IP - Suisse: Artenvielfalt und Vielfalt der Lebensräume

 

 

Der Marienkäfer als Symbol für nachhaltige Landwirtschaft

Nachdem sich die Biobauern seit 100 Jahren vorbildlich für den natürlichen Stoffkreislauf auf dem Bauernhof und eine giftfreie Landwirtschaft eingesetzt haben und es immer noch tun, ist IP-Suisse eine modernere Organisation, die seit 30 Jahren besteht und sich stetig weiterentwickelt. Neu und anders ist bei der IP-Suisse , dass sich ihre Bauern aktiv für Biodiversität einsetzen. Begonnen haben sie damit bereits vor 30 Jahren. (Ein Interview mit mit dem Betriebsleiter Christian zum Thema Biodiversität finden Sie als Download unten auf dieser Webseite.) Die IP-Suisse-Bauern haben sich zum Ziel gesetzt, ihr Label zum nachhaltigsten der Schweiz zu machen. Sie verzichten auf die meisten Pestizide, legen Brachen an, pflanzen Hecken und Bäume, säen Getreide dünner, damit z.B. die Lerche Platz zum Brüten findet, etc. und versuchen so auf viele verschiedene Arten aktiv die Lebensbedingungen für Wildtiere und Wildfauna auf den Bauernhöfen zu verbessern. Im Gegensatz zu den Biobauern verzichten sie nicht gänzlich auf Kunstdünger. Dadurch braucht es auch weniger Tiere, um die Äcker zu düngen, was sich neben dem Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern (s.o.) auch positiv auf das Klima auswirkt. Es ist ein etwas anderer Ansatz als Bio, sehr komplex , wie es eben die Vorgänge in der Natur auch sind, wo alles mit allem zusammenhängt. Es gibt ein Punktesystem, wobei der Landwirt auf eine bestimmte Anzahl Punkte kommen muss, um als IP-Suisse - Betrieb anerkannt zu werden. Der Landwirt kann dabei zwischen verschiedenen nachhaltigen Massnahmen diejenigen auswählen, die am besten zu seinem Betrieb passen.

 

Ein wichtiger Bestandteil des IP - Suisse Labelprogrammes ist die Vernetzung der Ökoflächen auf dem Betrieb. Eine extensive Wiese oder eine Brache muss so platziert sein, dass keine isolierte Insel entsteht. Wildtiere sollen über ein ganzes Gebiet verstreut Lebensgrundlagen vorfinden. Sinnvoll ist eine Distanz von einer Ökofläche zur nächsten von die nicht mehr als 300 Metern. Bei IP-Suisse wird kontrolliert, wie hoch der Anteil an Ökoflächen am Gesamtbetrieb ist und wie gut gut diese vernetzt sind. Je besser die Vernetzung, desto mehr Punkte gibt es im IP-Suisse Label - Programm.  Zugleich gibt es vom Kanton Beiträge (sprich: mehr Direktzahlungen), wenn dieser die Vernetzung der Ökoflächen auf dem Betrieb als richtig und sinnvoll erachtet.

 

Neben der Biodiversität, die das Markenzeichen der IP-Suisse ist, gibt es noch verschiedene Vorschriften für jeden Betriebszweig bezüglich Nachhaltigkeit, Tierhaltung etc. Beim Pestizideinsatz, bzw. dessen Fehlen, sind IP-Suisse - Bauern bald so weit wie Biobauern (s. weiter unten). Ziel des Ganzen ist, den Betrieb so ökonomisch zu betreiben, dass die Preise für IP -Suisse - Produkte tiefer sind als diejenigen für Bioprodukte und sich so ein grösserer Teil der Bevölkerung aktiv für die Natur einsetzen kann, indem er IP-Suisse-Produkte kauft. Gleichzeitig soll der landwirtschaftliche Ertrag hoch genug sein, damit nicht zu viele Nahrungsmittel importiert werden müssen.

 

Empfehlen können wir auch einen kurzen, sehr schön gestalteten Werbefilm für IP-Suisse mit Christian als Hauptdarsteller, den ein Werbebüro im Auftrag von Denner 2018 auf unserem Hof gedreht hat

 

Der Neuhof ist ein IPSuisse zertifizierter Betrieb. Das bedeutet für uns:

 

Dank gezielter ökologischer Massnahmen und dem Verzicht auf Maximalerträge, ist es uns gelungen, die Artenvielfalt auf unserem Betrieb bei Flora und Fauna zu vergrössern. Wir bieten Lebensraum für Wildtiere und Wildkräuter. Diese Artenvielfalt auf unserem Betrieb zu erhalten ist uns ein sehr grosses Anliegen. Deswegen war es für uns auch indiskutabel ein eidgenössisches Schwing- und Älplerfest auf unserem Land durchzuführen, wogegen wir uns auch erfolgereich zur Wehr gesetzt haben. Damit wäre eine 20jährige Aufbauarbeit für Fauna und Flora in der Ebene zwischen Reinach und Aesch, die wir bewirtschaften, zerstört worden.

 

Wir bieten auf unserem Hof aber auch Lebensraum für Familien mit Kindern, die unseren Bauernhofspielplatz nutzen. Es geht dabei darum, schon dem kleinen Kind zu ermöglichen, sich ein wenig als Bauernkind zu fühlen, zu spüren, was es heisst, auf einem Bauernhof zu leben, umgeben von Natur und Landwirtschaft. Was es zu schützen gilt, muss real erlebbar sein. Wir denken, dass das nachhaltiger ist, als jede virtuelle Information über youtube etc.

 

Eine grosse Artenvielfalt und intakte Lebensräume sind ökologische Mehrwerte. Auf unserem Betrieb verzichten wir dafür auf einen Teil des Ertrages. Solange Sie als Kunde bereit sind für den ökologischen Mehrwert, den wir bieten, auch mehr zu bezahlen, sind Ökologie und Wirtschaftlichkeit für uns kein Gegensatz.

 

Was bringen die Richtlinien der IP-Suisse für die Ebene zwischen Reinach und Aesch?

 

Keine Insektizide, keine Fungizide, beschränkter Einsatz von Herbiziden. Mittlerweile wurden an der ETH im Auftrag von Migros und IP-Suisse Versuche gemacht, auch auf Herbizide zu verzichten und dabei zeitsparende mechanische Methoden einzusetzen, damit die Preise für IP-Suisse - Produkte auch für "Otto Normalverbraucher" noch zu bezahlen sind. Wir bleiben dran!

 

Mengenmässige Einschränkung von Düngergaben und deren gezielter Einsatz

 

Förderung der Artenvielfalt in Flora und Fauna. Mitten in unserem Kulturland haben wir Inseln geschaffen, die wir nicht für den Anbau von Nahrungsmitteln verwenden. Sie dienen einzig der Natur und sind ökologische Nischen, auf deren sinnvolle Vernetzung wir achten. Schwarzkehlchen, Neuntöter, Goldammer, Grauammer und Feldlerchen brüten darum wieder regelmässig auf dem Neuhof. Die Feldhasenpopulation auf unserem Land hat gemäss Studien von Hopp Hase stark zugenommen (Artikel zum Downloaden unten auf dieser Webseite). Unsere Ökoflächen haben nachweislich die Biodiversität im Gebiet zwischen Reinach und Aesch verbessert ( Studie von Vogelwarte Sempach von 2015).  Diese Nischen, die wir unter anderem auch mittels 3 -jähriger Rotationsbrachen schaffen, sind das Spezielle an IPSuisse. Gerade auf grossen Betrieben wie dem Neuhof handelt es sich da um einige ha Land, die der Natur überlassen werden, wobei auch diese Flächen der Pflege bedürfen, damit nicht invasive Unkräuter überhand nehmen.

 

Die folgenden Fotos stammen alle von unserem Betrieb:

 

Wo können Sie IP-Suisse - Produkte kaufen?

 Achten Sie im Laden auf diese 3 Label:

          Beim Bäcker                                                In der Migros                                           Im Denner

Das ist verwirrend für die Konsumenten und wir sind deshalb etwas unglücklich, denn der Käfer alleine würde ausreichen zur Warenkennzeichnung.

 

Die Vorteile für Produzent und Kunde: Beide setzen sich direkt als Produzent oder indirekt als Kunde für eine vielfältige Natur und das Klima ein, indem sie die Biodiversität fördern. Dabei erhält der Produzent für seine Produkte einen Mehrpreis vom Verarbeiter, während der Kunde bei IPSuisse - Produkten einen tieferen Ladenpreis als für Bioprodukte bezahlt und dabei aber trotzdem sicher sein darf, viel für eine umweltfreundliche Landwirtschaft getan zu haben.