Aktuelle Arbeiten und Vorkommnisse auf dem Neuhof

19. - 25. Juli

Letzte Woche haben wir tatsächlich Personen über den Hof gehen sehen, die Wollmützen trugen! Nun hat es wohl unglaublich lange und viel geregnet, aber richtig kalt war es nicht. Aber: Ab jetzt werden uns 5 Tage schönes Sommerwetter prognostiziert! Da muss unser Mähdrescher laufen was das Zeug hält! Zuerst müssen mal der Boden und die Körner abtrocknen, was einige Geduld brauchte. Am Sonntag war es noch nicht so weit. Zu hoher Feuchtigkeitsgehalt. Jetzt am Montagmittag ging es aber los. Die Trockenheit ist immer noch nicht optimal, aber das Getreide muss gedroschen werden. Ab Samstag soll es gewittrig werden.

 

 

Da, wo das Getreide am Boden liegt, ist die Gefahr am grössten, dass der Keimvorgang der Körner einsetzt, wenn es wieder regnet. Das Getreide "wächst aus" wie wir sagen und es kann dann nicht mehr als Brotgetreide verwendet werden. Es wird dann zu Futtergetreide und wir haben einen Wertverlust von 20 - 30 %. Zum Glück haben wir bis jetzt nur wenig Lagerfrucht.

Die neuen Hühner fühlen sich sehr wohl und nach 1 Woche Angewöhnungszeit durften sie auch schon auf die Weide. Nach 10 Tagen liegt die Legeleistung bereits bei 50 %. Von den 500 Hühnern gibt es also schon 250 Eier. Es dauert etwa 4 Wochen, bis alle Hühner legen und die Eier auch Normgrösse haben. Unsere Eierkunden fragen uns, warum im Kühlschrank plötzlich kleinere Eier sind (die aber auch nur 40 Rappen das Stück kosten) und möchten gerne grössere. Sind die Eier gegen Ende der Legeperiode aber manchmal extragross, evtl. sogar mit 2 Dottern darin, beschwert sich niemand. Wir sortieren die Eier nur am Anfang der Legeperiode, d.h. wir bieten die Kleineier, die noch keiner Norm entsprechen, während 2 - 3 Wochen exklusiv im Direktverkauf zum günstigeren Preis an. Während der übrigen lohnt sich das Sortieren nicht, weil wir dafür zu wenig Hühner haben. So sind dann oft auch die extragrossen Eier zuerst verkauft, weil man sich bei uns ja die Eier selber aussuchen darf.

 

Unterdessen sind 3 Kälbchen im Stall zu bewundern. alle 3 sind lebhaft und gesund.

12. - 18. Juli

Das Gras im Hühnerhof ist stark nachgewachsen. Wir mähen es nicht, sondern lassen die Galtkühe und die Therapiekuh Mokka drin weiden. Diese Kühe müssen nicht gemolken werden. Deshalb müssen wir sie auch nicht regelmässig in den Stall zurückholen. Nach 2 - 3 Tagen ist alles abgefressen und als nächstes geht es dann in die Eselweide, die gleich nebenan ist. Damit die Tiere auch genug Wasser haben, stellen wir das volle Tränkefass in die Weide. Die Hühner stören sich ebenso wenig an den Kühen, wie umgekehrt. Hier ein Film zur gemeinsamen Weidenutzung:

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Video Hühner und Kühe.mp4
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Die heftigen Gewitter der letzten Tage haben uns nur gestreift und bisher keinen Schaden angerichtet. Dank den ungewohnt grossen Regenmengen ist alles sehr stark gewachsen - was in den letzten Jahren ja gar nicht der Fall war.  Wir kämpfen allerdings mit der Schwierigkeit, dass die Wettervorhersagen oft nicht zutreffen. Beim Grass silieren mussten wir uns beeilen.  Letzten Samstag ist es uns gelungen ein 2 ha grosses Stück zu mähen, anwelken zu lassen und die Silage am Sonntagnachmittag in Folie zu wickeln. Kurz vor dem nächsten Regenguss lagen alle Ballen fertig auf dem Feld und in der nächsten Regenpause konnte Christian sie dann heimholen. Es dürfte aber schwer werden die Getreideernte einzubringen, wenn es so weiterregnet. Es besteht die Gefahr, dass die Getreidekörner nicht richtig abtrocknen können und es zu Qualitätseinbussen bei der Ernte kommt.

5. - 11. Juli 2021

Unsere Brachen verändern ihr Aussehen. Einerseits von einem Jahr zum anderen, andererseits aber auch - und das erleben wir jetzt zum 1. Mal in diesem Ausmass - innerhalb eines Jahres. Vor 3 Wochen dominierten noch der rote Mohn, die blauen Kornblumen und die weissen Margeriten. Jetzt aber ist alles gelb wegen der Färber - Hundskamille und dem Johanniskraut.

 

Endlich wurde in der Nacht auf Sonntag wieder ein Kälbchen geboren. Nach mehr als einem Monat können unsere Besucher also wieder unseren Nachwuchs im Kuhstall besichtigen und bei Glück auch streicheln.

 

Der Hühnerstall ist fertig ausgemistet und auch schon mit dem Hochdruckreiniger gereinigt und am Ende noch desinfiziert worden. Das ist jedes Mal wieder viel Arbeit und anstrengend. Jetzt muss die Anlage noch gewartet werden. Das bedeutet, wenn nötig reparieren, schmieren und neu einstellen von Eiertransportbändern, Mistbändern, Tränken und Fütterungskette. Bis Mittwoch, wenn dann die neuen, 20 Wochen alten Junghennen einziehen, wird alles auch noch frisch eingestreut sein.

Seit einer Woche sind im Ziegengehege unsere

jungen Seidenhühner unterwegs....

Ziegen und Seidenhühner scheinen sich aneinander gewöhnt zu haben, wobei die Ziegen eindeutig die stärkeren sind....wenn sie die Hühner nicht gerade ignorieren.


28. Juni - 4. Juli

Dieses Jahr wird es noch mindestens 2 Wochen dauern bis zur Getreideernte. Bis dahin ist auch unbeständiges Wetter angesagt. In früheren Jahren begann die Ernte in der letzten Juniwoche. Einmal war sie sogar schon am 1. Juli fertig. Das war aber auch ein trockenes Jahr.

 

Wie immer im Juni und Dezember haben wir bei allen Kühen die Klauenpflege durchgeführt. Dieses Mal gab es keine Klauengeschwüre zu behandeln. Bei 2 Kühen mussten wir bei einer hinteren Klaue etwas gegen Mortellaro unternehmen. Das ist sehr wenig im Vergleich zu anderen Jahren. Dieses Mal mussten wir also in der Hauptsache nur bei allen 42 Tieren die nachgewachsene Klauensubstanz zurecht - und zurückschneiden.

 

In dieser Woche werden uns die Hühner stark beschäftigen. Am Dienstagmorgen um 4 Uhr fährt die eine Herde (500 Stück) ab zum Schlachthof. Wir müssen sie also in der Nacht von den Stangen "pflücken" und in Kisten verpacken. Danach wird der ganze Stall ausgemistet, mit dem Hochdruckreiniger ausgespritzt, desinfiziert, allfällige Defekte werden repariert und es wird neu eingestreut. Nächste Woche werden dann 500 neue Junghennen einziehen.

 

Das Kraftfuttersilo für die Kühe ist leer und wird am Donnerstag aufgefüllt, damit unsere Kühe nahtlos genug Futter bekommen. In einem der Hochsilos ist die Maissilage zur Neige gegangen. Bis Mittwoch haben wir Zeit, die Silofräse zu wechseln. Das ist ein ziemlicher Aufwand und vor allem eine nicht ungefährliche Kletterei. 

21. - 27. Juni

Schon wieder Sommersonnwende! Die Zeit läuft für uns wirklich schnell. Bei heissem Wetter haben wir letzte Woche das Gras zum zweiten Mal gemäht und Siloballen gemacht. Wegen der Hitze ist das Gras dafür fast zu trocken geworden. Für Silage sollte es ja nur angewelkt sein. Der Regen am Sonntag war nötig und für diese Woche ist ja für jeden Tag Regen vorausgesagt. Das ist erfreulich.

 

Wir spüren, dass sich die Coronalage verbessert hat. Es kommen wieder Buchungen für das Holder - Rümli in normalem Umfang und Christian hat seine üblichen Juniführungen. Der Juni ist bei Kindergärten und Schulklassen beliebt. Aber auch Kindergeburtstage mit Führungen sind gefragt. Letzte Woche hatten wir 5 Führungen.

 

Ab Montag dieser Woche haben wir eine neue Attraktion auf dem Neuhof: Seidenhühner. Für sie wurde in der letzten Woche bei grösster Hitze im Ziegengehege ein Stall gebaut. Den Ziegen haben sie nicht so gefallen, diese Aktivitäten in ihrem Zuhause. Aber so oder so müssen sich jetzt Seidenhühner und Ziegen aneinander gewöhnen. Die Hühner gehören Severine und sie betreut sie auch. Interessant bei Seidenhühnern ist, dass sie nicht gerne auf der angebotenen Sitzstange nächtigen, sondern lieber auf dem Flachen bleiben. Dort kann sie Severine auch mittels Kamera beobachten und wir sind gespannt, ob das solarbetriebene Hühnertörchen dann auch wunschgemäss funktioniert.

 

Diese Woche sollte endlich wieder einmal ein Kälbchen zur Welt kommen. Der Kälberstall war jetzt 3 Wochen leer. Das ist noch nicht oft vorgekommen und die Besucher fragen auch ständig, was denn los sei. Aber nichts ist los. Das kann einfach passieren.

14. - 20. Juni

Eine Kuh hatte eine Fussverletzung. Oft merken wir das erst, wenn das Tier hinkt, weil der Schmutz an der Klaue eine oberflächliche Verletzung verdeckt. Wir haben die Kuh im Klauenstand fixiert und die Wunde geöffnet, damit der Eiter abfliessen konnte und alles gereinigt und desinfiziert und einen sauberen Verband angelegt, damit die Wunde nicht wieder verunreinigt wird. Leider wurde es nicht besser und schon bald musste der Tierarzt her. Der fand dann ein tiefer liegendes Problem: Die Verletzung ging bis auf den Knochen. Dieser hätte freigelegt werden müssen und es wären 2 - 3 Nachbehandlungen nötig gewesen, ohne eine Garantie, dass es wirklich gut kommt. Also entschieden wir, die Kuh zu schlachten, was heute der Fall war. Das war möglich, was nicht selbstverständlich ist. Oft kann ein Tier, wenn es krank ist und insbesondere, wenn es ein Antibiotikum erhalten hat, nicht geschlachtet werden. Es wird dann eingeschläfert und kommt in die Verbrennung. Das kommt bei uns alle 2 - 3 Jahre einmal vor.

 

Letztes Wochenende wurden die beiden Agrarinitiativen hoch abgelehnt. Wir sind sehr erleichtert und dankbar, dass eine Mehrheit der Bevölkerung unsere Schweizer Landwirtschaft unterstützt hat. Selten hat uns eine Abstimmung im Vorfeld so stark beschäftigt und auch emotional getroffen. Wie gross das Unverständnis und auch die Ahnungslosigkeit einiger vehementer Befürworter war! Wie gereizt die Stimmung! Wie oft wurde es unmöglich zu diskutieren!  Dabei wär es in der heutigen Zeit doch so wichtig aufeinander zu hören und gemeinsam Probleme anzupacken, nicht nur mit Ideologie und erhobenem Zeigefinger, sondern ganz pragmatisch, Schritt für Schritt, um den Klimawandel aufzuhalten und die Biodiversität zu fördern! Wir hoffen sehr, dass das in Zukunft wieder möglich sein wird.

 

Immer noch blühen unsere Brachen und wir empfehlen Ihnen zur Entspannung einen Spaziergang um unsere Felder.

7. - 13. Juni 2021

Wieder einmal sind viele Spaziergänger eifrig am Fotografieren unserer Brachen. Ende Mai / Anfang Juni ist da die Blütenpracht am höchsten. Es gibt verschiedene Brachen: 1 -, 2 - und 3 - jährige, aber auch mehrjährige. Da, wo die Brache im letzten Herbst angesät wurde, blühen in diesem Jahr vor allem der Mohn und die Kornblumen. Auch vorhanden sind aber: Waldnelke, Wegwarte, Johanniskraut, Schafgarbe, Kornrade, Flockenblume, Margerite und viele weitere. Im 2. Jahr macht sich dann vor allem die Margerite breit, die ja auch Wucherblume heisst. Es dominieren dann nicht mehr bloss Rot und Blau, sondern die Farben werden vielfältiger. Je mehr Jahre vergehen, desto geringer wird dann die Blütenpracht. Dafür nimmt die Struktur zu, das heisst: Es wachsen grössere Stauden und schliesslich gar Büsche und diese bieten wiederum ideale Rückzugsmöglichkeiten für Tiere. Mit Fotofallen haben wir Steinmarder, Hasen, Rehe, Dachs und Fuchs gesehen. Rehe haben sogar Junge in den Brachen. Gelegentlich gibt es auch den Besuch von Wildschweinen. Die vielen Blumen bieten auch Nahrung für Insekten. Diese ermöglichen vielen Vogelarten sich hier zu ernähren. Bei unserem Spaziergang gestern haben wir unter vielen anderen Vögeln auch eine Nachtigall gehört.

 

Wir durften in letzter Zeit einige Leser hinzugewinnen. Deshalb hier noch der Link zu unserer Produktionsart.

 

Ein Hinweis noch, der uns am Herzen liegt: Immer wieder laufen Spaziergänger in unsere Brachen hinein, um eine besonders schöne Blume zu fotografieren. Bitte lassen Sie das bleiben! Die Natur dankt es Ihnen!

31. Mai - 6. Juni 2021

Glücklicherweise bleibt das Wetter über das Wochenende hinaus schön. Also durften Christian und ich uns ein schönes faules Wochenende gönnen. Oft erübrigt sich für den Landwirt ein solches Wochenende, weil er auf die Saison, den Stand der Kulturen und vor allem auf das Wetter Rücksicht nehmen muss. Während der Erntezeit sind faule Wochenenden sowieso tabu. Jetzt bleibt es bis Mittwoch schön, so dass wir normal am Montag starten können. Am Montag wird der Rest des Grases gemäht und am Dienstag wird der Lohnunternehmer daraus Siloballen machen. Am Mittwoch soll der Mais, der sich im 2 - 3 - Blatt - Stadium befindet, gegen das Unkraut behandelt werden. Im Weizen, den wir nicht mit Herbizid behandelt haben, hat es enorm viele Kletten. Christian will versuchen, diese mit dem Striegel noch unter Kontrolle zu bringen. Am Donnerstag wird es wohl wieder regnen.

 

Am Montag holt der Viehhändler 2 Kälber. Danach sind keine Kälber mehr da. Das ist selten bei uns. Aber es dauert noch 2 Wochen bis zur nächsten Geburt. Schade, denn all die Kinder, die für Führungen zu uns auf den Hof kommen,  lieben es sehr, unter Christians Aufsicht zu den Kälbern hinein zu gehen, diese zu beobachten und zu streicheln.

 

Am Montagnachmittag kommt die Tierärztin zur monatlichen Herdekontrolle.

24. - 30. Mai

Es lässt sich auf einem Bauernhof nicht vermeiden, dass das Wetter regelmässig Thema ist. Dieses Mal ist es der Jet Stream, der zu weit nach Süden ausgebrochen ist, wie wir erfahren. Er verursacht dieses dauerhaft kühle und feuchte Westwindwetter. Wir spüren die Folgen natürlich gut. Das Gras kann nicht siliert werden, weil das Wetter zu kalt ist und vor allem regnet es ständig wieder. Noch unangenehmer ist für uns natürlich, dass auf die Prognosen kein Verlass ist, was in der Natur dieser Wetterlage zu liegen scheint. Das versichern uns immerhin die Metereologen. Wenn also heute für übermorgen Regen vorausgesagt wird, kann man nicht sicher sein, ob er dann wirklich eintrifft. So sind wir diese Woche halt in kürzester Zeit einsatzbereit, falls es dann doch für mindestens 1,5 Tagen eine Regenlücke gibt.

 

Den Mais konnten wir säen. Er ist schon im 2 - Blatt - Stadium, aber mehr gelb als grün, weil er halt eine sehr wärmeliebende Pflanze ist und nun dauernd friert. Der Roggen hingegen hat erstaunlicherweise sein Wachstum wenig eingeschränkt und hat bereits vor 3 Wochen seine Ähren entfaltet. Nicht so der Weizen: Normalerweise ist er etwa 10 Tage später als der Roggen. Jetzt sind da aber schon 3 Wochen Zeitunterschied bezüglich dem Ährenschieben. So ist jedes Jahr wieder anders. Das ist eben die Natur und das ist darum auch so spannend.

 

Bei den Hühnern und Ziegen wächst das Gras im Frühjahr immer zu stark. Wir müssen es jetzt mähen, damit keine Wildnis entsteht. 

 

Der Weizen braucht noch eine letzte Stickstoffgabe. Das ist für die Backqualität des Korns wichtig.

 

Der Kälberstall kann wieder ausgemistet werden.

 

Damit die bereits deponierten, frischen Siloballen nicht von Mäusen zerfressen werden, braucht es noch etwas Mäusegift. Weil die Landi nicht weit ist, ist deshalb eine kurze Einkaufstour angesagt, weil Christian auch noch Zitzentauchmittel und neue Arbeitsschuhe braucht.

 

Und noch etwas Erfreuliches: Auf unserem Land sind immer wieder Vogelbeobachter unterwegs. Sie konnten uns dieses Jahr neue Vogelarten ausser den "üblichen Verdächtigen", die wir hier aufgeführt haben, vermelden: 

  • Pirol
  • Grauammer
  • Dorngrasmücke
  • Orpheusspötter
  • Teichrohrsänger
  • Nachtigall

Das freut uns natürlich sehr!

17. - 23. Mai

Das Gipfeltreffen von letztem Sonntag ist Geschichte. Für diejenigen, die es noch nicht gesehen haben: Hier das Filmchen dazu: https://www.youtube.com/watch?v=AYWs3pi4w4Y

10. - 16. Mai 2021

Das kommt ja viel schneller als gedacht: Christian freut sich jedenfalls auf den nächsten Sonntag. Da darf er im neuen Theater Dornach am 8. Gipfeltreffen teilnehmen. Das wird eine Talkrunde sein mit Ernst Bor und Fabia Maieroni, übertragen auf Regio TV plus. 

 

Bis dahin gibt es aber noch Arbeit auf dem Hof: Wir nutzten das warme Wochenende und haben das meiste Gras gemäht, angewelkt und Siloballen gemacht. Am Sonntag wurde ein weiteres Kälbchen geboren. Es ist schon das 15. dieses Jahr. Am Montag war gerade noch Zeit zum aufräumen und schon kam der Regen. Die Pflanzen sind froh darum. Jetzt stehen noch Führungen mit Schulklassen an und Videokonferenzen und wir entsorgen je 7 Kubikmeter Altholz und Alteisen (davon dürfte es nächstes Jahr noch einiges mehr geben, wenn es ans definitive Aufräumen geht) und für Donnerstag winken schon die Auffahrt und ein langes Wochenende.

 

An dieser Stelle möchten wir aber noch Hans Luder würdigen, den wir persönlich gekannt haben. Letzte Woche hat die IP - Suisse mit ihm ihren Gründervater verloren, einen Menschen und Landwirt, der enorm viel für die moderne Ausrichtung der Schweizer Landwirtschaft, bzw. nachhaltige Anbaumethoden geleistet hat:

3. - 9. Mai 2021

Loslassen können ist eine Kunst und wir üben uns gerade darin zu akzeptieren, dass das Leben stete Veränderung ist. Das Ende unserer Karriere auf dem Neuhof macht sich immer stärker bemerkbar. Ende letzten Jahres hat Immobilien Basel die Neuverpachtung unseres Hofes ausgeschrieben. Unter vielem anderen war Teil des Anforderungsprofiles die biologische Bewirtschaftung, was uns natürlich schmerzt, aber Teil der Strategie der Stadt Basel für die Ausrichtung ihrer Höfe ist. Was uns hingegen wieder freut, ist, dass unsere Öffentlichkeitsarbeit weitergeführt und die Direktvermarktung ausgebaut werden soll. Das alles ist eine sehr grosse Herausforderung für unsere Nachfolger. Aus den vielen Bewerbern wurde ein kleiner Anteil ausgewählt, die nun unseren Hof besichtigen durften. Es ist jetzt an ihnen ein Konzept auszuarbeiten, wie Sie den Betrieb weiterführen wollen: Welche Betriebszweige? Wie viele Arbeitskräfte? Welches Konzept für Öffentlichkeitsarbeit und Direktvermarktung? Budget- und Erfolgsrechnung, Kostenschätzung für allfällige Um- und Neubauten, Wohnsituation, allfällige Übernahme der Kleintiere etc. Das ist eine sehr schwierige Aufgabe und wir wünschen den Bewerbern viel Glück dabei. Im Verlaufe dieses Sommers sollen die Projekte dann bewertet und unser Nachfolger ausgewählt werden. Eine so frühzeitige Entscheidung vor unserem Pachtende hilft uns natürlich sehr in unserer weiteren Planung. Ebenso sind wir sehr froh um die gute Zusammenarbeit mit Immobilien Basel.

 

Diese Woche werden die Schlaglöcher beim Feldweg auf dem Sonnenhof mit Kies aufgefüllt. Ausserdem ist in den nächsten Tagen das Gras im richtigen Stadium, um es zu mähen und Siloballen daraus zu machen.

 

Mehrere Kühe haben gekalbt und nach einer langen Phase mit stets gesunden Kälbern (1 Jahr!) gab es letzte Woche wieder einmal Durchfall. Dieser wurde durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Auf jeden Fall war es ansteckend und alle Kälbchen waren betroffen. Also bekamen sie anstelle von Milch eine Elektrolytlösung. Nach etwa einem Tag Kopf hängen lassen, war schon alles vorbei und unsere Kleinen machen wieder Luftsprünge.

26. April - 2. Mai 2021

Das beschäftigt uns: In einer Zeit, wo die Gehässigkeit in unserer Gesellschaft zunimmt und jeder dem anderen die Schuld für was auch immer in die Schuhe schiebt, stehen nun die 2 Agrarinitiativen an, die uns sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrungsmittel versprechen. Die Bauern sollen es also richten, nachdem die Konsumenten leider immer noch viel zu wenig bereit sind von sich aus auf Lebensmittel umzusteigen, die umweltschonend und nachhaltig produziert werden. Wir meinen damit Bio und IP - Suisse. Sicher wünschen sich jeder und jede unbelastetes Trinkwasser und pestizidfreie Lebensmittel. Nur müssen wir aufpassen, wohin uns die extremen Forderungen dieser beiden Initiativen führen. Es ist nämlich sehr gut möglich, dass der Schuss nach hinten losgeht, weil sich viele Bauernfamilien sagen werden, dass sie unter diesen neuen Bedingungen nicht mehr wirtschaften können, trotz Direktzahlungen. Der Einkommensrückgang würde auch Bio- und IP - Suisse - Bauern betreffen. Zudem müssen dann beispielweise Schweine - und Pouletmästereien auf Direktzahlungen verzichten, weil sie auf grosse Mengen von zugekauftem Futter angewiesen sind. Ebenso Obst- und Weinbaubetriebe, weil mit einem Verzicht auf Pflanzenschutzmittel die Produktionsrisiken zu gross würden. Wer aber auf Direktzahlungen verzichtet, muss auch keinen ökologischen Leistungsnachweis mehr erbringen und produziert dann aus marktwirtschaftlichen Überlegungen "auf Teufel komm raus". Das würde zu erheblichen Umweltbelastungen führen.

 

Hinzu kommt noch ein globales Problem: Europa ist der grösste Brotgetreideproduzent der Welt (ohne Mais). Beispielsweise liegt der durchschnittliche Weizenertrag von Deutschland um das 2,5 - fache über dem der USA. Die Gründe sind: 1. Europa verfügt über die fruchtbarsten Böden weltweit und 2. Die Landwirte, vor allem auch in der Schweiz, sind sehr gut ausgebildet und wissen, wie sie Fruchtfolge anwenden, Pflanzenschutzmittel einsetzen müssen etc. (Wir kennen in der Schweiz beispielsweise keine Bodenerosion oder Misswirtschaft wie in anderen Ländern.) Wenn nun die Länder Europas auf Pflanzenschutzmittel verzichten, sind erheblich kleinere Ernteerträge die Folge, ja es kann z.B. bei Kartoffeln zu Totalausfällen kommen, was der heutige, verwöhnte Konsument überhaupt nicht kennt! Wir haben es hier mit riesigen Zahlen zu tun: Würde die EU auf Pflanzenschutz verzichten, so würde sie heute statt 50 Mio t Weizen zu exportieren, deren 90 Mio t importieren. Das würde aber für 1,4 Mrd. Menschen Hunger bedeuten, vor allem bei Dritt - und Schwellenländern. Wir beziehen uns bei diesem Zahlen auf einen Artikel von Prof. Joseph - Alexander Verreet von der Uni Kiel.

 

Ab einem bestimmten Punkt muss also - angesichts gangbarer Alternativen - unser Anspruchsdenken enden, weil wir als reiches Land nicht einfach wegen unserer Importe anderen Ländern Ackerland wegnehmen dürfen. Darum liebe Konsumenten: Es gibt bessere Möglichkeiten, die Trinkwasserqualität zu fördern und den Futtermittelhandel zu drosseln: Kauft vermehrt Bio oder noch besser IP - Suisse - Produkte (das ist nur Schweiz drin!), hört auf mit Foodwaste und esst weniger Fleisch!

19. - 25. April

Kein Jahr ist klimatisch gleich wie das andere. Seit 25 Jahren hatten wir im April nicht mehr so viele Frostnächte wie in diesem Jahr. Diese Kälte hat nicht nur den Blüten geschadet. Sie hat auch die Vegetation in Verzug gebracht. Zurzeit wachsen Gras und Getreide nur langsam. Die Kühe durften deshalb erst letzte Woche, am 15. April, erstmals auf die Weide. Vor ca. 20 Jahren hatten wir unser frühestes Jahr. Da fand der erste Weidegang bereits am 17. März statt. Ein ganzer Monat Unterschied! Die Kühe hats gefreut, dass sie nach dieser langen Zeit im Stall endlich nicht nur auf den Laufhof, sondern jetzt erstmals wieder auf die Weide durften! Severine hat sie dabei wieder gefilmt.

 

Ein Eierproduzent aus dem Oberbaselbiet hat uns seinen Hühnermist gebracht und ihn gleich auf dem Feld verteilt. Es waren 40 Tonnen, also 5 Tonnen pro Hektar, bzw. 500 g pro Quadratmeter. Wir haben den Mist sofort in den Acker eingearbeitet, damit der Stickstoff im Boden gebunden wird und sich nicht in die Luft verflüchtig. Wir werden mit der Kreiselegge noch ein feines Saatbeet herstellen und noch diese Woche Mais säen.

12. - 18. April 2021

Sowohl die letzte, als auch die vorletzte Woche waren geprägt vom auf und Ab der Temperaturen. Auch diese Woche erwarten wir Frost und heute Montagmorgen schneit es sogar wieder.

 

Die Kühe waren noch immer nicht draussen auf der Weide und müssen vorderhand noch mit dem Laufhof Vorlieb nehmen. Bei den frostigen Temperaturen machte Weidegang noch wenig Sinn. Es gibt ja auch noch nicht genug Gras.

 

Da wir Ende 2022 mit der Pacht aufhören, besamen wir unsere Kühe jetzt vermehrt mit Maststieren. Wir brauchen für 2023 ja kein Jungvieh mehr. Es hat im Moment 4 Limousin - Kälber im Stall. Es sind Stierkälber. Sie sind noch keine 4 Wochen alt, wachsen aber sehr rasch. Alle zusammen trinken 60 kg Milch pro Tag. Nächste Woche werden sie verkauft.

 

Christian wurde angefragt am kommenden "Gipfeltreffen" vom 16. Mai teilzunehmen. Das ist eine Gesprächsrunde am Sonntagmorgen mit 3 - 4 Personen, sowie Ärnscht Born und Fabia Maieroni als Gastgeber. So ähnlich wie die Radiosendung "Persönlich", die auf SRF 1 auch jeweils am Sonntagmorgen ausgestrahlt wird. Eigentlich heisst es "Gipfeltreffen", weil es dazu normalerweise Kaffee und Gipfeli gibt. Leider kann die Veranstaltung am 16. Mai nur virtuell stattfinden. Sie wird aber übertragen. Wir denken über Regio TV plus. Christian wird nun auch dabei sein und freut sich darauf. Informationen dazu finden Sie auf unserer Eventseite.

5. - 11. April

Letzten Freitag, am Karfreitag, war es noch 25° warm, in der Nacht auf heute Dienstag gab es Frost und es hat geschneit. Wir glauben nicht, dass es früher schon so oft diese Schwankungen gab, wie wir es jetzt erleben. Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen und Pfirsiche blühen schon und wir müssen mit Frostschäden rechnen.

 

 

Wie schon seit Jahrzehnten haben wir auch diesen Karfreitag fürs Eierfärben reserviert. Wie sieht denn ein perfektes Osterei aus? Nun, es muss sicher ein IP - Suisse - Ei sein, von unseren Hühnern, die täglich auf die Weide können. Es sollte auch schön spitz sein, dann hält es länger beim "Tütschen". Traditionsgemäss sammelt Christian Kräutlein und fixiert  Sie mittels eines Stückes von einem Damenstrumpf und Schnur auf dem Ei. Danach kochen wir die Eier in Zwiebelschalen, packen sie anschliessend aus und reiben sie mit etwas Öl ein. E voilà:

 

 

Bei Christian zuhause galten Karfreitagseier als etwas Besonderes. Seine Grossmutter, geboren 1900, pflegte jedes Jahr ein Karfreitagsei auf den Stubenschrank zu legen. Dabei erklärte sie, dass deshalb kein Blitz ins Bauernhaus einschlagen werde - das tat er auch nie. Eigenartigerweise war das alte Ei, wenn es im nächsten Jahr durch das neue ersetzt wurde, immer noch intakt und unverdorben. Ob jemand auch versuchte das Ei zu essen, ist aber nicht überliefert. Daneben gibt es noch andere Zauberkräfte, die Karfreitagseiern nachgesagt werden und heute noch gibt es Leute, die uns um Eier bitten, die an Karfreitag gelegt wurden.

 

Obwohl es diese Woche nochmals schneit, schreiten die Arbeiten auf dem Feld voran. Wir werden die Weide vorbereiten. Ausserdem ist der Weizen nochmals gestriegelt worden. Ein grosser Teil der noch vorhandenen unerwünschten Pflanzen, die Klebern, konnte so entfernt werden. Weiteres hängt stark vom Wetter ab.

29. März - 4. April 2021

Im ca. 800 Meter entfernten Wald liegt die Fassung unserer Quelle. In den 90ger Jahren sprudelte das Wasser hier noch munter. Jetzt aber: 3 Rohre führen ins Reservoir, nur 1 Rohr führt noch Wasser, ca. 3 Liter pro Minute. Immerhin: Nach 26 Jahren auf dem Neuhof haben wir vor kurzem herausgefunden, dass dieses Rohr von einer 2. Quellfassung stammt, die 100 Meter weiter oben liegt! Natürlich wurde dort der Schacht nie gereinigt und war deshalb so versandet, dass mehr als die Hälfte des Quellwassers beim Überlauf verlorenging. Also haben sich Christian und Ion an die Arbeit gemacht und etwa 100 kg Schlamm und Sand aus dem Schacht entfernt. Jetzt geht wenigstens kein Wasser mehr verloren. Für den Sommer sehen wir allerdings schwarz, respektive trocken....Zum Glück sind wir an der städtischen Wasserversorgung angeschlossen, woher wir ca. 3500m3 Wasser pro Jahr beziehen und die Quelle ist eher ein "nice to have". 

 

Letzten Freitag konnte Christian bei schönem Wetter und kurz vor dem Regen das Getreide ein zweites Mal düngen. Glück gehabt.....Mehr Probleme gab es mit der Trockenheitsversicherung. Der Schaden am letztjährigen Getreide wurde uns vergütet, aber nicht das ebenfalls vertrocknete Gras. Die Versicherung nimmt keinen Augenschein vor Ort, sondern verlässt sich auf die Wetterstationen der Umgebung. Laut diesen hätte unser Gras noch saftig grün sein sollen. Ach du schöne digitale Welt! Der benachbarte Schlatthof hatte mit seinen Lehmböden kaum Probleme mit Trockenheit auf seinem Grasland. Bei uns aber ist das Gras wegen der Kiesböden leider verdorrt. Offenbar hatten wir das Kleingedruckte nicht gelesen, bzw. die Mitteilung durch die Versicherung kam so spät, dass wir die Grünlandprämie für dieses Jahr bereits bezahlt haben. Christian konnte seinem Ärger gegenüber dem Versicherungsvertreter (es ist die Hagelversicherung) wohl Luft machen, finanziell gelohnt hat es sich aber nicht.

22. - 28. März

Wie jeden Frühling gibt es auch dieses Jahr ein Auf und Ab mit den Temperaturen. War es im Februar derart warm, dass schon gedüngt, gestriegelt und Pestizide eingesetzt werden konnten, ist es Mitte März wieder kalt und so nass, dass die fällige 2. Düngergabe für das Getreide warten muss. Viele Blumen und Sträucher beginnen zu blühen und die Knospen der Obstbäume sind schon ganz prall. Deshalb werden Nachtfröste bereits jetzt gefährlich und das kann sich noch lange hinziehen, bis gegen Ende April.

 

Die Menschen, auch wir, sind langsam coronamüde und - überdrüssig. Umso mehr hat sich Christian gefreut, dass er letzte Woche wieder erste Führungen auf dem Hof machen durfte, natürlich unter Einhaltung der Sicherheitsvorschriften. Einmal war es ein Kindergarten aus Basel, ein anderes Mal ein Kindergeburtstag einer Familie von Reinach. Es war eine grosse Freude, den Kindern die Tiere zu zeigen und dabei zu sehen, dass es auch für sie ein grosses Ereignis ist.

Gerade die Kinder aus der Stadt wissen sehr wenig. Da sind dann die Ohrmarken bei den Kälbchen "Preisschilder" oder dort, wo bei der Kuh die Milch rauskommt ist "der Pimmel, das Schneggli oder die Brüste" und niemand hat eine Ahnung, was der Unterschied zwischen Stroh und Heu ist. Einzelne Kinder haben derart Angst, dass sie weder in die Nähe der Kälbchen, Ziegen, Hühner, Schweinchen noch der Esel gebracht werden können und bei den Gehegen dann draussen bleiben. Aber alles in allem sind die Kinder ein sehr dankbares Publikum und wenn sie am Schluss wissen, das Heu zum Fressen ist und das Stroh, um darauf zu schlafen, ist der Bauer auch schon zufrieden. Haben Sie es gewusst? Im Fall: Heu ist getrocknetes Gras, Stroh getrocknete Getreidestängel.  Viele Erwachsene wissen das auch nicht.

 

Nach den vielen Niederschlägen führt unsere hofeigene Quelle noch immer kein Wasser und wir müssen der Sache diese Woche nachgehen. Nach Feldarbeiten sieht es jedenfalls noch nicht aus.

15. - 21. März

In letzter Zeit fällt uns auf, wie der Druck auf unser Land steigt. Im Vergleich dazu kamen uns anlässlich unseres 34. Hochzeitstages letzten Sonntag Erinnerungen an unsere vorherige Arbeitsstätte: Von 1987 bis 1994 bewirtschafteten wir das Hofgut Mapprach in Zeglingen. Es war viel anstrengender als in Reinach, da der Betrieb mit seinen 50 ha in der Bergzone liegt, in steilem Gelände zwischen 600 und 800 Metern über Meer. Aber er ist wunderschön gelegen am Wiesenberg, mit Aussicht auf die Hügelregionen des Oberbaselbietes, bis weit über die Rochetürme (darum kommt man leider nicht mehr herum) hinaus, dominiert von einer intakten und vergleichsweise unberührten Natur. Reh, Fuchs und Hase sind stets präsent und in guter Nachbarschaft und auch seltenere Tiere, wie Habicht, Kolkrabe und Hermelin gehörten dazu. Stark war auch der Auftritt der Wildschweine, an denen wir nicht so grosse Freude hatten. 

 

Nun: In Reinach gibt es fast alles davon auch noch - bis auf die Kolkraben. Aber: Im Vergleich zum idyllisch gelegenen Mapprach, leben wir auf dem Neuhof mit dem massenhaften Auftreten der Spezies Mensch und ihren Folgen. Damit meinen wir nicht einfach unseren öffentlichen Spielplatz. Während man auf dem Mapprach vielleicht einmal pro Woche einem Wanderer begegnete, so sieht es in Reinach anders aus. Auf dem Mapprach durften wir uns als Herr über all die Ländereien fühlen.  Auf den Feldern des Neuhofs scheint hingegen alles allen zu gehören. Pro Tag sind gegen 200 Hunde auf den Feldwegen unterwegs. Daneben gibt es zahlreiche Jogger, Spaziergänger, Reiter und Biker - auch nachts. Hinzu kommen die Fahrzeuge für den Unterhalt der Stromleitungen und der Gasleitung, die Abfallentsorgung und vieles mehr. Und die Agglo braucht immer mehr Platz: Bei der Turnhalle Fiechten entstand das neue Clubhaus des Fussballvereins und ein Kunstrasen. Ein weiterer Kunstrasen ist gerade im Entstehen. Ausserdem gab es den Anschluss an die H18 unter Tram und Strasse hindurch quer durch unser Feld. Für den Vollanschluss Aesch wurde unser Land für den Baustellenplatz benötigt und es kam zu unzähligen Fahrten auf unseren Feldwegen. Neue Stromleitungen wurden auf 1,5 km von Therwil nach Aesch quer durch unser Land gezogen. Als Nächstes sollen bei der Gasleitung, die hinter unserem Hühnerhof hindurchführt, zusätzliche Sicherheitsmassnahmen erfolgen. Die Gasleitung selbst wurde vor ca. 10 Jahren gebaut. Oftmals wird auch auf unserem Land ungefragt herumgewerkelt, z.B. Baustellenzäune darauf erstellt, Material deponiert etc. Es ist für uns schmerzhaft zu sehen, wie der Bezug zum Ursprünglichen und unser aller Lebensgrundlage oftmals verloren gegangen ist und das Land, das wir jahrzehntelang bebaut und gepflegt haben und dessen Fruchtbarkeit wir erhalten haben, plötzlich ganz anderen Ansprüchen genügen muss.

8. - 14. März 2021

Manchmal ist es schwierig, der eigentlichen Aufgabe nachzugehen, für die man als Landwirt ausgebildet wurde. Man hat den Beruf ja gewählt, weil einem die vielfältigen Arbeiten draussen auf dem Hof gefallen. Aber das Administrative nimmt auch in diesem Beruf immer mehr Raum ein, zumindest, wenn man Betriebsleiter ist. Dienstagmorgen von letzter Woche war so ein Tag. Von halb acht bis halb neun Uhr gab es eine Videobesprechung. Dabei ging es um die bauliche Erweiterung der ehemaligen Molkereischule in Zollikofen. Diese gehört der IP - Suisse und ist ihr Domizil. Im Anschluss daran folgte gleich eine weitere Videokonferenz zu einem anderen Thema. Endlich war auch diese vorbei und Christian war in Eile, um endlich mit den Aussenarbeiten zu beginnen, als ein freundlicher Herr vor der Türe stand und erklärte, dass er eine ordentliche Tierschutzkontrolle durchführen müsse. Diese Kontrollen finden heutzutage zu 90 % unangekündigt statt. Der Kontrolleur kommt auf gut Glück. Ist der Betriebsleiter zuhause, muss die Kontrolle durchgeführt werden. Also galt es alle Tierkategorien systematisch durchzuchecken. Dazu gehörten z.B.:

  • Aussehen der Tiere
  • Sauberkeit in den Ställen, Einstreu
  • Aufstallungsart
  • Platzangebot
  • Licht
  • Wasser
  • Umgebung, Freilauf
  • etc

Bei den Hühnern heisst das z.B.

  • Wie viele Hühner sind da?
  • Wie viel Fressplatz hat es pro Huhn in cm?
  • Wie viele Hühner teilen sich eine Tränke?
  • Wie viele Legenester gibt es?
  • Wie viel Fläche ist eingestreut?
  • Wie viel Sitzstange gibt es pro Huhn in cm?
  • Wie gross ist die Fläche des Wintergartens?
  • Wie viel Weidefläche gibt es pro Tier?
  • Ist die Öffnung für den Auslauf ins Freie gross genug?
  • Lichtverhältnisse?
  • Die Ammoniakbelastung der Luft wird gemessen

Soweit zu den Hühnern. Bei uns war alles in Ordnung. Aber dann galt es die gleichen sorgfältigen Abklärungen bei den Kühen und Kälbern vorzunehmen und bei den Hobbytieren: Den Ziegen, Eseln und Minipigs. Das ergab am Ende 7 A4 - Blätter mit der Auflistung aller für den Tieschutz relevanten Punkte. Nach der dreistündigen Kontrolle dürfen wir mit dem Resultat zufrieden sein: Unseren Tieren geht es gut. Für uns gibt es einige administrative Details nachzuholen: Eine Kuh hatte ihre Ohrmarke verloren, die Ziegen sind nicht bei der Tierverkehrsdatenbank angemeldet und der Tierarzt muss seine jährliche Kontrolle noch nachholen. Das war es zum Glück. Bei Nachlässigkeiten bezüglich Tierschutz kennt der Staat nämlich wenig Gnade. Es kann zu empfindlichen Kürzungen der Direktzahlungen kommen, wenn es den Tieren auf einem Hof nicht gut geht.

 

Nachdem wir lange auf die Lieferung des Spritzmittels warten mussten, bleibt es diese Woche leider kühl und es ist fraglich, ob das Getreide gegen Unkraut behandelt werden kann.

 

 

01. -07.03.2021

Die Hecke ist endlich fertig zurückgeschnitten. Es war gar nicht einfach den roten Hartriegel zurückzudrängen, weil er sofort Wurzelaustriebe auf alle Seiten macht, wenn man ihn bodeneben absägt und damit noch dichter wächst als vorher. Also werden wir jetzt noch 3 - 4 Mal mulchen müssen, um ein weiteres Wachstum des Hartriegels zu unterbinden und dann nächstes Jahr neue erwünschte Pflanzen setzten, wie diverse Wildrosenarten, Weissdorn, Schwarzdorn und ähnliches. Damit möchten wir seltene Vogelarten fördern, wie den Neuntöter, der schon seit einigen Jahren hier wieder brütet.

 

Weizen und Roggen sind angedüngt mit Stickstoff und Schwefel. Den Weizen haben wir bereits ein erstes Mal gestriegelt, um in mit dieser mechanischen Methode vom Unkraut zu befreien. Es liess sich aber nicht alles entfernen. Deshalb braucht es eine zweite Durchfahrt. Im Roggen haben wir viel Ackerfuchssschwanz. Diesem "Ungras" ist mit dem Striegel nicht beizukommen. Deswegen werden wir da ein Herbizid einsetzen. Wir müssen aber noch etwas warten. Es darf nämlich nachts nicht gefrieren, wenn man das Herbizid eingesetzt hat, sonst nimmt der Roggen Schaden.

 

Stall, Milchzimmer, Verkaufsraum und Laufhof warten auf eine gründliche Reinigung. Das wollen wir diese Woche in Angriff nehmen.

 

Kalb verkaufen, Zahnarzt und Videokonferenz stehen auch noch an.

 

22. - 28.2021

Da lag doch letzte Woche früh am Morgen, als wir in den Stall kamen, im Futter der Kühe ein toter Fuchs! Keine Ahnung, wie der dort hin gekommen ist. Wir haben ihn sofort weggelegt und später den Jagdverwalter kontaktiert. Nach seinen Anweisungen haben wir den Fuchs in die Kadaversammelstelle in Reinach gebracht. In den letzten Jahren grassierte die Fuchsräude in der Region. Diese Krankheit hat den grössten Teil der Füchse in unserer Gegend hinweggerafft. Dabei verloren die Füchse ihr Fell, magerten ab und starben. Auch da hatten wir Füchse, die sich auf unserem Hof verkrochen und verendeten. So gab es in den letzten Jahren kaum mehr Füchse. Aber der Bestand begann sich wieder zu erholen. Der aktuelle Fund zeigte keinerlei Anzeichen von Fuchsräude. Der Jagdverwalter meint, Ursache könnte die Staupe gewesen sein. Diese grassiert momentan unter den Füchsen und hat da schon viele Opfer gekostet. Hundehaltern ist geraten, ihre Hunde dagegen impfen zu lassen, was ja im Normalfall auch gemacht wird.

 

Nach minus 11 Grad vor einer Woche, haben wir jetzt deren 17 im Plus und sofort sieht man, wie die Vegetation zu wachsen anfängt. Vermutlich beginnen wir diese Woche mit Feldarbeiten, wie dem Striegeln, Spritzen und Dünger streuen. Bevor die Vögel aus dem Süden eintreffen, wollen wir auch noch die Hecke weiter verjüngen, wie wir es vor einem Jahr begonnen haben.

15. - 21.02.2021

Es kann ja doch noch kalt werden! Im Winter 2019/2020 hatten wir kaum nennenswerten Frost. Jetzt aber, nachdem letzte Woche noch Winterjasmin und Japankirsche blühten, hat uns kalte Polarluft erreicht. Gerade die starke Bise, die zu den gemessenen Minus 11° C noch hinzukam, war auch für unsere Männer, die es ja gewohnt sind draussen zu arbeiten, unangenehm.

 

Es war ja im voraus klar, dass es kalt würde. Trotzdem wurden wir überrascht von den Auswirkungen. Eigentlich sollten wir das ja von früher kennen. Aber wir haben jeweils genug zu tun mit den vielen Wasserleitungen und den ungeheizten Ställen auf dem Betrieb, die es zu schützen gilt. So haben wir es "vergessen". Eine Wasserleitung, die an der Hauswand entlang läuft, fror ein und platzte. Dasselbe passierte mit einer Abwasserleitung, die ungeschützt vom 1. Stock zur Erde in den schützenden Boden führt. Die Schäden sind zum Teil schon repariert, bei der Wasserleitung müssen wir warten bis es wärmer wird.

 

Bei den Ziegen, Minipigs und Eseln werden morgens und abends die Kessel mit dem eingefrorenen Wasser gegen Kessel mit frischem Wasser getauscht. Die Kessel mit dem gefrorenen Eisklotz darin werden an der Wärme aufgetaut und das nächste Mal wieder verwendet. Im Kuhstall, wo viele Wasserleitungen verlaufen, haben wir alles abgedichtet und so weit verschlossen, dass die Innentemperatur nicht unter Null Grad sinkt. Geheizt wird dabei durch die Eigenwärme der Kühe. Es gilt aufzupassen wegen der Kondenswasserbildung.

 

Was uns stört und auch ärgerlich ist, sind die Besucher und Kunden, welche die WC - Türe offen lassen oder die Türe des Verkaufsraumes. Wenn dort das Wasser einfriert, gibt es nachher einiges zu reparieren. So müssen wir mehrmals täglich kontrollieren, ob diese Türen geschlossen sind. Zum Glück haben wir diese Sorge aber nur an wenigen Tagen des Jahres und nächste Woche soll es ja schon in dieser Woche wieder über 10° C warm werden.

 

In dieser Woche wollen wir endlich die Ökoflächen von aufkommenden Bäumen befreien und eine Hecke weiter verjüngen. Bei der Milchtankreinigung müssen die Rollen der Quetschschlauchpumpe ersetzt werden und die Dichtung des Tankauslaufhahns.

8. - 14. Februar 2021

 

 

 

 

2016 war der Nussbaum im Ziegengehege abgestorben. 

 

 

 

 

Deshalb haben wir ihn im Januar 2016 gefällt.......will heissen: Eigentlich geköpft.........

 

 

 

 

 

...............und aus dem verbliebenen Stamm einen Kletterbaum für die Ziegen hergestellt.

Die Ziegen wurden regelmässig auf den Podesten gefüttert. Sie sprangen auch auf den Plattformen herum oder sonnten sich und genossen gleichzeitig die Rundsicht von ganz oben. Nun, 5 Jahre später, ist auch der übrig gebliebene Stamm ganz verfault und drohte umzustürzen. Deshalb haben wir ihn letzte Woche gefällt und einen Ersatz gebaut. Der neue "Ziegenturm" erinnert noch ein wenig an den schönen alten Stamm, machte den Ziegen am 1. Tag aber Angst. Aus Misstrauen gegenüber diesem neuen Ding in ihrem Gehege liessen sie sich einen Tag lang nicht mehr blicken. 

Jetzt haben sie sich aber daran gewöhnt und beginnen darauf herum zu klettern.

 

Die zu kleine Güllengrube war nach den vielen Niederschlägen wieder voll. Auch beim Nachbarn, der uns oft Gülle abnimmt,  war kein Platz mehr. Bei den ungewöhnlich hohen Temperaturen der letzten Tage war es dann aber möglich etwas Gülle auf der Weide hinter dem Stall auszubringen.

 

Unser Hof, der ja der Einwohnergemeinde Basel gehört, wurde jetzt in der Landwirtschaftspresse zur Neuverpachtung ab Januar 2023 ausgeschrieben. (Dann werden wir in Frühpension gehen.) Auf dem Hof sind vermehrt Personen anzutreffen, denen wir ansehen, dass sie nicht den Spielplatz besuchen, sondern sich ein Bild vom Hof machen möchten, weil sie möglicherweise die Absicht haben sich als Pächterfamilie zu bewerben. Einigen ist die landwirtschaftliche Herkunft deutlich anzusehen, im Kontrast zu unserer üblichen "Kundschaft". Das ist schön und für uns ist es eine spannende Zeit. 

1. - 7. Februar

 

 

 

 

Wir füttern die Kühe mit dem Futtermischwagen. Alles Futter wird da hineingeworfen, täglich ca. 2 Tonnen. Im Mischwagen wird es zerkleinert und gemischt, so dass die Kühe nicht ihr Lieblingsfutter heraussuchen können, sondern von allem gleich viel fressen.

 

 

 

 

 

 

Für die Zerkleinerung des Futters braucht es an der Mischwalze Messer. Diese nützen sich ab. Manchmal gelangen auch Steine mit dem Futter in den Mischwagen. Dann gehen die Messer kaputt. Im Verlauf des Jahres verringert sich so die Misch- und Schneidleistung und 1 x pro Jahr, im Winter, wenn wir Zeit haben, werden diese Messer ersetzt. Das ist jetzt der Fall. Dabei muss man sehr gut aufpassen. Auf den Mischwellen hat man einen schlechten Stand und die Messer, die da überall angebracht sind, sind sehr scharf. Man rutscht auch leicht ab beim Lösen der alten Schrauben, weil die Schrauben abgewetzt sind und der Schlüssel gerne von der Schraube abspringt. Auch das ist sehr gefährlich, weil in der Nähe andere Messer sind. Man muss sich also genug Zeit nehmen und es braucht eine hohe Konzentration

25. - 31. Januar 2021

Geschafft! Wir sind aus Isolation und Quarantäne entlassen. Für unseren Mitarbeiter Ion war es eine sehr anstrengende Zeit, weil er alles alleine erledigen musste, was normalerweise zu zweit gemacht wird und für Christian war es anstrengend, weil er aus der Ferne zusehen musste ohne unterstützen zu können. Immerhin hatte er aber während seiner Isolation 5 Videokonferenzen ( Landwirtschaftsrat BL und IP - Suisse). Ein grosses Dankeschön geht an unser Umfeld, das viel Verständnis zeigte, gab es doch etliche Planänderungen und Verschiebungen. Aber jetzt gilt es mit neuem Elan wieder nach vorne zu schauen.

 

Letzten Freitag sind 500 neue Hühner angekommen. Der Stall war bereit, obwohl Ion den grössten Teil der Arbeiten alleine machen musste. Das bedeutet: Alles ausmisten, alle beweglichen Teile abbauen, alle Einzelteile und den Stall mit dem Hochdruckreiniger sauber waschen, danach alles wieder einbauen, desinfizieren und am Ende frisch einstreuen. Ausserdem mussten noch Reparaturen am Eierband, dem Mistband und am Tränkesystem vorzunehmen. Zum Glück war es während der letzten 10 Tage nicht zu kalt, sonst wäre das Wasser im leeren Hühnerstall eingefroren. Wenn die Hühner da sind, wird der Stall durch diese genügend geheizt, so dass es nicht zu kalt werden kann.

 

Jetzt dauert es wie üblich ca. 1 Monat, bis die Hühner richtig legen. Bis dahin gibt es wieder kleine Eier zu günstigen Preisen zu kaufen. 

 

Es sind zwei Rinder zurückgekommen, die bald kalben.

 

Der Güllekanal war verstopft und es brauchte in der Güllegrube einiges an Rührarbeit mit dem Güllerührer, der mit dem Traktor betrieben wird.

 

2 Kälber sind jetzt schwer genug und werden den Betrieb verlassen.

18. - 24. Januar 2021

Oh, Mist! Wir hatten unsere Kontakte auf fast Null eingeschränkt und jetzt das: Wir, Christian und Susanna, sind Corona positiv und als Folge dessen in Isolation. Die Krankheit zeigt sich bei uns in Form von Husten und Schnupfen. Bei Christian war die Sache rasch vorbei, bei mir geht es etwas länger, ist aber besser geworden. Weil ich so lange erkältet war, hatte ich mich schliesslich doch für einen Test entschieden und war total erstaunt über das Resultat. Christian liess sich auch sofort testen und einen halben Tag später war auch sein positives Resultat da.  Für unseren Hof haben Isolation, bzw. im Fall von Ion Quarantäne, Konsequenzen. Auf Nachfrage beim Kanton hiess es, dass wir unsere Tiere fremdbetreuen lassen müssen. Das ist eigentlich unmöglich, einerseits weil sich auf die Schnelle gar keine Aushilfe finden lässt und zweitens, weil Christian seine Instruktionen vor Ort geben müsste, aber wegen der Isolation geht das nur per Telefon und es wäre da sehr viel zu erklären. Als Christian mit seiner Nachfrage 2 - 3 Verantwortungsstufen höher kam, fand diese Person dann heraus, dass unser Wohnsitz im Kanton Solothurn ist. Damit war Baselland aus dem Schneider und wir konnten mit unserer Anfrage von vorne beginnen, dieses Mal beim Kanton Solothurn. Rasch kam es da zum Kontakt mit der Kantonsärztin persönlich. Sie kam mit Christian überein, dass er per Mail ein detailliertes Gesuch stellen müsse für eine Ausnahmebewilligung, da keine Fremdperson die Tiere auf unserem Hof versorgen könne. Zu diesem Zeitpunkt kannten wir Ions Testresultat noch nicht. Natürlich hatten wir ihn sofort zum Testen geschickt, als Christians Resultat da war. Es hiess, falls unser Mitarbeiter negativ wäre, könnte man ihm eine erleichterte Quarantäne bewilligen, aus der heraus er die Tiere versorgen dürfe mit all den nötigen Vorsichtsmassnahmen. Seine Frau dürfe die Eier für den Direktverkauf bereitstellen, da sie ja nicht in Quarantäne sei. Gottseidank war Ions Testresultat schliesslich negativ, aber halt! So einfach ging das dann doch nicht! Er hat ja Wohnsitz auf dem Hof, d.h. Baselland ist für Ion zuständig. Beim ersten Telefonat mit dem Stellvertreter des Kantonsarztes BL stellte dieser sich auf den Standpunkt, das Solothurn nicht korrekt handle. Er wollte als Erstes den ganzen Hof absperren. Es war Wochenende und wir wussten nicht, wie wir das bewerkstelligen sollten. Wir durften ja nicht aus der Isolation (bzw. im Fall von Ion der Quarantäne) raus. Und wie würde der Direktverkauf mit den vielen Kunden funktionieren, bzw. wer bewegt die Leute dazu, umzukehren, bevor sie auf unseren Hof fahren, etc.? Wir fragten uns bereits, ob wir die Feuerwehr aufbieten sollen. Nachdem wir in einem letzten Telefonat abends um 9 Uhr mit dem Kantonsarzt BL nochmals alle Schwierigkeiten erörtert hatten zeigt sich dieser aber pragmatisch und wir konnten uns zum Glück mit ihm auf das von Solothurn vorgeschlagene Vorgehen einigen. Bis dahin ist alles ein bisschen komplizierter. Wir mussten den Besuch des Tierarztes absagen (Fruchtbarkeitskontrollen), konnten ein verkauftes Kalb nicht ausliefern, Christian kann an der Sitzung der Baukommission der IP - Suisse nur per Videokonferenz teilnehmen und wir mussten zur Eierauslieferung eine Fremdpersonen einstellen. Ion ist alleine für alle Tiere verantwortlich und für die 500 Hühner, die am Freitag eintreffen werden, müssen wir noch jemanden suchen, der hilft, sie auszuladen und in den Stall zu bringen. Aber im Vergleich dazu, dass es Covid 19 glimpflich mit uns meint und wir nicht in den Spital müssen, sind das Peanuts und am 24. Januar ist der Spuk hoffentlich zu Ende und wir aus der Isolation entlassen und sogar für ein Weilchen immun.

1. - 16. Januar 2021

Willkommen im neuen Jahrzehnt! Der Alltag hat uns wieder. Nach ein paar Ferientagen über den Neujahrswechsel sind wir schnell wieder im Trott. Im Kuhstall mussten wir erstmals diesen Winter die Tore schliessen, da die Temperatur unter 5° C sank. Diese gemessene Temperatur liegt in dieser Jahreszeit zwar noch in der Norm, aber zusammen mit der kräftigen Bise fühlte sich das schon fast wie Sibirien an. Bei den Ziegen mussten wir das Wasser morgens und abends erneuern, weil es in den Kesseln rasch einfriert. Das gleiche Problem haben wir bei den Schweinchen und den Eseln. Es nützt auch nichts warmes Wasser hinzustellen. Es friert genauso schnell ein.

 

Im neuen Jahr sind bei uns schon 5 Kälbchen zur Welt gekommen. Eines von einer Kuh und 4 von erstgebärenden Rindern, die Christian zwischen Weihnacht und Neujahr aus der Aufzucht in Eptingen zurückgeholt hat.

 

Am 12. Januar wurde eine unserer beiden Hühnergruppen abgeholt und in einen Schlachthof gebracht. Dazu sind wir um halb 5 Uhr aufgestanden und haben im Dunkeln  die ca. 450 Hühner von den Sitzstangen gepflückt  und in extra Kisten verpackt. Das ergab am Ende 30 Kisten mit je 15 Hühnern. 2 Hähne durften bleiben, die anderen gingen mit auf die Reise. Jetzt werden die Einrichtungen im Hühnerstall abmontiert und mit dem Hochdruckreiniger gewaschen. Der Stall wird sauber ausgemistet und dann ebenfalls mit hohem Wasserdruck gereinigt. Wir haben Glück, denn momentan ist es etwas wärmer, so dass das Wasser im leeren Hühnerstall nicht einfriert (üblicherweise wird der Stall durch die Hühner aufgewärmt), und dass deshalb auch das Waschen mit dem Hochdruckreiniger möglich ist.

Zum Jahresende 2020

Wir sind in der Weihnachtswoche angelangt. Die Einschränkungen infolge von Covid 19 sind wieder stärker geworden. Wir dürfen an Sonn- und Feiertagen keinen Direktverkauf anbieten (ausser die Waren würden draussen verkauft mit einem Verkaufsfenster, bzw. in unserem Fall wohl eher einer einbetonierten Kasse. Diesen Aufwand möchten wir aber nicht betreiben). Das Holder - Rümli bleibt wie die Restaurants bis mindestens am 22. Januar gänzlich geschlossen. Für uns ist das zum Glück verkraftbar und wir sind dankbar, dass uns die Landwirtschaft ein sicheres Einkommen bietet.  Wir danken auch den vielen Menschen, die uns 2020 unterstützt haben und Anteil an unserem Hof genommen haben und zitieren für sie und alle unsere Leser die Worte, die jeweils am Ende des  Newsletters der Onlinezeitung "Republik" stehen: "Bleiben Sie umsichtig. Bleiben Sie freundlich. Bleiben Sie gesund".  

 

Zum Jahresende möchten wir unseren Bloglesern einen Text ans Herz legen. Er stammt aus der oben erwähnten Zeitung, die wir an dieser Stelle übrigens gerne weiterempfehlen! Sie ist unabhängig und leserfinanziert und sie hat den Anspruch in Zeiten von alternativen Fakten noch gut recherchierte, seriöse Artikel zu produzieren. Seit die Anzahl Coronaerkrankter wieder angestiegen ist, gibt sie übrigens wieder, wie schon im Frühling, einen allabendlichen kostenlosen Newsletter heraus, den jede/r abonnieren kann.

 

Unseren wöchentlichen Blog werden wir nach dem Dreikönigstag weiterführen. Wir wünschen unseren Lesern ruhige und besinnliche Feiertage und hier also der versprochene Text: 

Kindness – das Wort lässt sich nicht präzise auf Deutsch übersetzen. Kindness ist irgendwo zwischen Freundlichkeit und Güte angesiedelt, mit einer Prise innerer Grosszügigkeit und Menschenliebe. Und ohne die Erwartung einer Gegenleistung oder von Dankbarkeit.

 

Item. Manchmal geht sie vergessen im Alltag, vor lauter eigenen Sorgen. Journalistin Anna Miller hat eine kleine Ode geschrieben an die kindness:

 

«Ich habe vor ein paar Monaten damit begonnen, Menschen ihren Kaffee zu zahlen oder ihr Bier oder was auch immer sie gerade trinken, weil das bisher immer Schönstes in mein Leben brachte, einen Moment puren Glücks, und deshalb mache ich das jetzt öfter. Die Leute sitzen dann an ihren Tischen und denken sich nichts weiter, und ich sage dem Kellner ein bisschen verstohlen, dass ich die Rechnung dieses Herrn oder dieser Dame übernehme, und dann zeigen wir kurz zum Tisch rüber, damit er weiss, wen ich meine, der Kellner nickt und lächelt, und wir haben einen Pakt geschlossen, das alleine macht schon unglaublich viel Spass.

 

Ich freue mich dann immer, und alle freuen sich irgendwann mit, und, falls es Sie beruhigt, die Forschung freut sich sogar mit mir, denn der random act of kindness, einfach mal nett sein und nichts weiter, macht nachweislich das Leben besser und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Beschenkte dann auch nett ist und wir alle vielleicht doch noch die Welt retten. Das geht so weit, dass einer der besten Epidemiologen – er berät dieser Tage den neuen US-Präsidenten – während der Pandemie eine Website aufgeschaltet hat, genau dazu. Jeden Tag reichen da Menschen ihre Geschichten ein, und er liest sie dann in seinem Podcast vor. Eine pandemic of kindness nennt er das, und es sei etwas vom Besten, was man tun könne, sagt er.

Irgendwann fliegt die Sache übrigens immer auf, der Beschenkte realisiert spätestens beim Bestellen der Rechnung, dass er nichts zahlen muss, ich bin dann schon gegangen, manchmal auch nicht, und dann sehe ich, wie die Person oft ganz irritiert ist und nicht versteht, was das soll, sie versteht nicht und fragt dann, wirklich, ich? Und ich sage dann ja; ja, Sie, und dann fragt sie: Warum bloss?, und ich: Einfach so.

 

Einfach so, einfach so, das ist nichts, was wir uns gewohnt sind, warum auch einfach so? Es hat doch alles seinen Preis im Leben, alles fordert seinen Tribut. Nichts gibt es gratis, jede Freundlichkeit in einer Hotellobby doch nur noch, weil das Hotel sonst ein schlechtes Rating kriegt, jedes Werbegeschenk, damit man Kunde bleibt, bei uns Frauen sind Drinks an einer Bar, die wir nicht selbst bezahlen, meistens irgendwie sexuell gemeint; und sowieso, lieber schlägt man aus, sich helfen zu lassen, als irgendjemandem was zu schulden, lieber allein als dann auf ewig schlecht begleitet; lieber die Weinkiste selbst in den sechsten Stock tragen als die Nachbarn spontan rausklingeln; lieber selber googeln als nach dem Weg fragen, ja keine Abhängigkeiten schaffen, erst recht nicht gegenüber Fremden.

 

Also spendiere ich jetzt Kaffeeportionen und manchmal ein Bier, jedenfalls, solange noch irgendetwas aufhat in diesem Land. Ich suche mir einfach jemanden aus und bezahle die Rechnung, zugegebenermassen auch, um genau mit dieser Erwartung zu brechen, mit dieser Frage nach dem Haken, der Frage nach dem Warum, der Frage nach der Grenzüberschreitung, nach dem Einverleiben des anderen, weil man sich einen Kredit erarbeitet hat, einen Vorsprung, und die andere nun ewig in der Schuld steht – und dann passiert, zum Wunder aller, eben mal: nichts.

 

Du musst gar nichts, verstehst du, ich stelle keinen Anspruch an dich, an deine Dankbarkeit, an deinen Augenkontakt, ich stelle keinen Anspruch darauf, deinen Körper zu ertasten oder dich lieben zu müssen; ich muss kein Gespräch mit dir führen und brauche nichts über dich zu wissen, ich weiss bloss, dass wir beide hier sitzen, zur gleichen Zeit in der Geschichte im gleichen Raum, ganz physisch, wir atmen gerade die gleiche abgestandene, vielleicht mit Viren verpestete Luft ein; und vielleicht sterbe ich früher als du und vielleicht du früher als ich, wer weiss das schon, ich finde, das macht uns doch zu Komplizen, frohen Kaffee allerseits, stossen wir aufs Leben an, die Rechnung geht auf mich.»

 

Kindness ist auf Deutsch vielleicht nicht so leicht zu übersetzen. Leben lässt sie sich aber eigentlich sehr einfach. Es muss auch nicht immer ein Kaffee sein, manchmal reicht ein gutes Wort.

 

 

14. - 20. 12. 2020

Der Feldweg entlang dem Wäldeli muss erneuert werden. Es hat langsam zu viele Pfützen.

 

Ausserdem werden unsere Felder an verschiedenen Stellen durch die Zivilisation beeinträchtigt.:

 

Das Einziehen der Stromleitung von Therwil nach Aesch dauert wohl noch bis im Frühling. Dafür wurde sogar ein Installationsplatz auf unserem Feld eingerichtet.

 

Der neue Kunstrasen für die Reinacher Fussballer ist schon im Bau und frisst auch Ackerfläche von uns. Für einen Ausserirdischen muss das schon total unverständlich sein: Die Ackerflächen Europas sind die ertragreichsten der Welt und ernähren auch viele Menschen ausserhalb Europas und wir überbauen dieses kostbare Land mit Strassen, Freizeitanlagen etc. Im Hinblick auf die Ernährung der stetig wachsenden Weltbevölkerung ist das schon seltsam. Eigentlich ein Irrsinn. Nun: Der Weiterbau des Kunstrasens wurde momentan wegen einer Einsprache gestoppt. Aber der Vollanschluss der Autobahn Aesch Nord wird noch bis 2020 ca. 1 ha Land benötigen für einen Instatallationsplatz, sowie Kies - und Humusdepots. Danach wird es wieder frei für den Betrieb. Aber für die Tramunterführung wurde ebenfalls ein ha Landwirtschaftsland geopfert. Das ist aber nichts im Vergleich zu den Flächen, die in Aesch in den letzten Jahren mit Industrie überbaut wurden.

 

Die Coronasituation verschlimmert sich wieder und wir warten auf die nächsten Anweisungen des Bundesrates. Wir Bauern sind nicht stark betroffen und profitieren sogar beim Direktverkauf. Einzig mit der Vermietung des Holder - Rümlis wird wohl bald wieder Schluss sein und vielleicht werden wir auch den Spielplatz wieder schliessen müssen. Mal schauen.

7.12. - 13.12.2020

 

 

 

Seit herabfallende Glut bei uns an Heiligabend einen Schwelbrand im Teppich verursacht hat, haben wir keinen Weihnachtsbaum mehr im Haus. An seiner Stelle steht nun seit bald 10 Jahren ein grosser Weihnachtsbaum im Innenhof. So können sich viel mehr Menschen daran erfreuen, das Haus riskiert nicht, abzubrennen und wir durften in den letzten Jahren an Heiligabend die Neuhoffreunde bei uns empfangen und gemeinsam am Feuer vor dem Baum feiern. Den Baum haben wir jetzt wieder aufgestellt. Aber das gemeinsame Feiern auf unserem Hof entfällt dieses Jahr wohl wegen der nicht enden wollenden Pandemiegeschichte. Schade!

Samstagnacht kam unerwartet ein Kälbchen zur Welt. Christian hatte Wochenenddienst und fand das Kälbchen am Sonntagmorgen früh in einer Liegebox bei den Kühen. Er brachte es hinüber zur Kälberbox, wo sich bereits ein 10 Tage altes Kälbchen befand. Er wandte sich kurz ab, kam aber nach 2 bis 3 Minuten zurück.........................und das Neugeborene war nicht mehr da! Das konnte doch nicht sein! Die Tür zur Box war zu! Christian musste sich wohl oder übel auf die Suche machen und fand das Kälbchen schliesslich in der dunklen Nacht hinter der Scheune. Tiere der Rindergattung sind Fluchttiere. Sie können kurz nach der Geburt schon stehen und fliehen. Das Kleine muss sich sehr erschreckt haben, vielleicht ab dem neuen "Gschpänli". Es ist wohl in Panik ins Absperrgitter gerannt, hat sich da hindurchgezwängt und hat anschliessend das Weite gesucht. Wir hatten Glück, denn Kälbchen können in kürzester Zeit sehr weit kommen. Christian musste sich dem erschreckten Tier sehr behutsam nähern, konnte es schliesslich halten und trug es dann in den Stall zurück. Kurz darauf bekam es die erste Milch, konnte sich beruhigen und schlief dann neben seinem neuen Kameraden ein.

 

Wie jedes Jahr im Dezember wollen wir diese Woche 2 Tage reservieren, um bei allen Kühen die Klauen zu kontrollieren und zu schneiden. 

 

Es sind noch 3 Rinder in Seewen zu holen, wo sie aufgezogen wurden. Sie werden kurz nach ihrem Eintreffen ein Kälbchen bekommen.

30.11. - 6.12.2020

Wir haben auf den Scheunendächern des Sonnenhofes Ziegel ersetzt. Ein Herbststurm hat sie gelockert, einige waren beschädigt und es regnete hinein. Weil die Nächte frostig waren, die Tage aber relativ warm, war es am Morgen nicht möglich auf dem Dach zu arbeiten. Die Dächer waren noch feucht und rutschig. So musste bis am Nachmittag gewartet werden. Alle Dächer sind ziemlich alt und mit ca. 6 verschiedenen Ziegelsorten gedeckt. Es war deshalb schwierig immer den passenden Ziegel zu finden. Ist dieser nur 1 Zentimeter breiter, passt er nicht zwischen die anderen hinein und ist er schmäler, so wird die Stelle nicht dicht genug zugedeckt. Ausserdem sind die Dächer sehr steil und hoch und die Arbeit entsprechend gefährlich. Darum haben wir ein Seil über das Dach geworfen und auf der anderen Seite am Boden befestigt. So konnte man sich an diesem Seil fixieren, um nicht abzustürzen.

Nach 2 Stunden waren alle Schäden behoben. Da wir gerade mit Leitern vor Ort waren, haben wir noch alle Dachkännel gereinigt. Diese waren mit Laub der nahe stehenden Bäume gefüllt und teilweise verstopft.

 

Im Holder - Rümli werden wieder Kindergeburtstage gefeiert. Nachdem der Bundesrat die Regeln diesen Herbst wieder verschärft hatte, hiess es für uns bei der Vermietung des Holder - Rümlis einmal mehr: Zurück auf Start, Absagen entgegennehmen und sich neu orientieren. Für ein privates Fest sind ja nicht mehr als 10 Personen erlaubt. So sind es meistens 8 Kinder und 2 Erwachsene, die das Rümli für einen Nachmittag mieten und dann oft noch eine Führung und ein Eselreiten dazu buchen. Wir freuen uns mit den Kindern, dass das noch möglich ist.

 

Mit Weiden ist jetzt endgültig Schluss. Die Tiere finden kein Futter mehr und weil es kaum mehr abtrocknet, entsteht beim Weideeingang Morast und auf der Weide selbst würden die Kühe Trittschäden verursachen. So haben wir auch den letzten Zaun abgebrochen und die Zaunpfähle und den Draht versorgt. Jetzt darf es Winter werden. Für Dienstag wird ja auch etwas Schnee vorausgesagt.

23. - 29.11.2020

Letzten Freitag und Samstag ist nach einem sehr warmen November die Temperatur nachts erstmals unter null Grad gesunken. Am Freitag haben wir deshalb die beiden Palmen, den Olivenbaum und die Zitronenverbene in einem frostsicheren Raum versorgt.

Am Samstag wurden 75 Tonnen Zuckerrübenschnitzel geliefert und auf den Scheunenboden abgeladen, von wo sie Christian mit dem Hängekran in die Betonsilos verteilt hat. 5 Tonnen sind noch vom letzten Jahr übriggeblieben. Wenn jede von den 35 Kühen, die gemolken werden, pro Tag 7 kg erhält, reichen die Schnitzel für 360 Tage.

 

Die entzuckerten Rübenschnitzel haben immer noch einen hohen Energiewert, denn die Kuh kann das darin enthaltene Pektin und die Hemizellulosen in ihrem grössten Vormagen, dem Pansen, gut verdauen und es ist gerade für Hochleistungskühe ein gutes und preiswertes einheimisches Futtermittel. Es wird in Ergänzung zu proteinreichem Futter, z.B. jungem Gras, verfüttert. Hier noch ein paar Bilder vom Abladen:

Die Zuckerrübenschnitzel machen nur ca. 10 % des gesamten Milchviehfutters aus. Wir brauchen also pro Jahr über 700 Tonnen Futter. Der grösste Teil davon ist Maissilage (in den grünen Hochsilos hinter dem Stall) und die Grassilage (in den weissen Ballen beim Hühnerstall).

 

Im Garten muss noch das hohe Gras gemäht und weggeführt werden, sonst machen sich dort die Mäuse breit. 

 

 

 

Ausserdem ist bei einer unserer hohen Weiden im Garten ein Ast abgebrochen. Wir wollen ihn herunternehmen, in Stücke sägen und für die Esel neben dem Eselstall deponieren. Sie lieben Weidenzweige und - äste zum Knabbern. Auch im Gartenweiher liegen heruntergefallene Zweige und viele Blätter. Das müssen wollen wir diese Woche alles herausfischen.

Wir haben keine Zentralheizung. Deshalb braucht es wieder Holzpellets für die beiden Pelletöfen im Haupthaus. Wir holen diese sackweise von der Landi. Ein Palett mit 64 Säcken à je 15 kg reicht pro Ofen für den Winter ( 1 Sack kostet Fr. 5.-)

16. - 22. November 2020

Wir mussten 2 Kühe altershalber schlachten. Im Gegenzug sind 2 Rinder vom Aufzuchtbetrieb zurückgekommen. Sie werden bald ein Kälbchen bekommen. 2 Mastkälbchen wurden verkauft. Sie sind 3 - 4 Wochen alt und ca. 70 kg schwer. Auf einem anderen Betrieb werden sie jetzt gemästet. Werden sie nach einem halben Jahr geschlachtet, ergibt das Kalbfleisch. Werden sie nach ca. 13 Monaten geschlachtet, so spricht man von Rindfleisch.

 

Auf dem Scheunendach des Sonnenhofs sind Ziegel kaputt. Während der letzten 2 Wochen war es trocken. Damit es jetzt aber nicht hineinregnet und Dachbalken und Material in der Scheune Schaden nehmen, wollen wir diese Woche aufs Dach steigen und es reparieren. Letzten Freitag hätten wir noch Zeit gehabt, aber da es der 13. war, haben wir es bleiben lassen :-)

 

Die 400 Heckenpflanzen sind gesetzt und angegossen. Es sind viele Dornenpflanzen dabei: Weissdorn, Kreuzdorn, Schwarzdorn, wilde Rosen. Daneben gibt es aber auch noch Schneeball, Pfaffenhütchen und viele  weitere trockenheitsverträgliche Pflanzen. Anfangs wird die Anpflanzung noch viel Pflege benötigen. Nächstes Jahr werden die Pflanzen 1 - 2 Mal ausgemäht werden müssen, damit sie nicht vom Gras oder dem wieder aufkommenden Hartriegel unterdrückt werden.

 

Ist das Wetter schön, wollen wir diese Woche die Hecken rund um den Hof zurückschneiden, beim Hofeingang, bei den Eseln und bei der Hornusseranlage. Und der Mistplatz bei den Eseln muss auch geleert werden.

 

 

9. - 15. November

Neu wird man bei uns ab dem 1. Dezember die Eier nur noch zu fixen Zeiten beziehen können, nämlich täglich von 8 - 12 und 13:30 - 18 Uhr. Weiterhin in Selbstbedienung, aber unter besserer Überwachung. Der Grund liegt darin, dass der Begriff "Selbstbedienung" zu oft falsch interpretiert wurde. Aber eben, auch Bauernfamilien arbeiten nicht nur zum Spass, sondern möchten gerne etwas damit verdienen. 

 

Aus unserer 20 - jährigen Buntbrache ist eine Hecke geworden. Wir hatten beim Start 2 Buschreihen gesetzt, aber der Hartriegel, den wir nicht gesetzt hatten, hat Überhand genommen. Letzten Winter haben wir einen Drittel davon gerodet und die Stockausschläge diesen Sommer 3-Mal zurück gestutzt. Jetzt ist es möglich eine Neupflanzung vorzunehmen. Experten haben uns eine Liste von standortgerechten Büschen zusammengestellt. Es sind 400 Stück, die wir diese Woche abholen können und die dann natürlich auch gesetzt werden müssen.

 

Es ist noch warm und trocken und deswegen wird auch die Güllegrube vor dem Winter noch geleert. Die Gülle wird auf den Wiesen verteilt. Dort wird sie vom ausgedehnten Wurzelwerk der Gräser bestens aufgenommen.

 

 

 

 

Ein letztes Bild von Ihrem am 18. Oktober von Hand gesäten Weizen. Ab Mitte November wird er kaum mehr wachsen. Es wird also bis im März, abgesehen von Frost oder Schnee, keine Veränderung mehr sichtbar sein.

2. - 8. November 2020

Wieder einmal haben wir ein Jahrestreffen, das per Videokonferenz durchgeführt wird. Es geht neben 400`000 Schweinen auch noch um andere Schlachttiere und es wird wieder einmal mehr hart über Preise verhandelt werden zwischen der Produzentenorganisation IP - Suisse und der Migros. Auf der einen Seite wird eine Verhandlungsdelegation der IP - Suisse angeführt vom Präsidenten und dem Geschäftsführer anwesend sein, auf der anderen Seite Vertreter des MGB (Migros Genossenschaftsbund), sowie Vertreter der einzelnen Migros Genossenschaften, sowie vom Migros Schlachtbetrieb Micarna. Eigentlich sollte es für IP - Suisse ja möglich sein, mehr Produkte und diese auch noch zu einem guten Preis verkaufen zu können. Immerhin ist der Druck aus Bevölkerung und Politik momentan sehr hoch, Nachhaltigkeit und Tierwohl zu verbessern. Leider sieht die Realität aber nicht so einfach aus. Es ist das alte Lied: Alle wollen zwar mehr Nachhaltigkeit und mehr Tierwohl, aber nur ein kleiner Teil der Konsumenten ist auch bereit, dafür mehr zu bezahlen. So bleibt der Absatz in unserem Label in etwa gleich, bzw. geht er bei den Schweinen sogar noch leicht zurück. Mehr Absatz scheint nur möglich, wenn die Preise sinken, dabei steigt der Mehraufwand für unsere Landwirte stetig, weil wir laufend Massnahmen umsetzen, um das Klima zu schonen und das Tierwohl zu verbessern. Trotzdem gehen wir mit vorsichtigem Optimismus an dieses Treffen (bzw. setzen uns vor den Bildschirm).

 

Noch eine erfreuliche Nachricht: Unser Weizen, den wir anlässlich des Saat- und Erntefestes zusammen von Hand ausgesät habe, gedeiht. Wir erinnern uns: Das Fest war am 18. Oktober. Unten sehen wir das Weizenfeld 10 Tage später (am 28. Oktober) und dann nochmals 5 Tage später (am 2. November)

 

Immer noch sind wir am Einwintern und Reparieren von Maschinen. Z.B. muss der Arm eines Kreiselschwaders ausgewechselt werden. Das Ersatzteil ist bestellt und kann morgen abgeholt werden.

26. Oktober - 1. November 2020

Die letzten Siloballen (Grassilage) sind gewickelt worden. Die Reserve muss bis Angang Mai reichen. Das tut es nicht. Es fehlen noch ein paar Ballen. Aber man weiss nie, wann das Gras im Frühling zu wachsen beginnt und wann dann genau frisches Futter für die Kühe da ist. Das kann schon Mitte März sein, aber auch erst Ende April. Wir hoffen jetzt einfach mal auf einen frühen Frühling.

 

Wir haben jetzt Zeit, die Maschinen zu reinigen und einzuwintern. Dabei werden sie sauber gewaschen und mit einem Rostschutz versehen. Ausserdem werden alle Lager geschmiert, die Ketten eingeölt und die Maschine wird auf lose Schrauben und defekte Stellen untersucht.

 

 

 

Der am 1. Oktober gesäte Roggen ist sehr gut gestartet. Beim Bild blicken wir Richtung Hauptstrasse (Tramkehre). Es gibt kaum Lücken. Also sind alle Samen gekeimt. Das Keimblatt ist gut entwickelt und auch die 2. und 3. Blätter sind schon da. Je nach Wetter können die Pflanzen jetzt noch ca. 2 - 3 Wochen weiterwachsen und genügend Reserven aufbauen, um dann mit einer Höhe von 10 - 15 cm zu überwintern.

In den nächsten Tagen werden wohl auch die Keimlinge des Weizens, den wir anlässlich des Saat - und Erntefestes am 18. Oktober gesät haben, durch den Boden ans Licht kommen.

 

Letzten Freitag, Samstag und Sonntag hatten wir Kindergeburtstage auf dem Hof und Führungen - trotz starker Zunahme der Coronainfektionen. Bei Kindern ist das für uns weniger ein Problem. Für die Erwachsenen gilt ja auf dem Spielplatz Maskenpflicht und auch bei den Führungen sind wir froh, wenn sie Masken tragen, denn oft wird in spannenden Augenblicken der Abstand vergessen. Gemäss unseren Beobachtungen tragen ca. 70 % der Hofbesucher Masken. Es ist ja auch schwierig. Manchmal ist nur eine Familie da und man fragt sich: Warum tragen jetzt die Eltern Masken? Und handkehrum ist plötzlich der Innenhof voll und die Eltern stehen in Gruppen vor dem Trampolin und man fragt sich: Warum trägt jetzt dieser oder jene keine Maske? Mit der generellen Maskenpflicht wollten wir eben auch uns selber entlasten, denn einerseits können wir nicht ständig kontrollieren, wie viele Leute da sind, andererseits sind wir in der Pflicht für Ordnung zu sorgen, wenn es bei uns zu einem Menschenauflauf kommt, wo keiner eine Maske trägt.

19. - 25 Oktober 2020

Das Saat- und Erntefest ist vorbei, einen Tag bevor die verschärften Coronavorschriften in Kraft traten. Die Unsicherheit war sehr gross bei uns, vor allem während der letzten 2 - 3 Tage als in den Medien von der besorgniserregenden Zunahme von Ansteckungen die Rede war. Sollen wir den Anlass durchführen? Kommt überhaupt jemand? Das fragten wir uns. Umso grösser dann die Überraschung und auch das Erstaunen als ca. 250 Besucher kamen. Wir hatten das Gefühl, dass es anders war als in anderen Jahren, irgendwie besonders - nicht weil wir die traditionelle Teilete durch die Abgabe von gebratenen Jenzerwürsten und dem Birseckbrot von Grellinger ersetzt hatten, nicht weil vermehrt Masken zu sehen waren, sondern wahrscheinlich, weil sich alle bewusst waren, dass ein solcher Anlass in diesen Zeiten nicht selbstverständlich ist und dass wir längere Zeit nicht mehr in so grossem Rahmen zusammen kommen werden. So war auch der ökumenische Erntedankgottesdienst mit der Taufe besonders stimmig, umrahmt vom Jodlerchor und mit 2 Alphornbläsern, die das Ein- und Ausläuten der Kirche ersetzten. Wir möchten uns bei allen bedanken, die dieses Fest ermöglicht haben, den zahlreichen Helfern im Hintergrund, den Sängern und Alphornbläsern, bei der Bäckerei Grellinger fürs Sponsoring von Speckgugelhopf, Birseckbrot und Dessertgebäck, sowie bei Pfarrerin Florence Develey von der reformierten und bei Pfarrer Alex Maier von der katholischen Kirche, sowie bei Ständerätin Maya Graf für die passenden, stimmigen Worte, die sie an uns gerichtet haben. Turnusgemäss half dieses Mal die reformierte Kirche bei den Vorbereitungen, lieferte das Geschirr und spendierte die Getränke zu den Würsten, während wir auch dieses Jahr gerne Zöpfe, Apérogetränke und Würste gespendet haben. Dank dem trockenen Wetter konnten wir auch ohne grosse Probleme den Weizen aussäen, aus dem dann das Birseckbrot für das Saat- und Erntefest 2021 gebacken wird. Trotz der Kälte ist man gerne noch etwas sitzen geblieben. Schön war, dass uns dieses Jahr alles leicht von der Hand ging, auch mit dem Aufräumen waren wir rasch fertig. Dekorationen und ein paar Restbestände werden wir dann in aller Ruhe im Verlauf der nächsten Tage wegräumen.

 

Hier noch ein paar Bilder zum Fest:

Es sind schöne und warme Herbsttage angesagt. Also wollen wir den Rest des Grases mähen und Siloballen machen. Und es bleibt dann sicher auch noch etwas Zeit, um den Pflug und die Kreiselegge oder die Heuerntemaschinen zu waschen und einzuwintern.

12. - 18.10.2020

2 oder 3 Tage angenehmeres Wetter veranlassten uns dazu nochmals Gras zu mähen und daraus Siloballen zu machen. 20° wird es dieses Jahr wohl nicht mehr werden.

 

Ebenso war es jetzt auch möglich Weizen zu säen. Dass unsere Mitarbeiterfamilie genau in dieser Zeit 2 Wochen Ferien bezog, machte das Ganze etwas kompliziert. Es galt die 8 ha Gras zu mähen, zu zetten und "Mädli" zu machen. Nach dem Pressen und Wickeln der Ballen durch den Lohnunternehmer mussten diese noch aufgeladen, heimgeführt und wieder abgeladen werden. Letzteres war dann auch noch am Samstag bei Regen möglich. Hinzu kam noch das Weizen säen. Alles war in diesem kurzen regenfreien Zeitfenster nur möglich, indem wieder eine Nachtschicht eingelegt wurde. Daneben waren ja auch noch die Kühe 2 Mal täglich zu versorgen und zu melken, es wurde ein Kälbchen geboren und auch die Hühner, Ziegen und Esel mussten betreut werden.

 

Diese Woche sind wir wieder komplett. Wir werden aufräumen und Vorbereitungen für das Saat- und Erntefest vom kommenden Sonntag treffen. Wenn möglich säen wir den Weizen fertig. Danach sind die Feldarbeiten für dieses Jahr beendet. Je nach Wetter können die Kühe noch ein paar Wochen auf die Weide, falls es nicht zu nass ist.

 

Beim Schulhaus Fiechten haben die Arbeiten für das 2. Fussballfeld begonnen, womit wir dieses Land nicht mehr bewirtschaften können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für den Autobahn Vollanschluss sind die Bauarbeiten voll im Gang. Auch da ist unser Land betroffen und wird als Kiesablageplatz genutzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den Hühnern gefällt das trübe und nasse Wetter und sie gehen gerne raus.

5.10. - 11.10.2020

Endlich Regen! Und zwar ziemlich viel! Dabei gab es zwischen 2 Regenfronten eine Lücke am Mittwoch und Donnerstag letzte Woche. Das reichte gerade, um den Roggen zu säen. Allerdings war für das Säen auch noch ein langer Nachteinsatz nötig. Dank dem Niederschlagsradar auf dem Smartphone war klar, wann am Donnerstag erneut Regen einsetzen würde. So konnte Christian am Donnerstagmorgen noch bei der Geburt eines Kalbes helfen und zwischendurch in die Physiotherapie wegen einer Bänderverletzung an der Schulter.  Danach blieb gerade noch genug Zeit, um den Rest des Roggens auf dem Feld bei der Tramstation auszusäen und schon begann es wieder zu regnen. Für 14 ha Roggen brauchte Christian 11 Stunden. 

 

Danach fegte am letzten Wochenende der erste Herbststurm über den Hof. Es empfiehlt sich nicht, bei Sturm unter den Weiden beim Weiher zu verweilen, weil sie sehr brüchige Äste haben. Tatsächlich ist auch ein grosser Ast abgebrochen und auf das Dach des Ponystalls gestürzt. Dabei wurden 3 Wellblechplatten zertrümmert. Weil noch mehr Regen erwartet wurde, musste halt am Sonntag nach dem morgendlichen und vor dem abendlichen Melken auch noch dieses Dach repariert werden.

 

In dieser Woche bleibt die Agenda bis auf eine längere Sitzung bis jetzt zum Glück ziemlich leer. Falls es entgegen der Wetterprognose trockener wird, kann mit der Weizensaat begonnen werden. 2 Kälbchen werden zu einem Mastbetrieb gebracht werden, 2 Kühe zum Schlachthof: Arabelle wurde nicht mehr trächtig und Afra liefert wenig und qualitativ ungenügende Milch. Beide sind leider noch jung, erst 4 Jahre alt.

Update vom 1.10.2020

Wir dürfen aufatmen: Die Milchqualität ist wieder top! Ursache scheint also tatsächlich das defekte Kabel gewesen zu sein.

28.9. - 4.10.2020

Bei Valéry wurde ein Bänderriss diagnostiziert. Da dieser nicht geheilt werden kann, musste die Kuh geschlachtet werden (aber nicht eingeschläfert). 

 

Die Ursache für die nicht zufriedenstellende Milchqualität haben wir vermutlich gefunden. Es war eine Detektivarbeit, denn wir haben nirgends Schmutz in den Bestandteilen der Melkmaschine gefunden. Trotzdem musste irgendwo der Wurm drin sein! Endlich das Aha - Erlebnis: Zur Waschanlage gehört ein Air - Injektor, der alle 20 Sekunden Luft in die unter Vakuum stehenden Leitungen pumpt. Dadurch verursacht er einen Wasserschwall, der die Leitungen pfropfenartig reinigt. Wir haben nicht bemerkt, dass dieser Lufteinlass nicht mehr funktioniert. Ein dazu gehöriges Elektrokabel befand sich in einer Dose, die an der Wand befestigt ist. Dieses Kabel war beschädigt. Das war schnell repariert und wir hoffen jetzt wirklich, dass das die Ursache war. Angespannt warten wir auf das Resultat der Milchprobe.

 

In 3 Wochen, am 18. Oktober wollen wir das Saat - und Erntefest durchführen. Das sollte möglich sein, wenn wir auf die Teilete verzichten und statt dessen gebratene Würste und Birseckbrot verteilen. Wir wissen nicht, ob wir Werbung machen sollen oder nicht. Sollen wir uns auf möglichst viele Besucher freuen oder darauf hoffen, dass nicht zu viele kommen? Die Arbeit bleibt ja die gleiche. Das ist im Moment noch etwas schwierig für uns. 

 

Das Saatgut für die Roggen - und Weizensaat ist eingetroffen. Den Roggen möchten wir in der ersten Oktoberwoche säen, also jetzt. Alles Getreide wird ja wie immer ohne Fungizide oder Insektizide angebaut. Nun wollen wir auch wieder teilweise ohne Herbizide arbeiten und mit ungebeiztem Saatgut. Dieses musste separat bestellt werden, weil es in einem speziellen Verfahren hergestellt wird und es ist nun gerade noch rechtzeitig eingetroffen.

21. - 27. September 2020

Das Brachefeld ist gemulcht und kann diese Woche gepflügt werden. 2 Felder werden noch einmal mit dem Grubber bearbeitet, um die Verunkrautung in den Griff zu bekommen. Danach sind alle Felder zur Saat bereit. Den Roggen möchten wir um den 1. Oktober herum säen, den Weizen 1 Woche später. Einmal mehr wäre dieses Jahr Regen dringend nötig.

 

Die Kuh Valéry hat am hinteren linken Knie innerlich eine Verletzung, deren Herkunft uns absolut schleierhaft ist. Sie hinkt stark, geht aber noch mit den anderen Kühen mit auf die Weide. Wir haben Sie in einem speziellen Abteil im Stall untergebracht, der Krankenbox, wo sie mehr Platz hat und ungestört ist. Morgen wird sie der Tierarzt untersuchen. Wir sind gespannt auf seine Diagnose. Wir sehen keine Heilungschance und die Frage wird sein, ob sie geschlachtet werden kann (d.h. ob sie transportfähig ist) oder ob sie eingeschläfert werden muss. Wir hoffen natürlich, dass wir falsch liegen.

 

Irgendwo im System unserer Melkmschine befindet sich ein Keimherd. Bei der 2 Mal monatlich stattfindenden Milchkontrolle war deshalb bei der Bebrütung der Milchprobe die Keimentwicklung zu hoch, was zu hohen Milchpreisabzügen geführt hat. Wir konnten bisher trotz intensiver Suche und nochmaligen Reinigen die Ursache nicht finden, müssen aber sofort noch einmal intensiv daran. Ist die Milch wieder nicht optimal, droht eine Milchliefersperre.

 

Im Weiteren steht diese Woche eine Sitzung der Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbandes an, sowie eine Sitzung des Getreideproduzentenverbandes. Ausserdem will jemand im Auftrag der Agrarallianz auf unserem Hof ein Portrait oder einen Kurzfilm machen. Es geht dabei um unser Engagement und jenem der IP Suisse für die Reduktion der Pflanzenschutzmittel am Beispiel des Anbaus von pestizidfreiem Getreide.

14. - 20. September 2020

Ab dem 15. September dürfen wir auf dem Sonnenhof die Rotationsbrache mulchen und pflügen. Für diese Brache gab es Beiträge des Kantons und des Bundes, was aber mit diversen Auflagen verbunden war. Dazu gehört auch der frühest mögliche Endtermin für die Brache, was eben der 15. September ist. Es gibt verschiedene Typen von Brachen, je nach dem, ob man sie 1, 2 oder 3 Jahre lang stehen lässt. Das Saatgut ist eine Mischung aus verschiedenen einheimischen Pflanzen, die sich unterschiedlich stark entwickeln und am Ende gedeihen nur die, welche am besten an den Standort angepasst sind. Im 1. Jahr wirkt die Brache unglaublich farbig. Es fallen dabei vor allem der Mohn, die Kornblumen und die Margeriten auf. Davon gibt es im 2. Jahr dann schon weniger. Es entwickelt sich eine andere Flora, die je nach Klima und Bodenbeschaffenheit wieder anders aussieht. Die Brache beim Sonnenhof ist im 3. Jahr und es sind unglaublich viele Disteln gewachsen. Ursache sind das Wetter und der grosse Samenvorrat im Boden. Die Ackerkratzdistel ist am wenigsten erwünscht. Wir haben sie deshalb das ganze Jahr über mit der Sense abgeschnitten, bevor sie blühen konnte. Silber - und Kohldisteln nehmen weniger rasch überhand und wir konnten sie gut stehen lassen. Nach dem Pflügen wollen wir in ca. 3 Wochen Weizen säen.

 

In dieser Woche ist die Agenda voll mit Sitzungen und Abwesenheiten vom Betrieb. Arbeiten müssen deshalb vor- und nachgeholt werden. 

 

Wir haben entschieden, das Saat - und Erntefest trotz Covid 19 durchzuführen. Es wird am 18. Oktober stattfinden. Wir freuen uns immer darauf, müssen jetzt aber einfach noch überlegen, was wir alles anpassen müssen. Anwesend wird auch wieder einmal Maya Graf sein, unsere Ständerätin. 

31.8. - 13.9.2020

Nachdem unser eigener Mais ja infolge der Trockenheit nicht zu gebrauchen war, haben wir Mais ab Feld gekauft, in Biel - Benken. Jetzt sind auch unsere Maissilos voll, das heisst, wenigstens die in der Scheune. Leider war das aber nicht ohne Panne möglich. Der Mais wurde vom Lohnunternehmer in grosse Wagen gehäckselt. Es war ja auch eine lange Strecke mit den Traktoren zu fahren von Reinach nach Biel - Benken und wieder zurück. Aus diesen Wagen wurde der Mais bei uns auf den Scheunenboden abgeladen, von wo aus ihn Christian mit der grossen Schaufel des Hängedrehkranes in die Betonsilos beförderte. Kaum begonnen, fiel aber der Strom beim Kran aus. Der Elektriker musste her. Zum Glück war er grad in der Nähe und konnte vorbeikommen. Gemeinsam mit Christian fand er den Fehler. In der Zuleitung zur Kranbahn war eine Phase eines Kabels gerissen. Nach etwas mehr als einer halben Stunde konnte wieder gearbeitet werden. In der Zwischenzeit war der Mais auf dem Feld aber ohne Unterbruch weitergehäckselt worden und er wurde pausenlos angeliefert und auf dem Scheunenboden deponiert. Es dauerte bis spät in die Nacht, bis alles weggeräumt und in den Silos versorgt war. 

 

Das war aber noch nicht das Ende der Pannen.  Nach dem Häckseln ging unsere Silofräse bei den Hochsilos kaputt, worin der bereits fertig vergorene Mais vom letzten Jahr lagert. Wieder was Elektrisches. Hier ging die Reparatur nicht so rasch.  Schliesslich mussten wir doch Ersatzteile bestellen, auf die wir noch warten. Also musste den Kühen frischer, statt silierter Mais verfüttert werden. Nun, sie haben es gefressen. 

 

Auch zwei Kühe hatten nach der Geburt ein sogenanntes Festliegen. Das gab es bei uns schon lange nicht mehr. Die Kühe können nach der Geburt nicht mehr aufstehen, fressen nicht mehr und sterben schliesslich. Natürlich haben wir etwas unternommen, bevor der Tod eintrat. Die Ursache ist ein Kalzium - und in unserer Gegend auch ein Phophormangel nach der Geburt, wenn die Kühe mit der Milchproduktion beginnen.  Neben der Futterqualität spielt auch eine Rolle, wenn die Kühe vor der Geburt, in der Galtphase zu viel oder zu nährstoffreiches Futter erhalten. Die Kühe brauchen als Therapie Kalzium- und Phosphorinfusionen. Es geht ihnen jetzt wieder gut.

 

Trotz Corona haben wir wieder viele Kindergeburtstage und andere Familienfeste auf dem Hof und auch die Führungen sind wieder gefragt. In der Woche vom 7. September gab es beispielsweise bereits am Montag und Dienstag 3 Führungen. Am Mittwoch steht nochmals eine Führung an und danach muss Christian bis am Abend noch ca. 5 ha Rotationsbrache frisch ansäen. Das dürfte 9 Uhr abends werden. Danach gilt es zu packen, denn am Donnerstag und Freitag ist eine Strategietagung der IP - Suisse in Vitznau, an der Christian teilnimmt. Am Wochenende hat er dann Stalldienst, wobei am Samstag nochmals eine Führung ansteht. So kommt immerhin keine Langeweile auf.

 

17. - 30. August

Wir waren für 10 Tage in den Ferien! Wie üblich gab es dabei Unterbrüche. Während Susanna mit Hilfe eines Tablets Mails beantwortete, musste Christian an eine Sitzung und letztlich 2 Tage früher nach Hause. Grund war ein Fehler unsererseits in der Terminplanung. Während eines ganzen Morgens wurde der Betrieb von einem Experten in Begleitung von Vertretern von Immobilien Basel unter die Lupe genommen. Es gilt ja vorausschauend zu planen für eine Weiterverpachtung. Dabei geht es nicht nur um allfällige Umbauten oder Renovationen, sondern auch um die Festsetzung eines zukünftigen Pachtzinses. Diese Neuverpachtung dürfte eine sehr aufwändige Sache werden.

 

Während unserer Abwesenheit gab es auf dem Betrieb, neben dem Versorgen der Tiere, folgende Arbeiten zu erledigen:

  • Es wurden Saatvorbereitungen getroffen, d.h. das Unkraut wurde mit dem Grubber aus den Äckern entfernt. 
  • Beim Stallausgang wurde der Boden repariert.
  • Die Gucklöcher beim Hühnerstall wurden geflickt.
  • Beim Sportplatz wurde der Zaun repariert.
  • Das Ziegengehege wurde gemäht.
  • Das sogenannte "Paradiesli", eine kleine Waldweide ausserhalb von Reinach, wurde für die Kühe vorbereitet.
  • Es wurden Abfälle entsorgt (Plastik, Glas, Alu und Blech).
  • Die Silos wurden für die Maisernte vorbereitet.
  • Es wurden 2 Kälbchen geboren, davon eines leider 3 - 4 Wochen zu früh. Es war nur ca. 15 kg schwer, statt ca. 40 kg und ist dann auch gestorben.

Kaum war Christian zurück aus den Ferien, musste die Silofräse gewechselt werden. Sie ist ca. 250 kg schwer und befördert mittels eines Gebläses die Maissilage aus dem Silo in den Stall, wo die Silage dann den Kühen verfüttert werden kann.  Ein Wechseln der Silofräse bedeutet: Wenn ein Hochsilo leer ist, muss man auf den Silo hinaufklettern und die Fräse vom leeren Silo zum nächsten vollen Silo hinüber befördern.

 

Dann war endlich Regen angesagt und vorher wurde deshalb das wegen der Trockenheit halb abgestorbene Gras gemäht und damit Siloballen gemacht. Es war viel Arbeit für wenig Futter (4 Siloballen auf 10 ha Grasland). Auch der halb vertrocknete Mais, an dem sich keine Kolben entwickeln konnten, wurde gemäht und daraus Siloballen gemacht. Diese wurden verkauft, bzw. fast verschenkt, weil eben Mais ohne Kolben beinahe wertlos ist, auch für unsere Kühe. 

 

Freitag und Samstag gab es dann Hofführungen für Kindergeburtstage. Es regnete, was schon lange nicht mehr vorgekommen ist. Zum Glück haben wir das Holder - Rümli mit dem Bauernhofzimmer. Da konnten sich die Kinder bestens die Zeit vertreiben.

10. - 16. August 2020

Es ist heiss. Wir haben täglich über 30°, bis sogar 36°C. Die Gewitter ziehen an Reinach vorbei. Daran sind wir gewöhnt.

 

Immer wieder wird unser Land benötigt für die Bedürfnisse einer Gemeinde oder des Kantons etc. Es waren z.B. die Euro 08, das schliesslich verlegte eidgenössische Schwingfest, der neue Sportplatz Fiechten oder Pläne wie der See in Aesch, die Südumfahrung Reinach oder der Aescher Dom - ganz abgesehen von den Festen, die schon auf unserem Land gefeiert wurden. Momentan wird ein Rohr mit 25 cm Durchmesser in den Boden eingezogen, worin später eine Stromleitung verlaufen wird. Das Rohr verläuft vom Froloo (im Wald zwischen Therwil und Reinach) bis nach Aesch.

1 km davon verläuft durch unser Land.  Das Rohr kommt 1,2 Meter tief in den Boden. Dazu wird nicht gegraben, sondern ein Bagger zieht ein Schwert durch den Boden, an dessen Ende sich eine 30 cm dicke Kugel befindet. Das Rohr wird direkt dahinter eingezogen. Das braucht sehr viel Kraft und ist in unseren Kiesböden auch schwierig zu bewerkstelligen, weil die Erde hinter der Kugel gerne wieder zusammenfällt. In Lehmböden ist es einfacher. Bei Hindernissen, wie beispielsweise der Autobahn oder Tramschienen, wird unten durch gebohrt, ohne Einschränkungen für die Bauten auf der Oberfläche. Hier ein paar Fotos von der Verlegung der Rohre auf unserem Land:

3. - 9. August

Eine weitere Hitzewelle ist zu Ende gegangen. Es hat geregnet und ist kühler geworden. Ab Mitte Woche wird es dann wieder heiss. Unser Maisfeld hat sich prächtig entwickelt, aber die letzte Hitzeperiode ist im gar nicht gut bekommen. Die unteren Blätter sind alle abgestorben und es haben sich noch keine Maiskolben entwickelt. Es wird wohl auch keine mehr geben. Beim Mais machen die Kolben ca. 50 % des Ernteguts aus. Wahrscheinlich muss die Trockenheitsversicherung, die wir für alle Kulturen abgeschlossen haben, einspringen. 

 

Auch die Wiesen sind ziemlich abgestorben. Sie werden mit dem Regen  zwar wieder grün, aber das dauert 2 Wochen. So sind die Kühe einen Monat lang zwar täglich draussen, können aber nur im Stall ihre Silage fressen. Auf der Weide finden sie nichts zu fressen, sondern stehen oder liegen nur herum. 

 

Die neuen Junghennen sind jetzt seit 2 Wochen bei uns und beginnen mit dem Eier legen. Heute gab es von den 500 Hennen 60 kleine Eier. Nächste Woche wird ihr Futtersilo leer sein und wir müssen 8 Tonnen Hühnerfutter bestellen, um es wieder zu füllen. Ein Huhn frisst nebst Gras und Würmern etwa 100 g Futter pro Tag, das zur Hauptsache aus Getreide besteht. Pro Jahr benötigen wir für unsere 1000 Hühner ca. 35 Tonnen Futter, das wir zukaufen müssen.

 

Es ist immer von Vorteil in den Sommerferien die alten Hühner durch neue zu ersetzen, denn während dieser Zeit verkaufen wir sowieso am wenigsten Eier. So können wir unser Angebot der Nachfrage anpassen. 

27. Juli - 2. August 2020

Wegen dem milden Klima beginnt bei uns im Frühjahr die Vegetation sehr früh zu wachsen und im Sommer ist das Getreide früh reif. So gehören wir zusammen mit Genf und Schaffhausen zu den frühesten Regionen der Schweiz. Die Getreideernte ist deshalb in grossen Teilen der Schweiz noch in vollem Gange und in höheren Lagen zieht sie sich bis in den August hinein. Wir hingegen haben mehr Zeit, um die nachfolgenden Kulturen vorzubereiten. Aber: Schon sehr früh wieder anzusäen ist heikel, denn in unsere Region fehlt dann oft der Regen. Zudem haben wir gerade auf dem Neuhof sehr durchlässige Kiesböden, die kaum Wasser speichern. Im heissesten und trockensten Teil des Jahres anzusäen ist deshalb sehr riskant. Es kann sehr schnell sehr trocken werden, so dass die Saat nicht keimt oder dann keimt sie zwar, vertrocknet aber anschliessend. So mussten wir schon öfter eine neue Wiese 3 x neu ansäen, weil wir das Risiko eingehen wollten und sofort nach der Ernte neu angesät haben. Dieses Risiko gehen wir ein, weil wir - wenn der ersehnte Regen fällt - bis Ende Jahr einiges mehr an Grassilage einbringen können.

 

Unsere Mitarbeiterfamilie wäre jetzt gerne nach Hause in die Ferien gefahren, aber nach Moldawien zu reisen geht diesen Sommer aus den bekannten Gründen nicht. Gerne hätten sie dort ihre Familie besucht. Das geht jetzt leider nicht. Die nächste Option war, nach Spanien zu reisen, um dort Verwandte zu besuchen. Das könnte aber auch heikel werden. So haben sie sich schweren Herzens dazu entschlossen auf dem Neuhof zu bleiben. Sie werden wohl Tagesausflüge machen, wie sie es oft und gerne machen in der Schweiz. 

 

In den nächsten Wochen wird die Stromleitung von Therwil nach Aesch neu verlegt, mitten durch unseren Betrieb. Die Leitungen werden in Rohren von 25 cm Durchmesser direkt in die Erde gezogen. Es sind also keine Grabarbeiten nötig. Trotzdem wird es einige Behinderungen und Einschränkungen für uns geben. So mussten wir bereits einen 10 Meter breiten Streifen in der Rotationsbrache mulchen, weil die Leitung da mitten durch das Feld geht. Immerhin wurde das Ganz so geplant, dass die Arbeiten nach der Ernte und vor der Neuansaat erledigt werden können, damit am wenigsten Schaden entsteht.

20. - 27. Juli 2020

Am Dienstag dieser Woche kommen die neuen Legehennen. Dazu musste letzte Woche noch der Stall ausgemistet, gereinigt und desinfiziert werden. Das war neben der Ernte auch noch viel Arbeit und wir hoffen, dass danach der Rest dieser Woche etwas ruhiger wird.

 

Wir sind zufrieden mit den Ernteerträgen. Sie waren gut, in Anbetracht der Trockenheit im April und der verschiedenen Massnahmen, die ertragsmindernd wirken. Dazu gehört, dass ein Viertel der Felder in weiter Reihe gesät war, d.h. es wurde nur auf 60 % der Fläche Getreide angesät, damit Platz für bodenbrütende Vögel wie die Feldlerche bleibt oder auch für die Hasen. Man sät dabei immer nur 3 Reihen Getreide und lässt jeweils die nächsten beiden Reihen ungesät. Es handelt sich dabei um ein Anbauprogramm, das vom Bund, dem Kanton und IP - Suisse gefördert wird. Im Weiteren haben wir  auf 3/4 der Fläche gar keine Pestizide mehr eingesetzt. Das Neue war, dass wir- wie im letzten Blog erklärt - auch auf Herbizide verzichtet haben.

 

Der völlige Verzicht auf Pestizide beim Getreide ist neu im IP - Suisse - Programm und wird durch Abnehmer (v.a. die Migros) mitfinanziert. Welchen Einfluss hatte also das Striegeln statt Spritzen auf die Begleitflora (Unkraut)?  Wie beurteilen wir eine herbizidfreie Zukunft auf dem Neuhof? Nun, 25 Jahre lang haben wir die Felder immer äusserst  sauber, also unkrautfrei, gehalten, indem wir bei jeder Kultur Herbizide eingesetzt haben. Statt der Chemie nun den Striegel zu nehmen erschien doch sehr risikoreich. Aber dann konnten wir mit dem Striegel doch viele Unkräuter entfernen. 

Wie man sieht, gab es Begleitflora, also Unkraut, wie z.B. Mohn, Kornblumen, Stiefmütterchen, Ehrenpreis und auch schwierigere, bzw.ertragsmindernde oder schwerer mechanisch zu entfernende Pflanzen wie Kletten, Diesteln oder Blacken. Aber der Ertrag wurde dadurch nur wenig eingeschränkt. Diese Begleitflora wächst jetzt aber weiter. Umso wichtiger ist es jetzt, dass das Unkraut bis zur nächsten Getreideansaat möglichst zum Verschwinden gebracht wird. So wird nach der Ernte der Boden mit dem Grubber aufgerissen. Dabei wird das vorhandene Unkraut ausgerissen und es vertrocknet auf dem Boden. Dabei werden aber neue Unrkautsamen , die bis jetzt auf der Bodenoberfläche lagen, in den Boden eingearbeitet und beginnen dort zu keimen. Wenn sie nach 2 - 3 Wochen 10 - 20 cm hoch sind, wird ein weiteres Mal gegrubbert.  Je nach Wetter wird bis zur nächsten Saat im September oder Oktober nochmals 3 - 4 Mal auf diese Weise der Boden aufgerissen. Es wird also versucht, möglichst viel Unkraut zum Keimen zu bringen und anschliessend mit dem Grubber auszureissen. Daneben gibt es aber schwierige Unkräuter, denen man so fast nicht beikommt. Das sind die Quecke, der Ackerfuchsschwanz, Disteln und Blacken. Für diese braucht es spezielle Verfahren. Blackensamen halten sich beispielsweise jahrelang im Boden. Deshalb hat Ion jeweils die Blütenstände abgeschnitten. Aber natürlich hat er nicht alle Blacken im Weizen gefunden und der Mähdrescher hat dann die Samen munter im Feld verteilt. Nun....wir bleiben dran.

13. - 19. Juli 2020

Letzte Woche mussten wir noch bis Mittwoch warten, bis wir mit Dreschen beginnen konnten. Wir hatten zwar 2 Weizenfelder, wo der Weizen bereits reif war, aber im aussergewöhnlich trockenen April waren da viele Seitentriebe erst spät nachgeschossen. Deshalb war ein grosser Teil der Körner zwar erntereif, daneben gab es aber auch noch viele grüne Ähren. So brauchte es eben bezüglich des Dreschzeitpunktes einen Kompromiss und das war dann eben der Mittwoch. Bei der Abgabe war schliesslich alles ok. Es wurde eine gute Qualität festgestellt und die Körner mussten nicht nachgetrocknet werden, was ja mit Kosten verbunden gewesen wäre.

 

Beim Roggen wollte Christian kein Risiko eingehen. Sobald Regen auf erntereife Roggenähren fällt, führt das zu massiven Qualitätsverlusten. Der Roggen eignet sich dann nicht mehr zum Backen und muss zu einem kleineren Preis als Viehfutter verkauft werden. Deswegen ist es sehr heikel, wenn man trotz unsicherer Wetterprognose zuwarten will, bis auch das letzte Korn reif für die Ernte ist. Wir haben den Roggen also geerntet und lassen ihn in der Sammelstelle noch nachtrocknen. Im Nachhinein betrachtet, hätten wir mit dem Dreschen auch zuwarten können, denn der für Samstag angekündigte Regen blieb aus und es blieb auch in den folgenden Tagen trocken. Landwirtschaft ist halt oft ein Pokerspiel. Immerhin haben wir anschliessend auch noch den restlichen Weizen gedroschen und wurden am Dienstag dieser Woche damit fertig. Der Mähdrescher, den wir übrigens 1994 (!) occasion (!) gekauft haben, hat auch dieses Jahr noch durchgehalten, wodurch wir uns Erntekosten von über Fr. 10`000.- sparen konnten.

 

Wegen der Trockenheit im April ist das Getreide dieses Jahr relativ niedrig geblieben. Dadurch gab es nur wenig Stroh. Es reicht für den Eigenbedarf. In anderen Jahren konnten wir einen grossen Teil des Strohs verkaufen. Dieses Jahr bleibt nur wenig übrig für den Verkauf.

 

Und zum Schluss noch ein Hinweis auf einen Podcast, den die Migros zusammen mit Christian produzieren liess. Man braucht allerdings eine entsprechende App, um ihn zu hören (z.B. Spotify). Es geht um Christians ersten Versuch, beim Getreide auf Herbizide zu verzichten und an deren Stelle einen Striegel einzusetzen. Wie früher schon erwähnt, ist es die Strategie der IP - Suisse ab diesem Jahr solche Versuche zu starten. Hier der Link zum Podcast: https://generation-m.migros.ch/de/nachhaltig-leben/tipps-tools/chrut-und-ruebli.html Über die Unkrautsituation bei der Ernte berichten wir dann an dieser Stelle nächste Woche. Es gibt doch einiges dazu zu sagen.

6. - 12. Juli

Für die ganze Woche ist schönes, warmes Wetter angesagt. Das passt wunderbar! Vielleicht ist es am Montag noch nicht ganz perfekt, mal schauen. Wir werden das Gras ein 3. Mal mähen und daraus Siloballen machen. Auch einen Teil der Kuhweide müssen wir silieren, weil die Kühe nicht mehr nachkommen mit Fressen. Im Weiteren ist noch ein Waldsaum zu mähen. Waldsäume sind spezielle Ökoflächen, die in unserer Lage erst ab dem 1. Juli gemäht werden dürfen, und dann auch nur zur Hälfte. Deshalb ist das daraus gewonnene Futter alt. Wir pressen es zu Heuballen und füttern es später den Eseln und Ziegen. Zuletzt müssen wir dann auch noch eine Weide säubern, d.h. wir schneiden das Gras, das von den Kühen übrig gelassen wurde, lassen es trocknen und räumen es nachher ab. Dabei verschmutzt das Mähwerk stark, weil auf der Weide ja auch viele Kuhfladen sind. Wir müssen es deshalb nachher mit dem Hochdruckreiniger waschen. Dann wird auch noch die Motorsense in Betrieb genommen. Wir befreien damit den Rundweg von Gras und Unkraut, damit es wieder "amächelig" aussieht.

 

Der Weizen ist reif und wahrscheinlich ist es diese Woche auch beim Roggen so weit. Der Mähdrescher steht bereit und es müssen nur noch die Container bestellt werden, in denen wir dann wir dann die Roggenkörner abtransportieren lassen. Einen ersten Dreschversuch im Weizen wagen wir am Montag. Wir werden dabei rasch erkennen, ob der richtige Erntezeitpunkt schon da ist oder ob noch 1 - 2 Tage zugewartet werden soll.

29. Juni - 5. Juli 2020

Die Grosseseldame Darinka ist eingetroffen und macht Bekanntschaft mit den anderen Eseln. Vorerst braucht es noch etwas Distanz. Die anderen Esel sind zwar viel kleiner, zeigen der Neuen aber schnell die Hinterhufe, wenn diese zu nahe kommt.

 

Vor einer Woche haben wir die Ökoflächen gemäht und das Heu trocken eingebracht. Es ist alt, d.h. im späten Wachstumsstadium geschnitten und hat deshalb nicht mehr viele Nährstoffe. Deswegen ist es perfekt für unsere Esel. Sie reagieren nämlich empfindlich auf zu nährstoffreiches Futter.

Ende der letzten Woche wurde das Wetter dann sehr unbeständig und mehrmals ging Platzregen nieder. So etwas haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Auch etwas Hagel war dabei. Er hat aber kaum sichtbare Spuren an den Kulturen hinterlassen. Auch in dieser Woche bleibt das Wetter unbeständig und feucht. So haben wir Anfang Woche Zeit bei allen Kühen die Klauen zu kontrollieren und zu schneiden. Im Hofareal ist das Gras in die Höhe geschossen und wir wollen es diese Woche mit dem Rasenmäher und der Motorsense schneiden. Die Güllegrube ist wieder randvoll. Zuerst müssen wir aber die grosse Wiese ein 3. Mal mähen, bevor wir die Gülle dann darauf ausbringen können. 

22. - 28. Juni 2020

Seit über 10 Jahren sind beim IP - Suisse Labelgetreide Insektizide, Fungizide und Wachstumsregulatoren nicht mehr erlaubt. Es handelte sich in der Hauptsache um Weizen, daneben etwas Roggen und wenig Hartweizen und Gerste. Die Bauern konnten dafür einen ca. 10 % höheren Preis lösen. Dieser Mehrpreis ist die Entschädigung für den Mehraufwand des Bauern, sein grösseres Risiko und den kleineren Ertrag. Bisher wurden immer genug Bauern gefunden, denen der Mehrpreis zusammen mit dem Gefühl, etwas für Biodiversität und gesunde Natur zu tun, reichte. So konnten jährlich ca. 100`000 Tonnen Labelweizen produziert werden. Das entspricht ca. 20`000 ha Land. Der grösste Teil dieses Weizens ging an die Migros, die nur noch IP - Suisse - Getreide verarbeitet. Es ist der Wunsch der Migros, dass die Landwirte jetzt zusätzlich auch auf Herbizide und auf gebeiztes Saatgut verzichten. Gleichzeitig wurde seit 2 Jahren im Vorstand und in der Geschäftsleitung von IP - Suisse darüber diskutiert, wie man das Label für IP - Suisse - Getreide in diesem Sinne weiterentwickeln kann. Der Wunsch nach dem Verzicht auf diese Hilfsmittel war also auf beiden Seiten vorhanden. Das Problem dabei war der Preis. IP - Suisse versuchte zu berechnen, um wieviel höher der Preis für den Bauern sein muss, die Migros kalkulierte, welches für sie noch ein realistischer Preis ist, denn der Kunde spart gerne bei Lebensmitteln. Nach mehr als 1 Jahr harter Verhandlungen konnte nun publiziert werden, dass die Migros mit einem nochmaligen Preiszuschlag von 20 % einverstanden ist.  In der Landwirtschaftspresse hat das zu vielen aufgebrachten Leserbriefen geführt. Die einen finden, der Mehrpreis sei viel zu tief, andere glauben, dass es nicht möglich ist ohne Herbizide zu arbeiten und dass uns das ins Desaster führt und Dritte beschimpfen die IP - Suisse, nur Handlanger der Migros zu sein. Neues einzuführen ist nie einfach. Das hat die IP - Suisse in den letzten 30 Jahren oft erfahren. Es braucht einerseits eine starke eigene Überzeugung im Vorstand und der Geschäftsleitung und andererseits viel Überzeugungsarbeit den Betroffenen gegenüber und natürlich braucht es Zeit.

 

In dieser Woche erwarten wir warmes Sommerwetter. Also werden wir alle Ökoflächen mähen, die dafür ab dem 15. Juni freigegeben sind. Das gibt dann vor allem Heu für die Esel. Ausserdem muss der Mähdrescher für die Ernte bereitgestellt werden.

 

Besonders freuen wir uns auf das nächste Wochenende. Am Sonntag führen wir erstmals seit der Coronazeit wieder ein Eselreiten durch und am Samstag vorher trifft bei uns gegen Mittag ein sechster, vorläufig letzter und ganz besonderer Esel ein: Es ist eine Grossesel - Stute mit Stockmass 1,35 Meter. Das Ziel ist, dass sie beim allmonatlichen Eselreiten Kinder tragen kann, die schwerer als die für die Zwergesel erlaubten 30 kg sind. (Die beiden alten Ponys haben uns ja schon seit einiger Zeit verlassen. Das eine ist gestorben und das andere lebt auf dem Schürhof Aesch, wo es "Gschpänli" hat.)

 

15. - 21 Juni 2020

Die Vermietungen fürs Holder - Rümli laufen wieder an. Auch Führungen werden wieder gebucht. Die Grenzen gehen wieder auf und wir sind gespannt, wie sich das auf unseren Direktverkauf von Milch und Eiern auswirkt. Während des Lockdown ist dieser Verkauf ja sehr, sehr gut gelaufen. Erst in den letzten beiden Wochen ist er ganz minim zurückgegangen. Gerade der Verkauf von Eiern, der sehr stark zugenommen hatte, brachte guten Erlös, aber auch viel Arbeit.

 

 

Neben dem Direktverkauf gehen unsere Eier ja auch an die Bäckerei Grellinger, das Altersheim und vor allem an die Firma MIBA Milchprodukte in Aesch, für die wir die Eier in unsere persönlichen Schachteln verpacken müssen.

Letzte Woche hatten wir Besuch von Vertretern des Eigentümers, Immobilien Basel. Es ist für uns sehr positiv, dass wir uns frühzeitig mit dem Pachtende auseinandersetzen und das Nötige in die Wege leiten können, gilt es doch vieles, auch komplexes, zu beachten, sowohl auf Pächter-, als auch auf Eigentümerseite. Wir schätzen es sehr, dass wir informiert wurden, welche Pläne für den Neuhof bestehen. Es wird auch nach unserem Pachtende im Dezember 2022 weitergehen und wir sind zuversichtlich, dass es gut kommt mit dem Betrieb. 

 

Diese Woche darf Christian erstmals nach ca. 4 Monaten wieder eine Führung machen, worauf er sich sehr freut. Es wird eine 3. Klasse sein. Alle Tiere müssen sich wieder neu daran gewöhnen und werden wohl erst etwas scheu sein. Die Hühner, Ziegen, Kälbchen und Schweinchen wurden schon lange nicht mehr besucht in ihren Gehegen und das Streicheln wird wohl noch nicht ganz reibungslos verlaufen.

1. - 14. Juni

Wie früher bereits erwähnt, hatten wir in der Woche vom 1. Juni noch Arbeit mit der Pflege unserer ökologischen Ausgleichsflächen. Und wie vor 4 Wochen prognostiziert ist nun der Mohn auf den Rotationsbrachen am Verblühen. Dafür ändert sich nun die Farbe, vor allem in der Brache unterhalbe des Schlatthofes: Die Kornblumen setzen nun mit ihrer blauen Farbe den Schwerpunkt. Hinzu kommt noch das gelb blühende Habermark. Beide sind ebenso wirkungsvoll für unsere Insekten und erfreuen hoffentlich noch lange die Menschen, die daran vorbei spazieren.

 

 

Ab Sonntag, den 7. Juni ist nun das Holder - Rümli für unsere Hofbesucher wieder geöffnet. Bitte nutzen Sie das Desinfektionsmittel beim Eingang! Das Spielzimmer bleibt aus hygienischen Gründen geschlossen und wird nur für Gäste geöffnet, die das Holder - Rümli mieten. Natürlich gelten auch bei uns die bekannten Regeln, wie Abstand halten und häufiges Desinfiziern und Händewaschen.

 

 

Wie ist die Situation bei uns im Vergleich zu Vorjahren? Nun: Vor einem Jahr hatten wir auf unserem Hof das alljährliche Spargelessen, das wir dieses Jahr verständlicherweise nicht durchführen können. Schade! Ebenfalls vor einem Jahr wurden wir mit den Problemen konfrontiert, die der neue Fussballplatz hinter unserem Hof mit sich brachte. Es gab Ärger wegen der vielen wild parkierten Autos auf unserem Land und den Feldwegen. Dank Corona haben wir bis jetzt wesentlich mehr Ruhe. Und wir verkaufen immer noch wesentlich mehr Eier über unsere Direktvermarktung. Also ist die Bilanz für uns gar nicht schlecht!

25. - 31.Mai.2020

Der Melkmaschinenservice ist gemacht. Beim Melkaggregat wurden sämtliche Teile zerlegt und gereinigt. Dabei wurden sie zuerst in Säure eingelegt und dann mit starkem, saurem Reinigungsmittel geputzt. Das Gleiche geschah mit dem Milchmengenmessgerät, der Endeinheit, der automatischen Abnahme und den Ablassventilen. Fast alle Gummiteile mussten ersetzt werden, d.h. Zitzengummis, Milch- und Pulsschläuche, Rückschlagklappen, Dichtungsringe und auch das Luftregulierventil. Die Waschanlage wurde gewartet, die Vakuumpumpe wurde entleert, gereinigt und danach galt es, alles wieder richtig zusammenzusetzen und - ganz wichtig - wieder richtig einzustellen, auch den Luftkompressor. Die Vakuumhöhe muss genau stimmen, ebenso der Melk - und der Entlastungstakt und die maximale Höhe des Vakuumverlustes, ebenso die genaue Einstellung der Abnahmeautomatik etc. Wenn da etwas falsch eingestellt ist, bekommen die Kühe am Euter gesundheitliche Probleme und danach haben auch wir ein Problem, weil die Milchqualität nicht mehr stimmt. So waren 3 Personen von 8 Uhr morgens bis 16 Uhr voll mit der Wartung der Melkmaschine beschäftigt, damit anschliessend wieder gemolken werden konnte.

 

Diese Woche sind wir draussen, denn das Gras muss zum 2. mal gemäht werden. Das wird einige Silo - und evtl. Heuballen geben.  Ausserdem muss der Mais mit Herbizid behandelt werden. Nachdem wir dieses Jahr im Weizen darauf verzichten, geht es im Mais leider nicht ohne eine chemische Unkrautbehandlung. Ausserdem wollen wir rund um die Hofgebäude das Gras mulchen, in den Brachen sind Blacken und Disteln zu entfernen und in der extensiven Weide unter dem Schlatthof müssen mit der Motorsense die Brombeeren zurück gedrängt werden. Hinzu kommt noch das Mähen des Waldsaumes hinter dem Hühnerhof. Dort können wir jährlich jeweils nur die Hälfte mähen. In der anderen Hälfte wachsen innerhalb des einen Jahres ziemlich grosse Bäume, die wir dann kurz vor dem Mähen wieder entfernen müssen. Aber diese Woche ist wohl zu kurz für all diese Arbeiten.....

18. - 24. Mai

Die von uns angesäte Rotationsbrache steht in ihrem 1. Jahr. Deswegen zeigen sich jetzt Mohn und Kornblumen in ihrer schönsten Pracht und durch die Grösse der Felder ist die Wirkung beeindruckend. Gestern Sonntag standen um halb acht Uhr früh am Morgen bereits 4 Personen mit Kameras und riesigen Teleobjektiven rund um die Mohnfelder in der Reinacher Ebene. Aber auch normale Spaziergänger können nicht anders als stehen bleiben, um ihren Handys Fotos zu machen, wobei es eine Herausforderung ist, dabei wirklich gute Resultate zu erzielen. In Natura wirkt das Ganze noch viel beeindruckender, vor allem, wenn dann noch der Wind darüber streicht. Die Brache bleibt für ca. 3 Jahre stehen, aber nur im 1. Jahr gibt es erfahrungsgemäss so viele Mohnblumen. Später kommen dann Margeriten und andere Blumen dazu und es ergibt sich ein anderes Bild. Die Insekten und andere Tiere freut es. Und nein, das ist nicht Bio, sondern es gehört zum Biodiversitätsprogramm von IP - Suisse.

 

 

Auch in unseren Weizenfeldern kommt viel Mohn auf. Dafür gibt es 2 Gründe: Erstens ist der Weizen sehr kurz geblieben, weil der April so trocken war. Dadurch kommt immer noch viel Licht zum Boden. Deswegen hatte der Mohn gute Bedingungen, um zu wachsen. Und zweitens war auf dem besonders stark betroffenen Feld zuvor eine Brache mit vielen Mohnblumen, deren Samen jetzt die günstigen Bedingungen nutzten.

Der Spielplatz ist jetzt seit 2 Wochen wieder offen und letztes Wochenende waren erstmals wieder richtig viele Leute da. Es herrschte also wieder Normalbetrieb. Obwohl es natürlich schön ist zu sehen, wie viel Spass es den Kindern auf dem Bauernhof macht und auch die erwachsenen Begleitpersonen den Aufenthalt bei uns zu geniessen scheinen, müssen wir doch zugeben, dass die 2 ruhigen Monate während der Coronakriese für alle die auf dem Hof wohnen und arbeiten eine angenehm entspannende und erholsame Zeit war. Vielleicht sollten wir jedes Jahr eine 2 - monatige Pause einlegen beim Spielplatzbetrieb. Das ist zumindest eine Überlegung wert.

 

Im Stall ist immer noch der Frühjahrsputz aktuell. Dazu gehört auch der Melkmaschinenservice. Morgen kommt der Spezialist, der zusammen mit Christian die Maschine in Einzelteile zerlegen und reinigen wird. 

 

Ebenfalls diese Woche wird ein Experte vorbeikommen, um das Äussere von einigen unserer Kühe zu beurteilen bezüglich Proportionen, Körperhaltung etc. Wie so Vieles, war auch das in den letzten 2 Monaten nicht möglich und muss jetzt nachgeholt werden.

11. - 17. Mai 2020

Die Wiedereröffnung des Spielplatzes letztes Wochenende ist ruhig verlaufen. Es waren nur wenige Besucher da. Somit waren unsere Befürchtungen bezüglich Abstandsregeln und grossen Gruppenansammlungen unbegründet. Glücklicherweise stellt sich die Normalität erst langsam wieder ein. Wir haben während der Zeit, als der Spielplatz geschlossen war, den Spendentrichter restauriert und die alten Bänke ersetzt, sowie zusätzlich neue aufgestellt. Es ist noch nicht klar, wann wir das Holder - Rümli wieder eröffnen wollen oder können. Mieten kann man es auf Zusehen hin. Annullationsgebühren verlangen wir deshalb keine.

Unser Testversuch mit herbizidlosem Weizen  zeigt uns, dass es nicht so einfach ist, Chemie durch Mechanik zu ersetzen.  Der Weizen droht trotz Striegeln mit Klebern überwuchert zu werden. Christian hat nochmals einen Striegel gemietet, ihn am Traktor angehängt und versucht mit diesem die Klebern auszureissen. Es ist nur teilweise gelungen, weil man vorsichtig agieren muss, damit der Weizen nicht beschädigt wird und wir beobachten auch Schäden durch die Fahrspuren des Traktors. Um das Ganze von Hand zu machen, bräuchten wir ein paar Dutzend Gratisarbeitskräfte.

 

 

 

Die neu angesäten Brachen blühen und wie immer zeigt sich in ihrem ersten Standjahr der Mohn ganz prächtig. Wir rechnen mit einer Blühdauer von 3 - 4 Wochen.

4. - 10. Mai 2020

Unfreiwillige Komik zu Zeiten von Corona: Eine Frau kommt zu Christian ins Tenn. Sie kommt ihm zu nahe und er weicht zurück, sie setzt nach und er weicht nochmals zurück. Sie kommt nochmals nach und da bittet er sie, doch die 2 Meter Abstand einzuhalten. Sie entschuldigt sich und weicht zurück. Endlich darf sie ihr Anliegen vorbringen: Ob er vielleicht im Verkaufsraum einschreiten könne. Es seien zu viele Leute drin, der Abstand könne nicht eingehalten werden.....

 

Am Samstag, den 9. Mai öffnen wir probeweise den Spielplatz wieder. Sollten sich zu viele Besucher bei uns aufhalten oder die Abstandsregeln nicht eingehalten werden (insbesondere auch zu uns, s.o.), werden wir ihn wieder schliessen. Die Dame im oben erwähnten Beispiel war übrigens nicht die einzige Kundin, die sich wohl der Abstandsregel bewusst ist, diese aber gegenüber dem Landwirt vergisst. Man fragt sich, ob viele Menschen unbewusst annehmen, dass ein Landwirt nicht krank werden oder ansteckend sein könnte.

 

Unsere Kulturen können sich erholen. Wir hatten in den letzten Tagen 25 mm Niederschlag. Das sind 25 Liter Wasser pro m2. Das ist schon mal was.

Letzte Woche haben wir einen neuen Zugang zu den Eseln fertig gestellt. Bis anhin musste man durch den Privatgarten laufen, um zu den Eseln zu gelangen. Das waren nicht nur die Eselbetreuerinnen, sondern z.B. auch die Kinder der Esel Gruppe "Les Amies des Anes" oder die Kinder des Autismuszentrum Aesch, die regelmässig die Esel besuchen etc. Es waren immer mehr Leute, die durch den privaten Garten pilgerten und der Personenverkehr wurde uns langsam zu viel. Es waren viele Leute dabei, die wir gar nicht kannten. Das war uns unangenehm. Deshalb haben wir das Törchen bei den Schweinchen umgebaut und mit einem Schloss versehen, zu dem nur die Berechtigten einen Schlüssel haben. Damit man trockenen Fusses zu den Eseln gelangen kann, haben wir Verbundsteine gelegt, vom Törchen bis zum befestigten Platz bei den Eseln.

 

Diese Woche wollen wir den Kuhstall reinigen. In erster Linie geht es darum, alles Feuchte oder Nasse aus den Liegeboxen der Kühe zu entfernen und frisch einzustreuen. Frisch eingestreut wird zwar wöchentlich, aber 1 x jährlich gibt es eine Frühjahrsputz. Vor dem Einstreuen werden wir noch Fliegenköder streuen, das ist ein zudem Häutungshemmer für die Fliegenlarven. Ist alles trocken und der Häutungshemmer gestreut, bestehen gute Voraussetzungen, dass sich die Fliegenpopulation schon ganz am Anfang einschränken lässt.  Die exponentionelle Wachstumskurve ist uns allen ja mittlerweile von Corona her geläufig. Diese wollen wir auch bei den Fliegen vermeiden oder zumindest hinausschieben. Ebenfalls eine gute Wirkung gegen Fliegen haben die beiden grossen Ventilatoren im Stall. Sie laufen schon seit Anfang April. Fliegen mögen keine Zugluft. 

 

 

27. April - 3. Mai

Wir haben alles Gras vorzeitig gemäht, weil nichts mehr gewachsen ist und die Gefahr bestand, dass es vertrocknet und Nährstoffe verliert. Wir machten Siloballen daraus und es gab eine Ertragseinbusse von ca. 30 %. Wir erwarten noch 3 weitere Schnitte dieses Jahr und die Verluste können noch wettgemacht werden.

 

Der Roggen ist wegen der Trockenheit und Wärme 2 Wochen früher als sonst und ist bereits am Aehrenschieben. Zusätzlich ist er sehr dünn und nur etwa 40 cm hoch, statt 1 Meter oder mehr. Auch der Weizen ist nicht mehr gewachsen und an den trockensten Stellen stirbt er ab. Dünger, der am 2. April gestreut wurde, liegt immer noch dort. Er konnte nicht aufgelöst werden. Am Dienstag dieser Woche hatten wir 3 mm Regen. Das ist wenig, aber es soll diese Woche noch mehr Regen geben. So ist noch nicht alles verloren und wir werden erst bei der Ernte sehen, was am Ende übrig bleibt. Anfang Jahr haben wir eine "Trockenheitsversicherung" abgeschlossen. Diese gleicht Ertragseinbussen teilweise wieder aus. Wir denken, dass wir sie dieses Jahr beanspruchen werden. 

 

Vor dem grossen Regen, auf den wir hoffen, haben wir am Dienstag noch Gülle ausgebracht. Mit dem Regenwasser wird sie eingeschwemmt und die Nährstoffe stehen so der Pflanze zur Verfügung. Wenn es nicht regnet, verflüchtigt sich vor allem der in der Gülle enthaltene Ammoniak in die Luft. Dabei wird einerseits die Luft belastet, andererseits fehlt den Pflanzen dieser wertvolle Dünger. 

20. - 26. April

Wir sind alle gesund und auf dem Hof ist es angenehm ruhig. Es gibt zwar viele Spaziergänger, Paare, Familien mit Kindern, oft auch grössere Kinder, die vorbeikommen und kurz Halt machen bei den Tieren, aber sie halten sich an die "Corona" - Regeln und bleiben nicht lange. So sind immer nur wenige Menschen gleichzeitig auf dem Hof. Das Holder - Rümli bleibt weiterhin ungenutzt und Führungen gibt es keine. Besprechungen und Sitzungen finden online statt und so ist man immer zuhause und kann sich auf die Landwirtschaft konzentrieren.

 

Die Schlachtviehpreise sind ziemlich plötzlich gesunken. Es braucht viel weniger Schlachtkühe, die in unserem Fall vor allem für die Hamburger bei McDonalds genutzt wurden. Das spüren wir auch. Ebenso ist der Konsum von Rind- und Kalbfleisch stark rückläufig. So ist plötzlich ein Überangebot entstanden und die Preise fallen.

 

Saisonarbeiter können nicht einreisen und viele Betriebe haben zu wenig Arbeitskräfte. Zum Glück betrifft uns das nicht. Familie Maidan lebt seit 2014 auf unserem Betrieb.

 

Der Hofverkauf von Milch und Eiern ist immer noch wesentlich höher als vor Coronazeiten. Oft sind die Eier am frühen Nachmittag ausverkauft. Wir stossen da einfach an unsere Grenzen. Bis zugekaufte Junghennen (falls überhaupt erhältlich) Eier legen, ist die Krise, immerhin was Eier betrifft, wohl vorbei. Abgesehen davon haben wir nicht Platz für mehr als unsere 1000 Hennen.

 

Im Übrigen können wir in Ruhe unserer gewohnten Arbeit nachgehen und geniessen einerseits das dauerhaft schöne Wetter beim Arbeiten, andererseits warten wir aber auch sehnlichst auf Regen, dessen Mangel für uns viel grössere Auswirkungen hat als der Virus.

13. - 19. April

Wir haben ein ruhiges Osterwochenende hinter uns. Trotz wunderschönem Wetter sind wegen Corona keine Besucher auf dem Hof. Das ist schon ungewohnt, keine spielenden Kinder, keine Erwachsenen, die in der Sonne sitzen und plaudern... Der hohe Bedarf an Eiern hat etwas nachgelassen, ist aber immer noch deutlich über dem Gewohnten.

 

Jetzt finden wir auch die Zeit, die alten morschen Holzbänke auf dem Spielplatz zu ersetzen. Für einen günstigen Preis konnten wir nach Absprache mit dem Förster gefällte Eichenstämme aus dem Wald holen. Daraus machen wir die Bänke, die dann wieder ein paar Jahre halten sollten.

Für Diamond, das alte weisse Pony, wurde auf einem Bauernhof in der Nähe ein neues Plätzchen gefunden. Der Besitzerin wurde nebst ihrem Job die Versorgung und Pflege zu viel. So hat Diamond einen Platz gefunden, wo alle Arbeit von jemand anderem erledigt wird. Und er hat wieder Artgenossen um sich, nachdem sein alter Kamerad ja letztes Jahr gestorben ist. Bei uns nehmen nun die 5 Esel allen Raum für sich in Anspruch. Das braucht noch ein paar Anpassungsarbeiten. Weil die Öffentlichkeitsarbeit mit den Eseln zugenommen hat und auch mehr Betreuerinnen da sind, wollen wir einen anderen Zugang zu den Tieren anlegen, damit nicht mehr so viele Menschen durch unseren Garten zu den Eseln laufen. Es braucht einen neuen befestigten Weg.

 

Bei diesem prächtigen Frühlingswetter ist es leider schon wieder viel zu trocken. Nichts wächst mehr. Wir wollen deshalb das Gras zumindest dort mähen, wo später der Mais gesät werden soll. Nach dem Abräumen der Siloballen kann dann auch gleich der Mist aufs Feld gebracht werden und auch etwas Gülle, denn das Loch ist auch schon wieder voll.