlechtes Wetter. Wir freuen uns aber über den Regen, weil wir im trockenen Reinach in der heissen Jahreszeit immer Wasser gebrauchen können. Vor allem das Gras und der Mais, unser zukünftiges Futter für die Kühe, sind jetzt sehr dankbar für das kühlere Wetter und die Niederschläge. Auch haben wir vor 10 Tagen auf dem abgeernteten Weizenfeld hinter der Scheune neues Gras angesät. Ohne Wasser könnte dieses nicht keimen oder die Keimlinge würden absterben. Das ist uns ja letzten Herbst passiert. Am schlimmsten war es im Jahr 2003, als wir alles Gras 3 x ansäen mussten. Aktuell wird das Angesäte aber bereits grün. Weizen, der beim Dreschen liegen geblieben ist, keimt nun wieder. Auf den Wiesen ist bereits Klee sichtbar und alles scheint gut zu verlaufen.

 

Jetzt ist auch Zeit für die Fruchtfolgeplanung. Christian muss sich Gedanken machen, was er im September und Oktober wo ansäen will. Es gibt dabei viele Vorgaben und Regeln, die beachtet werden wollen:

  • keine Monokulturen
  • die richtige Reihenfolge in der Fruchtfolge, damit die Bodenfruchtbarkeit erhalten bleibt und sich Schädlinge nicht zu stark vermehren können
  • trockenheitsresistente Kulturen
  • finanziell interessante Kulturen
  • Bei manchen Kulturen muss vorgängig geklärt werden, ob sich ein Abnehmer findet.
  • Welche Vorschriften macht uns der Staat? Beispielweise ist der prozentuale Anteil der Getreidefläche pro Betrieb begrenzt. Man muss auch mindestens 3 oder 4 verschiedene Kulturen pro Betrieb anbauen und es ist  vorgeschrieben wie gross der minimale Anteil an Ökofläche sein muss. Wenn man vor Ende September erntet, muss der Acker vor dem Winter wieder begrünt sein. etc. etc.
  • Gibt es neue interessante Kulturen? Ein Beispiel dazu ist die Mischung aus Gerste und Proteinerbsen für Viehfutter, die wir seit einigen Jahren anbauen.

Es kann aber die ganze Planung wieder über den Haufen geworfen werden, wenn wir z.B. Fläche verlieren. Das passiert beim Sportplatz Fiechten oder bei der Tramunterführung in Aesch dieses Jahr. Oder nächstes Jahr, wenn eine neue Stromleitung vom Froloo nach Aesch gezogen wird. Ebenfalls im nächsten Jahr findet die kantonale Tierausstellung auf unserem Land und bei unseren Hofgebäuden statt. Dazu müssen rund um unseren Hof 10 ha Gras angesät werden. So braucht es am Schluss dann doch auch noch etwas Flexibilität um einigermassen zufriedenstellend ans Ziel zu gelangen.

 

Ist einmal klar, was wo angesät wird, stellt sich als nächstes die Frage, welche Sorten man wählen soll. Die Sorten unterscheiden sich nach Ertragsmenge, Qualität, Widerstandsfähigkeit gegen unterschiedliche Schädlinge, Trockenheitsverträglichkeit, Reifezeitpunkt, Preis etc. Es gilt diejenigen Sorten zu finden, die am besten zu unserem Betrieb passen.

 

Zum Glück regnet es also und Christian kann sich in Ruhe mit diesen Fragen beschäftigen.

17.-23. Juli

Jetzt, wo die Felder abgeerntet sind, kann darauf der Mist ausgebracht werden. Der Mist stammt in der Hauptsache von unseren Kälbern, Hühnern, Ponys, Eseln und Ziegen. Er wird auf dem Mistplatz so lange gelagert, bis auf den Feldern Platz ist, um ihn auszubringen. Das geschieht im Herbst nach der Ernte, bevor wieder gepflügt wird oder im Frühjahr, bevor wir das Feld pflügen, wo wir anschliessend Mais ansäen. Um den Mist auszubringen reicht 1 Tag im Frühjahr und 1 Tag nach der Ernte. Das Entmistungssystem bei den Kühen ist so ausgerichtet, dass fast alles, was sie hinterlassen, nicht in Form von Mist anfällt, sondern in flüssiger Form, der Gülle. Da auch das Reinigungswasser vom Stall und das Oberflächenwasser in den Güllesilo geleitet werden, ist diese mit Wasser verdünnt. So fallen etwa 1500 - 2000 m3 Gülle pro Jahr an. Diese wird auf den Wiesen ausgebracht und zwar immer dann,  wenn wir die Wiesen gemäht und das Gras siliert haben. Das nimmt mehrere Tage im Jahr in Anspruch.

 

10. - 16. Juli 2017

Die Getreideernte ist unter Dach. Alle Felder sind abgeerntet, das Stroh in Ballen gepresst und in die Scheune gebracht oder verkauft. Noch stehen  zwei mit Getreide gefüllte Wagen in der Scheune, einer ist voll mit Roggenkörnern, der andere mit Weizenkörnern. Der Roggen wir noch nach Maisprach zur Mühle Graf geführt. Dort sind letzte Woche bereits 10 Tonnen Weizen von uns eingetroffen. Damit wird die Bäckerei Grellinger wieder neues Birseckbrot backen. Getreide ist mehrere Jahre haltbar, so dass bei genügend Vorrat eine schlechte Ernte überbrückt werden kann. Den restlichen Weizen - es sind etwa 7 Tonnen -  liefern wir nach Basel in die Landi im Dreispitz. Dort sind letzte Woche schon 60 Tonnen Weizen von uns eingetroffen. Bei der Abgabe des Weizens wird dieser gewogen  und die verschiedenen Qualitätsparameter festgestellt. Wir sind sehr froh, dass dieses Jahr unser Weizen wieder für Brotmehl geeignet ist,  und dass wir ihn ernten konnten, bevor er bei feuchtem Wetter auswachsen konnte. Wie üblich sind wir in der Ebene zwischen Reinach und Aesch früher dran als die meisten Schweizer Bauernbetriebe, wegen der Trockenheit in unserem Gebiet und weil unser Betrieb nur 300 Meter über Meer liegt.

 

Der uralte Mähdrescher ist erstaunlicherweise wieder fast ohne Probleme durch die ganze Ernte gekommen und Christian fragt sich unterdessen nicht mehr, wie lange der Mähdrescher noch durchhält. Die Frage, die sich ihm stellt ist eher: Wer hält es wohl länger aus, er oder der Mähdrescher? Christian ist noch etwas älter als der Drescher. Weil der Mähdrescher keine Kabine hat, ist man da oben der Hitze und dem Staub ausgesetzt - tagelang. Es ist vor allem der Staub, auf den Christian gerne verzichten würde.

 

Nach der Ernte ist vor der Ernte. Deshalb werden diese Woche die abgeernteten Felder bereits wieder angesät.

3. - 9. Juli

In dieser Woche ist Dreschen angesagt. Die Gerste, die wir gemischt mit Erbsen für Viehfutter angesät haben, ist schon weg.

 

Es ist dieses Jahr schwierig, den richtigen Zeitpunkt fürs Dreschen zu erwischen, weil das Getreide sehr ungleich ausreift. Ein Teil der Körner ist schon hart und erntereif und auf dem gleichen Feld gibt es aber auch noch weiche, grüne Körner. Wann sollen wir dreschen? Wenn es noch 2 - 3 Mal regnet, wird die Qualität der reifen Körner ganz schlecht. Andererseits: Wenn wir jetzt dreschen ist der Feuchtigkeitsgehalt des Getreides insgesamt zu hoch und es fallen Trocknungskosten an, was den eh schon kleinen Ertrag noch mehr schmälert. Es bleibt nichts anderes übrig, als die Felder ständig zu kontrollieren, immer wieder den Wetterbericht zu konsultieren und mit dem Mähdrescher probeweise in die Felder zu fahren und die Feuchtigkeit einer Getreideprobe mit einem speziellen Messgerät zu prüfen.

20. Juni - 1. Juli

Jetzt geht es plötzlich sehr schnell: Ein paar Hitzetage wie soeben erlebt (36° C) und das Getreide ist reif. Die Gerste wird im Herbst zuerst gesät und ist im Sommer auch zuerst reif. Wenn die Körner steinhart sind und man sie kaum mehr zerbeissen kann, ist es Zeit fürs Dreschen. Dann enthalten die Körner nur noch 14 - 16 % Feuchtigkeit  und können deshalb ohne künstliches Nachtrocknen problemlos gelagert werden.

 

In der Woche vom 20. Juni haben wir die Zeit genutzt, um uns für die Ernte vorzubereiten. Unser uralter Mähdrescher wurde geschmiert, getankt, eingestellt und ausprobiert. Es scheint alles zu funktionieren. Aber dann im Feld, weiss man nie, wann er plötzlich aussteigt. Es sind so viele mechanische Teile, Lager, Ketten, Riemen....Nicht alle Teile sind zugänglich, weswegen z.B. bei den Elevatoren Dauerschmierlager vorhanden sind, die nicht gewartet werden müssen. Aber beim hohen Alter (40 Jahre) unseres Mähdreschers weiss man eben nie.....Wir werden sehen.

 

Heute Sonntag, 25. Juni ist es jetzt so weit. Die Wetteraussichten für nächste Woche sind uns zu unsicher. Deshalb drischt Christian heute die reife Gerste

 

Wegen der Hitze und der Trockenheit haben wir in Der Woche vom 20. Juni alles noch vorhandene Gras gemäht. Der Ertrag war mässig (70 Siloballen).

12. - 19.Juni

In der Woche vom 5. Juni wurden 3 Kälber geboren. alles ist gut verlaufen. Gekalbt haben Oma (unsere 2. - älteste Kuh) und 2 Rinder. Rinder sind junge Kühe, die zum ersten Mal ein Kalb bekommen. Mit der Geburt werden sie zu Kühen. Sie sind dann ca. 2 Jahre alt.

 

Die 500 Junghennen legen bereits knapp 300 Eier pro Tag. Davon liegen ca. 10 Eier nicht wie es sich gehört im Nest, sondern irgendwo im Stall.

 

Immer Anfang Juni zeigt sich die Vegetation von ihrer schönsten Seite. Jetzt blühen die Ökoflächen in voller Pracht: Rotationsbrachen, Buntbrachen, extensive Wiesen und Weiden und Säume auf Ackerland. Das sind alles Ökomassnahmen, für die die Bauernfamilien von Bund, Kantonen und Gemeinden entschädigt werden. Sie dienen dazu, die Ökologie und Biodiversität in unserem Land aufzuwerten. Für die Landwirte bedeuten diese Flächen viel Aufwand, aber keinen direkten Ertrag. Darum werden sie dafür durch den Staat entschädigt und man spricht nicht mehr von Subventionen, sondern von Direktzahlungen an die Bauern.

 

Nicht nur die erwünschten Blumen und Kräuter wachsen auf den ungedüngten und ungespritzten Feldern. Leider gibt es in diesen Brachen auch unerwünschte Pflanzen, die sich sehr stark vermehren. Jetzt ist deshalb auch die Zeit, wo wir die Ökoflächen kontrollieren und vor allem Blacken und Disteln entfernen. Das ist diese Woche ein Hauptteil unserer Arbeit. Auch werden wir bei allen Kühen die Klauen kontrollieren und schneiden.

22. Mai - 4. Juni 2017

Die 500 neuen weissen Hühner beginnen Eier zu legen. Im neuen Stall fühlen sie sich wohl. Nachdem das Futterband über die Zeitschaltuhr angeschlossen worden ist, läuft beinahe alles so, wie es sollte. Leider lassen sich die Ventilatoren immer noch nicht regulieren und laufen auf voller Leistung. Der Elektriker sucht nach der Ursache des Problems. Und eine Nachtklappe funktioniert noch nicht per Strom. Die Hühner sind jetzt 20 Wochen alt und hatten 2 Wochen Zeit sich bei uns einzuleben. Seit einer Woche dürfen sie nach draussen, sind aber noch ziemlich nervös und ängstlich. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu den braunen Hühnern, die viel zutraulicher sind und sich gerne draussen aufhalten.

 

Am 27. Mai wurde das erste weisse Ei gelegt. Am 1. Juni waren es bereits 60 Stück. Bis Mitte Juni sollten bereits alle Hühner mit Legen begonnen haben und ab Anfang Juli dürften die Eier auch ihre normale Grösse erreicht  haben. Wir verkaufen die kleinen Eier unserer jungen Hühner zu einem reduzierten Preis für Fr. 0.40 / Ei und sind dabei auf den Goodwill unserer Laufkundschaft angewiesen, die die Eier direkt auf unserem Hof kauft. Wir haben sonst keinen Absatzkanal für Kleineier. Aufgrund eines Backrezeptes wissen wir, dass 4-5 normal grosse Eier ohne Schale 220 g wiegen. Wer mit dem Dreisatz zurechtkommt und das Rechnen nicht scheut, kann also auch mit kleinen Eiern backen, sofern er dazu ganze Eier braucht und nicht Eigelb und Eiklar trennen muss. Im übrigen gibt es ja auch noch Rühreier, Spiegeleier, harte Eier und verlorene Eier...

 

Nach den heissen Tagen hat der viele Regen den Kulturen geholfen, sich gut zu entwickeln, worüber wir natürlich sehr froh und dankbar sind.

 

 

8. - 21. Mai

Seit Donnerstag, 11. Mai ist Familie Maidan wieder da. Grosse Erleichterung für uns! Sie waren in den Ferien in Moldawien für 2 1/2 Wochen. Das ist für uns eine lange Zeit, um alle anstehenden Arbeiten alleine zu bewältigen. Ausserdem fielen viele Sitzungen genau in diese Zeit.

 

Beinahe 1 Monat ist es her, seit Knospen, Triebe, Blüten und Blätter der verschiedensten Pflanzen erfroren sind. Hier noch ein paar Bilder dazu:

Nun sind wieder neue Triebe und frische Blättchen zu sehen: Beispielsweise beim wilden Wein, bei der ebenfalls betroffenen Platane im Hühnerhof und auch beim Feigenbaum. Ob das mit einem Monat Verspätung noch Früchte geben kann? Die Nussbäume hat es am schlimmsten erwischt. Da sind noch gar keine neuen Triebe zu sehen. Nachdem wir im letzten Jahr als Milch - und Ackerbauern das schlechteste Jahr seit Jahrzehnten hatten, hat es dieses Jahr die Wein- und Obstbauern mit aller Härte getroffen, z.T. wurde die ganze zukünftige Ernte vernichtet, trotz dem Einsatz von Frostkerzen. Wie wir dem BiBo entnehmen, fehlt dem Obst- und Weinbaubetrieb von Christiane und Matthias Kleiber in Biel-Benken ein ganzes Jahreseinkommen. Zum Glück hat Matthias eine fixe Teilzeitstelle gefunden, damit er finanziell einigermassen über die Runden kommt.

 

Am Dienstag sind die neuen weissen Legehennen eingetroffen. Sie sind 18 Wochen alt. Somit geht es wohl noch 2 - 3 Wochen bis es mit dem Eierlegen losgeht.

 

Es waren noch einige Arbeiten zu erledigen, ehe die neuen Hühner einziehen konnten. Diesen Montag haben wir noch einen Zementüberzug eingebaut, da der Boden im Stall teilweise uneben und löcherig war. Auch jetzt ist natürlich noch nicht alles fertig. Weil es wärmer wird, muss die Aussentür durch ein Gitter ersetzt werden, damit genügend frische Luft in den Stall kommt. Die Ventilatoren können noch nicht richtig reguliert werden und laufen nur auf höchster Stufe. Das schätzen unsere Hühner natürlich nicht. deshalb muss der Elektriker nochmals kommen. Immerhin dürfen wir uns auf die zu erwartende Arbeitserleichterung freuen, wenn die neu eingebauten Eier- und Mistbänder laufen.

1. -7. Mai

Gestern Freitag, 6.Mai und auch heute Morgen hörte Christian den Kuckuck rufen. Wir konnten es kaum glauben, denn seit Jahren ist er in unserem Gebiet verstummt. Sofort kam Nostalgie auf, gehörte doch in unserer Kindheit der Kuckuck wie selbstverständlich zum Frühling. Hoffentlich bleibt er auch hier. Ebenso war vor 2 Tagen der Ruf einer Wachtel zu hören. Diese brüten schon lange nicht mehr hier, ab und zu sind sie aber im Frühjahr auf der Durchreise.

 

Es hat nun genug geregnet und die Kulturen dürfen wachsen. Bei uns ist ja die Vegetation trotz des frühen Frühlings eher weniger fortgeschritten als üblich, weil bei uns wegen der starken Trockenheit im März und April nichts mehr wachsen konnte. In dieser Woche sind anfangs bei der Gerste und am Ende auch beim Roggen die Ähren aus den Halmen gekommen. Der frisch gesäte Mais keimt und wird nächste Woche auflaufen, d.h. der Keimling wird die Erde durchbrechen.

24. - 30. April

Nicht nur Frost, sondern auch noch Schnee haben in dieser Woche der Natur zugesetzt. Es war nochmals alles weiss. Zwar sind die Eisheiligen erst im Mai, aber nach den warmen Temperaturen früher in diesem Monat, waren Frost und Schnee nun doch etwas zu viel des Guten. Aber auch hiervon sind unsere Kulturen verschont geblieben. Einzig die Eiweisserbsen, die wir als Viehfutter benötigen, könnten einen Schaden davon getragen haben. Es ist schwierig abzuschätzen. Im Garten sieht die Bilanz anders aus: Bei der grössten Weide hat es durch die Last des Schnees 2 grosse Äste abgerissen. Der wilde Wein und die Hausreben sind  teilweise erfroren. Auch die Glyzine und den Feigenbaum hat es getroffen. Und die Nussbäume auf unserem Hof und auf dem Land draussen lassen schwarze Blütenblätter hängen. Sie blühen bevor die Blätter kommen. Die Natur wird sich erholen, aber Früchte werden wir kaum ernten können.

 

Immerhin gab es endlich etwas Regen und für die ganze nächste Woche ist Regenwetter angesagt. Das passt uns ausgezeichnet, denn unsere Kulturen brauchen das Wasser und wir haben genügend Innenarbeiten zu erledigen:

 

Die Hühner sind weg, der Stall ausgemistet und mit dem Hochdruckreiniger gereinigt und jetzt wird neu eingerichtet: Die Voliere muss gebaut werden mit den Kotbändern, Futterbändern, Nippeltränken, Sitzstangen und Rosten. Ausserdem braucht es noch Legenester, die an die Wand montiert und mit Eierbändern ausgestattet werden, sowie eine nächtliche Legenestsperre. Bis am 16. Mai muss alles fertig sein. Dann kommen die neuen Hühner.

 

17. - 23. April

Am Gründonnerstag haben wir die weissen Hühner ausgestallt. Sie haben ca. 15 Monate lang brav ihr (fast) tägliches Ei gelegt und lassen nun in ihrer Legeleistung naturgemäss so stark nach, dass sie für uns leider nicht mehr rentabel sind. Wir haben die Hühner nachts, eins nach dem anderen, in die Hand genommen und in Transportkäfige gesperrt.  Wenn die Hühner nachts auf der Stange sitzen rennen sie nicht davon, wenn man sie in die Hand nehmen will, sondern lassen brav alles mit sich geschehen.  Wir haben die Hühner zur weiteren Verwertung dem Zolli gebracht.

 

Nach dem grossen Aufräumen der Kuhparade letzte Woche, kam diese Woche das grosse Ausmisten, Abbrechen und Reinigen der einen Hälfte unseres Hühnerstalles. In der anderen Hälfte wohnen die braunen Hühner bereits in einer moderneren Anlage. Nun wird also auch die 2. Hälfte des Hühnerstalles neu eingerichtet mit Legeband, Futterband, Mistband etc. So dass auch bei der doppelten Anzahl Hühner nicht mehr Arbeit anfallen sollte als vorher. Im Moment - während des Umbaus und dem neu Einrichten - stimmt das leider gar nicht.

 

Nach der grossen Trockenheit kamen Frost und Schnee. Zwar wurden unsere Kulturen dadurch weiter in ihrer Entwicklung gehemmt, aber zu konkreten Schäden ist es auf unserem Betrieb nicht gekommen. Fraglich ist für uns noch der Zustand der Erbsen (für Viehfutter), die teilweise bereits mit dem Blühen begonnen hatten. Besonders gefährdet durch Frost sind Kirschen, Reben, Mais und Zuckerrüben, was wir alles nicht haben. Die Trockenheit ist für uns aber noch nicht ganz vorbei und wir hoffen auf weitere Regenfälle, die ja zum Glück für nächste Woche angekündigt worden sind.