Aktuelle Arbeiten und Vorkommnisse auf dem Neuhof

30.11. - 6.12.2020

Wir haben auf den Scheunendächern des Sonnenhofes Ziegel ersetzt. Ein Herbststurm hat sie gelockert, einige waren beschädigt und es regnete hinein. Weil die Nächte frostig waren, die Tage aber relativ warm, war es am Morgen nicht möglich auf dem Dach zu arbeiten. Die Dächer waren noch feucht und rutschig. So musste bis am Nachmittag gewartet werden. Alle Dächer sind ziemlich alt und mit ca. 6 verschiedenen Ziegelsorten gedeckt. Es war deshalb schwierig immer den passenden Ziegel zu finden. Ist dieser nur 1 Zentimeter breiter, passt er nicht zwischen die anderen hinein und ist er schmäler, so wird die Stelle nicht dicht genug zugedeckt. Ausserdem sind die Dächer sehr steil und hoch und die Arbeit entsprechend gefährlich. Darum haben wir ein Seil über das Dach geworfen und auf der anderen Seite am Boden befestigt. So konnte man sich an diesem Seil fixieren, um nicht abzustürzen.

Nach 2 Stunden waren alle Schäden behoben. Da wir gerade mit Leitern vor Ort waren, haben wir noch alle Dachkännel gereinigt. Diese waren mit Laub der nahe stehenden Bäume gefüllt und teilweise verstopft.

 

Im Holder - Rümli werden wieder Kindergeburtstage gefeiert. Nachdem der Bundesrat die Regeln diesen Herbst wieder verschärft hatte, hiess es für uns bei der Vermietung des Holder - Rümlis einmal mehr: Zurück auf Start, Absagen entgegennehmen und sich neu orientieren. Für ein privates Fest sind ja nicht mehr als 10 Personen erlaubt. So sind es meistens 8 Kinder und 2 Erwachsene, die das Rümli für einen Nachmittag mieten und dann oft noch eine Führung und ein Eselreiten dazu buchen. Wir freuen uns mit den Kindern, dass das noch möglich ist.

 

Mit Weiden ist jetzt endgültig Schluss. Die Tiere finden kein Futter mehr und weil es kaum mehr abtrocknet, entsteht beim Weideeingang Morast und auf der Weide selbst würden die Kühe Trittschäden verursachen. So haben wir auch den letzten Zaun abgebrochen und die Zaunpfähle und den Draht versorgt. Jetzt darf es Winter werden. Für Dienstag wird ja auch etwas Schnee vorausgesagt.

23. - 29.11.2020

Letzten Freitag und Samstag ist nach einem sehr warmen November die Temperatur nachts erstmals unter null Grad gesunken. Am Freitag haben wir deshalb die beiden Palmen, den Olivenbaum und die Zitronenverbene in einem frostsicheren Raum versorgt.

Am Samstag wurden 75 Tonnen Zuckerrübenschnitzel geliefert und auf den Scheunenboden abgeladen, von wo sie Christian mit dem Hängekran in die Betonsilos verteilt hat. 5 Tonnen sind noch vom letzten Jahr übriggeblieben. Wenn jede von den 35 Kühen, die gemolken werden, pro Tag 7 kg erhält, reichen die Schnitzel für 360 Tage.

 

Die entzuckerten Rübenschnitzel haben immer noch einen hohen Energiewert, denn die Kuh kann das darin enthaltene Pektin und die Hemizellulosen in ihrem grössten Vormagen, dem Pansen, gut verdauen und es ist gerade für Hochleistungskühe ein gutes und preiswertes einheimisches Futtermittel. Es wird in Ergänzung zu proteinreichem Futter, z.B. jungem Gras, verfüttert. Hier noch ein paar Bilder vom Abladen:

Die Zuckerrübenschnitzel machen nur ca. 10 % des gesamten Milchviehfutters aus. Wir brauchen also pro Jahr über 700 Tonnen Futter. Der grösste Teil davon ist Maissilage (in den grünen Hochsilos hinter dem Stall) und die Grassilage (in den weissen Ballen beim Hühnerstall).

 

Im Garten muss noch das hohe Gras gemäht und weggeführt werden, sonst machen sich dort die Mäuse breit. 

 

 

 

Ausserdem ist bei einer unserer hohen Weiden im Garten ein Ast abgebrochen. Wir wollen ihn herunternehmen, in Stücke sägen und für die Esel neben dem Eselstall deponieren. Sie lieben Weidenzweige und - äste zum Knabbern. Auch im Gartenweiher liegen heruntergefallene Zweige und viele Blätter. Das müssen wollen wir diese Woche alles herausfischen.

Wir haben keine Zentralheizung. Deshalb braucht es wieder Holzpellets für die beiden Pelletöfen im Haupthaus. Wir holen diese sackweise von der Landi. Ein Palett mit 64 Säcken à je 15 kg reicht pro Ofen für den Winter ( 1 Sack kostet Fr. 5.-)

16. - 22. November 2020

Wir mussten 2 Kühe altershalber schlachten. Im Gegenzug sind 2 Rinder vom Aufzuchtbetrieb zurückgekommen. Sie werden bald ein Kälbchen bekommen. 2 Mastkälbchen wurden verkauft. Sie sind 3 - 4 Wochen alt und ca. 70 kg schwer. Auf einem anderen Betrieb werden sie jetzt gemästet. Werden sie nach einem halben Jahr geschlachtet, ergibt das Kalbfleisch. Werden sie nach ca. 13 Monaten geschlachtet, so spricht man von Rindfleisch.

 

Auf dem Scheunendach des Sonnenhofs sind Ziegel kaputt. Während der letzten 2 Wochen war es trocken. Damit es jetzt aber nicht hineinregnet und Dachbalken und Material in der Scheune Schaden nehmen, wollen wir diese Woche aufs Dach steigen und es reparieren. Letzten Freitag hätten wir noch Zeit gehabt, aber da es der 13. war, haben wir es bleiben lassen :-)

 

Die 400 Heckenpflanzen sind gesetzt und angegossen. Es sind viele Dornenpflanzen dabei: Weissdorn, Kreuzdorn, Schwarzdorn, wilde Rosen. Daneben gibt es aber auch noch Schneeball, Pfaffenhütchen und viele  weitere trockenheitsverträgliche Pflanzen. Anfangs wird die Anpflanzung noch viel Pflege benötigen. Nächstes Jahr werden die Pflanzen 1 - 2 Mal ausgemäht werden müssen, damit sie nicht vom Gras oder dem wieder aufkommenden Hartriegel unterdrückt werden.

 

Ist das Wetter schön, wollen wir diese Woche die Hecken rund um den Hof zurückschneiden, beim Hofeingang, bei den Eseln und bei der Hornusseranlage. Und der Mistplatz bei den Eseln muss auch geleert werden.

 

 

9. - 15. November

Neu wird man bei uns ab dem 1. Dezember die Eier nur noch zu fixen Zeiten beziehen können, nämlich täglich von 8 - 12 und 13:30 - 18 Uhr. Weiterhin in Selbstbedienung, aber unter besserer Überwachung. Der Grund liegt darin, dass der Begriff "Selbstbedienung" zu oft falsch interpretiert wurde. Aber eben, auch Bauernfamilien arbeiten nicht nur zum Spass, sondern möchten gerne etwas damit verdienen. 

 

Aus unserer 20 - jährigen Buntbrache ist eine Hecke geworden. Wir hatten beim Start 2 Buschreihen gesetzt, aber der Hartriegel, den wir nicht gesetzt hatten, hat Überhand genommen. Letzten Winter haben wir einen Drittel davon gerodet und die Stockausschläge diesen Sommer 3-Mal zurück gestutzt. Jetzt ist es möglich eine Neupflanzung vorzunehmen. Experten haben uns eine Liste von standortgerechten Büschen zusammengestellt. Es sind 400 Stück, die wir diese Woche abholen können und die dann natürlich auch gesetzt werden müssen.

 

Es ist noch warm und trocken und deswegen wird auch die Güllegrube vor dem Winter noch geleert. Die Gülle wird auf den Wiesen verteilt. Dort wird sie vom ausgedehnten Wurzelwerk der Gräser bestens aufgenommen.

 

 

 

 

Ein letztes Bild von Ihrem am 18. Oktober von Hand gesäten Weizen. Ab Mitte November wird er kaum mehr wachsen. Es wird also bis im März, abgesehen von Frost oder Schnee, keine Veränderung mehr sichtbar sein.

2. - 8. November 2020

Wieder einmal haben wir ein Jahrestreffen, das per Videokonferenz durchgeführt wird. Es geht neben 400`000 Schweinen auch noch um andere Schlachttiere und es wird wieder einmal mehr hart über Preise verhandelt werden zwischen der Produzentenorganisation IP - Suisse und der Migros. Auf der einen Seite wird eine Verhandlungsdelegation der IP - Suisse angeführt vom Präsidenten und dem Geschäftsführer anwesend sein, auf der anderen Seite Vertreter des MGB (Migros Genossenschaftsbund), sowie Vertreter der einzelnen Migros Genossenschaften, sowie vom Migros Schlachtbetrieb Micarna. Eigentlich sollte es für IP - Suisse ja möglich sein, mehr Produkte und diese auch noch zu einem guten Preis verkaufen zu können. Immerhin ist der Druck aus Bevölkerung und Politik momentan sehr hoch, Nachhaltigkeit und Tierwohl zu verbessern. Leider sieht die Realität aber nicht so einfach aus. Es ist das alte Lied: Alle wollen zwar mehr Nachhaltigkeit und mehr Tierwohl, aber nur ein kleiner Teil der Konsumenten ist auch bereit, dafür mehr zu bezahlen. So bleibt der Absatz in unserem Label in etwa gleich, bzw. geht er bei den Schweinen sogar noch leicht zurück. Mehr Absatz scheint nur möglich, wenn die Preise sinken, dabei steigt der Mehraufwand für unsere Landwirte stetig, weil wir laufend Massnahmen umsetzen, um das Klima zu schonen und das Tierwohl zu verbessern. Trotzdem gehen wir mit vorsichtigem Optimismus an dieses Treffen (bzw. setzen uns vor den Bildschirm).

 

Noch eine erfreuliche Nachricht: Unser Weizen, den wir anlässlich des Saat- und Erntefestes zusammen von Hand ausgesät habe, gedeiht. Wir erinnern uns: Das Fest war am 18. Oktober. Unten sehen wir das Weizenfeld 10 Tage später (am 28. Oktober) und dann nochmals 5 Tage später (am 2. November)

 

Immer noch sind wir am Einwintern und Reparieren von Maschinen. Z.B. muss der Arm eines Kreiselschwaders ausgewechselt werden. Das Ersatzteil ist bestellt und kann morgen abgeholt werden.

26. Oktober - 1. November 2020

Die letzten Siloballen (Grassilage) sind gewickelt worden. Die Reserve muss bis Angang Mai reichen. Das tut es nicht. Es fehlen noch ein paar Ballen. Aber man weiss nie, wann das Gras im Frühling zu wachsen beginnt und wann dann genau frisches Futter für die Kühe da ist. Das kann schon Mitte März sein, aber auch erst Ende April. Wir hoffen jetzt einfach mal auf einen frühen Frühling.

 

Wir haben jetzt Zeit, die Maschinen zu reinigen und einzuwintern. Dabei werden sie sauber gewaschen und mit einem Rostschutz versehen. Ausserdem werden alle Lager geschmiert, die Ketten eingeölt und die Maschine wird auf lose Schrauben und defekte Stellen untersucht.

 

 

 

Der am 1. Oktober gesäte Roggen ist sehr gut gestartet. Beim Bild blicken wir Richtung Hauptstrasse (Tramkehre). Es gibt kaum Lücken. Also sind alle Samen gekeimt. Das Keimblatt ist gut entwickelt und auch die 2. und 3. Blätter sind schon da. Je nach Wetter können die Pflanzen jetzt noch ca. 2 - 3 Wochen weiterwachsen und genügend Reserven aufbauen, um dann mit einer Höhe von 10 - 15 cm zu überwintern.

In den nächsten Tagen werden wohl auch die Keimlinge des Weizens, den wir anlässlich des Saat - und Erntefestes am 18. Oktober gesät haben, durch den Boden ans Licht kommen.

 

Letzten Freitag, Samstag und Sonntag hatten wir Kindergeburtstage auf dem Hof und Führungen - trotz starker Zunahme der Coronainfektionen. Bei Kindern ist das für uns weniger ein Problem. Für die Erwachsenen gilt ja auf dem Spielplatz Maskenpflicht und auch bei den Führungen sind wir froh, wenn sie Masken tragen, denn oft wird in spannenden Augenblicken der Abstand vergessen. Gemäss unseren Beobachtungen tragen ca. 70 % der Hofbesucher Masken. Es ist ja auch schwierig. Manchmal ist nur eine Familie da und man fragt sich: Warum tragen jetzt die Eltern Masken? Und handkehrum ist plötzlich der Innenhof voll und die Eltern stehen in Gruppen vor dem Trampolin und man fragt sich: Warum trägt jetzt dieser oder jene keine Maske? Mit der generellen Maskenpflicht wollten wir eben auch uns selber entlasten, denn einerseits können wir nicht ständig kontrollieren, wie viele Leute da sind, andererseits sind wir in der Pflicht für Ordnung zu sorgen, wenn es bei uns zu einem Menschenauflauf kommt, wo keiner eine Maske trägt.

19. - 25 Oktober 2020

Das Saat- und Erntefest ist vorbei, einen Tag bevor die verschärften Coronavorschriften in Kraft traten. Die Unsicherheit war sehr gross bei uns, vor allem während der letzten 2 - 3 Tage als in den Medien von der besorgniserregenden Zunahme von Ansteckungen die Rede war. Sollen wir den Anlass durchführen? Kommt überhaupt jemand? Das fragten wir uns. Umso grösser dann die Überraschung und auch das Erstaunen als ca. 250 Besucher kamen. Wir hatten das Gefühl, dass es anders war als in anderen Jahren, irgendwie besonders - nicht weil wir die traditionelle Teilete durch die Abgabe von gebratenen Jenzerwürsten und dem Birseckbrot von Grellinger ersetzt hatten, nicht weil vermehrt Masken zu sehen waren, sondern wahrscheinlich, weil sich alle bewusst waren, dass ein solcher Anlass in diesen Zeiten nicht selbstverständlich ist und dass wir längere Zeit nicht mehr in so grossem Rahmen zusammen kommen werden. So war auch der ökumenische Erntedankgottesdienst mit der Taufe besonders stimmig, umrahmt vom Jodlerchor und mit 2 Alphornbläsern, die das Ein- und Ausläuten der Kirche ersetzten. Wir möchten uns bei allen bedanken, die dieses Fest ermöglicht haben, den zahlreichen Helfern im Hintergrund, den Sängern und Alphornbläsern, bei der Bäckerei Grellinger fürs Sponsoring von Speckgugelhopf, Birseckbrot und Dessertgebäck, sowie bei Pfarrerin Florence Develey von der reformierten und bei Pfarrer Alex Maier von der katholischen Kirche, sowie bei Ständerätin Maya Graf für die passenden, stimmigen Worte, die sie an uns gerichtet haben. Turnusgemäss half dieses Mal die reformierte Kirche bei den Vorbereitungen, lieferte das Geschirr und spendierte die Getränke zu den Würsten, während wir auch dieses Jahr gerne Zöpfe, Apérogetränke und Würste gespendet haben. Dank dem trockenen Wetter konnten wir auch ohne grosse Probleme den Weizen aussäen, aus dem dann das Birseckbrot für das Saat- und Erntefest 2021 gebacken wird. Trotz der Kälte ist man gerne noch etwas sitzen geblieben. Schön war, dass uns dieses Jahr alles leicht von der Hand ging, auch mit dem Aufräumen waren wir rasch fertig. Dekorationen und ein paar Restbestände werden wir dann in aller Ruhe im Verlauf der nächsten Tage wegräumen.

 

Hier noch ein paar Bilder zum Fest:

Es sind schöne und warme Herbsttage angesagt. Also wollen wir den Rest des Grases mähen und Siloballen machen. Und es bleibt dann sicher auch noch etwas Zeit, um den Pflug und die Kreiselegge oder die Heuerntemaschinen zu waschen und einzuwintern.

12. - 18.10.2020

2 oder 3 Tage angenehmeres Wetter veranlassten uns dazu nochmals Gras zu mähen und daraus Siloballen zu machen. 20° wird es dieses Jahr wohl nicht mehr werden.

 

Ebenso war es jetzt auch möglich Weizen zu säen. Dass unsere Mitarbeiterfamilie genau in dieser Zeit 2 Wochen Ferien bezog, machte das Ganze etwas kompliziert. Es galt die 8 ha Gras zu mähen, zu zetten und "Mädli" zu machen. Nach dem Pressen und Wickeln der Ballen durch den Lohnunternehmer mussten diese noch aufgeladen, heimgeführt und wieder abgeladen werden. Letzteres war dann auch noch am Samstag bei Regen möglich. Hinzu kam noch das Weizen säen. Alles war in diesem kurzen regenfreien Zeitfenster nur möglich, indem wieder eine Nachtschicht eingelegt wurde. Daneben waren ja auch noch die Kühe 2 Mal täglich zu versorgen und zu melken, es wurde ein Kälbchen geboren und auch die Hühner, Ziegen und Esel mussten betreut werden.

 

Diese Woche sind wir wieder komplett. Wir werden aufräumen und Vorbereitungen für das Saat- und Erntefest vom kommenden Sonntag treffen. Wenn möglich säen wir den Weizen fertig. Danach sind die Feldarbeiten für dieses Jahr beendet. Je nach Wetter können die Kühe noch ein paar Wochen auf die Weide, falls es nicht zu nass ist.

 

Beim Schulhaus Fiechten haben die Arbeiten für das 2. Fussballfeld begonnen, womit wir dieses Land nicht mehr bewirtschaften können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für den Autobahn Vollanschluss sind die Bauarbeiten voll im Gang. Auch da ist unser Land betroffen und wird als Kiesablageplatz genutzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Hühnern gefällt das trübe und nasse Wetter und sie gehen gerne raus.

5.10. - 11.10.2020

Endlich Regen! Und zwar ziemlich viel! Dabei gab es zwischen 2 Regenfronten eine Lücke am Mittwoch und Donnerstag letzte Woche. Das reichte gerade, um den Roggen zu säen. Allerdings war für das Säen auch noch ein langer Nachteinsatz nötig. Dank dem Niederschlagsradar auf dem Smartphone war klar, wann am Donnerstag erneut Regen einsetzen würde. So konnte Christian am Donnerstagmorgen noch bei der Geburt eines Kalbes helfen und zwischendurch in die Physiotherapie wegen einer Bänderverletzung an der Schulter.  Danach blieb gerade noch genug Zeit, um den Rest des Roggens auf dem Feld bei der Tramstation auszusäen und schon begann es wieder zu regnen. Für 14 ha Roggen brauchte Christian 11 Stunden. 

 

Danach fegte am letzten Wochenende der erste Herbststurm über den Hof. Es empfiehlt sich nicht, bei Sturm unter den Weiden beim Weiher zu verweilen, weil sie sehr brüchige Äste haben. Tatsächlich ist auch ein grosser Ast abgebrochen und auf das Dach des Ponystalls gestürzt. Dabei wurden 3 Wellblechplatten zertrümmert. Weil noch mehr Regen erwartet wurde, musste halt am Sonntag nach dem morgendlichen und vor dem abendlichen Melken auch noch dieses Dach repariert werden.

 

In dieser Woche bleibt die Agenda bis auf eine längere Sitzung bis jetzt zum Glück ziemlich leer. Falls es entgegen der Wetterprognose trockener wird, kann mit der Weizensaat begonnen werden. 2 Kälbchen werden zu einem Mastbetrieb gebracht werden, 2 Kühe zum Schlachthof: Arabelle wurde nicht mehr trächtig und Afra liefert wenig und qualitativ ungenügende Milch. Beide sind leider noch jung, erst 4 Jahre alt.

Update vom 1.10.2020

Wir dürfen aufatmen: Die Milchqualität ist wieder top! Ursache scheint also tatsächlich das defekte Kabel gewesen zu sein.

28.9. - 4.10.2020

Bei Valéry wurde ein Bänderriss diagnostiziert. Da dieser nicht geheilt werden kann, musste die Kuh geschlachtet werden (aber nicht eingeschläfert). 

 

Die Ursache für die nicht zufriedenstellende Milchqualität haben wir vermutlich gefunden. Es war eine Detektivarbeit, denn wir haben nirgends Schmutz in den Bestandteilen der Melkmaschine gefunden. Trotzdem musste irgendwo der Wurm drin sein! Endlich das Aha - Erlebnis: Zur Waschanlage gehört ein Air - Injektor, der alle 20 Sekunden Luft in die unter Vakuum stehenden Leitungen pumpt. Dadurch verursacht er einen Wasserschwall, der die Leitungen pfropfenartig reinigt. Wir haben nicht bemerkt, dass dieser Lufteinlass nicht mehr funktioniert. Ein dazu gehöriges Elektrokabel befand sich in einer Dose, die an der Wand befestigt ist. Dieses Kabel war beschädigt. Das war schnell repariert und wir hoffen jetzt wirklich, dass das die Ursache war. Angespannt warten wir auf das Resultat der Milchprobe.

 

In 3 Wochen, am 18. Oktober wollen wir das Saat - und Erntefest durchführen. Das sollte möglich sein, wenn wir auf die Teilete verzichten und statt dessen gebratene Würste und Birseckbrot verteilen. Wir wissen nicht, ob wir Werbung machen sollen oder nicht. Sollen wir uns auf möglichst viele Besucher freuen oder darauf hoffen, dass nicht zu viele kommen? Die Arbeit bleibt ja die gleiche. Das ist im Moment noch etwas schwierig für uns. 

 

Das Saatgut für die Roggen - und Weizensaat ist eingetroffen. Den Roggen möchten wir in der ersten Oktoberwoche säen, also jetzt. Alles Getreide wird ja wie immer ohne Fungizide oder Insektizide angebaut. Nun wollen wir auch wieder teilweise ohne Herbizide arbeiten und mit ungebeiztem Saatgut. Dieses musste separat bestellt werden, weil es in einem speziellen Verfahren hergestellt wird und es ist nun gerade noch rechtzeitig eingetroffen.

21. - 27. September 2020

Das Brachefeld ist gemulcht und kann diese Woche gepflügt werden. 2 Felder werden noch einmal mit dem Grubber bearbeitet, um die Verunkrautung in den Griff zu bekommen. Danach sind alle Felder zur Saat bereit. Den Roggen möchten wir um den 1. Oktober herum säen, den Weizen 1 Woche später. Einmal mehr wäre dieses Jahr Regen dringend nötig.

 

Die Kuh Valéry hat am hinteren linken Knie innerlich eine Verletzung, deren Herkunft uns absolut schleierhaft ist. Sie hinkt stark, geht aber noch mit den anderen Kühen mit auf die Weide. Wir haben Sie in einem speziellen Abteil im Stall untergebracht, der Krankenbox, wo sie mehr Platz hat und ungestört ist. Morgen wird sie der Tierarzt untersuchen. Wir sind gespannt auf seine Diagnose. Wir sehen keine Heilungschance und die Frage wird sein, ob sie geschlachtet werden kann (d.h. ob sie transportfähig ist) oder ob sie eingeschläfert werden muss. Wir hoffen natürlich, dass wir falsch liegen.

 

Irgendwo im System unserer Melkmschine befindet sich ein Keimherd. Bei der 2 Mal monatlich stattfindenden Milchkontrolle war deshalb bei der Bebrütung der Milchprobe die Keimentwicklung zu hoch, was zu hohen Milchpreisabzügen geführt hat. Wir konnten bisher trotz intensiver Suche und nochmaligen Reinigen die Ursache nicht finden, müssen aber sofort noch einmal intensiv daran. Ist die Milch wieder nicht optimal, droht eine Milchliefersperre.

 

Im Weiteren steht diese Woche eine Sitzung der Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbandes an, sowie eine Sitzung des Getreideproduzentenverbandes. Ausserdem will jemand im Auftrag der Agrarallianz auf unserem Hof ein Portrait oder einen Kurzfilm machen. Es geht dabei um unser Engagement und jenem der IP Suisse für die Reduktion der Pflanzenschutzmittel am Beispiel des Anbaus von pestizidfreiem Getreide.

14. - 20. September 2020

Ab dem 15. September dürfen wir auf dem Sonnenhof die Rotationsbrache mulchen und pflügen. Für diese Brache gab es Beiträge des Kantons und des Bundes, was aber mit diversen Auflagen verbunden war. Dazu gehört auch der frühest mögliche Endtermin für die Brache, was eben der 15. September ist. Es gibt verschiedene Typen von Brachen, je nach dem, ob man sie 1, 2 oder 3 Jahre lang stehen lässt. Das Saatgut ist eine Mischung aus verschiedenen einheimischen Pflanzen, die sich unterschiedlich stark entwickeln und am Ende gedeihen nur die, welche am besten an den Standort angepasst sind. Im 1. Jahr wirkt die Brache unglaublich farbig. Es fallen dabei vor allem der Mohn, die Kornblumen und die Margeriten auf. Davon gibt es im 2. Jahr dann schon weniger. Es entwickelt sich eine andere Flora, die je nach Klima und Bodenbeschaffenheit wieder anders aussieht. Die Brache beim Sonnenhof ist im 3. Jahr und es sind unglaublich viele Disteln gewachsen. Ursache sind das Wetter und der grosse Samenvorrat im Boden. Die Ackerkratzdistel ist am wenigsten erwünscht. Wir haben sie deshalb das ganze Jahr über mit der Sense abgeschnitten, bevor sie blühen konnte. Silber - und Kohldisteln nehmen weniger rasch überhand und wir konnten sie gut stehen lassen. Nach dem Pflügen wollen wir in ca. 3 Wochen Weizen säen.

 

In dieser Woche ist die Agenda voll mit Sitzungen und Abwesenheiten vom Betrieb. Arbeiten müssen deshalb vor- und nachgeholt werden. 

 

Wir haben entschieden, das Saat - und Erntefest trotz Covid 19 durchzuführen. Es wird am 18. Oktober stattfinden. Wir freuen uns immer darauf, müssen jetzt aber einfach noch überlegen, was wir alles anpassen müssen. Anwesend wird auch wieder einmal Maya Graf sein, unsere Ständerätin. 

31.8. - 13.9.2020

Nachdem unser eigener Mais ja infolge der Trockenheit nicht zu gebrauchen war, haben wir Mais ab Feld gekauft, in Biel - Benken. Jetzt sind auch unsere Maissilos voll, das heisst, wenigstens die in der Scheune. Leider war das aber nicht ohne Panne möglich. Der Mais wurde vom Lohnunternehmer in grosse Wagen gehäckselt. Es war ja auch eine lange Strecke mit den Traktoren zu fahren von Reinach nach Biel - Benken und wieder zurück. Aus diesen Wagen wurde der Mais bei uns auf den Scheunenboden abgeladen, von wo aus ihn Christian mit der grossen Schaufel des Hängedrehkranes in die Betonsilos beförderte. Kaum begonnen, fiel aber der Strom beim Kran aus. Der Elektriker musste her. Zum Glück war er grad in der Nähe und konnte vorbeikommen. Gemeinsam mit Christian fand er den Fehler. In der Zuleitung zur Kranbahn war eine Phase eines Kabels gerissen. Nach etwas mehr als einer halben Stunde konnte wieder gearbeitet werden. In der Zwischenzeit war der Mais auf dem Feld aber ohne Unterbruch weitergehäckselt worden und er wurde pausenlos angeliefert und auf dem Scheunenboden deponiert. Es dauerte bis spät in die Nacht, bis alles weggeräumt und in den Silos versorgt war. 

 

Das war aber noch nicht das Ende der Pannen.  Nach dem Häckseln ging unsere Silofräse bei den Hochsilos kaputt, worin der bereits fertig vergorene Mais vom letzten Jahr lagert. Wieder was Elektrisches. Hier ging die Reparatur nicht so rasch.  Schliesslich mussten wir doch Ersatzteile bestellen, auf die wir noch warten. Also musste den Kühen frischer, statt silierter Mais verfüttert werden. Nun, sie haben es gefressen. 

 

Auch zwei Kühe hatten nach der Geburt ein sogenanntes Festliegen. Das gab es bei uns schon lange nicht mehr. Die Kühe können nach der Geburt nicht mehr aufstehen, fressen nicht mehr und sterben schliesslich. Natürlich haben wir etwas unternommen, bevor der Tod eintrat. Die Ursache ist ein Kalzium - und in unserer Gegend auch ein Phophormangel nach der Geburt, wenn die Kühe mit der Milchproduktion beginnen.  Neben der Futterqualität spielt auch eine Rolle, wenn die Kühe vor der Geburt, in der Galtphase zu viel oder zu nährstoffreiches Futter erhalten. Die Kühe brauchen als Therapie Kalzium- und Phosphorinfusionen. Es geht ihnen jetzt wieder gut.

 

Trotz Corona haben wir wieder viele Kindergeburtstage und andere Familienfeste auf dem Hof und auch die Führungen sind wieder gefragt. In der Woche vom 7. September gab es beispielsweise bereits am Montag und Dienstag 3 Führungen. Am Mittwoch steht nochmals eine Führung an und danach muss Christian bis am Abend noch ca. 5 ha Rotationsbrache frisch ansäen. Das dürfte 9 Uhr abends werden. Danach gilt es zu packen, denn am Donnerstag und Freitag ist eine Strategietagung der IP - Suisse in Vitznau, an der Christian teilnimmt. Am Wochenende hat er dann Stalldienst, wobei am Samstag nochmals eine Führung ansteht. So kommt immerhin keine Langeweile auf.

 

17. - 30. August

Wir waren für 10 Tage in den Ferien! Wie üblich gab es dabei Unterbrüche. Während Susanna mit Hilfe eines Tablets Mails beantwortete, musste Christian an eine Sitzung und letztlich 2 Tage früher nach Hause. Grund war ein Fehler unsererseits in der Terminplanung. Während eines ganzen Morgens wurde der Betrieb von einem Experten in Begleitung von Vertretern von Immobilien Basel unter die Lupe genommen. Es gilt ja vorausschauend zu planen für eine Weiterverpachtung. Dabei geht es nicht nur um allfällige Umbauten oder Renovationen, sondern auch um die Festsetzung eines zukünftigen Pachtzinses. Diese Neuverpachtung dürfte eine sehr aufwändige Sache werden.

 

Während unserer Abwesenheit gab es auf dem Betrieb, neben dem Versorgen der Tiere, folgende Arbeiten zu erledigen:

  • Es wurden Saatvorbereitungen getroffen, d.h. das Unkraut wurde mit dem Grubber aus den Äckern entfernt. 
  • Beim Stallausgang wurde der Boden repariert.
  • Die Gucklöcher beim Hühnerstall wurden geflickt.
  • Beim Sportplatz wurde der Zaun repariert.
  • Das Ziegengehege wurde gemäht.
  • Das sogenannte "Paradiesli", eine kleine Waldweide ausserhalb von Reinach, wurde für die Kühe vorbereitet.
  • Es wurden Abfälle entsorgt (Plastik, Glas, Alu und Blech).
  • Die Silos wurden für die Maisernte vorbereitet.
  • Es wurden 2 Kälbchen geboren, davon eines leider 3 - 4 Wochen zu früh. Es war nur ca. 15 kg schwer, statt ca. 40 kg und ist dann auch gestorben.

Kaum war Christian zurück aus den Ferien, musste die Silofräse gewechselt werden. Sie ist ca. 250 kg schwer und befördert mittels eines Gebläses die Maissilage aus dem Silo in den Stall, wo die Silage dann den Kühen verfüttert werden kann.  Ein Wechseln der Silofräse bedeutet: Wenn ein Hochsilo leer ist, muss man auf den Silo hinaufklettern und die Fräse vom leeren Silo zum nächsten vollen Silo hinüber befördern.

 

Dann war endlich Regen angesagt und vorher wurde deshalb das wegen der Trockenheit halb abgestorbene Gras gemäht und damit Siloballen gemacht. Es war viel Arbeit für wenig Futter (4 Siloballen auf 10 ha Grasland). Auch der halb vertrocknete Mais, an dem sich keine Kolben entwickeln konnten, wurde gemäht und daraus Siloballen gemacht. Diese wurden verkauft, bzw. fast verschenkt, weil eben Mais ohne Kolben beinahe wertlos ist, auch für unsere Kühe. 

 

Freitag und Samstag gab es dann Hofführungen für Kindergeburtstage. Es regnete, was schon lange nicht mehr vorgekommen ist. Zum Glück haben wir das Holder - Rümli mit dem Bauernhofzimmer. Da konnten sich die Kinder bestens die Zeit vertreiben.

10. - 16. August 2020

Es ist heiss. Wir haben täglich über 30°, bis sogar 36°C. Die Gewitter ziehen an Reinach vorbei. Daran sind wir gewöhnt.

 

Immer wieder wird unser Land benötigt für die Bedürfnisse einer Gemeinde oder des Kantons etc. Es waren z.B. die Euro 08, das schliesslich verlegte eidgenössische Schwingfest, der neue Sportplatz Fiechten oder Pläne wie der See in Aesch, die Südumfahrung Reinach oder der Aescher Dom - ganz abgesehen von den Festen, die schon auf unserem Land gefeiert wurden. Momentan wird ein Rohr mit 25 cm Durchmesser in den Boden eingezogen, worin später eine Stromleitung verlaufen wird. Das Rohr verläuft vom Froloo (im Wald zwischen Therwil und Reinach) bis nach Aesch.

1 km davon verläuft durch unser Land.  Das Rohr kommt 1,2 Meter tief in den Boden. Dazu wird nicht gegraben, sondern ein Bagger zieht ein Schwert durch den Boden, an dessen Ende sich eine 30 cm dicke Kugel befindet. Das Rohr wird direkt dahinter eingezogen. Das braucht sehr viel Kraft und ist in unseren Kiesböden auch schwierig zu bewerkstelligen, weil die Erde hinter der Kugel gerne wieder zusammenfällt. In Lehmböden ist es einfacher. Bei Hindernissen, wie beispielsweise der Autobahn oder Tramschienen, wird unten durch gebohrt, ohne Einschränkungen für die Bauten auf der Oberfläche. Hier ein paar Fotos von der Verlegung der Rohre auf unserem Land:

3. - 9. August

Eine weitere Hitzewelle ist zu Ende gegangen. Es hat geregnet und ist kühler geworden. Ab Mitte Woche wird es dann wieder heiss. Unser Maisfeld hat sich prächtig entwickelt, aber die letzte Hitzeperiode ist im gar nicht gut bekommen. Die unteren Blätter sind alle abgestorben und es haben sich noch keine Maiskolben entwickelt. Es wird wohl auch keine mehr geben. Beim Mais machen die Kolben ca. 50 % des Ernteguts aus. Wahrscheinlich muss die Trockenheitsversicherung, die wir für alle Kulturen abgeschlossen haben, einspringen. 

 

Auch die Wiesen sind ziemlich abgestorben. Sie werden mit dem Regen  zwar wieder grün, aber das dauert 2 Wochen. So sind die Kühe einen Monat lang zwar täglich draussen, können aber nur im Stall ihre Silage fressen. Auf der Weide finden sie nichts zu fressen, sondern stehen oder liegen nur herum. 

 

Die neuen Junghennen sind jetzt seit 2 Wochen bei uns und beginnen mit dem Eier legen. Heute gab es von den 500 Hennen 60 kleine Eier. Nächste Woche wird ihr Futtersilo leer sein und wir müssen 8 Tonnen Hühnerfutter bestellen, um es wieder zu füllen. Ein Huhn frisst nebst Gras und Würmern etwa 100 g Futter pro Tag, das zur Hauptsache aus Getreide besteht. Pro Jahr benötigen wir für unsere 1000 Hühner ca. 35 Tonnen Futter, das wir zukaufen müssen.

 

Es ist immer von Vorteil in den Sommerferien die alten Hühner durch neue zu ersetzen, denn während dieser Zeit verkaufen wir sowieso am wenigsten Eier. So können wir unser Angebot der Nachfrage anpassen. 

27. Juli - 2. August 2020

Wegen dem milden Klima beginnt bei uns im Frühjahr die Vegetation sehr früh zu wachsen und im Sommer ist das Getreide früh reif. So gehören wir zusammen mit Genf und Schaffhausen zu den frühesten Regionen der Schweiz. Die Getreideernte ist deshalb in grossen Teilen der Schweiz noch in vollem Gange und in höheren Lagen zieht sie sich bis in den August hinein. Wir hingegen haben mehr Zeit, um die nachfolgenden Kulturen vorzubereiten. Aber: Schon sehr früh wieder anzusäen ist heikel, denn in unsere Region fehlt dann oft der Regen. Zudem haben wir gerade auf dem Neuhof sehr durchlässige Kiesböden, die kaum Wasser speichern. Im heissesten und trockensten Teil des Jahres anzusäen ist deshalb sehr riskant. Es kann sehr schnell sehr trocken werden, so dass die Saat nicht keimt oder dann keimt sie zwar, vertrocknet aber anschliessend. So mussten wir schon öfter eine neue Wiese 3 x neu ansäen, weil wir das Risiko eingehen wollten und sofort nach der Ernte neu angesät haben. Dieses Risiko gehen wir ein, weil wir - wenn der ersehnte Regen fällt - bis Ende Jahr einiges mehr an Grassilage einbringen können.

 

Unsere Mitarbeiterfamilie wäre jetzt gerne nach Hause in die Ferien gefahren, aber nach Moldawien zu reisen geht diesen Sommer aus den bekannten Gründen nicht. Gerne hätten sie dort ihre Familie besucht. Das geht jetzt leider nicht. Die nächste Option war, nach Spanien zu reisen, um dort Verwandte zu besuchen. Das könnte aber auch heikel werden. So haben sie sich schweren Herzens dazu entschlossen auf dem Neuhof zu bleiben. Sie werden wohl Tagesausflüge machen, wie sie es oft und gerne machen in der Schweiz. 

 

In den nächsten Wochen wird die Stromleitung von Therwil nach Aesch neu verlegt, mitten durch unseren Betrieb. Die Leitungen werden in Rohren von 25 cm Durchmesser direkt in die Erde gezogen. Es sind also keine Grabarbeiten nötig. Trotzdem wird es einige Behinderungen und Einschränkungen für uns geben. So mussten wir bereits einen 10 Meter breiten Streifen in der Rotationsbrache mulchen, weil die Leitung da mitten durch das Feld geht. Immerhin wurde das Ganz so geplant, dass die Arbeiten nach der Ernte und vor der Neuansaat erledigt werden können, damit am wenigsten Schaden entsteht.

20. - 27. Juli 2020

Am Dienstag dieser Woche kommen die neuen Legehennen. Dazu musste letzte Woche noch der Stall ausgemistet, gereinigt und desinfiziert werden. Das war neben der Ernte auch noch viel Arbeit und wir hoffen, dass danach der Rest dieser Woche etwas ruhiger wird.

 

Wir sind zufrieden mit den Ernteerträgen. Sie waren gut, in Anbetracht der Trockenheit im April und der verschiedenen Massnahmen, die ertragsmindernd wirken. Dazu gehört, dass ein Viertel der Felder in weiter Reihe gesät war, d.h. es wurde nur auf 60 % der Fläche Getreide angesät, damit Platz für bodenbrütende Vögel wie die Feldlerche bleibt oder auch für die Hasen. Man sät dabei immer nur 3 Reihen Getreide und lässt jeweils die nächsten beiden Reihen ungesät. Es handelt sich dabei um ein Anbauprogramm, das vom Bund, dem Kanton und IP - Suisse gefördert wird. Im Weiteren haben wir  auf 3/4 der Fläche gar keine Pestizide mehr eingesetzt. Das Neue war, dass wir- wie im letzten Blog erklärt - auch auf Herbizide verzichtet haben.

 

Der völlige Verzicht auf Pestizide beim Getreide ist neu im IP - Suisse - Programm und wird durch Abnehmer (v.a. die Migros) mitfinanziert. Welchen Einfluss hatte also das Striegeln statt Spritzen auf die Begleitflora (Unkraut)?  Wie beurteilen wir eine herbizidfreie Zukunft auf dem Neuhof? Nun, 25 Jahre lang haben wir die Felder immer äusserst  sauber, also unkrautfrei, gehalten, indem wir bei jeder Kultur Herbizide eingesetzt haben. Statt der Chemie nun den Striegel zu nehmen erschien doch sehr risikoreich. Aber dann konnten wir mit dem Striegel doch viele Unkräuter entfernen. 

Wie man sieht, gab es Begleitflora, also Unkraut, wie z.B. Mohn, Kornblumen, Stiefmütterchen, Ehrenpreis und auch schwierigere, bzw.ertragsmindernde oder schwerer mechanisch zu entfernende Pflanzen wie Kletten, Diesteln oder Blacken. Aber der Ertrag wurde dadurch nur wenig eingeschränkt. Diese Begleitflora wächst jetzt aber weiter. Umso wichtiger ist es jetzt, dass das Unkraut bis zur nächsten Getreideansaat möglichst zum Verschwinden gebracht wird. So wird nach der Ernte der Boden mit dem Grubber aufgerissen. Dabei wird das vorhandene Unkraut ausgerissen und es vertrocknet auf dem Boden. Dabei werden aber neue Unrkautsamen , die bis jetzt auf der Bodenoberfläche lagen, in den Boden eingearbeitet und beginnen dort zu keimen. Wenn sie nach 2 - 3 Wochen 10 - 20 cm hoch sind, wird ein weiteres Mal gegrubbert.  Je nach Wetter wird bis zur nächsten Saat im September oder Oktober nochmals 3 - 4 Mal auf diese Weise der Boden aufgerissen. Es wird also versucht, möglichst viel Unkraut zum Keimen zu bringen und anschliessend mit dem Grubber auszureissen. Daneben gibt es aber schwierige Unkräuter, denen man so fast nicht beikommt. Das sind die Quecke, der Ackerfuchsschwanz, Disteln und Blacken. Für diese braucht es spezielle Verfahren. Blackensamen halten sich beispielsweise jahrelang im Boden. Deshalb hat Ion jeweils die Blütenstände abgeschnitten. Aber natürlich hat er nicht alle Blacken im Weizen gefunden und der Mähdrescher hat dann die Samen munter im Feld verteilt. Nun....wir bleiben dran.

13. - 19. Juli 2020

Letzte Woche mussten wir noch bis Mittwoch warten, bis wir mit Dreschen beginnen konnten. Wir hatten zwar 2 Weizenfelder, wo der Weizen bereits reif war, aber im aussergewöhnlich trockenen April waren da viele Seitentriebe erst spät nachgeschossen. Deshalb war ein grosser Teil der Körner zwar erntereif, daneben gab es aber auch noch viele grüne Ähren. So brauchte es eben bezüglich des Dreschzeitpunktes einen Kompromiss und das war dann eben der Mittwoch. Bei der Abgabe war schliesslich alles ok. Es wurde eine gute Qualität festgestellt und die Körner mussten nicht nachgetrocknet werden, was ja mit Kosten verbunden gewesen wäre.

 

Beim Roggen wollte Christian kein Risiko eingehen. Sobald Regen auf erntereife Roggenähren fällt, führt das zu massiven Qualitätsverlusten. Der Roggen eignet sich dann nicht mehr zum Backen und muss zu einem kleineren Preis als Viehfutter verkauft werden. Deswegen ist es sehr heikel, wenn man trotz unsicherer Wetterprognose zuwarten will, bis auch das letzte Korn reif für die Ernte ist. Wir haben den Roggen also geerntet und lassen ihn in der Sammelstelle noch nachtrocknen. Im Nachhinein betrachtet, hätten wir mit dem Dreschen auch zuwarten können, denn der für Samstag angekündigte Regen blieb aus und es blieb auch in den folgenden Tagen trocken. Landwirtschaft ist halt oft ein Pokerspiel. Immerhin haben wir anschliessend auch noch den restlichen Weizen gedroschen und wurden am Dienstag dieser Woche damit fertig. Der Mähdrescher, den wir übrigens 1994 (!) occasion (!) gekauft haben, hat auch dieses Jahr noch durchgehalten, wodurch wir uns Erntekosten von über Fr. 10`000.- sparen konnten.

 

Wegen der Trockenheit im April ist das Getreide dieses Jahr relativ niedrig geblieben. Dadurch gab es nur wenig Stroh. Es reicht für den Eigenbedarf. In anderen Jahren konnten wir einen grossen Teil des Strohs verkaufen. Dieses Jahr bleibt nur wenig übrig für den Verkauf.

 

Und zum Schluss noch ein Hinweis auf einen Podcast, den die Migros zusammen mit Christian produzieren liess. Man braucht allerdings eine entsprechende App, um ihn zu hören (z.B. Spotify). Es geht um Christians ersten Versuch, beim Getreide auf Herbizide zu verzichten und an deren Stelle einen Striegel einzusetzen. Wie früher schon erwähnt, ist es die Strategie der IP - Suisse ab diesem Jahr solche Versuche zu starten. Hier der Link zum Podcast: https://generation-m.migros.ch/de/nachhaltig-leben/tipps-tools/chrut-und-ruebli.html Über die Unkrautsituation bei der Ernte berichten wir dann an dieser Stelle nächste Woche. Es gibt doch einiges dazu zu sagen.

6. - 12. Juli

Für die ganze Woche ist schönes, warmes Wetter angesagt. Das passt wunderbar! Vielleicht ist es am Montag noch nicht ganz perfekt, mal schauen. Wir werden das Gras ein 3. Mal mähen und daraus Siloballen machen. Auch einen Teil der Kuhweide müssen wir silieren, weil die Kühe nicht mehr nachkommen mit Fressen. Im Weiteren ist noch ein Waldsaum zu mähen. Waldsäume sind spezielle Ökoflächen, die in unserer Lage erst ab dem 1. Juli gemäht werden dürfen, und dann auch nur zur Hälfte. Deshalb ist das daraus gewonnene Futter alt. Wir pressen es zu Heuballen und füttern es später den Eseln und Ziegen. Zuletzt müssen wir dann auch noch eine Weide säubern, d.h. wir schneiden das Gras, das von den Kühen übrig gelassen wurde, lassen es trocknen und räumen es nachher ab. Dabei verschmutzt das Mähwerk stark, weil auf der Weide ja auch viele Kuhfladen sind. Wir müssen es deshalb nachher mit dem Hochdruckreiniger waschen. Dann wird auch noch die Motorsense in Betrieb genommen. Wir befreien damit den Rundweg von Gras und Unkraut, damit es wieder "amächelig" aussieht.

 

Der Weizen ist reif und wahrscheinlich ist es diese Woche auch beim Roggen so weit. Der Mähdrescher steht bereit und es müssen nur noch die Container bestellt werden, in denen wir dann wir dann die Roggenkörner abtransportieren lassen. Einen ersten Dreschversuch im Weizen wagen wir am Montag. Wir werden dabei rasch erkennen, ob der richtige Erntezeitpunkt schon da ist oder ob noch 1 - 2 Tage zugewartet werden soll.

29. Juni - 5. Juli 2020

Die Grosseseldame Darinka ist eingetroffen und macht Bekanntschaft mit den anderen Eseln. Vorerst braucht es noch etwas Distanz. Die anderen Esel sind zwar viel kleiner, zeigen der Neuen aber schnell die Hinterhufe, wenn diese zu nahe kommt.

 

Vor einer Woche haben wir die Ökoflächen gemäht und das Heu trocken eingebracht. Es ist alt, d.h. im späten Wachstumsstadium geschnitten und hat deshalb nicht mehr viele Nährstoffe. Deswegen ist es perfekt für unsere Esel. Sie reagieren nämlich empfindlich auf zu nährstoffreiches Futter.

Ende der letzten Woche wurde das Wetter dann sehr unbeständig und mehrmals ging Platzregen nieder. So etwas haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Auch etwas Hagel war dabei. Er hat aber kaum sichtbare Spuren an den Kulturen hinterlassen. Auch in dieser Woche bleibt das Wetter unbeständig und feucht. So haben wir Anfang Woche Zeit bei allen Kühen die Klauen zu kontrollieren und zu schneiden. Im Hofareal ist das Gras in die Höhe geschossen und wir wollen es diese Woche mit dem Rasenmäher und der Motorsense schneiden. Die Güllegrube ist wieder randvoll. Zuerst müssen wir aber die grosse Wiese ein 3. Mal mähen, bevor wir die Gülle dann darauf ausbringen können. 

22. - 28. Juni 2020

Seit über 10 Jahren sind beim IP - Suisse Labelgetreide Insektizide, Fungizide und Wachstumsregulatoren nicht mehr erlaubt. Es handelte sich in der Hauptsache um Weizen, daneben etwas Roggen und wenig Hartweizen und Gerste. Die Bauern konnten dafür einen ca. 10 % höheren Preis lösen. Dieser Mehrpreis ist die Entschädigung für den Mehraufwand des Bauern, sein grösseres Risiko und den kleineren Ertrag. Bisher wurden immer genug Bauern gefunden, denen der Mehrpreis zusammen mit dem Gefühl, etwas für Biodiversität und gesunde Natur zu tun, reichte. So konnten jährlich ca. 100`000 Tonnen Labelweizen produziert werden. Das entspricht ca. 20`000 ha Land. Der grösste Teil dieses Weizens ging an die Migros, die nur noch IP - Suisse - Getreide verarbeitet. Es ist der Wunsch der Migros, dass die Landwirte jetzt zusätzlich auch auf Herbizide und auf gebeiztes Saatgut verzichten. Gleichzeitig wurde seit 2 Jahren im Vorstand und in der Geschäftsleitung von IP - Suisse darüber diskutiert, wie man das Label für IP - Suisse - Getreide in diesem Sinne weiterentwickeln kann. Der Wunsch nach dem Verzicht auf diese Hilfsmittel war also auf beiden Seiten vorhanden. Das Problem dabei war der Preis. IP - Suisse versuchte zu berechnen, um wieviel höher der Preis für den Bauern sein muss, die Migros kalkulierte, welches für sie noch ein realistischer Preis ist, denn der Kunde spart gerne bei Lebensmitteln. Nach mehr als 1 Jahr harter Verhandlungen konnte nun publiziert werden, dass die Migros mit einem nochmaligen Preiszuschlag von 20 % einverstanden ist.  In der Landwirtschaftspresse hat das zu vielen aufgebrachten Leserbriefen geführt. Die einen finden, der Mehrpreis sei viel zu tief, andere glauben, dass es nicht möglich ist ohne Herbizide zu arbeiten und dass uns das ins Desaster führt und Dritte beschimpfen die IP - Suisse, nur Handlanger der Migros zu sein. Neues einzuführen ist nie einfach. Das hat die IP - Suisse in den letzten 30 Jahren oft erfahren. Es braucht einerseits eine starke eigene Überzeugung im Vorstand und der Geschäftsleitung und andererseits viel Überzeugungsarbeit den Betroffenen gegenüber und natürlich braucht es Zeit.

 

In dieser Woche erwarten wir warmes Sommerwetter. Also werden wir alle Ökoflächen mähen, die dafür ab dem 15. Juni freigegeben sind. Das gibt dann vor allem Heu für die Esel. Ausserdem muss der Mähdrescher für die Ernte bereitgestellt werden.

 

Besonders freuen wir uns auf das nächste Wochenende. Am Sonntag führen wir erstmals seit der Coronazeit wieder ein Eselreiten durch und am Samstag vorher trifft bei uns gegen Mittag ein sechster, vorläufig letzter und ganz besonderer Esel ein: Es ist eine Grossesel - Stute mit Stockmass 1,35 Meter. Das Ziel ist, dass sie beim allmonatlichen Eselreiten Kinder tragen kann, die schwerer als die für die Zwergesel erlaubten 30 kg sind. (Die beiden alten Ponys haben uns ja schon seit einiger Zeit verlassen. Das eine ist gestorben und das andere lebt auf dem Schürhof Aesch, wo es "Gschpänli" hat.)

 

15. - 21 Juni 2020

Die Vermietungen fürs Holder - Rümli laufen wieder an. Auch Führungen werden wieder gebucht. Die Grenzen gehen wieder auf und wir sind gespannt, wie sich das auf unseren Direktverkauf von Milch und Eiern auswirkt. Während des Lockdown ist dieser Verkauf ja sehr, sehr gut gelaufen. Erst in den letzten beiden Wochen ist er ganz minim zurückgegangen. Gerade der Verkauf von Eiern, der sehr stark zugenommen hatte, brachte guten Erlös, aber auch viel Arbeit.

 

 

Neben dem Direktverkauf gehen unsere Eier ja auch an die Bäckerei Grellinger, das Altersheim und vor allem an die Firma MIBA Milchprodukte in Aesch, für die wir die Eier in unsere persönlichen Schachteln verpacken müssen.

Letzte Woche hatten wir Besuch von Vertretern des Eigentümers, Immobilien Basel. Es ist für uns sehr positiv, dass wir uns frühzeitig mit dem Pachtende auseinandersetzen und das Nötige in die Wege leiten können, gilt es doch vieles, auch komplexes, zu beachten, sowohl auf Pächter-, als auch auf Eigentümerseite. Wir schätzen es sehr, dass wir informiert wurden, welche Pläne für den Neuhof bestehen. Es wird auch nach unserem Pachtende im Dezember 2022 weitergehen und wir sind zuversichtlich, dass es gut kommt mit dem Betrieb. 

 

Diese Woche darf Christian erstmals nach ca. 4 Monaten wieder eine Führung machen, worauf er sich sehr freut. Es wird eine 3. Klasse sein. Alle Tiere müssen sich wieder neu daran gewöhnen und werden wohl erst etwas scheu sein. Die Hühner, Ziegen, Kälbchen und Schweinchen wurden schon lange nicht mehr besucht in ihren Gehegen und das Streicheln wird wohl noch nicht ganz reibungslos verlaufen.

1. - 14. Juni

Wie früher bereits erwähnt, hatten wir in der Woche vom 1. Juni noch Arbeit mit der Pflege unserer ökologischen Ausgleichsflächen. Und wie vor 4 Wochen prognostiziert ist nun der Mohn auf den Rotationsbrachen am Verblühen. Dafür ändert sich nun die Farbe, vor allem in der Brache unterhalbe des Schlatthofes: Die Kornblumen setzen nun mit ihrer blauen Farbe den Schwerpunkt. Hinzu kommt noch das gelb blühende Habermark. Beide sind ebenso wirkungsvoll für unsere Insekten und erfreuen hoffentlich noch lange die Menschen, die daran vorbei spazieren.

 

 

Ab Sonntag, den 7. Juni ist nun das Holder - Rümli für unsere Hofbesucher wieder geöffnet. Bitte nutzen Sie das Desinfektionsmittel beim Eingang! Das Spielzimmer bleibt aus hygienischen Gründen geschlossen und wird nur für Gäste geöffnet, die das Holder - Rümli mieten. Natürlich gelten auch bei uns die bekannten Regeln, wie Abstand halten und häufiges Desinfiziern und Händewaschen.

 

 

Wie ist die Situation bei uns im Vergleich zu Vorjahren? Nun: Vor einem Jahr hatten wir auf unserem Hof das alljährliche Spargelessen, das wir dieses Jahr verständlicherweise nicht durchführen können. Schade! Ebenfalls vor einem Jahr wurden wir mit den Problemen konfrontiert, die der neue Fussballplatz hinter unserem Hof mit sich brachte. Es gab Ärger wegen der vielen wild parkierten Autos auf unserem Land und den Feldwegen. Dank Corona haben wir bis jetzt wesentlich mehr Ruhe. Und wir verkaufen immer noch wesentlich mehr Eier über unsere Direktvermarktung. Also ist die Bilanz für uns gar nicht schlecht!

25. - 31.Mai.2020

Der Melkmaschinenservice ist gemacht. Beim Melkaggregat wurden sämtliche Teile zerlegt und gereinigt. Dabei wurden sie zuerst in Säure eingelegt und dann mit starkem, saurem Reinigungsmittel geputzt. Das Gleiche geschah mit dem Milchmengenmessgerät, der Endeinheit, der automatischen Abnahme und den Ablassventilen. Fast alle Gummiteile mussten ersetzt werden, d.h. Zitzengummis, Milch- und Pulsschläuche, Rückschlagklappen, Dichtungsringe und auch das Luftregulierventil. Die Waschanlage wurde gewartet, die Vakuumpumpe wurde entleert, gereinigt und danach galt es, alles wieder richtig zusammenzusetzen und - ganz wichtig - wieder richtig einzustellen, auch den Luftkompressor. Die Vakuumhöhe muss genau stimmen, ebenso der Melk - und der Entlastungstakt und die maximale Höhe des Vakuumverlustes, ebenso die genaue Einstellung der Abnahmeautomatik etc. Wenn da etwas falsch eingestellt ist, bekommen die Kühe am Euter gesundheitliche Probleme und danach haben auch wir ein Problem, weil die Milchqualität nicht mehr stimmt. So waren 3 Personen von 8 Uhr morgens bis 16 Uhr voll mit der Wartung der Melkmaschine beschäftigt, damit anschliessend wieder gemolken werden konnte.

 

Diese Woche sind wir draussen, denn das Gras muss zum 2. mal gemäht werden. Das wird einige Silo - und evtl. Heuballen geben.  Ausserdem muss der Mais mit Herbizid behandelt werden. Nachdem wir dieses Jahr im Weizen darauf verzichten, geht es im Mais leider nicht ohne eine chemische Unkrautbehandlung. Ausserdem wollen wir rund um die Hofgebäude das Gras mulchen, in den Brachen sind Blacken und Disteln zu entfernen und in der extensiven Weide unter dem Schlatthof müssen mit der Motorsense die Brombeeren zurück gedrängt werden. Hinzu kommt noch das Mähen des Waldsaumes hinter dem Hühnerhof. Dort können wir jährlich jeweils nur die Hälfte mähen. In der anderen Hälfte wachsen innerhalb des einen Jahres ziemlich grosse Bäume, die wir dann kurz vor dem Mähen wieder entfernen müssen. Aber diese Woche ist wohl zu kurz für all diese Arbeiten.....

18. - 24. Mai

Die von uns angesäte Rotationsbrache steht in ihrem 1. Jahr. Deswegen zeigen sich jetzt Mohn und Kornblumen in ihrer schönsten Pracht und durch die Grösse der Felder ist die Wirkung beeindruckend. Gestern Sonntag standen um halb acht Uhr früh am Morgen bereits 4 Personen mit Kameras und riesigen Teleobjektiven rund um die Mohnfelder in der Reinacher Ebene. Aber auch normale Spaziergänger können nicht anders als stehen bleiben, um ihren Handys Fotos zu machen, wobei es eine Herausforderung ist, dabei wirklich gute Resultate zu erzielen. In Natura wirkt das Ganze noch viel beeindruckender, vor allem, wenn dann noch der Wind darüber streicht. Die Brache bleibt für ca. 3 Jahre stehen, aber nur im 1. Jahr gibt es erfahrungsgemäss so viele Mohnblumen. Später kommen dann Margeriten und andere Blumen dazu und es ergibt sich ein anderes Bild. Die Insekten und andere Tiere freut es. Und nein, das ist nicht Bio, sondern es gehört zum Biodiversitätsprogramm von IP - Suisse.

 

 

Auch in unseren Weizenfeldern kommt viel Mohn auf. Dafür gibt es 2 Gründe: Erstens ist der Weizen sehr kurz geblieben, weil der April so trocken war. Dadurch kommt immer noch viel Licht zum Boden. Deswegen hatte der Mohn gute Bedingungen, um zu wachsen. Und zweitens war auf dem besonders stark betroffenen Feld zuvor eine Brache mit vielen Mohnblumen, deren Samen jetzt die günstigen Bedingungen nutzten.

Der Spielplatz ist jetzt seit 2 Wochen wieder offen und letztes Wochenende waren erstmals wieder richtig viele Leute da. Es herrschte also wieder Normalbetrieb. Obwohl es natürlich schön ist zu sehen, wie viel Spass es den Kindern auf dem Bauernhof macht und auch die erwachsenen Begleitpersonen den Aufenthalt bei uns zu geniessen scheinen, müssen wir doch zugeben, dass die 2 ruhigen Monate während der Coronakriese für alle die auf dem Hof wohnen und arbeiten eine angenehm entspannende und erholsame Zeit war. Vielleicht sollten wir jedes Jahr eine 2 - monatige Pause einlegen beim Spielplatzbetrieb. Das ist zumindest eine Überlegung wert.

 

Im Stall ist immer noch der Frühjahrsputz aktuell. Dazu gehört auch der Melkmaschinenservice. Morgen kommt der Spezialist, der zusammen mit Christian die Maschine in Einzelteile zerlegen und reinigen wird. 

 

Ebenfalls diese Woche wird ein Experte vorbeikommen, um das Äussere von einigen unserer Kühe zu beurteilen bezüglich Proportionen, Körperhaltung etc. Wie so Vieles, war auch das in den letzten 2 Monaten nicht möglich und muss jetzt nachgeholt werden.

11. - 17. Mai 2020

Die Wiedereröffnung des Spielplatzes letztes Wochenende ist ruhig verlaufen. Es waren nur wenige Besucher da. Somit waren unsere Befürchtungen bezüglich Abstandsregeln und grossen Gruppenansammlungen unbegründet. Glücklicherweise stellt sich die Normalität erst langsam wieder ein. Wir haben während der Zeit, als der Spielplatz geschlossen war, den Spendentrichter restauriert und die alten Bänke ersetzt, sowie zusätzlich neue aufgestellt. Es ist noch nicht klar, wann wir das Holder - Rümli wieder eröffnen wollen oder können. Mieten kann man es auf Zusehen hin. Annullationsgebühren verlangen wir deshalb keine.

Unser Testversuch mit herbizidlosem Weizen  zeigt uns, dass es nicht so einfach ist, Chemie durch Mechanik zu ersetzen.  Der Weizen droht trotz Striegeln mit Klebern überwuchert zu werden. Christian hat nochmals einen Striegel gemietet, ihn am Traktor angehängt und versucht mit diesem die Klebern auszureissen. Es ist nur teilweise gelungen, weil man vorsichtig agieren muss, damit der Weizen nicht beschädigt wird und wir beobachten auch Schäden durch die Fahrspuren des Traktors. Um das Ganze von Hand zu machen, bräuchten wir ein paar Dutzend Gratisarbeitskräfte.

 

 

 

Die neu angesäten Brachen blühen und wie immer zeigt sich in ihrem ersten Standjahr der Mohn ganz prächtig. Wir rechnen mit einer Blühdauer von 3 - 4 Wochen.

4. - 10. Mai 2020

Unfreiwillige Komik zu Zeiten von Corona: Eine Frau kommt zu Christian ins Tenn. Sie kommt ihm zu nahe und er weicht zurück, sie setzt nach und er weicht nochmals zurück. Sie kommt nochmals nach und da bittet er sie, doch die 2 Meter Abstand einzuhalten. Sie entschuldigt sich und weicht zurück. Endlich darf sie ihr Anliegen vorbringen: Ob er vielleicht im Verkaufsraum einschreiten könne. Es seien zu viele Leute drin, der Abstand könne nicht eingehalten werden.....

 

Am Samstag, den 9. Mai öffnen wir probeweise den Spielplatz wieder. Sollten sich zu viele Besucher bei uns aufhalten oder die Abstandsregeln nicht eingehalten werden (insbesondere auch zu uns, s.o.), werden wir ihn wieder schliessen. Die Dame im oben erwähnten Beispiel war übrigens nicht die einzige Kundin, die sich wohl der Abstandsregel bewusst ist, diese aber gegenüber dem Landwirt vergisst. Man fragt sich, ob viele Menschen unbewusst annehmen, dass ein Landwirt nicht krank werden oder ansteckend sein könnte.

 

Unsere Kulturen können sich erholen. Wir hatten in den letzten Tagen 25 mm Niederschlag. Das sind 25 Liter Wasser pro m2. Das ist schon mal was.

Letzte Woche haben wir einen neuen Zugang zu den Eseln fertig gestellt. Bis anhin musste man durch den Privatgarten laufen, um zu den Eseln zu gelangen. Das waren nicht nur die Eselbetreuerinnen, sondern z.B. auch die Kinder der Esel Gruppe "Les Amies des Anes" oder die Kinder des Autismuszentrum Aesch, die regelmässig die Esel besuchen etc. Es waren immer mehr Leute, die durch den privaten Garten pilgerten und der Personenverkehr wurde uns langsam zu viel. Es waren viele Leute dabei, die wir gar nicht kannten. Das war uns unangenehm. Deshalb haben wir das Törchen bei den Schweinchen umgebaut und mit einem Schloss versehen, zu dem nur die Berechtigten einen Schlüssel haben. Damit man trockenen Fusses zu den Eseln gelangen kann, haben wir Verbundsteine gelegt, vom Törchen bis zum befestigten Platz bei den Eseln.

 

Diese Woche wollen wir den Kuhstall reinigen. In erster Linie geht es darum, alles Feuchte oder Nasse aus den Liegeboxen der Kühe zu entfernen und frisch einzustreuen. Frisch eingestreut wird zwar wöchentlich, aber 1 x jährlich gibt es eine Frühjahrsputz. Vor dem Einstreuen werden wir noch Fliegenköder streuen, das ist ein zudem Häutungshemmer für die Fliegenlarven. Ist alles trocken und der Häutungshemmer gestreut, bestehen gute Voraussetzungen, dass sich die Fliegenpopulation schon ganz am Anfang einschränken lässt.  Die exponentionelle Wachstumskurve ist uns allen ja mittlerweile von Corona her geläufig. Diese wollen wir auch bei den Fliegen vermeiden oder zumindest hinausschieben. Ebenfalls eine gute Wirkung gegen Fliegen haben die beiden grossen Ventilatoren im Stall. Sie laufen schon seit Anfang April. Fliegen mögen keine Zugluft. 

 

 

27. April - 3. Mai

Wir haben alles Gras vorzeitig gemäht, weil nichts mehr gewachsen ist und die Gefahr bestand, dass es vertrocknet und Nährstoffe verliert. Wir machten Siloballen daraus und es gab eine Ertragseinbusse von ca. 30 %. Wir erwarten noch 3 weitere Schnitte dieses Jahr und die Verluste können noch wettgemacht werden.

 

Der Roggen ist wegen der Trockenheit und Wärme 2 Wochen früher als sonst und ist bereits am Aehrenschieben. Zusätzlich ist er sehr dünn und nur etwa 40 cm hoch, statt 1 Meter oder mehr. Auch der Weizen ist nicht mehr gewachsen und an den trockensten Stellen stirbt er ab. Dünger, der am 2. April gestreut wurde, liegt immer noch dort. Er konnte nicht aufgelöst werden. Am Dienstag dieser Woche hatten wir 3 mm Regen. Das ist wenig, aber es soll diese Woche noch mehr Regen geben. So ist noch nicht alles verloren und wir werden erst bei der Ernte sehen, was am Ende übrig bleibt. Anfang Jahr haben wir eine "Trockenheitsversicherung" abgeschlossen. Diese gleicht Ertragseinbussen teilweise wieder aus. Wir denken, dass wir sie dieses Jahr beanspruchen werden. 

 

Vor dem grossen Regen, auf den wir hoffen, haben wir am Dienstag noch Gülle ausgebracht. Mit dem Regenwasser wird sie eingeschwemmt und die Nährstoffe stehen so der Pflanze zur Verfügung. Wenn es nicht regnet, verflüchtigt sich vor allem der in der Gülle enthaltene Ammoniak in die Luft. Dabei wird einerseits die Luft belastet, andererseits fehlt den Pflanzen dieser wertvolle Dünger. 

20. - 26. April

Wir sind alle gesund und auf dem Hof ist es angenehm ruhig. Es gibt zwar viele Spaziergänger, Paare, Familien mit Kindern, oft auch grössere Kinder, die vorbeikommen und kurz Halt machen bei den Tieren, aber sie halten sich an die "Corona" - Regeln und bleiben nicht lange. So sind immer nur wenige Menschen gleichzeitig auf dem Hof. Das Holder - Rümli bleibt weiterhin ungenutzt und Führungen gibt es keine. Besprechungen und Sitzungen finden online statt und so ist man immer zuhause und kann sich auf die Landwirtschaft konzentrieren.

 

Die Schlachtviehpreise sind ziemlich plötzlich gesunken. Es braucht viel weniger Schlachtkühe, die in unserem Fall vor allem für die Hamburger bei McDonalds genutzt wurden. Das spüren wir auch. Ebenso ist der Konsum von Rind- und Kalbfleisch stark rückläufig. So ist plötzlich ein Überangebot entstanden und die Preise fallen.

 

Saisonarbeiter können nicht einreisen und viele Betriebe haben zu wenig Arbeitskräfte. Zum Glück betrifft uns das nicht. Familie Maidan lebt seit 2014 auf unserem Betrieb.

 

Der Hofverkauf von Milch und Eiern ist immer noch wesentlich höher als vor Coronazeiten. Oft sind die Eier am frühen Nachmittag ausverkauft. Wir stossen da einfach an unsere Grenzen. Bis zugekaufte Junghennen (falls überhaupt erhältlich) Eier legen, ist die Krise, immerhin was Eier betrifft, wohl vorbei. Abgesehen davon haben wir nicht Platz für mehr als unsere 1000 Hennen.

 

Im Übrigen können wir in Ruhe unserer gewohnten Arbeit nachgehen und geniessen einerseits das dauerhaft schöne Wetter beim Arbeiten, andererseits warten wir aber auch sehnlichst auf Regen, dessen Mangel für uns viel grössere Auswirkungen hat als der Virus.

13. - 19. April

Wir haben ein ruhiges Osterwochenende hinter uns. Trotz wunderschönem Wetter sind wegen Corona keine Besucher auf dem Hof. Das ist schon ungewohnt, keine spielenden Kinder, keine Erwachsenen, die in der Sonne sitzen und plaudern... Der hohe Bedarf an Eiern hat etwas nachgelassen, ist aber immer noch deutlich über dem Gewohnten.

 

Jetzt finden wir auch die Zeit, die alten morschen Holzbänke auf dem Spielplatz zu ersetzen. Für einen günstigen Preis konnten wir nach Absprache mit dem Förster gefällte Eichenstämme aus dem Wald holen. Daraus machen wir die Bänke, die dann wieder ein paar Jahre halten sollten.

Für Diamond, das alte weisse Pony, wurde auf einem Bauernhof in der Nähe ein neues Plätzchen gefunden. Der Besitzerin wurde nebst ihrem Job die Versorgung und Pflege zu viel. So hat Diamond einen Platz gefunden, wo alle Arbeit von jemand anderem erledigt wird. Und er hat wieder Artgenossen um sich, nachdem sein alter Kamerad ja letztes Jahr gestorben ist. Bei uns nehmen nun die 5 Esel allen Raum für sich in Anspruch. Das braucht noch ein paar Anpassungsarbeiten. Weil die Öffentlichkeitsarbeit mit den Eseln zugenommen hat und auch mehr Betreuerinnen da sind, wollen wir einen anderen Zugang zu den Tieren anlegen, damit nicht mehr so viele Menschen durch unseren Garten zu den Eseln laufen. Es braucht einen neuen befestigten Weg.

 

Bei diesem prächtigen Frühlingswetter ist es leider schon wieder viel zu trocken. Nichts wächst mehr. Wir wollen deshalb das Gras zumindest dort mähen, wo später der Mais gesät werden soll. Nach dem Abräumen der Siloballen kann dann auch gleich der Mist aufs Feld gebracht werden und auch etwas Gülle, denn das Loch ist auch schon wieder voll.

6.- 12. April

Nebst der Mühsal mit dem Coronavirus bleibt die Welt doch nicht stehen. Auf unserem Hof sind wir bis jetzt wenig betroffen, können weiterhin unsere Arbeit verrichten und unserer Kernaufgabe nachgehen, nämlich Nahrungsmittel zu produzieren. Auch die Überlegungen der Landwirte, wie sie umweltschonender und doch ökonomisch Landwirtschaft betreiben können, gehen weiter. Beim Label IP - Suisse hatten wir bisher schon beim Getreide keine Insektizide und keine Fungizide mehr verwendet. Dafür haben uns Migros, Denner, Hiestand (der die Tankstellenshops beliefert), Volg und viele kleinere Bäckereien einen etwa 10 % höheren Preis für Brotweizen bezahlt. Den brauchen wir auch, weil die Erträge entsprechend geringer sind. Nun wollen wir bei IP - Suisse noch weiter gehen und auch keine Herbizide mehr einsetzen. Da ist das Risiko für einen Ertragsausfall noch grösser und die Risiken können sich auch in den Folgekulturen noch verstärken, wenn z.B. alles verunkrautet ist. 

Statt zu spritzen, also das Unkraut chemisch zu vernichten, wird jetzt gestriegelt. Auf dem Bild sehen wir einen solchen Hackstriegel an unserem Traktor. Allerdings muss es dabei trocken sein und der Erfolg ist nicht hundertprozentig. Ein schöner Teil des Unkrauts bleibt zurück. Für den Bauern bedeutet das Ganze: Der Aufwand für ihn wird grösser, er braucht eine neue Maschine und der Ertrag an Weizenkörnern fällt geringer aus. IP - Suisse sucht nun einerseits Bauern, die dieses Risiko eingehen wollen und andererseits Verarbeiter und Detailhändler, die wiederum bereit sind den (nochmals) höheren Preis zu bezahlen, und die daran glauben, dass der Konsument bereit ist das etwas teurere Brot zu kaufen. Migros sieht genau hin und beobachtet einfach, dass die Kunden auch beim Brot immer noch auf den Rappen schauen. Es ist leider immer noch so, dass nicht die Konsumenten nach nachhaltigen Produkten fragen, sondern viel eher die Bauern diese gerne herstellen und verkaufen möchten, aber an der mangelnden Nachfrage scheitern. Mit dem momentanen Hauptpartner der IP - Suisse, der Migros, wurde nun nach zähen Verhandlungen jemand gefunden, der bereit ist, einen Versuch zu wagen. IP - Suisse wird diesen Herbst zwischen 8- und 10-tausend Tonnen pestizidfreien Weizen an die Migros verkaufen können. Jetzt müssen aber noch mehr Bauern gefunden werden, damit diese Menge auch geliefert werden kann. Es bleibt die Frage, ob der Konsument jetzt nicht wegen einer anstehender Rezession weiter sparen will und nicht bereit ist, mehr für nachhaltig produzierte Nahrungsmittel auszugeben -  oder ob er die Coronazeit für gründliches Nachdenken über den Zustand dieser Welt nutzt und neue Wege finden will für ein klima- und biodiversitätsfreundliches Verhalten.

 

Übrigens: Für unsere Feldhasen heisst das, dass sie nicht mehr mit Chemikalien geduscht, sondern maschinell gestriegelt werden. Was ihnen wohl mehr behagt? 

 

30. März - 5. April 2020

Unsere Hühner sollen nicht nur möglichst viele Eier legen (zur Zeit hat es ja überall zu wenig), sondern wir wollen auch weiterhin eine gute Qualität liefern. Vor allem der Geschmack wir von vielen unserer Kunden gerühmt. Wir denken, der gute Geschmack kommt vom Aufenthalt im Freien, und dass die Hühner da die Möglichkeit haben, Würmer und Gräser zu schnabulieren. Unser Hühnerhof ist jetzt allerdings völlig kahl gepickt und wir mussten ihn neu ansäen. 

Deshalb haben wir unsere Ponyweide jetzt zur Hühnerweide umfunktioniert. Unsere Hühner werden sie die nächsten 3 - 4 Wochen nutzen, damit das Gras im Hühnerhof wachsen kann und nicht schon beim Keimen aufgepickt wird. Allerdings mussten wir dazu die Strasse Richtung Landi sperren. Das macht im Moment aber nichts, weil sie sowieso für Fahrzeuge gesperrt ist. Der neue Belag muss sich erst festigen. Ausserdem ist ja auch der Spielplatz geschlossen und es sind kaum Leute da. Somit haben wir den best möglichen Zeitpunkt gefunden für diese Aktion. Wir hoffen jetzt, dass das neue Gras möglichst rasch spriesst, was bis jetzt schwierig war, weil wir einige sehr kalte Nächte hatten. Der Frost bis - 5° verlangsamt das Wachstum. Er hat auch unser weniges Obst geschädigt, also die Kirschen, Pfirsiche, Quitten, Zwetschgen und Mirabellen. Hinzu kommt noch, dass es bei diesem wunderschönen Frühlingswetter leider bereits wieder zu trocken ist. 

23. - 29. März 2020

Hier ein Video vom ersten Weidegang unserer Tiere dieses Jahr. Die reine Freude! 

 

https://www.mycloud.swisscom.ch/l/P00ABA48E309559ED796AC79A10C6401DB22C60871ED2251DBC700FD79F843149?preview=Storage::Photos::Asset::OFh3dEl2SXNaUkdCclpxWnNUUlgvUT09

 

Wir sehen: Auch bei den Kühen gibt es sportliche und eher träge Tiere. Lebhafter sind vor allem die Jüngeren. Aber auch bei unserer Gruppe gibt es grosse Unterschiede. Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter. Aber am ersten Weidetag bleibt keine Kuh im Stall und alle freuen sich. Zudem war herrlich warmes Märzwetter.

 

Der Hof ist jetzt halt, trotz schönem Wetter, fast wie tot, weil alles abgesperrt ist und die Besucher fast vollständig ausbleiben. Ausser: Die Kundschaft für Milch und vor allem für Eier hat stark zugenommen. Es wird ja auch vermehrt zuhause gegessen und es braucht deshalb vermehrt Grundnahrungsmittel. In der Gastronomie werden oft billige Importprodukte eingesetzt (natürlich nicht überall!). Jetzt, wo in den Geschäften die Regale leer gekauft werden, besinnt man sich vermehrt auf die heimische Landwirtschaft und versucht beim Direktverkauf zu ergattern, was man kriegen kann. Das spüren die Bauern, nicht nur bei Eiern, sondern auch beim Mehl, beim Gemüse, etc. Leider können sie nicht über Nacht mehr ernten und unsere Hühner arbeiten, wie gesagt, nicht auf Kurzarbeit, sondern erledigen ihre Arbeit zuverlässig wie eh und je. Trotzdem können Sie nicht wider ihre Natur handeln, sondern legen stur immer etwa gleich viel Eier. Wir sind also regelmässig ausverkauft, was früher nicht der Fall war, ausser vielleicht mal an Ostern. Deshalb haben wir zur Zeit etwas Schwierigkeiten, jederzeit immer alle Kunden zu befriedigen.

 

16. - 22. März

Jetzt trifft das Coronavirus auch uns. Führungen und Reservationen des Holder - Rümli sind bis Ende April abgesagt. Das Holder - Rümli ist geschlossen. Das betrifft auch Leute, die darin wie bisher nur einen Kaffee trinken wollen. Den Spielplatz haben wir geschlossen, weil sich bei schönem Wetter sonst zu viele Erwachsene auf unserem Hof tummeln. Es sind ja diese, die als Infektionstreiber gelten und nicht die Kinder. Aber weil die Kinder nicht ohne erwachsene Begleitperson kommen dürfen, blieb uns keine andere Wahl. So haben wir die Zugangsöffnung des gerade erst neu angeschafften Trampolins verschnürt, sämtliche Stühle weggeräumt, alle Spielsachen aus dem Sandkasten entfernt und auch alle Traktörli, Velöli, Rutscherli und Dreiräder fortgeschafft. Bei den 3 Hofzugängen haben wir Plakate angebracht, dass der Spielplatz bis auf Weiteres geschlossen ist.

 

Am Montagnachmittag mussten wir den einen oder anderen überraschten Hofbesucher nach Hause schicken. Sie hatten die Tafeln, die wir unserer Meinung nach unübersehbar an den Hofzugängen aufgestellt hatten, nicht gesehen oder nicht sehen wollen. Selbstverständlich ist der Direktverkauf noch offen und Spaziergänge über unseren Hof sind weiterhin möglich, einfach ohne Kaffeepause oder Picknick.

 

Es gibt aber überall auch Positives zu finden, wenn man es denn sehen will. So haben wir in der nächsten Zeit etwas Ruhe auf dem Hof und dieser gehört auch wieder einmal uns alleine. Das Gras unter den Linden, das in den letzten Jahren immer zertrampelt wurde, kann sich wieder erholen und es wird wieder grün unter den Linden. Und am Montag war unser absoluter Spitzenverkaufstag, was die Eier betrifft: Wir haben 1000 Eier verkauft, also in etwa alles, was unsere Hühner im Verlaufe eines Tages zu produzieren im Stande sind. Da die Kunden in den Läden in ihrer Angst schon alles leergeräumt hatten, hat man sich an uns erinnert. Der Vorrat an Eiern dürfte in den Privathaushalten in Reinach und Umgebung also für längere Zeit sichergestellt sein.

 

Diese Woche wollen wir das Getreide striegeln. Eine Parzelle wird mit einem Herbizid gegen das massenhafte Vorkommen und Wuchern der Klebern behandelt. Und die Kühe dürfen am Mittwochmorgen dieses Jahr das erste Mal auf die Weide. So etwas ist in den letzten 25 Jahren so früh erst 1 Mal vorgekommen....

9. - 15 März 2020

Wie zu sehen ist, musste ein neues Design her für unsere Webseite. Das alte liess sich auf dem Smartphone nicht mehr darstellen, da veraltet. Das bedeutete einen Tag Arbeit. Schliesslich macht man das ja nicht alle Tage.

 

Draussen wird der Feldweg zur Landi Aesch neu gemacht. Wir erinnern uns, dass 2008 die Euro08 in der Schweiz stattfand. Damals durften, bzw. mussten wir Parkplätze für 5000 Autos zur Verfügung stellen. Die Armee erstellte die Parkplätze und erneuerte mit grossem Gerät die Zufahrtsstrassen . Am Ende brachte sie auch alles wieder in Ordnung. Das führte damals dazu, dass der Weg von der Landi bis zum Neuhof erneuert wurde. Nach 12 Jahren ist es jetzt wieder so weit. Die Naturstrasse wurde ziemlich stark genutzt und entsprechend ausgefahren. Es reicht nicht mehr, einfach nur die Löcher mit Kies zu füllen. Die Fahrrinnen sind so tief und so stark verfestigt, dass das Wasser nicht mehr abläuft. Jetzt muss der ganze Weg von Grund auf neu gemacht werden. Zuerst werden die erhöhten Wegränder abgefräst. Dabei wird das Material direkt ins Land geschleudert und fein verteilt. Danach wird über die ganze Weglänge alles 15 Zentimeter tief ausgefräst und wieder festgewalzt. Als Nächstes werden ca. 15 Lastwagen voller Grobmergel aus einer Baustelle in Aesch zugeführt. Dieses Material wird mit einem Steinbrecher in 2 - 3 cm grosse Stücke zerbrochen und anschliessend festgewalzt. Am Schluss wird mit einem grossen Planierschild noch eine Rundung für den Weg erstellt, damit das Wasser gut ablaufen kann und alles noch gewalzt. Danach darf der Weg 3 Wochen lang nicht befahren werden, damit sich alles verfestigen kann.

Das neue Trampolin ist eingetroffen und soll diese Woche in Betrieb genommen werden. Wir wollen es in einer Regenpause aufbauen und es gibt sicher noch ein paar Stunden Arbeit. 

 

Während eine Vorstandssitzung der IP - Suisse wegen Coronavirus abgesagt werden musste , hat die Vorstandssitzung des Getreideproduzentenverbandes am Dienstag stattgefunden. Auch unser Viehzuchtverein, mit dem wir jeweils die Tierschauen auf unserem Hof organisieren, wird diese Woche seine Jahresversammlung abhalten.

2. - 8. März 2020

Letzten Samstag ist das neue Sprungtuch für das Trampolin eingetroffen. Leider gab es aber am gleichen Tag eine gewaltige Sturmböe, die das ganze Trampolin anhob, umdrehte und wieder auf den Boden schlug. Dabei blieb das Trampolin am Pfosten mit der Kasse hängen und das Resultat der ganzen Aktion war ein Totalschaden. Zum Glück war niemand in unmittelbarer Nähe. Das hätte bös ausgehen können. Jetzt müssen wir also ein komplett neues Trampolin bestellen und erst einmal aufräumen.

 

Am Sonntag ist im Stall eine Wasserleitung gebrochen. Sie war alt und verrostet. Christian legte eine Notleitung , damit die Kühe wieder Wasser hatten, denn um die alte Leitung zu reparieren, musste er am Montag zuerst einen neuen Winkelschleifer kaufen. Der alte war in der Woche davor kaputt gegangen.

 

Ausserdem spüren wir bereits erste Auswirkungen des Coronavirus: Am Samstag haben die Gillerugger, die bei uns einquartiert sind, die Wageneinweihung abgesagt. Eine Basler Fasnacht gibt es ja auch nicht. Wir haben also vergebens den Raum neben dem Holder - Rümli einen ganzen Tag lang leergeräumt. Aber das werden wir verschmerzen. Viele andere trifft es ja viel härter. Am Sonntag war ein Kindergeburtstag im Holder - Rümli. Aber es waren nur 3 Kinder dabei. Die anderen 7 eingeladenen Kinder, bzw. deren Eltern haben aus Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus abgesagt.

 

Es gibt aber auch Erfreuliches zu berichten: Am 26. Februar wurde Christian 60 Jahre alt. Das wurde am Samstag, den 29. Februar ausgiebig mit der erweiterten Familie bei Schürchs zuhause gefeiert. Auf dem Neuhof kamen dann zur anfänglichen Verwirrung und anschliessenden Freude von Christian als Überraschung noch viele Gratulanten zum Apéro hinzu. Es waren alles Menschen, die wir zur "Neuhoffamily" zählen und uns schon viele Jahre begleiten. Alle haben Geld zusammengelegt, damit Christian sich einen guten Feldstecher zur Vogelbeobachtung kaufen kann. Damit wurde der Nagel auf den Kopf getroffen. Es war das perfekte Geschenk und Christian hat sich riesig darüber gefreut. Und für Susanna war es eine grosse Entlastung, dass sie weder mit dem Aufstellen, noch mit dem Aufräumen des Apéros zu tun hatte - alles wurde von Neuhoffreunden übernommen. An dieser Stelle nochmals einen ganz herzlichen Dank an alle und ganz speziell an Severine und Sandro.

 

Übrigens: Severine hat uns vor einiger Zeit das Kälbchen Mokka abgekauft und eine Ausbildung für tiergestützte Therapie gemacht. So kann sie statt mit einem Hund  z.B. auch mit dem ausgewachsenen Rind Mocca, das immer noch bei uns lebt, oder mit anderen Bauernhoftieren Therapien anbieten.

 

25.02. - 2.03.2020

Wieder einmal wurde eine unserer Kassen geknackt. Dieses Mal war es die WC - Kasse. Neben der gelben WC - Kabine hatte Christian eine massive Kasse satt an die Wand geschraubt. Die Schrauben liessen sich nur mit grossem Kraftaufwand aus der Wand lösen. Trotzdem ist es jetzt jemandem gelungen, die Kasse eines Nachts zu entwenden. Leider war viel Geld drin, weil wir immer wieder vergessen hatten die Kasse zu leeren. Das ist ärgerlich. Jetzt hängt eine neue Kasse dort, die Christian in die Wand einbetoniert hat. Mal schauen, wie lange das hält! 

 

Ebenso war am Dienstagmorgen plötzlich ein grosser Riss im Sprungtuch des Trampolins - oder war es ein Schnitt? Wir wissen es nicht. Wir werden jedenfalls für Ersatz sorgen.

 

Wie angekündigt, haben wir mit der Heckenpflege zwischen Reinach und Aesch begonnen.

Ursprünglich hatten wir hier vor 25 Jahren eine Buntbrache gesät und nach Absprache mit Experten in die Mitte 3 Reihen Hecken gepflanzt. Diese Hecke hat sich anfangs nur sehr langsam entwickelt, weil in den Kiesböden im Sommer oft das Wasser fehlt. Das ging so weit, dass die noch jungen Büsche im Sommer oberirdisch abstarben, aber im Frühjahr wieder ausschlugen. Sie wurden jedes Jahr kräftiger. Daneben kamen auch Pflanzen auf, die wir gar nicht gesetzt hatten: Hartriegel, Ahorn, verschiedene Brombeerarten. Ein kleiner Wald entstand, aus dem wir - wie schon erwähnt - vor 3 Jahren alle grossen Büsche und Bäume entfernt haben. Nun ging es aber noch schneller. Der Hartriegel ist z.T. 3 - 4 Meter hoch und steht so dicht, dass kein Licht mehr bis zum Boden durchdringt. Dadurch ist der Nutzen für die Biodiversität nicht mehr gross. Der ganze Heckenstreifen gehört aber zum Ökoprogramm des Kantons, wofür wir auch Beiträge erhalten. Deswegen müssen wir jetzt handeln, damit der ökologische Wert und damit unsere Beiträge erhalten bleiben. Wir entfernen über 3 Jahre die Hecke, immer nur ein Drittel, damit genügend Schutz für die etablierte Fauna und Flora bleibt.

17. - 23. Februar 2020

Der Sturm hat einige Ziegel heruntergerissen. Beim Haupthaus auf der Vorder - und Rückseite. Beim Riegelgebäude wurden oberhalb des Holder - Rümlis ein paar Ziegel verschoben, die wir nur wieder richtig hinlegen mussten. Bei den Hühnern wurde zum 3. Mal die mobile Abtrennung umgeworfen und im Innenhof wurden die Spielsachen unseres Bauernhofspielplatzes in alle Himmelsrichtungen davongeweht. Auch das Trampolin fand sich nicht mehr am normalen Standort, sondern vor der Hauswand des Haupthauses, nah am Auto des Mitarbeiters, aber zum Glück ohne dass dieses in Mitleidenschaft gezogen wurde. 

 

Die Ziegel auf dem Dach des Haupthauses haben wir selber ersetzt. Es waren nur wenige und es ging schneller, als wenn ein Dachdecker alles im Auftrag der Gebäudeversicherung repariert hätte.

Nach längerer Pause gab es letzte Woche wieder ein Kälbchen. Wir haben durchgerostete Abtrennbügel im Kuhstall bei den Liegeboxen repariert und verstärkt und am Donnerstag und Freitag war Christian zusammen mit Kollegen in der Lenk zum Skifahren. Er geht 1 bis 2 Tage pro Jahr Skifahren. Also war es das wieder mal für ein Jahr. Den Schnee muss man ja immer mehr suchen. Wie schon der Januar scheint auch der Februar viel zu warm zu werden. Bereits beginnen die Knospen von verschiedenen Sträuchern und Bäumen zu schwellen und das Risiko für einen späteren Frostschaden steigt.

10. - 16. Februar 2020

Vor 25 Jahren haben wir in der Ebene zwischen Reinach und Aesch 3 Heckenstreifen angelegt. Das war ein Teil der Massnahmen, um die Ebene biodiversitätsmässig aufzuwerten. Es wurden Oasen und Rückzugsgebiete geschaffen und diese miteinander vernetzt. Die positiven Resultate sind bekannt. Gerade Vögel sind ja ein sehr guter Zeiger für den Zustand eines Lebensraumes und wir wissen, dass viele - auch seltene - Vogelarten hier brüten. Nicht zuletzt dank der ökologischen Qualität dieses Gebietes konnte ein Grossanlass wie das eidgenössische Schwingfest hier verhindert werden und wir hoffen sehr, dass auch eine Umfahrung Süd um Reinach, wie sie das Parlament im kantonalen Richtplan festlegen will, keine Chance hat, denn es würde genau dieses Gebiet treffen.

 

Die dort eigens angelegten Hecken wachsen und müssen gepflegt werden. Vor ein paar Jahren haben wir 2 Wochen lang daran gearbeitet, sie zu stutzen. Wir haben grosse Holzhaufen erstellt und diese später zu Holzschnitzeln verarbeiten lassen. Nun ist es wieder soweit. Vor allem die Hecke bei der Landi hat sich negativ entwickelt, was heisst, dass sie sehr einseitig geworden ist. Der rote Hartriegel breitet sich fast invasiv aus und überwuchert alles. Wir haben eine Fachfrau hinzugezogen, um herauszufinden, was getan werden kann und sind übereingekommen, dass in den nächsten 3 Jahren jeweils ein Drittel der Fläche völlig zurückgeschnitten und mit Dornengewächsen neu bepflanzt wird. Das diesjährige Zurückschneiden soll in den nächsten 3 Wochen passieren, bevor die Vögel zurück sind.

 

Ebenfalls bei der Landi wurde ein Teil unseres Feldweges ohne unser Wissen von einer Baufirma geteert. Er soll als Zufahrt zur Baustelle bei der neuen Tramunterführung dienen. Diese Baustelle bleibt offenbar während weiterer 4 Jahre bestehen. Davon ausgehend wird der Autobahnvollanschluss Aesch bedient. Schön wäre es, wenn man als Direktbetroffener auch aus erster Hand informiert würde. Vielleicht geschieht das ja noch....

2. - 8. Februar 2020

Die kleineren Kälber sind umgezogen vom vorderen Bereich bei den Kühen, wo wir immer viele Besucher haben, in den hinteren Bereich innerhalb der Scheune. Das Bild links zeigt sie bei ihrem Umzug durchs Tenn. Im vorderen Bereich beim Stalleingang ist im Moment nur noch ein Kälbchen. Aber rund ums Jahr gibt es ja immer wieder Geburten. Pro Kuh und Jahr im Schnitt ein Kalb. Das sind also etwa 50 Kälber im Jahr. Die nächste Geburten erwarten wir bei Veieli und Timothe. Sie werden in ca. 10 Tagen, bzw. in weiteren 10 - 14 Tagen ein Kälbchen bekommen. Veieli und Thimothe sind beide schon älter und haben schon mehrere Geburten hinter sich. Sie haben uns also auch schon viel Milch geschenkt.

Auf dem Bild rechts sind die Kälbchen in ihrem neuen Stall angekommen. Die vorherigen Bewohnerinnen dieses Stalls waren mit 4 Monaten alt genug, um unseren Betrieb Richtung Eptingen zu verlassen. Seit 3 Wochen hatten sie keine Milch mehr erhalten, sondern Wasser getrunken und das gleiche gefressen wie die Kühe. Im Alter von 2 Jahren werden die Tiere dann hochträchtig wieder zurück auf unseren Hof kommen. 

 

In 4 Wochen gehen die abgebildeten Kälbchen dann ebenfalls auf die Reise zu unserem Partnerbetrieb im Bergland von Eptingen.

 

 

27.01. -02.02.2020

Wieder einmal sind neue Legehennen eingestallt worden. Die alten wurden abgeholt und in einen Schlachthof für Geflügel im Aargau transportiert. Dazu mussten die knapp 500 Hühner eingefangen werden und danach in Gruppen à 15 Stück in je eine Transportkiste gepackt werden. Es ist am einfachsten die Hühner im Dunkeln einzufangen. Dann sitzen sie nämlich auf ihren Sitzstangen und schlafen und man kann sie einfach von den Stangen pflücken. So ist dann auch der Transporteur um 22 Uhr eingetroffen, wir haben die Hühner eingefangen und um 23 Uhr war der Spuk vorbei und die Hühner verliessen in Kisten verpackt den Hof. Am nächsten Tag haben wir alle Einrichtungen abmontiert, zum Waschplatz transportiert und dort mit dem Hochdruckreiniger gewaschen. Der Stall wurde ausgemistet und dann ebenfalls mit dem Hochdruckreiniger gesäubert. Legenester, Sitzstangen, Mistbänder, der Fressplatz, Tränken, Boden, Wände, alles musste gereinigt werden. Nach eineinhalb Tagen schmerzen die Arme vom Halten des Hochdruckreinigers, der meistens in Schulterhöhe gehalten werden muss. Danach lassen wir alles trocknen, desinfizieren darauf alles und richten anschliessend alles wieder ein. Am Schluss wird der Stall mit frischem Stroh eingestreut und 3 Tage nach dem Ausstallen treffen die neuen Junghennen ein, die wir in 32 Kisten à je 15 Hühner in den Stall tragen. Wir lassen sie frei und sie machen sich unter wildem Geflatter mit der neuen Umgebung vertraut. Schnell haben sie sich beruhigt  und beginnen im Stroh zu scharren und zu picken.

 

Zum Glück war es nicht zu kalt, sonst hätten wir gar nicht waschen können, weil alles gefroren wäre. Die Ställe sind nicht heizbar, sondern sie werden im Winter durch die Körperwärme der Tiere geheizt. So gefriert das Wasser im Stall nicht. Die Körpertemperatur eines Huhnes beträgt 41,5 Grad. Nachts sitzen die Hühner sehr nahe beieinander und wärmen sich so gegenseitig. 

 

Die neuen Hühner sind erst 18 Wochen alt. Ab der 20. Woche beginnen die ersten von ihnen Eier zu legen. Täglich gibt es ein paar Eier mehr. Momentan haben wir aber schon 30 Eier pro Tag. In 3 Wochen werden alle Hühner Eier legen. Unsere langjährige Kundschaft weiss, dass die Eier von Junghennen klein sind und dass es jetzt wieder nur Kleineier auf dem Hof zu kaufen gibt, natürlich zu reduziertem Preis, bis dann die Eier ca. Ende Februar Normgrösse erreicht haben.

 

Momentan sind wir regelmässig im Stall auf Eiersuche, weil viele Junghennen noch nicht begriffen haben, dass sie ihre Eier in Nester legen sollen. In ein paar Tagen werden sie sich aber zurechtgefunden haben und sich gerne in ein Nest zurückziehen, um ihr tägliches Ei zu legen. So liegen im anderen Stall, wo sich die ältere Hühnergruppe befindet, jeden Tag nur 5 - 6von 450 Eiern am Boden im Stroh.

20.01. - 26-01-2020

Das schöne und warme Wetter haben wir genutzt, um die vielen Dornen und Büsche in der Weide unter dem Schlatthof zurückzuschneiden. Es geht da zuerst um 2 Neophyten: Vor allem die armenische Brombeere wuchert enorm. Bei schonender Beweidung, wie sie bei extensiver Bewirtschaftung gefordert ist, kann sie von den Kühen nicht zurückgedrängt werden. Zudem macht sich das  Berufskraut breit. Wir müssen uns also überlegen, ob die Bewirtschaftungsform "extensive Weide" noch sinnvoll ist. Als estes werden wir im Sommer zusätzlich einen oder zwei Tage aufwenden, um unerwünschte Pflanzen bereits im jugendlichen Stadium zu bekämpfen oder zurückzudrängen. Danach werden wir im Winter nicht mal mehr die Hälfte der jetzigen Arbeit haben.

 

Die Bewilligung vom Amt für Umwelt und Energie (AUE) haben wir erhalten und konnten somit die Gülle ausbringen.

 

Letzte Woche brachte "20 Minuten" einen Beitrag über Hundekot in den Feldern der Reinacher Ebene, worin wir, das Pächterehepaar, zitiert werden. Der Text, wonach Hundekot unangenehm, sogar gefährlich sein kann und wir überhaupt keine Freude daran haben, ist korrekt. Ebenso Christians Feststellung, dass die Leute aber in den letzten 20 Jahren vernünftiger geworden sind. Was uns etwas gestört hat, ist dass jemand da Fotos verwendet hat, die von uns stammen. Aber letzten Endes ist das heutzutage wohl unvermeidbar, wenn man sich auf dem Internet präsentiert.

 

Diese Woche wird es wieder schön, aber weniger warm. Wir werden draussen entlang Hecken und Wegen noch etwas Ordnung machen.

13.1. - 19.1.2020

Unsere Güllegrube ist zu klein, um die Gülle eines ganzen Winters darin sammeln zu können. Aber im Winter sollte keine Gülle auf die Felder gebracht werden. Wenn der Boden gefroren ist, besteht die Gefahr, dass die Gülle abgeschwemmt wird, oder dass zu viel Ammoniak in die Luft steigt, wenn die Gülle nicht in den Boden versickern kann. Aber die Winter sind wärmer als früher und diese Woche soll es wieder über 10° warm werden. Hinzu kommt noch, dass unser Land topfeben ist und deshalb nichts oberflächlich abfliessen kann. Es beginnen sogar bereits Vegetationsaktivitäten und die Nährstoffe können von den Pflanzen aufgenommen werden. Somit sollte es diese Woche unserer Meinung nach möglich sein in unserer Güllegrube etwas Platz zu schaffen. Allerdings benötigen wir dazu die Bewilligung des Amtes für Umweltschutz und Energie und werden also als erstes diese einholen müssen. Bis dahin muss die Gülle mehrmals aufgerührt werden, weil sich viel Stroh darin befindet. Dieses bildet eine Schwimmschicht, welche wiederum verhindert, dass die Gülle - weil die Güllegrube schon bald voll ist - vom Stall her in die Grube abfliessen kann. Das Aufrühren ist aber nicht einfach, weil es im Betondeckel der Güllengrube zu wenig Rührlöcher hat. So bleibt das feste Material in den Ecken stecken und staut sich da.

 

Seit November hat sich wieder viel Abfall angehäuft, vor allem Folien der Siloballen, aber auch kaputte Spielsachen vom Spielplatz (diese müssen oft ersetzt werden) und noch viel mehr. Daher ist es für uns natürlich praktisch, dass in Aesch in der Nähe der Landi ein neues Entsorgungscenter entstanden ist. Das ist für uns sehr nah und einfach zu erreichen. Früher mussten wir mit dem Traktor nach Laufen fahren.

 

Bei schönem Wetter wollen wir die Weide unter dem Schlatthof entbuschen. Es ist eine extensive Weide, d.h., um die Artenvielfalt zu erhalten, darf sie nicht intensiv beweidet werden. Das hat dann eben zur Folge,  dass Stauden und dorniges Gestrüpp immer wieder stark nachwachsen. Diese müssen dann immer wieder mit Motorsäge oder Motorsense zurückgedrängt werden, damit nicht die ganze Weide zuwächst.

 

 

6.1. - 12.1.2020

Wir starten in ein neues Jahrzehnt und sind dankbar, dies mit einem gehörigen Rucksack an Erfahrungen tun zu dürfen. Wieviel schwieriger es doch war, 1994 auf dem Neuhof zu starten! Oder 1987 auf dem Mapprach in Zeglingen BL!  Beide Male mussten wir bei Null anfangen. Das erste Mal waren wir ein angestelltes Betriebsleiterehepaar, beim 2. Mal starteten wir als Pächterehepaar. Beide Male waren wir zu Beginn nur zu zweit und mussten uns ein neues Umfeld erschaffen. Ursprünglich kamen wir aus der Ostschweiz. Wir mussten uns beide Male an einem neuen Ort zurechtfinden, Werkzeuge, Geräte und Maschinen anschaffen (beim zweiten Mal auf eigene Rechnung), Bezugsorte für Betriebs - und Unterhaltsmittel finden, Absatzorte erschliessen, ein Betriebskonzept und eine Betriebsphilosophie erstellen, neue Bezugspersonen und Mitarbeiter finden. Es galt und gilt sich ständig zu hinterfragen, sich dem Standort anzupassen und dazu zu lernen, nicht nur, was die klimatischen und topographischen Fragen betrifft, sondern auch was Gemeinde und Politik angeht. Vom abgelegenen Bergbauernhof im Oberbaselbiet, wo sich das zu bewirtschaftende Land von 600 bis 1000 Meter über Meer erstreckte, waren wir umgezogen auf einen Flachlandbetrieb in der Agglomeration mit Tramhaltestelle direkt vor dem Bauernhof. Natürlich war dann die Bewirtschaftung auf dem Flachlandbetrieb viel einfacher, weniger gefährlich und weniger kräftezehrend. Dafür ist die Lage des Betriebes im Flachland weniger idyllisch. Und obwohl beide Bauernbetriebe im gleichen Kanton liegen, bemerkten wir doch starke Mentalitätsunterschiede zwischen der Bevölkerung und den Bauernfamilien im Ober- und dem Unterbaselbiet. Hinzu kamen noch die zahlreichen Mitarbeiter aus anderen Gegenden der Schweiz, aber auch aus dem ehemaligen Jugoslawien, der Türkei und jetzt Moldawien, ganz zu schweigen, von den vielen Expats, die unseren Hof besuchen oder sogar das Holder-Rümli mieten. Jeder Menschenschlag hat seine Vor- und Nachteile und weil wir verschiedene Mentalitäten kennen, hat uns das auch toleranter gemacht.

 

Seit wir - Susanna und Christian - gemeinsam gestartet sind, also seit 1987, hat sich nicht nur das Klima verändert, sondern auch die Landwirtschaftspolitik und es galt sich ständig anzupassen. Vieles fällt uns heute viel leichter. Der Betrieb ist so eingerichtet, dass wir rationell und speditiv arbeiten können. Wir wissen, an wen wir uns bei Fragen wenden können, haben ein grosses Beziehungsnetz, viele Helfer und Freunde und natürlich auch einen grossen Erfahrungsschatz. Und mit dem Alter wird man auch ruhiger. Bei einem Missgeschick fürchtet man nicht immer gleich den Weltuntergang.

 

Immer haben wir uns Ziele gesetzt und tun das heute noch. Nachdem wir den Betrieb aufgebaut haben und nun einige Jahre von der investierten Zeit und dem investierten Geld profitieren konnten, kommt nun eine ganz neue Phase auf uns zu. Das Ende der Berufstätigkeit naht. In 3 Jahren, Ende 2022, wird die Pacht zu Ende sein. Wir haben uns mit der Verpächterin darauf geeinigt, dass wir den Pachtvertrag dann nicht mehr erneuern möchten. Da unsere beiden Jungs einen anderen Weg eingeschlagen haben und es also auch keinen Hofnachfolger aus unserer Familie geben wird, freuen wir uns darauf etwas früher in Pension zu gehen. Bereits zeigen sich andere Abläufe in unserem Alltag. Es geht nicht mehr um Aufbau, Weiterentwicklung und Ideen für die (betriebliche) Zukunft, sondern es geht um den allmählichen Rückzug vom Geschäft und das ist etwas total anderes. Das hat bereits jetzt Konsequenzen: Investitionen werden fragwürdig, einige Betriebsabläufe müssen bereits jetzt angepasst werden. Das ist spannend und wir freuen uns darauf, diese einzelnen Schritte mitzuerleben und zu gestalten und anschliessend wieder einmal einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, für den wir auch schon Weichen gestellt haben.

 

 

23.12.2019 - 5.1.2020

Noch ein paar Tage und auch das Jahr 2019 ist Geschichte. Wie immer in den letzten Jahren teilen wir uns die Arbeits - und Freitage über die Festtage auf. So können beide Familien ein paar Tage Weihnachtsferien geniessen. Die eine Familie hat über Weihnachten frei, die andere über Silvester. Diejenigen, die arbeiten, sind dann ziemlich ausgelastet. Es bleibt am Ende also nur eine halbe Festlichkeit, weil die Versorgung der Tiere jederzeit gewährleistet werden muss. 

 

Den neuen Eselinnen gefällt es prächtig bei uns. Sie sind mit den anderen zusammen und streiten sich nicht. Ihre Lautäusserungen unterscheiden sich klar von denjenigen der anderen und man weiss von weit her, ob es die alten oder die neuen Esel sind, die sich bemerkbar machen.

 

Christian will noch probieren bei 2 - 3 Kühen die Klauen zu kontrollieren. Aber es ist schwierig eine Kuh alleine aus dem Stall und in den Klauenstand zu bringen. Manchmal verweigert sich ein Tier und sperrt sich mit allen Vieren. Es braucht Geduld. Mal sehen, was sich machen lässt.

 

Im Büro gibt es noch viel "Jahresende - Kram" zu erledigen: AHV - Abrechnungen, Lohnmeldungen, Versicherungen, Auflisten der Maschinenstunden und der Arbeitsstunden und des Inventars, Aufrechnen des Treibstoffverbrauches, und, und, und...

 

 

 

Liebe Leser, liebe Neuhoffamily, liebe Neuhoffreunde

 

 

Das war der letzte Blog dieses Jahres und wir bedanken uns bei all den Menschen, mit denen wir dieses Jahr unterwegs sein durften und freuen uns auf neue Begegnungen, Erlebnisse und Geschichten im nächsten Jahr. Wir wünschen euch erholsame Festtage und alles Gute zum neuen Jahr,

 

eure Familie Schürch

 

16. - 22. Dezember 2019

Vor ein paar Wochen haben wir beim Eselstall das Vordach etwas verlängert. Ausserdem haben wir die Lauffläche vor dem Eselstall, die dauernd verschmutzt war, ausgehoben und Verbundsteine gelegt. Das war schon längst fällig, aber der eigentliche Anlass dazu war: Die Ankunft von Tila und Aida, 2 weiteren Eseldamen, die eine neue Unterkunft brauchten. Am letzten Samstag sind sie eingezogen:

Wir freuen uns sehr über diese Erweiterung unserer Eselfamilie und sind gespannt wie die zwei Neuen sich einleben werden. Zum Start leben die beiden Eselgruppen noch durch eine halbhohe Abschrankung im Stall und im Aussenbereich voneinander getrennt. So können sie sich sehen, beschnuppern und einander über die Abschrankung hinweg auch mit dem Kopf berühren - aber sie können nicht aufeinander los. Das wäre an sich normal, weil jeder und jede seinen / ihren Status und sein / ihr Revier verteidigen will. Wir hoffen, dass dieser Rangkampf geringer ausfällt, nachdem die 5 Esel sich schon eine Zeit lang, durch eine Abschrankung voneinander getrennt, aneinander gewöhnen konnten.

 

Bevor wir uns während der Feiertage bei der Tierbetreuung abwechseln, damit jede Familie einmal etwas Ferien hat, wollen wir diese Woche noch bei allen Kühen die Klauen kontrollieren und in Ordnung bringen. Dazu benötigen wir 2 volle Arbeitstage. Auch Mitarbeitergespräche und die Kommunikation von wichtigen Entscheiden und Absichten das neue Jahr betreffend gehören zum zu Ende gehenden Jahr.

9. - 15. Dezember 2019

Zurzeit haben wir 14 Kälber im Alter zwischen 3 Tagen und 3 Monaten im Stall. Für unsere Verhältnisse sind das viele. Deshalb haben wir momentan nebst dem Melken viele Kälber zu tränken. Futter fressen die Kälbchen ja noch nicht viel, aber jedes Kalb erhält am Morgen und am Abend je 3 Liter Milch, die ihm je nach Alter in einem Kessel mit oder ohne Nuggi (Saugschlauch) angeboten werden. Das sind 84 Liter Milch, die pro Tag vertränkt werden müssen. Von den 14 Kälbchen sind 4 männlich, also Stierkälbchen. Sie verlassen den Betrieb im Alter von ca. 4 Wochen. Die anderen werden im Alter von 4 Monaten ins Berggebiet gefahren und dort aufgezogen, um dann als hoch trächtige Rinder zurück zu kehren. Wir werden also in ca. 2 Jahren ziemlich viele junge Kühe zurück erwarten. 

 

Das erste Brennholz wurde auf unserem Betrieb bereits verbraucht. Deshalb muss neues gesägt und gespalten werden.

 

Für diese Woche war auch vorgesehen, allen Kühen die Klauen zu pflegen, bzw. zu schneiden. Aber das müssen wir verschieben, denn es stehen für Christian noch Sitzungen in diversen Gremien an. Alles soll noch vor Jahresende beschlossen, bzw. erledigt werden. Am Dienstag gibt es eine Sitzung am Ebenrain in Sissach, wo die ÖLN Kommission des Kantons über die kantonalen Beiträge und die dazugehörigen landwirtschaftlichen Produktionsprogramme diskutiert und entscheidet. Am Mittwoch wird mit dem Migros Genossenschafts Bund über pestizidfreie Getreideproduktion für die Migros gesprochen und am Donnerstag ist dann die letzte Vorstandssitzung der IP-Suisse in Zollikofen.

 

2. - 8. Dezuember

Diese Woche verlassen 3 ältere Kühe den Neuhof Richtung Schlachthof. Sie wurden nicht mehr trächtig und geben nur noch wenig Milch. Es sind aber schon mehrere unserer Rinder trächtig aus dem Berggebiet zurückgekommen. So entsteht keine Lücke. Es sind im Gegenteil zur Zeit eher zu viele Kühe und Rinder auf dem Betrieb. Es ist eine Herausforderung, immer die passende Anzahl Kühe in unserem Stall zu haben: 

 

Viele Tiere brauchen mehr Platz und mehr Futter und sie geben auch mehr Arbeit. Bei zu wenigen Tieren ist logischerweise der Ertrag auch kleiner. Es hat aber auch andere Nachteile: Im Winter ist es dann schwieriger die Stalltemperatur über dem Gefrierpunkt zu halten und die Wasserleitungen im Melkstand und im Waschraum können einfrieren. Und Ende Winter ist dann vielleicht zu viel altes Futter vorhanden und die vorhandenen Maschinen werden so nicht optimal ausgelastet.

 

In den nächsten 4 Wochen werden noch 4 Rinder zurückkommen, sowie 1 oder 2 Kühe unseren Hof verlassen. Danach sollte aber für ein paar Monate Ruhe einkehren.

 

Im Schopf haben wir ein Lager aus Bauholz und Brettern. Das ist sehr praktisch, denn bei Bedarf können wir darauf zurückgreifen, sei es für Reparaturen oder um etwas Neues herzustellen. Weil es uns immer reut wieder verwendbares Holz wegzuwerfen, ist das Lager mittlerweile definitiv zu gross geworden. So wird diese Woche aufgeräumt, aussortiert und etwa die Hälfte des Materials zu Brennholz geschnitten. Die 25 - 30 cm langen Stücke werden auf einen Anhänger geladen und bei Gelegenheit zu Scheiten gespalten.

 

Das Mähwerk und ein Betriebsauto müssen diese Woche vorgeführt werden. Deshalb gibt es da noch einiges in Stand zu stellen.

 

Es wird diese Woche erstmals in diesem Jahr nachts gefrieren und wir müssen Fahrzeuge und Gebäude darauf vorbereiten.

25.11. - 1.12.2019

Wer erinnert sich noch an Mocca, das Limousinkälbchen, das im Juni 2018 geboren wurde? Im Werbefilmchen für Denner vom Sommer 2018 kann man es noch als Kälbchen sehen. Jetzt ist Mocca 1 1/2 jährig, beinahe ausgewachsen, ruhig, eher eine gemütliche Dame und vor allem sehr zutraulich. Gehören tut sie ja nicht uns, sondern sie hat eine Besitzerin, die sie täglich ausführt und schult für den Einsatz bei einer Tiertherapie. Mocca hat also quasi Kost und Logis bei uns. Das schöne Leben hat sie jetzt aber nicht davor bewahrt mit einer Infektionskrankheit an den Klauen angesteckt zu werden. Mortellaro heisst das und kommt in unserer Herde immer wieder vor. Bemerkt haben wir es, weil Mocca ganz leicht zu hinken begann, denn natürlich ist das schmerzhaft für das Tier. 

So kam Mocca also zum ersten Mal in ihrem Leben in den Klauenstand, zwar nicht freiwillig, aber ohne allzu grossen Widerstand. Einmal in diesem Stand gesichert und fixiert, wurde ihr beschädigtes Hinterbein mit einem Band umschlungen und dann mittels einer Kurbel in Arbeitshöhe festgeklemmt. Nur so ist es überhaupt möglich am geschädigten Fuss zu arbeiten, weil das Tier sonst zappelt und sich oder uns verletzt und gar keine Behandlung möglich ist. 

 

 

Das ist wahrlich kein schöner Anblick und höchste Zeit etwas zu unternehmen! Alles wird mit Wasser sauber gewaschen, die Infektionsränder gereinigt, tote Hautteilchen abgeschabt, alles desinfiziert und mit Watte eingebunden. Den Abschluss bildet ein wasserdichtes Klebeband, das zuletzt noch um den ganzen Fuss gebunden wird. Es verhindert, dass Schmutz an die behandelte Stelle gelangen kann 

 

Nach einer Woche ist die Heilung soweit fortgeschritten, dass es keinen neuen Verband mehr braucht. In einer Woche muss Mocca also zur Kontrolle antraben. Manchmal ist dann doch noch ein Verbandwechsel nötig und es braucht eine weitere Woche, bis die Stelle verheilt ist. Wir werden sehen.

 

 

 

 

Langsam wird es Zeit sich um einen Weihnachtsbaum für unseren Hofplatz zu kümmern und um das Montieren des Sternes auf dem Stalldach. Sodann ist der Peugeot  Anfang Dezember vorzuführen und muss vorher noch kontrolliert und vorbereitet werden. Und es braucht noch ein paar Anpassungen beim Eselstall, denn unsere 3 Esel bekommen Mitte Dezember 2 "Gschpänli"!

18. - 24. November 2019

Letzten Sommer fand auf unserem Hof eine Kontrolle aller Elektroinstallationen statt. Das passiert, wie vorgeschrieben, alle 10 Jahre. Dabei werden alle Schalter, Steckdosen, Tableaus, Stromverteilkästen und Unterverteiler kontrolliert. Ebenso die fest installierten Leitungen. Die letzte Kontrolle wurde nicht allzu pingelig durchgeführt, dafür wurde in diesem Sommer umso gründlicher vorgegangen. Der Kontrolleur war während 3 Tagen auf dem Hof! Er hatte sich Notizen gemacht und vieles fotografisch festgehalten. Danach erhielten wir, bzw. die Stadt Basel als Verpächterin, die Aufforderung, alles bis Ende November in Stand zu stellen. Am Montag dieser Woche kam also der Elektriker. Christian hat mit ihm zusammen alle beschriebenen und fotografisch dokumentierten Mängel gesucht. Das dauerte den ganzen Morgen. Danach kam der Elektriker zum Schluss, dass die eingeplante Woche nicht reicht, um alle Mängel zu beheben. Es wird eher 2 Wochen dauern. Zugegebenermassen hat sich auch Christian in den letzten 10 Jahren gelegentlich als Hofelektriker betätigt und dieses oder jenes mehr oder weniger fachmännisch installiert. Aber die diesbezüglichen Mängel bewegen sich im einstelligen Prozentbereich der gesamten Mängelliste. Der Hof ist einfach gross und Vieles ist sehr alt.

 

3 unserer Kuhkälber sind nun 4 Monate alt und werden diese Woche für ca. 2 Jahre nach Seewen, ins Berg- und Aufzuchtgebiet fahren. Gleichzeitig können wir 2 Rinder, die nun 2 Jahre dort ihre "Jugend" verbracht haben, zurücknehmen. Sie sind trächtig und werden in Kürze kalbern und damit zu Kühen werden und Milch produzieren.

 

Innerhalb unseres Stalles kommt es auch zu Gruppenwechseln. Die Kälbchen werden umgruppiert, weil ja jetzt 3 Kälber den Hof verlassen. Die beiden Rinder, die aus dem Berggebiet zurückkehren, werden zu den Milchkühen stossen und von den Milchkühen werden 3 Tiere, die schon seit 7 Monaten trächtig sind, zu den Galtkühen hinüber wechseln. Dort werden sie nicht mehr gemolken und können sich während gut 2 Monaten in Ruhe auf die Geburt vorbereiten.

11.11.2019 - 17.11.2019

Was passiert mit dem von uns produzierten Brotgetreide? Es gelangt in die Verkaufskanäle der IP - Suisse. Diese produziert ca. 25 - 30 % der gesamten Brotgetreidemenge der Schweiz. Beim Weizen sind das etwa 120 000 Tonnen pro Jahr. Dem Vorstand der IP - Suisse stellen sich also jedes Jahr folgende Fragen:

 

 

 

 

  • Wieviel Brotgetreide können wir anbauen lassen?
  • Wie viele potentielle oder gesicherte Abnehmer sind vorhanden?
  • Welche Weizensorten wünschen die Abnehmer?
  • Welche Weizensorten können die Bauern überhaupt anbauen?
  • Wer handelt den Weizen?
  • Wer kauft den Weizen?
  • Was kosten Lagerung, Transport und allenfalls Überlagerung des Weizens?
  • Wie gelangt der Weizen am günstigsten zu den Mühlen?
  • Wie gewährleisten wir die Zertifizierung?
  • Wie erfolgt die Vorfinanzierung der Bauern?
  • Wie machen wir Werbung zusammen mit unsere Partnern im Detailhandel?

Um die Interessen aller Produzenten in der Schweiz - also nicht nur der IP - Suisse - zu vertreten, gibt es den Getreideproduzentenverband. Zudem haben sich die Produzenten, Sammelstellen, Mühlen, Bäckereien und der Detailhandel zu einem Branchenverband - Swiss Granum - zusammengeschlossen, der die Interessen der Branche gegenüber anderen Branchen und der Politik vertritt und auch Qualitätsstandards für die ganze Branche festlegt. Dabei laufen die Interessen innerhalb des Branchenverbandes nicht immer in die gleiche Richtung und man muss sich immer wieder zusammenraufen, was viel Zeit und Energie braucht. Anzumerken ist noch, dass es viele engagierte Bauern gibt, die neben der Arbeit auf ihrem Hof viel Verbandsarbeit leisten. Z.B. ist bei IP - Suisse für jeden Kanton ein Vertreter im Vorstand. Vorgeschrieben ist, dass dieser zuhause einen Betrieb führt.

 

Diese Woche findet die Delegiertenversammlung des Getreideproduzentenverbandes statt und kurz darauf diejenige von Swiss Granum, wo Christian die Stimme der IP - Suisse vertreten darf.

 

Natürlich laufen die Arbeiten auf dem Hof weiter, wo es jetzt im November zum Glück ruhiger geworden ist. Neben der Arbeit mit den Tieren müssen Maschinen gewaschen werden, für einen Traktor, das Mähwerk und ein Auto sind Aufgebote zum Vorführen ins Haus geflattert und in einem Futtersilo ist eine Restmenge Futter alt geworden und verdorben. Diesen Rest müssen wir herausnehmen und auf den Misthaufen werfen.

 

 

4.11. - 10.11.2019

Ein wichtiger Bestandteil des IP - Suisse Labelprogrammes ist die Vernetzung der Ökoflächen auf dem Betrieb. Eine extensive Wiese oder eine Brache muss so platziert sein, dass keine isolierte Insel entsteht. Wildtiere sollen über ein ganzes Gebiet verstreut Lebensgrundlagen vorfinden. Sinnvoll ist eine Distanz von einer Ökofläche zur nächsten von nicht mehr als 300 Metern. Bei IP-Suisse wird kontrolliert, wie hoch der Anteil an Ökoflächen am Gesamtbetrieb ist und wie gut gut diese vernetzt sind. Je besser die Vernetzung, desto mehr Punkte gibt es im IP-Suisse Label - Programm.  Zugleich gibt es vom Kanton Beiträge (sprich: mehr Direktzahlungen), wenn dieser die Vernetzung der Ökoflächen auf dem Betrieb als richtig und sinnvoll erachtet.

 

Ganz natürlich ergibt sich aus dem oben Erklärten, dass wir mit dem ortsansässigen Vogelschutzverein zusammenarbeiten. Er hilft tatkräftig mit. So hat der Verein mit Zaunmaterial, das wir zur Verfügung stellen, an neuralgischen Punkten wichtige Ökoflächen eingezäunt. Das passierte vor einem Monat und nochmals letztes Wochenende. Wir beobachten, dass die meisten Hundebesitzer ihre Hunde vorbildlich im Griff haben, aber leider reichen ganz wenige schlecht beaufsichtigte Hunde aus, um die Wildtiere enorm zu stören. Dabei werden nicht nur die Vögel, sondern auch Rehe und Hase erschreckt, die dann auf der Flucht viel Energie verschwenden müssen, die sie im Frühling zur Jungenaufzucht benötigen oder im Winter, um sich warm zu halten. In den eingezäunten Flächen soll den Wildtieren also mehr Ruhe gewährleistet werden.


Kontakt Pächterfamilie (Landwirtschaftsbetrieb):

Tel. 061 712 08 52

Zum Kontaktformular         

 

 

Susanna u. Christian Schürch                                            

Neuhof                                        

Hauptstr. 138

4153 Reinach   

 

Wir verkaufen keine Katzen und wir  haben keine freien Arbeitsstellen.

                                               

 

Kontakt für alle Fragen zu den Eseln:

Monique Kroepfli

esel.reinach@gmail.com